DE3544095C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kalibrieren von analogen
Echtzeitsignalen mit Hilfe einer Einrichtung zur mikroprozessorgesteu
erten Erfassung, Verarbeitung, Anzeige, Speicherung und Ausgabe von
analogen und/oder digitalen Meßwerten mehrerer Meßstellen oder Senso
ren, mit einem Prozeßrechner in Verbindung mit einem sequentiell ab
tastenden Meßstellenumschalter, einem Analog-Digital- und Digital-Ana
log-Wandler, mehreren Analogverstärkern und Analog- und Digital-Spei
chern sowie einer Dateneingabevorrichtung und Steckkontakten für einen
aufsteckbaren Adapterteil.
Zur Erfassung, Verarbeitung, Anzeige, Speicherung und Ausgabe von
analogen und/oder digitalen Meßwerten, insbesondere für einen mobilen
Einsatz, ist man bestrebt, tragbare Geräte einzusetzen und hier vor
zugsweise Geräte im Taschenformat, ähnlich einem Taschenrechner.
Zur Aufnahme physikalischer Werte, wie Drucke, Temperaturen oder
anderer Meßwerte stehen entsprechende Sensoren zur Verfügung, welche
sowohl digitale als auch analoge Signale abgeben. Zur Verbesserung der
Ermittlung von Zustandgrößen oder Eigenschaften eines Systems,
beispielsweise einer hydraulischen Anlage, ist es in vielen Fällen
erforderlich oder wünschenswert, gleichzeitig Meßwerte von mehreren
Sensoren aufzunehmen, unmittelbar zu verarbeiten und die Ergebnisse
anzuzeigen oder zur Speisung eines Schreibers oder Druckers abzugeben.
Jeder Sensor weist eine Eigencharakteristik auf, welche beim Anschluß
an ein Meß- und Auswertegerät zu berücksichtigen ist. Hierzu zählt
insbesondere seine Nullpunktlage und sein vom Hersteller angegebener
Endwert bzw. Meßbereich.
Beim Einsatz mehrerer Sensoren besteht daher das Problem, diese dem
Meß- und Auswertegerät anzupassen. Es sind zwar bereits Sensoren
bekannt, welche mit einer eigenen Kompensationsschaltung ausgerüstet
sind, um diese ausreichend kompatibel zu gestalten, jedoch sind solche
Sensoren sehr aufwendig und benötigen eine eigene Energieversorgung.
Mit der Kompensationsschaltung wird beispielsweise der Temperatureffekt
ausgeglichen, jedoch nicht ein vorhandener Nullpunkt-Fehler, da sich
dieser im Betrieb, durch Alterung, kurzfristige Überlastung oder
dergleichen ändert.
Bei Analogmeßgeräten ist es bekannt, für jeden verwendeten Sensor beim
Anschluß an das Meßgerät dort einen Abgleich durchzuführen, wobei durch
Verstellung von Hand jeweils eines Potentiometers der Nullpunkt und der
Endwert, d.h. sein Meßbereich eingestellt werden. Das Analogausgangs
signal eines solchen Meßgerätes kann zur Beaufschlagung eines Schrei
bers verwendet werden.
Für die Verarbeitung von digitalen Eingangssignalen und die Anwendung
von Mikroprozessoren zur Erhöhung der Leistungsdichte ist der Einsatz
von digitalen Meßgeräten notwendig.
