DE3641964A1 - Foerdermittel fuer die stetige vertikalfoerderung von schuettguetern bei grossen foerderhoehenunterschieden - Google Patents
Foerdermittel fuer die stetige vertikalfoerderung von schuettguetern bei grossen foerderhoehenunterschiedenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Fördermittel, mit dem
Schüttgüter in vertikaler Richtung bei großen Förderhö
henunterschieden in einem kontinuierlichen Prozeß geför
dert werden können.
Aufgabenstellungen für derartige Förderaufgaben gibt es in
zahlreichen Industriezweigen, insbesondere im Bergbau, in
der Zementindustrie, in der Industrie der Steine und Er
den sowie bei der Förderung von Schüttgütern in Hochsilos.
Als Fördermittel stehen hierfür vorrangig Becherwerke zur
Verfügung, die einen stetig pulsierenden Schüttgutstrom
fördern. Die Antriebsleistung wird in ersten Näherung
nur von dem Leistungsanteil bestimmt, der zur Förderung
des Massenstromes auf die jeweilige Förderhöhe notwendig
ist. Die Leerlaufleistung ist infolge des Massenausgleichs
des Förderstrangs nahezu unbedeutend. Somit gehören Becher
werke zu den wirtschaftlichsten Stetigförderern überhaupt.
Der Trend zu größeren Baueinheiten z. B. der Zementöfen
wird jedoch wesentlich dadurch behindert, daß die heutige
Becherwerkstechnik an ihren eigenen Leistungsgrenzen an
stößt. Materialfestigkeiten, Antriebssysteme, Verschleiß
erscheinungen und konstruktive Details, wie z. B. die End
losverbindung des Förderstrangs, sind dabei ausschlagge
bend.
Von der Weiter- und Neuentwicklung von Ketten und Gurten
sind mittelfristig keine nennenswerten Fortschritte im
Hinblick auf größere Förderhöhen bei großen Massenströmen
für Becherwerke zu erwarten.
In der DE-OS 27 36 634 ist ein Becherwerk beschrieben,
in dem Seile als Zugträger bei einem kraftschlüssigen
Antriebssystem vorgesehen sind. Mit der Konzeption "Seil
becherwerk", deren Seile bei extrem hoher Festigkeit nur
ein Minimum an Eigengewicht aufweisen, und Fördergefäßen,
deren Eigengewicht ebenfalls minimiert ist, kann die
Becherwerkstechnik bis an ihre Grenzen herange
führt werden.
Als weitere Fördermittel für derartige Förderaufgaben,
jedoch bei wesentlich geringeren Förderhöhenunterschieden,
gelten Gurttaschenförderer, Wellenkantengurtförderer,
Deckgurtförderer und Doppelgurtförderer mit Schaumband,
die teils ausgeführt wurden, teils nur aus der einschlä
gigen Fachliteratur bekannt sind. Bei all diesen Förderern
gilt - wie bei den Becherwerken konventioneller Bauart -
daß infolge hoher Totmassen und den daraus resultierenden
Beanspruchungen des Förderorgans die Bauhöhen begrenzt
sind. Gelegentlich werden derartige Systeme mit Zwischen
antrieben vorgeschlagen, was jedoch mit hohen Investitions-
und Betriebskosten verbunden ist.
Erfindungsgemäß wird ein Fördermittel vorgeschlagen, das
aus einem endlos verbindbaren Förderstrang mit minimiertem
spezifischen Gewicht besteht, welcher um eine obere Umkehr
station, die aus mindestens einer Antriebsstation und einer
Ablenkstation besteht, und um eine untere Umkehrstation, die
aus mindestens zwei Ablenkstationen besteht, geführt ist.
Der kraftschlüssig angetriebene Förderstrang ist so konzi
piert, daß die Zugkräfte von seitlich angeordneten Seilen
als Zugorgan übertragen werden und das Fördergut sich in
einem dazwischen befindlichen Tragorgan aus einem gurttaschen
artig gestalteten flexiblen Material befindet.
Die Befestigung des Tragorgans am Zugorgan erfolgt an Ver
bindungsstangen, die so zwischen den beiderseitigen Zug
seilen angeordnet sind, daß ein ungehinderter Lauf über die
Treib- und Ablenkscheiben gewährleistet ist. Die lösbare
Endlosverbindung des Förderstrangs ist ebenfalls so ge
staltet, daß ein sogenannter Polygoneffekt beim Lauf über
die Scheiben nur minimal und praktisch ohne nachteilige
Folgen auftritt. Damit die Beschickung des erfindungsge
mäßen Förderers ordnungsgemäß und ohne Verluste erfolgen
kann, sind an der unteren Umkehre die Ablenkscheiben so
angeordnet, daß sich ein gerader oder leicht geneigter
Fördererabschnitt ergibt, auf dem ein kontinuierlich an
kommender Massengutstrom über eine Schurre problemlos auf
den erfindungsgemäßen Förderer übergeben werden kann.
