-
-
Die Erfindung betrifft einen flexiblen Kunststoffschlauch,
-
der sich insbesondere als Leitung für fluorierte Kohlenwasserstoffe
(Freon) eignet. Der erfindungsgemässe Kunststoffschlauch umfasst ein Polyamid-Kautschuk-Gemisch
als innere Schicht, über die ein Polyolefinmaterial mit funktionellen Gruppen als
äussere Schicht gelegt ist.
-
Im allgemeinen sind als Leitungen für fluide Materialien zwei Arten
von Schläuchen bekannt. Die eine, seit langem bekannte Schlauchart besteht aus einem
kunststoffbeschichteten, schlauchförmigen Textilmantel. Dieser Schlauchtyp, z.B.
in Form von Feuerwehrschläuchen, ist als Leitung für Wasser, Gas und wässrige Aufschlämmungen
weit verbreitet.
-
Schläuche dieser Art sind zäh und eignen sich für zahlreiche Anwendungszwecke
im Freien, wo sie starken Umweltbeanspruchungen ausgesetzt sind. Diese Schläuche
haben aber auch einige schwerwiegende Nachteile. Einer dieser Nachteile besteht
darin, dass sie nicht voll flexibel sind, insbesondere wenn ihr Durchmesser nur
etwa 2,5 cm (1 in) beträgt.
-
Sie neigen zur Bildung von Knicken oder Falten, wenn sie in Übereinstimmung
mit der Oberfläche von kompliziert geformten Strukturen gebogen oder gekrümmt werden.
Ein weiterer Nachteil dieser Schläuche besteht darin, dass sie, insbesondere bei
Verwendung unter erhöhtem Druck, nicht als Leitungen für verschiedene organische
Flüssigkeiten verwendet werden können, da das kautschukartige Beschichtungsmaterial
dieser Schläuche durch die organische Flüssigkeit durch Ablösen oder Quellen beeinträchtigt
werden kann. Beim anderen bekannten Schlauchtyp handelt es sich im wesentlichen
um einen Kunststoffschlauch, der gegebenenfalls mit einem Schutzüberzug versehen
ist. Schläuche dieser Art sind flexibler, insbesondere bei kleineren Durchmessern.
Bei entsprechender Wahl des Harzmaterials für derartige Schläuche ist es möglich,
verschiedenartige fluide Materialien durch diese Schläu-
che zu
leiten.
-
Bei den letztgenannten Schlauchtypen weiss man, dass eine gewisse
Verbesserung in bezug auf Gasdurchlässigkeit und Beständigkeit gegen Ozon, öl und
Warme sowie eine Gewichtsersparnis erzielt werden kann, wenn man Polyamid als Harzmaterial
für den Schlauch verwendet. Im Vergleich mit herkömmlichen Schläuchen aus kautschukartigen
elastischen Materialien sind jedoch Polyamidschläuche so starr, dass sie nur schwer
gebogen oder gekrümmt werden können. Sie neigen sogar zur Bildung von Rissen oder
Brüchen, wenn sie mit Gewalt gekrümmt werden. Um diesen Nachteil zu überwinden,
wird gemäss der offengelegten japanischen Gebrauchsmusteranmeldung 52-163220 ein
Polyamidschlauch einer Wellenbehandlung unterzogen, um dessen Flexibilität zu verbessern.
Jedoch zeigt ein Polyamidschlauch mit einer derartigen Wellenstruktur eine verringerte
Druckfestigkeit. Ferner wurde zur Verbesserung der Flexibilität eines Polyamidschlauchs
vorgeschlagen, einen doppellagigen Schlauch zu verwenden, bei dem der starre Polyamidschlauch
als innere Schicht vorgesehen ist, über die ein elastischer Schlauch gelegt wird.
-
Dabei soll die Dicke des Polyamidschlauchs weniger als 0,5 mm betragen.