Aus der Zeitschrift Messen und Prüfen/Automatik, Heft 7/8, 1982, Seiten
475-481 ist ein frei programmierbares mikroprozessorgesteuertes Daten
system für die Erfassung, Übertragung, Speicherung und Auswertung von
Meßwerten bekannt. Hierbei werden mehrere Meßsignale sequentiell abge
tastet, wodurch bereits Pausenzeiten zwischen den einzelnen Signalen
vorliegen, welche ein Vielfaches der Zeitdauer des einzelnen Signals
entsprechen. Das digitalisierte Signal wird sodann wortseriell zum
Speicher oder zur Übertragungseinheit übertragen, wird nochmals zur
Ausgabeeinheit übertragen und dort gewandelt. Die hierbei auftretenden
und sich addierenden Zeiten sind so groß, daß man nicht mehr von der
Abgabe eines Echtzeitsignals sprechen kann. Auch ist der verwendete
Prozessor Z-80 wegen seiner geringen Geschwindigkeit nicht geeignet,
das aufgeworfene Problem zu lösen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen anzu
geben und Mittel vorzuschlagen, um die Anpassung eines digitalen
Meßgerätes an eine Vielzahl von Sensoren zu erleichtern und zu
automatisieren, und ein digitales Meßgerät derart auszugestalten, daß
mindestens ein Kanal vorhanden ist, von dem echtzeitfähige Ausgangs
signale abgegeben werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei der eingangs aufgeführten Vorrichtung
im aufsteckbaren Adapterteil ein Schalter vorhanden, dessen Eingang
einerseits mit dem Ausgang des prozeßgesteuerten Digital-Analog-Wand
lers mit Analogverstärker und andererseits mit dem Ausgang eines
Analogverstärkers verbunden ist und dessen Ausgang einem abgleichbaren
Ausgangsverstärker zugeführt ist, wobei der Ausgang des Ausgangs
verstärkers mit dem Meßstellenumschalter verbunden ist.
Nach der Erfindung können relativ langsame und damit preiswerte
Prozessoren verwendet werden, weil der Zugriff für die Durchführung der
Kalibrierung auf bereits gespeicherte Werte erfolgt.
In Weiterbildung der Erfindung ist der genannte Schalter elektrisch
betätigbar und vom Prozeßrechner ansteuerbar. Der Ausgangsverstärker im
Adapterteil weist in vorteilhafter Weise abgleichbare Widerstände auf.
ln einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Wider
stände manuell abgleichbar ausgebildet, welche mit Hilfe im Digital
speicher gespeicherter sensorabhängiger Nullpunkt-Fehlerwerte und
Kalibrier-Endwerte die Bereitstellung einer normierten Ausgangsspannung
ermöglichen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Widerstände
elektrisch abgleichbar ausgebildet und vom Prozeßrechner ansteuerbar,
wodurch mit Hilfe im Digitalspeicher gespeicherter sensorabhängiger
Nullpunkt-Fehlerwerte und Kalibrier-Endwerte ein vollautomatischer
Abgleich auf kalibrierte Endwerte ermöglicht wird.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Hierbei
zeigen:
Fig. I die Grundschaltung eines von Hand abgleichbaren Verstärkers
eines rein analogen Meßgerätes, nach dem Stand der Technik;
Fig. II die Grundschaltung eines halbautomatisch abgleichbaren Aus
gangsverstärkers mit Prozessor, für einen Kanal, nach der
Erfindung;
Fig. III die Grundschaltung eines vollautomatisch abgleichbaren Aus
gangsverstärkers mit Prozessor, für einen Kanal, gemäß einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung, und
Fig. IV die schematische Gesamtschaltung des Grundgerätes mit Adapter
teil.
In der Fig. I ist als Stand der Technik die Grundschaltung eines von
Hand abgleichbaren Verstärkers eines rein analogen Meßgerätes
schematisch dargestellt. Der Meßeingang 1 liegt an dem abgleichbaren
analogen Eingangsverstärker 28, dessen Ausgang zur Anzeigevorrichtung
führt. Der Ausgang des Analogverstärkers weist einen Abgriff auf, der
über einen Ausgangsverstärker 41 zu einem weiteren Auswertegerät, wie
etwa einem nicht dargestellten Schreiber geleitet ist. Die Potentio
meter 29 und 30 sind von Hand verstellbar ausgebildet, so daß für jeden
verwendeten Sensor beim Anschluß an das Meßgerät ein Abgleich
durchgeführt werden muß, indem durch VerstelIung von Hand jeweiIs eines
Potentiometers der Nullpunkt und der Endwert, d.h. sein Meßbereich
eingestellt werden.
Das Analogausgangssignal eines solchen Meßgerätes kann zur Beauf
schlagung eines Schreibers direkt verwendet werden, wie bereits
eingangs ausgeführt ist. Ein solcher Abgleich ist sehr zeitaufwendig.
Die Fig. II zeigt die Grundschaltung eines halbautomatisch abgleich
baren Ausgangsverstärkers mit Prozessor für einen Kanal eines digitalen
Meßgerätes. Der analoge Meßeingang 1 führt über einen Eingangsver
stärker 5 zu einem Analog-Digital-Wandler 10 und weiter über einen
Prozessor 11 zu einem Digital-Analog-Wandler 14. Das hier vorliegende
analoge Signal wird über einen Schalter 20 und Ausgangsverstärker 21
dem analogen Ausgang 23 zugeleitet. Die Widerstände 29 und 30 lassen
sich von Hand abgleichen, wobei der Widerstand 29 für den Endabgleich
oder die Kalibrierung bestimmt ist und der Widerstand 30 dem Null
punktabgleich dient. Zur Erzielung eines echtzeitfähigen Signals bei
einem digitalen Meßgerät ist der Ausgang 23 über die Leitung 35 mit dem
Analog-Digital-Wandler 10 und der Ausgang des Eingangsverstärkers 5
über die Leitung 36 mit dem Schalter 20 verbunden. Anhand der Gesamt
schaltung nach Fig. IV wird später hierauf noch näher eingegangen.
Die Fig. III zeigt die schematische Schaltung eines Ein- und Aus
gangskanals eines digitalen Meßgerätes mit vollautomatischem Abgleich
und einem echtzeitfähigen Signalausgang.
Die Positionen 10, 11 und 41 verkörpern das Grundgerät aus Analog-Digi
tal-Wandler, Rechner und Digital-Analog-Wandler.
Der Analog-Eingang 1 führt über einen Eingangsverstärker 5 mit kon
stanter Verstärkung. Die Anpassung des Verstärkers erfolgt hierbei
rechnerisch. Die Schalter 42, 48 und 49 sind Meßstellen- oder Steuer
spannungsumschalter. Die gestrichelte Linie 19 deutet an, daß die
eingerahmten Elemente in dem Adapterteil untergebracht sind.
Dieses Teil ist mit dem Grundgerät zusammensteckbar ausgebildet. Der
Ausgangsverstärker 50 ist mit elektrisch steuerbaren Widerständen 43
und 44 ausgerüstet, welche als Feldeffekt-Transistoren ausgebildet
sind. Vor jedem Feldeffekt-Transistor 43 und 44 liegt jeweils ein
Analogspeicher 46 bzw. 47, welcher die zur Aufrechterhaltung des
gewünschten Widerstandes erforderliche Steuerspannung speichert, wie
sie vom Digital-Analog-Wandler 41 zur Verfügung gestellt und so lange
variiert wird, bis der gewünschte Widerstand durch eine sukzessive
Aproximation erreicht ist. Der Digital-Analog-Wandler verläßt sodann
diesen Kanal und der zugehörige Analogspeicher übernimmt die weitere
Aufrechterhaltung der Spannung bzw. des sich daraus ergebenden
Widerstandes. Der Analogspeicher 46 mit dem Feld-Effekt-Transistor 43
dient hierbei zur Einstellung des Verstärkungsfaktors des Verstärkers
50, während der Analogspeicher 47 mit dem Feld-Effekt-Transistor 44 zur
Einstellung des Nullpunktes dient.
Der Eingang des Verstärkers 50 ist durch den Schalter 49 umschaltbar,
und zwar einmal auf den Analogspeicher 45 und zum anderen direkt auf
das auszugebende Analogsignal. In der normalen Betriebsphase, d.h.
wenn der Verstärker 50 abgeglichen ist, ist der Schalter 49 auf den
Analog-Eingangsverstärker 5 geschaltet und das fehlerbehaftete Ein
gangssignal läuft über den Eingangsverstärker 5. Der Endwert steht noch
in keinem Bezug zum Meßbereichsendwert und ein Nullpunktsfehler ist
ebenfalls noch vorhanden. Ist der Verstärker 50 wie oben aufgeführt,
Fehlerkorrigiert, ergibt sich die gewünschte Konfiguration, d.h. am
Ausgang 23 erscheint ein korrigiertes Signal in Echtzeit.
Zum erforderlichen Abgleich der beiden Widerstände 43 und 44 wird der
Schalter 49 vom Analogeingang abgetrennt und wird an den Analogspeicher
45 gelegt. Der Rechner speist über den Digital-Analog-Wandler 41 und
den Schalter 42 in der obersten Stellung eine Kalibrierspannung in den
Analogspeicher, welche dort gehalten wird. Der Rechner mißt über den
Digital-Analog-Wandler 41 und über den Schalter 48 in der oberen
Stellung die Ausgangsspannung des Verstärkers 50.
Wenn die eingespeiste Eingangsspannung Null Volt beträgt oder eine
Spannung, die den gespeicherten Nullpunktfehler wiedergibt, kann der
Nullpunkt des Ausgangsverstärkers abgeglichen werden.
In ähnlicher Weise wird der Endwert kalibriert. Die Analogspeicher 45,
46 und 47 sorgen dafür, daß während der Umschaltung des Schalters 42
die zuvor aufgeprägte Korrekturspannung für den Nullpunkt und die
Kalibrierspannung erhalten bleibt, bis diese durch neue Werte ersetzt
werden. Die Feld-Effekt-Transistoren werden daher auch während der
Schaltvorgänge des Schalters 42 mit der erforderlichen Spannung
beaufschlagt, so daß der notwendige Abgleich des Verstärkers in jeder
Betriebsphase sichergestellt ist.
Die Fig. IV zeigt die Gesamtschaltung des digitalen Meßgerätes mit
Adapterteil 19, wobei der Adapterteil hierbei die halbautomatische
Ausführungsform nach Fig. II aufweist, welche jedoch durch die
vollautomatische Version nach Fig. III ersetzt werden kann. In bezug auf
die Fig. II, III und IV sind gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Die Analogeingänge 1, 2, 3, und 4 sind über je einen Analogverstärker
5, 6, 7 und 8 mit konstantem Verstärkungsfaktor und einem Meßstellen
umschalter 9 mit einem Analog-Digital-Wandler 10 durchgeschaltet,
welcher seinerseits über einen Prozeßrechner 11 mit einem Digital
speicher 12 verknüpft ist.
Die Verwendung eines Eingangsverstärkers mit konstantem Verstärkungs
faktor ist nach der Erfindung deswegen möglich, weil die dem Ein
gangsverstärker anhaftenden Fehler (Offset-Spannung) mit Hilfe des
Prozessors im Zusammenhang mit dem Nullpunkt-Abgleich, welcher im
folgenden noch näher beschrieben wird, rechnerisch ausgeglichen bzw.
korrigiert werden.
Der Digitalspeicher 12 speichert einen einmalig gemessenen und analog
verstärkten sowie digital gewandelten Nullpunkt-Fehler eines verwende
ten Sensors. Dieser Wert ist jederzeit abrufbar.
Dem Digitalspeicher 12 werden ferner von der Dateneingabevorrichtung 13
über den Prozeßrechner 11 Daten eingespeist, welche den vorgegebenen
Kalibrierwerten eines verwendeten Sensors entsprechen. Diese Werte sind
sodann als sein Endwert gespeichert und zu jeder Zeit abrufbar.
Der Prozeßrechner 11 ist über einen Digital-Analog-Wandler 14 und einen
Analogverstärker 15 zur Ausgabe eines nicht-echtzeitfähigen, korri
gierten Signals mit dem Ausgang 16 verbunden.
Zur Speicherung kurzzeitiger Signale ist ein Analogspeicher 17 bzw. 18
mit dem Ausgang eines Analogverstärkers 5 bzw. 6 verbunden, dessen Aus
gang einen Abgriff im Meßstellenumschalter 9 aufweist.
Im Adapterteil 19 ist ein elektrisch betätigbarer Schalter 20 vorhan
den, dessen Eingang einerseits mit dem Ausgang 16 eines prozeß
gesteuerten Digital-Analog-Wandlers mit Analogverstärker 15 und ande
rerseits mit dem Ausgang eines Analogverstärkers 5 bzw. 6 verbunden ist
und dessen Ausgang einem abgleichbaren Ausgangsverstärker 21 bzw. 22
zugeführt ist. Der Ausgang 23 bzw. 24 des Ausgangsverstärkers 21 bzw.
