DE3603123A1 - Verfahren zur biologischen nitratentfernung aus wasser mit minimierter nachbehandlung des denitrifizierten wassers - Google Patents
Verfahren zur biologischen nitratentfernung aus wasser mit minimierter nachbehandlung des denitrifizierten wassersInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
biologischen Nitratentfernung aus Wasser, insbesondere
Grundwasser, mit minimierter Nachbehandlung des de
nitrifizierten Wassers.
Die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten
30 Jahren und dabei insbesondere der erhöhte Einsatz
von Mineraldüngern und die übermäßige Ausbringung von
Güllen haben zu einer erheblichen Erhöhung der Nitrat
konzentration in vielen Grundwässern geführt. Dies hat
te in den letzten Jahren intensive Bemühungen zur Fol
ge, Aufbereitungsverfahren zu entwickeln, die es ge
statten, Nitrat aus dem Wasser zu entfernen und dadurch
den neuen Grenzwert von 50 mg/l einzuhalten bzw. zu
unterschreiten. Für diese Aufgabe sind inzwischen zahl
reiche Verfahren vorgeschlagen worden. Sie sind in dem
Buch "Nitrat im Grundwasser" von U. Rohmann und H.
Sontheimer, DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-In
stitut der Universität Karlsruhe, 1985, ausführlich be
schrieben. Darin sind auch Angaben über die Einsatz
möglichkeiten sowie die Vorteile und Nachteile und
über die Grenzen der Verfahren enthalten.
Die dort gemachten Ausführungen lassen erkennen, daß
den biologischen Verfahren für die Aufgabe der Nitrat
entfernung insofern eine besondere Bedeutung zukommt,
als dabei spezifisch nur Nitrationen entfernt und
weitgehend durch Hydrogencarbonationen ersetzt wer
den, deren Konzentration mit bekannten Verfahren ver
ringert werden kann, falls dies überhaupt erforderlich
ist. In der Regel ist dies jedoch nicht der Fall.
Auch die biologische Entfernung von Nitrat aus Ab
wässern ist dort von Interesse, wo ohne eine De
nitrifikation mit dem ansonsten chemisch und/oder
biologisch gereinigten Abwasser große Mengen Nitrat
in den Vorfluter gelangen und so zur Eutrophierung
der Gewässer beitragen würden.
Nachteilig bei allen biologisch arbeitenden Verfahren
ist zum einen die Tatsache, daß dabei ein biologischer
Reaktor mit relativ hoher Volumenleistung betrieben
werden muß und daß diese Tatsache zwangsläufig dazu
führt, daß der Ablauf des Reaktors noch große Mengen
an Mikroorganismen enthält, was insbesondere im Trink
wasser unerwünscht ist. Aus diesem Grunde wird der De
nitrifikationsstufe in der Regel eine Flockungsfiltra
tion zur weitgehenden Verringerung der Bakterienkon
zentration nachgeschaltet (R. Böckle, U. Rohmann und
H. Sontheimer in DVGW-Schriftenreihe Wasser Nr. 105
(1984), S. 153-177).
Ein weiterer Nachteil bei der Mehrheit der heute an
gewendeten bzw. vorgeschlagenen biologischen Nitrat
entfernungsverfahren ist das zumindest zeitweise Auf
treten von höheren Nitritkonzentrationen im Ablauf
der Denitrifikationsstufe. Um diese Belastung des de
nitrifizierten Wassers, deren Ursache bisher noch
nicht sicher mit Hilfe einer entsprechenden Anlagen
auslegung beseitigt werden konnte, zu vermeiden, wird
dem aufzubereitenden Wasser häufig ein so großer Über
schuß an organischem Substrat zugesetzt, daß das Fil
trat noch einen Restgehalt an leicht abbaubaren or
ganischen Substanzen enthält. Diese Vorgehensweise hat
sich in der Praxis gut bewährt, erfordert aber einen
relativ großen Aufwand für die Regelung der Substrat
dosierung in Abhängigkeit vom Nitratgehalt des Roh
wassers und außerdem eine aerobe biologische Nach
reinigungsstufe, mit der alle biologisch abbaubaren
Substanzen sicher aus dem Wasser entfernt werden.
