DE3522395C1 - Verfahren und Anordnung zur Aufarbeitung von Altpapier - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Aufarbeitung von AltpapierInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von Altpapier entsprechend dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1. Ein solches Verfahren ist bekannt aus DE-PS 27 51 084.
Bei diesem Verfahren besteht die Schwierigkeit, den Stoff aus dem Dickstoffturm auszutragen und ferner
gleichzeitig auch die großen Schmutzanteile zu entfernen. An sich ist ein solches Verfahren besonders geeignet
für Altpapier, das mit Farbe bedruckt oder gefärbt ist, die sehr leicht verschmiert und auf die Fasern aufzieht.
Durch eine solche Anordnung wird an sich eine sehr schonende Aufarbeitung des Altpapiers erreicht.
Gemäß der Erfindung soll ein Verfahren und eine Einrichtung geschaffen werden, die besonders zur Aufarbeitung
von solchen Altpapieren geeignet ist, das mit schmierigen Farben bedruckt oder gefärbt ist, wobei
eine relativ leichte bzw. weitgehende Entfernung der groben Schmutzanteile und auch eine günstige Weiterleitung
möglichst in verdünntem Zustand der Altpapiersuspension möglich sein soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Ausführungsformen für entsprechende
Anordnungen ergeben sich aus den Ansprüchen 8 bis 10.
An sich ist es bereits bekannt, Dickstofftürme zu verwenden, aus deren untersten Teil eine Fasersuspension
in verdünntem Zustand abgezogen wird, wobei dort ein Propeller die Umwälzung der Fasersuspension bewirkt.
Bisher sind jedoch Anwendungen nur für die Lagerung von Zellstoff oder die Aufarbeitung von bereits in
starkem Maße vorgereinigtem Altpapier bekanntgeworden (Wochenblatt für Papierfabrikation 1968, Seite
740). Im Falle der eingangs erwähnten Anlage ist es, wie gesagt ein Problem, in ausreichendem Maße die
Schmutzanteile ohne weiteres zu entfernen. Mit der erfindungsgemäßen Anlage bzw. den erfindungsgemäßem
Verfahren werden jedoch alle diese Probleme relativ einfach gelöst, wobei die entsprechende Anlage relativ
wenig Aggregate oder Apparaturen erforderlich macht. Andererseits ist durch die DE-OS 34 25 270 eine Anordnung
bekannt, bei der einer Auflösetrommel ein Stofflöser nachgeschaltet ist, die beide im Dickstoffbereich
arbeiten. Hierbei wird am unteren Ende des Stofflösers eine Pumpe verwendet, deren Laufrad ein Zerfaserungsrotor
derart vorgeschaltet ist, daß die Schaufeln des Zerfaserungsrotors in axialer Richtung dort enden,
wo die Laufradschaufeln der Pumpe anfangen. Hierbei soll die »Endauflösung« des Altpapiers durch den Zerfaserungsrotor
stattfinden. Anscheinend soll aber keine Umwälzung im Stofflöserbehälter stattfinden, sondern
es soll eine sogenannte Fluidisierung der Zellstoffsuspension in dem Zerreißteil der Pumpe erfolgen. An sich
soll diese Anlage für Zellstoff besonders geeignet sein, es muß aber die Funktionsweise stark, insbesondere hinsichtlich
verschmutzten Altpapiers, bezweifelt werden. Für verschmutztes Altpapier scheint sich diese Anlage
auf keinen Fall zu eignen. Jedenfalls ist die Funktionsweise der kombinierten Pumpe für solches Altpapier
fraglich. Das erfindungsgemäße Verfahren arbeitet
ebenfalls bei sehr geringem Energieverbrauch und funktioniert
auch bei verschmutztem Altpapier einwandfrei. Nachfolgend wird die Erfindung anhand zweier in den
Figuren der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele erläutert.
In F i g. 1 ist die Imprägniertrommel mit 1 bezeichnet,
der das Altpapier in loser Schüttung mittels einem mit 2 angedeutetem Transportband stirnseitig zugeführt
wird. Es sind Spritzrohre 3 vorgesehen, durch die Flüssigkeit, insbesondere eine Chemikalienlösung, mittels
Spritzdüsen dem Altpapier zugeführt wird. Durch die Rotation der Trommel wird das Altpapier mit der Flüssigkeit
durchtränkt. In diesem Falle ist, auf Rollen 26 drehbar gelagert, die Imprägniertrommel 1 etwas geneigt
angeordnet, so daß das Altpapier durch ihre Rotation dem Lagerbehälter 4, der, wie hier auch dargestellt,
im allgemeinen in Turmbauweise ausgeführt ist, zugeführt wird. Die Neigung der Imprägniertrommel ist vorzugsweise
einstellbar, damit auf diese Weise der Mengenstrom des imprägnierten Altpapieres zum Turm gesteuert
werden kann. Abhängig von dieser Neigung und damit vom Mengenstrom läßt sich die Chemikaliendosierung
steuern. In diesem Lagerbehälter verbleibt das Altpapier einige Zeit, z. B. etwa 2 bis 3 Stunden, so daß
die Chemikalien intensiv auf das Altpapier einwirken können und es so auflösen. Dabei gelangt das Altpapier
noch mit im wesentlichen allen Schmutzanteilen, so wie es angeliefert worden ist, in den Lagerbehälter. Es empfiehlt
sich jedoch, die Schnüre und Drähte, die ursprünglich die Altpapierballen zusammengehalten haben, vorher
zu entfernen. Andererseits wäre es möglich, in dem nachgeschalteten Stofflöserteil diese spinnenden Verunreinigungen
durch den Rotor zu zerteilen.
In dem unteren Teil ist der Lagerbehälter etwas konisch eingezogen und bildet praktisch einen Stofflöserteil,
in welchem die Fasersuspension auf eine niedrige Konsistenz von z. B. zwischen 4 und 7% mittels Verdünnungswasser
über Leitung 11 gebracht wird. In dem untersten, als Stofflöserteil zu bezeichnenden Teil 5 des
Lagerbehälters erfolgt nun eine starke Umwälzung des Altpapiers durch einen Rotor 6, der auch gleichzeitig
das Altpapier zerkleinert, so daß eine Suspension entsteht, die überwiegend aus Einzelfasern oder kleineren
Faserbündeln besteht.
Es ist empfehlenswert, einen am Boden des Lagerbehälters angeordneten Rotor 6 mit senkrechter Welle zu
verwenden und ihn entsprechend als einen bei einem Stofflöser üblichen Rotor auszubilden. Es wäre aber
auch möglich, wie strichpunktiert angedeutet, einen hochtourigen Umwälzpropeller 10, wie er für solche
Türme an sich üblich ist, einzusetzen. Es wird am Rande des Stofflöserteils 5 über Leitung 13 eine Fraktion der
verdünnten Faserstoffsuspension abgezogen durch den Wirbelströmungsapparat 8, der ein rotationssymmetrisches
Gehäuse hat und einen ziemlich großen Aufnahmeraum 14 aufweist, dem die Suspension durch die Leitung
13 zentral zugeführt wird; und zwar genau gegenüber dem Rotor 15, dessen Antriebswelle 16 mit der
Leitung 13 fluchtet. Im Bereich des Rotors befindet sich der Auslaßstutzen 17, von dem aus die Fasersuspension
mit dem starken Schmutzanteil über mittels Schieber 27 z. B. periodisch absperrbare Leitung 28 einer Sortiertrommel
9 zugeführt wird, die einen perforierten Mantel mit einer Lochung aufweist, die zur Aussortierung der
Schmutzanteile geeignet ist und etwa 10 bis 20 mm im Durchmesser beträgt. Diese Sortiertrommel 9 ist rotierbar
in der Lagerung 19 gelagert. Sie weist in ihrem Inneren Förderrippen 20 in wendeiförmiger Anordnung
auf, um den nicht sortierbaren, d. h. zu verwerfenden Schmutzanteil an der Eintrittsöffnung auszuwerfen. Der
Gutstoff gelangt durch die Perforierung in die Zwischenbütte 21. Anstelle des Wirbelströmungsapparates
8 könnte auch eine sogenannte Wirbelströmungspumpe bekannter Bauart verwendet werden. Unterhalb des
Rotors 6 des Turmes 4 ist eine Siebplatte 12 angedeutet, so daß relativ gereinigter Gutstoff in den Austragsraum
18 des unteren Behälterteils gelangt und somit über Leitung 22 abgepumpt werden kann zur weiteren Verarbeitung.
Hingegen ist die Leitung 13 für die mit Verschmutzungen stark angereicherte Fraktion oberhalb
des Abzugsraumes 18 seitlich neben dem Rotor 6 an den Umwälzraum des Lagerbehälters 4 angeschlossen.
In F i g. 2 ist eine Variante dargestellt, bei der seitlich neben dem Turmteil 4' der Stofflöserteil 5' vorgesehen
ist, der aber auch hier den untersten Teil des Turmes bzw. Lagerbehälters 4' bildet. Hierdurch ist es eventuell
möglich, die Bauhöhe der gesamten Anlage etwas zu verringern.
Ansonsten sind hier ähnliche Bauteile wie in F i g. 1 mit dem gleichen Bezugszeichen, jedoch mit Apostroph,
versehen.
Um die Bauhöhe weiter zu verringern, könnte man die Trommel 1 auch neben dem Turm anordnen und
mittels einem weiteren Transportband das imprägnierte Altpapier hinauf zur Turmeinlaßöffnung befördern.
Es könnte auch jeweils das Sieb 12 oder 12' im Turm weggelassen und ein entsprechendes im Wirbelströmungsapparat
8', wie strichpunktiert in F i g. 2 angedeutet, vorgesehen werden. Dann würde über Stutzen 25
Gutstoff abgezogen werden. Stutzen 23 bzw. 23' dienen jeweils nur der Entleerung, z. B. zu Reinigungszwecken,
z. B. um mit Wasser den Apparat auszuspülen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
- Leerseite -
Claims (10)
1. Verfahren zur Aufarbeitung von Altpapier mittels Imprägnierung und nachfolgendem Auflösen
des Altpapiers unter Chemikalieneinwirkung bei hoher Stoffkonzentration (Dickstoffverfahren) in einem
turmförmigen Lagerbehälter (4), gekennzeichnet durch eine anschließende Umwälzung
des Papierbreies unter Verdünnung im untersten Teil des turmförmigen Lagerbehälters mit starker,
weitgehender Zerkleinerung der Papierfetzen durch einen Auflöserotor (6,10).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdünnung und Zerkleinerung
der Papierfetzen im untersten Turmbereich über den gesamten Querschnitt desselben in einem im
wesentlichen dem Volumen eines üblichen Stofflösers entsprechenden Bereich stattfindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Imprägnierung des Altpapiers
unter Umwälzung desselben in einer rotierbaren Trommel (1) mit gegen die Horizontale höchstens
um 40° geneigter Trommelachse erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerung des Papierbreies
in dem turmförmigen Lagerbehälter (4) bei einer Konsistenz zwischen 15 und 30% und die
Umwälzung des Papierbreies im untersten Teil des Behälters bei einer Stoffdichte zwischen 4 und 7%
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine schmutzreiche
Fraktion der verdünnten Papiermasse aus dem untersten Teil des turmförmigen Lagerbehälters abgezogen
wird und nachfolgend diese Fraktion sortiert wird zwecks Wiedergewinnung des Faseranteils.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorsortierung des
Altpapiers hinsichtlich Schnüren und Drähten vor der Imprägnierung erfolgt.
7. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der unterste Teil des turmförmigen Lagerbehälters (4) als Stofflöser (5)
oder stofflöserartig ausgebildet ist und mindestens eine Zuführleitung (11 bzw. 11") für die Verdünnungsflüssigkeit
aufweist.
8. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Auflösepropeller (10) hoher Drehzahl mit horizontaler Welle oder ein Auflöserotor (6)
mit horizontaler oder vertikaler Welle zur Zerteilung und Umwälzung des Altpapieres im untersten
Teil des turmförmigen Lagerbehälters vorgesehen ist.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Abzug der verdünnten
Fraktion aus dem untersten Behälterteil eine Wirbelströmungspumpe oder ein Wirbelströmungsapparat
(8,8') vorgesehen ist.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wirbelströmungsapparat (8,8') ein im wesentlichen rotationssymmetrischer Behälter
mit einer zentralen Eintrittsöffnung an der einen Stirnseite und dieser gegenüberliegend einem Rotor
(15,15') mit im wesentlichen mit der zentralen Achse
der Eintrittsöffnung fluchtender Drehachse (16,16') und einer im Bereich des Rotors vorgesehenen Austrittsöffnung
(Stutzen 17) am Mantel des rotationssymmetrischen Behälters ist.
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