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DE367677C - Verfahren zum Loesen und Verzuckern von Zellulose - Google Patents

Verfahren zum Loesen und Verzuckern von Zellulose

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Publication number
DE367677C
DE367677C DEV15932D DEV0015932D DE367677C DE 367677 C DE367677 C DE 367677C DE V15932 D DEV15932 D DE V15932D DE V0015932 D DEV0015932 D DE V0015932D DE 367677 C DE367677 C DE 367677C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
acid
percent
acids
hydrochloric acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEV15932D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
KARL LUEDECKE DR
VER CHEMISCHE WERKE AKT GES
Original Assignee
KARL LUEDECKE DR
VER CHEMISCHE WERKE AKT GES
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by KARL LUEDECKE DR, VER CHEMISCHE WERKE AKT GES filed Critical KARL LUEDECKE DR
Priority to DEV15932D priority Critical patent/DE367677C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE367677C publication Critical patent/DE367677C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L1/00Compositions of cellulose, modified cellulose or cellulose derivatives
    • C08L1/02Cellulose; Modified cellulose

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

  • Verfahren zum Lösen und Verzuckern von Zellulose. Es ist bekannt, daß man isolierte Zellulose ebenso wie zellulosehaltige Stoffe, wie Holz u. dgl., durch Einwirkung hochkonzentrierter anorganischer Säuren,. z. B. Schwefelsäure, Salzsäure, lösen kann und daß in diesen Lösungen durch längeres .Stehen oder Erhitzen Zucker gebildet -wird. Dagegen bewirken organische (Säuren nicht eine derartige Lösung der Zellulose. Es wurde nun die überraschende Beobachtung .gemacht, daß organische iSäuren, die natürlich nicht völlig wasserfrei sein dürfen, da sonst Zelluloseester entstehen können, in Gegenwart anorganischer Säuren eine Lösung der Zellulose .hetbeizuführen vermögen. Aus diesen Lösungen wird durch Verdünnen mit Wasser die Zellulose wieder ausgefällt. Erwärmt man aber die Lösungen oder läßt sie längere Zeit stehen, so findet eine Verzuckerung.der gelösten Zellulose statt. Man. kann in dieser Weise leicht 8o Prozent und mehr der Zellulose an Zucker erhalten. Die Menge der den organischen Säuren zuzusetzenden anorganischen Säuren ist verhältnismäßig gering. Ein Vorteil der Verwendung (des Gemisches organischer Säuren und anorganischer Säuren besteht -darin, .daß schädliche Nebenreaktionen, welche durch die anorganischen Säuren herbeigeführt werden, fehlen oder wesentlich eingeschränkt werden. Außerdem können die Säuren, soweit sie flüchtig sind, leicht durch Destillation entfernt und wiedergewonnen wenden, während bei der Verwendung von anorganischen :Säuren für sich allein große Mengen dieser Säuren an.-gewendet werden müssen, die verlorengehen, denn, z. B. ruß (bei der Verwendung von Schwefelsäure diese nach der Verzuckerung mit Kalk ausgefällt werden. Bei der Anwendung von Salzsäure zur Verzuckerung ruß man eine sehr hoch konzentrierte Salzsäure verwenden, deren Wiedergewinnung technisch Schwierigkeiten macht, idie bisher noch nicht überwunden sind. Dagegen werden nach dem vorliegenden Verfahren die anorganischen Säuren in so geringer .Menge und so geringen Konzentrationen angewendet, .daß sie, soweit sie flüchtig sind, :wie Salzsäure sich leicht durch Destillation mit der organischen Säure wiedergewinnen lassen, soweit aie nicht flüchtig sind, wie Schwefelsäure, bietet das nur geringe Quantum der anorganischen Säure, welches verlonengeht, einen großen