DE3408191C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Materialzuführung unter Gewichtserfassung.
Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung sind
bekannt aus: "Reimpell-Bachmann: Handbuch des Waagenbaues,
3. Band, Verlag Handwerk und Technik, Berlin-Hamburg, 1966,
S. 215-216". Die Vorrichtung verfügt über zwei Zuführer
mit jeweils einem zugeführten Vorförderer. Jeder Zuführer
verfügt über ein Wägegefäß und eine Fördereinrichtung. So
lange das eine der beiden Wägegefäße vom zugehörigen Vorför
derer gefüllt wird, wird der andere Zuführer eingeschaltet,
und die Zuführrate wird mit Hilfe des erfaßten Gewichtes des
Wägegefäßes geregelt. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil,
daß der Befüllvorgang den Wägevorgang in keiner Weise beein
flußt. Bei derartigen Vorrichtungen wartet man mit dem Ein
schalten des gerade gefüllten Zuführers für erneute geregel
te Materialzuführung so lange, bis sich Schwingungen abge
baut haben, die durch den Befüllvorgang hervorgerufen wur
den. Die zwei abwechselnd arbeitenden Anlagen sorgen dafür,
daß der Materialstrom stets kontinuierlich weiterläuft.
Bei der eben genannten Vorrichtung wird in jeder Anlage nur
der Zuführer, nicht jedoch auch der zugehörige Vorförderer
in der Förderrate geregelt. Eine Anlage mit einem Zuführer
und einem Vorförderer, bei der die Förderraten dieser beiden
Einrichtungen geregelt werden, ist aus DE 26 06 518 A1 be
kannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren
und eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art anzugeben, bei denen eine hohe Meßgenauigkeit
auch während des Fördergangs der Zuführeinrichtung eingehalten wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist durch die Merkmale von
Anspruch 2 gegeben, das erfindungsgemäße Verfahren durch die
Merkmale von Anspruch 1.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist wie die aus dem ge
nannten Handbuch bekannten zwei Zuführer auf. Jedoch ist
nicht mehr jedem einzelnen Zuführer ein Vorförderer zugeord
net, sondern statt dessen liegt ein einziger Vorförderer mit
einer Materialweiche vor. Es handelt sich also nicht mehr um
zwei völlig voneinander getrennte Anlagen, die lediglich ab
wechselnd betrieben werden, sondern es liegt eine einzige
Gesamtanlage vor.
Ein weiterer Unterschied zu der aus dem genannten Handbuch
bekannten Vorrichtung ist derjenige,daß die Förderraten der
Zuführer und des Vorförderers gemeinsam geregelt werden, wie
dies für einen Vorförderer mit einzelnem Zuführer aus der
genannten DE 26 06 518 A1 bekannt ist.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich dann besonders
einfach betreiben, wenn sie Zuführer verwendet, bei denen
die Förderrate alleine durch die Antriebsgeschwindigkeit
bedingt ist. Es können dann nämlich alle Zuführer dauernd
angetrieben werden, und die Weiche wird auf den aktuell
zuführenden Zuführer gerade dann umgeschaltet, wenn dieser
leer läuft. Bei seinem Weiterlaufen wird er dann erneut
teilweise gefüllt, während ein anderer Zuführer Material
abgibt, ohne daß die dabei erfolgte Gewichtsmessung durch
das Zuführen von Material gestört wäre.
Die Erfindung und vorteilhafte Einzelheiten werden nachstehend
unter Bezug auf eine Zeichnung in beispielsweiser Ausführungs
form näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbei
spiels einer erfindungsgemäßen gravimetrischen
Zuführvorrichtung,
Fig. 2 und 3 ein schematisches Blockschaltbild einer in
der Zuführvorrichtung von Fig. 1 enthaltenen Steuer
schaltung und ein Einzelheiten im Bereich einer
Steuereinheit und Bedienungstafel enthaltendes Teil-
Blockschaltbild,
Fig. 4 eine grafische Darstellung zeitbezogener idealisier
ter Materialfluß-, Gewichtsermittlungs- und Steuer
signale,
Fig. 5 eine Gegenüberstellung einer herkömmlichen und einer
erfindungsgemäßen Sollwert-Sägezahnspannung, und
Fig. 6 eine grafische Darstellung zum Einfluß eines Fehler
signals auf eine Treiberbefehlsfrequenz.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel der er
findungsgemäßen, nachstehend kurz als Zuführvorrichtung 10
bezeichneten Gewichtsabgang-Zuführvorrichtung wird ein Mate
rial mit einem Einfüllstrom ⌀T in eine Einfüllöffnung 42
eines mit einem oben offenen Trichter 13 versehenen Vorförde
rers 12 geschüttet. Der Trichter 13 mündet in einen Förder
kanal, in dem sich eine durch einen Motor 14 antreibbare her
kömmliche Fördereinrichtung 15 (Vorförderer 15) befindet. Unter dem Vorförde
rer 12 sind zwei Zuführer 16 und 18 mit je einem Einlaß 46
bzw. 48 sowie mit je einer durch einen Motor 20 bzw. 22 an
treibbaren Fördereinrichtung 17 bzw. 19. Die Art der in der
Zuführvorrichtung 10 verwendeten Fördereinrichtungen 15, 17
und 19 ist von untergeordneter Bedeutung; es können Förder
schnecken, Schöpfbohrer oder nach Wunsch auch noch andere
Förderelemente verwendet werden.
