DE3644115A1 - Einrichtung zur beschichtung von turbomaschinen-bauteilen, insbesondere schaufeln - Google Patents
Einrichtung zur beschichtung von turbomaschinen-bauteilen, insbesondere schaufelnInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Es ist bekannt, Turbomaschinenbauteile, z. B. Turbinenschaufeln, mit
Schutzschichten, insbesondere Heißgaskorrosionsschichten, zu versehen.
Bei den Einrichtungen dieser Art werden die betreffenden Bauteile in
Beschichtungskästen angeordnet, in die ein für den jeweiligen Anwen
dungszweck geeignetes Beschichtungspulver eingebracht wird, aus dem die
Beschichtung unter Beiziehung eines geeigneten Gases und unter vorgege
bener Temperatureinwirkung im Diffusionsverfahren gewonnen wird.
Dabei bereitet es Schwierigkeiten, Bauteilabschnitte, die keiner Be
schichtung unterworfen werden sollen, einwandfrei gegenüber dem behäl
terinternen Beschichtungsprozeß abzuschirmen bzw. abzudecken. Ein
örtliches Abdeckerfordernis ergibt sich dadurch, daß die betreffenden
Bauteile oftmals örtlich extrem unterschiedlichen mechanischen und
thermischen Belastungen im Betrieb ausgesetzt sind, d. h., eine bestimm
te Bauteilsektion darf hinsichtlich der betrieblich vorgegebenen Ge
staltung und Werkstoffstruktur nicht vom Beschichtungsprozeß beein
trächtigt werden, der wiederum entlang einer übrigen Bauteilstruktur
verlangt wird.
Am Beispiel einer Turbinenschaufel bedeutet dies, daß der Schaufelfuß
als der hinsichtlich betrieblicher Zug- und Schwingungsbelastungen
besonders gefährdete Teil der Schaufel keiner Versprödungsgefahr aus
dem Beschichtungsprozeß ausgesetzt werden darf.
Zusätzlich zu den genannten Kriterien soll eine örtliche Bauteilabdec
kung den Beschichtungsaufwand auf das absolut notwendige Maß zu
beschränken helfen.
Ein weiteres Problem hinsichtlich der örtlichen Bauteilabdeckung ergibt
sich aus der häufig anzutreffenden geometrisch komplexen Bauteilgestal
tung.
Im Rahmen schon untersuchter Einrichtungen der besprochenen Art berei
tet auch die Bauteilhalterung Schwierigkeiten, um gleichzeitig bezüg
lich örtlicher Beschichtung und Abdeckung auf der sicheren Seite liegen
zu können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung nach der
eingangs genannten Art anzugeben, mit der eine betrieblich zuverlässige
einfachst handhabbare örtliche Bauteilabdeckung und -beschichtung ge
schaffen wird.
Die gestellte Aufgabe ist mit den Merkmalen des Kennzeichnungsteils des
Patentanspruches 1 erfindungsgemäß gelöst.
Erfindungsgemäß kann das Bauteil einfachst derart über eine Öffnung in
die Abdeckkammer eingeschoben werden, daß die nicht zu beschichtende
Bauteilsektion einwandfrei abgedeckt und somit keinen Einflüssen aus
dem örtlichen Beschichtungsprozeß ausgesetzt ist. Der Hohlraum der Ab
deckkammer, in dem die nicht zu beschichtende Sektion, z. B. ein Schau
felfuß, angeordnet ist, ist mit einem sogenannten "Abdeckpulver", ins
besondere aus Aluminiumoxid (Al2O3), gefüllt; das Abdeckpulver stellt
eine den Schaufelfuß vor Beschichtungsgasen schützende Dichtungspackung
dar. Eine Einfüllöffnung für das Abdeckpulver muß vor Beginn des Be
schichtungsprozesses verschlossen sein.
Eine möglichst glattwandige, dicht sitzende Konturierung gegenseitiger
Flächen des Bauteils und einer zugehörigen Kammerwand begünstigt die
örtliche Bauteilabdeckung. Bauteil und Abdeckkammer können aufeinander
abgestimmt gestaltet werden, um die örtlichen Beschichtungs- und Ab
deckkriterien optimal zu erfüllen. Die Erfindung ist ferner besonders
gut geeignet, um eine verhältnismäßig große Anzahl gleichgeformter
Bauteile, z. B. einen kompletten Satz an Turbinenlaufschaufeln einer
Turbinenstufe, zu beschichten und gleichzeitig fußseitig abzudecken.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Patent
ansprüchen 2 bis 14.
