DE3410906A1 - Bauelement und verfahren zu dessen herstellung - Google Patents
Bauelement und verfahren zu dessen herstellungInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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Description
- t - - 23.03.1984
Dipl. Trig. Erich O. Riedel, Parkstrafte 1,7 a/b, 5657 Hann/RhJd. ;.'
Bauelement und Verfahren zu dessen Herstellung
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Bauelement für das Trennen, Eingrenzen oder Bauen von Räumen, Ausstellungsständen und Sanitärzellen,
bestehend aus Gasbetonwänden (Leichtbetonplatten) mit optisch ebenen Breitflachen. Derartige Bauelemente finden
auch für Raumtrennungen bei Ausstellungen und insbesondere bei der Modernisierung von Altbauten breite Anwendung.
Es ist jedoch so, daß diese Platten zwar leicht sind, aber vermöge des starren Werkstoffes Zement und wegen der mangelhaften
Biegebeanspruchungsfähigkeit und durch die Gaseinschlüsse äußerst geringe Dehnungsmöglichkeit haben, so daß
solche Platten durch Transportbeanspruchung oder Beanspruchung an der Anwendestelle erheblicher Bruchgefährdung ausgesetzt
sind. Diese Bruehgefährdung erhöht sich, wenn die Elemente einseitig mit Dekorausrüstung, beispielsweise mit Fliesen,
die beachtliches Gewicht haben, ausgerüstet werden. Der Fachausdruck für die dann aus mehreren Gründen auftretenden Brüche
durch "Bombierungen" zeigt, daß dieses Problem bisher nicht
gelöst werden konnte. Man versteht darunter das einseitige Ausbauchen solcher Platten.
Diese Erscheinung hat bisher auch die Anwendung der Platten als Decken- und Fußbodenplatte sehr gehindert, denn in beiden
Fällen sind Biegebeanspruchungen unvermeidlich. Hinzu kommen, insbesondere bei Sanitärzellen zwangsläufige Biegebeanspruchungen
durch die Last von Waschbecken, wandhängende VJC-An--
Ιιψ,οη und dorgloichun, die bisher den Einbau besonders aufwendiger
Ständerwerke erforderten.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Bauelement und ein Verfahren zu dessen Herstellung zu entx/iekeln, das
ein leichtgewichtiges Erzeugnis ergibt, in bestimmtem Maße Biegelastbeanspruchungen zuläßt, nicht mehr bombiert und
Dekorausrüstung mit Fliesen möglich macht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die weitgehend optisch ebenen Breitflächen der Platten mittels je einem
Auflagenetz aus vorzugsweise Polyäthylenvlies, das aus einer Wirrlage aus Niederdruck-Polyäthylenfäden oder einer geordneten
Lage von Fäden oder Drähten besteht, bindend ausgerüstet sind. Dabei ist das Auflagenetz unter Zwischenschaltung einer
Kunstharzdispersion, gegebenenfalls nach einer Vorbehandlung der Breitflächen durch einen handelsüblichen Primer, mit
den Breitflächen spannfest verbunden. Unter dem Begriff Auflagenetz werden in dieser Anmeldung Gebilde verstanden, die
in Webanordnung oder als V/irrlage geordnet sind.
Die Verfahrensmethodik geht dabei vorteilhaft so vor sich,
daß die Gasbetonwände auf ihren Breitflächen mit dem handelsüblichen
Primer vorbehandelt werden, um in üblicher Weise aufliegenden Staub zu binden und eine günstige Basis für
die aufzutragende Kunstharzdispersion zu schaffen. Sind die Breitflächen frei von Staub, kann gegebenenfalls die Primervorbehandlung
entfallen.
Die Figuren stellen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Es zeigen:
Fig. 1 eine Gasbetonwand mit doppelseitigem Belag aus Primer, Auflagenetz und Kunstharzdispersion,
Fig. 2 eine Leichtbetonplatte wie in Fig. 1, jedoch mit Fliesen belegt,
Figurengruppe 3 mit Zeichnungssymbolerläuterungen sov/ie
Raumforraerläuterungen der Auflagenetze.
