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Beschreibung
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Elektronisches Zusatzgerät für die Beleuchtungsanlage von Fahrrädern
Die Erfindung betrifft ein elektronisches Zusatzgerät für die Beleuchtungsanlage
von Fahrrädern nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Wenn ein Radfahrer bei Dämmerung oder Dunkelheit gezwungen ist, langsam
zu fahren oder zu halten, wird die beleuchtungsversorgende Fahrradlichtmaschine
nur ungenügend oder gar nicht angetrieben. Die bundesdeutsche StVZO schreibt nach
§67 Absatz 1 Satz 1 keine zusätzliche Spannungsquelle vor, die unter diesen Umständen
eine für die Verkehrssicherheit des Radfahrers förderliche Mindesthelligkeit der
Beleuchtung aufrechterhielte. Ein Zusatzgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 verleiht dem Radfahrer diese zusätzliche Sicherheit und befreit ihn bei langsamer
Fahrt oder Stillstand von der Abhängigkeit, von anderen Lichtquellen (Straßenbeleuchtung,
Beleuchtungsanlagen anderer Fahrzeuge etc.) angestrahlt werden zu müssen, um von
anderen Verkehrsteilnehmern erkannt werden zu können.
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Stand der Technik Es ist bekannt, solche Zusatzgeräte nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, üblicherweise auch als "Fahrradstandlichtschaltung" oder "Fahrradstandlichtautomatik"
bezeichnet, durch die von der Lichtmaschine abgegebene Spannung zu steuern.
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Diese spannungsabhängige Steuerung ist z. B. beschrieben in den Druckschriften
DE-OS 25 26 490, DE-AS 26 59 025 und EP-PS 0 021 266.
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Nach einem Entwurf des Lichttechnischen Instituts der Universität
Karlsruhe für "Richtlinien für die Prüfung von Zusatzgeräten für die Standbeleuchtung
für Fahrräder (Batterie-Standbeleuchtung)" soll diese spannungsabhängige Steuerung
solcher Zusatzgeräte sogar Voraussetzung für die Erteilung einer Betriebserlaubnis
werden. Unter Punkt 3.3 dieses Richtlinienentwurfs, der dem Bundesminister für Verkehr
zur Ver-
Beschreibung (Fortsetzung) öffentlichung vorgeschlagen
worden ist, wird vorgeschrieben: "Die von dem Zusatzgerät für die Standbeleuchtung
bewirkte Umschaltung von einer Spannungsquelle auf die andere muß in Abhängigkeit
von der von der Lichtmaschine erzeugten Lampenspannung gesteuert werden und innerhalb
eines begrenzten Bereichs der Lampenspannung erfolgen.
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Kritik des Standes der Technik Im folgenden wird die Möglichkeit einer
Mischversorgung der Beleuchtung durch Lichtmaschine und Hilfsspannungsquelle nicht
weiter betrachtet. Zur Vereinfachung der Beschreibung werden also nur noch Geräte
beschrieben, die zwischen Lichtmaschinenversorgung und Versorgung durch die Hilfsspannungsquelle
hin- und herschalten. Für Geräte, die die Möglichkeit einer Mischversorgung bieten,
gelten sinngemäß die Probleme des Standes der Technik und die Vorteile der Erfindung.
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Die Ausnutzung der Lichtmaschinenspannung als steuernde Eingangsgröße
eines Zusatzgerätes nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 birgt für die Realisierung
und den Betrieb eines solchen Gerätes erhebliche Probleme und Nachteile in sich,
die größtenteils bedingt sind durch den relativ hohen komplexen Lichtmaschinen-Innenwiderstand.
Dieser bewirkt, daß die Lichtmaschinen-Ausgangsspannung bei gleicher Drehzahl stark
abhängig ist von der Größe des die Lichtmaschine abschließenden Lastwiderstandes
R Zur Verdeutlichung des Ausmaßes dieser AbhängigkeitWld sind in Bild 1 Kennlinien
einer handelsüblichen Fahrradlichtmaschine bei unterschiedlichen Lastwiderständen
wiedergegeben.
