DE3543169A1 - In rohrleitungssysteme eingebaute hydranten - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf in Rohrleitungssystemen, insbesondere
in Trinkwasserversorgungsnetzen eingebaute Hydranten mit einem im
unteren Teil des Hydrantengehäuses axial verstellbaren und mit dem
Hydrantensitz zusammenwirkenden Verschlußkörper, der über ein Ver
längerungsrohr mit der im oberen Teil des Hydrantengehäuses angeord
neten Spindel betätigbar und zusammen mit dem Verlängerungsrohr und
der Spindel von oben montierbar und durch den Hydrantendeckel druck
dicht verschließbar ist.
Zum Auffinden von Leckstellen oder zur Feststellung der Wassermen
genverteilung in Trinkwasserversorgungsnetzen hat man bisher Durch
flußmesser an mehreren Stellen der Hauptleitungen eingebaut. Die Meß
signale dieser Durchflußmesser werden gesammelt und über einen län
geren Zeitraum jeweils miteinander verglichen. Aus der Beobachtung
der Durchflußmengen der einzelnen Meßstellen ergibt sich insbesonde
re bei der Nachtmessung in der Zeit von etwa 2.00h bis 4.00h früh
eine annähernd gleichbleibende Minimaldurchflußmenge. Erhöht sich an ir
gend einer Stelle des Rohrleitungssystems diese minimale Durchfluß
menge über mehrere Tage, so kann hieraus auf einen Rohrleitungsbruch
geschlossen werden. Durch Vergleich der Meßsignale der umliegenden
Meßgeräte kann man außerdem feststellen, in welchem Bezirk diese
Leckstelle aufgetreten ist.
Die in den Städten vorhandenen Trinkwassernetze sind in der Regel
nicht mit solchen Durchflußmessern in den Hauptleitungen ausgerüstet.
Der nachträgliche Einbau von Durchflußmessern in die Hauptleitungen
ist nun aber mit erheblichen Kosten für das Aufgraben des Erdreiches
und das Kürzen der Rohrleitungen um das der Meßgerätelänge ent
sprechende Rohrstück verbunden. Außerdem müßten die aufgeschnittenen
Rohrleitungen wieder mit Vorschweißflanschen versehen werden,
um die mit Flanschen versehenen bekannten Woltmann-Wasserzähler ein
bauen zu können.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfaches und schnelles Ausrüsten
des Trinkwasserrohrleitungsnetzes mit Durchflußmeßgeräten zu ermög
lichen.
Die Lösung dieser Aufgabe wird in den Patentansprüchen gesehen.
Dadurch, daß gemäß Anspruch 1 die in jedem Trinkwasserversorgungs
netz vorhandenen Hydranten als Zugänge zum Einbau von Durchfluß
messern in die Rohrleitungen benutzt werden, entfällt jegliches Auf
graben des Erdreiches, da die Hydranten an ihrem Hydrantenkopf von
außen zugängig sind. Da die Durchflußmesser fest an den Verschluß
körpern der Hydranten angeschlossen und so ausgebildet sind, daß sie
durch die Hydrantensitze hindurch in die Rohrleitungen hineinragen,
entfällt jegliches Aufschneiden der Rohrleitungen und auch das An
bringen von Anschlußflanschen. Der vorhandene Innenraum der Hydranten
wird gleichzeitig auch dazu benutzt, um die elektrische Meßwert
Übertragungsleitung nach oben über das Erdreich zu führen.
Die Unteransprüche 2 bis 8 kennzeichnen besonders zweckmäßige weite
re Ausgestaltungen des Meßhydranten nach Anspruch 1.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung
näher erläutert, und zwar zeigt:
Fig. 1 einen Unterflurhydranten im Längsschnitt mit eingebau
tem Durchflußmesser, in Hydrantenoffenstellung,
Fig. 2 den Unterflurhydranten nach Fig. 1 in einem um 90° ge
drehten Längsschnitt, in Hydrantenschließstellung und
Fig. 3 den Verschlußkörper des Hydranten nach den Fig. 1
und 2 in vergrößertem Maßstab mit montiertem Meßgeräte
halter und Durchflußmesser.