Die Fig. 1 zeigt uine solche Gasbotonwand 10 mit den erfindungsgeraäßen
Auflagenetzen 20, die grundsätzlich auf beiden Breitflächen der Wand 10 aufgebracht werden, wobei es nach
der Erkenntnis der Erfindung durchaus möglich ist, selbst schwerere Keramikfliesen 30 einseitig aufzubringen, ohne
daß die Platte 10 bombiert.
Kern der Erfindung sind die Auflagennetze 20 auf Niederdruck-Polyäthylenbasis»
die wohl untereinander, nicht aber auf Bauwerkstoffen, als klebbar gelten, die aber nach der Erkenntnis
der Erfindung mittels einer Kunstharzdispersion verklebbar sind, wenn diese Dispersion eine Art durch die Poren des
Auflagennetzes 20 dringende Skelettschicht 26 derart bildet,
daß der Kunstharzdispersionskleber 21 durch das erfindungsgeineß
ooröse Netz 20 treten kann. Es ergibt sich dann, v/ie
auch die Fig. 2 schema tisch dargestellt zeigt, daß der aus den porösen öffnungen nach der betonfernen Seite austretende
Kunstharzkleber, durch die zahlreichen Poren durchtretend, nicht nur das vorzugsweise olefinharzgebundene Auflagenetz
20 an die Breitfläche 10 der Betonplatte bindet, vielmehr auch noch bei richtiger Abstimmung von Porosität des Netzes
20 und der Viskosität der Kunstharzdispersion durchaus in der Lage ist„ mit einer solchen Dispersionsschicht im gleichen
Verfahrenszug oder einem anschließenden Verfahrensschritt mit einem Kunstharzauftrag, der sich mit der Unterschicht
verbindet, eine v/eitere Ausrüstung der Breitfläche, durch eino Dekorschicht 30, zu haltern, soprar solche mit verölenchn~
woi»e schweren Koramikfliesen 31.
Das Problem der Dampfdurchlässig^ it, irisbfinondoro boi der
Bildung von Kondennatniederschlafnm au« ViciiSKordiimpf in Nnß-
3 A109 0
räumen laßt sich ebenfalls durch entsprechende Abstimmung
zwischen Porosität der Auflagenetze 20 und der Viskosität der Kunstharzdispursion lösen. In den Fällen, in denen eine
bewußt gesteuerte Dampfdurchlässigkeit erwünscht ist, kann man beispeilsweise mikroperforierte Wirrlagevliese oder auch
Auflagenetze 23 einsetzen. In anderen Fällen, in denen eine praktisch absolute Dichtheit nach Art einer Dampfsperre erwünscht
ist, v/erden dichtere V/irrlagevliese 24 und Niedrigviskosekleber
verwendet. Wesentlich ist eine begrenzte Dampfdurchlässigkeit für alle Naßräume, da sonst Konden,satniederschiäge
nicht verarbeitet werden können und in den Räumen eine Waschküchenatmosphäre, die physiologisch als sehr unangenehm
empfunden wird, entsteht. Die Kunststoffzellen leiden
unter dieser Erscheinung.
Besonders bewährt haben sich Auflagenetze mit einer Porosität
zwischen 5 und 250 dmVmVs, bei einer Dicke von 0,13
bis 0,18 mm und einer Bruchlast zwischen 12 und 20 N/qm3.
Leichtbetonplatten mit nur 50 mm Dicke werden so ausgerüstet.
20
20
Die Ausrüstung eines solchen Bauelementes geht so vor sich, daß die aufgelegte Betonplatte, mit einer Breitfläche nach
oben, mit dem erwähnten Primer zum Binden von Staub und Err
höhen der Klebfestigkeit vorbehandelt wird. Dieser vorbereitende Verfahrensgang kann durch einfaches Versprühen oder
Streichen erfolgen.
Die Kunstharzdispersion 21 wird mittels einer Rolle in üblicher
V/eise aufgetragen und das Auflagenetz 20 darübergelegt, wobei ein Anpressen zum Durchtritt der Kunstharzdispersion
durch die Poren des Vlieses zwecks Beschleunigung dieser Arbeitsstufe zweckmäßig sein kann. Das Auflagenetz
wickelt sich dabei von einer Rolle ab und gleitet auf die Kunstharzdispersionsschicht.
