DE3526009A1 - Regelverfahren fuer ein elektrofilter - Google Patents
Regelverfahren fuer ein elektrofilterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Optimie
rung der Energiezufuhr und zur Vermeidung des Rücksprühens
bei einem Elektrofilter, bei dem die Energiezufuhr durch
Gleichspannungspulse oder durch Gleichspannung mit über
lagerten Pulsen erfolgt.
Nach einem bekannten Verfahren dieser Art
(DE-OS 30 72 172) soll ein Elektrofilter mit in der Höhe
veränderbarer Gleichspannung und überlagerten Impulsen in
der Weise betrieben werden, daß die Gleichspannung
und/oder einer der Parameter der Impulse auf iterativem
Wege selbsttätig so verändert werden, daß die Summe der
vom Filter aufgenommenen elektrischen Energien aus Gleich
spannung und Impulsen bei Einhaltung eines vorgegebenen
Mittelwertes der Reingasstaubbeladung einem Minimum
zustrebt.
Ferner ist aus der DE-OS 31 14 009 ein Elektrofilter
bekanntgeworden, bei dem die Staubabscheidung dadurch
erfolgt, daß zwischen den Niederschlagselektroden und den
Sprühelektroden eine mittels Thyristor regelbare Gleich
strom-Hochspannung angelegt wird. Außerdem ist eine
Steuerschaltung zur intermittierenden Ansteuerung des
Thyristors vorgesehen, durch die die Wiederholungsperiode
und/oder die Impulsbreite der Gleichstromhochspannung
manuell oder automatisch einstellbar ist. Mit einer der
artigen Steuerschaltung soll die Abscheideleistung des
Elektrofilters insbesondere bei hohem spezifischen Staub
widerstand im Bereich von 1011 bis 1013 Ω cm ver
bessert werden, in dem ein Elektrofilter normalerweise
infolge von Gegen-Koronaeffekten nur unbefriedigend arbei
tet.
Bei der bekannten Steuerschaltung wird der Thyristor in
der Weise angesteuert, daß die Gleichstrom-Hochspannung
während einer ersten Phase T 1 (von beispielsweise 0,001
bis 1 s) angelegt und während einer zweiten Phase T 2
(von beispielsweise 0,01 bis 1 s) unterbrochen wird. Für
das Verhältnis von T 1 zu (T 1 + T 2), also von Ein
schaltzeit zu Einschalt- und Pausenzeit eines jeden
Schaltzyklus ist der Ausdruck k-Wert gebräuchlich und für
das gesamte Verfahren "Regelung mittels Semipulsen".
Das bekannte Verfahren zielt insbesondere darauf ab, einen
Gegen-Koronaeffekt zu vermeiden, der im Strom-Spannungs
kennfeld durch einen vergleichsweise sehr steilen Anstieg
des Stroms bei nur geringfügiger Erhöhung der Spannung
gekennzeichnet ist. Bei derartigen Kennlinien ist ein
hoher Energieaufwand mit niedriger Staubabscheideleistung
des Elektrofilters verbunden. Da jedoch das Auftreten des
Gegen-Koronaeffektes mit einer gewissen Verzögerung gegen
über einer von der üblichen Regelung veranlaßten Erhöhung
der Spannung bzw. des Stroms erfolgt, ist es möglich mit
der Methode des Semipulsens die Gegen-Koronaeffekte weit
gehend zu vermeiden und einen wirtschaftlichen Betrieb des
Elektrofilters zu erreichen.
Bei diesen und anderen Vorschlägen wird die Verbesserung
der Abscheideleistung bzw. die Optimierung des Energiever
brauchs nicht differenziert genug behandelt. Vielfach wird
von einer Optimierung der Abscheidleistung gesprochen,
obwohl dies im allgemeinen nur dann gefordert werden kann,
wenn der dazu erforderliche Energieaufwand keine Rolle
spielt. Technisch und wirtschaftlich sinnvoll kann es nur
sein, von einem vorgegebenen Reingasstaubgehalt auszugehen
und auf diese Vorgabe hin die Abscheideleistung des Elek
trofilters so einzustellen, daß sie mit geringstmöglichem
Energieaufwand erreicht wird. Aber selbst diese Forderung
ist für den Betrieb eines Elektrofilters mit pulsweiser
Energieversorgung noch nicht ausreichend differenziert.