Der gezeigte Unterflurhydrant 1 ist mit seinem Unterflansch 2 an
den Anschlußflansch 3 der Rohrleitung 4 angeschlossen und trägt
oben den Betätigungsvierkant 5 für die Betätigungsspindel 6 und
daneben die Anschlußklaue 7 zum Aufsetzen eines Standrohres für
die Wasserentnahme. Nach oben ist der Unterflurhydrant 1 durch die
Straßenkappe 8 in Höhe der Straßendecke 9 abgedeckt. Die Spindel 6
ist über das Verlängerungsrohr 10 fest mit dem Verschlußkörper 11
verbunden, und beim Betätigen der Spindel 6 wandert die Mutter 12
des Verlängerungsrohres 10 mit dem Verschlußkörper 11 ohne Drehung
des Verschlußkörpers auf- oder abwärts, wobei der Verschluß
körper 11 dichtend in die Sitzbüchse 13 des Mantelrohres 14 ein
fährt oder sich nach oben aus der Schließstellung in die Offen
stellung bewegt.
Der kolbenartige Verschlußkörper 11 ist fest mit einem frei in die
Rohrleitung 4 ragenden Meßgerätehalter 15 verbunden, an dessen
freien Ende der Durchflußmesser 16 fest angeschlossen ist. Dieser
Durchflußmesser 16 ist als Partialwirbelzähler ausgebildet und be
steht im wesentlichen aus dem Partialrohr 17 mit dem quer hierin
eingebauten Wirbelkörperstab 18. Das Partialrohr 17 befindet sich in
der in der Fig. 2 gezeigten Schließstellung des Hydranten 1 in
einem Querschnittsbereich der Rohrleitung 4, in dem die mittlere Ge
schwindigkeit der sonst parabolischen Geschwindigkeitsverteilung
herrscht. In der in der Fig. 1 gezeigten Hydrantenoffenstellung liegt
der Partialwirbelzähler 16 noch in einem so ausreichend großen Ab
stand von der Eintrittskante 19 der Durchströmöffnung 20 entfernt, daß
die Wasserausströmung durch den Hydranten nicht behindert wird.
Die sich wechselseitig am Wirbelkörperstab 18 des Partialwirbelzählers
16 ablösenden Karman-Wirbel werden vom Meßwertaufnehmer 21 erfaßt und
über die Meßwert- Übertragungsleitung 22 durch den Hydranten hindurch
nach außen geführt. Der Meßwertaufnehmer 21 ist durch die druckfeste
Dichtung 23 gegenüber dem wasserführenden Innenraum der Rohrleitung 4
abgedichtet. Die Meßwert-Übertragungsleitung 22 ist durch das Innere
des Meßgerätehalters 15 und durch eine Bohrung 24 des Verschluß
kolbens 11 sowie durch die druckdichte Kabeldurchführung 25 nach
oben geführte. Dadurch gelangt die Meßwert-Übertragungsleitung 22 von
unten in den Innenraum 26 des Verlängerungsrohres 10 und wird im
oberen Bereich des Verlängerungsrohres 10 unterhalb des Spindel
hubes seitlich nach außen in den Innenraum 27 des Mantelrohres 14
geführt. Die Weiterführung der Meßwert-Übertragungsleitung 22 er
folgt nach oben hin über eine druckdichte Durchführung 28 des Hy
drantendeckels 29. Das außenliegende Ende 30 der Meßwert-Über
tragungsleitung 22 ist mit einer nicht näher dargestellten Aus
werteeinheit verbunden, welche das Rohrleitungssystem auf Leck
stellen und/oder auf die Durchflußverteilung hin überwacht. Am Ein
tritt und am Austritt des Verlängerungsrohres 10 für die Meßwert
Übertragungsleitung 22 sind noch druckfeste Abdichtungen 31 und 32
vorgesehen.
Claims (8)
1. In Rohrleitungssystemen, insbesondere in Trinkwasserversorgungs
netzen eingebaute Hydranten mit einem im unteren Teil des Hydranten
gehäuses axial verstellbaren und mit dem Hydrantensitz zusammen
wirkenden Verschlußkörper, der über ein Verlängerungsrohr mit der im
oberen Teil des Hydrantengehäuses angeordneten Spindel betätigbar
und zusammen mit dem Verlängerungsrohr und der Spindel von oben
montierbar und durch den Hydrantendeckel druckdicht verschließbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Hy
drantenverschlußkörper (11) auf seiner der Rohrleitung (4) zuge
wandten Seite fest mit einem durch den Ventilsitz (13) hindurch in
die Rohrleitung (4) hineinragenden Meßgerätehalter (15) verbunden
ist, der an seinem in die Rohrleitung ragenden Ende einen durch den
Ventilsitz (13) passenden Durchflußmesser (16) trägt, an dem eine
durch das Innere des Meßgerätehalters (15) sowie durch den Verschluß
körper (11) und durch das Verlängerungsrohr (10) nach oben geführte
elektrische Meßwert-Übertragungsleitung (22) angeschlossen ist, die
unterhalb der Spindel (6) seitlich aus dem Verlängerungsrohr (10)
herausgeführt und durch den Hydranteninnenraum (27) sowie durch eine
Durchführung (28) im Hydrantendeckel (29) oder Hydrantengehäuse (14)
nach außen gelegt ist, wobei das außenliegende Ende (30) der Meßwert
Übertragungsleitung (22) mit einer Auswerteeinheit verbindbar ist,
welche das Rohrleitungssystem auf Leckstellen und/oder auf die
Durchflußverteilung hin überwacht.
