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Förderwerk zur Beschickung und Entleerung selbsttätiger Maschinen
zur Bearbeitung von Einzelgütern, insbesondere Flaschen. Gegenstand der Erfindung
ist ein Förderwerk zur Beschickung und Entleerung selbsttätiger Maschinen zur Bearbeitung
von Einzelgütern, insbesondere Flaschen.
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Beim Betriebe derartiger Maschinen, z. B. Rcinigungs-, Füll-, Etikettiermaschinen
o. dgl., hat sich vielfach! der Übelstanid gezeigt, daß die Leistungsfähigkeit der
Maschine nicht vollständig ausgenutzt werden kann, weil es nicht möglich ist, der
Maschine mit der der erreichbaren Höchstleistung entsprechenden Geschwindigkeit
die zu bearbeitenden Einzelgüter zuzuführen oder sie ihr nach der Bearbeitung abzunehmen.
Dies rührt daher, daß sowohl vor wie nach der Bearbeitung in der Maschine Behandlungen
der Einzelgüter notwendig sind, die eine gewisse Zeit erfordern. Z. B. müssen Flaschen,
ehe sie der Maschine übergeben werden, auf Reinheit oder sonstige Beschaffenheit
geprüft wenden, während nach der Behandlung z. B. ein Zeichnen, Stempeln, Aufsetzen
von Kapseln oder Hülsen, Versiegeln o. dgl. erforderlich sein kann. Von der hierfür
erforderlichen Zeit hängt die mögliche Leistung der Maschine ab. Außerdem ist die
Zahl der Personen, die an der Maschine arbeiten können, naturgemäß begrenzt.
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Gemäß der Erfindung wird diesem Übelstande dadurch abgeholfen, daß
die Zu- und Abführung der Einzelgüter von der Vorbehandlung zur Maschine und von
dieser zur Nachbehandlung nicht unmittelbar geschieht, -sondern in zwei Teile zerlegt
wird, Die eigentliche Zuführung und Abführung zur und von der Maschine erfolgt durch
eine Förderbahn, deren Fördergeschwindigkeit der gewünschtem Leistung der Maschine
angepaßt ist. Dieser Förderbahn werden die zu behandelnden Einzelgüter nicht unmittelbar
von Hand zugeführt, sondern von mehreren Förderbahnen mit geringerer Fördergeschwindigkeit,
die so bemessen ist, daß die die Maschine bedienenden Personen die erforderlichen
Vorbehandlungen vornehmen und die Einzelgüter auf diese langsam arbeitenden Förderbahnen
aufsetzen können. Von diesen gelangen die Einzelgüter gruppenweise oder nacheinander
auf die schnellanbeiten(de Förderbahn, die sie dann der Maschine mit der deren Leistungsfähigkeit
angepaßten Geschwindigkeit zuführt.
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In entsprechender Weise kann die Abnahme der Einzelgüter von der schnellarbeitenden
Förderbahn in der Weise erfolgen, daß sie auf mehrere Förderbahnen mit geringerer
Fördergeschwindigkeit gelangen, so daß auch hier die notwendige Zeit für die weiter
erforderliche Behandlung verbleibt.
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In den Zeichnungen ist beispielsweise eine Ausführungsform des Förderwerks
gemäß der Erfindung dargestellt, und zwar für eine Maschine zur Behandlung von Flaschen.
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Fig. r zeigt die Maschine in Ansicht von oben.
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Fig.2 ist eine Teilansicht der Maschine von vorn von der in Fig. r
mit I bezeichneten Stelle aus.
Fig.3 ist eine entsprechende Teilansicht
von vorn von der in Fig, i mit IV bezeichneten Stelle aus.
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Fig.4 ist ein Teilschnitt nach der Linie I-II in Fig. i.
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Fig.5 ist ein Teilschnitt nach der Linie III-IV in Fig. i.
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-Fig. 6 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform.
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Die Fig. 2 bis 5 haben vergrößerten Maßstab.