22 ist mit dem Meßstellenumschalter 9 verbunden.
Der Ausgangsverstärker 21 bzw. 22 im Adapterteil 19 weist elektrisch
abgleichbare Widerstände 26 bzw. 27 auf. Die elektrisch steuerbaren
Widerstände 26 bzw. 27 sind zur Durchführung eines in diesem Falle
halbautomatischen Abgleichs mit Hilfe der im Digitalspeicher 12
eingespeicherter sensorabhängiger Nullpunkt-Fehler und Kalibrier-End
werte vom Analog-Digital-Wandler 10 prozeßgesteuert abgleichbar;
Der Teil dieser Schaltung kann, wie bereits oben ausgeführt, durch die
Schaltung nach Fig. III ersetzt werden, so daß ein vollautomatischer
Abgleich durchgeführt werden kann.
Die Vorrichtung nach der Erfindung ist ferner mit einem digitalen
Meßeingang 31, 32 und einem digitalen Ausgangskanal 34 ausgerüstet,
welcher beispielsweise einen Drucker beaufschlagt.
Der Anschluß 33, welcher mit der nicht näher dargestellten Energie
quelle verbunden ist, dient der Messung und Überwachung der eigenen
Stromversorgung. Über diesen Meßeingang kann der Rechner den Zustand
seiner eigenen Batterie ständig messen.
Mit dem hier beschriebenen Gerät nach der Erfindung können zwei
Druckmeßstellen und zwei Temperaturmeßstellen quasi gleichzeitig verar
beitet werden. Es können somit alle Kanäle besetzt sein, wobei deren
Meßwerte dem Rechner sequentiell zugeführt werden. Die Signale der
nicht näher dargestellten Druckaufnehmer-Sensoren werden auf zwei
Kanäle des als Multiplexer ausgebildeten Meßstellenumschalters 9 direkt
und parallel dazu auf zwei weitere Kanäle geschaltet, denen jeweils ein
schneller Analogspeicher 5 und 6 vorgeschaltet ist.
Dieses Verfahren erlaubt die Erfassung von Druckspitzen in einer
wesentlich kürzeren Zeit, als es die Umlaufzeit des Multiplexers und
die zu jedem Kanal anfallende Wandlungszeit des Analog-Digital-Wandlers
10 zulassen würde.
Die natürliche Nullpunktabweichung eines jeden verwendeten Sensors wird
einmalig vom Gerät selbst gemessen und die Größe dieser Abweichung im
Digitalspeicher 12 abgelegt.
Der vom Hersteller der Druckaufnehmer-Sensoren ermittelte Kalibrier
wert, d.h. die Skalierung des Messbereich-Endwertes der jeweils
verwendeten Sensoren wird vom Bediener über die Tastatur der Daten
eingabe 13 in den Digitalspeicher 12 eingeschrieben. Anstelle der
Tastatur kann auch ein Strichcodeleser verwendet werden, wobei jeder
Sensor seine Kalibrierwerte in Form eines Strichcodes aufweist.
Hierdurch werden Fehleintastungen oder Verwechselungen mit einem
Datenblatt vermieden.
Bei jeder nun anfallenden Druckmessung werden wieder die im Speicher
abgelegten Daten für die Berechnung des Absolutdruckes aus dem
aktuellen Meßwert herangezogen. Einmal im Speicher abgelegt, verbleiben
diese Kalibrierdaten dort, bis sie vom Bediener neu überschrieben
werden. So entfällt bei einem Wechsel des oder der Aufnehmersysteme der
üblicherweise komplette Neuabgleich des Analog-Eingangsverstärkers.
Die Übernahme des tatsächlichen Nullpunktfehlers als neuen Bezugs
nullpunkt, erlaubt auch das Messen eines Absolutdruckes über einem
bestimmten vorhandenen Vordruck z.B. Messung in einem mit Flüssigkeit
gefüllten System, bei dem das Gewicht der über dem Geber stehenden
Flüssigkeitsmenge diesen bereits mit einem statischen Druck vor
belastet.