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Der Betrieb eines zwischengeschalteteten Zusatzgerätes nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 zieht es jedoch nach sich, daß die Lichtmaschine im Betriebszustand
"Lichtmaschinenversorgung" mit den Glühlampen der Beleuchtung verbunden ist (RL
6. e 6Q...14Q, je nach Eigenschaften und Betriebstemperatur der Glühlampen), im
Betriebszustand "Versorgung durch die Hilfsspannungsquelle" dagegen durch den Eingangswiderstand
Beschreibung
(Fortsetzung) des Zusatzgerätes abgeschlossen ist, der im allgemeinen in der Größenordnung
103Q...107Q liegen dürfte. Die Folge sind enorme Spannungssprünge bei jedem Wechsel
der Spannungsquelle, die je nach Lichtmaschinentyp etwa so groß ausfallen wie der
senkrechte Abstand der in Bild 1 eingezeichneten gestrichelten Kennlinie und der
Kennlinie für RL t 500km bei der zum Zeitpunkt des Umschaltens gefahrenen Geschwindigkeit.
Das fatale an diesen Spannungssprüngen ist, daß sie in eine Richtung gehen, die
zu einem instabilen Schaltverhalten ständigen Hin- und Herwechselns zwischen den
beiden Spannungsquellen führen kann: Die durch Absinken der Lichtmaschinenspannung
bewirkte Umschaltung auf Hilfsspannungsquellenversorgung führt zu einem sprunghaften
Anstieg der Lichtmaschinenspannung, die durch Anstieg der Lichtmaschinenspannung
bewirkte Umschaltung auf Lichtmaschinenversorgung führt zu einem sprunghaften Abfall
der Lichtmaschinenspannung.
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Eine Realisierungsmöglichkeit, die mit diesen Spannungssprüngen fertig
wird, besteht darin, die Hysterese zwischen den Umschaltpunkten von einer Spannungsquelle
auf die andere genügend groß zu wählen, so daß die Schaltschwelle für die Umschaltung
auf Lichtmaschinenversorgung in jedem Fall höher liegt als die nach dem Umschalten
von Lichtmaschinen- auf Hilfsspannungsquellenversorgung sich einstellende Lichtmaschinenspannung.
Die Größe dieser Hysterese müßte entweder einstellbar sein oder übermäßig groß fest
gewählt werden, um den unterschiedlichen Kennlinienverläufen aller handelsüblichen
Fahrradlichtmaschinen, unterschiedlichen Glühlampencharakteristiken und periodischen
Spannungsänderungen z. B.
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durch wechselnden Schlupf zwischen einem Laufrad mit Seitenschlag
und angeklappter Laufrollenlichtmaschine gerecht zu werden. Eine übermäßig große,
fest eingestellte Hysterese vermeidet zwar unter allen normalen Betriebsbedingungen
ein instabiles Schaltverhalten ständigen Hin- und Herwechselns zwischen den beiden
Spannungsquellen, mindert jedoch den
Beschreibung (Fortsetzung)
Wert des Zusatzgerätes dadurch, daß, wenn die obere Schaltschwelle für die Umschaltung
auf Lichtmaschinenversorgung von jedem Radfahrer unterhalb seiner Reisegeschwindigkeit
erreichbar sein soll (sonst versorgt man die Beleuchtung besser immer mit einer
Batterie), die untere Schaltschwelle für die Umschaltung auf Hilfsspannungsquellenversorgung
zwangsläufig so niedrig zu liegen kommt, daß mit ihr bei langsamen Fahrgeschwindigkeiten
und damit verbundenen Lichtmaschinenspannungen wenig oberhalb der unteren Schaltschwelle
keine die Verkehrssicherheit fördernde Mindesthelligkeit der Beleuchtung garantiert
wird.
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Es ist daher günstiger, ein Zusatzgerät so zu realisieren, daß die
Schaltschwellen und damit die Hysterese vom Benutzer eingestellt werden können.
Der Benutzer kann dadurch einerseits die Hysterese auf einen in Verbindung mit der
jeweils angeschlossenen Beleuchtungsanlage für ein stabiles Schaltverhalten des
Zusatzgerätes gerade notwendigen Mindestwert einstellen, er kann andererseits dadurch
aber auch die Schaltschwellen seiner individuellen Fahrweise anpassen und so die
Funktion des Zusatzgerätes optimieren: Ein Zusatzgerät arbeitet erst dann optimal,
wenn die Schaltschwellen knapp unterhalb der normalen Reisegeschwindigkeit des Benutzers
(übliche Werte liegen zwischen Skm/h und 20km/h je nach Sportlichkeit, Fahrradtyp,
Verkehrsbedingungen und örtlichen Gegebenheiten) angesiedelt sind. Damit ist einerseits
eine möglichst hohe Mindesthelligkeit der Beleuchtung garantiert, andererseits wird
vermieden, daß die Beleuchtung fast ausschließlich durch die Hilfsspannungsquelle
versorgt wird. Eine Einstellbarkeit der Schaltschwellen an einem spannungsgesteuerten
Zusatzgerät muß durch den Aufbau eines oder mehrerer variabler Spannungsteiler realisiert
werden, wegen der rauhen Umweltbedingungen am Fahrrad (Erschütterungen, Feuchtigkeit
etc.) müssen dazu jedoch teure Potentiometer hoher Qualität oder mit einem platzaufwendigen
Wlderstandsnetzwerk verbundene, ebenfalls nicht billige Stufenschalter verwendet
werden.
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Beschreibung (Fortsetzung) Eine weitere Realisierungsmöglichkeit,
für die die Druckschrift EP-PS 0 021 266 Schutz begehrt, besteht darin, den die
Lichtmaschine abschließenden Lastwiderstand nahezu konstant zu halten, indem bei
Hilfsspannungsquellenversorgung ein dem Widerstand der Glühlampen der Beleuchtung
nahekommender Ersatzwiderstand dem hochohmigen Eingangswiderstand des Zusatzgerätes
parallelgeschaltet wird. Durch diese Lösung werden zwar die enormen Spannungssprünge
weitgehend unterdrückt, jedoch besteht hierbei das Problem, das Widerstandsverhalten
der Glühlampen hinreichend genau durch einen Ersatzwiderstand nachzubilden. Ein
konstanter Widerstand kann dieses wegen der Kaltleitercharakteristik der Glühlampen
schon gar nicht erfüllen, da der Widerstand einer Standard-Fahrradbeleuchtung je
nach Betriebstemperatur zwischen 6Q und 14Q schwankt. Selbst die Verwendung nichtlinearer
Ersatzwiderstände kann sprunghafte Änderungen des Lastwiderstandes beim Wechsel
der Versorgungsspannungsquelle nicht vollkommen vermeiden, sie werden allein schon
wegen der Toleranzen der Glühlampen selbst gleicher Nenndaten immer noch in der
Größenordnung von einigen Ohm liegen. Wie sehr sich jedoch gerade in diesem unteren
Lastwiderstandsbereich Lastwiderstandsänderungen von nur 3Q auf den Verlauf der
Ausgangskennlinie der Lichtmaschine auswirken, zeigen die unteren vier Kennlinien
in Bild 1. Diesem Problem kann wiederum nur mit einer übermäßig großen Einstellung
oder der Einstellbarkeit der auch hier notwendigen Hysterese zwischen den Schaltschwellen
begegnet werden; beides ist, wie vorstehend ausgeführt ist, mit Nachteilen verbunden.
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Zusätzlich macht sich bei vielen spannungsgesteuerten Zusatzgeräten
noch der Einfluß der relativ großen Lichtmaschineninduktivität störend bemerkbar,
wenn beim Umschalten von Lichtmaschinen- auf Hilfsspannungsquellenversorgung der
bisher über die Glühlampen geflossene Strom nicht ungestört in gleicher Stromstärke
weiterfließen kann. Wegen der Lichtmaschineninduktivität kann in diesem Moment eine
kurzzeitige
Beschreibung (Fortsetzung) Spannungsspitze entstehen,
die bei Geräten, die den zuzuschaltenden Ersatzwiderstand nach EP-PS 0 021 266 nicht
aufweisen, die durch die sprunghafte Vergrößerung des Lastwiderstandes bewirkte
Spannungserhöhung noch beträchtlich überragen kann. Aber auch bei Geräten nach der
EP-PS 0 021 266 können diese Spannungsspitzen auftreten, da auch hier für wenige
Millisekunden der Lastwiderstand nur der hochohmige Eingangswiderstand des Zusatzgerätes
ist, wenn die umschaltenden Relaiskontakte die Glühlampen schon von der Lichtmaschine
getrennt haben, den Ersatzwiderstand aber noch nicht dem Eingangswiderstand parallelgeschaltet
haben.
