DE3522979A1 - Verfahren zur erzeugung elektrisch geladenen spruehnebels aus leitfaehigen fluessigkeiten - Google Patents
Verfahren zur erzeugung elektrisch geladenen spruehnebels aus leitfaehigen fluessigkeitenInfo
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Description
DieErfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung
elektrisch geladenen Sprühnebels aus leitfähigen Flüssig
keiten.
Ein elektrostatisches Sprühverfahren für organische Pflan
zenschutzformulierungen mit spezifischen Widerständen im
Bereich von ρ = 104 Ohm · m bis ρ = 107 Ohm · m ist bekannt.
Der elektrische Widerstand der zur Zeit am häufigsten
eingesetzten wäßrigen Pflanzenschutzmittel liegt jedoch
mit Werten von ρ <102 Ohm · m bedeutend niedriger. Wäßrige
Formulierungen dieser Art müssen unter Zuführung mecha
nischer Energie versprüht und durch zusätzliche besondere
Vorkehrungen elektrisch aufgeladen werden. Dies kann z.B.
dadurch geschehen, daß man die Sprühelemente, z.B. feine
Düsen oder sehr schnell rotierende Scheiben unter Hoch
spannung setzt. Die elektrischen Kräfte, die geladene
Tröpfchen allseitig auf dem Zielobjekt, z.B. einer Pflanze
zur Abscheidung bringen, sind aber nur dann hinreichend
gut wirksam, wenn die Tröpfchen klein sind. So kann man
beispielsweise Wassertröpfchen mit dem Durchmesser von
200 µm bei hoher Aufladung auf leitfähigen, geerdeten
Gegenständen sehr wirksam abscheiden, wobei die
elektrischen Kräfte, verglichen mit der Schwerkraft, stark
dominieren.
Die günstigsten Aufladebedingungen für die Tropfen erhält
man erfahrungsgemäß immer dann, wenn die Sprühelemente
selbst an Hochspannung gelegt werden, wobei das Ladungs
vorzeichen der entstehenden Tropfen gleichnamig ist mit
dem Vorzeichen des Düsenpotentials, was zur Folge hat, daß
die Tropfen von dem Sprühelement abgestoßen und von der
Gegenelektrode angezogen werden.
Nachteilig ist dabei der Umstand, daß bei Verwendung leit
fähiger Flüssigkeiten die Hochspannung des Sprühelementes
über die Flüssigkeitssäule in der Zuführungsleitung auf
den Vorratsbehälter für die Flüssigkeit übertragen wird.
Handelt es sich um kleine Flüssigkeitsmengen, wie bei ein
fachen Hand-Sprühgeräten, so kann der Vorratsbehälter
unter geringem Aufwand hochspannungsmäßig isoliert werden.
Für kleine Flüssigkeitsdurchsätze kann man auch den Vor
ratsbehälter erden und als Verbindung zur Düse oder Sprüh
scheibe eine sehr lange, dünne, isolierende Schlauch
leitung verwenden, in der die Flüssigkeitssäule einen so
hohen Widerstand annimmt, daß bei einer Düsenspannung von
mehreren Kilovolt nur ein sehr schwacher Erdstrom von
beispielsweise weniger als 1 mA über die Flüssigkeitssäule
abfließt.
Die Verwendung feiner Düsen, z.B. mit dem Durchmesser von
100 µm, die zur Erzeugung monodisperser Tröpfchen sehr vor
teilhaft sein können, ist auf Flüssigkeiten beschränkt,
die keine Ablagerungen an der Kapillarwand erzeugen (z.B.
Kalk aus Leitungswasser) und die nicht auskristallisieren
(zu hohe Konzentrationen gelöster Wirkstoffe können
Kristallausscheidungen verursachen), ferner auf Disper
sionen, die nur Teilchen enthalten, die wesentlich kleiner
sind als der Düsendurchmesser.