Um den Nachteil einer hohen Bakterienkonzentration im
denitrifizierten Wasser zu vermindern, ist in den
zitierten Schriften bereits vorgeschlagen wor
den, als Material für die Reaktorfüllung körnige Aktiv
kohle zu verwenden, da die nitratabbauenden Mikro
organismen auf diesem Trägermaterial besonders gut
haften, und den relativ trübstoffarmen Ablauf derarti
ger Filter nach Belüftung zur Sauerstoffanreicherung
und zur Entfernung des bei der
Denitrifikation gebildeten Stickstoffs in den Unter
grund in an sich bekannter Weise z. B. mit Hilfe von
Schluckbrunnen oder anderen Infiltrationsanlagen ein
zuleiten (U. Rohmann in DVGW-Schriftenreihe Wasser
Nr. 105 (1984) S. 179-192). Diese Vorgehensweise hat
sich inzwischen in großtechnischen Versuchsanlagen be
währt. Grundlegende Voraussetzung für die dauerhafte
Funktionsfähigkeit der Infiltrationseinrichtungen ist
jedoch, daß das Infiltrationswasser weitgehend frei
von leicht abbaubaren organischen Stoffen ist. Dies
kann nur durch unterstöchiometrische Dosierung des
organischen Substrats in das dem heterotroph arbei
tenden Denitrifikationsreaktor zufließenden Rohwasser
erreicht werden. Bei dieser Dosierweise konnte jedoch
bisher ein nur unvollständiger Abbau von Nitrat zu Ni
trit nicht mit Sicherheit vermieden werden. Bei der
anschließenden Bodenpassage wird das gebildete Nitrit
zwar wieder zu Nitrat oxidiert, doch wird dafür Sauer
stoff benötigt, der aber nicht in unbegrenzter Menge
zur Verfügung steht. Außerdem erhöht sich dadurch wie
der die Nitratkonzentration, wodurch der Aufberei
tungseffekt der Nitratelimination teilweise wieder
rückgängig gemacht wird. Bei einer oberirdischen aero
ben Nachbehandlung des denitrifizierten Wassers, die
dann nötig ist, wenn die örtlichen hydrogeologischen
Gegebenheiten keine unterirdische Nachbehandlung zu
lassen, muß die Nachbehandlungsanlage im Hinblick auf
eine sichere Nitritoxidation nach dem derzeitigen
Stand der Technik mit relativ hohen Sicherheitszu
schlägen bemessen werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein ver
bessertes Verfahren zur biologischen Nitratentfernung
aus Wasser, insbesondere Grundwasser, zu schaffen,
bei welchem das den Füllkörperreaktor verlassende de
nitrifizierte Wasser praktisch kein Nitrit enthält sowie
nur eine sehr geringe Resttrübung aufweist und daher
nur eine minimierte Nachbehandlung erfordert.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur bio
logischen Nitratentfernung aus Wasser mittels nitrat
reduzierender Bakterien unter für diese geeigneten
Wachstumsbedingungen in einem Füllkörper enthaltenden
Reaktor, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Zulauf
des Reaktors Verbindungen des dreiwertigen Eisens in
einer Menge von 0,02 mg/l bis 1,0 mg/l, berechnet als
Fe3+, vorzugsweise 0,1 mg/l bis 0,2 mg/l, berechnet
als Fe3+, zusetzt.
