DE3529099A1 - Verfahren und vorrichtung zum spanabhebenden bearbeiten einer oberflaeche von profilen mit einer von einer kreisform abweichenden kontur, insbesondere nockenwellen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum spanabhebenden bearbeiten einer oberflaeche von profilen mit einer von einer kreisform abweichenden kontur, insbesondere nockenwellenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zum spanabhebenden Bearbeiten einer Oberfläche von Profilen
mit einer von einer Kreisform abweichenden Kontur, bei dem
bzw. der, ausgehend von einer Rohkontur, das Profil durch
Abtragen der Oberfläche mit einer Sollkontur versehen wird,
indem ein Bearbeitungswerkzeug und das Profil relativ zuein
ander so bewegt werden, daß einerseits ein jeweils im Ein
griff an der Oberfläche befindlicher Abschnitt des Bearbei
tungswerkzeuges im Bahnbetrieb entlang der Kontur geführt
und andererseits im Zustellbetrieb um den Oberflächenabstand
zwischen Rohkontur und Sollkontur zugestellt wird.
Derartige Verfahren sind bekannt, sie werden beispielsweise
dazu verwendet, um Nocken von Nockenwellen zu schleifen.
Bei dem bekannten Verfahren ist die Nockenwelle um eine
raumfeste Achse drehbar angeordnet, und eine Schleifscheibe
ist um eine zur Nockenwellenachse parallele Achse drehbar
gelagert. Um eine vorgegebene Sollkontur der Nocken zu
schleifen, wird der Abstand der Schleifscheibenachse zur
Nockenwellenachse bei sich langsam drehender Nockenwelle so
verändert, daß der jeweils im Eingriff befindliche Ober
flächenabschnitt der Schleifscheibe die Oberfläche des
Nockens so abträgt, daß schließlich die gewünschte Soll
kontur entsteht.
Die Variation des Abstandes zwischen Schleifscheibenachse
und Nockenwellenachse gehorcht dabei zwei Randbedingungen:
Zum einen ist die Abstandsvariation erforderlich, um die
jeweilige Kontur des zu bearbeitenden Nockens zu kompen
sieren. Diesen Teil der Abstandsvariation bezeichnet man als
"Bahnbetrieb".
Zum anderen muß jedoch der Abstand der Achsen so variiert
werden, daß zusätzlich eine gewisse Zustellung der Schleif
scheibe erfolgt, d. h. eine Annäherung an den zu bearbeiten
den Nocken um den Betrag des Abstandes von Rohmaß auf Soll
maß. Diesen Teil der Abstandsvariation bezeichnet man als
"Zustellbetrieb".
Die bekannten Verfahren, die sich üblicherweise numerisch
gesteuerter Bearbeitungsmaschinen bedienen, sehen eine
gleichzeitige Durchführung von Bahnbetrieb und Zustell
betrieb vor.
Bei einem dieser bekannten Verfahren wird hierzu ständig in
Abhängigkeit von der Drehung der Nockenwelle der nächste
anzufahrende Punkt interpoliert, wobei die Bahnbewegung und
die Zustellbewegung im Rahmen der Interpolation numerisch
superponiert werden.
Bei einem anderen bekannten Verfahren ist die Schleifscheibe
auf einem zweiteiligen Schlitten montiert, dessen einer Teil
auf dem anderen Teil läuft, wobei der eine Teil des Schlit
tens in Abhängigkeit von dem Bahnbetrieb und der andere in
Abhängigkeit vom Zustellbetrieb angesteuert werden. Bei
diesem bekannten Verfahren wird somit die erforderliche
Superposition durch mechanische Überlagerung erzielt.
Den beiden vorstehend erläuterten bekannten Verfahren ist
somit gemeinsam, daß sich der jeweils im Eingriff befind
liche Punkt eines Oberflächenabschnitts der Schleifscheibe
von der Rohkontur zur Sollkontur auf einem mehrfach gewunde
nen spiraligen Weg bewegt, wobei diese Bewegung durch stän
dige Zustellung stets eine radiale Komponente aufweist und
- wie bereits erwähnt - durch kontinuierliche Superposition
von Bahnbetrieb und Zustellbetrieb eingestellt werden muß.