Jeder der beiden Zuführer 16 und 18 hängt separat an einer
zugeordneten Waage 24 bzw. 26. Durch die an sich konventio
nell ausgebildeten Waagen 24 und 26 wird im Betrieb das Ge
wicht der Zuführer 16 und 18 mit dem jeweils in ihnen be
findlichen Material gewogen und in Form von elektrischen
Gewichtssignalen A (Waage 24) und B (Waage 26) weitergemeldet.
Obwohl streng physikalisch eigentlich die Masse und nicht das
Gewicht ermittelt wird, bleibt es wegen der Unbedenklichkeit
der Definition in Verbindung mit der Erfindung bei dem Be
griff "Gewicht". Die Zuführer 16 und 18 geben gefördertes
Material durch je einen Auslaß 50 bzw. 52 in eine gemeinsame
Auffangeinrichtung 28 beliebiger Bauart ab.
Durch einen Auslaß 44 aus dein Vorförderer 12 ausströmendes
Material wird durch eine messerähnliche Weiche 30 (Materialweiche 30), die un
mittelbar unterhalb des Auslasses 44 angeordnet, an einem
Ende um eine Achse 36 gelagert und um dieselbe durch einen
elektrischen Stellmagnet 32 über ein Gestänge 31 aus der in
Fig. 1 durchgehend gezeichneten ersten Stellung in eine zweite
Stellung 30′ (unterbrochene Linien) und zurück schwenkbar ist,
alternativ in den ersten Zuführer 16 oder den zweiten Zufüh
rer 18 abgeleitet.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel nimmt die
Weiche 30 bei aktiviertem Stellmagnet 32 die zweite Stellung
30′ ein; im stromlosen Zustand des Stellmagneten 32 wird sie
durch eine Feder 34 in die erste Stellung zurückgeholt und
gehalten. Die Art des Weichenantriebs ist für die Erfindung
von untergeordneter Bedeutung. Statt einer elektrischen könnte
auch eine pneumatische oder hydraulische Stelleinrichtung,
eine Anordnung mit zwei gegenüberliegenden Elektromagneten
bzw. Kolben oder auch ein ganz anderer Antrieb für die Weiche
30 verwendet werden.
Im Betrieb der Zuführvorrichtung 10 wird die Weiche 30 abwech
selnd während der Hälfte eines Zeitraums in der ersten Stellung
und während der zweiten Hälfte des Zeitraums in der zweiten
Stellung 30′ gehalten, damit kontinuierlich aus dem Vorförderer
12 strömendes Material in gleich langen Teil-Zeiträumen abwech
selnd in den ersten und zweiten Zuführer 16 und 18 gespeist
wird. Um die Möglichkeit der Überladung der Zuführer oder einer
Material-Rückstaubildung in der Vorrichtung auszuschließen,
ist der Vorförderer 12 so eingestellt, daß er nur 80% oder we
niger der volumetrischen Förderkapazität der Zuführer 16, 18
fördert.
Die in Fig. 2 bzw. 3 dargestellte Steuerschaltung für die Zu
führvorrichtung 10 enthält eine mit einer Steuereinheit 58 ver
bundene Bedienungstafel 54, auf der ein Bediener mittels einer
Reihe von Schaltern 56 eine gewünschte Materialabgaberate
(Materialdurchsatz pro Zeiteinheit) im System wählen kann.