Es wurde gefunden, daß man die genannten, die prak
tische Anwendung der bisherigen biologischen Denitri
fikationsverfahren sehr erschwerenden Nachteile dann
überraschenderweise vermeiden kann, wenn dem Wasser
nach bzw. mit der Dosierung der für geeignete Wachs
tumsbedingungen der nitratreduzierenden Bakterien
erforderlichen Nährstoffe, d. h. vor dem Eintritt in
den Füllkörper enthaltenden Reaktor eine Menge von
0,02 mg/l bis 1,0 mg/l an dreiwertigen Eisenionen zu
setzt, wobei solche Verbindungen des dreiwertigen Ei
sens verwendet werden, welche ausreichend löslich
sind und das Bakterienwachstum nicht negativ beein
flussen. Diese Vorgehensweise führt einmal dazu, daß
genügend Eisen im Wasser vorhanden ist, um die in
vielen nitrat- und nitritreduzierenden Enzymen vor
kommenden Cytochrome mit Eisen als zentralem Element
zu bilden. Für diese Aufgabe sind jedoch nur extrem
kleine Zugaben von erheblich weniger als 0,01 mg/l
an zweiwertigen Eisenionen erforderlich. Die erfin
dungsgemäße Zugabe von dreiwertigen Eisenionen in einer
Menge von mindestens 0,02 mg/l Fe3+ bewirkt dagegen,
daß das ausflockende Eisenoxidhydrat in den auf der
Oberfläche des Füllkörpers wachsenden Biofilm einge
baut wird und diesen dabei verfestigt. Das hat zur
Folge, daß weniger Bakterien abgeschwemmt werden und
in den Filterablauf gelangen und dieser dadurch eine
geringere Resttrübung aufweist. Dadurch kann die bei
anderen biologischen Verfahren erforderliche klassi
sche Flockungsfiltration entfallen. Ein weiterer Vor
teil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß durch
die Zugabe von Verbindungen des dreiwertigen Eisens
das denitrifizierte Wasser praktisch kein Nitrit ent
hält.
Um einen ausreichend verfestigten Biofilm zu erhalten,
setzt man dem Zulauf des Reaktors Verbindungen des
dreiwertigen Eisens in einer Menge von 0,02 bis 1 mg/l
Fe3+, vorzugsweise jedoch 0,1 bis 0,2 mg/l Fe3+, zu.
Die für die Praxis erforderliche Menge hängt von den
Betriebsbedingungen des Reaktors, dem eingesetzten
Füllkörpermaterial, der Menge Nitrat im Wasser und
der Stoffwechselaktivität der Bakterien ab. Der Be
treiber einer Denitrifikationsanlage wird die in sei
nem Falle optimale Menge durch Vorversuche ermitteln.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden solche Ver
bindungen des dreiwertigen Eisens zugesetzt, welche
ausreichend löslich sind und die Stoffwechselaktivi
tät der denitrifizierenden Bakterien nicht hemmen.
Eisen(III)chlorid und Eisen(III)sulfat sind besonders
geeignet, aber man kann auch Salze des dreiwertigen
Eisens mit organischen Säuren, wie z. B. Essigsäure,
Propionsäure, Buttersäure oder Milchsäure verwenden.
Man kann eine oder auch mehrere Verbindungen des drei
wertigen Eisens gleichzeitig einsetzen.
Als Füllkörper, auf dessen Oberfläche der Biofilm
wächst und durch den erfindungsgemäßen Zusatz von
Verbindungen des dreiwertigen Eisens verfestigt wird,
kann man anorganische und/oder organische natürliche
oder speziell hergestellte partikelförmige Materialien
mit einer mittleren Korngröße von 0,1 bis 20 mm, vor
zugsweise 1 bis 5 mm, einsetzen. Bevorzugt verwendet
man Quarzsande, Glasperlen, Keramikkörper, Hydro
anthrazit, Aktivkohle, physikalisch-chemisch modi
fizierte Aktivkohle oder partikelförmige Polystyrol
formkörper, wie z. B. Hohlkugeln. Besonders bevorzugt
sind Aktivkohle und physikalisch-chemisch modifizierte
Aktivkohle.
Zur Durchführung des Verfahrens kann man einen Fest
bett- oder einen Schwebebettreaktor verwenden. Eine
bevorzugte Ausführungsform des Reaktors ist ein Fest
bettreaktor, da bei diesem Reaktortyp im allgemeinen
weniger Bakterien abgeschwemmt werden.