Bei der Abfrage der Analogspeicher statt der direkten Druckmeßkanäle
durch den Rechner, können statt der effektiven Druckwerte die zuletzt
am jeweiligen Druckmeßkanal aufgetretenen Druckspitzen verarbeitet
werden. Die vorerst analog und nach der Abfrage digital gespeicherten
Druckspitzen bleiben als Meßwert erhaIten, bis sie durch eine auf
tretende größere Druckspitze überschrieben werden oder können vom
Bediener durch eine Tastatureingabe gelöscht und für eine neue, von
Null ausgehende Spitzenmessung, vorbereitet werden.
Durch die gleichzeitige Verarbeitung von zwei getrennten Meßstellen und
die Verwendung eines Rechners, ist auch eine Summen- bzw. Differenz-
Darstellung der Meßwerte mögIich.
Die Vorrichtung nach der Erfindung weist zwei weitere Eingangskanäle 3
und 4 auf, welche für Temperaturmessungen bestimmt sind. Hierbei
entfallen die schnellen Analogspeicher, wie sie für Druckmessungen
durch die Speicher 17 und 18 vorgesehen sind, da sich die Tempera
turänderungen im Vergleich zu den Druckänderungen nur relativ langsam
vollziehen.
Auch ist bei den Temperaturgebern eine vollautomatische Kalibrierung
nicht erforderlich, da vorwiegend genormte Aufnehmer verwendet werden,
die bei einem Wechsel keinen Neuabgleich erforderlich machen. Grund
sätzlich ist es natürlich auch hier möglich, einen vollautomatischen
Abgleich durchzuführen, wenn dies erforderlich sein sollte.
Mit der Vorrichtung nach der Erfindung ist es auch möglich, digitale
Meßwerte aufzunehmen und zu verarbeiten.
Derartige Werte ergeben sich beispielsweise bei der Drehzahlmessung.
Hierzu werden die Digital-Meßkanäle 31 und 32 zur direkten Verarbeitung
von Impulsen eines digitalen Aufnehmersystems, z.B. Wellenumdrehungen
pro Zeiteinheit, verwendet.
Ähnlich der Drehzahlmessung lassen sich auch Volumenströme messen und
Durchflußmessungen durchführen. Hierbei werden jedoch die vom Auf
nehmersystem gelieferten Zählimpulse pro Zeiteinheit nicht direkt
verarbeitet.
Der Bediener hat die Möglichkeit über die Tastatur einen Formfaktor im
Digitalspeicher abzulegen. Dieser Faktor enthält Daten wie beispiels
weise Gerätekonstante einer Meßturbine, Einfluß der Viskosität des die
Turbine antreibenden Mediums und dergleichen. Aus dem eigentlichen
Meßwert und diesem im Speicher abgelegten Faktor, wird dann rechnerisch
die tatsächliche Meßgröße ermittelt und zur weiteren Verarbeitung
bereitgestellt.
Folgende Meßgrößen stehen zur Verarbeitung bereit:
- 1) Druck am Druckmeßkanal 1,
- 2) Druck am Druckmeßkanal 2,
- 3) Druck-Spitzenwert am Druckmeßkanal 1,
- 4) Druck-Spitzenwert am Druckmeßkanal 2,
- 5) Differenzdruck der beiden Druckmeßkanäle 1 und 2,
- 6) Temperatur am Temperaturmeßkanal 3,
- 7) Temperatur am Temperaturmeßkanal 4,
- 8) Differenztemperatur der beiden Temperaturmeßkanäle 3 und 4,
- 9) Drehzahl am Digitalkanal 31 und
- 10) Volumenstrom am Digitalkanal 32.
Auf die zur Verfügung stehenden Meßgrößen können die folgenden Verar
beitungs-Verfahren vom Bediener frei wählbar angewendet werden.
Das Gerät nach der Erfindung besitzt beispielsweise eine
LCD-Punktmatrix-Anzeige mit zwei Zeilen zu je 16 Zeichen. Bis zu zwei
Meßgrößen können mit ihren jeweiligen Meßeinheiten gleichzeitig
dargestellt werden.
