DE369818C - Verfahren zum Schutze gewisser Konstruktionsteile an Apparaten, die wenigstens zwei Fluessigkeitsraeume enthalten und aus verschiedenen Metallen aufgebaut sind, gegen elektrolytische Zerstoerungen - Google Patents
Verfahren zum Schutze gewisser Konstruktionsteile an Apparaten, die wenigstens zwei Fluessigkeitsraeume enthalten und aus verschiedenen Metallen aufgebaut sind, gegen elektrolytische ZerstoerungenInfo
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Description
Gegenstand: ider Erfindung ist ein Verfahren
zum Schutz gewisser Konstruktionsteile an Apparaten, die wenigstens zwei Flüssigkeitsräutne
enthalten und aus verschiedenartigen Metallen aufgebaut sind, gegen elektrolytische
Zerstörungen.
Es ist erkannt worden, daß gewisse Zerstörungen
im Innern von Kühlröhren von Wärmeaustauschapparaten, Kondensatoren
u. dgl., also im Bereich des einen flüssigen Mediums auf galvanische Ströme niedriger
Spannung zurückzuführen sind, die ihre Entstehung der Potentialdifferenz verdanken, die
im Räume des andern Mediums zwischen der Außenoberfiäche der Rohre einerseits und benetzten
Eisenteilen anderseits auftritt.
Solche Potentialdifferenzen sind bei Verwendung verschiedenartiger Metalle nicht zu
vermeiden. Die daraus entstehenden Ströme sind, wenn sie Gelegenheit haben in ausgedehnte
Elektrodensysteme, wie beispielsweise ein aus Röhren zusammengesetzter Wärmeaustauschapparat
darstellt, einzutreten, sehr gefährlich, weil infolge von Polarisationsund Depolarisationserscheinungen die versohiedenen
Stellen der als Elektroden wirksamen Rohrteile sehr ungleich gefährdet werden können, was zur Konzentration der ganzen
elektrolytischen Aktion an bestimmten Stellen und zu rascher Zerstörung dieser führen
kann.
Abb. ι dient zur Erläuterung dieser Verhältnisse
beispielsweise an Hand der üblichen Bauart von Oberflächenkondensatoren. Die messingenen Kiihlröhren 1 {von denen nur
eine gezeichnet ist) sind abgedichtet mittels Gummidichtung 2 in messingenen Rohrboden
3, die mit dem eisernen Kondensator-
mantel 4 bei 5 vernietet sind. 6 ist eine eiserne Rohrtragwand im Innern des Kondensators.
Der Dampfraum muß, weil darin der Dampf kondensiert wird, ebenfalls als Flüssigkeitsraum angesprochen werden. Das Kondensat
sei durch einen geringen Salzgehalt verunreinigt, also elektrisch leitend gemacht. Die Berührungsstelle
7 zwischen Rohr und Tragwand ist nach einiger Betriebszeit nicht metallisch, denn die Tragwand und deren Bohrungen sind
sehr bald mit einem Rostüberzug bedeckt, der rein metallischen Kontakt verhindert und nur
als Träger des Elektrolyten leitend ist. Rohr bzw. Rohrbündel einerseits, Tragwand und
Mantel anderseits bilden also die Elektroden eines galvanischen Elements, dessen Stromweg
derjenige der gestrichelten, mit Pfeilen versehenen Linie ist. Das Rohrbündel wird
anodisch bezüglich des Zirkulationswassers im Raum 10 und ist damit Korrosionen ausgesetzt.
Die bisher üblichen Zink- und Eisenprotektoren wirken in der Weise, daß sie die schädliehe
Wirkung solcher Ströme zum Teil wenigstens von den Rohrteilen fernhalten durch Konzentrierung der zerstörenden elektrolvtischen
Aktion auf die Protektoren selbst. Der Schutz ist jedoch meist ein unvollkommener.
Durch das neue Verfahren, das Gegenstand vorliegender Erfindung bildet, wird ein viel
sicherer Schutz dadurch erreicht, daß Potentialdifferenzen, die zwischen aus verschiedenen
Metallen bestehenden Konstruktionsteilen bei ihrer Berührung mit einer Flüssigkeit als
Elektrolyt entstehen, durch 'gutleitende, haltbare Kurzschlußvorrichtungen zwischen diesen
als galvanische Elektroden wirkenden Metallteilen selbst zum Ausgleich gebracht werden.