Der Ausgang der Bedienungstafel 54 ist ein sägezahnförmiges
Signal, mit dessen absteigender Flanke jeweils eine gewünsch
te Gewichtsabnahme des Zuführers 16 oder 18 während der Mate
rialförderung festgelegt und somit die gewünschte Material
abgaberate vorgegeben wird. Gemäß Fig. 3 wird das Sägezahn
signal von einem Sägezahngenerator 76 abgegeben. Es ist in
Fig. 5 (unten) dargestellt und als "Sollwert-Sägezahnsignal"
bezeichnet; Einzelheiten seiner Erzeugung sind dem normalen
Fachmann hinreichend geläufig.
Das an sich konventionell erzeugbare erfindungsgemäße Sollwert-
Sägezahnsignal (Fig. 5 unten) unterscheidet sich doch sehr
wesentlich von dem beim Stand der Technik benutzten Sägezahn
signal (Fig. 5 oben) , weil seine sämtlichen Perioden (Zähne)
sich ausschließlich auf Materialabgabe- bzw. Gewichtsabgang-
Phasen der Zuführer 16 und 18, jedoch nicht (wie beim
Stand der Technik) noch auf Zeiträume, in denen die Zuführ
vorrichtung nachgefüllt wird, beziehen. Weitere Kurvenunter
schiede zeigt Fig. 5.
Die in dem Ausführungsbeispiel der Erfindung verwendete Steu
ereinheit 58 ist ein integrierender, d. h. eine Sollwert-
Sägezahnspannung erzeugender und deren Flankenwinkel ver
gleichender Typ. Statt dessen könnte auch ein dem Fachmann
geläufiger und daher hier nicht näher erläuterter differenzie
render Typ verwendet werden, der einen festen Sollwert erzeugt
und den Istwert des Materialdurchsatzes aus dem Gewichtsab
gang während eines Zeitraumes errechnet.
Ein von einer als an sich normale Zeitmultiplex-Schaltung
ausgebildeten Wählschaltung 72 (Fig. 2) kommendes Gewichts
ausgangssignal wird in der Steuereinheit 58 (Fig. 3) durch
einen Komparator 78 normaler Bauart bezüglich seiner Flan
kensteilheit mit der augenblicklichen Flankensteilheit des
Sollwert-Sägezahnsignals verglichen. Der Komparator 78 gibt
ein der Differenz zwischen den beiden verglichenen Signalen
entsprechendes Fehlersignal E an einen Pulsgenerator 80 ab,
der eine Serie von Pulsen mit einer von dem Fehlersignal E
abhängigen Frequenz abgibt. Diese Signalbeziehung ist gra
fisch in Fig. 6 dargestellt. Diese Serie von Pulsen bildet
das als Treiberpulssignal bezeichnete Ausgangssignal der
Steuereinheit 58, durch dessen Frequenz die Drehgeschwindig
keit der Zuführmotoren 20 und 22 jeweils so vorgegeben wird,
daß der Istwert der Materialabgaberate dem an der Bedienungs
tafel 54 eingestellten Sollwert gleich ist. Wenn der Ist
wert des Materialdurchsatzes größer als der Sollwert wird,
dann wird durch ein entsprechendes Fehlersignal E der Lauf
der Motoren 20, 22 verlangsamt und damit der Istwert der
Materialabgaberate reduziert - und umgekehrt. Da vom Fehler
signal auch die Drehgeschwindigkeit des Motors 14 für den
Vorförderer 12 abhängt, wird die Drehzahl des Motors 14 in
einer festen Relation zu der Drehzahl der Motoren 20, 22
erhöht oder reduziert. Weitere Zusammenhänge zwischen den
Motoren 20, 22 und Motor 14 werden weiter unten erläutert.
Im Rahmen der Erfindung könnte als abhängig von dem Fehler
signal E abhängiges Treibersteuersignal zur Kontrolle der
Motoren 14, 20 und 22 statt eines Pulssignals auch ein ande
res Spannungs-, Strom- oder sonstiges Signal verwendet werden.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird das Gewichts
ausgangssignal der Wählschaltung 72 in der Steuereinheit 58
aufgeteilt und zugleich an den Komparator 78 sowie an eine
ganz normale Pegeldetektorschaltung 82 ab. Die Pegeldetek
torschaltung 82 veranlaßt jedesmal, wenn das Gewichtsaus
gangssignal ein Minimum hat, eine Flip-Flop-Schaltung 84
(oder eine andere geeignete logische Schaltung) zur Ände
rung ihres logischen Zustands. Der dabei von dem Flip-Flop
84 erzeugte Ausgang ist das in Fig. 4 als sechstes Signal
von oben dargestellte A/B-Umschaltsignal in Form von Recht
eckpulsen, die von einem anderen Ausgang der Steuereinheit
58 abgegeben werden, die doppelte Periodenlänge des Sollwert-
Sägezahnsignals haben und mit jedem Signalsprung einen Stel
lungswechsel der Weiche 30 sowie eine Umschaltung der Wähl
schaltung 72 von einem Gewichtssignal auf das andere veran
lassen.