Gemäss diesem Vorschlag besteht immer noch der Nachteil, dass der innere Polyamidschlauch
zur Rissbildung oder zum Abschälen neigt. Da Polyamid eine Tendenz zur Absorption
von Feuchtigkeit zeigt, wird innerhalb von Polyamidschläuchen Wasser angesammelt,
was beim beabsichtigten Verwendungszweck schädliche Auswirkungen haben kann. Um
diesen Nachteil zu vermeiden, wird gemäss der offengelegten japanischen Gebrauchsmusterschrift
56-120#82 eine Schicht zur Verhinderung des Eindringens von Wasser vorgeschlagen.
-
Dabei wird chlorsulfoniertes Polyäthylen als derartige Schicht zur
Verhinderung des Eindringens von Wasser zwischen eine erste Verstärkungsschicht
und eine zweite Verstärkungsschicht gelegt. Wendet man dieses Verfahren auf Polyamidschläuche
an, so wird eine zusätzliche Verfahrensstufe zum Vulkanisieren des chlorsulfonierten
Polyäthylens erforderlich, was die Herstellung derartiger Schläuche erschwert.
-
Ferner sind aus der offengelegten japanischen Gebrauchsmusterschrift
58-94975 Kautschukschläuche bekannt, die aus einer dünnen inneren Metall-Kunststoff-Verbundschicht
und einer Kautschukschicht mit einer darin enthaltenen verstärkenden Faserschicht
bestehen. Derartige Kunststoffschläuche sollen sich in bezug auf ihre Flexibilität
und die Undurchlässigkeit gegenüber fluorierten Kohlenwasserstoffen und Feuchtigkeit
als ausgezeichnet erweisen. Diese Kautschukschläuche haben jedoch immer noch den
Nachteil, dass es schwierig ist, eine vollständige Haftung zwischen der Verbundschicht
und der Kautschukschicht zu erreichen.
-
Kürzlich wurde festgestellt, dass die aus der Wasserabsorptionsfähigkeit
von Polyamid resultierenden Nachteile überwunden werden können, indem man das Polyamid
mit einem harzartigen Material der Polyolefinreihe mit funktionellen Gruppen, das
eine gute Wasserundurchlässigkeit aufweist, coextrudiert und dabei eine feste Bindung
des harzartigen Materials auf der äusseren Oberfläche des Polyamidschlauchs bewirkt.
Andererseits wurde auch festgestellt, dass durch Bereitstellung eines Polyamids
mit guter Flexibilität zur Überwindung der aus der starren Beschaffenheit dieses
Materials resultierenden Nachteile durch Vermischen des Polyamids mit einem Weichmacher
oder Kautschuk oder durch Copolymerisation des Polyamids mit einem Kautschuk, die
Haftung des Polyamids am harzartigen Material der Polyolefinreihe mit einem Gehalt
an funktionellen Gruppen erheblich verschlechtert wird.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, die vorerwähnten Nachteile von Polyarnidschläuchen
zu überwinden und Kunststoffschläuche mit verbesserter Flexibilität und Wasserundurchlässigkeit
bereitzustellen. Erfindungsgemäss sollen somit Kunststoffschläuche durch Coextrusion
einer gemischten Polyamid-Kautschuk-Masse als innerer Schicht und eines harzartigen
Materials der Polyolefinreihe mit einem Gehalt an funktionellen Gruppen als äusserer
Schicht hergestellt werden. Diese Kunststoffschläuche sollen ferner undurchlässig
für fluo-
rierte Kohlenwasserstoffe sein und sich somit als Leitungen
für Kühlmedien eignen.
-
Zur Überwindung der vorerwähnten Nachteile wurden zahlreiche Untersuchungen
an Kunststoffschläuchen, insbesondere an Polyamidschläuchen durchgeführt. Dabei
wurde überraschenderweise festgestellt, dass bei Vulkanisation von Kautschuk in
dispersem Zustand in einem Polyamid und bei anschliessender Coextrusion der gemischten
Polyamid-Kautschuk-Masse als innerer Schicht mit einem harzartigen Material der
Polyolefinreihe mit einem Gehalt an funktionellen Gruppen als äussererSchicht ein
Kunststoffschlauch erhalten wird, bei dem sämtliche vorerwähnten Nachteile von herkömmlichen
Kunststoffschläuchen vollständig beseitigt sind.
