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Drehbare Trommel zum Ausscheiden von Blättern und sonstigen Schwimmseln.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine drehbare Vorrichtung -zur Ausscheidung
von in fließendem Wasser treibenden Blättern und anderem Schwemmsel. Sie besteht
im wesentlichen aus einer rechenartigen Drehtrommel, deren Achse mit der Wasserströmung
gleichläuft, und aus einem Sammelraum für die ausgeschiedenen Stoffe. Die-stromaufwärts
mit kegelförmigem Boden versehene Rechentrommel liegt gänzlich im Oberwasser, wo
sie vor einer Durchbrechung des Wehrs durch geeignete Antriebmittel in Drehung versetzt
wird. Auf ihrer sich abwärts drehenden Längsseite ist die Trommel von einer bis
unter Wasser ragenden, den Sammelraum bildenden Drumme umschlossen. Die aus der
Trommel in die Drumme gerichtete Wasserströmung löst die außen auf der Rechentrommelwand
haftenden Schwemmsel ab und spült sie in der Drumme fort. Hierdurch wird die Rechentrommel
immer von neuem gereinigt. Um Störungen durch größere Schwemmkörper zu verhüten,
ist der Boden der Drumme nach unten nachgiebig angeordnet,- so daß die hindernden
Körper im Oberwassergraben nach unten befördert werden können.
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Auf der Zeichnung ist die Anordnung der Rechentrommel in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt. Abb. i zeigt die Gesamtanlage in der Ansicht von oben. Abb. 2 ist ein
wagrechter Schnitt durch einen Teil der Trommel und den Sammelraum. Abb. 3 ist die
Ansicht von der rechten Seite, wobei einzelne Teile im Schnitt, andere in Ansicht
dargestellt sind und die rechte Mauer ausgespart ist, um die Trommel selbst, das
Wehr und den Sammelraum zu zeigen. Abb. 4 ist die Ansicht des stromabwärts gelegenen
Endes der Trommel und des Wehrs.
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Das das Oberwasser vom Unterwasser trennende, zwischen den Mauern
2 und 2' des Werkkanals eingebaute Wehr i ist mit einer großen kreisförmigen Durchbrechung
3 versehen, in die das stromabwärts gerichtete Ende il (Abb. 2) der Rechentrommel
12 ragt und in der es durch einen Ring 9 aus Leder o. dgl. abgedichtet ist. Das
Oberwasser- steht ferner durch eine rechteckige Aussparung ¢ im Wehr i mit der Sammelkammer
6 in Verbindung (Abb. 2), in der die ausgeschiedenen Schwemmsel zurückgehalten werden.
Ihre dauernde oder zeitweilige Entfernung erfolgt durch einen Schieber 5 oder einen
Deckel 7 (Abb. i).
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Die Längsstäbe 15 der Rechentrommel i2 sind mittels eines sternförmigen
Tragegerüstes 14 auf einer Welle 13 befestigt. Auf den Armen des Gerüstes
14 sind eine Anzahl Schaufeln 16 befestigt, die durch Klammern 17 in bestimmter
Neigung festgehalten werden. Die Welle 13 wird von zwei Lagerböcken 18 getragen
und durch einen oder mehrere Stellringe i9 gegen Verschiebung durch den Wasserdruck
festgehalten.
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An die rechteckige Durchbrechung 4 der Wehrmauer i schließt die sich
längs der Trommel erstreckende Drumme 24 an, die unter Wasser ragt und gegen die
Trommel offen ist, während ihr stromaufwärts gerichtetes Ende durch eine dem Umfange
der Trommel angepaßte Wand 25 verschlossen ist. An dem festen Teil des Bodens 2o
der Drumme ist mittels Gelenke 23 o. dgl. eine abwärts schwingbare Planke 21 angebracht,
deren abgeschrägter Rand 22 die kreisförmigen Stäbe der Trommel 12 fast berührt.
Die Durchbrechung 4 der Wehrmauer führt die Schwemmstoffe in die im Unterwasser
liegende, durch die Wand 23 abgeschlossene und bis zum Kanalboden reichende Sammelkammer
6 (Abb. 3), die mit dem Unterwasser durch ein vom Rahmen 26 und den Stäben 26' gebildetes
Gitter in Verbindung steht.
