DE3500594A1 - Zumesssystem fuer eine brennkraftmaschine zur beeinflussung des betriebsgemisches - Google Patents
Zumesssystem fuer eine brennkraftmaschine zur beeinflussung des betriebsgemischesInfo
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Description
R. 19T9O
23.11.198U Vb/Wl
ROBERT BOSCH GMBH, 7OOO Stuttgart 1
Zumeßsystem für eine Brennkraftmaschine zur
Beeinflussung des Betriebsgemisches
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Zumeßsystem für eine Brennkraftmaschine
nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Aus der DE-PS 22 16 705 (= US-PS 38 27 237 = R- 825) ist
bereits eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum Entgiften der Abgase einer Brennkraftmaschines in deren Abgasleitung
Reaktoren zur Oxydation und Reduktion in Reihenschaltung angeordnet sind, bekannt, bei dem mit einem Temperaturregelkreis
die Reaktortemperatur und mit Hilfe eines Lambda-Regelkreises das Massenverhältnis von Luft zu
Kraftstoff geregelt wird.
Mit diesem Verfahren wird einerseits ein schnelles Erreichen der Betriebstemperatur der Reaktoren im Warmlauf und
andererseits ein sicheres Halten der Betriebstemperatur der Reaktoren auch bei niedrigen Außentemperaturen erreicht.
Darüber hinaus soll dieses Verfahren einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch bei schadstoffarmen Abgasen gewährleisten.
-Sf- R. 19790
Im praktischen Betrieb eines mit einer derartigen Brennkraftmaschine
ausgerüsteten Kraftfahrzeuges hat sich nun gezeigt,
daß das bekannte Verfahren bzw. die bekannte Vorrichtung den heutigen, strengeren Anforderungen an die Schadstoffemissionen
nicht immer gerecht wird. Dies gilt insbesondere für solche Betriebsbereiche, in denen die Betriebsparameter der Brennkraftmaschine
schnelle zeitliche Änderungen aufweisen.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Zumeßsystem für
Brennkraftmaschinen derart weiterzubilden, daß die Schadstoffemissionen
der Brennkraftmaschine in allen Betriebsbereichen der Brennkraftmaschine solche Werte annehmen, die
den heutigen und in naher Zukunft zu erwartenden gesetzlichen Auflagen gerecht werden oder diese noch übertreffen.
Diese Aufgabe wird durch ein Zumeßsystem mit den Merkmalen
des Hauptanspruchs gelöst.
Vorteile der Erfindung
Mit dem erfindungsgemäßen Zumeßsystem für eine Brennkraftmaschine
läßt sich die Schadstoffemission einer Brennkraftmaschine
bei der Vielzahl der vorkommenden Betriebsbedingungen enorm reduzieren. Durch die Verwendung von zwei Abgasmeßsonden
vor und hinter dem Abgaskatalysator und einer Verarbeitung der Abgasmeßsonden-Signale durch Regelalgorithmen
verschiedener Regelzeitkonstanten ergibt sich eine hohe Regelfrepenz und eine derartige Regelamplitude, daß
darüber hinaus auch ein optimaler Konvertierungsgrad des Katalysators gewährleistet ist.
- ^r - R. 19790
Mit der Anordnung der zweiten Abgasmeßsonde hinter dem Abgaskatalysator
ist eine Mehrfachausnutzung des Sondensignals dieser Abgasmeßsonde möglich. Anhand dieses Signals ergibt
sich in vorteilhafter Weise eine Überwachungsmöglichkeit der Funktionsweise des Katalysators.
Weitere Vorteile der Erfindung und zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich in Verbindung mit den
Unteransprüchen aus der nachfolgenden Beschreibung des
Ausführungsbeispiels.