Bei Verwendung sehr schnell rotierender Elektroden sind
Verunreinigungen der genannten Art wesentlich unkriti
scher, jedoch ist dann der apparative Aufwand sehr hoch.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein
einfaches Verfahren zu entwickeln, das feine, elektrisch
hoch geladene Tröpfchen leitfähiger Flüssigkeiten in
größerer Menge produziert, das keine mechanisch schnell
bewegten Elektroden und keine feinen Düsen erfordert und
das vor allem so arbeitet, daß größere Behälter für die
zu versprühende Flüssigkeit nicht unter Spannung stehen,
so daß umständliche Maßnahmen zur Bewältigung der Iso
lationsprobleme nicht erforderlich sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man
die zu versprühende Flüssigkeit durch eine oder mehrere
Düsen als in Tropfen zerfallende Strahlen austreten läßt
und anschließend die aus den Tropfen gebildete Flüssigkeit
einem elektrisch gegenüber den Düsen isolierten Sprüh
system zuführt, wobei zwischen Düsen und Sprühsystem ein
hohes elektrisches Feld angelegt wird.
Auf diese Weise ist es überraschend gelungen, durch
Wasserstrahlen oder Strahlen anderer leitfähiger Flüssig
keiten bis zu einer bestimmten Strahlstärke Flüssigkeits
ströme über Entfernungen von wenigen Zentimetern von ge
erdeten Düsen auf Elektroden, die unter hohem Potential
stehen (z.B. 20 bis 40 kV) zu übertragen, ohne damit einen
Funkenübergang zwischen Düse und Elektrode zu zünden oder
stärkere Übergangsströme auszulösen. Bei Verwendung ein
facher Glattstrahldüsen und relativ niedrigen Strömungs
geschwindigkeiten löst sich der anfangs zusammenhängende
Teil eines Flüssigkeitsstrahls in einem vorgegebenen
Bereich der Austrittsgeschwindigkeit nach kurzer Lauf
strecke in eine Tropfenreihe auf, die den Stromdurchgang
unterbricht.
Es ist seit langer Zeit bekannt, daß die Tropfen eines
Flüssigkeitsstrahls beim Aufprall auf eine harte Ober
fläche in eine Vielzahl wesentlich kleinerer Tröpfchen
zerschlagen werden. Unter Ausnutzung dieses Effektes
können also mit Düsen, die infolge des natürlichen Zer
falls eines Flüssigkeitsstrahls relativ große Tropfen
abgeben, auch wesentlich kleinere Tropfen erzeugt werden.
Mit der Möglichkeit, Flüssigkeitsstrahlen bestimmter Art
auf hochspannungsführende Elektroden zu richten, ohne
damit einen nennenswerten Stromfluß zu erzeugen, ergibt
sich die weitere Möglichkeit, in geeigneten Elektrodenan
ordnungen über den Pralleffekt auch mit relativ weiten
Düsen kleine, hoch aufgeladene Tröpfchen zu erzeugen.
Wegen der wesentlich größeren Betriebssicherheit sind
natürlich weite Düsen den engen Kapillardüsen immer
vorzuziehen. Die elektrische Aufladung der kleinen
Tröpfchen erhält man unter der Bedingung, daß die Auf
prallstelle der Primärtropfen eines Strahls in einem
Gebiet liegt, in dem ein starkes elektrisches Feld auf
rechterhalten wird. In diesem Feld, mit Feldrichtung
senkrecht zur Prallfläche, nehmen die remittierten Tröpf
chen eine Kontaktladung auf, die sich nach dem gleichen
Prinzip wie beim Ladungsübergang von einer unter Spannung
stehenden Düse auf die Tropfen des Strahls überträgt.
Nun ist aber das neue, hier beschriebene Prinzip mit dem
großen Vorteil verbunden, daß die Düse und damit auch der
Vorratsbehälter für die Flüssigkeit, wie angestrebt, auf
Erdpotential bleiben können und nur eine einfache Prall
elektrode, die man leicht isoliert befestigen kann, an
Hochspannung gelegt werden muß.