Vorteil gegenüber dem bisherigen Verfahren. Man wird im allgemeinen, je nachdem man Verzuckerung oder Lösung .der Zellulose beabsichtigt, flüchtige oder nicht flüchtige organische Säuren anwenden. Bei der Verzuckerung -der Zellulose will man den Zucker als solchen zurückbehalten und die Säuren möglichst quantitativ in konzentrierter Form wiedergewinnen, und das geschieht leicht bei Verwendung von flüchtigen organischen Säuren in Verbindung .mit Salzsäure. Will man aber nur Lösungen von Zellulose herstellen, um- die Zellulose aus diesen Lösungen als solche in Form von Fäden oder zusammenhängenden Häuten wiederzugewinnen, so wird man vorteilhaft nicht oder :schwer destillierbare Säuren anwenden. Man hat dann nur nötig, die verdünnte wäßrige Lösung, welche beim Eingießen der zellulosehaltigen organischen Säure im Wasser verbleibt, zu konzentrieren, was vorteilhaft im Vakuum geschieht, um die angewendete Säure quantitativ wieder zurückzuerhalten.
  • Die Einwirkung des Gemisches organischer und anorganischer Säuren kann bei gewöhnlichem, vermindertem oder erhöhtem Druck stattfinden.
  • Die Menge der zuzusetzenden anorganischen Säuren: kann schwanken. Man verwendet im allgemeinen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr als 15 bis 2o Prozent.
  • Beis.piell: ioo g Zellulose (Filterpapier) werden mit 75o ccm gewöhnlicher technischer Ameisensäure 85prozentig, die io Prozent Salzsäuregas gelöst enthält, übergossen. Nach wenigen Stunden löst sich die Zellulose in dieser Säure klar auf. Verdünnt man diese Lösungen mit Wasser, so fällt die Zellulose wieder aus. Aus der entstehenden wäßrigen Lösung kann man durch Destillation die Ameisensäure leicht wiedererhalten.
  • Beispiel II: Zoo g Zellulose (Filtrierpapi.er) werden mit 130 ccm 85prozentiger technischer Ameisensäure, die i i Prozent Salzsäure enthält, übergossen.
  • Nach einigen Stunden ist die Zellulose vollständig gelöst.
  • Nach im ganzen 12stündigem Stehen erwärmt man diese Lösung einige Stunden auf 45°. Die vorher dickflüssige Lösung wird dünnflüssig. Man destilliert nun im Vakuum die Ameisensäure mit .der Salzsäure ab. Der zurückbleibende zähe Sirup, der in der Kälte fast fest wird, wird in Wasser gelöst und in etwa i prozentiger Salzsäurelösung unter Rückfluß einige Stunden gekocht, um die durch die Einwirkung der Säuren auf die gebildete Glukose entstandenen Kohlehydrate (Isomaltos-e und Dextrine usw.) in Glukose zu verwandeln. Die so erhaltene Lösung ist nach Abstumpfen der Säure direkt gärungsfähig und enthält 8o bis 85@Prozent der angewendeten Zellulose in Form von vergärbarem Zucker.
  • :Beispiel III: roog Sägespäne werden mit 140 ccm technischer Ameisensäure, die 10,5 Prozent Salzsäuregas enthält, übergossen. Die Sägespäne färben sich bald- schwarz. Zur besseren Einwirkung der Säure rührt man den dicken Brei einige Stunden. Er ,wird dann dünnflüssiger. Nach etwa i 5stündigem .Stehen erhitzt man die Reaktionsmasse einige .Stunden auf 47°, am besten auch unter Rühren, um die .durch die Holzsubstanz eingeschlossene Zellulöse zur Reaktion zu bringen. Die Lösung wird ganz dünnflüssig. Man destilliert im Vakuum bei etwa 40° die Ameisensäure ab, kocht den zurückbleibenden schwarzen Rückstand mit Wasser, evtl. unter Zusatz von etwas Salzsäure, so daß die Lösung etwa i bis 2 Prozent Säure enthält, einige Stunden, um gebildete, zusammengesetzte Kohlhydrate in Glukose zu verwandeln.
  • Nach dem Neutralisieren Ader Sal!zsä'ure ist die entstehende Lösung direkt gärungsfähig. Man erhält bei der Gärung etwa 25 Prozent von den angewenAeten Sägespänen Äthylalkohol entsprechend 50 Prozent Glukose.