Der Füllkörper enthaltende Reaktor muß bei dem er
findungsgemäßen Verfahren in bekannter Weise "einge
fahren" werden, da die erwünschte Denitrifikationslei
stung erst nach Ausbildung eines ausreichend starken
Biofilms auf den Füllkörpern erreicht wird. Soweit
erforderlich, kann man die
denitrifizierenden Bakterien in bekannter Weise mittels
einer Anreicherungskultur gewinnen (H. G. Schlegel,
Allgemeine Mikrobiologie, 6. Auflage, 1985, Seite 305)
und bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einfahren
des Reaktors einsetzen. Grundwässer enthalten jedoch
in der Regel eine ausreichende Zahl an denitrifizieren
den Bakterien, welche sich während der Einlaufzeit
des Reaktors vermehren.
Die durch das erfindungsgemäße Verfahren erzielte
sehr geringe Resttrübung kann man noch dadurch weiter
minimieren, daß man das aus dem Reaktorbett austretende
Wasser über eine mindestens 25 cm hohe Schicht eines
gegenüber den Reaktorfüllkörpern spezifisch schwereren,
jedoch eine kleinere Korngröße aufweisenden körnigen
Materials leitet. Bei einer bevorzugten Ausführungs
form ordnet man in einem Festbettreaktor die Filter
schicht direkt unter der der Denitrifikation die
nenden Füllkörperschicht an. Als Filtermaterial eignet
sich Sand, man kann aber auch andere Filtermaterialien
wie z. B. Hydroanthrazit oder speziell hergestellte
Körper mit künstlichen aufgebrachten Rauhigkeiten
einsetzen. Wichtig ist dabei, daß die
der Denitrifikation dienende Schicht so lang ist und
man die Filtergeschwindigkeit so einstellt, daß die
zugegebene organische Substanz zur Nitratreduktion in
nerhalb dieser Schicht vollständig verbraucht wird,
und die untere Filterschicht nur noch der Abfiltration
von Mikroorganismen dient, die trotz der Eisenzugabe
nicht im Biofilm festgehalten werden.
Es wurde ferner gefunden, daß man bei der hetero
trophen biologischen Nitratentfernung nach dem er
findungsgemäßen Verfahren bevorzugt organische Stoffe
nur in einer solchen Menge dem Zulauf des Reaktors
zusetzt, daß keine vollständige Nitratentfernung er
folgt, und das partiell denitrifizierte Wasser einer
Nachbehandlung zuführt. Der Unterschuß an organischen
Stoffen hat zur Folge, daß man das partiell denitri
fizierte Wasser sowohl einer autotroph arbeitenden
Restdenitrifikationsstufe als auch einer aeroben Nach
reinigung im Boden oder auch einem Langsamfilter zu
führen kann. Diese bevorzugte Arbeitsweise ist ins
besondere für die Nitratentfernung aus Grundwasser
von Bedeutung.
Es wurde festgestellt, daß man durch die Nachschaltung
einer autotroph arbeitenden Restdenitrifikationsstufe
nach dem an sich bekannten Verfahren unter Verwendung
von schwefelbeladener Aktivkohle die Trü
bung unter die für Trinkwässer sonst üblichen Werte
absenken kann. Die Kombination der partiellen hetero
trophen Denitrifikation mit Dosierung von Verbindungen
des dreiwertigen Eisens mit dieser autotrophen Rest
denitrifikationsstufe hat dann die für die Praxis ent
scheidenden Vorteile, daß eine nahezu vollständige
Nitratentfernung bei so minimalen Trübungswerten mög
lich ist, daß keine weitere Filtrationsstufe mehr be
nötigt wird. In Sonderfällen ist es allerdings auch
hier erforderlich, noch mit einer zusätzlichen, in an
sich bekannter Weise unter der schwefelhaltigen Aktiv
kohle angeordneten Filterstufe zu arbeiten. Außerdem
kann es vorteilhaft sein, auch vor der autotrophen
Nachbehandlung noch einmal Verbindungen des dreiwer
tigen Eisens in einer Menge von 0,02 mg/l bis 1,0 mg/l,
berechnet als Fe3+, vorzugsweise 0,1 mg/l bis 0,2 mg/l,
berechnet als Fe3+, zuzugeben.
