DE3408480A1 - Heissgasmotor nach dem prinzip des stirling-motors - Google Patents
Heissgasmotor nach dem prinzip des stirling-motorsInfo
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Description
„ 4 _ 340848Q
83-61 R
Heißgasmotor nach dem Prinzip des Stirling-Motors
Die Erfindung bezieht sich auf einen Heißgasmotor nach dem Prinzip des Stirling-Motors, bei dem in einem mit einem
Prozeßgas gefüllten Zylinderraum ein Arbeitskolben und ein
Verdrängerkolben gegeneinander längsbeweglich angeordnet
sind, mit einem dem Zylinderraum zugeordneten Regenerator sowie mit einer mit den Kolben kraftschlüssig verbundenen
Getri ebeei nhei t.
Motoren, die nach dem Stirling-Kreisprozeß arbeiten, sind
bereits bekannt. Ihr Arbeitsprinzip beruht, ebenso wie dasjenige
von Otto- und Dieselmotoren, darauf, daß ein Prozeßgas
bei niedriger Temperatur komprimiert wird und anschließend bei hoher Temperatur expandiert. Im Gegensatz zu den
beiden letztgenannten Motoren wird beim Stirling-Motor das
Prozeßgas jedoch nicht durch eine innere Verbrennung erhitzt, sondern die Wärme wird dem Prozeßgas von außen zugeführt,
so daß mit diesem Motor Temperaturdifferenzen in mechanische Arbeit umgewandelt werden können.
Ein Stirling-Motor der eingangs genannten Art ist aus der
Literatur (W. Kalide, "Energieumwandlung in Kraft- und Arbeitsmaschinen",
1982, Seiten 178 bis 181) bekannt. Dieser bekannte Stirling-Motor weist einen Regenerator auf, der
außerhalb des Zylinderraumes angeordnet ist und der über
Kanäle mit dem heißen und kalten Bereich des Zylinderraums
verbunden ist. Wie aus der bekannten Literaturstelle weiter
hervorgeht, sind Stirling-Motoren moderner Bauart zumeist
als Einzylindermaschinen konzipiert und häufig mit Rhombengetrieben ausgestattet, welche die zur Realisierung eines
Kreisprozesses erforderlichen Bewegungsabläufe eines Kreisprozesses
erforderlichen Bewegungsabläufe von Arbeits- und
Verdrängerkolben steuern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Heißgasmotor gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 so auszubilden,
daß er einerseits einen möglichst einfachen Aufbau aufweist und andererseits eine deutliche Leistungssteigerung gestattet.
Diese Aufgabe löst die Erfindung durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Heißgasmotors
im Hinblick auf die vorstehend genannte Aufgabenstellung sind in den weiteren Ansprüchen 2 bis 7 angegeben.
Der Heißgasmotor gemäß der Erfindung besitzt dabei den Vorteil
nur geringer mechanischer Verluste. Zugleich wird es möglich, den inneren Druck des Prozeßgases zu steigern und
dadurch den Kreisprozeß ohne zusätzlichen Energieaufwand in einen höheren Druckbereich zu verlagern, das heißt, den
Wirkungsgrad weiter zu steigern. Sofern weiterhin, wie im Anspruch 2 vorgesehen, die Rädergetriebe ebenfalls im Innern
des mit dem Prozeßgas gefüllten Bereiches angeordnet sind, wird zur Abdichtung des Prozeßgases lediglich eine
Gleitringdichtung an der die Triebwerksleistung abgebenden
Welle benötigt.
Im folgenden soll die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Heißgasmotor
gemäß der Erfindung,
Fig. 2 AbI aufdiagramme zur Veranschaulichung der
a - c Wirkungsweise der in Fig. 1 dargestellten
a - c Wirkungsweise der in Fig. 1 dargestellten
Anordnung,
Fig. 3 Detaildarstellungen von Arbeits- bzw.
und 4 Verdrängerkolben,
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung der
und 4 Verdrängerkolben,
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung der
Anordnung der Kolbenstangen und
Fig. 5 jeweils Schnittdarstellungen gemäß den in
a - c Fig. 5 eingezeichneten Linien.
a - c Fig. 5 eingezeichneten Linien.