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Der Antrieb des Förderwerks erfolgt durch eine i, die mittels :Welle
2, Kegelräder 3 und 4 und Welle 5 einig Förderbahn 6 antreibt. Diese Förderbahn,
deren Breite derjenigen der zu fördernden Einzelgüter angepaßt ist, kann z. B: in
üblicher Weise aus einer Kette mit aufgenieteten Eisenplatten bestehen. Die Geschwindigkeit
dieser Förderbahn i:st so gewählt, daß sie der von ihr zu bedienenden, bei A angedeuteten
Maschine mittels der üblichen Zuführungsvorrichtungen die Güter derart zuzuführen
und abzunehmen vermag, da.ß die Leistungsfähigkeit dieser Maschine voll ausgenutzt
wird.
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Von einem Kettenrad 7 am anderen Ende der Förderbahn! 6 wird mittels
Achse 8, Stirnräder g und io, Welle i i und Schnecke 12 ein Schneckenrad 13 angetrieben,
das auf einer Achse 14 sitzt. Auf dieser Achse sitzen Kettenräder 15, die mehrere
Kettenstränge 16 betätigen. Diese Kettenstränge tragen Brücken 17 mit Mitnehmern
18, die durch Schlitze zwischen darüberliegenden Winkel-oder '['-Eisen ig greifen,
die mehrere, im dargestellten Beispiel vier, parallele Förderbahnen bilden. Die
auf letztere aufgestellten Einzelgüter, z. B. Flaschen 2o, können v an den Mitnehmern
18 erfaßt werden. Die Abstände dieser Mitnehme! und die Bewegungsgeschwindigkeit
der Kettenstränge 16 sind derart bemessen, daß einerseits die Flaschen von den die
Maschine bedienenden Personen bequem in den für die erforderliche V orbehandlung
notwendigen Zeitabständen auf 'die Förderbahnen ig aufgesetzt werden können und
auf diesen gleichförmig bewegt werden und anderseits in angemessenen Abständen auf
die schnellarbeitende Förderbahn 6 übergeführt werden.
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Die Arbeitsweise ist folgende: Die auf die Förderbahnen ig aufgesetzten
Flaschen werden, wie aus Fig.4 ersichtlich, in gewissen Abständen durch die Mitnehme!
18 vorgeschoben, bis letztere aus der geradlinigen Bewegung in einte kreisförmige
auf dein: Umfang des Kettenrades 15 übergehen und die Förderbahn durch die Schlitze
mach unten. verlassen. Bei dieser Übergangsbewegung tritt, wie aus Fig.4 ersichtlich;
zuletzt eine kleine Beschleunigung der Flaschenbewegung ein, durch die der'Abstand
der Flaschen vergrößert wird. Alsdann tritt zeitweise ein Stillstand der Flasche
ein, bis die nächstfolgende so weit vorgeschoben ist, daß sie die davorstehende
weiterschiebt. Der gleiche Vorgang findet natürlich in sämtlichen Längsreihen von
Flaschen, vier in dem dargestellten Beispiel, statt. Sobald die vorderste Querreihe
von vier Flaschen das Ende der Förderbahn ig erreicht hat, wird sie bei Fortsetzung
der Bewegung durch die nächstzugeführte Querreihe weiter vorgeschoben und gelangt
auf die schnellarbeitende Förderbahn 6. Von dieser werden die Flaschen in bekannter
Weise, z. B. mittels eines Sternrades 2i, der selbsttätig arbeitenden Maschine A
zuggeführt.
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Die Fördergeschwindigkeiten der Ketten 16 und der Förderbahn 6 müssen
derart eingestellt werden, daß letztere die auf sie geschobenen Flaschen aus dem
Bereich der Förderbahnen ig entfernt hat, ehe die nächste Querreihe von Flaschen
von den Förderbahnen ig auf die Förderbahn 6 übergeführt wird. Im Verhältnis zu
der Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine A muß die Geschwindigkeit der Förderbahn
6 so eingestellt werden, daß die gruppenweise von der Förderbahn 6 dem Sternrad
21 zugeführten Flaschen sich vor dem Sternrad etwa stauen, damit stets Flaschen
vorbanden sind, die der Maschine A zugeführt werden können.