Die durchgetretene Kunstharzdispersion bildet dann die; AuJ'nahmeklebeschicht
für die dekorative Ausrüstung mit Tapeten, Farbauftrag oder Ausrüstung mit Fliesen .31. Die Kunstharzdispersion
21 kann auch nach dem Auftragen des Vlieses riocheinmal
mit einer Dünnschicht wiederholt werden. Im Regelfall ist dies bei richtiger Porenzahl nicht erforderlich.
Auf diese Weise entsteht das erfindungsgemäße Bauelement, beispielsweise in den Abmessungen von 600 mm χ 24.00 mm χ
50 mm, das mit einem handelsüblichen Kleber an den Schmalseiten
verklebt, zu Wänden, Trennwänden, Sanitärzellen, Feuchträuraen oder auch zu größeren Baulichkeiten zusammengesetzt
v/erden kann.
Dabei hat sich ergeben, daß solche Elemente von zwei Arbeitskräften
manuell ohne Schwierigkeiten, auch in Altbauten, getragen werden können, da ein m3 nur A-OO kg wiegt, also
eine 50 mm Platte nur ein Gewicht von 20 kg aufweist.
ist eine Fliesenausrüstung angezeigt, so können die fertigen
Bauelemente mit den üblichen Schaumstoffkantenschutz unbedenklich
transportiert werden, wobei bemerkenswert und überraschend ist, daß die Transportfestigkeit durch die nunmehr gegebene
Biegefestigkeit der Gasbetonplatten infolge der erfindungsgemäßen Ausgestaltung so erheblich erhöht wird, daß Brüche
nicht mehr auftreten. Die hohe Zugfestigkeit der Netze 20 nimmt Biege-Zugbeanspruchung auf, wobei sich dor Kunstharz-kleber
als zuverlässiger Kraftübertrager erweist.
Die Kombination einer Gasbetonwand mit einem olefingebundenen Auflagenetz definierter Porosität und definierter Viskosität
des Kunstharzklebers - beides aufeinander abgestimmt - läßt den Schluß zu, daß auch andere Bauplatten wie poröser oder
Blähbeton in gleicher Weise erhöhte Festigkeitswerte, bei gleichartig erfindungsgemäßer Ausrüstung, erhalten. Das rieh-
tige Maß der Abstimmung beider Komponenten ist optisch unschwer
feststellbar. Ein Test mittels eines Netzabschnittes auf einer Kleberlage zeigt, ob entweder der Durchtritt des
Kuii.'itharakleberö durch das Auflagenetz 20 ausreichend erfolgt,
'■> um entweder, fall.ο gewünscht, eine Dekorverklebung direkt
zu iH'laubon odor, falls für richtiger gehalten, eine gleichartige,
inlt der Unterschicht sich verbindende Kunstharzkleberschicht
aufzutragen ist.
Die erfinderische Methodik erlaubt außerdem die für die Optik fortiger Wände außerordentlich wichtige Abstimmung zweier
aufeinanderfolgender Wandelemente. Zu beurteilen sind die Fugenübereinstimmung der Fliesen 31 vertikal und horizontal.
Da Betoriplatten im Regelfall bis zu 1 mm und mehr differieren
können, genügt das bereits für eine optisch sehr nachteilig in Erscheinung tretende Fugenverschiebung. Zwei aufeinanderfolgende
Platten müssen deshalb an der Produktionsstelle nummeriert, optisch austariert und danach mittels einer randständigen,
beide Platten erfassenden Paßkerbe, im Tarierzustand anzubringen, beispielsweise durch einen Frässchnitt,
gekennzeichnet v/erden. Ein an der Montagestelle anzubringender Paßzuschnitt, beispielsweise aus Kunststoff, sichert
die Tjage der zueinander gehörenden Platten für den Endzustand.