In den Figuren sind gleiche Bauteile mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Anordnung handelt es sich um
zwei nach dem Stirling-Kreisprozeß arbeitende Motoreneinheiten,
die nach Art eines Boxermotors zu einem Aggregat zusammengefaßt sind. In einem gemeinsamen Zylindergehäuse
10 sind zunächst zwei an den Enden einer gemeinsamen KoI-benstange
11 angebrachte Arbeitskolben 12 und 13 angeordnet.
Sowohl die Kolbenstange 11 als auch die Arbeitskolben
12 und 13 weisen, wie deutlicher aus den Fig. 3 bis 5 hervorgeht, jeweils zentrische Durchgangsbohrungen auf. Diese
nehmen eine zweite, in den Durchgangsbohrungen längsverschieblich gehalterte Kolbenstangen 14 auf, die langer als
die Kolbenstange 11 der Arbeitskolben 12 und 13 ist und die
an ihrem Ende zwei Verdrängerkolben 15 bzw. 16 trägt. Entsprechend
der Erfindung sind anstelle von bei den bekannten
Stirl ing-Motoren extern angeordneten Regeneratoren, diese
Verdrängerkolben 15, 16 als Regeneratoren ausgebildet, so
daß keine zustäzlichen Kanäle außerhalb des eigentlichen
Zylinderraumes für das Prozeßgas erforderlich sind. Die Innenstruktur
der Verdränger- bzw. Regeneratorkolben besteht dabei aus einem Wärmeschwamm zur Speicherung der zugeführten
Wärme.
Im Innern des Gehäuses 10 sind ferner zwei jeweils gleichartig
aufgebaute Rädergetriebe 17 angeordnet, von denen eines in der Zeichnung in Fig. 1 dargestellt ist, während das
zweite, in der gezeigten Draufsicht hinter den Kolbenstangen 11 und 14 angeordnete Rädergetriebe hier nicht dargestellt
ist. Beide Rädergetriebe sind durch eine geeignete Synchronisierungseinrichtung miteinander verbunden.
Jedes Rädergetriebe 17 besteht aus einem innen verzahnten,
im Gehäuse 10 fest angebrachten Rad 18 sowie einem in diesem Rad 18 angeordneten, außen verzahnten Umlaufrad 19.
Letzteres ist über einen in der Zeichnung nicht dargestellten Abstandhalter so an der Antriebswelle 20 angelenkt, daß
es im Innern des Rades 18 umläuft. Die Durchmesser beider Räder 18, 19 sind im Verhältnis 2:1 gewählt, so daß bei einem
Umlauf des Rades 19 im Rad 18 ein Punkt auf dem Umfang des kleineren Rades 19 eine geradlinige Hin- und Rückbewegung
längs des Durchmessers des größeren Rades 18 nach Art eines Schubkurbelgetriebes vollführt. Dies bedeutet, daß
die über einen Zapfen 21 in Punkt 1 am Rad 19 angelenkte
Kolbenstange 11 der Arbeitskolben 12 und 13 ebenso eine
reine Linearbewegung vollzieht, wie die über einen Führungszapfen 22 an dem entsprechenden Umlaufrad des zweiten,
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identisch aufgebauten Rädergetriebes angelenkte Kolbenstange 14, die die Regeneratorkolben 15 und 16 trägt. Der Führungszapfen
22 ist dabei in einer 1anglochartigen Ausnehmung
23 der Kolbenstange 11 beweglich angeordnet, so daß die beiden Kolbenstangen 11 bzw. 14 eine Relativbewegung
zueinander auszuführen vermögen. In der hier dargestellten
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist dabei der
Führungszapfen 22 so am zugeordneten Rädergetriebe angelenkt, daß sich für die Bewegung der Kolbenstange 14 gegenüber
derjenigen der Kolbenstange 11 eine Phasenverschiebung um "7Γ74 ent
vorauseiIt.