Für die Abscheidung eines Staubteilchens aus einem Gas
strom kommt es nämlich erstens darauf an, möglichst viele
Ladungsträger in den Gasstrom einzubringen, damit die
Staubteilchen gut ionisiert werden, und zweitens darauf,
daß das optimal ionisierte Staubteilchen auf dem zur Ver
fügung stehenden Strömungsweg durch das Elektrofilter eine
hinreichend große Stecke quer zur Strömungsrichtung
zurücklegt, um eine Niederschlagselektrode zu erreichen.
Diese beiden Teilfunktionen des Elektrofilters werden
einerseits durch eine entsprechende Anordnung der Sprüh
elektroden und der Niederschlagselektroden realisiert,
andererseits aber auch durch Pulsen auf rein elektrischem
Wege. Während der Pulszeiten erfolgt die Ionisierung und
während der Pausenzeiten die Abscheidung der Staubteilchen
an den Niederschlagselektroden. Die pauschale Forderung
nach einer Minimierung des Energieaufwandes muß daher
genauer lauten, daß während der Pulszeiten möglichst viel
Energie in das Elektrofilter einzubringen ist und daß
gleichwohl der Gesamtenergiebedarf zu minimieren ist. Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren
der eingangs genannten Art die Energiezufuhr im vorgenann
ten Sinne zu opitmieren und das Rücksprühen zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
Zyklen bestehend aus Pulszeiten mit einem Ladepuls und
Pausenzeiten mit der Dauer von mehreren Pulsen vorgesehen
sind und daß die Amplitude des Ladungspulses (Parameter a)
in aufeinanderfolgenden Zyklen iterativ derartig verändert
wird, daß die Zeit für das Abklingen der Filterspannung
vom Scheitelwert Û auf eine vorgegebene Restspannung U R
ihren größten Wert erreicht.
Die Restspannung U R wird zweckmäßigerweise in Höhe der
Koronaeinsatzspannung vorgegeben. In weiterer Ausführung
des Erfindungsgedankens kann das Optimierungsverfahren
noch dadurch verbessert werden, daß unter Beibehaltung der
optimalen Amplitude des Ladepulses die Pulsbreite in auf
einanderfolgenden Zyklen iterativ derartig verändert wird,
daß die Zeit für das Abklingen der Filterspannung vom
Scheitelwert U auf eine vorgegebene Restspannung U R
ihren größten Wert erreicht. Außerdem kann unter Beibehal
tung der optimalen Amplitude des Ladepulses und der opti
malen Pulsbreite noch die Anzahl der Ladepulse so lange um
jeweils einen Puls erhöht werden, wie der letzte Scheitel
wert der Filterspannung nicht kleiner ist als der vorletz
te Scheitelwert und die Abklingzeit nicht unter den ermit
telten größten Wert absinkt.
Bei der Energieversorgung des Elektrofilters mit Gleich
strom und überlagerten Pulsen, können Pulszeiten mit
mehreren Pulsen vorgesehen werden, wobei dann außer der
Amplitude der Ladepulse, der Pulsbreite und der Anzahl der
Ladepulse auch noch der zeitliche Abstand zwischen zwei
aufeinanderfolgenden Pulsen im Hinblick auf die Einhaltung
einer größtmöglichen Abklingzeit interativ verändert wird.
Schließlich kann das Optimierungsverfahren für einen oder
mehrere der Parameter Amplitude des Ladungspulses, Puls
breite, Anzahl der Ladepulse und zeitlicher Abstand
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Pulsen auch wiederholt
angewendet werden.