-
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Kunststoffschlauch mit doppellagiger
Struktur, der als innere Schicht ein Polyamid-Kautschuk-Gemisch mit einer Phasenstruktur,
bei der das Polyamid als Matrixphase und der Kautschuk als disperse Phase vorliegt,
wobei dieses Gemisch durch Vermischen des Polyamids mit dem Kautschuk in Gegenwart
eines Vulkanisiermittels erhalten worden ist, und als äussere Schicht ein harzartiges
Material der Polyolefinreihe, das über darin enthaltene funktionelle Gruppen fest
an das Polyamid-Kautschuk-Gemisch gebunden ist, aufweist.
-
Der erfindungsgemässe Kunststoffschlauch wird durch Coextrusion der
vorerwähnten gemischten Polyamid-Kautschuk-Masse mit einer Phasenstruktur, bei der
das Polyamid als Matrixphase und der Kautschuk als disperse Phase vorliegen, mit
einem harzartigen Material der Polyolefinreihe mit einem Gehalt an funktionellen
Gruppen, das eine gute Wasserundurchlässigkeit und Haftfähigkeit an Polyamiden aufweist,
hergestellt.
-
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen: Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer grundlegenden Aus-
führungsform
eines Plastikschlauchs der Erfindung; und Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer
für die Praxis besonders geeigneten Ausführungsform des Kunststoffschlauchs der
Erfindung.
-
In Fig. 1 ist eine innere Schicht 1 aus der Polyamid-Kautschuk-Masse
mit der vorerwähnten Phasenstruktur vorgesehen, über der sich eine äussere Schicht
2 befindet, die aus dem harzartigen Material der Polyolefinreihe, das über darin
enthaltene funktionelle Gruppen an die innere Schicht gebunden ist, besteht. Da
die innere Schicht 1 eine solche Struktur aufweist, dass die vulkanisierte Kautschukphase
in der Polyamid-Matrixphase dispergiert ist, erweist sich die innere Schicht 1 in
bezug auf die Flexibilität stark verbessert und erweist sich insgesamt als weitgehend
undurchlässig für Freon. Andererseits ist die äussere Schicht 2, die sich vom harzartigen
Material der Polyolefinreihe mit funktionellen Gruppen ableitet, an der äusseren
Fläche der inneren Schicht 1 durch Coextrusion vorgesehen, wobei die im harzartigen
Material enthaltenen Gruppen teilweise oder ganz an der Grenzfläche zwischen den
beiden Schichten 1 und 2 mit dem Polyamid unter Bildung eines integral verbundenen
Schlauchs umgesetzt worden sind. Somit lässt sich die äussere Schicht 2 nur schwer
von der inneren Schicht 1 ablösen und verleiht der inneren Schicht 1 eine gute Wasserundurchlässigkeit.
Unter dem Ausdruck "Coextrusion" ist eine gleichzeitige Extrusion des Polyamid-Kautschuk-Gemisches
in geschmolzenem Zustand und dem harzartigen Material der Polyolefinreihe in geschmolzenem
Zustand unter Ausformung eines doppellagigen Schlauchs aus der Mischschmelze zu
verstehen.
-
Der Coextrusionsvorgang selbst wird auf herkömmliche Weise, beispielsweise
unter Verwendung eines Doppelextruders, durchgeführt. In bezug auf die Dicke der
inneren oder der äusseren Schicht bestehen keine speziellen Beschränkungen. Im allgemeinen
werden die Dicke der inneren oder der äusseren Schicht je nach Art und Druck des
durch den Schlauch zu leitenden fluiden Mediums und je nach dem beabsichtigten Verwendungszweck
gewählt, wobei diese Dicken i:n allgemeinen
im Bereich von 0,2
bis 5 mm und vorzugsweise von 0,5 bis 2 mm liegen. In entsprechender Weise bestehen
keine speziellen Beschränkungen hinsichtlich des Schlauchdurchmessers, da der Durchmesser
in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren, z.B. Beständigkeit gegen Innendruck,
Art der durchzuleitenden fluiden Medien, Länge des Schlauchs, Flexibilität sowie
Grösse von Verbindungsstücken, an die die Schläuche angeschlossen werden, variieren
kann. Im allgemeinen beträgt der Durchmesser 5 bis 30 mm und vorzugsweise 10 bis
20 mm.