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Die Umfangsgeschwindigkeit des Zuführungssternrades 21 selbst muß
genau der von den Förderbahnen ig abgegebenen Flaschenzahl entsprechen. Im dargestellten
Beispiel mu ß das vierteilige Sternrad 2i eine Umdrehung in der Zeit machen, in
der auf den vier Förderbahnen ig die Mitnehmer 18 um einen Mitnehmerabstand vorgeschoben
werden..
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Zn ähnlicher Weise erfolgt die Abführung der in@ der Maschine A behandelten
Flaschen. Die zu diesem Zweck vorgesehene Vorrichtung besteht aus einem auf der
Antriebswelle :2 sitzenden Kettenrad 22, das mittels Kette 23, Kettenrad 24 und
Achse 25 ein auf letzterer sitzendes Kettenrad 26 und eine über dieses Kettenrad
und ein zweites Kettenrad 27 laufende Kette 28 antreibt. Letztere trägt Mitnehmerstäbe
2g, die sich;Über einer mehrfachen, im Beispiel wieder vierfachen Förderbahn
30 bewegen, und zwar wiederum mit geringerer Geschwindigkeit als die Bewegungsgeschwindigkeit
der Förderbahn 6.
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Die Arbeitsweise ist folgende: Die von der Maschine A beispielsweise
durch ein Sternrad 31 abgenommenen Flaschen werden durch die schnellarbeitende Förderbahn
6 mitgenommen und treten in die durch-je zwei Mitnehmerstangen 2g gebildeten
Gabeln.
Diese führen sie mit entsprechend verringerter Geschwindigkeit auf die Fördierbahn
3o; von der sie durch die die Maschine bedienenden Personen in den durch die erforderliche
Nachbehandlung gegebenen Zeitabständen abgenommen werden. Die Geschwindigkeit der
Förderung und der Abstand der Mitnehmerstangen 29 muß natürlich den auszuführenden
Arbeiten angepaßt werden, andrerseits muß diese Geschwindigkeit zu derjenigen der
Förderbahn 6 und wiederum diese zu der Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine in dem
richtigen Verhält?iis stehen, damit die Mitnehmerstangen die Flaschen von der Förderbahn
6 so schnell abführen können, daß kein störendes Anstauen der Flaschen zwischen
dem Ende der Förderbahn und dem Sternrad 31 stattfindet.
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Selbstverständlich ist es nicht in allen Fällen notwendig, sowohl
die Zuführung wie die Abführung der Güter in der beschriebenen Weise vorzunehmen.
Vielmehr kann gewünschtenfalls auch nur die Zuführung oder nur die Abführung wie
beschrieben erfolgen, wodurch sich dann die Einrichtung entsprechend vereinfacht.
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Bei der in Fig.6 dargestellten Ausführungsform findet die Zuführung
von der Förderbahn mit geringer Fördergeschwindigkeit auf die schnellarbeitende
nicht wie bei der vorbeschriebenen Bauart gruppenweise statt, sondern die Flaschen
oder sonstigen Einzelgüter werden aus den einzelnen Längsreihen nur teilweise gleichzeitig
und teilweise nacheinander auf die schnellarbeitende Förderbahn gebracht. Zu diesem
Zweck sind die Mitnehmer 18 in den einzelnen Längsreihen gegeneinander versetzt,
und ihr Abstand in jeder Längsreihe muß so gewählt sein, daß keine gegenseitige
Störung der Flaschen eintritt.
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Die Fig.6 zeigt die Anordnung in dem Augenblick, wo gleichzeitig je
eine Flasche von der ersten und der letzten Förderbahn auf die schnellarbeitende
Förderbahn abgeschoben worden ist. Sobald diese Flaschen um eine Teilung weitergelaufen
sind, wird eine Flasche von der vorletzten Förderbahn abgeschoben. Wenn auch diese
Flasche um eine Teilung weitergelaufen ist, wird eine Flasche von der zweiten Förderbahn
abgeschoben, darauf wieder gleichzeitig j e eine Flasche von der ersten und letzten
Förderbahn usf.
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Die Anordnung kann auch so getroffen werden, daß sämtliche Flaschen
nacheinander auf die schnellarbeitende Förderbahn gelangen.