Als weitere, wesentliche Verbesserung des erfindungsge
mäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß unter Beibehaltung
der optimierten Parameter im Anschluß an das Abklingen der
Filterspannung vom Scheitelwert Û auf die Restspan
nung U R durch Nachladen im Filter eine Spannung in Höhe
der Restspannung U R aufrechterhalten wird und daß die
Zeit zwischen dem Ende der Abklingzeit und dem Beginn des
nächsten Pulses (Nachladezeit) in aufeinanderfolgenden
Zyklen schrittweise so lange ausgedehnt wird, wie die
Gesamtenergieaufnahme des Elektrofilters abnimmt und der
Reingasstaubgehalt unterhalb des vorgegebenen Sollwertes
bleibt. Dabei ist dann vorgesehen, daß, wenn schon bei
Einstellung der kleinstmöglichen Nachladezeit ein Anstei
gen des Reingasstaubgehaltes auf einen Wert über dem Soll
wert festgestellt wird, das Optimierungsverfahren insge
samt oder in Teilen beginnend mit einem schrittweise
erhöhten Wert der Restspannung U R ein- oder mehrmals
wiederholt wird.
Das Elektrofilter kann während der Puls- und Nachladezeit
mit Gleichspannungspulsen beaufschalgt werden oder
- zumindest während der Pulszeit - mit Gleichspannung und
überlagerten Pulsen. Für die Energiezufuhr zum Elektrofil
ter kann eine Pulsspannungsquelle mit einer Frequenz von
50 bis 1000 Hertz benutzt werden. Schließlich ist es bei
einem Elektrofilter mit mehr als einem gesondert geregel
ten Abscheidefeld zweckmäßig, das Verfahren in der Weise
anzuwenden, daß jedes Abscheidefeld für sich optimiert und
darüber hinaus eine Koordinierung der Felder untereinander
vorgenommen wird.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden
anhand der Figuren näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein stark vereinfachtes Blockschaltbild für
ein dreifeldriges Elektrofilter.
Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Schaltung für die Ausfüh
rung des Erfindungsgedankens.
Fig. 3 zeigt den prinzipiellen Verlauf der Filterspannung
über der Zeit bei dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Fig. 4 zeigt typische Kurven für den Reingasstaubgehalt
als Funktion des Energieaufwands bei unterschiedlichem
Staubwiderstand.
In Fig. 1 sind drei Zonen bzw. drei Abscheidefelder 1, 2, 3
eines Elektrofilters dargestellt, die von links nach
rechts von dem zu reinigenden Gasstrom durchströmt werden.
Jedem Abscheidefeld 1, 2, 3 ist eine eigene, netzgespeiste
Einrichtung 4 zur Versorgung mit hochgespanntem Gleich
strom zugeordnet. Diese werden über Mikroprozessoren 5
gesteuert. Den Mikroprozessoren 5 ist noch ein Optimie
rungsrechner 6 überlagert, in den auch der mittels Meßfüh
ler 7 ermittelte Reingasstaubgehalt eingegeben wird.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, besteht die Einrichtung 4 (im
strichpunktierten Rahmen) zur Versorgung des Abscheide
feldes mit hochgespanntem Gleichstrom aus einem Hochspan
nungsgleichrichter 8, der über einen Hochspannungstrans
formator 9 und ein primärseitiges Thyristorstellglied 10
an eine Netzspannung von z.B. 50 Hertz angeschlossen ist.
Durch eine entsprechende Ansteuerung der antiparallelge
schalteten Thyristoren in dem primärseitigen Thyristor
stellglied 10 ist es u.a. möglich, eine vorgegebene Zahl
von Halbwellen der Netzspannung auszublenden und an
schließend wieder für eine vorgegebene Zahl von Halbwellen
das Filter mit elektrischer Energie zu versorgen. Die
Schaltung ist so ausgelegt, daß das Verhältnis Puls- zu
Pausenzeit zwischen 1 : 50 und 50 : 1 einstellbar ist.
Zusätzlich zu dieser Halbwellensteuerung ist auch noch
eine Amplitudensteuerung durch entsprechenden Phasenan
schnitt der primärseitigen Netzspannungshalbwellen mög
lich. Auf diese Weise kann die Amplitude der Ladepulse wie
auch die Höhe der Nachladespannung eingestellt werden.