Die zur Tropfenaufladung notwendige Feldstärke an der
Prallstelle der unter Hochspannung stehenden Elektrode
läßt sich auf verschiedene Weise bis zum maximal möglichen
Wert erhöhen. Eine Möglichkeit besteht darin, daß man den
Strahl auf eine gekrümmte Elektrodenfläche aufprallen
läßt, indem man der Elektrode die Form einer Kugel oder
eines Zylinders gibt.
Ein starkes Feld über der Prallstelle entsteht auch dann,
wenn eine geerdete Feldelektrode über diese Stelle gesetzt
wird. Diese Feldelektrode kann z.B. ein Hohlzylinder dar
stellen, der den ersten Teil des aus der Düse austretenden
Flüssigkeitsstrahls umschließt. Durch den kleineren Ab
stand der Elektroden in Nähe der Prallstelle wird dort das
Feld konzentriert.
Die elektrische Abschirmung des Strahls durch eine ihn
umgebende zylindrische Elektrode, die an gleichem
Potential liegt, hat außer der Erhöhung der Feldstärke
noch eine fokussierende Wirkung auf den Strahl selbst.
Während ohne diese Abschirmung auch die Primärtropfen des
zerfallenden Strahls von der Düse durch Influenz eine
Ladung aufnehmen und durch die gegenseitige Abstoßung
auseinandergedrängt werden, wodurch der gezielte Aufprall
verschlechtert wird, unterbleibt diese Aufladung in Gegen
wart des Abschirmzylinders und der Aufschlag der Tropfen
kann besser auf eine Stelle konzentriert werden.
Unter praktisch interessanten Betriebsbedingungen, d.h.
bei Anwendung niedriger Flüssigkeitsdrücke von wenigen bar
wird nur ein Teil der im Strahl zugeführten Flüssigkeit
durch den Pralleffekt zerstäubt. Der Rest strömt über die
Elektrodenoberfläche an die tiefste Stelle der Elektrode
und tropft dort ab. Dieser nicht versprühte Flüssigkeits
anteil ist relativ groß und kann beispielsweise 50% der
Gesamtmenge betragen. Dieser Teil muß aufgefangen und über
ein Pumpsystem wieder der Düse zugeführt werden. Da die
Prallelektrode, von der die Flüssigkeit abläuft, unter
Hochspannung steht, die Auffangelemente jedoch aus prak
tischen Gründen an Erdpotential bleiben müssen, entsteht
hier erneut das Problem des Flüssigkeitsüberganges zwi
schen unter Spannung stehenden Elektroden. Da die Flüssig
keit hier aber in drucklosem Zustand abläuft, kann eine
Bündelung zu einem engen Strahl mit geringem Ladungs
transport nicht vorgenommen werden. Vielmehr neigt die ab
laufende Flüssigkeit dazu, sich an einer bestimmten Stelle
zu sammeln und dann in dickeren Strähnen abzufließen. Dies
führt sofort zum Funkenübergang und zum Kurzschluß.
Es wurde nun gefunden, daß durch Anwendung geeigneter
Tropf-Elektroden die ablaufende Flüssigkeit so verteilt
werden kann, daß sich keine zusammenhängenden Strähnen
bilden und daß das Abtropfen an mehreren Stellen gleich
zeitig erfolgt, wobei ferner durch den Einfluß elektri
scher Kräfte ein Zerfall in kleinere Tropfen eintritt, die
keine Kurzschlußbrücke bilden. Der Abstand zwischen Tropf-
Elektrode und Auffangelement kann dadurch ebenfalls auf
einige Zentimeter Distanz reduziert werden.
Das Abtropfen unter Spannung kann z.B. von einem gezahnten
unteren Rand der Elektrode erfolgen, wobei die Entfernung
von Zahnspitze zu Zahnspitze eine wesentliche Rolle
spielt. Durch Verteilerelemente bekannter Art, z.B. Über
laufrinne und Leitstreifen für die Flüssigkeit werden
Teilströme den einzelnen Zähnen zugeführt. Hat die Prall
elektrode z.B. eine zylindrische Form mit horizontaler
Stellung der Zylinderachse, so wird als Abtropfelement an
die unterste Mantellinie des Zylinders ein Zahnstreifen
mit nach unten weisenden Zähnen gesetzt, wobei der Abstand
von Spitze zu Spitze 5-10 mm, vorzugsweise 6 bis 8 mm be
trägt. Entlang einer höher liegenden Mantellinie des Zy
linders ist eine horizontal verlaufende Rinne in den Zy
linderkörper eingefräst, an deren Rand Sollüberlaufstellen
durch Kerben markiert sind.