Anhand der Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise weiter erläu
tert, es zeigt
Fig. 1 - einen Teilschnitt eines Beschichtungsbehälters oder
-kastens der Einrichtung einschließlich einer fußseitig
abgedeckt in einer Abdeckkammer sitzenden Turbinenlauf
schaufel und
Fig. 2 - einen Komplettschnitt einer weiteren Behälterausführung
der Einrichtung mit einer beidendseitig in bzw. an Kam
mern abgedeckt gehalterten Turbinenschaufel.
Die erfindungsgemäße Einrichtung weist einen Beschichtungsbehälter 1
(Fig. 1) auf, in welchen das Bauteil, hier z. B. eine Turbinenlaufschau
fel 2, eingesetzt ist. Der nicht zu beschichtende Bauteilabschnitt ist
im vorliegenden Beispiel der Schaufelfuß 4, der durch fußseitiges Ein
setzen in eine Abdeckkammer 3 gegenüber dem Behälterinnenraum 5 (Be
schichtungszone) abgedeckt bzw. abgeschirmt ist. Nach erfolgtem Einsetzen
wird die Abdeckkammer 3 mit einem geeigneten Abdeckpulver, z. B. Al2
03-Pulver, möglichst kleiner Teilchengröße, gefüllt und darauf die be
treffende obere Einfüllöffnung der Kammer 3 mit einem Abdeckblech 6
verschlossen.
Ausgehend davon, daß die Turbinenlaufschaufel 2 gleichzeitig infolge
Einsetzens und Abdeckens auch in einer für die Beschichtung geeigneten
Position im Behälter 1 angeordnet worden ist, kann der Behälter mit
einem Deckel 7 verschlossen werden.
Der Behälterinnenraum 5 enthält ein geeignetes Beschichtungspulver zur
Erzeugung einer Heißgaskorrosionsschicht am Schaufelblatt sowie an der
zugehörigen Fußplatte 7′ der Laufschaufel 2. Die Zusammensetzung des
Beschichtungspulvers ist von der Art der zu erzeugenden Schicht abhän
gig; sei es, ob eine sogenannte "Alitierung" oder z. B. "Inchromierung"
beabsichtigt ist.
Grundsätzlich besteht das Beschichtungspulver aus einem
sogenannten "Donator", der die nachstehend genannten Elemente,
z. B. Al, AlSi oder AlTi beinhaltet und beim Prozeß Al abson
dert sowie ferner aus einem Füllstoff (Al2O3) und einem
Aktivator (z. B. NH4F oder NH4Cl). Der Diffusionsprozeß läuft
z. B. unter Argon oder H2 oder einem geeigneten Mischgas ab.
Wie ferner aus Fig. 1 erkennbar, weist ein die Kammer 3 aus
bildender Wandabschnitt 8′ eine Bauteileinschuböffnung 8 auf,
die hier von den auf dem Wandabschnitt 8 aufsitzenden Gegen
flächen der Fußplatte 7′ verschlossen ist. Es weist also der
Wandabschnitt 8′ eine der Fußplatte 7′ gemäß geometrisch ange
paßte Aussparung 9 auf, wodurch neben einer einwandfreien
örtlichen Abdeckung des Schaufelfußes 4 zugleich günstige
Voraussetzungen für eine geeignete Halterung der Schaufel 2 an
der Kammerwand 8′ geschaffen werden.
Die Erfindung wäre u. a. für alle möglichen Abwandlungen von Stator- und
Laufschaufeln praktikabel; so z. B. auch für Turbinenleitschaufeln, die
mit äußeren und/oder inneren Deckbandsegmenten ausgestattet sind, die
auch hier wiederum z. B. die geeigneten Bauteilgegenflächen gegenüber
der angrenzenden Kammerwand bereitstellen könnten.