Die beiden bekannten Verfahren haben somit die folgenden
wesentlichen Nachteile:
Zum einen erfordert die ständige Superposition von Bahn
betrieb und Zustellbetrieb einen erheblichen Aufwand. Bei
einer Superposition im Rahmen der Interpolation des nächsten
anzufahrenden Bearbeitungspunktes ist nämlich entweder eine
sehr schnelle und damit teure Recheneinheit erforderlich,
oder aber es wird eine einfachere Recheneinheit verwendet,
wodurch sich dann jedoch die Bearbeitungszeit drastisch
erhöht, weil die erforderliche Rechenzeit zum Bestimmen des
nächsten anzufahrenden Punktes unzuträglich hoch wird.
Bei der mechanischen Superposition entsprechend dem zweiten
der geschilderten bekannten Verfahren ergeben sich erhebli
che mechanische Probleme, insbesondere deshalb, weil bei
spielsweise bei der Bearbeitung von Nockenkonturen ab
schnittsweise kreisförmige Bereiche auftreten, während denen
der Bahnbetrieb eine konstante Steuerungsgröße aufweist. Der
für den Bahnbetrieb vorgesehene Teil des Vorschubes muß
während des Bearbeitens dieses kreisförmigen Abschnittes
somit stillstehen, was jedoch im Rahmen der im vorliegenden
Zusammenhang erforderlichen Präzision der Bearbeitung kaum
möglich ist. In der Praxis treten vielmehr bei noch vertret
barem Regelaufwand für die Positionierung des Bahnbetrieb-
Vorschubs Zitterbewegungen auf, die von kleinen Regelspielen
um eine konstante Position herum herrühren.
Schließlich ist den bekannten Verfahren der gemeinsame
Nachteil eigen, daß infolge der kontinuierlichen Zustellung
stets eine radiale Komponente der Bearbeitungsrichtung
vorhanden ist, was entweder zu Problemen bei der Ober
flächengüte führen kann oder aber eine gesonderte Nachbe
handlung erforderlich macht.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren der eingangs genannten Art dahingehend weiterzu
bilden, daß mit deutlich vermindertem Aufwand und hoher
Bearbeitungsgeschwindigkeit die gewünschten Sollkonturen
ohne Genauigkeitseinbuße erzielt werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Abschnitt zunächst von einem ersten Punkt auf der Oberfläche
der Rohkontur nur im Zustellbetrieb auf einen zweiten Punkt
der Sollkontur geführt und alsdann nur im Bahnbetrieb ent
lang der Sollkontur geführt wird.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird damit voll
kommen gelöst.
Durch die strenge zeitliche Trennung von Zustellbetrieb und
Bahnbetrieb in einander nachfolgende Verfahrensschritte wird
nämlich erreicht, daß die Lageregelung jeweils nur unter
einem Gesichtspunkt arbeiten muß, so daß die vorstehend
ausführlich geschilderten Nachteile, die sich aus dem simul
tanen Betrieb ergeben, vermieden werden.
Bei Verwendung einer numerischen Steuerung kann somit wäh
rend der beide zeitlich aufeinanderfolgenden Phasen jeweils
nur die eine der Bewegungen interpoliert werden, wodurch die
Rechenzeit verkürzt und/oder die Anforderungen an die benö
tigte Recheneinheit vermindert werden. Bei Verwendung einer
mechanischen Superposition kann hingegen während des Wirk
samwerdens des jeweils einen Vorschubteiles der jeweils
andere Vorschubteil gesteuert mechanisch arretiert werden,
so daß insoweit keine Fehler auftreten können.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit auch prinzipiell
unabhängig davon, wie das Profil und das Bearbeitungswerk
zeug zueinander angeordnet sind und zueinander bewegt
werden, es ist ferner von der Art des jeweils bearbeiteten
Profils unabhängig, ebenso wie von der Art des vorgesehenen
Bearbeitungswerkzeuges.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das
Bearbeitungswerkzeug um eine erste Achse drehbar.
Obwohl es prinzipiell möglich ist, auch raumfeste Werkzeuge,
beispielsweise Funkenerodierer, Laser o. dgl. zu verwenden,
sind um eine erste Achse drehbare Werkzeuge bevorzugt, weil
hierdurch auf bewährte Werkzeugarten zurückgegriffen werden
kann, wie sie insbesondere für die Metallbearbeitung üblich
sind.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist das Profil um eine zweite Achse drehbar, obwohl prinzi
piell auch raumfeste Profile bearbeitet werden können. Die
Drehbarkeit des Profils um eine zweite Achse hat jedoch den
Vorteil, daß auf einfache Weise definierte Verhältnisse
eingestellt werden können, weil die jeweils anzufahrenden
Bearbeitungspunkte leicht in Abhängigkeit von Drehwinkel der
zweiten Achse ermittelt werden können, wie dies an sich
bekannt ist.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
verläuft die erste Achse parallel zur zweiten Achse, und der
Abstand der Achsen ist in Richtung einer dritten, dazu
senkrecht verlaufenden Achse verstellbar, insbesondere ist
die zweite Achse dabei raumfest.