Die Funktionsweise des Verfahrens wird anhand von Ausfüh
rungsbeispielen nach Fig. 1 bis Fig. 5 erläutert.
Fig. 1 zeigt das Prinzip der Entstehung geladener Tropfen
Fig. 2 verdeutlicht den Tropfenweg zwischen Düse, Prall
elektrode und Auffangelement,
Fig. 3 zeigt eine Elektrodenanordnung für mehrere Düsen
Fig. 4 stellt den Flüssigkeitsweg in der gesamten An
ordnung dar und
Fig. 5 zeigt eine weitere nach dem erfindungsgemäßen Ver
fahren arbeitende Vorrichtung zum Versprühen
größerer Flüssigkeitsmengen.
Nach Fig. 1 wird aus einer Glattstrahldüse 1 ein Flüssig
keitsstrahl 2 ausgestoßen, wonach sich dieser Strahl auf
natürliche Weise infolge der Oberflächenspannung in eine
Tropfenreihe auflöst. Der Zerfall eines Flüssigkeits
strahls in einzelne Tropfen wird immer dann beobachtet,
wenn ein glatter Flüssigkeitsstrahl mit einer relativ
niedrigen Strömungsgeschwindigkeit aus einer Düse aus
tritt. Dieser seit langem bekannte Effekt wird als natür
licher Strahlzerfall bezeichnet. Eine ausführliche Er
läuterung findet sich z.B. in P.Schmidt und P. Walzel in
Chem. Ing. Tech. 52 (1980) Nr. 4, Seite 304-311). Die so
erzeugten Tropfen treffen auf die kugelförmige Prallelek
trode 4, wo sie zerschlagen werden und als Tröpfchen
schwarm 5 die Kugel wieder verlassen. Die Elektrode 4 ist
mit einer Spannungsquelle 6 verbunden und erhält dadurch
negatives Potential gegen Erde. Die Düse 1 ist geerdet.
Bei dem hier angedeuteten Vorgang nehmen die Tropfen der
Tropfenreihe 3 durch Influenz positive Kontaktladung auf
und bewegen sich damit zur negativen Kugelelektrode. Die
positive Tropfenladung wird beim ersten Kontakt mit der
Kugel an diese abgegeben, die Flüssigkeit an der Kugel
oberfläche wird negativ aufgelagen und behält diese Ladung
auch nach dem Verlassen der Kugel in der Tröpfchenwolke.
Die eingezeichneten Pfeile geben die Feldrichtung an der
Kugeloberfläche an.
In Fig. 2 ist eine Glattstrahldüse 7 aus einer Reihe von
Düsen mit der gemeinsamen Zuleitung 8 dargestellt. Der Ab
schirmzylinder 9 umschließt die Düse und den ersten Teil
des Flüssigkeitsstrahls bis zu der Stelle, an der der Zer
fall in einzelne Tropfen bereits eingesetzt hat. Damit ist
die Trennstelle, an der sich der erste Tropfen ablöst,
feldfrei und es kommt nicht zur Aufladung des Tropfens.
Im Mittelteil der Darstellung ist die zylindrische Prall
elektrode im Schnitt gezeichnet. Diese Elektrode 10 ist
über ein Hochspannungskabel 11 und die innere Anschluß
stelle 12 mit einer hier nicht gezeigten Hochspannungs
quelle verbunden. Die Aufprallstelle 13 für den Flüssig
keitsstrahl ist aus der Mitte der Elektrode derart ver
setzt, daß der erzeugte Tröpfchenschwarm seitlich, vor
zugsweise in horizontaler Richtung ausgestoßen wird. Der
nicht versprühte Flüssigkeitsanteil 15 verteilt sich in
einer sich verbreiternden Schicht (unterstützt durch
Verteilerelemente) über einen Teil der Zylinderoberfläche
und erreicht schließlich den Zahnstreifen 16, von wo aus
die Flüssigkeit an mehreren Stellen abtropft. Durch ein
kräftiges elektrisches Feld in der Umgebung der Zahnspit
zen werden die Tropfen weiter zerteilt und in eine Auf
fangwanne 17 gezogen, wo die Flüssigkeit gesammelt und
durch die Rohrleitung 18 abgesogen wird. Die beschriebenen
Apparateteile werden durch Stützleisten 19 in der gezeig
ten Position gehalten.
