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Schi ei fmaschine
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Die Erfindung betrifft eine Schleifmaschine zum Schleifen von unrunden
Werkstücken, insbesondere von Nockenwellen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Eine Schleifmaschine dieser Art ist beispielsweise aus der US-PS 3
344 559 bekannt. Hierbei geht es um ein numerisch gesteuertes Schleifen von Nockenwellen,
wobei die formgebende Relativbewegung zwischen dem Werkstück und dem Schleifschlitten
mit der Schleifscheibe durch eine numerisch gesteuerte Bewegung des Schleifschlittens
erfolgt.
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Der Schleifschlitten wird also entsprechend der zu erzeugenden Nockenform
auf die Werkstückachse zu und von dieser weg bewegt. Der Schleifschlitten trägt
bei dieser Maschine außer der Schleifspindel mit der Schleifscheibe auch den Schleifantrieb
und eine Abrichteinrichtung. Wegen der großen Masse des Schleifschlittens dieser
bekannten Schleifmaschine können bei zunehmender Produktionsgeschwindigkeit, also
bei zunehmender Drehzahl der bearbeiteten unrunden Werkstücke, die Eigenfrequenz
des Steuerungssystems, die ja der Drehfrequenz des Werkstücks folgt, und die Eigenfrequenz
des mechanischen Systems Schleifschlitten/Antriebsmittel in Resonanzbereiche kommen,
die zu unkontrollierbaren Schwingungen führen können. Bei höheren Werkstückdrehgeschwindigkeiten
ist daher bei dieser bekannten Maschine die zu fordernde Nockenformgenauigkeit nicht
mehr gewährleistet. Hinzu kommt, daß auch schon bei relativ niedrigen Werkstückdrehgeschwindigkeiten
wegen der großen Masse des Schleifschlittens eine außerordentlich scharfe Regelung
und eine steife und robuste Bauweise erforderlich sind, um die gewünschten Nockenformgenauigkeiten
zu erreichen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleifmaschine der
eingangs beschriebenen Art derart zu verbessern, daß auch bei hohen Drehgeschwindigkeiten
des Werkstücks Resonanzschwingungen des mechanischen Systems sicher ausgeschlossen
sind, so daß auch bei diesen hohen Produktionsgeschwindigkeiten stets eine hohe
Formgenauigkeit der unrunden Werkstückkonturen erreichbar ist.
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Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen
des Anspruchs 1 angegebenen Mittel. Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Schleifmaschine
ist die Eigenfrequenz des mechanischen Systems aus Schleifschlitten/ Gewindetrieb
so weit erhöht, daß eine Resonanz mit der von der Steuerung entsprechend der Drehfrequenz
des Werkstücks bewirkten Frequenz der regelmäßig wiederkehrenden, formgebenden Linearbewegung
des Schleifschlittens ausgeschlossen ist. Resonanzschwingungen des mechanischen
Systems können also nicht auftreten, so daß die gewünschte hohe Formgenauigkeit
der unrunden Werkstücke durch die Bewegung des Schleifschlittens nicht beeinträchtigt
wird.
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Eine konstruktiv besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
enthält der Anspruch 2. Um zu vermeiden, daß Schwingungen des als Schleifantrieb
eingesetzten Motors, insbesondere eventuelle Unwuchtschwingungen, auf den Tragschlitten
und damit auch auf den Schleifschlitten übertragen werden, sind die Maßnahmen nach
Anspruch 3 vorgesehen.
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Eine andere Ausführungsform der Schleifmaschine nach der Erfindung
enthält der Anspruch 4. Hiernach sind der Schleifschlitten und der Tragschlitten
auf dem Maschinenbett nebeneinander und parallel zueinander beweglich angeordnet.