Bezufjszif fernverzei chnis
10 Breitflächen der Bauelemente
11 Bauelemente
20 Auflagenetz
21 Kunstharzkleber (Kunstharzdispersion)
22 Primer
23 Netz nun Fäden
24 Netz als Wirrlagevlies
25 οlefingebundene Fäden (Drähte)
26 Kunstharzkleber als Skelettschicht
30 Dekor
31 Fliesen
AO
- Leerseite -
Claims (8)
1. Bauelement für das Trennen, Eingrenzen oder Bauen von
Räumen, Ausstellungsständen und Sanitärzellen, bestehend aus Gasbetonwänden (Leichtbetonplatten) mit optisch ebenen
Breitflächen, dadurch gekennzeichnet, daß die Breitflächen
(10) der Elemente (11) mit je einem Auflagenetz (20) aus olefingebundenen Polyäthylenfäden (25) bestehen, die flächenbindend
ausgerüstet sind.
2. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Auflagenetz (20) aus einer geordneten Regellage von Fäden (24) oder Drähten (25) besteht.
3. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Auflagenetz (20) aus einer Wirrlage der Fäden (25)
besteht.
4·. Bauelement nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Auflagenetz (20) unter Zwischenschalten einer Kunstharzdispersion (21), gegebenenfalls einer vor-
* hergehenden Breitflächenbehandlung durch Primer (22), mit den Breitflächen (10) verbunden ist.
5. Bauelement nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breitflächen beidseitig ausgerüstet sind.
6. Verfahren zum Herstellen des Bauelementes nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Auflagenetz
(20) hinsichtlich Porosität des Netzes und Viskosität der Kunstharzdispersion (21) so aufeinander abgestimmt
ist, daß der Verbund begrenzt dampfdurchlässig ist.
-V-
7. Bauelement nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dekorschicht (30) aus keramischen Fliesen besteht.
8. Verfahren zum Herstellen des Bauelementes nach den
Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Auflagenetz (20) hinsichtlich der Porosität und die
Kunstharzdispersion (21) hinsichtlich der Viskosität so aufeinander abgestimmt sind, daß die Dispersion
(21) durch das Vlies (20) dringt und als Kleberlage für eine aufzuklebende Dekorschicht (30) dient.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843410906 DE3410906A1 (de) | 1984-03-24 | 1984-03-24 | Bauelement und verfahren zu dessen herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3410906A1 true DE3410906A1 (de) | 1985-10-03 |
Family
ID=6231521
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19843410906 Withdrawn DE3410906A1 (de) | 1984-03-24 | 1984-03-24 | Bauelement und verfahren zu dessen herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3410906A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0191144A3 (de) * | 1984-11-12 | 1987-02-04 | All-Systembau Ag | Plattenförmiger Baukörper zur Erstellung und Verkleidung von Mauern, Wänden und Fassaden |
| DE4035281A1 (de) * | 1989-11-28 | 1991-05-29 | Krueger & Schuette Kerapid | Montagewand |
| EP1035263A3 (de) * | 1999-03-12 | 2001-10-04 | Fraunhofer-Gesellschaft Zur Förderung Der Angewandten Forschung E.V. | Wandaufbau |
| DE4042635B4 (de) * | 1989-11-28 | 2005-07-07 | Kerapid Krüger und Schütte KG | Montagewand |
-
1984
- 1984-03-24 DE DE19843410906 patent/DE3410906A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0191144A3 (de) * | 1984-11-12 | 1987-02-04 | All-Systembau Ag | Plattenförmiger Baukörper zur Erstellung und Verkleidung von Mauern, Wänden und Fassaden |
| DE4035281A1 (de) * | 1989-11-28 | 1991-05-29 | Krueger & Schuette Kerapid | Montagewand |
| DE4042635B4 (de) * | 1989-11-28 | 2005-07-07 | Kerapid Krüger und Schütte KG | Montagewand |
| EP1035263A3 (de) * | 1999-03-12 | 2001-10-04 | Fraunhofer-Gesellschaft Zur Förderung Der Angewandten Forschung E.V. | Wandaufbau |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: RIEDEL, GEB. ASCHENBRENNER, IRMGARD, 5657 HAAN, DE |
|
| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: RIEDEL, ERICH O., DIPL.-ING., 5657 HAAN, (VERSTORBEN), DE |
|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |