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Die Erfindung betrifft eine Kette aus nichtmetallischen Werkstoffen
mit mehreren Kettengliedern, die an ihren Enden jeweils eine Durchtrittsöffnung
aufweisen, in die ein Bolzen eingreift, der an beiden Enden von Halteelementen gegen
Axialverschiebungen gesichert ist, wobei zwischen zwei zueinander zugeordneten Enden
der Kettenglieder jeweils eine auf den Bolzen drehbare Distanzhülse angeordnet ist
und die Kettenglieder
in ihrem zwischen den Durchtrittsöffnungen
liegenden -Bereich einen Freiraum zur Anordnung von Anbauteilen aufweisen und daß
mindestens drei Kettenglieder auf jedem Bolzen angeordnet sind, wobei das innenliegende
Kettenglied drehbar auf dem Bolzen gelagert ist.
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Die US-PS 42 67 691 zeigt eine Kette dieser Art aus Kunststoff mit
kreisförmigen Öffnungen für die eingreifenden Bolzen an jedem Ende eines Kettengliedes
mit axialen Halteelementen und mit einer auf dem Bolzen drehbaren Distanzhülse.
Außerdem ist in dieser Druckschrift zwischen zwei Kettengliedern ein Freiraum offenbart,
der formschlüssig von Förderkragarmen durchgriffen wird. Die Freiräume zwischen
jeweils zwei aufeinanderfolgenden Kettengliederpaare sind zueinander senkrecht ausgerichtet.
Dadurch kann bei gleich angeordneten Förderkragarmen jeweils nur der Freiraum eines
jeden zweiten Kettengliederpaares für die Anordnung derartiger Förderkragarme ausgenutzt
werden.
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Die einzelnen Glieder dieser Kette werden aus einem thermoplastischen
Kunststoff, und zwar aus Acethalharz gegossen. Eine solche Kette weist eine nur
relativ geringe Festigkeit auf.
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Aus der DE-OS 28 36 498 ist eine nichtmetallische Rollenkette bekannt,
die zur Halterung eines jeden Kettenbolzens an dessen einem Ende einen übergreifenden
Bund und an dessen anderem Ende eine Ringnut aufweist, in die ein entsprechend konfigurierter
Vorsprung eines Kettengliedes ähnlich eines Sicherungsringes eingreift. Diese Kette
besteht aus zwei an einem Ende über einen Rohrzylinder stoffschlüssig verbundenen
Kettengliedern, die an ihrem anderen Ende jeweils einen nach außen vorspringenden,
stoffschlüssig mit ihm verbundenen, zylindrischen Kragen aufweisen, der unterschiedlich
konfiguriert ist. Die Kettenglieder divergieren zueinander von ihrem über den Zylinder
stoffschlüssig verbundenen Ende zu ihrem mit dem zylindrischen Kragen versehenen
Enden. Diese Kette ist aufgrund ihrer Spritzgußherstellung mit dem Nachteil einer
nur relativ geringen Festigkeit behaftet, wie die in der Druckschrift angegebenen
Werte ausweisen. Aufgrund der Divergenz der Kettenglieder zueinander entstehen in
ihnen erhebliche Biegespannungen. Zur Aufnahme dieser Biegespannungen nutzen die
Verdickungen der Kettenglieder in ihrem Mittenbereich wenig, da die größten Spannungen
an den Schwachstellen der Kettenglieder in der Nähe ihrer Lager auftreten. Diese
Kette erfordert nicht nur eine komplizierte Herstellung, sondern kann darüber hinaus
auch nicht repariert werden, da eine zerstörungsfreie Lösung des starren Schnappverschlusses
an dem einen Ende des Bolzens nicht möglich ist. Zu einem Lösen muß entweder der
Bolzen mit seinem vorspringenden Kragen in Höhe der Ringnut abgeschnitten werden,
was wiederum ohne Beschädigung des angrenzenden Kragens des Kettengliedes nicht
möglich ist oder es muß umgekehrt der Kragen des Kettengliedes aufgespreizt werden,
was wiederum ohne dessen Zerstörung nicht möglich ist. Da die Kettenglieder sämtlich
nach dem gleichen Prinzip zusammengehalten werden, müssen stets mindestens zwei
Bolzen bei einer Reparatur gelöst werden. Hierbei ist wesentlich, daß es einen Werkstoff
mit einerseits großer Härte und Festigkeit und andererseits hoher Flexibilität zum
Abspreizen der Bolzen bislang nicht gibt. Aus diesem Grunde ist nach diesseitigem
Wissen eine derartige Kette bislang auch nicht gebaut worden, zumal Kunststoffketten
dieser oder ähnlicher Art bislang nicht erhältlich sind, obgleich an ihnen seit
langer Zeit ein großer Bedarf vorhanden ist, um damit Gegenstände durch hochkorrosive
Flüssigkeiten, z. B. durch Elektrolyse-und Beizbäder, zu transportieren. Zu diesem
Zweck ist jedoch eine hohe Mindestzugfestigkeit von ca. 500 MPa und ein Elastizitätsmodul
von nicht weniger als 10 000 bis 12 000 MPa erforderlich.