Soll eine aerobe Nachbehandlung des nur im heterotrophen
Teil des erfindungsgemäßen Verfahrens partiell denitri
fizierten Wassers vorgenommen werden, so wirkt sich die
Minimierung der Resttrübung sowohl auf die praktische
Durchführung einer Untergrundpassage als auch auf die
Verwendung eines Langsamfilters, das bei fehlenden
hydrogeologischen Voraussetzungen als oberirdische
aerobe Nachbehandlungsstufe eingesetzt werden kann, vor
teilhaft aus. Zur Infiltration genügen wegen der geringen
Feststoffgehalte einfache Schluckbrunnen, die unter die
sen Bedingungen nicht zur Verstopfung neigen. Die rest
liche aerobe Reinigung im Boden ist nach 2 bis maximal
10 Tagen Fließzeit beendet und das daraufhin geförderte
Wasser kann dann in der Regel ohne weitere Desinfektion
direkt verteilt werden. Möglich ist auch die Verwendung
von Infiltrationsbecken oder anderen Infiltrationsvor
richtungen. Eine Begrenzung der Verfahren besteht hier
wegen der geringen Resttrübstoffgehalte im denitrifi
zierten Wasser nicht mehr.
Anstelle der unterirdischen aeroben Nachbehandlung
kann in all den Fällen, in denen kein für die Infil
tration und Bodenpassage geeigneter Untergrund vor
handen ist, ein an sich bekanntes Langsamfilter ver
wendet werden, dessen Laufzeit zwischen zwei Reini
gungsperioden in an sich bekannter Weise auch durch
eine grobkörnige Auflage eines leichteren Materials
verlängert werden kann. Um die Gefahr der Algenbildung
bei dieser Vorgehensweise zu beseitigen, sind insbe
sondere die Einlaufvorrichtungen dieser Filter durch
geeignete Maßnahmen vor Lichteintrag zu schützen. Eine
einfache Möglichkeit dies zu erreichen, ist das Ver
legen der Versickerungsleitungen in den Bereich der
Auflage an grobkörnigem Material und eine Fahrweise,
bei der der Wasserspiegel nicht über dieses Material
hinweg angestaut wird.
Die Wirkungsweise und Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden aus den folgenden Beispielen er
sichtlich.
Zwei Aktivkohle enthaltende Festbettreaktoren mit einer
Schütthöhe von 1,5 m werden mit einem Wasser beschickt,
das 100 mg/l Nitrat enthält und dem zur heterotrophen
Denitrifikation 65 mg/l Essigsäure und 1,5 mg/l Phosphat
(als Trinatriumphosphat) kontinuierlich zugesetzt werden.
Dabei trat in dem hier untersuchten Fall nach einer
gewissen Einfahrperiode bei ungünstigem Betriebszustand
eine Nitritkonzentration von 18 mg/l im Reaktorablauf
auf.
Nach Zugabe von 0,1 mg/l Fe3+-Ionen in Form von 0,3
mg/l FeCl3 in den Reaktorzulauf, sank die Nitritkon
zentration innerhalb von 7-12 Tagen praktisch auf
Null ab. In Reaktor 1 wurde die Dosierung nach 20 Ta
gen abgebrochen, und es trat, wie die Abbildung 1
zeigt, wieder ein starker Anstieg der Nitritkonzen
tration ein.
Wie aus der Abbildung 2 ersichtlich ist, wurde im
Reaktor 2, bei dem die Eisendosierung nicht abge
brochen wurde, ein erneutes Auftreten störender
Nitritkonzentrationen unterbunden. Durch die Eisendo
sierung im Zulauf der heterotroph arbeitenden Aktiv
kohlereaktoren sank der Nitritgehalt von ca. 20 mg/l
auf Werte unter 0,1 mg/l im Ablauf. Die Trübung nahm
von etwa 2-6 Trübungseinheiten (12° Vorwärtsstreuung)
auf Werte um 1-1,5 Trübungseinheiten ab.