Die Erfindung könnte auch zur örtlichen Abdeckung fußseitiger Drehzap
fenpartien von verstellbaren Leit- oder Laufschaufeln verwendet werden,
dabei könnte der betreffende Schaufeldrehteller in einer kreisförmig
angepaßten Aussparung der Kammerwand sitzen und der fußseitige Dreh
zapfen über die Abdeckkammer abgedeckt sein.
Im Rahmen der Bauweise nach Fig. 1 könnten auch z. B. beidendseitige
Abschnitte eines Bauteils, bzw. einer Verdichter- oder Turbinen
schaufel, durch je eine Abdeckkammer abgedeckt werden, ähnlich wie dies
beispielsweise in Fig. 2 näher verdeutlicht ist.
Gemäß Fig. 1 ist die mindestens eine Abdeckkammer 3 aus gegenüber dem
Beschichtungsbehälter 1 gesonderten Wandabschnitten 8′, 10, 11 gefer
tigt; die Abdeckkammer 3 könnte aber auch im Wege der teils vorhandenen
Behälterwandstruktur in Kombination mit einem gesondert gefertigten und
in den Behälter 1 eingearbeiteten Wandabschnitt 8′ erstellt werden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 sind zwei Abdeckkammern 12, 13
sich einander gegenüberliegend im Beschichtungsbehälter 14 angeordnet;
im Gegensatz zu Fig. 1 werden die zur Bauteilhalterung und -aufnahme
ausgebildeten Wandabschnitte der beiden Kammern 12, 13 in Fig. 2 von
innen Dichtleisten 15, 16 und äußeren Dichtleisten 17, 18 gebildet;
zwischen den genannten Dichtleisten 15, 16 bzw. 17, 18 ist eine Turbi
nenlaufschaufel 19 einerseits mit der Fußplatte 20 und andererseits mit
einem kopfseitigen Deckbandsegment 21 abdichtend verankert. Der in der
Abdeckkammer 13 angeordnete Schaufelfuß ist mit 4′ bezeichnet.
Am oberen Behälterende bilden die äußeren Dichtleisten 17, 18 eine Um
wandung des mit dem Beschichtungspulver gefüllten Beschichtungsraums
aus, der sich zwischen den beiden Abdeckkammern 12, 13 erstreckt. Die
über die äußeren Dichtleisten 17, 18 dargestellte äußere Umwandung
weist ferner eine Einfüllöffnung 22 für das Beschichtungspulver auf.
Wie ferner aus Fig. 2 hervorgeht, werden die zunächst oben offenen
Abdeckkammern 12, 13 und die genannte Einfüllöffnung 22 durch einen
gemeinsamen Behälterdeckel 23 gleichzeitig verschlossen, sobald die
entsprechenden Pulverfüllungen (Abdeckpulver A2O3/Beschichtungspulver)
vorgenommen worden sind.
Die Abdeckkammern 3 (Fig. 1) bzw. 12, 13 (Fig. 2) werden immer erst
dann mit dem Abdeckpulver (Al2O3) gefüllt, nachdem die Bauteile in der
genannten abdeckenden Art und Weise verankert worden sind.
Zur gleichzeitigen Beschichtung und Abdeckung mehrerer Bauteile, z. B.
Turbinenschaufeln, kann anstelle einzelner Einschuböffnungen 8 (Fig. 1)
auch eine durchgehende schlitzförmige Einschuböffnung vorgesehen sein,
um mehrere unmittelbar aneinandergereihte Schaufelfußstrukturen aufneh
men und örtlich abdecken zu können; sinngemäß können dabei auch die
betreffenden Aussparungen 9 oder Taschen parallel zur schlitzförmigen
Einschuböffnung verlaufend ausgebildet sein, um die Bauteilerweiterun
gen, z. B. die Fußplatten 7′, unmittelbar aufeinander folgend aufzuneh
men. Sofern der Beschichtungsprozeß einen größeren Bauteil- bzw. Schau
felabstand notwendig werden läßt, können zwischen den Fußplatten 7′
entsprechend angepaßte Distanzstücke angeordnet werden, welche in die
langlochartige Einschuböffnung hineinragen.