Zeichnung
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigen:
Figur 1 - Schadstoffkonzentration im Abgas mit und ohne
katalytische Abgasnachbehandlung in Abhängigkeit von der Luftzahl Lambda
a) Emission von O9 vor und nach dem Katalysator
b) Emissionen von HC vor und nach dem Katalysator
c) Emission von NO vor und nach dem Katalysator
d) Emission von CO vor und nach dem Katalysator
e) Anschnittvergrößerung der 0 -Emission nach Katalysator
f) Anschnittvergrößerung der HC-Emission nach Katalysator
g) Anschnittvergrößerung der NO -Emission nach Katalysator
h) Anschnittvergrößerung der CO-Emission nach Katalysator ,
-X- R. 19790
Figur 2 - einen Ausschnitt aus dem zeitlichen Verhalten einer in einem Kraftfahrzeug eingebauten Brennkraftmaschine
a) Geschwindigkeit des Kraftfahrzeuges
b) Drehzahl der Brennkraftmaschine
c) zugeteilte Kraftstoffmenge
d) Sauerstoffgehalt im Abgas vor dem Katalysator
e) Luftzahl Lambda (berechnet) vor dem Katalysator
f) Sauerstoffgehalt im Abgas nach dem Katalysator
g) Luftzahl Lambda (berechnet) nach dem Katalysator, Figur 3 - ein Zeitdiagramm der Drehzahl der Brennkraftmaschine,
der Lambda-Sonden-Spannung vor dem Katalysator sowie der Lambda-Sonden-Spannung nach dem Katalysator,
Figur k - ein Blockschaltbild der einzigen Ausführungsform,
Figur 5 - ein Flußdiagramm zur Erläuterung der Funktionsweise
der Ausführungsform der Figur k.
Beschreibung des Ausführungsbeispieles
Durch geeignete Nachbehandlung der Abgase der Brennkraftmaschine kann der Schadstoffanteil erheblich verringert
werden. Ein Verfahren zur Verminderung der Schadstoffe im Abgas besteht in der Verwendung eines Abgaskatalysators nach
dem Einbettverfahren, bei dem alle drei Schadstoffkomponenten Kohlenmonoxid
(CO), Kohlenwasserstoffe (CH) und Stickoxide
(N0v) - in hohem Maß abgebaut werden. Voraussetzung für dieses
Verfahren ist, daß die Brennkraftmaschine ausreichend exakt mit einem stöchiometrischen Luft-Kraftstoff-Gemisch
betrieben wird. Bei einer solchen Gemischzusammensetzung
wird ein Optimum zwischen den Größen Schadstoffemission,
Kraftstoffverbrauch und Fahrverhalten erreicht.
- / - R. 1 9T9O
Die zulässige Variation des Lambda-Wertes für den optimalen Abbau
der drei Schadstoffkomponenten ist dabei derart gering,
daß aus Gründen der Genauigkeit anstelle einer gesteuerten Gemischzumessung ein geschlossener Regelkreis erforderlich
•wird. Als Meßfühler für einen derartigen Regelkreis können verschiedene Abgasmeßsonden, beispielsweise Sauerstoffsonden
(Lambda-Sonden), CO-Sonden oder auch NO -Sonden eingesetzt
werden.
In den Diagrammen der Figur 1a, b, c, d ist die Konzentration der drei genannten Schadstoffkomponenten und die Op-Konzentration
in Abhängigkeit von der Luftzahl Lambda aufgetragen. Dabei sind jeweils die Emissionswerte vor dem Katalysator und
nach dem Katalysator in den einzelnen Diagrammen miteinander verglichen. Es ist zu erkennen, daß ein Minimum an Schadstoffemission
dann auftritt, wenn die Luftzahl Lambda einen Wert annimmt, der innerhalb eines Bereiches in der näheren Umgebung
von Lambda =1,0 liegt. Die Breite dieses Bereiches, für den der Katalysator seine optimale Wirkung entfaltet, erstreckt
sich von ca. Lambda = 0,998 bis Lambda = 1,00O5 was durch die
Ausschnittsvergrößerungen der Figuren 1f, g, h veranschaulicht
wird. Will man mittels eines Regelkreises ein Verlassen dieses "Katalysatorfensters" vermeiden, so sind an den Regelkreis
hohe Anforderungen bezüglich Regelgenauigkeit sowie Regelgeschwindigkeit
zu stellen. Die Anforderungen an die Regelgenauigkeit
ergeben sich aus der geringen Breite des Katalysatorfensters
von ca. 2 0I0* (bezogen auf Lambda = 1), die
Anforderungen an die Regelgeschwindigkeit sind zum einen durch
die Laufzeiten des Luft-Kraft stoff-Gemisches vom Gemischbildner
durch die Brennkraftmaschine hin zur Abgasmeßsonde und
zum anderen durch die instationären Betriebszustände der Brennkraftmaschine, wie sie im praktischen Betrieb auftreten,
gegeben.