Den beiden heterotroph arbeitenden Aktivkohlereaktoren
wurde jeweils ein autotroph arbeitender Reaktor mit
schwefelbeladener Aktivkohle als Füllkörpermaterial
nachgeschaltet. Die aus Reaktor 1 nach Abbruch der
Eisendosierung auftretende Nitritbelastung wurde in der
autotrophen Stufe vollständig zu molekularem Stickstoff
reduziert. Der Nitratgehalt wurde
insgesamt auf Werte unter 2 mg/l reduziert. Mit der
nachgeschalteten autotrophen Stufe konnte außerdem eine
weitergehende Elimination der Trübung auf Werte unter
0,5 Trübungseinheiten (12° Vorwärtsstreuung) erreicht
werden. Mit der üblichen Trübungsmessung (90° Streu
licht, Formazinstandard) entspricht dies bei Bakterien
als Trübstoffen in der Regel Trübungswerten unter 0,1
TE/F und damit hinsichtlich der Trübung voll den An
forderungen an ein einwandfreies Trinkwasser.
Claims (10)
1. Verfahren zur biologischen Nitratentfernung aus
Wasser mittels nitratreduzierender Bakterien unter
für diese geeigneten Wachstumsbedingungen in einem
Füllkörper enthaltenden Reaktor,
dadurch gekennzeichnet,
daß man dem Zulauf des Reaktors Verbindungen des
dreiwertigen Eisens in einer Menge von 0,02 mg/l bis
1,0 mg/l, berechnet als Fe3+, vorzugsweise 0,1 mg/l
bis 0,2 mg/l, berechnet als Fe3+, zusetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Füllkörper anorganische und/oder orga
nische natürliche oder speziell hergestellte, par
tikelförmige Materialien mit einer mittleren Korn
größe von 0,1 bis 20 mm, vorzugsweise 1 bis 5 mm,
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Füllkörper-Material Quarzsand, Glasperlen,
Keramikkörper, Hydroanthrazit, Aktivkohle, chemisch
modifizierte Aktivkohle oder partikelförmige Poly
styrolformkörper verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Festbett- oder einen Schwebebettreaktor
verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das aus dem Reaktorbett austretende Wasser
über eine mindestens 25 cm hohe Schicht eines gegen
über den Reaktorfüllkörpern spezifisch schwereren,
jedoch eine kleinere Korngröße aufweisenden körnigen
Materials leitet.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Nitratentfernung heterotroph ausführt
und organische Stoffe nur in einer solchen Menge zu
setzt, daß keine vollständige Nitratreduktion erfolgt,
und man das Wasser anschließend einer Nachbehandlung
unterzieht.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Nachbehandlung eine Belüftung des Was
sers vornimmt und das belüftete Wasser in den Unter
grund infiltriert.
8. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Nachbehandlung in einem mit Schwefel be
ladene Aktivkohle als Füllkörper enthaltenden Reaktor
autotroph ausführt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß man dem Zulauf des Wassers in den Nachbehandlungs
reaktor Verbindungen des dreiwertigen Eisens in einer
Menge von 0,02 mg/l bis 1,0 mg/l, berechnet als Fe3+,
vorzugsweise 0,1 mg/l bis 0,2 mg/l, berechnet als
Fe3+, zusetzt.
10. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man eine aerobe Nachbehandlung in einem Filter
mit einer Schichtdicke von mindestens einem Meter
und einer Korngröße des Filtermaterials kleiner 0,5 mm
mit einer Durchsatzgeschwindigkeit von maximal 0,5 m/h
ausführt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863603123 DE3603123A1 (de) | 1986-02-01 | 1986-02-01 | Verfahren zur biologischen nitratentfernung aus wasser mit minimierter nachbehandlung des denitrifizierten wassers |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863603123 DE3603123A1 (de) | 1986-02-01 | 1986-02-01 | Verfahren zur biologischen nitratentfernung aus wasser mit minimierter nachbehandlung des denitrifizierten wassers |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3603123A1 true DE3603123A1 (de) | 1987-08-06 |
Family
ID=6293170
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863603123 Ceased DE3603123A1 (de) | 1986-02-01 | 1986-02-01 | Verfahren zur biologischen nitratentfernung aus wasser mit minimierter nachbehandlung des denitrifizierten wassers |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3603123A1 (de) |
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