-
Die in Fig. 2 gezeigte,für die Praxis besonders geeignete Ausführungsform
des erfindungsgemässen Schlauches weist eine innere Schicht 1 auf, die mit der äusseren
Schicht 3 bedeckt ist. Darüber befinden sich eine Verstärkungsschicht 4 und eine
äussere Schicht oder Schutzschicht 5. Die Schichten 4 und 5 dienen im allgemeinen
der Verstärkung und dem Schutz des Schlauchs gegen Beschädigungen von aussen. Im
allgemeinen wird als Verstärkungsschicht 4 ein gewebtes oder nicht-gewebtes Textilmaterial
und als Schutzschicht 5 ein kratzfestes, abriebbeständiges Harzmaterial verwendet.
Gegebenenfalls können diese Schichten 4 und 5 weiter verstärkt werden, indem man
ihnen Metallfäden, Drähte oder andere verstärkende Bestandteile einverleibt. Dabei
ist festzuhalten, dass die Verstärkungsschicht 4 und die Schutzschicht 5 für den
erfindungsgemässen Schlauch Eventualbestandteile darstellen, von denen je nach Bedarf
einer oder beide eingesetzt werden. Die Schichten 4 und/oder 5 können integral mit
Hilfe eines entsprechenden Bindemittels mit dem Schlauch verbunden werden.
-
Das für die gemischte Polyamid-Kautschuk-Masse, die die innere Schicht
1 darstellt, verwendete Polyamid wird unter den handelsüblichen Polyamidmaterialien
ausgewählt. Entsprechende Beispiele hierfür sind Nylon 6, Nylon 6-6, Nylon 11, Nylon
12, Nylon 6-9, Nylon 6-10, Nylon 8 oder Gemische oder Copolymerisate dieser Polyamide,
wie Nylon 6/6-6 oder Nylon 6/6-10. Die Verwendung von Nylon 6 oder 6-6 liefert eine
relativ
weiche Mischung, während Nylon 11 eine Mischung mit mässiger Flexibilität ergibt.
Im Hinblick auf die gewünschte Flexibilität und die erwünschte Verwendung eines
handelsüblichen Materials werden vorzugsweise Nylon 6, Nylon 6-6 oder Nylon 11 verwendet.
-
Der mit dem Polyamid zu vermischende Kautschuk in der inneren Schicht
1 wird aus einer grossen Anzahl von natürlichen und synthetischen Kautschukarten
ausgewählt. Spezielle Beispiele hierfür sind Naturkautschuk (NR), Isoprenkautschuk
(IR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Isobutylen-Isopren-Kautschuk
(IIR), Chloroprenkautschuk (CR), Athylen-Propylen-.Kautschuk (EPM, EPDM), chlorsulfoniertes
Polyäthylen (CSM), chloriertes Polyäthylen (CPE), Acrylkautschuk (ACM), Epichlorhydrinkautschuk
(EO, ECO), Urethankautschuk (U), Siliconkautschuk (Q), Fluorkautschuk (FKM) und
Butadienkautschuk (BR). Ferner können chemisch modifizierte Derivate der vorerwähnten
Kautschuksorten und Gemische dieser Kautschuksorten verwendet werden, z.B. mit Carboxyl-
oder Epoxygruppen modifizierte Kautschukscrten und Gemische von NBR und ECHO. Unter
diesen Kautschuksorten werden Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, Epichlorhydrinkautschuk,
säuremodifizierter (z.B. mit einem Gehalt an Carboxylgruppen) A'#thylen-Propylen-Kautschuk
und Gemische aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk und Epichlorhydrinkautschuk bevorzugt,
da sie gut mit dem Polyamid verträglich sind und Schläuche mit zufriedenstellender
Festigkeit ergeben. Die Verwendung eines Gemisches aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk
und Epichlorhydrinkautschuk ist besonders bevorzugt, da es einen Schlauch mit hervorragender
Beständigkeit gegen Czon und gegen Weisswerden unter Beanspruchung ergibt.