AO
- fr - R. 19790
Herkömmliche Konzepte zur Regelung der Zusammensetzung des
Betriebsgemisches mittels einer Abgasmeßsonde - wie sie beispielsweise in der eingangs erwähnten Patentschrift beschrieben
sind - gelangen insbesondere bei schnellen dynamischen Änderungen der Betriebsparameter der Brennkraftmaschine
an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Insbesondere
bei sehr raschen Lastwechselvorgängen sind diese Regelungen nicht mehr in der Lage, das Luft-Kraftstoff-Gemisch
auf Werte im Bereich des "Katalysatorfensters" zu regeln, so daß eine erhöhte Abgasemission auftritt.
Anhand von Figur 2 sollen die auftretenden Probleme mittels experimentell ermittelter Fahrkurven verdeutlicht werden.
Die verwendete Brennkraftmaschine weist einen herkömmlichen Lambda-Regelkreis mit einer Abgasmeßsonde auf, wobei die
zweite Abgasmeßsonde lediglich für Meßzwecke eingesetzt wird. In Figur 2a, b, c sind in dieser Reihenfolge die Geschwindigkeit
ν eines Kraftfahrzeuges, die Drehzahl η der Brennkraftmaschine
sowie die der Brennkraftmaschine zugeteilte Kraftstoffmenge Q^ in Abhängigkeit von der Zeit t auTgetra-
K.
gen. Diese Betriebskenngrößen zeigen das typische Verhalten, wie es im Leerlauf, beim Hochschalten, bei Lastwechsel und
im Schubbetrieb auftritt.
In Figur 2d ist der Sauerstoffgehalt im Abgas vor dem nachgeschalteten
Katalysator aufgetragen. Vor allem in den Fällen, in denen die Kraftstoffzufuhr unterbrochen ist, steigt
der Sauerstoffgehalt im Abgas auf sehr hohe Werte an, zum
Teil wesentlich höher als in diesen Diagrammen dargestellt (begrenzter Meßbereich). Dies i-st dadurch zu erklären,
daß auch im Falle einer Kraftstoffzumessung Q„ = O immer
noch Luft von der Brennkraftmaschine angesaugt wird und unverbrannt
in das Abgassystem gelangt. Der berechnete Verlauf
A1
-Jr- R. 19790
der Luftzahl Lambda, wie er sich in Figur 2e darstellt, weist
ein ähnliches Verhalten auf, wobei die Spitzen für Luftzahlwerte Lambda ^1 auf Anreicherungen im Beschleunigungsfall
bzw. nach dem Schiebebetrieb zurückzuführen sind. Charakteristisch für die Kurven der Figur 2d, e ist eine dem Signalmittelwert
überlagerte Regelschwingung (mit einer auf Lambda = 1 bezogenen Amplitude von einigen Prozent), die auf
das Zusammenwirken der PI-Charakteristik der Luftzahl-Regelung
und der Gaslaufzeiten durch die Brennkraftmaschine zurückzuführen ist.
In Figur 2f, g ist der experimentell ermittelte Sauerstoff-Anteil im Abgas nach dem Katalysator sowie der zugehörige
berechnete Lambda-Wert über der Zeit aufgetragen. Aus Figur 2f ist zum einen ersichtlich, daß der Katalysator die
Amplitude der Sauerstoffspitzen verringert und daß zum anderen
der mittlere Sauerstoffrestanteil vor dem Katalysator von ca. 1 % (Figur 2d) nahezu exakt auf Null reduziert wird.
Entsprechend wird natürlich auch der berechnete Lambda-Wert gemäß Figur 2g modifiziert.
Der wesentliche, von der Erfindung ausgenutzte Unterschied zwischen den Diagrammen 2d, e und 2f, g liegt jedoch darin
begründet, daß die dem mittleren Lambda-Wert bzw. Sauerstoffgehalt
überlagerte Regelschwingung durch den Katalysator nahezu vollständig gedämpft bzw. weggemittelt wird, solange
der Lambda-Wert des Luft-Kraftstoff-Gemischs im "Katalysatorfenster"
liegt. Dies ist gemäß Figur 2 immer dann der Fall, wenn stationäre bzw. qjiasistationäre Betriebsbedingungen vorliegen.