Das primärseitige Thyristorstellglied 10 erhält seine
Steuerbefehle von einer Zündlogik 11, die ihrerseits von
der Mikroprozessorsteuerung 5 angesteuert wird. Diese
Steuerung bildet aus den Werten von Primär- und Sekundär
spannung U P , U F bzw. Primär- und Sekundärstrom J P ,
J F entsprechende Steuerbefehle für die Zündlogik 11.
Zusätzlich können - wie durch die gestrichelte Linie ange
deutet - der Mikroprozessorsteuerung 5 auch noch Signale
von anderen Meßwerten wie z.B. Gasgeschwindigkeit v, Gas
temperatur T, Staubgehalt S, Klopftakthäufigkeit K usw.
zugeführt werden. Normalerweise wird man diese Werte aber
in den Optimierungsrechner 6 eingeben, in dem auch die
erfindungsgemäßen Iterationen zur Auffinden der optimalen
Betriebsparameter durchgeführt werden.
Einzelheiten von Steuerungen der vorgenannten Art sind
u.a. in den folgenden Druckschriften näher beschrieben:.
Europäische Patente Nr. 30 320, 30 321, 31 056, 35 209,
38 505.
In Fig. 3 ist für hochohmige Stäube der Verlauf der Fil
terspannung über der Zeit bei Anwendung des erfindungsge
mäßen Verfahrens dargestellt. Auf die Pulszeit t P - hier
für zwei Pulse mit der Amplitude U und der Puls
breite t PH dargestellt - folgt die Sperrzeit t Sp und
danach die Nachladezeit t N . Aus der Summe dieser drei
Zeiten ergibt sich die Dauer eines Zyklus, an den sich ein
nächster Zyklus mit gleichen Zeiten, Amplituden und Puls
breiten anschließt, wenn das Verfahren erfindungsgemäß
vollständig optimiert ist. Diese Bedingung wird selbst
tätig laufend überprüft, indem beispielsweise die Amplitu
de des Ladepulses nach Ablauf einer bestimmten Zeit
schrittweise erhöht wird, um festzustellen, ob die Zeit
für das Abklingen der Filterspannung vom Scheitelwert Û
auf eine vorgegebene Restspannung U R ihren größten Wert
erreicht hat oder noch verlängert werden kann. Desgleichen
können auch in bestimmten Zeitabständen die Parameter
Pulsbreite, Anzahl der Ladepulse und zeitlicher Abstand
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Pulsen iterativ verän
dert und die jeweils größtmögliche Abklingzeit festge
stellt werden. Sollte sich dabei eine Abweichung der Para
meterwerte von den zuvor benutzten ergeben, wird erfin
dungsgemäß ferner geprüft, ob die Nachladezeit noch opti
mal eingestellt ist. Der Anstoß für eine erneute iterative
Optimierung der einzelnen Parameter kann selbstverständ
lich auch daraus abgeleitet werden, daß bestimmte Para
meter oder Meßwerte von vorgegebenen Sollwerten mehr oder
weniger stark abweichen.
Es sei noch bemerkt, daß sich elektrisch gesehen ähnliche
Spannungsverhältnisse am Elektrofilter erreichen lassen,
wenn statt der Sperrung von Halbwellen der Primärspannung
eine Gleichspannung benutzt wird, der Impulse aus einer
gesonderten Impulsspannungsquelle überlagert sind (vergl.
z.B. DE-OS 30 27 172).