vorauseiIt.
um "7Γ74 entsprechend 45° ergibt, um die die Kolbenstange 14
Sowohl das Innere des Gehäuses 10, bestehend aus den einzelnen Zylinderräumen 24, 25 26 und 27 als auch der zwischen
den Arbeitskolben 12 und 13 liegende Triebwerksraum
28, in dem die beiden Rädergetriebe angeordnet sind, sind
mit dem unter Druck stehenden Prozeßgas gefüllt. Diesem Gas kann über die beiden endseitigen Heizbereiche 29 und 30
Wärme von außen zugeführt werden, während die Bereiche 31 und 32 zur Kühlung dienen. Kühl- und Heizbereich werden jeweils
durch den zugehörigen Regeneratorkolben voneinander getrennt, der zugleich infolge des in seinem Innern befindlichen
Wärmeschwammes in der Lage ist, einen Teil der zugeführten Wärme zu speichern und diese Wärme zu Beginn des
Arbeitshubes des Arbeitskolbens wieder an das Prozeßgas abzugeben
.
Der Bewegungsablauf der Arbeits- und Regeneratorkolben in
den Zylinderräumen, der sich aufgrund der vorstehend beschriebenen
konstruktionsmäßigen Auslegung des erfindungs-
gemäßen Heißgasgenerators ergibt, ist in den Fig. 2a bis c dargestellt. Dabei gibt die Fig. 2a den Bewegungsablauf der
Kolben 13 und 16, Fig. 2c den der Kolben 12 und 15 wieder, während Fig. 2b jeweils eine Periode der Bewegung der
beiden Zapfen 21 und 22 darstellt.
Wie zu erkennen ist, entspricht dabei die Kolbenstellung
gemäß Position 1 derjenigen des in Fig. 1 dargestellten Schnittbildes des Motors. Etwa ab Position 3 beginnt in
Fig. 2a die Verdichtungsphase, der etwa ab Position 5 die Expansionsphase, d.h. der Arbeitshub folgt. In Fig. 2c, die
den Bewegungsablauf im zweiten Zylinder darstellt, liegen
diese beiden Phasen zeitlich so versetzt, daß sich ein Optimum hinsichtlich der Laufruhe des Motors und einer
gleichmäßigen Antriebsleitung einstellt.
In den beiden Zylindern ist der Bewegungsablauf so gewählt,
daß die Verdichtung des Prozeßgases unter Wärmeabfuhr erfolgt, während seine Expansion unter gleichzeitiger
Zufuhr von Energie durch die externe Wärmequelle stattfindet. Gemäß dem Prinzip des Stirling-Motors wird auf diese
Weise die gewünschte Antriebsleistung erzeugt. Zur Abdichtung des mit Prozeßgas gefüllten Gehäuses 10 werden an der
leistungsabgebenden Welle 20 Gleitringdichtungen verwendet,
wobei ein Triebwerk wie das vorstehend beschriebene lediglich eine drehende Abdichtung benötigt. Dadurch ist es
möglich, die Zylinderräume zur Steigerung des Wirkungsgrades
mit einem hochverdichteten Prozeßgas zu füllen und so den Kreisprozeß auf eine höhere Ebene zu verlagern, ohne
daß hierzu zusätzliche Energie aufgewendet werden müßte.
Der erfindungsgemäße Heißgasmotor kann dabei aus nur einem
Zylinder mit Arbeits- und Regeneratorkolben bestehen als
auch, wie im Fall des vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiels,
aus zwei sich gegenüber liegenden Zylindern bestehen. Es können aber auch mehrere derartige Einheiten,
zu einem Antriebssystem zusammengefaßt, auf eine gemeinsame
Welle wirken. Derartige Einheiten können vielfachen Einsatz finden, so z.B. als Wärmepumpen oder in Verbindung mit
Otto- bzw. Dieselmotoren zum Antrieb von Hi Ifsaggregaten
wie Lichtmaschinen, Ventilatoren usw., wobei in diesem Fall
die anfallende Abwärme unmittelbar ausgenutzt werden kann.