Um die für die Formgebung des Werkstücks
erforderlichen Relativbewegungen
zwischen dem Schleifantrieb und der Schleifspindel zu ermöglichen, ist gemäß Anspruch
5 für die Drehmomentübertragung vom Schleifantrieb auf die Schleifspindel eine Riementransmission
vorgesehen, wobei sich besonders geringe Abstandsänderungen zwischen dem Schleifantrieb
und der Drehachse der Schleifspindel ergeben, wenn der Schleifantrieb, wie gemäß
der Erfindung vorgesehen, so angeordnet ist, daß die Schleifantriebsachse und die
Schleifspindelachse etwa vertikal übereinanderliegen. Die Maßnahmen nach Anspruch
6 bewirken dabei, daß die von der Riementransmission verursachten Kräfte nach unten
zur Führungsbahn des Schleifschlittens hin wirken, was die Sicherheit der Schlittenführung
erhöht. Anspruch 7 befaßt sich mit einer sicheren und konstruktiv wenig aufwendigen
Art des Schleifschlittenantriebs. Die Maßnahmen des Anspruchs 8 haben den Vorteil,
daß für den Tragschlitten kein eigener Antrieb erforderlich ist.
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Durch die weitere Ausbildung der Erfindung nach den Ansprüchen 9 und
10 wird die Trennung der zum Schleifen Werkstücke unrunde + rlichen, formgebenden
Bewegung des Schleifschlittens von seinen materialabtrags- und verschleißbe dingten
Zustellbewegungen optimiert, was eine Vereinfachung der Steuerung bedeutet.
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Um zu gewährleisten, daß die Schleifscheibe aus Sicherheitsgründen
immer optimal abgedeckt ist, sind die Maßnahmen des Anspruchs 11 vorgesehen. Der
Schleifschlitten wird dabei nicht mehr als unbedingt erforderlich belastet.
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Die Anordnung der Abrichteinrichtung nach Anspruch 12 ermöglicht eine
Zustellung des Abrichtwerkzeugs zur abzurichtenden Schleifscheibe, ohne daß der
Schleifschlitten mit der Abrichteinrichtung belastet wird. Um wenigstens
zeitweise
ein kontinuierliches Abrichten der Schleifscheibe während des Schleifvorgangs zu
ermöglichen, sind die Maßnahmen nach Anspruch 13 vorgesehen.
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Durch die DE-OS 22 13 088 ist zwar schon eine Außenrundschleifmaschine
bekannt, deren Schleifschlitten auf einem parallel zum Schleifschlitten beweglichen
Zwischengleitträger geführt ist. Hierbei handelt es sich jedoch um das Schleifen
von Werkstücken mit zylindrischen Abschnitten unterschiedlicher Durchmesser. Der
auf dem Zwischengleitträger zum Werkstück hin und zurück beweglich angeordnete Schleifschlitten
trägt außer der Schleifspindel mit einer Schleifscheibe den Schleifantrieb sowie
ggf. weitere Aggregate. Die Schleifzustellung erfolgt durch Verschieben des Zwischengleitträgers,
wobei die Position des Schleifschlittensauf dem Zwischengleitträger unverändert
bleibt.
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Bei Abschluß des Schleifvorgangs an einem Werkstückabschnitt wird
die Position des Schleifschlittens auf dem Zwischengleitträger entsprechend der
Durchmesserdifferenz zum nächsten zu schleifenden Werkstückabschnitt verändert.
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Auf diese Weise können unterschiedliche Durchmesser eines rotierenden
abgestuften Werkstücks ohne Solldurchmesserabhängige Änderungen der im Steuerprogramm
enthaltenen Zustelldaten des Zwischengleitträgers geschliffen werden.
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Diese Maschine läßt keine Rückschlüsse auf die beim Schleifen unrunder
Werkstückformen auftretenden Probleme, insbesondere von Schwingungsproblemen und
deren Lösungen zu. Auch einen Hinweis auf die gemäß der Erfindung vorgesehene Trennung
der formgebenden Bewegung des Schleifschlittens von seiner durch den Materialabtrag
und den Schleifscheibenverschleiß bedingten Zustellbewegung gemäß vorliegender Erfindung
erhält der Fachmann durch die bekannte Maschine nicht.