  • Beispiel IV: 2o g Zellulose werden mit 150 ccm technischer Ameisensäure, die 12 Prozent konzentrierte Schwefelsäure enthält, übergossen und wie in den vorhergehenden Beispielen behandelt. Nach. dem A bdestillieren der Ameisensäure wird die zurückbleibende Masse in Wasser aufgenommen und unter Rückfluß gekocht. Man kann dann die Schwefelsäure iz. B. idurch Kalk ausfällen. Die entstehende Lösung ist dann auch gärungsfähig .und enthält etwa 50 Prozent der angewendeten Zellulose als Zucker.
  • Beispiel V: 5o g Zellulose werden mit 350 ccm 85prozentiger Essigsäure, die 15, Prozent Salzsäuregas enthält, übergossen. Der Ansatz verhält sich genau wie der ider früheren Beispiele und wird ebenso aufgearbeitet. Es. bilden sich hierbei etwa 45 Prozent Zucker aus der angewendeten Glukose.
  • Beispiel VI Zoo g Sägespäne werden mit einem Gemisch von 500 ccm einer 8oprozentigen Ameisensäure; die 16 Prozent Salzsäuregas enthält, übergossen und nach etwa einstündigem Stehen 6 Stunden bei gewöhnlicher Temperatur gerührt. Man erhitzt dann weitere 6 Stunden unter Rühren auf 47°. Die :bei gewöhnlicher Temperatur in Lösung gegangene Zellulose wird hierdurch verzuckert, und die Lösung wird dünnflüssig. Man destilliert dann im Vakuum bei etwa 6o° das Gemisch von Ameisensäure und Salzsäure ab. .Den Rückstand versetzt man, .um die darin etwa noch zurückgehaltene Ameisensäure wiederzugewinnen, mit etwas verdünnter (5o ccm 2prozentiger) Schwefelsäure und destilliert ,das zugesetzte Wasser wieder bei 5o° im Vakuum ab. Der Rückstand wird dann mit Wasser aufgenommen und einige Stunden gekocht, um etwa gebildete höhere Kbh lehydrate in Glukose zu verwandeln. Nach dem Neutralisieren .der Lösung ist das Gemenge gärungsfähig. Man erhält nach ider Vergärung , aus der Maische etwa 5o ccm Rohspiritus entsprechend ungefähr ioo g Glukose.
  • Beispiel VII: Zoo g Sägespäne werden wie in Beispiel VI mit 5ooccm eines Säuregemisches übergossen, welches man gewinnt, indem man in 75prozentige Ameisensäure 2o g 'Salzsäuregas einleitet. Die Behandlung dieses Ansatzes geschieht genau wie in Beispiel VI. Nach dem Abdestillieren -der Säure und Destillieren mit verdünnter Schwefelsäure wird der zurückbleibende feste Rückstand mit Wasser ausgelaugt, die Lösung unter Rüekfluß gekocht und dann mit Kalziumkarbonat kochend neutralisiert. .Man filtriert dann von dem Niederschlag ab. Die entstehende Zuckerlösung wird nun entweder vergoren oder, wenn man den Zucker gewinnen will, ,zum Sirup eingedampft. Man erhält dann entweder etwa 23 Prozent Alkohol bezogen auf die angewendeten Sägespäne oder ioo g Zucker.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUCH .Verfahren rzum Lösen und Verzuckern von Zellulose, dadurch gekennzeichnet, daß, man Zellulose oder zellulosehaltige .Stoffe mit einer wasserhaltigen Mischung anorganischer und organischer Säuren, in denen die anorganischen Säuren ihrer Menge nach gegen die organischen ourückstehen, behandelt.
DEV15932D 1920-10-15 1920-10-15 Verfahren zum Loesen und Verzuckern von Zellulose Expired DE367677C (de)

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DEV15932D DE367677C (de) 1920-10-15 1920-10-15 Verfahren zum Loesen und Verzuckern von Zellulose

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DE367677C true DE367677C (de) 1923-01-25

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DEV15932D Expired DE367677C (de) 1920-10-15 1920-10-15 Verfahren zum Loesen und Verzuckern von Zellulose

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