DE3604848A1 - Schleifkorn und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Schleifkorn und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schleif
korn sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung nach dem Ober
begriff des Anspruches 1.
α-Aluminiumoxid-Schmelzkorunde, gewonnen
in Elektroschmelzprozessen, z. B. in Lichtbogenöfen, spielen
für die gesamte Schleifmittelindustrie gegenwärtig die domi
nierende Rolle für die Herstellung von Schleifwerkzeugen. Als
Rohstoffe für normale Schmelzkorunde dienen Bauxite, entweder
direkt aus natürlichen Vorkommen oder chemisch zu kalzinierter
Tonerde aufbereitet sowie Zuschlagstoffe, z.B. Reduktionskoks
und Eisenschott. Die kalzinierte Tonerde wird durch thermische
Aufbereitung aus dem primär beim Bayer-Prozeß anfallenden Alu
miniumhydroxid gewonnen und enthält in Abhängigkeit von Kalzi
nationstemperatur und -Zeit wechselnde Mengen an α-Aluminium
oxid und Vertretern der γ-Aluminiumoxide.
Schleifwerkzeuge, hergestellt mit den aus
der Schmelze erhaltenen Bauxit- oder Tonerde-Korunden, errei
chen unter festgelegten Prüfbedingungen einen bestimmten zeit
bezogenen Abschliff sowie eine bestimmte Standzeit, gemessen
als Zeitspanvolumen oder Gewicht des abgeschliffenen Materials.
Verbesserungen der Schleifleistung von normalen Schmelzkorunden
werden z. B. durch thermische Nachbehandlungsprozesse ("Blau
brennen von Bauxit-Korunden") oder durch Legierung mit anderen
Metalloxiden, z. B. Chromoxid oder Zirkonoxid, erreicht. So
wird z. B. in der DE-PS 22 27 642 ein Schmelzkorund, bestehend
aus Aluminiumoxid und Zirkonoxid in eutektischer Zusammensetzung
(ca. 57 Al2 03 : 43 Zr 02 Gew.-%) mit zweiphasigem, mikrokristal
linem Erstarrungsgefüge, erhalten durch spontane Abkühlung der
Schmelze, beschrieben. Dieses Material, im folgenden einfach
mit "Zirkonkorund" bezeichnet, weist eine im Vergleich zu
normalen Schmelzkorunden überlegene Schleifleistung (zeitbe
zogener Abschliff und Standzeit) auf. Die hohen Rohstoffkosten
für Zirkonoxid und das aufwendige Verfahren für die notwendige
schnelle Abkühlung verteuern Schleifkorn aus Zirkonkorund aller
dings um das Fünf- bis Sechsfache gegenüber normalem Schmelz
korund.
Die Mehrleistung von Zirkonkorund-Schleifkorn im
Vergleich zu Normalkorund fällt beim Schleifen von metallischen
Werkstoffen, z. B. Stahl mit geringer werdender Korngröße steil
ab und egalisiert sich etwa bei der Körnung P 80, ein Vorgang,
wie er in ähnlicher Weise auch bei anderen Hochleistungsschleif
mitteln zu beobachten ist.
Es ist ferner bekannt, Korundschleifkorn mit über
legenem Leistungsvermögen auf der Basis von gesintertem Alu
miniumoxid herzustellen (DE-OS 32 19 607). Zur Herstellung von
hochwertigem Sinterkorund-Schleifkorn wird dabei feinstkristal
lines Aluminiumoxidmonohydrat in salpetersaurer, wäßriger
Dispersion mit anderen gelösten, metallhaltigen Sinterhilfs
mitteln vermischt und in ein Gel überfünrt, welches nach vor
sichtiger Trocknung auf Schleifkorngröße vorzerkleinert wird.