Eine andere Ansicht der Anordnung wird in Fig. 3 gezeigt.
An die Druckleitung 8 sind mehrere Düsen 7 und die gleiche
Zahl Abschirmzylinder 9 angeschlossen. In dieser Ansicht
wird die Zahnleiste 16 am unteren Teil des Prallzylinders
sichtbar. Der Durchmesser des Zylinders kann 10 bis 100
mm betragen, ein besonders günstiger Durchmesser liegt im
Bereich von 15 bis 30 mm. Von der Weite der Düsen 7 hängt
auch die Größe der Sekundartröpfchen ab, die beim Aufprall
des Strahls entstehen. Mit Düsen der Weite 350 µm und
einem Flüssigkeitsdruck von 2 bar erhält man beispiels
weise Tröpfchen mit vorwiegend 50 µm Durchmesser. Die Ab
stände zwischen den Düsen und der Prallelektrode bzw.
zwischen der Abtropfleiste und der Auffangwanne können
praktisch im Bereich von 70 bis 100 mm liegen, wenn die
Betriebsspannung der Anlage 20 bis 40 kV beträgt. Die
Stromaufnahme je Düse liegt im Bereich unter 100 Mikro
ampere.
Die Verbindung aller Teile einer vollständigen Sprühan
lage ist in Fig. 4 übersichtlich dargestellt. Aus einem
geschlossenen Vorratsbehälter 20 wird die Flüssigkeit 21
mit der Pumpe 22 abgesogen und über die Druckleitung 8 den
Düsen zugeführt. Der nicht versprühte Anteil fließt über
die Saugleitung 18 in den Behälter 20 zurück. Da das ent
nommene Flüssigkeitsvolumen immer größer ist als das zu
rückströmende, bleibt der sonst allseitig geschlossene
Flüssigkeitsbehälter ständig unter geringem Unterdruck und
es besteht keine Gefahr des Überlaufens der Auffangwanne
17. Im ganzen System existiert lediglich eine hochspan
nungsführende Elektrode 10, die an die Spannungsquelle 23
angeschlossen ist. Alle anderen Teile sind geerdet.
Dadurch ist es auch möglich, die elektrische Kapazität der
Anlage klein zu halten und auf diese Weise gefährliche
Aufladungen zu vermeiden. Der gesamte Flüssigkeitsumlauf
wird mit einer einzigen Pumpe bei niedrigem Arbeitsdruck
aufrechterhalten.
Die leichte Bauweise des Sprühsystems ermöglicht in ein
facher Weise die Ausdehnung der Sprühzone auf eine Länge
von mehreren Metern.
Gemäß Fig. 5 wird eine Vorrichtung zur Anwendung des Ver
fahrens zur Flüssigkeitsübertragung auf hochspannungfüh
rende Zerstäubungselektroden für die Erzeugung größerer
Mengen feinen, elektrisch geladenen Sprühnebels beschrie
ben. In dieser Variante wird die Flüssigkeitszerstäubung
nicht durch Prall, sondern durch Luftströmungen in Zwei
stoffdüsen erzielt. Derartige Vorrichtungen können bei
spielsweise in der Landwirtschaft zum Auftragen von
Pflanzenschutzmitteln auf größere Pflanzenbestände oder
in der Lackierindustrie zur Beschichtung von Gegenständen
eingesetzt werden.