Während der Messung kann der Bediener von den beiden momentan
angezeigten Werten auf beliebige andere Werte umschalten.
Die auftretenden Druckspitzen der beiden Druckmeßkanäle werden laufend
im Speicher abgelegt, auch wenn sie nicht zur Anzeige aufgerufen sind.
Sie können per Tastendruck aufgerufen werden.
In einem vom Bediener wählbaren Zeittakt können die Meßgrößen eines
ebenfalls wählbaren Meßkanals der Reihe nach im Speicher abgelegt
werden. Dieser Vorgang läuft automatisch ab, maximal bis zum Erreichen
des Speicher-Fassungsvermögens.
Die so abgespeicherten Daten können zu einem späteren Zeitpunkt - auch
nach zwischenzeitlichem Ausschalten des Gerätes - über eine serielle
Datenschnittstelle an einen Drucker oder Auswerterechner übergeben
werden.
Die erfaßten Meßwerte eines Analogkanals können in ihrer vorliegenden,
unkorrigierten Form, wieder analog ausgegeben werden. Das Ausgangs
signal ist dem Eingangssignal proportional, lediglich seine Größe ist
in bezug auf die Schnittstelle normiert.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Kalibrieren von analogen Echtzeitsignalen mit Hilfe
einer Einrichtung zur mikroprozessorgesteuerten Erfassung, Ver
arbeitung, Anzeige, Speicherung und Ausgabe von analogen und /oder
digitalen Meßwerten mehrerer Meßstellen oder Sensoren, mit einem
Prozeßrechner in Verbindung mit einem sequentiell abtastenden
Meßstellenumschalter, einem Analog-Digital- und Digital-Analog-
Wandler, mehreren Analogverstärkern und Analog- und Digital-Spei
chern sowie einer Dateneingabevorrichtung und Steckkontakten für
einen aufsteckbaren Adapterteil, dadurch gekennzeichnet, daß im
aufsteckbaren Adapterteil (19) ein Schalter (20) vorhanden ist,
dessen Eingang einerseits mit dem Ausgang (16) des prozeß
gesteuerten Digital-Analog-Wandlers mit Analogverstärker (15) und
andererseits mit dem Ausgang eines Analogverstärkers (5, 6)
verbunden ist und dessen Ausgang einem abgleichbaren Ausgangs
verstärker (21, 22) zugeführt ist, und daß der Ausgang (23, 24) des
Ausgangsverstärkers (21, 22) mit dem Meßstellenumschalter (9)
verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schalter (20) elektrisch betätigbar und vom Prozeßrechner (11)
ansteuerbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ausgangsverstärker (21, 22 bzw. 50) im Adapterteil (19) ab
gleichbare Widerstände (29, 30; 43, 44) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wider
stände (29, 30) manuell abgleichbar ausgebildet sind und mit Hilfe
im Digitalspeicher gespeicherter sensorabhängiger Nullpunkt-Fehler
werte und Kalibrier-Endwerte die Bereitstellung einer normierten
Ausgangsspannung ermöglichen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wider
stände (43, 44) elektrisch abgleichbar ausgebildet und vom Prozeß
rechner 11 ansteuerbar sind, und mit Hilfe im Digitalspeicher
gespeicherter sensorabhängiger Nullpunkt-Fehlerwerte und Kalibrier-
Endwerte ein vollautomatischer Abgleich auf kalibrierte Endwerte
ermöglicht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853544095 DE3544095A1 (de) | 1985-12-13 | 1985-12-13 | Vorrichtung zum kalibrieren von analogen echtzeitsignalen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853544095 DE3544095A1 (de) | 1985-12-13 | 1985-12-13 | Vorrichtung zum kalibrieren von analogen echtzeitsignalen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3544095A1 DE3544095A1 (de) | 1987-06-19 |
| DE3544095C2 true DE3544095C2 (de) | 1987-10-15 |
Family
ID=6288363
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853544095 Granted DE3544095A1 (de) | 1985-12-13 | 1985-12-13 | Vorrichtung zum kalibrieren von analogen echtzeitsignalen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3544095A1 (de) |
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