Zur Klarstellung sei an dieser Stelle nochmals betont, daß die in Figur 2 dargestellten Zusammenhänge auf Untersuchungen
an einer Brennkraftmaschine zurückgehen, die mit einen
herkömmlichen Abgasregelsystem mit einer einzigen Lambda-Sonde vor dem Katalysator ausgerüstet ist.
- ft - R. 19790
Figur 3 zeigt die Ausgangssignale von zwei Lambda-Sonden, die
vor bzw. hinter den Katalysator eingebaut wurden und die zugehörige Drehzahl der Brennkraftmaschine. Auch hier dient
die hinter dem Katalysator eingebaute Lambda-Sonde lediglich zu Meßzwecken, während die vor dem Katalysator angeordnete
Lambda-Sonde in bekannter Weise die Eingangssignale für den Abgasregelkreis liefert. Die Meßergebnisse der Figur
3 liefern eine direkte experimentelle Bestätigung für die Aussage, daß der Katalysator die Regelschwingung des
Lambda-Wertes sehr stark dämpft, wenn der mittlere Lambda-Wert
des Gemisches im "Katalysatorfenster" liegt. Dies ist in Figur 3 wiederum dann der Fall, wenn quasistationäre
Betriebsbedingungen vorliegen. Für stark dynamische Änderungen der Betriebsparameter einer Brennkraftmaschine, wie
sie im ersten Drittel des aufgetragenen Zeitintervalls vorliegen,
wird das "Katalysatorfenster" vorübergehend verlassen, so daß die Regelschwingung nach dem Katalysator zwar
zeitlich verschoben, aber mit etwa gleicher Amplitude auftritt
Dieses Verhalten der Luftzahl Lambda nach dem Katalysator läßt sich in vorteilhafter Weise für Regelzwecke, insbesondere
zur Unterdrückung von Langzeitdriften bzw. zur Adaption •von Vor steuerwerten der Luftzahl Lambda einsetzen. Mit der
Anordnung von jeweils einer Abgasmeßsonde vor und hinter dem Katalysator und einer Regelung des Betriebsgemisches mittels
der Ausgangssignale beider Abgasmeßsonden wird nicht nur eine Verbesserung der Regeleigenschaften erreicht, sondern
es besteht auch die Möglichkeit, die Funktionsweise des Katalysators zu überwachen. Die Signale der zweiten Abgasmeßsonde
weisen nicht nur dann eine zu den Signalen der ersten Abgasmeßsonde vergleichbare Regelschwingung auf, wenn
das "Katalysatorfenster" verlassen wird, sondern natürlich
auch dann, wenn der Katalysator funktionsuntüchtig ist. Dies
- V - R. 19790
ist beispielsweise dann der Fall, wenn er noch nicht seine Betriebstemperatur erreicht hat oder wenn er durch die Verwendung
von verbleitem Kraftstoff vergiftet ist. Eine einfache Meßanordnung zur Funktionsüberwachung und Ausfallerkennung der Katalysatoren vergleicht die Schwingamplituden
der beiden Abgasmeßsondensignale und mittelt diese über einen längeren Zeitraum. Dies ist wie bereits erläutert insbesondere
bei hochdynamischen Vorgängen notwendig, da dann das "Katalysatorfenster"
verlassen werden kann. Eine exakte Aussage über die Funktion des Katalysators ist daher erst nach einer
längeren Mittelwertbildung der Meßwerte möglich. Nimmt die mittlere Amplitude der Lambda-Schwingung hinter dem Katalysator
wesentlich kleinere Werte als vor dem Katalysator an, so handelt es sich um einen aktiven, funktionstüchtigen Katalysator.
Liegen beide mittleren Schwingamplituden in der gleichen Größenordnung, so ist der Katalysator defekt, hat seine
Betriebstemperatur noch nicht erreicht oder das "Katalysatorfenster" wurde über längere Zeit verlassen. Natürlich sind
zwischen diesen beiden Extremfällen auch differenzierte Aussagen
über den Konvertierungsgrad des Katalysators möglich. Ebenso sind auch aufwendigere Auswerteverfahren, beispielsweise
eine Kurzzeit-Kreuzkorrelationsanalyse einsetzbar. Auch für den Werkstattbetrieb, also als nicht fest im Kraftfahrzeug
eingebautes System, läßt sich diese Anordnung mit jeweils einer Abgasmeßsonde vor und hinter dem Katalysator
zur Funktionsüberwachung des Katalysators vorteilhaft einsetzen.