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geht
man zweckmäßigerweise so vor, daß man mit einem einzigen
Ladepuls der Amplitude U 1 beginnt und feststellt, wie
lange es dauert, bis die Filterspannung Û auf den gegebe
nen Wert U R abgefallen ist. Im nächsten Zyklus wird die
Amplitude des Ladepulses auf U 2 erhöht und die dabei
ermittelte Abklingzeit mit der des voraufgegangenen Zyklus
verglichen. Ist die zuletzt gemessene Abklingzeit größer
als die zuerst gemessene, wird mit schrittweise vergrößer
ten U 3, U 4, U 5 usw. fortgefahren, bis sich die Ab
klingzeit nicht mehr steigern läßt. Umgekehrt wird, wenn
die Abklingzeit eines Zyklus kleiner ist als diejenige des
voraufgegangenen Zyklus, die Amplitude des Ladepulses
schrittweise verkleinert, bis die Abklingzeit bei weiter
verkleinerter Amplitude nicht mehr kürzer wird. Auf diese
Weise kann unter wechselnden Betriebsbedingungen stets
diejenige Amplitude der Ladepulse ermittelt werden, bei
der sich eine optimale Abklingzeit ergibt.
Ist die optimale Amplitude der Ladepulse ermittelt, können
in ähnlicher Weise auch die anderen Parameter, nämlich
Pulsbreite, Anzahl der Ladepulse und zeitlicher Abstand
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Pulsen optimiert wer
den. Auf diese Weise wird erreicht, daß unter den jeweils
gegebenen Verhältnissen die maximal mögliche Menge an
Ladungsträger bei kleinstmöglichem Energieaufwand in das
Abscheidefeld eingebracht wird.
Erfindungsgemäß kann dieses Optimierungsprogramm weiter
verbessert werden, wenn nach dem Abklingen der Filter
spannung auf den vorgegebenen Wert U R das Filter nicht
sofort wieder mit Ladepulsen beaufschlagt wird, sondern
wenn eine Nachladephase vorgesehen wird, in der die Span
nung U R aufrechterhalten und die Nachladezeit in aufein
anderfolgenden Zyklen schrittweise so lange ausgedehnt
wird, wie der Gesamtenergieverbrauch eines Abscheidefeldes
sinkt und der Reingasstaubgehalt den vorgegebenen Sollwert
nicht überschreitet. Es wird also die Gesamtenergieauf
nahme aufeinanderfolgender Zyklen mit schrittweise verlän
gerter Nachladezeit miteinander verglichen und die Nachla
dezeit so lange verlängert, wie die Energieaufnahme eines
Zyklus noch kleiner ist als die des voraufgegangenen und
der Reingasstaubgehalt unter dem vorgegebenen Sollwert
bleibt. Wird der Sollwert erreicht, ist die für die je
weiligen Verhältnisse mögliche längste Nachladezeit ermit
telt, was gleichbedeutend mit geringstmöglichem Energie
aufwand im Hinblick auf den vorgegebenen Reingassollwert
ist.
Zur weiteren Erläuterung dieser Zusammenhänge sei noch auf
Fig. 4 mit typischen Verläufen des Reingasstaubgehaltes S
über der Energieaufnahme E bei verschiedenen Staubwider
ständen verwiesen. Fig. 4a zeigt den Verlauf des Reingas
staubgehaltes bei niedrigem Staubwiderstand, wobei im all
gemeinen eine Erhöhung des Energieaufwandes zu einer Ver
minderung des Reingasstaubgehaltes führt.
Fig. 4b zeigt die Kennlinie für einen Staubwiderstand von
etwa 1011 Ω cm, also an der Grenze zu Staubwiderstän
den mit Rücksprühgefahr. In diesem Fall sinkt der Reingas
staubgehalt zunächst proportional zum Energieaufwand, um
dann asymmtodisch gegen einen Minimalwert zu verlaufen,
der nicht unterschritten werden kann, selbst wenn die
Anlage für noch höheren Energiebedarf ausgelegt ist. Fig.
4c schließlich zeigt den typischen Verlauf für sehr hoch
ohmige Stäube, bei dem sich wegen des Rücksprüheffektes
ein Minimum des Reingasstaubgehaltes unterhalb des
höchsten, auslegungsmäßigen Energiebedarfs ergibt.