2. Meßhydrant nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der am Meßgerätehalter (15) sitzende Durchflußmesser
als Partial-Durchflußmesser (16) ausgebildet ist.
3. Meßhydrant nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Meßgerätehalter (15) so lang bemessen ist,
daß der Partialdurchflußmesser (16) im geschlossenen Zustand des
Hydranten (1) an der die mittlere Durchflußgeschwindigkeit anzei
genden Stelle des Rohrleitungsquerschnittes sitzt.
4. Meßhydrant nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Partialdurchflußmesser (16) in der unteren
Hälfte der Rohrleitung (4) anzuordnen ist, wenn bei Anordnung in der
oberen Rohrleitungshälfte im geöffneten Zustand des Hydranten (1) der
freie Einströmquerschnitt durch eine zu nahe Lage des Partial
durchflußmessers (16) behindert wird.
5. Meßhydrant nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Partialdurchflußmesser (16)
als Wirbelzähler (17, 18) ausgebildet ist.
6. Meßhydrant nach Anspruch 5, insbesondere für größere Hydranten
sitzweiten, dadurch gekennzeichnet, daß der
Partialwirbelzähler (16) aus einem fest am Ende des Halters (15)
sitzenden Partialrohrabschnitt (17) besteht, in dem quer zur Rohr
abschnitts-Längsachse ein Wirbelkörperstab (18) eingebaut ist.
7. Meßhydrant nach Anspruch 5, insbesondere für kleinere Hydran
tensitzweiten, dadurch gekennzeichnet, daß der
Partialwirbelzähler als frei in die Rohrleitung (4) eintauchender,
sich in Achsrichtung des Meßgerätehalters (15) erstreckender Wirbel
körperstab ausgebildet ist.
8. Meßhydrant nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die für die Meßwert-Übertragungs
leitung (22) im Hydrantendeckel (29) oder im Hydrantengehäuse (14)
vorgesehene Durchführung (28) nach außen und der Durchgang (25)
durch den Verschlußkörper (11) mit einer druckfesten Abdichtung
versehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853543169 DE3543169A1 (de) | 1985-12-06 | 1985-12-06 | In rohrleitungssysteme eingebaute hydranten |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19853543169 DE3543169A1 (de) | 1985-12-06 | 1985-12-06 | In rohrleitungssysteme eingebaute hydranten |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3543169A1 true DE3543169A1 (de) | 1987-06-11 |
| DE3543169C2 DE3543169C2 (de) | 1989-07-13 |
Family
ID=6287810
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853543169 Granted DE3543169A1 (de) | 1985-12-06 | 1985-12-06 | In rohrleitungssysteme eingebaute hydranten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3543169A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0619474A1 (de) * | 1993-04-08 | 1994-10-12 | Pont-A-Mousson S.A. | Membranmontagevorrichtung in Wasserzapfstelle in Nähe eines Durchflussmessers |
| US7007545B1 (en) | 1999-10-26 | 2006-03-07 | Peter Martinek | Method and measurement probe for the performance of measurements in water supply systems |
| AU2004200678B2 (en) * | 2004-02-20 | 2010-03-04 | C-Tech Services Pty Ltd | Water Monitoring System |
| EP4187029A1 (de) * | 2021-11-26 | 2023-05-31 | Hinni AG | An einem hydranten zu installierende überwachungseinrichtung |
-
1985
- 1985-12-06 DE DE19853543169 patent/DE3543169A1/de active Granted
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DE-Z.: "Neue Deliwa Zeitschrift", 1982, H.10, S.365-367 * |
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| FR2703773A1 (fr) * | 1993-04-08 | 1994-10-14 | Pont A Mousson | Dispositif de montage d'un diaphragme dans un élément de conduite d'adduction d'eau, notamment en vue de la pose d'un compteur de débit. |
| US7007545B1 (en) | 1999-10-26 | 2006-03-07 | Peter Martinek | Method and measurement probe for the performance of measurements in water supply systems |
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| EP4187029A1 (de) * | 2021-11-26 | 2023-05-31 | Hinni AG | An einem hydranten zu installierende überwachungseinrichtung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3543169C2 (de) | 1989-07-13 |
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