Infolge der Schwerkraft werden die flexiblen Taschen des
Tragorgans auch der Richtung der Schwerkraft entsprechend
ausgerichtet sein und eine sinngemäße Position auch in den
vertikalen Fördererabschnitten beibehalten. Beim Passieren
der oberen Umkehrstation nehmen diese Gurttaschen zwangs
läufig eine Position ein, in der sich der Inhalt selbst
tätig nach dem Schwerkraftsprinzip entleert. Um die rest
lose Entleerung zu ermöglichen, muß im Bereich der oberen
Umkehre neben der Antriebsstation eine weitere Ablenksta
tion so angeordnet werden, daß eine Entleerungsstrecke
entsteht. Der Umschlingungswinkel des Förderstrangs um die
Antriebsstation soll dabei nur unwesentlich veringert
werden, so daß nach den Gesetzmäßigkeiten des Hülltriebs
ein ordnungsgemäßer Antrieb erfolgen kann. Das Schüttgut
fällt im Bereich der Entleerungsstrecke auf eine Übergabe
schurre und gelangt dann auf einem anderen Stetigförderer
zum weiteren Transport.
Somit weist das erfindungsgemäße Fördermittel gegenüber
einem Seilbecherwerk als wesentlichen Vorteil einen durch
gehenden Fördergutträger auf, der in einem Beladebereich
eine verlustfreie Beladung und im Entladebereich eine
restlose und ebenfalls verlustfreie Entleerung ermöglicht.
Der Förderstrang, der aus einem Zugorgan und einem das
Fördergut aufnehmenden Tragorgan besteht, ist an einer Stel
le trennbar, was für den Transport und die Montage sehr
vorteilhaft ist. Die Antriebsstation besteht aus angetrie
benen Treibscheiben, denen ein Getriebe mit Differential
ausgleich vorgeschaltet ist. Damit soll vermieden werden,
da sich infolge unterschiedlicher Treibscheibendurchmesser
oder ungleichmäßiger Seildehnungen eine parallelogrammarti
ge Verschiebung des Förderstrangs einstellt. Eine derartige
Erscheinung würde zu unterschiedlichen Kräften in den Zug
trägern führen, wodurch der Ausgleich über das Getriebe
selbsttätig erfolgen würde. Unterschiedliche Seildehnungen
können durch den Einsatz vorgereckter Seile, bei denen der
Anteil der konstruktionsbedingten Dehnung nahezu vollständig
beseitigt ist, nur noch in unbedeutender Größenordnung auf
treten. Zur Vermeidung parallelogrammartiger Verschiebungen
des Förderstrangs kann auch eine Regeleinrichtung benutzt
werden, die den Gleichlauf des Förderstrangs überwacht und
gegebenenfalls eine Korrektur herbeiführt. Hierzu kann eine
der Treibscheiben mit einem Konstantantrieb ausgerüstet sein,
während die andere mit einem zusätzlichen Antrieb vor- oder
nacheilend überlagert wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann ein sinngemäß
konzipiertes Fördermittel auch für die Abwärtsförderung sowie
für die gleichzeitig betriebene Auf- und Abwärtsförderung
benutzt werden. Der Raum zwischen den Trumen kann z. B. für
den Einbau von Aufzügen für den Personen- und/oder Material
transport sowie für Versorgungs- und Wartungseinrichtungen
genutzt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der
Zeichnung beschrieben.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Förderers
in schematischer Darstellung,
Fig. 2 eine Vorderansicht des Zugorgans,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Zugorgans,
Fig. 4 eine Draufsicht des Zugorgans,
Fig. 5 eine Schnittdarstellung der Endlosverbindung des
Zugorgans,
Fig. 6 eine Draufsicht der Endlosverbindung des Zugorgans,
Fig. 7 eine Schnittdarstellung des Fördergutträgers gemäß
Schnittführung in Fig. 9,
Fig. 8 eine Seitenansicht des Fördergutträgers,
Fig. 9 eine Draufsicht des Fördergutträgers.
In der Fig. 1 ist weiterhin eine Beladestation dargestellt
sowie eine Entladestation. Es ist außerdem zu erkennen, daß
das endlose Zugorgan 1, an welchem der Fördergutträger 2
befestigt ist, um die paarweise angeordneten Antriebsschei
ben 3, die oberen Ablenkscheiben 4 sowie um die unteren
Ablenkscheiben 5 und 6 geführt ist. Die unteren Ablenkschei
ben 5 und 6 können gemeinsam mit der Beladestation als Spann
station ausgebildet sein, um einerseits Betriebsdehnungen
des Zugorgans auszugleichen und um andererseits die funkti
onsbedingte Vorspannkraft an der Antriebsstation zu gewähr
leisten. Letztere ist nur bei geringen Förderhöhen nötig,
wenn also in Ermangelung von ausreichender Totmasse des
Förderstrangs eine zusätzliche Vorspannkraft zur Erfüllung
des Extelwein'schen Antriebskriteriums erforderlich ist.