Diese Maßnahme hat den an sich bekannten Vorteil, daß für
den Bahnbetrieb und den Zustellbetrieb lediglich die erste
Achse in Richtung der dritten Achse verstellt werden muß,
und zwar in Abhängigkeit von Drehwinkel des Profils.
Eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfin
dung besteht darin, daß der erste Punkt und der zweite Punkt
einen Drehwinkel der zweiten Achse definieren, der kleiner
als 180° ist und vorzugsweise im Bereich zwischen 20° und
180° liegt.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß auf einem verhältnis
mäßig kleinen Umfangsbereich die Sollkontur im reinen Zu
stellbetrieb angefahren wird, bei Verwendung einer Schleif
scheibe durch sogenanntes Tiefschleifen, so daß der überwie
gende Teil der Kontur alsdann ausschließlich im Bahnbetrieb
fertig auf Sollmaß bearbeitet wird.
Eine besonders gute Wirkung wird ferner dann erzielt, wenn
das Bearbeitungswerkzeug im Zustellbetrieb mit gleichförmi
ger Zustellung geführt wird.
Bei dieser Vorgehensweise hat die Ortskurve des jeweiligen
Bearbeitungspunktes die Form einer archimedischen Spirale,
die sich für Steuerungsaufgaben in der numerischen Steuerung
besonders einfach behandeln läßt.
Weiterhin ist eine Ausführungsform bevorzugt, bei der nach
der Führung des Abschnittes auf der Sollkontur dieser von
einem dritten Punkt auf der Sollkontur zunächst nur im
Zustellbetrieb auf einen vierten Punkt einer zweiten Soll
kontur geführt und alsdann nur im Bahnbetrieb entlang der
zweiten Sollkontur geführt wird.
Bei dieser Maßnahme, bei der somit die erfindungsgemäßen
Schritte mehrfach nacheinander vollzogen werden, kann die
erfindungsgemäße Wirkung auch bei großen abzutragenden
Materialvolumina erreicht werden. Dies ist dann von besonde
rem Vorteil, wenn die Rohkontur sehr unregelmäßig ist, so
daß die erforderliche Sollkontur aus bearbeitungstechnischen
Gründen nicht mit einem einzigen Bearbeitungsvorgang er
reicht werden kann. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird
aber auch bei dieser Vorgehensweise der jeweils im Eingriff
befindliche Punkt des Bearbeitungswerkzeuges nicht entlang
einer mehrfach gewundenen Spirale geführt, sondern der
Zustellbereich ist stets auf einen räumlich engen Ober
flächenbereich beschränkt, während im übrigen wiederum
ausschließlich im Bahnbetrieb gefahren wird. Die Ortskurve
des Bearbeitungspunktes hat somit, abgesehen vom kleinen
Zustellbereich, die Form mehrerer konzentrisch in parallelem
Abstand verlaufender Ortskurven.
Wie bereits erwähnt, ist ein besonders bevorzugtes, die
Erfindung hingegen nicht einengendes Anwendungsgebiet das
Bearbeiten von Nocken. Besonders bevorzugt werden dabei
Nocken mit mindestens einem kreisförmigen Abschnitt verwen
det, und der Zustellbetrieb wird im Bereich des kreisförmi
gen Abschnittes eingestellt.
Diese Maßnahme hat den besonderen Vorteil, daß im Bereich
des kreisförmigen Abschnittes ein Verzicht auf einen Bahn
betrieb besonders leicht möglich ist, weil dort die Ober
fläche einen konstanten Radius zur Drehachse des Profils
aufweist.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung dieses Ausführungsbei
spieles ist der kreisförmige Abschnitt ein Grundkreis des
Nockens, dies hat den Vorteil, daß der Umfang des Grund
kreises besonders lang ist, so daß der Zustellbetrieb je
nach Erfordernissen in weiten Bereichen um den Umfang herum
geführt werden kann.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der
beigefügten Zeichnung.