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Der besondere Vorteil der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Maschine
besteht darin, daß auch bei hohen Werkstückdrehgeschwindigkeiten eine hohe Formgenauigkeit
der unrunden Konturen des rotierenden Werkstücks erzielt wird. Resonanzschwingungen
des mechanischen Systems Schleifspindel/ Schleifschlitten/Gewindetrieb sind wegen
des speziellen Maschinenaufbaus ausgeschlossen und können die Genauigkeit der Bearbeitungsvorgänge
auf der Maschine nicht stören.
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Der Schleifschlitten, der zur Erzeugung der unrunden Konturen der
Werkstücke nur kurze Hübe auszuführen braucht, ist von den sonst üblicherweise am
Schleifschlitten befestigten Aggregaten entlastet. Die Gewindespindel braucht nur
für die relativ kurzen Hübe des Schleifschlittens ausgelegt zu sein. Sie kann dadurch
extrem steif und trägheitsarm gebaut werden. Der Schleifschlitten und die Abrichteinrichtung
sind gemäß der Erfindung so konzipiert und angeordnet, daß wenigstens zeitweise
ein kontinuierliches Abrichten der Schleifscheibe während des Schleifprozesses möglich
ist, was die Produktivität und damit ihre Wirtschaftlichkeit beträchtlich erhöht.
Das gemäß der Erfindung vorgeschlagene Bauprinzip einer Nockenwellenschleifmaschine
ermöglicht also einen hochdynamischen formerzeugenden Schleifschlitten und trotzdem
den Einsatz auch sehr schwerer Schleifmotoren und leistungsfähiger Abrichtgeräte.
Ein solches Bauprinzip ist Voraussetzung dafür, daß dem numerisch gesteuerten Nockenschleifen
auch realistische Chancen in der hochproduktiven Großserienfertigung eröffnet werden.
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Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
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Es zeigen Figur 1 eine Seitenansicht und Figur 2 eine Vorderansicht
einer Nockenwellenschleifmaschine nach der Erfindung in schematischer Darstellung;
Figur 3 eine Seitenansicht und Figur 4 eine Vorderansicht einer anderen Ausführungsform
einer Nockenwellenschleifmaschine nach der Erfindung in einer schematischen Darstellung;
Figur 5 eine schematische Darstellung eines Schleifschlittenantriebs.
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In den Figuren 1 und 2 ist eine Schleifmaschine zum Schleifen von
Nockenwellen für Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen dargestellt. Gleiche Teile
sind in beiden Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
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Die als Ausführungsbeispiel dargestellte Nockenwellenschleifmaschine
besteht aus einem Maschinenbett 1, einem auf dem Maschinenbett linear beweglich
geführten Maschinentisch 2 und einem quer zum Maschinentisch linear beweglich geführten
Schleifkopf 3. Auf dem Maschinentisch 2 ist mittels üblicher und allgemein bekannter,
in der Zeichnung nicht dargestellter Haltemittel ein Werkstück 4, im dargestellten
Fall eine Nockenwelle, um seine Längsachse drehbar gehalten. Der Maschinentisch
2 ist auf Führungsbahnen 6 und 6a senkrecht zur Zeichenebene der Figur 1 bewegbar.
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Der Schleifkopf 3 weist einen senkrecht zur Bewegungsrichtung des
Maschinentischs 2 auf dem Maschinenbett 1 beweglich geführten Tragschlitten 7 auf,
welcher einen parallel zur Bewegungsrichtung des Tragschlittens 7 beweglich geführten
Schleifschlitten 8 trägt. Beide Schlitten sind beim gezeigten Ausführungsbeispiel
also senkrecht zur Bewegungsrichtung des Maschinentisches 2 und zur Drehachse des
Werkstücks 4 verschiebbar. Sie können auch in bekannter Weise unter einem vorgegebenen
Winkel schräg zur Drehachse des Werkstücks 4 verfahrbar angeordnet werden. Der Antrieb
des Tragschlittens 7 erfolgt mittels eines Motors 9 über einen Gewindespindeltrieb
9a. Als Antriebsmittel für den Schleifschlitten 8 sind auf dem Tragschlitten ein
Motor 11 und ein Spindeltrieb lla gelagert. Der Tragschlitten 7 und der SchlelFschlitten
8 sind somit parallel zueinander, aber unabhängig voneinander quer zur Dreha@hse
des Werkstücks 4 verschiebbar.