-
In der inneren Phase werden das Polyamid und der Kautschuk in Mengenverhältnissen
von 30 bis 70 Gewichtsprozent Polyamid auf 70 bis 30 Gewichtsprozent Kautschuk verwendet.
-
übersteigt der Polyamidanteil 70 Gewichtsprozent, so lässt sich die
gewünschte Verbesserung der Flexibilität des
Schlauchs kaum mehr
feststellen. Liegt der Polyamidanteil andererseits unter 30 Gewichtsprozent, so
werden die thermcplastischen Eigenschaften der Masse beeinträchtigt, so dass die
Bearbeitbarkeit erheblich leidet. Ein Polyamidanteil von 4C bis 60 Gewichtsprozent
und ein Kautschukanteil von 60 bis 40 Gewichtsprozent werden für den erfindungsgemässen
Schlauch besonders bevorzugt.
-
In der Polyamid-Kautschuk-Mischung wird der Kautschuk in dispergiertem
Zustand im Polyamidmedium mit Hilfe eines Vulkanisiermittels (oder Vernetzungsmittels)
vulkanisiert (oder vernetzt). Nähere Angaben über spezielle Vulkanisiermittel können
nicht gemacht werden, da dieses stark je nach der Art des verwendeten Kautschuks
variiert. Im allgemeinen werden solche Vulkanisiermittel bevorzugt, die eine Vulkanisation
(Vernetzung) des verwendeten Kautschuks bei der Knettemperatur (Mischtemperatur)
innerhalb von 3 bis 30 Minuten bewerkstelligen. Im allgemeinen wird eine Temperatur
oberhalb des Schmelzpunkts des Polyamids als Knettemperatur gewählt. Ist die Vulkanisationsgeschwindigkeit
des Kautschuks zu schnell, so wird es schwierig, den Kautschuk als disperse Phase
in der Polyamid-Matrixphase zu dispergieren.
-
Beispiele für Vulkanisiermittel (Vernetzungsmittel), die unter derartigen
Bedingungen wirksam sind, sind m-Phenylenbis-maleinimid oder ein Gemisch aus m-Phenylen-bis-maleinimid
und Dibenzothiazyldisulfid für ungesättigte Kautschuksorten, wie SBR und NER, 2,5-Dimethyl-2,5-di-(tert.-butylperoxy)-hexin-3
für Kautschuksorten, die zur Bildung von Peroxybrücken befähigt sind, wie EPM, EPDM
und BR, sowie Alkylphenol-Formaldehyd-Harze (reaktive Typen) oder ähnliche Phenolharze
für SBR, NBR, CR, IIR und Kautschuksorten mit einem Gehalt an Carboxylgruppen. Diese
Vulkanisiermittel sind im Handel erhältlich und werden in solchen Mengen verwendet,
die für die Vulkanisation des verwendeten Kautschuks im allgemeinen erforderlich
sind. Durch Verkneten des Kautschuks mit dem Polyamid in Gegenwart des Vulkanisiermittels
bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunkts des verwendeten Pclyamids wird die gewünschte
gemischte Polyamid-Kautschuk-
Masse mit einer Phasenstruktur, bei
der der Kautschuk als disperse Phase und das Polyamid als Matrixphase vorliegen,
erhalten.