Es versteht sich, daß die vorstehend geschilderten und die
nachstehend noch erläuterten Merkmale nicht nur in der
jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder jeweils für sich verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2
eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungs
gemäßen Verfahrens in zwei senkrecht zueinander
liegenden Ansichten;
Fig. 3 und 4
einen stark vergrößerten Ausschnitt aus der
Vorrichtung gemäß den Fig. 1 und 2 zur Erläute
rung des erfindungsgemäßen Verfahrens in zwei
Bearbeitungsphasen;
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Ortskurve
eines Bearbeitungspunktes bei in mehreren Schich
ten erfolgender Bearbeitung des Profils.
In den Fig. 1 und 2 ist mit 10 gesamthaft eine Schleif
maschine bezeichnet, wie sie zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens verwendet werden kann.
Um eine raumfeste Achse 11, die in der Fachsprache auch als
C-Achse bezeichnet wird, ist eine Nockenwelle 12 drehbar
angeordnet. Hierzu ist die Nockenwelle 12 zwischen zwei
Spitzen 13 und 14 eines Spindelstocks 15 bzw. eines Reit
stocks 16 eingespannt, und eine drehfeste Verbindung 17
zwischen Nockenwelle 12 und einer Spindel des Spindel
stocks 15 sorgt für einen Antrieb der Nockenwelle 12.
Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Betriebsstellung
wird gerade ein Nocken 18 der Nockenwelle 12 mittels einer
Schleifscheibe 19 bearbeitet. Die Schleifscheibe 19 wird von
einem Antrieb 20 betätigt, der mittels eines Vorschubes 21
relativ zu einer raumfesten Basis 22 entlang einer Achse 23
verfahrbar ist, die in der Fachsprache auch als x-Achse
bezeichnet wird. Die Schleifscheibe 19 selbst ist um eine
Achse 24 drehbar, so daß der Vorschub 21 den Abstand der
Achsen 11 und 24 in Richtung der dazu senkrechten Achse 23
zu verstellen vermag.
In den Fig. 1 und 2 sind der Übersichtlichkeit halber die
Steuer- und Regeleinheiten nicht dargestellt, die in an sich
bekannter Weise aus der jeweiligen Drehlage der Nocken
welle 12 Steuersignale für den Vorschub 21 ableiten.
Die Fig. 3 und 4 zeigen in stark vergrößerter Darstellung
und gegenüber der Darstellung von Fig. 1 um 90° in Uhr
zeigerrichtung gedreht die Verhältnisse beim Bearbeiten des
Nockens 18 mittels der Schleifscheibe 19.
Fig. 3 zeigt die Ausgangsposition des Nockens 18. Der
Nocken 18 ist mit einer Außenkontur versehen, bei der ein
Grundkreis 30 sowie ein Nebenkreis 31 auftreten, die mitein
ander über gerade oder gekrümmte Flanken 32 verbunden sind.
Die in Fig. 3 und 4 dick ausgezogenen Abschnitte 30, 31, 32
bezeichnen eine Rohkontur, d. h. einen noch nicht fertig
bearbeiteten Nocken, während mit den Bezugszeichen 30 a, 31 a,
32 a die entsprechenden Elemente einer Sollkontur bezeichnet
sind, die mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens herge
stellt werden soll. Hierzu ist insgesamt eine Zustellung 33
erforderlich, die dem Abstand der Kontur 30/31/32 von der
Kontur 30 a/31 a/32 a entspricht.
Mit einem Pfeil 34 ist die Drehrichtung des Nockens 18, und
mit einem Pfeil 35 ist die Drehrichtung der Schleif
scheibe 19 angedeutet.
Fig. 3 zeigt den Nocken 18 in Ausgangsstellung. Die Schleif
scheibe 19 ist bis zur Berührung des Nockens 18 an diesen
herangefahren worden, und zwar wird der Nocken 18 in dieser
Grundstellung so in seiner Drehlage ausgerichtet, daß
Nocken 18 und Schleifscheibe 19 einander an einem ersten
Punkt 40 im Übergang von der Flanke 32 zum Grundkreis 30
berühren.