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Der Aufbau des Schleifkopfes 3 ist besonders deutlich in der Darstellung
der Figur 2 zu erkennen. Figur 2 zeigt einen Teil des Maschinenbettes 1, auf welchem
der Tragschlitten 7 längsbeweglich geführt ist. Auf dem Tragschlitten 7 ist der
Schleifschlitten 8 parallel zum Tragschlitten beweglich geführt. Auf dem Schleifschlitten
8 ist in einem Lagergehäuse 12 eine Schleifspindel 13 mit einer Schleifscheibe 14
drehbar gelagert. Antriebsseitig weist die Schleifspindel 13 einen Satz Riemenscheiben
16 auf, über welche mittels Transm i ss ionsr iemen 17 die Drehmomentübertragung
von einem Antriebsmotor 18 zur Schleifspindel 13 erfolgt.
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Auf dem Lagergehäuse 12 der Schleifspindel 13 ist an parallelen Führungsstangen
19, die in einem Lagerblock 21 längsbeweglich geführt und von einem Antriebsmotor
22 über einen Spindeltrieb 23 antreibbar sind, eine Schutzblende 24 angebracht,
welche die Schleifscheibe in ihrem oberen Teil nach vorne abdeckt. Mit der Blende
24 verbunden ist eine Düse 26 zum Zuführen von Kühlmittel. Die Position der Schutzblende
24 kann so immer dem abnehmenden Durchmesser der Schleifscheibe angepaßt werden.
Gleichzeitig wird die Kühlmitteldüse 26 nachgeführt.
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Außer der Schleifspindel, der Schutzblende und der Kühlmitteldüse
sind gemäß der Erfindung weiter keine Bauteile auf dem Schleifschlitten 8 angeordnet.
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Auf dem Tragschlitten 7 ist, wie die Figur 2 zeigt, über Schwingungsdämpfer
27 eine Brücke 28 montiert, welche den Schleifantrieb 18 trägt. Der Schleifantrieb
18 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel der Nockenwellenschleifmaschine vertikal
daher der Sch 1 e i fsp ndr 1 (JC ü L dne t , so daß die Hubbewegungen des Schleifschlitten,
8, die nur
der unrunden Formgebung des Werkstücks dienen und daher
entsprechend der Exzentrizität des Werkstücks nur sehr kurz sind den Abstand zwischen
der Achse des Schleifantriebs 18 um und der Achse der Schleifspindel 1 3 nur in
einem geringen, zu vernachlässigenden Maße verändern. So ist trotz der getrennten
Lagerung der Schleifspindel und des Schleifantriebs 18 stets eine zuverlässige Drehmomentübertragung
gewährleistet. Falls es sich als erforderlich erweisen sollte, ist es möglich, die
Transmissionsriemen 17 über Spannrollen zu führen.
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Wie Figur 1 zeigt, trägt der Tragschlitten 7 auf einer zweiten Brücke
29 eine Abrichteinrichtung 31. Diese besteht aus einem Abrichtschlitten 32, der
an seinem der Schleifscheibe zugewandten Ende an einer achsparallel zur Schleifspindel
ausgerichteten Abrichtspindel ein Abrichtwerkzeug 33 in Form einer rotierenden Abrichtrolle
aufweist. Der Abrichtschlitten 32 ist auf einer mit der Brücke 29 fest verbundenen
Schlittenführung 34 mittels eines Spindeltriebs 36 und eines Antriebsmotors 37 etwa
radial zur Schleifspindelachse hin und zurück verschiebbar.