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Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Kette der eingangs genannten Gattung zu schaffen, die als leicht
montierbare und reparable Rollenkette mit hoher Zugfestigkeit und Lebensdauer ausgebildet
und deren Kettenglieder die problemlose Anbringung von unterschiedlich konfigurierten
Anbauteilen, z. B. Mitnehmerfingern an Transportwinkeln und -ösen zur Mitnahme von
unterschiedlichen Gegenständen in korrosiven Bädern gewährleisten.
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Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des eingangs genannten
Gattungsbegriffes erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kettenglieder aus scheibenförmigen,
aus mit flüssigem Harz getränkten und ringförmig gewickelten Rovings gebildeten,
ausgehärteten Einzelgliedern mit gleichen Seitenflächen bestehen und daß die beiden
äußeren Kettenglieder jeweils mittels eines mit Preßsitz in eine den Bolzen in einer
Durchgangsöffnung durchdringenden Sicherungsstiftes aus nicht korrosivem Material,
bzw. GFK als Halteelement formschlüssig und drehfest, jedoch lösbar auf dem Bolzen
gehalten sind. Durch diese Anordnung können die einzelnen Kettenglieder jederzeit
durch Herausziehen der Sicherungsstifte von den Bolzen gelöst und bei Reparatur
durch ein neues Kettenglied ersetzt werden. Ferner erhalten die scheibenförmigen
Kettenglieder durch ihre Bildung aus mit flüssigem Harz getränkten und ringförmig
gewickelten Rovings eine Mindestzufestigkeit von ca. 500 MPa bei einem Elastizitätsmodul
von ca. 12 000 MPa. Und schließlich können in dem Freiraum der einzelnen Kettenglieder
Anbauteile, wie Finger, Winkel, Haken und Ösen, zur lösbaren Abhängung von Gegenständen
angeordnet werden, die mittels der neuen Kette gleichbleibend durch ein hochkorrosives
Beiz- oder Elektrolysebad transportiert werden können. Der Preßsitz der Sicherungsstifte
in dem Bolzen und/oder in den Kettengliedern gewährleistet einen stets sicheren
Zusammenhalt der Einzelteile, jedoch erforderlichenfalls auch eine rasche Entfernung
bei Reparaturbedürfnissen durch Austausch einzelner Kettenteile. Hierdurch sowie
durch die hohe Zugfestigkeit der Kettenglieder wird eine lange Lebensdauer der neuen
Kette aus nichtmetallischem Werkstoffen sichergestellt.
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Aus dem DE-GM 18 21 084 ist zwar eine Rundgliederkette aus ringförmig
aufgewundenen Glasfasern bekannt, die durch erhärteten Kunststoff miteinander verbunden
sind. Diese Kette ist jedoch gattungsfremd und kann auch zu einer Rollenkette keine
Anregung liefern, da deren Aufbau grundsätzlich verschieden ist.
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Aus der GB-PS 14 84 812 ist eine Rollenkette anderer Art bekannt,
bei der die äußeren Kettenglieder jeweils mittels eines in eine den jeweiligen Bolzen
in einer Durchgangsöffnung durchdringenden Sicherungsstiftes formschlüssig und drehfest
jedoch lösbar auf dem Bolzen gehalten sind. Dabei handelt es sich jedoch offensichtlich
mangels anderweitiger Offenbarung um eine übliche Rollenkette aus metallischen Materialien,
was aus der Schraffur der F i g. 1 dieser Druckschrift ersichtlich ist. Insofern
führt dieser Offenbarungsgehalt vom Erfindungsgegenstand fort.