Der erfindungsgemäße Stirling-Motor ist eine leise, umweltfreundliche
Maschine, die jegliche Wärmequellen, einschließlich Solar- und Atomenergie nutzen kann. Ein äußerst
wichtiger Vorteil ist darin zu sehen, daß der Prozeß im Gegensatz zum Otto- oder Dieselprinzip umkehrbar ist. Wird
die Antriebswelle des Stirling-Motors mechanisch angetrieben,
so entsteht am Zylinder eine heiße und eine kalte Seite. Je nach dem, ob man nun der heißen oder kalten Seite
ein Medium mit Umgebungstemperaturen zuführt, entsteht eine Kühlmaschine oder Wärmepumpe. Bei dem beschriebenen Boxerprinzip
ist es z.B. möglich, eine Seite durch Wärmezufuhr und Kühlung als Motor und die andere Seite als Kühlmaschine
zu betreiben. Das Aggregat kann völlig gekapselt arbeiten, so daß eine Wellendurchführung mit ihren Problemen entfällt.
Ein vorteilhafter Einsatz ist z.B. in den Tropen mit einer
völlig gekapselten Stirl ing-Kühlmaschi ne möglich, welche,
je nach Sonnenintensität, Kühlleistung liefert. Dieser Vorgang verläuft parallel mit dem Kühlleistungsbedarf bei
Sonneneinstrahlung.
Zeichnungen
Claims (7)
- 83-61 R Bremen, den 6. März 1984ERNO Raumfahrttechnik GmbHPATENTANSPRÜCHES^(Iy Heißgasmotor nach dem Prinzipdes Stirling-Motors, bei dem in einem mit einem Prozeßgas gefüllten Zylinderraum ein Arbeitskolben und ein Verdrängerkolben gegeneinander längsbeweglich angeordnet sind, mit einem dem Zylinderraum zugeordneten Regenerator sowie mit einer dem Kolben kraftschlüssig verbundenen Getriebeeinheit, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrängerkolben (15, 16) als Regenerator ausgebildet ist und daß die Getriebeeinheit aus je einem dem Arbeitskolben (12,13) sowie dem Verdrängerkolben (15, 16) zugeordneten, nach Art eines Schubkurbelgetriebes ausgebildeten Rädergetriebe (18, 19) besteht.
- 2. Heißgasmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzei chnet, daß die Rädergetriebe (18, 19) im Innern des mit dem Prozeßgas gefüllten Raumes (28) angeordnet sind.
- 3. Heißgasmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzei chnet, daß die Anlenkpunkte der KoIbenstangen , (11, 14) am jeweils zugeordneten Rädergetriebe (18, 19) derart gewählt sind, daß die jeweiligen Kolbenbewegungen mit einer Phasenverschiebung von etwa 45° ablaufen.
- 4. Heißgasmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei Arbeitskolben (12, 13) und zwei Verdrängerkolben (15, 16) in einem gemeinsamen Gehäuse (10) nach Art eines Boxermotors zusammengefaßt sind.
- 5. Heißgasmotor nach Anspruch 4,dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinderräume (24, 25, 26, 27) sowie der dazwischen befindliche Triebwerksraum (28) eine gekapselte räumliche Einheit bilden.
- 6. Heißgasmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die hohlgebohrte Kolbenstange (11) der Arbeitskolben (12, 13) in ihrem mittleren Bereich eine 1anglochartige Ausneh-mung (23) aufweist, in der ein seitlicher zapfenförmiger Ansatz (22) der Kolbenstange (14) der Verdrängerkolben (15, 16) 1ängsverschieblich gelagert ist, der mit dem den Verdrängerkolben zugeordneten Rädergetriebe in Wirkverbindung steht.
- 7. Heißgasmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrängerkolben (15, 16) eine wärmespeichernde Innenstruktur (Wärmeschwamm) aufweisen.Beschreibung - 4 -
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