-
Das zur Coextrusion mit dem Polyamid-Kautschuk-Gemisch verwendete
harzartige Material der Polyolefinreihe enthält funktionelle Gruppen, die zur Reaktion
mit dem Polyamid fähig sind. Das harzartige Material leitet sich von Polymerisaten
oder Copolymerisaten von mindestens einem niedrigen Olefin, wie Athylen, Propylen
und Butylen ab, wobei die Gesamtmenge an Athylen, Propylen undoder Butylen 50 Gewichtsprozent
oder mehr beträgt und funktionelle Gruppen, wie Carboxylgruppen, Epoxygruppen und
Aminogruppen, in der Molekülkette des Polyolefins enthalten sind. In diesem Fall
beträgt der Gehalt an funktionellen Gruppen 0,01 bis 5 Gewichtsprozent des Polymerisats
oder Copolymerisats. Das Molekulargewicht des harzartigen Materials beträgt mindestens
10 000. Beispiele für derartige harzartige Materialien sind ADMER LF500, ADMER AT207T
(Mitsui Petrochemical Ind., Co., Ltd., Japan), Modic H-20F, Modic H-400F und Mcdic
L-400H (Mitsubishi Yuka KK, Japan). Bei diesen harzartigen Materialien handelt es
sich um Polyäthylen mit funktionellen Gruppen. Beispiele für weitere Arten von harzartigen
Materialien sind ADMER QF500 und Modic P-300M, bei denen es sich um Polypropylen
mit funktionellen Gruppen handelt.
-
Der erfindungsgemässe Schlauch wird durch Extrusion hergestellt. Beispielsweise
werden das Polyamid, der Kautschuk und das Vulkanisiermittel (Vernetzungsmittel)
in einen Extruder gegeben und 3 bis 30 Minuten bei einer Temperatur oberhalb des
Schmelzpunkts des verwendeten Polyamids geknetet, wobei sich ein Polyamid-Kautschuk-Gemisch
mit einer Phasenstruktur, bei der das Polyamid als Matrixphase und der vulkanisierte
Kautschuk als darin dispergierte Phase vorliegen, gebildet wird. Die Masse wird
sodann mit dem harzartigen Material der Polyolefinreihe mit einem Gehalt an funktionellen
Gruppen, die zur Umsetzung mit dem Polyamid in der Lage sind, coextrudiert. Dieses
harzartige Ma-
terial wird getrennt in den Extruder gegeben und
auf geschmolzenen Zustand erwärmt. Bei der Coextrusion wird das die äussere Schicht
darstellende harzartige Material chemisch an das die innere Schicht darstellende
Polyamid-Kautschuk-Gemisch gebunden, wodurch ein integral verbundener Schlauch entsteht.
-
Der auf diese Weise gebildete Kunststoffschlauch weist die in Fig.
1 dargestellte Struktur auf. Gegebenenfalls wird er auf herkömmliche Weise zu einem
für die Praxis wünschenswerten Schlauch der in Fig. 2 gezeigten Art verarbeitet.
-
Als Verstärkungsschicht 4 eignet sich ein gewebtes oder nicht-gewebtes
Polyester-Textilmaterial. Als obere Schutzschicht 5 ist Polyurethanharz geeignet,
da es sehr wasserfest ist und eine gute Abriebbeständigkeit aufweist. Jedoch können
für die Schicht 4 beliebige Arten von faserartigen Materialien und für die obere
Schicht 5 von ungesättigten Polyestern abgeleitete Kautschuksorten verwendet werden.
-
Gegebenenfalls kann der Schlauch weiter geschützt werden, indem man
ihn mit einer Metallfolie oder -schicht umgibt.
-
Wird die die innere Schicht darstellende gemischte Polyamid-Kautschuk-Masse,
bei der das Polyamid als Matrixphase vorliegt, in geschmolzenem Zustand mit dem
die äussere Schicht bildenden Polyolefinmaterial coextrudiert, so ergibt sich eine
Haftfähigkeit des Polyolefinmaterials, die im Vergleich zu ähnlichen Polyamidmassen,
wie üblichem mit Kautschuk abgemischten Nylon, mit Kautschuk copolymerisiertem Nylon
oder weichgemachtem Nylon, hervorragend ist. Somit ist die Abschälfestigkeit der
inneren Schicht von der äusseren Schicht beim erfindungsgemässen Kunststoffschlauch
wesentlich höher als bei ähnlichen doppellagigen Kunststoffschläuchen. In Tabelle
I sind die Ergebnisse von Vergleichsversuchen zusammengestellt, bei denen die Abschälfestigkeit
der inneren Schicht (Polyamid-Kautschuk-Masse) und der äusseren Schicht (Polyolefinmaterial)
des Kunststoffschlauchs der Erfindung mit den entsprechenden Werten von herkömmlichen
Kunststoffschläuchen verglichen sind.