Das von der Steuereinheit 58 abgegebene Treiberpulssignal
wird an zwei identische Frequenz/Analogumsetzer 60 und 62
abgegeben, welche daraus je eine der gewünschten Fördermotor
drehzahl entsprechende analoge Steuerspannung erzeugen und
an eine Motortreiberschaltung 68 für die parallelgeschalteten
und daher stets mit derselben Drehzahl umlaufenden Motoren
20, 22 der Zuführer 16, 18 bzw. an eine Motortreiberschaltung
70 für den Motor 14 des Vorförderers 12 abgeben, siehe Fig. 2.
Die Baugruppen 60, 62, 68, 70, 14, 20 und 22 sind ganz nor
mal und fachüblich ausgewählt.
Die Ausgangs-Steuerspannungen der Frequenz/Analogumsetzer 60
und 62 sind durch je einen angeschlossenen Drehzahljustier
widerstand 64 bzw. 66 so eingestellt, daß der Motor 14 lang
samer läuft als die Zuführmotoren 20 und 22, damit der Vor
förderer 12 mit geringerem Volumen fördert als die Zuführer
16 und 18. Dadurch wird eine Überfütterung der Zuführer 16
und 18 grundsätzlich verhindert. Ohne die Justierwiderstände
würden alle drei Motoren gleichlaufen, weil sie vom selben
Treiberpulssignal abhängen.
Im Betrieb der Vorrichtung laufen alle drei Motoren ständig
mit den ihnen vorgegebenen Drehzahlen, die an sich nicht
kritisch aber so gewählt sind, daß der Motor 14 immer etwas
langsamer dreht als die parallelen Motoren 20 und 22. Dreh
zahländerungen werden von allen Motoren in dem vorgegebenen
Verhältnis proportional durchgeführt. Vorzugsweise ist die
Drehzahl des Motors 14 so herabgesetzt, daß der Materialdurch
satz bzw. volumetrische Materialfluß des Vorförderers 12 bei
oder etwas unter 80% des Durchsatzwertes der Zuführer 16 und
18 liegt. Dieses Fluß-Verhältnis zwischen Vorförderer 12 und
den Zuführern 16, 18 bleibt immer konstant, so daß bei Änderungen
der Förderrate keine Anpassungsschwierigkeiten bzw.
Verzögerungen auftreten werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel wird die Motordrehzahl in einem
"offenen Kreis" geregelt, d. h. ohne Rückmeldeinformation,
vielmehr durch Vergleich des dem Materialfluß in den Zufüh
rern 16 und 18 entsprechenden Gewichtsausgangssignals mit
dem aus der Bedienungstafel 54 stammenden Sollwert-Sägezahn
signal. Falls eine größere Genauigkeit gewünscht wird, kann
selbstverständlich auch ein geschlossener Motorregelkreis
mit Drehzahlrückkopplung verwendet werden.
Durch das A/B-Umschaltsignal aus der Steuereinheit 58 wird
die Wählschaltung 72 so angesteuert, daß sie jeweils ab
wechselnd die Materialabgabeabschnitte der Gewichtssignale
A und B der Waage 24 bzw. 26 zum zeitlich abgestimmten Ver
gleich mit der Sollwert-Sägezahnspannung an die Steuer
einheit 58 abgibt, gleichzeitig (wie bereits erläutert)
aber auch an die Weichensteuerschaltung 74, so daß der
Weichen-Stellmagnet 32 synchron mit der Wählschaltung 72
arbeitet.