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Da die meisten Zusatzgeräte die Lichtmaschinenspannung durch eine
Einweg-Spitzengleichrichter-Schaltung abtasten, bewirken diese Spannungsspitzen
eine Aufladung des in dieser Schaltung enthaltenen Kondensators auf Spannungen,
die beträchtlich über der Spannung liegen, die sich ohne diese Spannungsspitze nach
dem Umschalten auf Hilfsspannungsquellenversorgung an dem Kondensator einstellen
würde. Um ein sofortiges Zurückschalten auf Lichtmaschinenversorgung durch diese
Aufladung zu verhindern, muß das Zusatzgerät in nachteiliger Weise durch den Einbau
einer Verzögerungszeit, während der sich die Spannungsspitze entladen kann, träge
gemacht werden, oder es müssen andere Gegenmaßnahmen getroffen werden.
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Die meisten Probleme spannungsgesteuerter Zusatzgeräte für die Beleuchtungsanlage
von Fahrrädern entstehen also dadurch, daß der Betrieb des Zusatzgerätes auf die
steuernde Eingangsgröße zurückwirkt.
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Aufgabe: Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Schaltverhalten
solcher Zusatzgeräte nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu verbessern und deren
Realisierung zu vereinfachen, indem als steuernde Eingangsgröße eine von dem Betrieb
des Zusatzgerätes nicht beeinflußte physikalische Größe, die Auf-
Beschreibung
(Fortsetzung) schluß über die momentan mögliche Leistungsabgabe der Lichtmaschine
gibt, verwendet wird.
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Lösung: Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Eingangsinformation,
nach der das Zusatzgerät zwischen Lichtmaschinenversorgung, Versorgung durch die
Hilfsspannungsquelle und einer eventuellen Mischversorgung durch Lichtmaschine und
Hilfsspannungsquelle entscheidet, die Frequenz der Lichtmaschinenwechselspannung
ist.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen festgelegt.
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Vorteile der Erfindung: Da die von einer Lichtmaschine an einen bestimmten
Lastwiderstand abgebbare Leistung mit der Lichtmaschinendrehzahl steigt und die
Lichtmaschinenwechselspannungsfrequenz der Lichtmaschinendrehzahl proportional ist,
wobei der Proportionalitätsfaktor die Polpaarzahl des Lichtmaschinenläufers oder
-ständers ist, eignet sich die Frequenz der Lichtmaschinenwechselspannung in hervorragender
Weise als vom Betrieb des Zusatzgerätes nicht beeinflußte steuernde Eingangsgröße.
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Zahlreiche schwer kalkulierbare, bei der Realisierung eines spannungsgesteuerten
Zusatzgerätes Schwierigkeiten bereitende Einflüsse haben bei einem frequenzgesteuerten
Zusatzgerät nicht die geringste Auswirkung auf dessen Schaltverhalten: * Änderungen
des die Lichtmaschine abschließenden Lastwiderstandes durch den Betrieb des Zusatzgerätes
* durch die Lichtmaschineninduktivität verursachte Spannungsspitzen * Änderungen
des Widerstandes des Beleuchtungsstromkreises durch Wackelkontakte, defekte Glühlampen,
Ersatz defekter Glühlampen durch Glühlampen nicht genau übereinstimmender Nenndaten
und Widerstandsänderungen in der über den Fahr-
Beschreibung (Fortsetzung)
radrahmen geführten Masseleitung durch Bewegung zwischen Fahrradrahmen und Vorderradgabel.
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Aus diesen Gründen kann bei einem frequenzgesteuerten Zusatzgerät
die auch hier notwendige Hysterese zwischen den Schaltschwellen für die Umschaltung
von einer Versorgungsspannungsquelle auf die andere auf ein Minimum reduziert werden
und auch ohne Nachteile für den Benutzer fest eingestellt sein, da keine Rückwirkungen
unbekannten Ausmaßes auf die Eingangsgröße eine übermäßig große Einstellung der
Hysterese erforderlich machen.
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Trotzdem sollte zumindest eine der Schaltschwellen vom Radfahrer einstellbar
sein, da die Frequenz, bei der die Lichtmaschine eine bestimmte Leistung an die
Beleuchtung abgibt oder abgeben könnte, je nach Lichtmaschinentyp abhängig vom inneren
Aufbau der Lichtmaschine und von der Art des Antriebes unterschiedlich ist. Eine
Einstellbarkeit der Schaltschwellen ist jedoch bei Frequenzsteuerung recht einfach
durch Stufen- oder Kodierschalter zu realisieren, wobei kein Eingriff in Spannungsteiler
erfolgt. Bei der für ein optimales Schaltverhalten des Zusatzgerätes notwendigen
Anpassung an die individuelle Fahrweise durch Ansiedelung der Schaltschwellen wenig
unterhalb der normalen Reisegeschwindigkeit des Benutzers ist es von zusätzlichem
Vorteil, daß die steuernde Eingangsgröße der Fahrgeschwindigkeit proportional ist.