Dadurch wird das Austreten von Strömen in weitere durch in anderen Räumen befindliche
Flüssigkeiten und durch dortige Konstruktionsteile gebildete Stromkreise und daraus
folgende elektrolytische Zerstörungen vermieden. Galvanoelektrische Zerstörungserscheinungen
am unedleren Metall in dem ersten Räume selbst sind damit natürlich nicht
ausgeschaltet; sie treten am stärksten auf da. wo die beiden verschiedenartigen Metalle sich
am nächsten kommen, also an den Stoßstellen und in der Nähe der Kontaktstellen der Kurzschlußvorrichtungen.
Sie können daselbst durch auswechselbare Verstärkungsteile der aus dem unedleren Metall bestehenden, gefährdeten
Konstruktionsteile aufgenommen werden.
In Abb. 2 ist beispielsweise ein Kondensator dargestellt, in welchem das erfinderische '
Verfahren angewendet wird. Die Kühlrohre bestehen, wie nach Abb. 1, aus Messing. Die
Stoßstelle verschiedenartiger Metalle ist durch Wahl der Tragplatte aus Messing (statt wie
in Abb. 1 aus Eisen) von Stelle 20 nach Stelle 21 verlegt, wo die mit dicker Linie angegebene
Verbindung eine durch Verlötung erwirkte Kurzschlußvorrichtung bedeutet. Anstatt der
direkten Verlötung an der Stoßstelle könnte auch eine mit beiden Metallen verlötete Verbindungsleitung
angebracht werden. 22 ist die Verstärkung, welche bestimmt ist, die galvanoelektrischen
Anfressungen aufzunehmen. 23 ist eine gutleitende Kurzschlußvorrichtung des Mantels 24 einerseits mit Rohrboden 25
und anderseits von diesem mit dem Deckel 26. Da diese Stelle außerhalb des Wasserraumes
liegt, genügt hier als haltbare Verbindung eine Verschraubung. Es werden sich lediglich die
durch die punktierten Linien mit Pfeilen angedeuteten kreisförmigen Strombahnen ausbilden.
Alle übrigen Metallteile, insbesondere alle Rohre sind stromlos.
Allerlei Kurzschlußvorrichtungen sind wohl schon von mancher Seite vorgeschlagen worden,
es fehlte aber die wesentliche Erkenntnis, daß die elektrolytischen Zerstörungserschei- ·>
nungen am edleren Metalle des einen Flüssigkeitsraumes auf Ströme zurückzuführen sind,
die in einem andern Flüssigkeitsraum ihren Ursprung haben, und deshalb fehlte auch die
konsequente Durchbildung zweckentsprechender Kurzschlußvorrichtungen. Man begnügte
sich damit, Konstruktionsteile, die man schützen wollte, ohne Rücksicht auf den Entstehungsort
eventueller Ströme durch Kurzschlußvorrichtungen aus einem angenomme-η en Stromweg auszuschalten, während das
vorliegende Verfahren darin besteht, solche Ströme unmittelbar an ihrer Entstehungsstelle
zu fassen und durch Kurzschlußvorrichtung unschädlich zu machen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Schütze gewisser Konstruktionsteile an Apparaten, die wenigstens zwei Flüssigkeitsräume enthalten und aus verschiedenen Metallen aufgebaut sind, gegen elektrolytische Zerstörungen, dadurch gekennzeichnet, daß Potentialdifferenzen, die zwischen aus verschiedenen Metallen bestehenden Konstruktionsteilen bei ihrer Berührung mit einer Flüssigkeit als Elektrolyt entstehen, durch gutleitende, dauernd haltbare Kurzschlußvorrichtungen zwischen diesen Metallteilen "5 selbst ausgeglichen werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH369818X | 1919-08-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE369818C true DE369818C (de) | 1923-02-23 |
Family
ID=4513425
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW53657D Expired DE369818C (de) | 1919-08-02 | 1919-10-23 | Verfahren zum Schutze gewisser Konstruktionsteile an Apparaten, die wenigstens zwei Fluessigkeitsraeume enthalten und aus verschiedenen Metallen aufgebaut sind, gegen elektrolytische Zerstoerungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE369818C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE847011C (de) * | 1932-08-17 | 1952-08-18 | Richard Lawrence Parish | Waermeisolierung |
-
1919
- 1919-10-23 DE DEW53657D patent/DE369818C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE847011C (de) * | 1932-08-17 | 1952-08-18 | Richard Lawrence Parish | Waermeisolierung |
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