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Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind auf jedem
Bolzen vier Kettenglieder angeord-
net, von denen jeweils die beiden
innen- und die beiden außenliegenden gleich ausgebildet sind, die innenliegenden
drehbar auf dem Bolzen mit einer dazwischen angeordneten zylindrischen Distanzhülse
gelagert sind und sowohl zur Distanzhülse als auch zu den außenliegenden Kettengliedern
scheibenförmige Distanzkörper aus mit ihnen ungleichen Werkstoffen aufweisen. Dadurch
entsteht eine Kette mit außerordentlich hoher Zugfestigkeit und langer Lebensdauer,
da die miteinander in Reibschluß stehenden Teile aus jeweils anderen Werkstoffen
bestehen können. Im Sinne der Aufgabenstellung ist es daher von besonderem Vorteil,
die innenliegenden Kettenglieder an ihren Enden mit formschlüssig angeformten Lagern
zu versehen, deren Stirnenden scheibenförmig über die jeweilige Ebene der Kettenglieder
vorspringen und die scheibenförmige Distanzkörper bilden. Dabei können die in die
Kettenglieder eingeformten Lager beispielsweise aus Tetrafluoräthylen, die Distanzhülse
aus Polyamid und die Bolzen aus glasfaserverstärkten Reaktionsharzen bestehen.
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Auch bezüglich der Befestigung und Anordnung der Sicherungsstifte
sind verschiedene Ausführungsformen möglich.
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Nach einer ersten Ausführungsform durchdringen die zylindrisch ausgebildeten
Sicherungsstifte zwar die Enden der außenliegenden Kettenglieder mittig, hingegenden
Bolzen außermittig.
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Nach einer zweiten Alternative durchdringen die zylindrisch ausgebildeten
Sicherungsstifte zwar die Bolzen mittig, hingegen greifen sie mit ihrer halben zylindrischen
Außenlängsfläche in eine entsprechend geformte halbzylindrische Mulde des Endes
des Kettengliedes klemmend ein.
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Welche der Anordnungsarten der Sicherungsstifte bei der jeweiligen
Kette verwendet wird, hängt ab von den Elastizitätsmodulen der einzelnen Materialien,
den auftretenden Scher- und Reibungskräften und damit letztlich auch von den geforderten
Festigkeitswerten auf Zug und Abscherung.
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Von diesen Mindestfestigkeiten ist es auch abhängig, ob die Kettenglieder
nach einer ersten Alternative im Bereich ihres Freiraumes massiv ausgebildet und
dort mit angeschraubten oder angestifteten Anbauteilen versehen sind oder nach einer
zweiten Alternative in ihrem Freiraum eine Aussparung aufweisen, in die ein entsprechend
konfiguriertes Ende eines Anbauteiles formschlüssig eingeformt ist.
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Die Ketten gemäß der DE-OS 2836498 und nach der US-PS 42 67 691 werden
im Spritzgußverfahren hergestellt. Durch diese Verfahren bedingt, sind derartige
Ketten stets mit dem Nachteil von Einfallerscheinungen, eventuellen Lunkerstellen
und selbst bei einwandfreier Fertigung nur mit geringen Zugfestigkeiten behaftet.
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Hiervon gänzlich abweichend wird das der Erfindung zugrundeliegende
Problem verfahrenstechnisch dadurch gelöst, daß zwischen zwei in einem der Lagerlänge
des Kettengliedes entsprechenden Abstand angeordneten und den gewünschten Durchmesser
der Durchtrittsöffnung aufweisenden Zylinderkörpern unter Freilassung eines Zwischenraumes
zwei Formlaschen angeordnet werden und in dem Zwischenraum ein mit flüssigem Harz
getränkter Roving solange aufgewickelt wird, bis der Zwischenraum fast gefüllt ist
und daß sodann der aufgewickelte Roving von mindestens zwei Preßbacken in die endgültige
Kettengliedform gepreßt und mittels einer in den Preßbacken und/oder den Formlaschen
angeordneten Heizung warm ausgehärtet wird. Dabei wird mindestens eine aus zwei
derartigen Zylinderkör-
pern mit dazwischen angeordneten Formlaschen bestehende Form
etwa mittig auf einer Drehbank angeordnet und ein Roving von einer Rolle mit Außenabzug
und nach Durchlaufen eines mit einem Harz gefüllten Tränkbades, z. B. eines Tränkbades
mit Polyesterharz oder Epoxydharz, durch eine Drehbewegung in dem Zwischenraum der
Form ringförmig aufgewickelt. Dadurch werden äußerst homogene Kettenglieder hoher
Zugfestigkeit geformt, die noch dadurch erhöht werden kann, wenn die Kettenglieder
nach dem Preßvorgang und ihrem Entfernen aus der Form bei ca. 1000C getempert werden.