In einem ersten Verfahrensschritt wird nun der Nocken 18
entlang der Richtung des Pfeiles 34 verdreht, und gleich
zeitig wird die Schleifscheibe 19 linear entlang der
Achse 23 nach links verfahren. Bei geeigneter Abstimmung der
Winkelgeschwindigkeit des Nockens 18 und der Vorschubge
schwindigkeit der Schleifscheibe 19 entsteht somit eine in
Fig. 4 eingezeichnete Ortskurve 41 von dem ersten Punkt 40
auf der Rohkontur zu einem zweiten Punkt 42 auf der Soll
kontur, der innerhalb eines Drehwinkels ψ von beispielsweise
120° erreicht wird. Aufgrund des linearen Vorschubs der
Schleifscheibe 19 hat die Ortskurve 41 die Form einer archi
medischen Spirale.
In der Darstellung von Fig. 4 wurde somit die Schleif
scheibe 19 aus der gestrichelt eingezeichneten Position 19′
in die durchgezogen eingezeichnete Stellung 19 linear ge
steuert verfahren.
Nach Erreichen des zweiten Punktes 42 wird nun in einen
zweiten Verfahrensabschnitt übergegangen.
In diesem zweiten Verfahrensabschnitt wird die Auslenkung
der Schleifscheibe 19 in Richtung der x-Achse 23 so einge
stellt, daß der jeweils im Eingriff befindliche Punkt an der
Oberfläche der Schleifscheibe 19 exakt der Sollkontur
30 a/31 a/32 a folgt.
Dies hat u. a. die Auswirkung, daß bei diesem Verfahrens
abschnitt das Material bezüglich der Sollkontur 30 a/31 a/32 a
stets tangential abgetragen wird. In Fig. 4 ist dies anhand
einer Position 45 der Schleifscheibe 19 relativ zum
Nocken 18 veranschaulicht, und man erkennt deutlich, daß die
Schleifscheibe 19 in dieser Position 45 die Sollkontur, in
jenem Fall die Flanke 32 a an einer einzigen Stelle 46 be
rührt.
Schließlich zeigt Fig. 5 noch eine Variante, bei der die
vorstehend geschilderte Folge der beiden Verfahrensab
schnitte zyklisch wiederholt wird.
Die in Fig. 5 dick ausgezogene Bahnkurve des jeweiligen
Bearbeitungspunktes beginnt wiederum am ersten Punkt 40 und
verläuft in der beschriebenen Weise im reinen Zustellbetrieb
entlang der Ortskurve 51 bis hin zum zweiten Punkt 42, wo
das Verfahren in den Bahnbetrieb übergeht, so daß die Bahn
kurve nunmehr entlang der Sollkontur 30 a/31 a/32 a verläuft,
wie bereits beschrieben. Dieser Bahnbetrieb setzt sich nun
bis zu einem dritten Punkt 40 a fort, der radial neben dem
ersten Punkt 40 liegt. Bei Erreichen des dritten Punktes 40 a
geht das Verfahren wieder in den reinen Zustellbetrieb über,
und die Bahnkurve des jeweiligen Bearbeitungspunktes ver
läuft wiederum entlang einer Ortskurve 41 a, die innerhalb
der bereits geschilderten Ortskurve 41 verläuft. Der reine
Zustellbetrieb setzt sich nun bis zu einem vierten Punkt 42 a
fort, der radial neben dem zweiten Punkt 42 liegt, in
welchem Punkt das Verfahren wieder in den reinen Bahnbetrieb
übergeht, so daß eine weitere Sollkontur 30 b/31 b/32 b ent
steht. Diese weitere Sollkontur setzt sich über einen radial
neben dem ersten Punkt 40 und dem dritten Punkt 40 a gelege
nen fünften Punkt 40 b fort, so daß die weitere Soll
kontur 30 b/31 b/32 b bis hin zum vierten Punkt 42 a durchfahren
wird, so daß die gewünschte weitere Sollkontur 30 b/31 b/32 b
nunmehr vollkommen bearbeitet ist.
Bei einem praktischen Ausführungsbeispiel des erfindungsge
mäßen Verfahrens wurde bei einer Umfangsgeschwindigkeit der
Schleifscheibe 19 von 45 m/s eine Vier-Zylinder-Nockenwelle
bearbeitet, deren Nocken einen Grundkreis von 38 mm Durch
messer und einen Nockenhub von ca. 10 mm aufwiesen. Das
radiale Schleifaufmaß lag zwischen 2 und 2,5 mm.