Anhand von Figur !+ soll eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Zumeßsystems näher erläutert werden. Mit 10 ist eine Brennkraftmaschine bezeichnet, der über einen
Einlaßkanal 11 die zur Verbrennung des Kraftstoffs erforderliche Luftmenge zugeführt wird. Im Einlaßkanal 11 ist
- XT - R. 19T9O
ein luftmengenmessendes System 12 zur Erfassung der angesaugten
Luftmenge Q. sowie eine Drosselklappe 13 angebracht.
Die Drosselklappe 13 wird über ein Pahrpedal *\k
vom Fahrer des mit der Brennkraftmaschine ausgerüsteten Kraftfahrzeugs betätigt. Dabei wird die Stellung oL der
Drosselklappe 13 bzw. des Fahrpedals 1^ von einem nicht
dargestellten Sensor erfaßt. Das luftmengenmessende System 12 wird von einem Bypass 15 überbrückts dessen Querschnitt
durch ein Stellglied 16 veränderbar ist. Ein weiteres Stellglied 17 mißt der Brennkraftmaschine die für eine
optimale Verbrennung erforderliche Kraftstoffmenge Q^. zu.
Das Stellglied 17 kann dabei als Vergaser, intermittierendes
oder kontinuierliches Einspritzsystem5 Einzelzylinder- oder
auch Saugrohreinspritzsystem ausgebildet sein.
Das Abgas der Brennkraftmaschine gelangt durch einen Abgaskanal
18 und einen im Abgaskanal 18 angeordneten Katalysator
19 ins Freie. Eine erste Abgasmeßsonde 20 ist in Strömungsrichtung gesehen vor dem Katalysator 19 und eine
zweite Abgassonde 21 nach dem Katalysator 19 in den Abgaskanal 18 der Brennkraftmaschine 10 eingebracht.
Ein elektronisches Steuergerät 22 weist die Komponenten
Zentraleinheit (CPU) 23, Speicher (RAM) 2h, Festwertspeicher
(ROM) 25, nicht flüchtige Speicher (EEPROM) 26, eine Zeitbasis (Timer) 27 und Ein-Ausgabeeinheiten (I/O) 28, 29,
30, 31 auf. Die genannten Blöcke 23 bis 31 sind über einen Adress- und Datenbus 32 miteinander verbunden. Die Anzahl
und Anordnung der Ein-/Ausgabeeinheiten 28, 29, 30, 31 kann
sich von Fall zu Fall ändern und wurde in Figur k durch die
Darstellungsform bestimmt.
is1
- rf - R· 1979O
Der Ein-/Ausgabeeinheit 28 werden als Eingangsgrößen verschiedene Betriebskenngrößen der Brennkraftmaschine, insbesondere
die Temperatur i/" , die Drehzahl n, die Bezugsmarke (OT) für den oberen Totpunkt, die Drosselklappenstellung
<*■ j eine Information über die angesaugte Luftmenge
bzw. -masse QT sowie die Ausgangssignale Lambda, der
Ij I
ersten Abgassonde 20 und Lambda« der zweiten Abgasmeßsonde
21 zugeführt. Das dargestellte Ausführungsbeispiel bezieht sich insbesondere auf Sauerstoffmeßsonden, die auf den Sauerstoffgehalt
im Abgas empfindlich sind und eine direkte Information über die Luftzahl Lambda liefert. Natürlich kann
es sich in speziellen Anwendungsfällen als vorteilhaft erweisen,
anstelle von S.auerstoffmeßsonden andere Abgasmeßsonden,
beispielsweise NO - oder CO-Meßsonden einzusetzen. Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die Messung einer speziellen
Abgaskomponente. Auch die spezielle Aufzählung der der % Ein-/Ausgabeeinheit 28 zugeführten Betriebskenngrößen kann
von Fall zu Fall variiert werden. Wichtig ist alleine, daß *
die Signale zweier vor und hinter dem Katalysator 19 angeordnete Abgasmeßsonden 20, 21 im elektronischen Steuergerät
zur Auswertung und Regelung des Betriebsgemisches herangezogen werden.