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Zum Schleifen eines unrunden Werkstücks, z.B. einer in der Figur 1
gezeigten Nockenwelle, wird das Werkstück eingespannt und, ggf. mit veränderbar
gesteuerter Umdrehungsgeschwindigkeit, gedreht. Die jeweilige aktuelle Winkellage
des Werkstücks wird mittels eines Drehgebers fortlaufend ermittelt. In Figur 1 ist
der Einfachheit halber als Drehgeber eine synchron mit dem Werkstück umlaufende
Indexscheibe 38 vorgesehen, welche mit einem Näherungsinitiator 39 zusammenwirkt.
In Abhängigkeit von der Winkellage des Werkstücks erzeugt der Näherungsinitiator
39 Steuerimpulse, die einer Steueranordnunq 41 z u g e f ü h r t w e r d e n. D
i e 5 t e u e r anordnung 41 beaufschlagt den Schlittenantrieb 11 des
Schleifschlittens
8 winkelstellungsabhängig mit Steuerimpulsen, so daß der Motor 11 über den Spindeltrieb
lla den Schleifschlitten und damit die Schleiffläche der Schleifscheibe 14 entsprechend
der vorgegebenen Kontur des Werkstücks näher an das Werkstück heran oder von ihm
weg bewegt. Die Figur 1 zeigt die Schleifspindel in einer Position, in welcher die
Schleifscheibe den Grundkreis eines Nockens schleift. Jetzt hat die Schleifspindel
den geringsten Achsabstand von der Drehachse des Werkstücks 4.
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Zum Schleifen der Nockenüberhöhung führt der Antrieb 11 den Schleifschlitten
drehwinkelabhängig entsprechend der gewünschten Form des Nockens von dem Werkstück
zurück, bis der Achsabstand der Schleifspindel von der Drehachse des Werkstücks
beim Schleifen des Scheitels der Nockens überhöhung seinen größten Wert erreicht.
Dann kehrt sich die Schlittenbewegung wieder um.
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Während des Schleifens des Grundkreises bleibt die Lage des Schleifschlittens
auf dem Tragschlitten unverändert, da der Radius des Grundkreises des Nockens konstant
ist.
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Diese Zeit wird bei der gezeigten Maschine zum Abrichten der Schleifscheibe
14 genutzt. Dazu wird der Abrichtschlitten 32 mit der Abrichtrolle 33 im Eilgang
gegen die Schleifscheibe 14 gefahren, sobald das Schleifen des Grundkreises beginnt.
Die Abrichtrolle 33 kann nun so lange an der Schleifscheibe bleiben, solange der
Grundkreis geschliffen wird. Gegebenenfalls kann die Drehgeschwindigkeit des Werkstücks
während des Abrichtens etwas reduziert werden, damit ausreichend Zeit für dieses
kontinuierliche Abrichten während des Schleifens bleibt. Bevor der Achsabstand zwischen
der Schleifspindel und der Drehachse des Werkstücks zum Schleifen der Nockenüberhöhung
vergrößert wird, muß der Abrichtsehlitten 32 wieder zurück in seine Ausgangsposition
ge fah ren werden. Der Beginn
des Abrichtvorgangs und sein Ende
werden mittels der Indexscheibe 38 und des Näherungsinitiators39 in Zusammenwirkung
mit der Steueranordnung 41 ermittelt, die die Impulse für den Vorschub und den Rückhub
des Abrichtschlittens 32 an den Abrichtantrieb 37 abgibt.
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Die Steueranordnung 41 bewirkt auch den Vorschub und den Rückhub des
Tragschlittens 7 durch Abgabe entsprechender Steuerimpulse an den Schlittenantrieb
9. Vorzugsweise erfolgt mittels des Tragschlittens 7 die Zustellung der Schleifscheibe
14 zum Werkstück als Kompensation zu deren Verschleiß und Abrichtbetrag. Außerdem
bewirkt der Antrieb 9 den Rückhub des Tragschlittens 7 beim Wechseln des Werkstücks
bzw. der Schleifscheibe. Vorzugsweise führt daher der Schleifschlitten 8 nur die
oszillierende Bewegung für die Formerzeugung des Werkstücks aus. Der gezeigte und
beschriebene Aufbau der Schleifmaschine nach der Erfindung hat zur Folge, daß die
Eigenfrequenz des Schleifschlittens relativ hoch ist, so daß Resonanzschwingungen
infolge der oszillierenden Bewegungen des Schleifschlittens nicht zu befürchten
sind. Solchen Resonanzschwingungen wirken auch der kurze Hub des Schleifschlittens
8 sowie die extrem steife und trägheitsarme Ausbildung der Gewindespindel lla die
den Schleifschlitten antreibt, entgegen. Unwuchtschwingungen des Antriebsmotors
18 der Schleifspindel, die nicht immer ganz zu vermeiden sind, sind durch die schwingungsisolierende
Anbringung der Brücke 28 am Tragschlitten 7 ohne Wirkung auf die Genauigkeit der
Werkstückbearbeitung.
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Die Schutzhaube 42 der Schleifscheibe 14 ist ebenfalls an der vom
[ragschlitten 7 getragenen Brücke 28 angebracht.
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Sie wird an der Vorderseite der Maschine durch die Schutzblende 24
ergänzt, die entsprechend der Schleifscheibenabnutzung nachstellbar ist. Diese Nachstellung
kann
gesteuert mittels des Antriebsmotors 22 oder auch von Hand
erfolgen. In jedem Fall ist stets eine optimale Abdeckung der Schleifscheibe 14
gewährleistet.
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Ein anderes Ausführungsbeispiel einer Schleifmaschine nach der Erfindung
ist in den Figuren 3 und 4 in einer Seiten-bzw. einer Vorderansicht schematisch
dargestellt. Auch diese Maschine weist ein Maschinenbett 1 auf, das einen in Führungsbahnen
6 und 6a parallel zur Achse eines Werkstücks 4 verschiebbaren Maschinentisch 2 trägt.
Auf dem Maschinentisch 2 ist das Werkstück mit bekannten nicht näher dargestellten
Mitteln so eingespannt, daß es in Richtung eines Pfeiles 43 gedreht werden kann.
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Das Maschinenbett 1 trägt außerdem auf einem Sockel 44 einen Schleifschlitten
46, auf dem in einem Lagergehäuse 47 eine Schleifspindel 48 mit einer Schleifscheibe
49 gelagert ist. Der Schleifschlitten 46 ist mittels eines Antriebes 51 und einer
Gewindespindel 51a, die im Sockel 44 verläuft, auf dem stationären Sockel zur Achse
des rotierenden Werkstücks 4 hin und zurück bewegbar.
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Parallel zum Schleifschlitten 46 ist auf dem Maschinenbett ein Tragschlitten
52 geführt, der einen Schleifspindelantrieb 53 trägt. Die Drehmomentübertragung
vom Schleifspindelantrieb 53 zur Schleifspindel 48 erfolgt über einen Riementrieb
54, wobei die Spannung der Transmissionsriemen des Riementriebs 54 von der Schleifspindel
nach unten wirkt, so daß die Auflage des Schleifschlittens 46 auf die Führungsbahnen
56 und 56a stabilisiert wird.
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Der Riementrieb 54 ist durch eine Schutzhaube 57 geschützt, die ebenfalls
vom Tragschlitten 52 getragen wird. Der Antrieb des Tragschlittens 52 erfolgt über
pine Gewindespindel 58, die über einen Riementrieb 59 und die
Gewindespindel51a
vom Motor Cal iangetrieben wird. Der [ragschlitten 52 wird auf diese Weise
also parallel und synchron zur Zustellbewegung des Schleifschlittens 46 bewegt.
Auf diese Weise ist immer nahezu ein gleichmäßiger Abstand zwischen der Schleifspindel
48 und der Achse des Schleifspindelantriebs 53 gewährleistet.
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Die formgebende Bewegung des Schleifschlittens 46 auf das rotierende
Werkstück 4 zu und zurück bewirkt ein zusätzlicher Antrieb 61, dessen Wirkungsweise
anhand der Figur 5 erläutert wird. Für das Verständnis dieses Antriebs nicht erforderliche
Teile der Maschine sind in Figur 5 wegggelassen. Der Spindelantrieb 51 treibt die
im stationären Sockel 44 gelagerte Zustellspindel 51a an, so daß die zugehörige
Spindelmutter 62, die mit dem Schleifschlitten 46 in Eingriff steht, in Richtung
der Spindelachse bewegt wird und den Schleifschlitten entsprechend mitführt. In
Figur 5 ist auch der Riementrieb 59 erkennbar, der der Drehmomentübertragung von
der Zustellspindel 51a zur Gewindespindel 58 des Tragschlittens 52 dient.
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Die Spindelmutter 62 ist mit einem Zahnrad 63 verdrehfest verbunden,
das mit einem im Schleifschlitten 46 gelagerten Zahnrad 64 kämmt, welches seinerseits
über eine Welle 66 vom Antrieb 61 antreibbar ist. Die Spindelmutter 62 steht über
eine ringförmige Führungsbahn 67 in gleitendem Eingriff mit einem Mitnehmer 68 des
Schleifschlittens 46, so daß die Spindelmutter 62 über die Zahnräder 63 und 64 vom
Motor 61 in drehende Bewegung gesetzt werden kann. Die Zustellung der Schleifscheibe
49 bis zum Eingriff der Schleifscheibe in das Material des Werkstücks und die während
der Werkstückbearbeitung erforderliche verschleiß-und materialabtragsbedingte Zustellung
erfolgen bei nicht rotierender Spindelmutter 62 durch Drehen der
Zustellspindel
51a mittels des Zustellantriebs 51. Die für die Erzeugung der Nockenform erforderliche
formgebende Bewegung des Schleifschlittens erfolgt durch den Antrieb 61, der die
Spindelmutter 62 in rotierende Bewegung versetzt und so der Zustellbewegung durch
den Zustellantrieb 51 die erforderliche formgebende Bewegung überlagert.
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Auch bei dieser Ausführungsform ist der Schleifschlitten 46 von schweren
Maschinenelementen frei und kann ohne die Gefahr von Resonanzschwingungen entsprechend
der gewünschten Nockenform auch mit hohen Geschwindigkeiten hin und her bewegt werden.
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Nach Figur 3 ist auf dem Schleifschlitten 46 ein Abrichtgerät 69
mit einem Abrichtwerkzeug 70 angeordnet, mit dem die Schleifscheibe 49 auch während
des Schleifbetriebs kontinuierlich abgerichtet werden kann. Zur Zustellung des Abrichtgeräts
69 ist ein Antrieb 71 vorgesehen, der das Abrichtgerät auf dem Schleifschlitten
46 relativ zur Schleifscheibe 49 verschiebt. Figur 4 zeigt die Anordnung eines Abrichtgeräts
72 mit einem Abrichtwerkzeug 73 oberhalb der Schleifscheibe 49, wobei das Abrichtgerät
auf einem vom Schleifschlitten 46 getragenen Gestell 74 geführt ist. Die Zustellung
des Abrichtwerkzeugs 73 zur Schleifscheibe 49 erfolgt mittels eines Antriebs 75.
Als Abrichtwerkzeuge kommen alle bekannten Abrichtwerkzeuge wie feststehende Abrichtplatten,
rotierende Abrichtrollen, topfförmig ausgebildete, rotierende Abrichtwerkzeuge und
dggl.
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in Frage.
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Das in Figur 5 gezeigte, auf der Spindel 66 sitzende Zahnrad 64 ist
natürlich so ausgebildet und angebracht, daß es auch bei relativen axialen Lageveränderungen
zum Zahnrad 63 mit diesem in Eingriff bleibt. Das kann durch eine ents p r e c h
e n d e axiale Länge des Zahnrades 64 oder 63 oder durch
axiale
Verschiebbarkeit des Zahnrades 64 auf der Spindel 66 erreicht werden, beides Maßnahmen,
die hier keiner näheren Darstellung bedürfen.
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