-
Tabelle I Abschälfestigkeit, Versuch innere Schicht kg/2,54 cm *1
Vergleichsbeispiel 1 Nylon 12 3,2 lr 2 weichgemachtes *2 Nylon 12 2 1,8 11 3 Nylon
12/NBR-Gemisch*3 1,5 115 (unvernetzt) Beispiel 1 Nylon 12/NBR-Gemisch 3,1 (vernetzt)
*1 DAIAMID L-2140 (Daicel Chemical Industries, Ltd., Japan) *2 DAIAMID L-2121 (15
Prozent weichgemacht) (Daicel Chemical Industries, Ltd., Japan) *3 DAIAMID L-2140/N-220S-Gemisch,
N-220S (Japan Synthetic Rubber Co., Ltd., Japan).
-
Dieses Gemisch wird hergestellt, indem man DAIAMID L-21#0 und N-220S
in einem Mischungsverhältnis von 50:50 (Gewichtsprozent) unter Verwendung eines
30 mm-Doppelextruders (L/D = 28) bei einer Zylindertemperatur von 200°C, einer Schneckendrehzahl
von 80 U/min und einer Extrudiermenge von 5 kg/h verknetet.
-
14 DAIAMID L-2140/N-220S-Gemisch (vernetzt).
-
Dieses vernetzte Gemisch wird hergestellt, indem man ein Gemisch
von DAIAMID L-2140/N-220S (50:50 Gewichtsprozent) mit m-Phenylen-bis-maleinimid
in einer Menge von 2 TpH (Teile pro Hundert) versetzt und das Gemisch unter den
vorerwähnten Bedingungen verknetet.
-
Anmerkung 1: Als harzartiges Material der Polyolefinreihe mit funktionellen
Gruppen wird H-20F (Mitsubishi Yuka KK, Japan) verwendet.
-
Anmerkung 2: Die Teststücke der verwendeten Proben werden unter Verwendung
einer Schmelzpresse unter den folgenden Bedingungen hergestellt:
Temperatur:
210 0C Druck: 100 kg/cm2 Zeit: 3 min Anmerkung 3: Die Messung wird bei einer Querkopfgeschwindigkeit
von 50 mm/min unter Verwendung eines Autographen (Shimazu Seisakusho, Japan) vorgenommen.
-
Der erfindungsgemässe Kunststoffschlauch zeichnet sich durch eine
spezielle doppellagige Struktur aus, bei der die für fluorierte Kohlenwasserstoffe
(Freon) undurchlässige innere Schicht aus einer vernetzten Kautschuk-in-Polyamid-Matrix
und die wasserundurchlässige äussere Schicht aus dem funktionelle Gruppen aufweisenden
harzartigen Material besteht, wobei letzteres chemisch unter Bildung eines integralen
Schlauchs an der inneren Schicht gebunden ist. Somit weist der erfindungsgemässe
Kunststoffschlauch nicht nur eine hervorragende Flexibilität auf, sondern er ist
auch für fluorierte Kohlenwasserstoffe und Wasser undurchlässig.
-
Somit werden sämtliche Nachteile herkömmlicher Kunststoffschläuche
vermieden. Aufgrund dieser wertvollen Eigenschaften eignet sich der erfindungsgemässe
Kunststoffschlauch insbesondere als Leitung für Kühlmedien, wie fluorierte Kohlenwasserstoffe
(Freon), in Kraftfahrzeugkühlern und Klimaanlagen.
-
- Leerseite -