Im Gegensatz dazu kann selbst ein aus geschnitzelten Textilfasern bestehendes, im
Spritzgußverfahren hergestelltes Kettenglied gemäß der DE-OS 28 36 498 diese Festigkeit
nie erreichen.
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Zur Herstellung von Kettengliedern mit einem Freiraum weisen die
Formlaschen an ihren einander zugekehrten Seitenflächen zueinander kongruente Vorsprünge
auf, die in zusammengebauter Lage der Formlaschen einen Kern bilden, durch den ein
jedes Kettenglied mit einem Hohlraum als Freiraum versehen wird.
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Es ist jedoch nach einer weiteren Verfahrensalternative auch möglich,
statt des Kernes an dieser Stelle ein Anbauteil mit konkaver oder konvexer Außenkonfiguration
zum Aufwicklen des mit flüssigem Harz getränkten Rovings anzuordnen. In diesem Fall
wird auf diese Außenkonfiguration des Anbauteiles direkt ein Roving gewickelt und
das Anbauteil formschlüssig sowie unverrückbar in dem betreffenden Kettenglied eingebunden.
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Die zwischen dem Kern oder dem Anbauteil einerseits und den Zylinderkörpern
andererseits entstehenden Hohlräume werden zur Vermeidung von jedweden Schwachstellen
vor dem Aufwickeln des harzgetränkten Rovings mit einem Kunststoff vergleichbarer
Festigkeit ausgespachtelt.
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Mehrere Ausführungsbeispiele der neuen Kette aus nichtmetallischen
Werkstoffen sowie eine Vorrichtung zur Beschreibung des neuen Verfahrens sind in
den Zeichnungen dargestellt. Dabei zeigt Fig. 1 die Seitenansicht einer neuen Kette
mit jeweils drei an einem Bolzen gelagerten Kettengliedern, Fig. 2 die Draufsicht
von Fig. 1, Fig.3 einen Schnitt entlang der Linie 111/1 in von Fig.2, Fig.4 einen
Schnitt entlang der Linie IV/IV von Fig. 2, F i g. 5 die Seitenansicht einer zweiten
Ausführungsform einer Kette mit jeweils vier auf einem Bolzen angeordneten Kettengliedern,
F i g. 6 die Draufsicht von F i g. 5, Fig. 7 die Schnittansicht entlang der Linie
VII/VII vonFig.6, Fig. 8 eine Schnittansicht entlang der Linie VIII/VIII vonFig.10,
F i g. 9 eine Seitenansicht einer weiteren Kettenform mit formschlüssig eingelagertem
Ende eines Anbauteiles, Fig. 10 die Draufsicht von Fig. 9, Fig. 11 einen Schnitt
entlang der Linie Xl/XI von Fig.6, Fig. 12 die Draufsicht auf eine Drehbank mit
vorgeschaltetem Tränkbad und Rovingrolle mit Außenabzug, wobei auf der Drehbank
mehrere Formen zur Herstcllung eines Kettengliedes parallel nebeneinander angeordnet
sind, Fig. 13 die Seitenansicht einer Form von Fig. 12 mit Preßbacken zur Formung
der endgültigen Kettengliedform, und
Fig. 14 eine Schnittansicht
entlang der Linie XIV/ XIV von Fig. 13.
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Die Kette 1 gemäß dem Ausführungsbeispiel der F i g. 1 bis 4 setzt
sich im wesentlichen aus drei Kettengliedern 2, 3, 4, einem Bolzen 5, Sicherungsstiften
6 und einer Distanzhülse 7 zusammen. Das mittlere Kettenglied 2 ist an seinen Enden,
wie insbesondere aus F i g. 3 entnehmbar ist, mit einer hohlkugelförmigen Durchtrittsöffnung
2' versehen und mit dieser auf einer kugelförmigen Außenfläche 7' der Distanzhülse
7 formschlüssig, jedoch auf letzterer in Richtung des Doppelpfeiles 8 gemäß den
F i g. 3 und 4 schwenkbeweglich aufgeformt.