Anlagen für hochohmige Stäube sind in ihren Energieversor
gungseinrichtungen in der Regel überdimensioniert, weil
man eine ganze Reihe von Unsicherheiten einkalkulieren muß
und bisher nicht in der Lage war, die optimale Betriebs
weise mit Sicherheit festzustellen. Bei Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Elektrofilter genau
er auf den tatsächlichen Bedarf zugeschnitten und optimal
betrieben werden.
Claims (11)
1. Verfahren zur Optimierung der Energiezufuhr und zur
Vermeidung des Rücksprühens bei einem Elektrofilter,
bei dem die Energiezufuhr durch Gleichspannungspulse
oder Gleichspannung mit überlagerten Pulsen erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß Zyklen bestehend aus Puls
zeiten mit einem Ladepuls und Pausenzeiten mit der
Dauer von mehreren Pulsen vorgesehen sind und daß die
Amplitude des Ladungspulses (Parameter a) in aufein
anderfolgenden Zyklen iterativ derartig verändert
wird, daß die Zeit für das Abklingen der Filterspan
nung vom Schetelwert Û auf eine vorgegebene Rest
spannung U R ihren größten Wert erreicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Restspannung U R in Höhe der Koronaeinsatz
spannung vorgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
unter Beibehaltung der optimalen Amplitude des Lade
pulses die Pulsbreite (Parameter b) in aufeinander
folgenden Zyklen iterativ derartig verändert wird, daß
die Zeit für das Abklingen der Filterspannung vom
Scheitelwert Û auf eine vorgegebene Restspannung U R
ihren größten Wert erreicht.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
unter Beibehaltung der optimalen Aplitude des Lade
pulses und der optimalen Pulsbreite die Anzahl der
Ladepulse (Parameter c) so lange um jeweils einen Puls
erhöht wird, wie der letzte Scheitelwert der Filter
spannung nicht kleiner ist als der vorletzte Scheitel
wert und die Abklingzeit nicht unter den ermittelten
größten Wert absinkt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
bei einer Energieversorgung des Elektrofilters mit
Gleichstrom und überlagerten Pulsen Pulszeiten mit
mehreren Pulsen vorgesehen sind und daß außer der
Amplitude der Ladepulse, der Pulsbreite und der Anzahl
der Ladepulse auch noch der zeitliche Abstand zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Pulsen (Pulsfolgefrequenz
= Parameter d) im Hinblick auf die Einstellung einer
größtmöglichen Abklingzeit interativ verändert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Optimierungsverfahren für einen oder mehrere der
Parameter a bis d wiederholt angewendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß unter Beibehaltung der optimierten
Parameter a bis d im Anschluß an das Abklingen der
Filterspannung vom Scheitelwert Û auf die Restspan
nung U R durch Nachladen im Filter eine Spannung in
Höhe der Restspannung U R aufrechterhalten wird und
daß die Zeit zwischen dem Ende der Abklingzeit und dem
Beginn des nächsten Pulses (Nachladezeit) in aufeinan
derfolgenden Zyklen schrittweise so lange ausgedehnt
wird, wie die Gesamtenergieaufnahme des Elektrofilters
abnimmt und der Reingasstaubgehalt unterhalb des vor
gegebenen Sollwerts bleibt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
wenn schon bei Einstellung der kleinstmöglichen Nach
ladezeit ein Ansteigen des Reingasstaubgehaltes auf
einen Wert über dem Sollwert festgestellt wird, das
Optimierungsverfahren insgesamt oder in Teilen, be
ginnend mit einem schrittweise erhöhten Wert der Rest
spannung U R ein oder mehrmals wiederholt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Elektrofilter während der
Puls- und Nachladezeit mit Gleichspannungspulsen
beaufschlagt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Elektrofilter zumindest
während der Pulszeit mit Gleichspannung und überlager
ten Pulsen beaufschlagt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß es bei einem Elektrofilter mit
mehr als einem gesondert geregelten Abscheidefeld in
der Weise angewendet wird, daß jedes Abscheidefeld für
sich optimiert und darüberhinaus eine Koordinierung
der Felder untereinander vorgenommen wird.
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