An einem Stützisolator 24 ist ein zylindrischer Träger 25
für das Sprühsystem befestigt. Am anderen Ende des Träger
rohres befindet sich eine kugelförmige, gegebenenfalls
auch zylindrische Sprühelektrode 26, in deren Wand von
innen her mehrere Zweistoffdüsen so eingesetzt sind, daß
die Flüssigkeit in je einem weiten Vollkegel nach außen
abgesprüht werden kann. In Fig. 5 sind 3 solcher Sprüh
stellen angedeutet. Die zum Betrieb der Düsen notwendige
Luft wird über einen Druckschlauch 27 zugeführt, dessen
Wand aus einem isolierenden Material (Kunststoff) besteht.
Über ein Hochspannungskabel 28 stehen das Trägerrohr 25
und die Elektrode 26 mit einem Hochspannungsgenerator 29
in Verbindung.
Da die zu versprühende Flüssigkeit leitfähig ist, muß ein
elektrisches Trennsystem 30 in die Flüssigkeitszuleitung
eingeschaltet werden. In diesem Trennsystem wird die
Flüssigkeit aus einer Reihe von Glattstrahldüsen 31 in
dünnen Strahlen, beispielsweise je 0,2 bis 1,5 mm Dicke
ausgestoßen und in einer Auffangwanne 32, die über die
Rohrleitung 33 mit dem Düsenkopf 26 in Verbindung steht,
gesammelt (selbstansaugende Düsen). Die Flüssigkeitsstrah
len haben Längen von beispielsweise 100 bis 200 mm.
Mit einem geringen Überdruck wird die Flüssigkeit über die
Leitung 35 dem Trennsystem 30 zugeführt. Die im Betrieb
mit Druckluft selbstansaugend arbeidenden Zerstäuberdüsen
im Sprühkopf 26 ziehen die Flüssigkeit aus der Wanne 32
durch die Leitung 33 ab und erzeugen jeweils einen Voll
kegel des geladenen Sprühnebels. Die Tröpfchen schlagen
sich auf der Oberfläche aller Gegenstände nieder, die sich
in der näheren Umgebung der Düsen befinden und die an Erd
potential liegen, bzw. eine entgegengesetzte Ladung
tragen.
Mit 16 Glattstrahldüsen von 1 mm Weite im Trennsystem 30
können beispielsweise in der Minute 4 l Wasser bei 40 kV
Spannung auf ein Sprühsystem übertragen werden. Der damit
verbundene Stromabfluß zur Erde beträgt weniger als
0,08 mA.
Claims (10)
1. Verfahren zur Erzeugung eines elektrisch hochauf
geladenen Sprühnebels aus einer leitfähigen Flüssig
keit, dadurch gekennzeichnet, daß man die Flüssig
keit durch eine oder mehrere Düsen als in Tropfen
zerfallende Strahlen austreten läßt, anschließend die
aus den Tropfen gebildete Flüssigkeit einem elek
trisch gegenüber den Düsen isolierten Sprühsystem
zuführt und zwischen Düsen und Sprühsystem ein hohes
elektrisches Feld anlegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Sprühsystem eine Prallelektrode verwendet
wird, auf die man die Tropfen auftreffen läßt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß Prallelektroden mit gekrümmter Ober
fläche verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß kugelförmige Prallelektroden verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zylinderförmige Prallelektroden verwendet wer
den.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Feldstärke über der Aufprallstelle
des Flüssigkeitsstrahles durch eine in der Nähe
dieser Stelle angebrachte Feldelektrode erhöht wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß als Feldelektrode ein Hohlzylinder verwendet
wird, der einen Teil des Flüssigkeitsstrahls um
schließt.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Prallelektrode an ihrer Unterseite
mit Abtropfelementen ausgestattet werden, die die
Bildung von zusammenhängenden ablaufenden Flüssig
keitssträhnen verhindern.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß als Abtropfelemente Zahnleisten mit einem Zahn
abstand von 5 bis 10 mm, vorzugsweise 6 bis 8 mm,
verwendet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im Sprühsystem Zweistoffdüsen für die Flüssig
keitszerstäubung verwendet werden.
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