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Die Vorrichtung wirkt in folgender Weise. Das in das Innere der Trommel
durch die Rechenwände eintretende Wasser setzt auf dem Umfange des Gitters die mitgeführten
Schwemmkörper ab, *die die Wasserströmung andrückt. Das Wasser kann durch die Durchbrechung
3 des Wehrs nicht frei abfließen, sondern wirkt auf die schrägen Schaufeln 16, die
die Trommel zur Drumme hin in Drehung
versetzen. Hierbei werden
die an der Rechenwand der Trommel haftenden Körper mitgenommen und von oben in die
Drumme befördert. Die aus dem Inneren der Trommel in die Drumme gerichtete Wasserströmung
löst die anhaftenden Schweramsel ab und schwemmt sie in die Sammelkammer 6, wo sie
von dem Gitter 26 zurückgehalten und nach Bedarf entfernt werden. Bei großem Wasserüberschuß
kann man den Schieber 5 dauernd ziehen, um die Schwemmkörper nach außen abzuleiten.
Die erwähnte Strömung entsteht deshalb, weil das Wasser durch das Schaufelrad am
normalen Abfluß gehindert ist und darum der Wasserspiegel im Innern der Siebtrommel
etwas höher liegt als in der Drumme. Das Offnen des' Schiebers 5 oder des Deckels
8 kann auch selbsttätig durch Vermittlung von Gliedern erfolgen, die durch die Welle
'i3 oder durch vom Wasser oder einer anderen Kraftquelle angetriebene Bewegungsmittel
in Zeitabschnitten eingestellt werden. .
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Ferner kann einQ - nicht dargestellte - Vorrichtung vorgesehen sein,
die während des Ganges der Anlage die Neigung der Schaufeln =6 regelt. Sie hat den
Zweck, den Querschnitt der zwischen den Schaufeln befindlichen Durchlässe der Durchflußmenge
des Kanals- anzupassen.
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Die gelenkige Befestigung der Planke 21 hat zur Wirkung, daß der freie
Durchgang von sperrigen Körpern größeren Umfanges möglich ist, die sich zwischen
der Drumme und der Trommel 12 festsetzen könnten. Der Druck .des Wassers -auf ihre
untere Fläche und der Auftrieb der hölzernen Planke 21 halten sie während des Betriebes
der Anlage in wagrechter Stellung. Die Planke kann auch durch ein nachgiebiges Band
aus beliebigem Stoff ersetzt sein, das im Wasser durch mechanische oder andere Mittel,
wie Gegengewichte, Schwimmer, Federn o: dgl., gestützt wird.
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Um den Durchlaß des Oberwassers in das Unterwasser zu gestatten, sobald
die Vorrichtung außer Betrieb ist, kann der stromaufwärts gerichtete Boden des drehbaren
Gitters lösbar sein und zu diesem Zweck aus einem einfachen Deckel aus Blech o.
dgl. gebildet und so eingerichtet werden, daß er sich ohne weiteres gegen das betreffende
Ende des Gerüstes des Gitters 12 legt. Während des Betriebes der Trommel wird er
durch seinen Eingriff und. durch den Druck des Wassers in seiner Lage gehalten.
Wenn der Deckel abgezogen worden ist, um den Durchfluß des Wassers freizugeben,
wird er an 'dem oberen Lager 18 befestigt, nachdem er auf der Welle 13 verschoben
worden ist, die in Richtung nach stromaufwärts in entsprechendem Maße verlängert
ist, während das Lager 18 in größerem Abstande angebracht ist.
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Es kann unter Umständen auch vorteilhaft sein, die von den Schaufeln
16 gebildete Schraube auf einer Welle anzuordnen, die unabhängig von der des Gitters
12 ist. Diese Schraube treibt dann das Gitter durch Vermittlung eines Satzes Zahnräder
unter Übersetzung ins Langsame an. Diese Anordnung gestattet, die Umfangsgeschwindigkeit
des Gitters 12 unter gleichzeitiger Erhöhung der Drehkraft zu vermindern.
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Schließlich kann man auch, um die Vorrichtung geeignet zu machen,
trotz der größten Änderungen in der Menge des durchhießenden Wassers richtig zu
arbeiten, die Schraube unter dem Wasserdruck stromabwärts verschiebbar machen, indem
sie durch eine die Welle umgebende Feder gestützt und in ihrer gewöhnlichen Stellung
gehalten wird.