In Fig. 4 sind die Gewichtssignale A und B, Materialfluß
werte und andere Signale grafisch in idealisierter Form dar
gestellt. Wie oben erläutert, werden durch wechselnde Stel
lung der Weiche 30 (ganz unten in Fig. 4) abwechselnd die
Zuführer 16 und 18 gefüllt. In der ersten Stellung der Wei
che 30 wird Material in den Zuführer 16 gespeist, das Ge
wichtssignal A (ganz oben in Fig. 4) steigt folglich, und
gleichzeitig gibt der Zuführer 18 Material ab, so daß das
betreffende Gewichtssignal B (dritte Kurve in Fig. 4) ab
sinkt. Sobald die Steuereinheit 58 erkennt, daß das Gewichts
signal B ein gegebenes Minimum "a" erreicht hat und dieser
Zuführer damit ganz geleert ist, veranlaßt sie durch Abgabe
des A/B-Umschaltsignals die Umschaltung der Weiche 30 in de
ren zweite Stellung 30′. Jetzt kann kein Material aus dem
Zuführer 18 mehr fließen, statt dessen wird jetzt der andere
Zuführer 16 entleert, bis sein zugeordnetes Gewichtssignal A
von Punkt "a" ausgehend ein gegebenes Minimum "b" erreicht
hat. Die Förderrate des Vorförderers 12 ist gleich der Mate
rialabgaberate des Zuführers 16, so daß es keine Material
ansammlungen im Zuführer 16 bzw. 18 geben kann. Mit jeder
Weichenumschaltung gibt ein Zuführer sofort Material ab,
während der andere gefüllt wird, wobei das Gewichtssignal A
des Zuführers 16 z. B. von "b" auf "c" ansteigt, und so fort.
Wie die zweite und vierte Kurve in Fig. 4 zeigen, gibt der
jeweils auf Abgabe geschaltete Zuführer 16 bzw. 18 sein
Material konstant ab (siehe z. B. Materialfluß A zwischen
den Punkten a und b). Die Füll- und Abgabezyklen beider Zufüh
rer 16, 18 sind um 180° phasenverschoben.
Die Periode T des in Fig. 4 als fünftes dargestellten
Sollwert-Sägezahnsignals ist gleich der Materialabgabezeit
des jeweils abgebenden Zuführers und an der Bedienungstafel
54 so eingestellt, daß die Vorrichtung Material mit der ge
wünschten Durchsatzrate abgibt. Die Wählschaltung 72 sorgt
durch Abgabe ihres A/B-Umschaltsignals, daß in der Material
abgabephase des Zuführers 16 oder 18 jeweils das passende
Gewichtssignal A oder B von der Waage 24 bzw. 26 zugeschaltet
wird.
Die rotierenden Fördereinrichtungen 17 und 19 in den Zufüh
rern 16, 18 werden zur Erzielung eines gleichförmigen Mate
rialdurchsatzes im wesentlichen konstant, mit gleicher Dreh
zahl und so angetrieben, daß z. B. am Einlaß 46 zu einer
Zeit t0 zugeführtes Material den Auslaß 50 des Zuführers 16
zu einer Zeit t0+ T erreicht. Die Materialdurchlaufzeit von
zugeführtem Material vom Einlaß 46 zum Auslaß 50 des Zufüh
rers 16 beträgt also T; danach erfolgt Umschaltung der Weiche
30, und in der nächsten Periode T gibt dieser Zuführer 16
sein Material durch den Auslaß 50 vollständig wieder ab,
während gleichzeitig der andere Zuführer 18 gefüllt wird,
aber dabei kein Material abgibt. Es wird also kein Material
in den Zuführern 16 oder 18 gespeichert.
Wenn beim ersten Anlauf der Zuführvorrichtung in der ersten
Periode T das Gewichtssignal (z. B. B) der Waage (also 26)
des durch die Wählschaltung 72 als erster ausgewählten Zu
führers (also 18) wegen der entsprechenden Weichenstellung
auf dem Minimalwert bleibt (Punkt "a" von Gewichtssignal B
in Fig. 4), dann ist die Steuereinheit 58 so programmiert,
daß sie die Umschaltung der Weiche in deren zweite Stellung
30′ veranlaßt, damit der Zuführer 18 gefüllt wird. Danach
arbeitet die Vorrichtung in oben erläuterter Weise zyklisch
weiter.
Die Weichenumschaltung zum Zeitpunkt der Entleerung des je
weils Material abgebenden Zuführers 16 oder 18 (Minimum "b"
des Gewichtssignals A bzw. Minimum "a" des Gewichtssignals B)
erfolgt jeweils durch abwechselndes Aktivieren und Abschalten
des Stellmagneten 32 für die Weiche 30 durch die Weichen
steuerschaltung 74. Dieser Zyklus wird durch ein in der Steu
ereinheit 58 enthaltenes Arbeitsprogramm o. dgl. laufend auto
matisch wiederholt, solange die Vorrichtung arbeitet. Ein
zelheiten solcher Programme kennt der Fachmann zur Genüge,
sie brauchen daher hier nicht extra erörtert zu werden.