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Jedes Kettenglied 2, 3, 4 besteht aus scheibenförmigen, aus mit flüssigem
Harz 9 (s. F i g. 10) getränkten und ringförmig gewickelten Rovings 10 gebildeten,
ausgehärteten Einzelgliedern 2, 3, 4 mit gleichen Seitenflächen 2", 2"' bzw. 3',
3" und 4', 4". In dem zwischen den Durchtrittsöffnungen 3"', 4"', 2' liegenden Bereich
weisen sämtliche Kettenglieder 2, 3, 4 einen Freiraum 11 zur Anordnung von nichtdargestellten
Anbauteilen auf.
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Die beiden äußeren Kettenglieder 3,4 sind mittels eines mit Preßsitz
in eine den Bolzen 5 in einer Durchgangsöffnung 12 durchdringenden Sicherungsstiftes
6 als Halteelement formschlüssig und drehfest, jedoch lösbar auf dem Bolzen 5 gehalten.
Das innenliegende Kettenglied 2 hingegen ist über die Distanzhülse 7 sowohl drehbar
auf dem Bolzen 5 als auch aufgrund der kugelförmigen Flächen 2' und 7' schwenkbeweglich
gelagert.
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Wie insbesondere Fig. 4 zeigt, ist der Freiraum 11 als Durchgangsöffnung
ausgebildet. Die Kettenglieder 3, 4 weisen außerdem an ihrem oberen Teil noch Durch
gangsöffnungen 13, 14 zur Befestigung von nichtdargestellten Anbauteilen auf.
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Wie insbesondere aus den F i g. 1 und 2 entnommen werden kann, durchdringen
die zylindrisch ausgebildeten Sicherungsstifte 6 zwar die Enden der außenliegenden
Kettenglieder 3, 4 mittig, hingegen den Bolzen 5 außermittig.
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In den F i g. 5 bis 11 ist eine zweite Ausführungsform der neuen
Kette dargestellt. Dabei sind mit den Fig. 1 bis 4 übereinstimmende Teile mit gleichen
Bezugsziffern bezeichnet. Bei dieser Kette sind auf jedem Bolzen 15 vier Kettenglieder
3,4, 16, 17 angeordnet, von denen die jeweils beiden innenliegenden 16, 17 und die
beiden außenliegenden 3, 4 gleich ausgebildet sind. Darüber hinaus sind die beiden
innenliegenden Kettenglieder 16, 17 drehbar auf dem Bolzen 15 mit einer dazwischen
angeordneten zylindrischen Distanzhülse 18 gelagert und weisen sowohl zur Distanzhülse
18 als auch zu den außenliegenden Kettengliedern 3, 4 scheibenförmige Distanzkörper
19 aus mit ihnen ungleichen Werkstoffen auf.
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Wie am anschaulichsten aus den F i g. 6 und 11 entnommen werden kann,
sind die innenliegenden Kettenglieder 16, 17 an ihren Enden mit formschlüssig eingeformten
Lagern 20 versehen, deren Stirnenden scheibenförmig über die jeweilige Ebene 16',
16" bzw. 17', 17" der innenliegenden Kettenglieder 16, 17 vorspringen und auf diese
Weise die scheibenförmigen Distanzkörper 19 bilden.
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Wie ferner aus diesem Ausführungsbeispiel hervorgeht, durchdringen
die zylindrisch ausgebildeten Sicherungsstifte 6 zwar die Bolzen 15 mittig, greifen
hingegen mit ihrer halben zylindrischen Außenlängsfläche 6' in eine entsprechend
geformte halbzylindrische Mulde 31V, 41v an einem jeden Ende der außenliegenden
Kettenglieder 3,4 klemmend ein.