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Aus der frequenzabhängigen Steuerung ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher
vorteilhafter Realisierungsmöglichkeiten, von denen nachstehend vier in Form von
Ausführungsbeispielen erläutert sind. Allen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam,
daß die sinusförmige Lichtmaschinenwechselspannung zunächst in eine den Logikpegeln
der nachfolgenden Schaltung entsprechende Rechteckspannung umgewandelt wird.
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Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß eine der beiden Spannungshaibwellen
die Basis-Emitter-Strecke eines Transistcrs durchsteuert, dessen Kollektor-Emitter-Strvze
in Reihe mit
Beschreibung (Fortsetzung) einem Widerstand an die
Betriebsspannung der Schaltung angeschlossen ist. Die an der Kollektor-Emitter-Strecke
abzugreifende Rechteckspannung muß ggf. noch durch einen Schmitt-Trigger in seiner
Flankensteilheit verbessert werden. Die vier Ausführungsbeispiele unterscheiden
sich durch die nachfolgende Verarbeitung der Rechteckspannung: Ausführungsbeispiel
1 (ohne Abbildung): Eine sehr kostengünstige und mit relativ wenig Bauelementaufwand
realisierbare Version nutzt die Lichtmaschinenimpulse der Rechteckspannung dazu,
zwei wiedertriggerbare monostabile Kippglieder zu triggern. Die Zeitkonstanten dieser
beiden wiedertriggerbaren Monoflops sind so eingestellt, daß sie der Periodendauer
der Lichtmaschinenwechselspannung an der gewünschten Schaltschwelle für die Umschaltung
auf Lichtmaschinen- bzw. Hilfsspannungsquellenversorgung entsprechen. Folgen die
triggernden Lichtmaschinenimpulse in einem kürzeren zeitlichen Abstand als ein Monoflop-Ausgangsimpuls
andauert, führt der Monoflop-Ausgang ununterbrochen aktiven Logikpegel und zeigt
dadurch an, daß die betreffende Schaltschwelle überschritten ist. Eine nachfolgende
Auswertelogik braucht nur darüber zu wachen, ob keines, das der unteren Schaltschwelle
entsprechende oder beide Monoflops ununterbrochen aktiven Ausgangspegel führen und
ob der momentane Monoflopzustand mit der Versorgung durch die momentan mit der Beleuchtung
verbundene Spannungsquelle vereinbar ist. Ist letzteres nicht der Fall, ändert die
Auswertelogik ihren Ausgangspegel und bewirkt damit einen Wechsel der beleuchtungsversorgenden
Spannungsquelle.
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Ausführungsbeispiel 2 (Bild 2) Hierbei werden die durch U1 in Rechteckimpulse
umgeformten Lichtmaschinenspannungsperioden dazu benutzt, während einer durch den
Torzeitgenerator D1 bestimmten Torzeit einen Binärzähler (D3) zu inkrementieren.
Der Benutzer gibt der Schaltung durch Einstellung der Schalter S1 und Sn die Zäh-
Beschreibung
(Fortsetzung) lerstände m und n vor, die der Binärzähler D3 innerhalb der Torzeit
zum Uberschreiten der entsprechenden Schaltschwellen überschreiten muß. Die Komparatoren
D4 und D5 vergleichen fortwährend den Zählerstand mit den Zahlen m und n. Die Ausgangssignale
der beiden Komparatoren bestimmen am Ende jeder Torzeitperiode den weiteren Zustand
des flankengesteuerten JK-Flipflops D6, bevor wegen der Verzögerung durch D2 kurz
danach der Binärzähler D3 am Ende jeder Torzeitperiode zurückgesetzt wird. Wurde
während einer T-orzeit der Zählerstand n überschritten, wird das Trennglied S3 zwischen
Steuerelektronik und Lampenstromkreis in die Stellung "Lichtmaschinenversorgung"
gebracht, sofern es nicht schon vorher in dieser Stellung war. Wurde während einer
Torzeit der Zählerstand m nicht erreicht, wird S3 in die Stellung "Hilfsspannungsquellenversorgung"
gebracht, sofern es nicht schon vorher in dieser Stellung war. Wurde während einer
Torzeit der Zählerstand m überschritten, der Zählerstand der geringfügig größeren
Zahl n jedoch nicht erreicht, behält S3 in jedem Fall seine Schaltstellung bei.