Zum Vorschleifen wurde der Nocken insgesamt viermal gedreht,
wobei in der beschriebenen Weise aufeinanderfolgend ein
Zustellbetrieb und ein Bahnbetrieb eingestellt wurden. Es
schloß sich eine Umdrehung im reinen Bahnbetrieb an. Beim
nachfolgenden Fertigschleifen wurden drei Umdrehungen mit
Zustellbetrieb und nachfolgendem Bahnbetrieb eingestellt,
und es schlossen sich fünf Umdrehungen ohne Zustellbetrieb
an.
Das Verhältnis von Zustellgeschwindigkeit und Winkelge
schwindigkeit des Nockens wurde dabei so gewählt, daß wäh
rend des Vorschleifens ein Winkel ψ von 30° und während des
Fertigschleifens ein Winkel ψ von 60° eingestellt wurden.
Auf diese Weise konnte gegenüber dem herkömmlichen Verfahren
eine Verminderung der Gesamtschleifzeit pro Nocken auf
weniger als die Hälfte erzielt werden.
Claims (14)
1. Verfahren zum spanabhebenden Bearbeiten einer Ober
fläche von Profilen mit einer von einer Kreisform
abweichenden Kontur, bei dem, ausgehend von einer
Rohkontur (30/31/32) das Profil durch Abtragen der
Oberfläche mit einer Sollkontur (30 a/31 a/32 a;
30 b/31 b/32 b) versehen wird, indem ein Bearbeitungs
werkzeug und das Profil relativ zueinander so bewegt
werden, daß einerseits ein jeweils im Eingriff an der
Oberfläche befindlicher Abschnitt des Bearbeitungs
werkzeuges im Bahnbetrieb entlang der Kontur geführt
und andererseits im Zustellbetrieb um den Oberflächen
abstand zwischen Rohkontur (30/31/32) und Sollkontur
(30 a/31 a/32 a; 30 b/31 b/32 b) zugestellt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abschnitt zunächst von einem
ersten Punkt (40; 40 a) auf der Oberfläche der Roh
kontur (30/31/32) nur im Zustellbetrieb auf einen
zweiten Punkt (42; 42 a) der Sollkontur (30 a/31 a/32 a;
30 b/31 b/32 b) geführt und alsdann nur im Bahnbetrieb
entlang der Sollkontur (30 a/31 a/32 a; 30 b/31 b/32 b)
-geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Bearbeitungswerkzeug um eine erste Achse (24)
drehbar ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß das Profil um eine zweite Achse (11) drehbar
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeich
net, daß die erste Achse (24) parallel zur zweiten
Achse (11) verläuft und daß der Abstand der Achsen
(11, 24) in Richtung einer dritten, dazu senkrecht
verlaufenden Achse (23) verstellbar ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeich
net, daß die zweite Achse (11) raumfest ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der erste Punkt (40; 40 a) und der
zweite Punkte (42; 42 a) einen Drehwinkel ψ der zweiten
Achse (11) definieren, der kleiner als 180° ist und
vorzugsweise im Bereich zwischen 20° und 180° liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Bearbeitungswerkzeug im Zu
stellbetrieb mit gleichförmiger Zustellung geführt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß nach der Führung des Abschnittes
auf der Sollkontur (30 a/31 a/32 a) dieser von einem
dritten Punkt (40 a) auf der Sollkontur (30 a/31 a/32 a)
zunächst im Zustellbetrieb auf einen vierten Punkt
(42 a) einer zweiten Sollkontur (30 b(31 b/32 b) geführt
und alsdann im Bahnbetrieb entlang der zweiten Soll
kontur (30 b/31 b/32 b) geführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Profil ein Nocken (18) ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
der Nocken (18) mindestens einen kreisförmigen Ab
schnitt (30, 31; 30 a, 31 a; 30 b, 31 b) aufweist und daß
der Zustellbetrieb im Bereich des kreisförmigen Ab
schnittes (30, 31; 30 a, 31 a, 30 b, 31 b) eingestellt
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der kreisförmige Abschnitt (30, 31; 30 a, 31 a; 30 b,
31 b) ein Grundkreis (30; 30 a; 30 b) des Nockens (18)
ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß das Bearbeitungswerkzeug eine
Schleifscheibe (19) ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führung des Abschnittes mit
tels einer numerischen Steuerung erfolgt, die erste
Steuermittel für den Zustellbetrieb und zweite Steuer
mittel für den Bahnbetrieb aufweist und daß die
Steuermittel nacheinander eingeschaltet werden.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 13.
Priority Applications (4)
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