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Die Ausführungsform der Fig. 8 bis 10 unterscheidet sich von der
der F i g. 5 bis 7 lediglich dadurch, daß der ursprüngliche Freiraum 11 der F i
g. 7 durch ein Anbauteil 21 mit vorspringender Außenkonfiguration 21' ausgefüllt
ist. Die an diesem Anbauteil 21 hängenden Vorsprünge, beispielsweise Finger, Winkel,
Haken oder Ösen, sind im vorliegenden Fall der Übersicht wegen nicht dargestellt
und lediglich in Fig. 10 gestrichelt angedeutet. Dabei versteht es sich, daß diese
Haken und Ösen oder sonstigen vorspringenden Teile der Anbauteile 21 an jedem Kettenglied
3, 4, 16, 17 angebracht werden können. Die Befestigung derartiger Anbauteile kann
jedoch auch mittels der aus den F i g. 2 und 4 entnehmbaren Befestigungslöcher 13,
14 vorgenommen werden.
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Als dritte Alternative ist es auch möglich, die Kettenglieder 3,
4, 16, 17 im Bereich des ursprünglichen Freiraumes 11 massiv auszubilden und dort
mit angeschraubten oder angestiften Anbauteilen zu versehen.
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Zur günstigen Gestaltung der Friktion zwischen den einzelnen miteinander
reibenden Teilen der Kette 1 sind diese aus unterschiedlichen Werkstoffen gestaltet.
So bestehen die in die Kettenglieder 16, 17 eingeformten Lager 20 aus Tetrafluoräthylen,
die Distanzhülse 7, 18 entweder aus Polyamid oder gleichfalls aus Tetrafluoräthylen
und die Bolzen 5 und 15 sowie die Sicherungsstifte 6 aus glasfaserverstärkten Reaktionsharzen
(GFK).
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In den Fig. 12 bis 14 ist eine Vorrichtung zur Herstellung von Kettengliedern
der neuen Kette dargestellt.
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Auf einer Welle 22 einer Drehbank 23 sind in einem Abstand A, der
gleich der Lagerlänge L eines jeden Kettengliedes 2, 3, 4, 16, 17 ist, Zylinderkörper
24 mit einem dem gewünschten Durchmesser der Durchtrittsöffnung 3"', 4"' entsprechenden
Durchmesser angeordnet, die unter Freilassung eines Zwischenraumes 25 zwei Formlaschen
26 zusammenhalten. Werden auf einen Schraubbolzen 27 mehrere dieser Formlaschen
26 unter jeweiliger Zwischenanordnung eines Zylinderkörpers 24 geschoben und sodann
an beiden Enden mittels einer Mutter 28 gegeneinander verspannt, so entsteht ein
Formblock 29, auf dem mehrere Kettenglieder 2, 3, 16, 17 gefertigt werden können.
Sodann wird gemäß Fig. 12 von einer Rolle 30 mit Außenabzug ein Roving 10 abgezogen,
durch ein mit einem flüssigem Harz 9 gefülltes Tränkbad 31 geführt und sodann mit
einem Ende auf der Oberfläche beispielsweise eines Zylinderkörpers 24 befestigt.
Hiernach wird die Welle 22 der Drehbank 23 in Drehungen versetzt, wodurch der mit
dem flüssigen Harz 9 getränkte Roving 10 ringförmig nach dem »Wollknäuel-Prinzip«
auf die beiden im Abstand A voneinander angeordneten Zylinderkörper 24 gewickelt
wird, bis der Zwischenraum 25 zwischen zwei Formlaschen 26 nahezu gefüllt ist, wie
dies aus F i g. 13 entnommen werden kann.
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In diesem Zustand entspricht die Außenkontur der Wicklung etwa der
gestrichelten Linie 32 von Fig. 13.
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Nunmehr werden die beiden Preßbacken 33,34 in Richtung der Pfeile
35 gegeneinander gepreßt, wodurch die Außenkontur 36 des neuen Kettengliedes 2,
3, 4, 16, 17 entsteht. Zur warmen Aushärtung sind die Preßbacken 33, 34 und/oder
die Formlaschen 26 mit einer Heizung 37 versehen, die im vorliegenden Fall aus einer
elektrischen Widerstandsheizung bestehen kann.
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Zur Bildung des Freiraumes 11 weisen die Formlaschen 26 an ihren
einander zugekehrten Seitenflächen 26' kongruente Vorsprünge 38 auf, deren Außenkonfiguration
in zusammengebauter Lage der Formlaschen 26 einen Kern bilden, dadurch den ein jedes
Kettenglied
2, 3, 4, 16, 17 mit einem Hohlraum 11 als Freiraum versehen
wird.