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Ausführungsbeispiel 3 (Bild 3) Hierbei stellt der Benutzer im Gegensatz
zu Ausführungsbeispiel 2 nicht beide Schaltschwellen ein, sondern er stellt mit
dem Schalter S4 die untere Schaltschwelle ein und bestimmt durch Einstellung von
S5 die Größe der Hysterese.
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Mit 54 wird das Schieberegister D7 auf die Länge m eingestellt, in
das mit jedem Lichtmaschinenimpuls keine variablen Daten, sondern aktiver Logikpegel
eingeschoben wird.
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Da vor Beginn jeder Torzeitperiode sämtliche internen Flipflops des
Schieberegisters D7 auf inaktiven Logikpegel zurückgesetzt worden waren, sind folglich
innerhalb jeder Torzeitperiode m Lichtmaschinenimpulse notwendig, bis am Ausgang
des Schieberegisters aktiver Logikpegel erscheint, der dann ermöglicht, daß die
weiteren Lichtmaschinenimpulse das bisher gesperrte Gatter D8 passieren und den
Johnsonzähler Dg inkrementieren können. Erscheinen innerhalb der Torzeit
Beschreibung
(Fortsetzung) noch genügend weitere Lichtmaschinenimpulse, daß der durch die Lichtmaschinenimpulse
vergleichbar einer Lauflichtkette durch die Johnsonzähler-Ausgänge durchgeschobene
aktive Logikpegel den durch S5 abgegriffenen Ausgang erreicht, ist damit auch die
obere Schaltschwelle überschritten. Die dem Schieberegisterausgang und dem abgegriffenen
Johnsonzähler-Ausgang nachgeschalteten wiedertriggerbaren Monoflops 0io und D,lsteuern
ein Flipflop D12 an, das wiederum das Trennglied S3 zwischen Steuerelektronik und
Lampenstromkreis in der wie in Ausführungsbeispiel 2 beschriebenen Weise ansteuert.
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Ausführungsbeispiel 4 (Bild 4) Die frequenzabhängige Steuerung ermöglicht
es in besonders vorteilhafter Weise, die Funktion eines Zusatzgerätes für die Beleuchtungsanlage
von Fahrrädern in ein mikroprozessorgesteuertes Gerät am Fahrrad zu integrieren,
das schon in aus dem Stand der Technik bekannter Weise andere Funktionen, z. B.
Tachometer, Streckenzähler, Rücklicht-Funktionskontrolle etc., ausübt. Im Gegensatz
zur spannungsabhängigen Steuerung, bei der dazu eine aufwendige Analog-Digital-Wandlung
erforderlich wäre, brauchen hier lediglich die in Rechteckimpulse umgewandelten
Lichtmaschinenperioden an einen Zähler- oder Interrupteingang des Mikroprozessors
013 geführt zu werden. Sie inkrementieren ebenfalls während einer intern im Mikroprozessor
generierten Torzeit einen Zähler oder ein anderes Register des Prozessors. Am Ende
jeder Torzeitperiode vergleicht der Mikroprozessor den erreichte Zählerstand mit
ihm über den Schalter S6 einprogrammierten Schaltschwellen und bewirkt ggf. über
einen Port einen Wechsel der Schaltstellung des Trenngliedes S3. Die Programmierung
der Schaltschwellen kann in besonders vorteilhafter Weise dadurch geschehen, daß
der Benutzer den Schalter S6, der z. B. mit einem Interrupteingang verbunden ist,
mehrere Sekunden lang betätigt, während er mit einer
Beschreibung
(Fortsetzung) Geschwindigkeit fährt, bei der er die Schaltschwellen anzusiedeln
wünscht. Während der Schalter S6 betätigt ist, zählt der Mikroprozessor ebenfalls
die während jeder Torzeit erscheinenden Lichtmaschinenimpulse, schließt von verschiedenen
Zählerständen am Ende mehrerer Torzeiten auf eine notwendige Hysterese und speichert
die so gefundenen Werte als Schaltschwellen. Diese Art der Programmierung der Schaltschwellen
kommt mit einem Mikroprozessoreingang aus.
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