Bei der nachfolgenden Kalzination zwischen 250 und 800°C wer
den das chemisch gebundene Wasser und die Säurerückstände - in
erster Linie äußerst giftige und umweltschädigende Stickoxide -
abgetrieben. Im weiteren Verlauf des Prozesses erfolgt das Er
hitzen der Körner auf Sintertemperaturen bis 1650°C, bis eine
Dichte von mindestens 85% der theoretischen Dichte erreicht
ist.
Ähnliche Verfahren zur Herstellung von Sinterkorund-
Schleifkorn werden in der EP-OS 0 024 099 sowie US-PS 45 18 397
beschrieben, mit der Einschränkung, daß das als Rohstoff die
nende feinstdisperse Aluminiumoxidmonohydrat nur bis zu einem
Gesamtgehalt von höchstens 0,05 Gew.-% mit Alkali- bzw. Erd
alkalimetallionen verunreinigt sein darf.
In der EP-OS 01 52 768 wird vorgeschlagen, das Sol
bzw. Gel zusätzlich in einer Schwingmühle zu mahlen, wodurch
ein Sinterprodukt mit erhöhter Dichte und ohne größere Bereiche
mit einheitlich orientierten α-Aluminiumoxidkristalliten er
reicht wird. Allen vier vorgenannten Verfahren ist gemeinsam,
daß sie nur über einen Sol-Gel-Prozeß mit feinstdispersem Alu
miniumoxidmonohydrat vom Typ des Böhmits durchgeführt werden
können. Die verhältnismäßig teuren Rohstoffe, welche nur über
die Hydrolyse von Aluminium-organischen Verbindungen gewonnen
werden können und die aufwendige Verfahrenstechnik lassen die
Kosten für Sol-Gel-Schleifmittel ebenfalls auf ein Vielfaches
der Kosten für normale Schmelzkorunde ansteigen. Kostengünsti
ges Sinterkorundmaterial, z. B. Tabulartonerde zeigt gegenüber
Schmelzkorunden eine deutlich schlechtere Schleifleistung und
ist damit für die allgemeine Verwendung in Schleifwerkzeugen
völlig ungeeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur
kostengünstigen Herstellung eines Schleifkornes aufzuzeigen,
welches den normalen Schmelzkorunden in bezug auf die
Schleifleistung deutlich
überlegen ist.
Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren nach dem Ober
begriff des Hauptanspruches dadurch gelöst, daß eine Suspension
aus tonerdehaltigen Rohstoffen, kieselsäurehaltigen und wei
teren metallhaltigen Verbindungen auf eine Korngröße von we
niger als 1 µm, vorzugsweise weniger als 0,1 µm, zu einem
Mahlschlicker gemahlen wird, welcher getrocknet, einer Wärme
behandlung bis etwa 1700°C unterworfen wird und das gewon
nene Material auf Schleifkorngröße zerkleinert wird.
Zweckmäßig wird der getrocknete Mahlschlicker in
einer Presse verdichtet.
Vorteilhaft erfolgt die Wärmebehandlung mehrstufig.
Nach einer sehr zweckmäßigen Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem die Wärmebehandlung
dreistufig erfolgt, wird der getrocknete Mahlschlicker in der
ersten Stufe auf etwa 250-600°C vorerhitzt, in der zweiten
Stufe auf etwa 1100-1400°C für die Dauer von 10-30 Minu
ten gehalten und anschließend daran in der dritten Stufe auf
etwa 1400-1700°C erhitzt und bis zu einer Dichte von mehr
als 85% der theoretischen Dichte von Korund gesintert der
art, daß neben α-Aluminiumoxid noch eine silikatische Phase
entsteht und der Durchmesser der Korundkristalle weniger als
5 µm, vorzugsweise weniger als 1 µm beträgt.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, bei einer Zwei
stufigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens, den getrockneten
Mahlschlicker in der ersten Stufe auf etwa 250-600°C vor
zuerhitzen und in der zweiten Stufe auf etwa 1400-1700°C
zu erhitzen.
Weitere Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. des mit ihm hergestellten gesinterten Schleifkornes gehen
aus den Unteransprüchen hervor.