In den Fig. 2, 3 und 4 ist das Zugorgan 1 dargestellt,
das aus hochfesten, biegefreundlichen und korrosionsbestän
digen Seilen mit den in Abständen angeklemmten Verbindungs
stangen 7 besteht, deren beiderseitige Klemmverbindung mit
den Seilen so gestaltet ist, daß diese vollständig umschlos
sen sind und daß beim Lauf über die Umkehrstationen nur ein
minimaler und praktisch bedeutungsloser Polygoneffekt ent
steht. Dies ist möglich, da die Klemmverbindung eine geringe
Abbiegung der Seile bewirkt und auf der Laufseite keine er
habene Stellen auftreten. Die Endlosverbindung der Seile 1
ist in den Fig. 5 und 6 dargestellt. Beide Seilenden münden
in konische Hülsen 8, in denen diese mit einem aushärtbaren
und für den Seilwerkstoff geeigneten Material vergossen sind.
Die so präparierten Seilenden sind innerhalb eines unteren
Formstückes 9, zwei seitlichen Formstücken 10 und einem oberen
Formstück 11 so eingebettet, daß eine lösbare Endlosverbindung
gebildet wird, die ebenfalls mit nur minimalem Polygoneffekt
die Umkehrstationen passieren kann. Die Formstücke 9, 10 und
11 sind durch Schrauben 12 verbunden. Zur Aufnahme der Kräfte
in Zugrichtung ist die Endlosverbindung außerdem von einem
Joch 13 umgeben, das mit einer Schraubverbindung 14 gesi
chert ist.
Der Fördergutträger 2 ist in den Fig. 7, 8 und 9 dar
gestellt. Als Fördergutträger dient ein Gurt aus einem
flexiblen und beanspruchungsgerechten Material, wobei dieser
Gurt wellenartig um die Verbindungsstangen 7 angeordnet und
durch Klemmleisten 15 mittels Schrauben 16 an den Verbindungs
stangen 7 befestigt wird. Die so entstandenen Gurttaschen
zur Aufnahme des Fördergutes werden seitlich durch Kappen 17
aus ebenfalls flexiblem Material abgeschlossen.
Claims (10)
1. Fördermittel für die stetige Vertikalförderung von
Schüttgütern, bestehend aus einem endlosen und kraft
schlüssig angetriebenen Förderorgan, dadurch
gekennzeichnet, daß das Förderorgan aus
einem mit einer lösbaren Endlosverbindung versehenen
Zugorgan aus wenigstens zwei Seilen besteht, zwischen
denen ein das Fördergut aufnehmendes durchgehendes
Tragorgan aus flexiblem und beanspruchungsgerechtem
Material gurttaschenartig angeordnet und befestigt ist.
2. Fördermittel nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Zugorgan aus mehr
als nur einem Seil pro Seite gebildet ist.
3. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß als
Zugträger biegefreundliche und korrosionsbeständige
Seile aus Hochfestfasern mit Umhüllungsmaterial zur
Anwendung kommen.
4. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die
lösbare Endlosverbindung aus einem platzsparenden und
zusammensetzbaren Formstück, bestehend aus einem
unteren Formstück, zwei seitlichen Formstücken und
einem oberen Formstück gebildet wird, innerhalb dessen
die Seilenden in entsprechenden Aussparungen nebenein
ander angeordnet sind.
5. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die
untere Umkehrstation, die aus den paarweise angeordneten
Ablenkscheiben 5, 6 besteht, gemeinsam mit der Belade
station als Spannstation ausgebildet ist.
6. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Antrieb über synchronisierbare Treibscheiben, z. B. über
ein Getriebe mit Differentialausgleich, erfolgt.
7. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß eine
Regeleinrichtung eine etwaige parallelogrammartige Ver
schiebung des Förderstranges erfaßt und diese Verschie
bung über eine Korrektur der Drehzahl einer der beiden
Antriebsscheiben rückgängig macht.
8. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß unter
Beibehaltung des Zugorgans und entsprechender Umgestaltung
des flexiblen Tragorgans sowie der Be- und Entladestation
auch eine Abwärtsförderung ermöglicht wird.
9. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß unter
Beibehaltung des Zugorgans und entsprechender Umgestaltung
des flexiblen Tragorgans sowie der Be- und Entladestation
gleichzeitig eine Auf- und Abwärtsbewegung erfolgen
kann.
10. Fördermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Trumen Fördermittel für den Personen- und/oder
Materialtransport sowie Versorgungs- und Wartungsein
richtungen vorgesehen werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19863641964 DE3641964A1 (de) | 1986-12-09 | 1986-12-09 | Foerdermittel fuer die stetige vertikalfoerderung von schuettguetern bei grossen foerderhoehenunterschieden |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3641964A1 true DE3641964A1 (de) | 1987-10-08 |
Family
ID=6315758
Family Applications (1)
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| DE19863641964 Ceased DE3641964A1 (de) | 1986-12-09 | 1986-12-09 | Foerdermittel fuer die stetige vertikalfoerderung von schuettguetern bei grossen foerderhoehenunterschieden |
Country Status (1)
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