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Statt dieses aus den beiden kongruenten Vorsprüngen 38 bestehenden
Kernes kann an dieser Stelle auch das in F i g. 8 offenbarte Anbauteil 21 mit beispielsweise
seiner vorspringenden Außenfläche 21' zum Aufwickeln des mit flüssigem Harz 9 getränkten
Rovings 10 angeordnet werden.
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Die zwischen den den Kern bildenden Vorsprüngen 38 und den Zylinderkörpern
24 entstehenden Hohlräume 39, die in Fig. 13 schraffiert gekennzeichnet sind, werden
vor dem Aufwickeln des harzgetränkten Rovings 10 mit harzgetränkten GFK-Schnitzeln
ausgespachtelt.
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Nachdem sämtliche Zwischenräume 25 des Formblockes 29 nacheinander
durch Aufwickeln des harzgetränkten Rovings 10 fast gefüllt sind und die Preßbacken
33, 34 die endgültige Form der Kettenglieder 2, 3, 4, 16, 17 gepreßt haben, können
die Muttern 28 am Schraubbolzen 27 gelöst und nacheinander die alternierend aufgeschobenen
Formlaschen 26 und die Zylinderkörper 24 und die dazwischen befindlichen Kettenglieder
abgenommen werden. Zur weiteren Festigkeitssteigerung können sodann die Kettenglieder
2, 3, 4, 16, 17 bei ca. 100"C getempert werden. Der besondere Vorteil dieses Verfahrens
beruht darin, daß durch den Preßvorgang ein äußerst homogenes Kettenglied mit hoher
Zugfestigkeit erstellt wird. Der Außenabzug des Rovings 10 von der Rolle 30 bewirkt
zudem, daß eine nachteilige Verdrillung bzw. Verschränkung des Rovings im Zwischenraum
25, wie sie beispielsweise bei Abzug eines Rovings 10 von einer Rolle 30 mit Innenabzug
unweigerlich auftritt, vermieden wird und somit eine weitere Festigkeitssteigerung
stattfindet.
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Schließlich entweicht beim Tempern - soweit als Harz 9 im Tränkbad
31 Polyesterharz verwendet wird - der zur Bildung der Makromoleküle überflüssige
Styrolgehalt. Dadurch tritt eine weitere Festigkeitssteigerung ein. Auch läßt das
erfindungsgemäße Verfahren eine freie Wahl des Tränkbades zu, je nachdem, ob die
Kette in basischen oder sauren Medien Verwendung finden soll. Es können dabei sowohl
Polyesterharze als auch Epoxydharze oder auch andere Harze verwendet werden.
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Als Rovings werden vorteilhaft parallel liegende Elementarfäden verwendet,
von denen ein jeder aus Monofilen mit ca. 9 u Durchmesser besteht, die verdrillungsfrei
in den Zwischenraum 25 eingebracht werden, wodurch eine relativ hohe Kinsterspannung
der Rovings resultiert.
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»Kette aus nichtmetallischen Werkstoffen und Verfahren zu ihrer Herstellung«
Stückliste: Kette 1 Kettenglieder 2 3 4 16 17 Seitenflächen 2" 2"' 3' 3" 4' 4" von
Kettengliedern 2,3,4 Durchtrittsöffnungen 2' 3"' 4"' Halbzylindrische 31v 41V Mulde
Bolzen 5 15 Sicherungsstift 6 Außenfläche von 6 6' Distanzhülse 7 18 Außenfläche
von 7 7' Doppelpfeil 8 flüssiges Harz 9 Roving 10 Freiraum 11 Durchgangsöffnung
12 13 14 Distanzkörper 19 Lager 20 Ebene der Ketten- 16' 16" 17' 17" glieder 16,17
Anbauteil 21 Außenfläche von21 21' Welle 22 Drehbank 23 Abstand der A Zylinderkörper
24 Lagerlänge L Zylinderkörper 24 Zwischenraum 25 Formlaschen 26 Seitenfläche von
26' Formlasche 26 Schraubbolzen 27 Mutter 28 Formblock 29 Rolle 30 Tränkbad 31 gestrichelte
Linie 32 Preßbacken 33 34 Pfeil 35 Außenkontur von 36 Kettenglied Heizung 37 Vorsprünge
38 Hohlraum 39