Das Wesen der Erfindung ist in erster Linie darin
zu erblicken, daß aus kostengünstigen Rohstoffen, welche einer
definierten keramischen Aufbereitung unterzogen werden, unter
Einhaltung einer definierten Brennkurve ein sehr feinkristal
liner Sinterkorund mit mindestens 85% der theoretischen Dichte
von Korund erzeugt wird. Schleifkorn gemäß der Erfindung ent
hält als Hauptbestandteil α-Aluminiumoxid und als Nebenbe
standteile eine silikatische Phase sowie mindestens eine kri
stalline Verbindung zwei-, drei- oder vierwertiger Metalle
oder einer Kombination derselben. Nebenbestandteile bedeutet,
daß deren Summe 45 Gew.-% nicht überschreitet. Bei den kri
stallinen Verbindungen kann es sich um einfache oder zusammen
gesetzte Oxide, wie z. B. Spinelle, handeln. Sie können ent
weder als separate Phasen in der Metrix verteilt sein, z. B.
Zirkonoxid, oder aber ganz oder teilweise im Korundgitter ge
löst sein, z. B. Chromoxid. Die silikatische Phase kann ganz
oder teilweise als Glas vorliegen.
Die das Schleifkorn gemäß der Erfindung aufbauenden
Korundkristalle sollten Durchmesser kleiner als 5 µm, besser
kleiner als 2 µm und vorzugsweise kleiner als 1 µm aufweisen
und sie sind hinsichtlich ihrer kristallographischen Achsen
zufällig zueinander verteilt.
Bei einem gesinterten Sol-Gel-Schleifmittel, z. B.
nach der DE-OS 32 19 607 sind die Kristallite über Bereiche
von 0,5-20 µm hinweg einheitlich orientiert. Diese Einschränkung
entfällt, da das Schleifkorn gemäß der Erfindung nicht über
ein Sol und anschließendes Vergelen hergestellt werden muß
und die eingesetzten Rohstoffe dazu auch nicht befähigt sein
müssen.
Von anderen gesinterten Aluminiumoxiden unterschei
det es sich durch sein gleichmäßiges, sehr feinkristallines
Gefüge und die besondere, mehrphasige Zusammensetzung, welche
dem Schleifkorn seine erhöhte Zähigkeit und die hervorragenden
Verschleißeigenschaften verleiht und es damit zu einem Hoch
leistungsschleifkorn mit überlegenen Schleifeigenschaften
macht. Zur Herstellung des Schleifmittels können einfache
und kostengünstige Rohstoffe, z. B. Aluminiumhydroxid oder
daraus gewonnene kalzinierte Tonerde, entweder allein oder
es kann eine Mischung aus beiden verwendet werden. Eine be
schränkung hinsichtlich der Reinheit, wie sie in der EP-OS
00 24 099, oder der Feinheit bzw. der spezifischen Oberfläche,
wie sie in den genannten Patentanmeldungen aber auch in der
DE-OS 32 19 607 gefordert wird, besteht nicht. Die kalzinierte
Tonerde kann α-Aluminiumoxid in Mengen von 0 bis 98% ent
halten.
Die tonerdehaltigen Rohstoffe werden gemeinsam
mit 0,3 bis 8, vorzugsweise 1-2 Gew.-% SiO2, sowie mit 0,2
-12, vorzugsweise 1-6 Gew.-% eines spinellbildenden,
zweiwertigen Metalloxids oder einer anderen Verbindung des
entsprechenden Metalls und gegebenenfalls weiteren Zuschlag
stoffen einer Naßmahlung unterworfen. Die gemachten Angaben
sind als Gew.-% der entsprechenden Oxide gerechnet und be
ziehen sich auf die Menge fertiges Schleifmittel.
Der Mahlvorgang kann in wäßriger Suspension oder
in Suspension in organischen Flüssigkeiten ablaufen und wird
solange fortgeführt, bis die eingesetzten Rohstoffe im wesent
lichen Partikelgrößen kleiner als 1 µm, vorzugsweise jedoch
kleiner als 0,1 µm aufweisen. Im wesentlichen bedeutet hier
zu mehr als 95%, bezogen auf die Volumenanteile, an Fest
stoff. Es kann jedes Mahlverfahren angewendet werden, welches
die erforderliche Feinheit liefert.
Das getrocknete bzw. von organischen Lösungsmitteln
befreite Mahlgut kann dann entweder direkt oder nach Ablauf
weiterer Misch- und Verdichtungsvorgänge, vorzugsweise einer
Verdichtung durch Trockenpressen und hier vorzugsweise, wenn
der Preßvorgang isostatisch abläuft, dem eigentlichen Sinter
prozeß zugeführt werden. Das Trocknen kann bei Temperaturen
zwischen 50 und 600°C, vorzugsweise zwischen 100 und 160°C
erfolgen. Die Zerkleinerung des geformten oder ungeformten
Gutes auf Schleifkorngröße kann sowohl vor als auch nach Ab
lauf des Sintervorganges vorgenommen werden.
Der keramische Brand des stückigen oder zerkleiner
ten, geformten oder ungeformten Guts zu gesintertem Schleif
korn gemäß der Erfindung erfolgt in mehreren Stufen: Im ersten
Heizabschnitt wird das Material vorsichtig auf eine Temperatur
zwischen 250 und 600°C gebracht und dort einige Minuten ge
halten. Diese Stufe dient dem Austreiben des chemisch gebun
denen Wassers bzw. dem Ausbrennen eventueller organischer Be
standteile. Anschließend daran wird das Gut rasch auf eine
Temperatur zwischen 1100 und 1400°C gebracht, nochmals zwi
schen 10 und 30 Minuten auf diesem Wert gehalten und dann
schnell auf eine Temperatur zwischen 1400 und 1700°C, vor
zugsweise 1450-1550°C erhitzt und bis zu einer Dichte von
mehr als 85% der theoretischen Dichte gesintert. Wenn in den
Ausgangsstoffen kein Aluminiumhydroxid (Al(OH)3) enthalten
ist, kann der zweite Schritt auch übersprungen werden und das
Gut direkt von der ersten Kalzinationsstufe auf die endgültige
Sintertemperatur aufgeheizt werden. Höhere Brenntemperaturen
als erfindungsgemäß vorgeschlagen, lange Sinterzeiten und lang
same Aufheizraten mindern die Schleifleistung des fertigen Ma
terials. Die Überlegenheit des erfindungsgemäßen Sinterschleif
korns im Vergleich zu konventionellen Schmelzkorunden soll in
den nachfolgenden Beispielen dargestellt werden, ohne daß die
se den gesamten Bereich der Erfindung abdecken.
Aus 2000 g kalzinierter Tonerde, 1000 g Aluminiumhydroxid,
42 g Quarzmehl, 130 g Magnesiumoxid, 5 l Wasser sowie 250 ml
60%iger Essigsäure wird durch intensives Mahlen in einer Ku
gelmühle ein Schlicker mit einer Teilchengröße von überwiegend
kleiner als 0,1 µm hergestellt und in einem elektrisch beheiz
ten Trockner vorsichtig getrocknet. Der so entwässerte Schli
cker wird pulverisiert und 45 Minuten lang bei 500°C kalzi
niert. Anschließend daran werden aus diesem Pulver mit Hilfe
einer isostatischen Presse unter einem Druck von 2Kbar Form
körper hergestellt und diese in einen elektrisch beheizten
Laborofen erhitzt. Der Ofen wird ca. 60 Minuten von Umgebungs
temperaturen auf 600°C gebracht, anschließend schnell in ca.
10 Minuten auf 1300°C aufgeheizt und dort 20 Minuten lang
gehalten. Dann wird die Temperatur in weniger als 5 Minuten
auf 1500°C erhöht und die Formkörper weitere 30 Minuten lang
gebrannt. Nach dem Abkühlen werden die Dichte zu 93% der
theoretischen Dichte bestimmt und die Formkörper in einem
Backenbrecher zerkleinert. Aus dem Zerkleinerungsgut wird
Schleifkorn der Körnung P36 nach FEPA-Standard herausgesiebt
und in üblicher Weise zu einem Schleifmittel auf Unterlage
verarbeitet. Zu diesem Zweck wird eine Unterlage aus handels
üblichen Vulkanfiber mit einer Stärke von 0,84 mm mit einem
Bindemittel versehen. Das Bindemittel besteht zu etwa 50% aus
einem flüssigen Phenol-Resol mit einem Malverhältnis von Phenol
zu Formaldehyd von ca. 1:1.5 und einem Festkörperanteil von ca.
80% sowie ca. 50% gemahlener Kreide mit einer mittleren Teil
chengröße von ca. 20 um. Es wird mittels Rakelbeschichtung in einer
Menge von
ca. 230 g/m2 aufgetragen und anschließend nach einem zur
Herstellung von Schleifmitteln auf Unterlage gebräuchlichen
Verfahren das Schleifkorn P36 elektrostatisch auf die mit
Harz beschichtete Vulkanfiber aufgebracht, und zwar in einer
Menge von ca. 900g/m2. Die so beschichtete Unterlage wird
dann in einem dafür üblichen Temperaturprogramm getrocknet
und gehärtet. Anschließend daran wird mittels Walzenbeschichtung
eine zweite Bindungsschicht in einer Menge von ca. 490 g/m2
aufgetragen. Für die zweite Beschichtung wird das gleiche Bin
demittelsystem verwendet wie für die Grundbindung, allerdings
wird ca. 50 Gew.-% der Kreide durch synthetischen Kryolith er
setzt. Die so beschichtete Vulkanfiber wird anschließend daran
30 Minuten lang auf 90°C, 60 Minuten lang auf 100°C, je 30
Minuten lang auf 110 bzw. 120°C sowie abschließend für 60 Mi
nuten auf 130°C erhitzt und das Bindemittelsystem ausgehärtet.
Nach dem Trocknen wird das Schleifmittel auf Vulkanfiberunter
lage gleichmäßig flexibilisiert und Scheiben von 125 mm Durch
messer ausgestanzt, die in gebräuchlicher Weise bis zu einer
Feuchte von weniger als 8% reklimatisiert wurden.
Die so erhaltenen Vulkanfiber-Schleifscheiben werden
auf einem handelsüblichen Hochfrequenz-Tellerschleifgerät gegen
kaltgewalzte Feinbleche aus CK45-03 (DIN 17200) mit den Ab
messungen 500×100×2 mm getestet. Zu diesem Zweck wird die
Schleifscheibe unter einem Anstellwinkel von 10 Grad und mit
einer Geschwindigkeit von 6500 Umdrehungen pro Minute je Zyklus
fünfmal für je 9,5 Sekunden Dauer über die lange Kante des
Stahlblechs geführt und anschließend die Menge des zerspanten
Prüfmaterials durch Wägen bestimmt. Die Anpreßkraft beträgt
zu Beginn des Versuchs 40 N und wird bei jedem neuen Zyklus
um 5 N bis zu einer konstanten Belastung von 60 N erhöht. Der
Versuch wird so lange fortgesetzt bis innerhalb eines Zyklus
weniger als 10 g zerspant wird. Der gesamte Metallabtrag ist
dann die Schleifleistung der Versuchsscheibe in Gramm. Zum
Vergleich wird eine Vulkanfiber-Schleifscheibe auf sonst
gleiche Art und Weise, nur mit normalem Schmelzkorund der
Körnung P36 hergestellt und unter gleichen Bedingungen getestet.
Die Schleifleistung dieser Scheibe wird für den relativen Ver
gleich als 100% angenommen.
Die mit gesintertem Schleifkorn gemäß der Erfindung
hergestellte Scheibe erzielt eine Schleifleistung von 350%
der Schleifleistung einer mit normalem Schmelzkorund be
streuten Vergleichsscheibe.
Aus 2500 g kalzinierter Tonerde, 50 g Quarzmehl, 150 g Magnesium
oxid, 6 l Wasser und 240 ml 90%iger Essigsäure wird nach dem
Verfahren des Beispiels 1 ein gesintertes Schleifkorn mit einer
Dichte von 94% der theoretischen Dichte hergestellt und in
gleicher Weise zu Vulkanfiberscheiben verarbeitet und getestet.
Die ermittelte Schleifleistung beträgt 374% der Schleifleistung
der mit Normalkorund bestreuten Vergleichsscheibe.
Das Verfahren der Beispiele 1 und 2 wird (im wesentlichen)
wiederholt , allerdings mit einer Mischung aus 2500 g kalzinier
ter Tonerde 35 g Quarzmehl, 75 g Zirkonsilikat, 150 g Magnesium
oxid, 5 l Wasser und 240 ml 90%iger Essigsäure. Die isostatisch
verdichteten Formkörper werden langsam auf 600°C und dann
schnell auf 1250°C erhitzt und dort für 25 Minuten gehalten.
Anschließend wird die Temperatur rasch auf 1450°C erhöht und
die Formkörper während 30 Minuten bis zu einer Dichte von 93%
der theoretischen Dichte gesintert. Die Schleifprüfung wird
in der bereits beschriebenen Art und Weise ausgeführt und er
bringt eine Schleifleistung von 384% der Schleifleistung einer
mit Normalkorund bestreuten Vulkanfiber-Schleifscheibe.
Nach dem Verfahren des Beispiels 1 wird aus 2500 g kalzinierter
Tonerde, 40 g Quarzmehl, 125 g Magnesiumoxid, 225 g Zitronen
säure und 4 l Wasser ein Mahlschlicker mit Partikelgrößen von
vorwiegend kleiner als 0,1 um hergestellt und während 24 Stunden
schonend getrocknet. Während dieser Zeit schrumpft die Suspension
zu einem zwar weichen, aber dennoch spröden Festkörper zusammen.
Die einzelnen Schollen werden in einem Backenbrecher zerkleinert
und aus Brechgut die Fraktion zwischen 0,5 und 1 mm abgetrennt.
Das Siebgut wird in Tiegel aus Aluminiumoxid gefüllt und in ei
nem elektrisch beheizten Ofen langsam von Umgebungstemperatur
auf 500°C erhitzt und dort für 100 Minuten gehalten. Anschlie
ßend wird die Temperatur rasch innerhalb von 15 Minuten auf 1500°
C erhöht und für 45 Minuten konstant gehalten. Die gesinterten
Körner sind hart und zäh und besitzen eine Dichte von 95% der
theoretischen Dichte von Korund. Mit dem daraus gewonnenen Schleif
korn P36 nach FEPA werden nach dem Verfahren gemäß Beispiel 1
Vulkanfiber-Schleifscheiben hergestellt. Die Schleifprüfung er
gibt 381% der Schleifleistung der mit Normalkorund bestreuten
Vergleichsscheibe.
Aus 2500 g kalzinierter Tonerde, 45 g Quarzmehl, 125 g Magnesium
oxid, 225 g Zitronensäure und 4 l Wasser wird gemäß dem Ver
fahren von Beispiel 4 Schleifkorn hergestellt, allerdings be
trägt die Sintertemperatur nur 1450°C. Die Schleifprüfung er
gibt eine Leistung von 414% gegenüber der mit Normalkorund be
streuten Vergleichsscheibe und 135% der Schleifleistung einer
mit Zirkonkorund bestreuten Vulkanfiber-Schleifscheibe.
Das Verfahren des Beispiels 5 wird wiederholt, allerdings mit
50 statt 45 g Quarzmehl. Das vorzerkleinerte Mahlgut wird lang
sam in 8 Stunden von Umgebungstemperatur auf 1500°C aufge
heizt und dort für 12 Stunden gesintert. Das fertige Schleif
korn besitzt eine Dichte von 97% der theoretischen Dichte von
Korund und Kristallitdurchmesser von mehr als 1 µm. Die Schleif
prüfung ergibt eine Schleifleistung von 289% der Schleif
leistung einer mit Normalkorund bestreuten Vulkanfiberscheibe
und noch 95% der Schleifleistung einer mit Zirkonkorund be
streuten Schleifscheibe.
Es liegt natürlich im Rahmen der Erfindung, das Ver
fahren auch zur Herstellung keramischer Formteile auf der
Basis von gesintertem Aluminiumoxid anzuwenden. In diesem
besonderen Falle entfällt also die Zerkleinerung des Form
körpers auf Schleifkorngröße.
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von Schleifkorn auf der Basis
von gesintertem Aluminiumoxid, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Suspension aus tonerdehaltigen
Rohstoffen, kieselsäurehaltigen und weiteren metallhaltigen
Verbindungen auf eine Korngröße von weniger als 1 µm, vor
zugsweise weniger als 0,1 µm, zu einem Mahlschlicker ge
mahlen wird, welcher getrocknet, einer Wärmebehandlung bis
etwa 1700°C unterworfen wird und das gewonnene Material
auf Schleifkorngröße zerkleinert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der getrocknete Mahlschlicker in
einer Presse verdichtet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wärmebehandlung mehr
stufig erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Wärmebehandlung drei
stufig erfolgt, dadurch gekennzeich
net, daß der getrocknete Mahlschlicker in der ersten
Stufe auf etwa 250-600°C vorerhitzt, in der zweiten
Stufe auf etwa 1100-1400°C für die Dauer von 10-30
Minuten gehalten und anschließend daran in der dritten
Stufe auf etwa 1400-1700°C erhitzt und bis zu einer
Dichte von mehr als 85% der theoretischen Dichte von
Korund gesintert wird derart, daß neben α -Aluminiumoxid
noch eine silikatische Phase entsteht und der Durchmesser
der Korundkristalle weniger als 5 µm, vorzugsweise weniger
als 1 µm beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Wärmebehandlung
zweistufig erfolgt dadurch gekennzeich
net, daß der getrocknete Mahlschlicker in der ersten
Stufe auf etwa 250-600°C vorerhitzt und in der zweiten
Stufe auf etwa 1400-1700°C erhitzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zerkleinerung des gewonnenen
Materials vor der Wärmebehandlung erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Rohstoffe kalzinierte Tonerde
mit einem Gehalt an α -Aluminiumoxid zwischen 0 und 98
Gew.-%, Aluminiumoxidmonohydrat oder Aluminiumoxidtrihydrat
oder Mischungen derselben und weiteren Verbindungen der
Metalle Silizium, Zirkon, Titan, Chrom, Eisen, Magnesium,
Zink, Kobalt und Nickel allein oder in Kombination ver
wendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß im fertigen Schleifkorn der Anteil
der silikatischen Phase 0,3-10 Gew.-% betragen und diese
Phase ein Glas sein kann.
9. Gesintertes Schleifkorn nach Anspruch 1-8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schleifkorn neben α-
Aluminiumoxid und einer silikatischen Phase noch weitere
in der Korundmatrix gelöste oder dispergierte, einfache
oder komplexe Metalloxide enthält.
10. Schleifkorn nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Anteil an Metalloxiden neben
Aluminiumoxid und Siliziumdioxid 0,2-45 Gew.-% beträgt.
11. Verwendung des Schleifkornes nach Anspruch 1-10, in
band-, blatt- oder scheibenförmigen Schleifwerkzeugen.
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