Die Erfindung kann auch vorteilhaft dann eingesetzt werden, wenn es
darum geht, Bauteile zwecks Überholung neu beschichten zu wollen. In
jedem Fall ist aber davon auszugehen, daß alle zu beschichtenden Bau
teilflächen auf Maß fertigbearbeitet sind.
Durch die Erfindung kann eine verhältnismäßig große Anzahl gleich oder
ähnlich gestalteter Bauteile, z. B. Turbinenschaufeln, gleichzeitig
beschichtet werden; es wird auf diese Weise eine kostensparende Serien
beschichtung der Bauteile erzielt, verknüpft mit dem Vorteil einer op
timalen örtlichen Bauteilabdeckung.
Claims (14)
1. Einrichtung zur Beschichtung eines Bauteils, insbesondere einer
Verdichter- oder Turbinenschaufel eines Gasturbinentriebwerkes,
wobei das gesamte Bauteil in einem Beschichtungsbehälter angeordnet
und mindestens ein nicht zu beschichtender Bauteilabschnitt abge
deckt ist, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Beschichtungs
behälters (1) mindestens eine Abdeckkammer (3) angeordnet ist, in
die der nicht zu beschichtende Bauteilabschnitt über eine kammer
wandseitige Öffnung (8) eingesetzt ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in
einer Abdeckkammerwand (8′) angeordnete Öffnung (8) von einer
örtlichen Bauteilerweiterung abgesperrt ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bauteilerweiterung in einer geometrisch angepreßten Tasche (9) der
die Öffnung (8) enthaltenen Abdeckkammerwand (8′) sitzt.
4. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bauteilerweiterung von einer Schaufelfuß
platte (7′) oder einem Schaufeldeckbandsegment (21) oder einem
Schaufeldrehteller gebildet ist.
5. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abdeckkammer (3) eine mit einem eigenen
Deckel (6) verschließbare Einfüllöffnung zugeordnet ist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abdeckkammer (3, 12, 13) aus gegenüber dem
Beschichtungsbehälter (1, 14) gesonderten oder teilweise behälter
eigenen Wandabschnitten gefertigt ist.
7. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens zwei Abdeckkammern (12, 13), vor
zugsweise seitlich einander gegenüberliegend, im Behälter (14) an
geordnet sind, wobei behälterinnenseitig angeordnete Kammerwand
abschnitte zur Aufnahme und/oder Festlegung beidendseitiger Bau
teilerweiterungen, z. B. einer Schaufelfußplatte (20) auf der einen
und eines Deckbandsegments (21) auf der anderen Seite, ausgebildet
sind.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die behäl
terinnenseitig angeordneten Wandabschnitte der Kammern (12, 13) von
inneren und äußeren Dichtleisten (15, 16 bzw. 17, 18) gebildet
sind, zwischen deren ins Behälterinnere auskragenden Flächen die
Bauteilerweiterungen (Fußplatte 20, Deckbandsegment 21) abdichtend
verankert sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die äuße
ren Dichtleisten (17, 18) Bestandteile einer äußeren Umwandung des
zwischen den Abdeckkammern (12, 13) ausgebildeten Beschichtungs
raums sind, wobei die äußere Umwandung mindestens eine Prozeßpul
ver-Einfüllöffnung (22) aufweist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die nach
oben offenen Abdeckkammern (12, 13) bzw. deren Einfüllöffnungen
sowie die Einfüllöffnung (22) für das Prozeßpulver durch einen
gemeinsamen Behälterdeckel (23) absperrbar sind.
11. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß jede Abdeckkammer (3, 12, 13) - nach dem
Einsetzen des nicht zu beschichtenden Bauteilabschnittes - mit
einem Abdeckpulver, insbesondere A2O3, gefüllt wird.
12. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß behälterinnenseitige Wandabschnitte
(8′) - anstelle separater Öffnungen (8) - mit einer schlitzförmigen
Durchgangsöffnung zur Halterung und abdeckenden Aufnahme mehrerer
in einer Ebene aneinandergereihter Bauteile ausgestattet sind.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
zwischen zwei benachbarten Bauteilerweiterungen angepaßte Distanz
stücke angeordnet und in die Durchgangsöffnung eingesetzt sind.
14. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Ta
schen schlitzförmig oder nutartig ausgebildet sind.
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