Die Ein-/Ausgabeeinheit 29 liefert Signale zur Ansteuerung des
Stellgliedes 17 für die Kraftstoffzumessung sowie des Stellgliedes
16 für den Luft-Bypass 15« Die Ein-/Ausgabeeinheit 30 ■
dient zur Darstellung von Informationen über den Funktionszustand des Katalysators 19· Diese Informationen können
beispielsweise dafür genutzt werden, dem Fahrer mitzuteilen, eine Werkstatt aufzusuchen oder gezielt eine Verschlechterung
des Fahrverhaltens der Brennkraftmaschine herbeizuführen, damit der Fahrer nachdrücklich angehalten
wird, eine Werkstatt aufzusuchen. Die Ein-/Ausgabeeinheit
- Mt - R. 19790
dient zur Ausgabe weiterer Steuergrößen, beispielsweise zur
Steuerung der Zündung 33 oder auch für eine automatische
Getriebesteuerung und ähnliches.
Getriebesteuerung und ähnliches.
Die weiteren Komponenten CPU 23 RAM 2U , ROM 25, EEPROM 26
und die Zeitbasis 27 sind für sich bekannt und .werden in
dieser oder ähnlicher Kombination nahezu in jedem Mikrocomputer eingesetzt. Insbesondere wird das EEPROM 26 zur Speicherung adaptiver Kennfelder beispielsweise zur Vorsteuerung des Betriebsgemisches oder von Regelparametern, beispielsweise die P-, I-Anteile, die Einfluß auf Amplitude und Frequenz der Regelalgorithmen haben, eingesetzt. Ein Flußdiagramm zur Erläuterung des Programmablaufs in dem elektronischen Steuergerät 22 ist beispielsweise in der deutschen Patentanmeldung P 3^ 03 395·5 (R- 19179) offenbart, die als Referenz herangezogen werden kann.
und die Zeitbasis 27 sind für sich bekannt und .werden in
dieser oder ähnlicher Kombination nahezu in jedem Mikrocomputer eingesetzt. Insbesondere wird das EEPROM 26 zur Speicherung adaptiver Kennfelder beispielsweise zur Vorsteuerung des Betriebsgemisches oder von Regelparametern, beispielsweise die P-, I-Anteile, die Einfluß auf Amplitude und Frequenz der Regelalgorithmen haben, eingesetzt. Ein Flußdiagramm zur Erläuterung des Programmablaufs in dem elektronischen Steuergerät 22 ist beispielsweise in der deutschen Patentanmeldung P 3^ 03 395·5 (R- 19179) offenbart, die als Referenz herangezogen werden kann.
Anhand des in Figur 5 dargestellten Flußdiagramms soll die spezielle Funktionsweise des Programms für das erfindungsgemäße
Zumeßsystem dargestellt werden. Die folgenden Erläuterungen
sind mit Bezugsziffern versehen, die sich auf die jeweiligen Blöcke der Figur 5 beziehen:
51 Die Grundeinspritzzeit wird aus den üblichen Meßgrößen
und Vorsteuer-Kennfeldern errechnet.
52 Von beiden Sonden sind die Amplituden einzulesen.
53 Ausfallerkennung für beide Sonden.
5^ Wenn Sonde 20 (die Sonde am Motor, vor Katalysator)
ausgefallen ist, wird dies angezeigt, das Fahrverhalten kann verschlechtert werden (z.B. durch Magerbetrieb,
67) und die so modifizierte Einspritzzeit wird ausgegeben. Keine Lambda-Regelung.
R. 19790
Wenn nur Sonde 21 (Sonde hinter Katalysator) ausgefallen ist, wird dies ebenfalls angezeigt {6k). Eine Verschlech
terung des Fahrverhaltens darf dann nicht über den Magerbetrieb erfolgen, sondern z.B. über Spätzündung (65),
so daß die innere, schnelle Lambda-Regelung (63) weiter aktiv bleiben kann.
5β Durch einen Vergleich der Sondensignale,, bzw. Signal-Verläufe,
kann der Katalysator überwacht werden.
Wenn der Katalysator defekt ist, erfolgt die Anzeige {66). Die Verschlechterung des Fahrverhaltens kann wieder über
Magerbetrieb erfolgen, da die Lambda-Regelung bei defektem Katalysator umgangen werden kann. (Hinsichtlich
Temperaturbelastung für Auspuff und Magerbetrieb unkritischer als Spätzündung.)
Auswertung des Zeitverlaufs bedeutet u.a.: Ermittlung der Schwingamplitude im Sondensignal, Mittelwert des
Sondensignals.
Für die Festlegung der "optimalen" Lage (beinhaltet Mittelwert, Schwingamplitude, Schwingfreq.uenz) müssen Sollwerte oder Toleranzwerte im Programm (Kennfeld) abgelegt
sein.
In bestimmten Fällen ist die Adaption nicht zulässig:
z.B. während des Warmlaufs, während der Schaltvorgänge,
bei sehr hohen Drehzahl- oder Last-Änderungen.
Die Lernstrategie kann nach allgemein üblichen Verfahren ablaufen. Da solange gelernt werden muß, bis die optimale
Lage im Katalysatorfenster eingehalten wird, liegt
hier ein Regelvorgang vor. Die Begriffe "langsamer Lambda-Regler" und "Lernstrategie" sind also weitgehend
gleichwertig.
- η - R. 19790
62 Verschiedene Parameter-Adaptionen sind möglich. Zwei Beispiele:
a) Stimmt der Mittelwert des Sondensignals nicht mit der optimalen Lage im Katalysatorfenster überein,
kann das Vorsteuer-Kennfeld für den Lambda-Mittelwert
verändert werden.
b) Ist die Schwingamplitude zu hoch, kann z.B. der Proportional-Anteil des schnellen Lambda-Reglers
verändert werden.
03 Üblicher Lambda-Regler.
Die auf den beiden Ausgangssignalen der Abgasmeßsonden beruhende Regelung kann insbesondere auf unterschiedliche
Regelzeitkonstanten ausgelegt werden, beispielsweise derart, daß die Ausgangssignale der Abgasmeßsonde 20 in einem schnellen
Regelkreis und die Ausgangssignale der Abgasmeßsonde in einem langsameren Regelkreis verarbeitet werden. Dabei
ist der langsame Regelkreis dem schnellen Regelkreis schaltungsmäßig überlagert. Als vorteilhaft hat sich erwiesen,
daß die Abgasmeßsonde 20 sehr dicht am Motor angebracht werden kann, was zu einer sehr kurzen Gaslaufzeit und einer damit
verbundenen geringen Amplitude der resultierenden Grenzschwingung führt. Als zweckmäßig hat sich auch erwiesen, daß
das Ausgangssignal der Abgasmeßsonde 21 über die Regelfunktion die Lambda-VerSchiebung steuert, die allein oder zusätzlich
zu den üblicherweise verwendeten Kennfeldern wirken kann.
Der Sollwert für die Luftzahl Lambda kann als Kennfeld vorgegeben sein. Über dieses Kennfeld läßt sich die optimale
Lage im "Katalysatorfenster" für jeden Betriebspunkt beispielsweise
in physikalischen Größen (Ausgangsspannung der Sondenkennlinie der Abgassonde) darstellen.
R. 19790
Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel begrenzt, sondern läßt sich in sämtlichen
elektronischen Steuersysteme für die Zumessung des
Betriebsgemisches einsetzen.
Betriebsgemisches einsetzen.
Claims (1)
- R. 1979023- 11 . 1 98U VTj/WlROBERT BOSCH GMBH, TOOO Stuttgart 1Ansprüche( 1.JZumeßsystem für eine Brennkraftmaschine mit einem elektronischen Steuergerät zur Beeinflussung wenigstens eines der Bestandteile des Betriebsgemisches und einer im Abgaskanal der Brennkraftmaschine angeordneten ersten Abgasmeßsonde, deren Ausgangssignal neben anderen Betriebskenngrößen der Brennkraftmaschine, wie beispielsweise Last, Drehzahl oder Temperatur und ähnliches dem Steuergerät zugeführt und innerhalb des Steuergerätes über eine Regelfunktion (Regelalgorithmus) mit einer Zeitkonstante weiterver- ■.* arbeitet wird, mit einem stromabwärts hinter der ersten Abgasmeßsonde im Abgaskanal angeordneten Abgaskatalysator und * einem zweiten im Abgaskanal angeordneten Meßfühler, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Meßfühler stromabwärts im Abgaskanal (18) "hinter dem Abgaskatalysator (19) angeordnet und als zweite Abgasmeßsonde (21) ausgebildet ist, das Ausgangssignal der zweiten Abgasmeßsonde (21) dem Steuergerät (22) zugeführt und innerhalb des Steuergerätes (22) über eine Regelfunktion (Regelalgorithmus) mit einer gegenüber der Zeitkonstante der Regelfunktion (Regelalgorithmus) basierend auf den Ausgangssignalen der ersten Abgassonde (20) unterschiedlichen Zeitkonstante weiter verarbeitet wird.2. Zumeßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitkonstante der Regelfunktion basierend auf den Ausgangssignalen der ersten Abgasmeßsonde (20) klein gegen dieBAD ORIGINAL- 2 - R. 19790Zeitkonstante der Regelfunktion liierend auf den Ausgangssignalen der zweiten Abgasmeßsonde (21) ist.3. Zumeßsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgasmeßsonden (20, 21) als Sauerstoffmeßsonden ausgebildet sind.h. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgasmeßsonden (20, 21.) als (Lambda = 1)-Sonden ausgebildet sind.5. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal der ersten Abgasmeßsonde (20) zur Ausregelung hochdynamischer Vorgänge, wie sie beispielsweise in einer Beschleunigungsphase oder bei anderen schnellen Lastwechselvorgängen auftreten, herangezogen wird.6. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal'"der zweiten Abgasmeßsonde (21) zur exakten Einregelung des Betriebsgemisches auf Lambda-Werte, die im "Katalysatorfenster" (O.998-A * 1.000) liegen, herangezogen wird.7· Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelfunktion basierend auf den Ausgangssignalen der zweiten Abgasmeßsonde (21) Kennfeldlernverfahren, insbesondere für die Vor steuerwerte der Luftzahl oder für Regelparameter, die Einfluß auf die Amplitude und/oder die Frequenz der Regelfunktionen haben, beinhaltet .* BAD ORIGINAL- 3 - R. 197908. Zumeßsystem nach, einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) wechselweise dem Steuergerät (22) zugeführt werden.9· Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) durch zwei getrennte Regelfunktionen (Regelalgorithmen) verarbeitet werden.10. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelfunktion für die Ausgangssignale der zweiten Abgasmeßsonde (21) der Regelfunktion für die Ausgangssignale der ersten Abgasmeßsonde (20) überlagert ist.11. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) hinsichtlich der Amplitude der Regelschwingung ausgewertet werden.12. Zumeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Amplitudenvergleich der Regelschwingung der Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) eine Aussage über den Wirkungsgrad des Abgaskatalysators (19) gewonnen wird.13· Zumeßsystem nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) gemittelt werden.- k - R. 19790lh. Zumeßsystem nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle des Vorliegens ca. gleich großer Regelschwingungsamplituden vor und hinter dem Katalysator (19) eine Warneinrichtung "betätigt wird.15. Zumeßsystem nach einem der Ansprüche 11 bis 1k, dadurch gekennzeichnet, daß im Fall des Vorliegens etwa gleicher Regelschwingungsamplituden vor und hinter dem Katalysator (19) das Fahrverhalten der Brennkraftmaschine für den Fahrer deutlich merkbar verschlechtert wird.16. Zumeßsystem für eine Brennkraftmaschine mit einem elektronischen Steuergerät zur Beeinflussung wenigstens eines der Bestandteile des Betriebsgemisches und einer im Abgaskanal der Brennkraftmaschine angeordneten ersten Abgasmeßsonde, deren Ausgangssignal neben anderen Betriebskenngrößen der Brennkraftmaschine, wie beispielsweise Last, Drehzahl oder Temperatur und ähnliches dem Steuergerät zugeführt und innerhalb des Steuergerätes über eine Regelfunktion (Regelalgorithmus) mit einer Zeitkonstante weiterverarbeitet wird, mit einem stromabwärts hinter der ersten Abgasmeßsonde im Abgaskanal angeordneten Abgaskatalysator und einem zweiten im Abgaskanal angeordneten Meßfühler, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Meßfühler stromabwärts im Abgaskanal (18) hinter dem Abgaskatalysator (19) angeordnet und als zweite Abgasmeßsonde (21) ausgebildet ist, das Ausgangssignal der zweiten Abgasmeßsonde (21) dem Steuergerät (22) zugeführt und aus dem Amplitudenvergleich der Regelschwingung der Ausgangssignale der beiden Abgasmeßsonden (20, 21) eine Aussage über den Wirkungsgrad des Abgaskatalysators (19) gewonnen wird.
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| DE3500594C2 (de) | 1995-08-17 |
| JPH0735744B2 (ja) | 1995-04-19 |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8320 | Willingness to grant licences declared (paragraph 23) |