In der Steuereinheit 58 werden Gewichtsminima und -maxima
der Zuführer 16, 18 vorzugsweise in konventioneller Pegel
abtasttechnik ermittelt, könnten alternativ aber auch anders,
z. B. durch Errechnen von Flankenwinkeländerungen o. dgl.
feststellbar sein.
Es ist ein wesentliches Merkmal der Erfindung, daß bei ab
wechselnder Heranziehung der Gewichtsausgangssignale der
Waagen 24 und 26 jederzeit der echte Gewichtsabgang der Zu
führer 16 und 18 durch die Steuereinheit 58 gemessen wird.
Zu keiner Zeit erfolgt in der Vorrichtung eine volumetrische
Mengenbestimmung.
Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, den Material
durchsatz der einzelnen beiden Zuführer anders als auf 1/2 (50%)
wie beim vorliegenden Beispiel festzulegen, beispielsweise
auf 2/3 bzw. 1/3 für die Zuführer 16 und 18 bei konstanter
Förderrate, wobei der Zuführer 16 also die doppelte Kapazi
tät des anderen hätte. Alternativ können auch z. B. vier Zu
führer mit gleichen Einzelkapazitäten zu je 25% oder belie
bige andere Kombinationen angewendet werden.
Ferner ist die Vorrichtung auch mit nur einer Waage funkti
onsfähig, z. B. ohne die zweite Waage 26, wenn wie oben beide
Zuführer 16 und 18 gleiche Kapazität haben. In diesem Fall
wird in der Steuereinheit 58 jeweils das bei der Material
entnahme aus dem Zuführer 16 durch Vergleich des Gewichts
signals A mit dem Sollwert-Sägezahnsignal gewonnene Fehler
signal E in einem Speicher gespeichert, bei der anschließen
den Materialabgabe aus dem zweiten Zuführer 18 wieder abge
rufen, statt des nicht vorhandenen Signals B jetzt mit dem
Sollwert-Sägezahnsignal verglichen und so zur Drehzahlkon
trolle des Motors 22 des zweiten Zuführers herangezogen. Es
wird davon ausgegangen, daß identische Zuführer 16, 18 auch
identische Gewichtssignale A=B liefern und daher ein Ge
wichtssignal A zur Kontrolle beider Zuführer 16 und 18 aus
reicht.
Die im vorstehenden Absatz angegebene vereinfachte Lösung ist
zwar gegenüber der eingangs erläuterten Ausführung der Er
findung mit einer gewissen Ungenauigkeit behaftet, weil in
der Materialabgabephase des zweiten Zuführers 18 keine ge
naue gravimetrische sondern nur eine angenäherte oder
"quasi-gravimetrische" Messung erfolgt. Die so erzielbare
Genauigkeit reicht aber für manche Anwendungen aus, und die
reduzierte Ausführung hat den Vorteil des geringeren tech
nischen Aufwands.
Claims (11)
1. Verfahren zum gravimetrischen Zuführen von Material
in Verbindung mit einer Zuführeinrichtung bei dem:
- - das Material abwechselnd zu einem von mehreren Zuführern vorgefördert wird, die so angetrieben werden, daß sie die selbe Förderrate aufweisen;
- - das Gewicht mindestens eines Zuführers dauernd gemessen wird; und
- - die Förderrate der Zuführer auf einen vorgegebenen Wert auf Grundlage der Gewichtssignale geregelt wird, wie sie vom gerade fördernden Zuführer geliefert werden.
2. Zuführvorrichtung mit:
- - einem Vorförderer (12, 15) zum Fördern von Material zu einer Materialweiche (30);
- - mindestens zwei Zuführern (16, 18), von denen mindestens einer eine Waage (24) aufweist, um das Gewicht des zugeord neten Zuführers zu bestimmen und um Gewichtssignale auszuge ben;
- - der genannten Materialweiche (30), die zum Zuführen des vom Vorförderer zugeführten Materials abwechselnd zu einem der Zuführer dient; und
- - einer Steuereinrichtung (54, 58), die so ausgebildet ist, daß sie den Vorförderer und zumindest den aktuell fördernden Zuführer mit im wesentlichen derselben Förderrate antreibt und die Materialweiche in solcher Weise umschaltet,daß die se kontinuierlich Material an einen der Zuführer fördert, während ein anderer Material ausgibt, wobei die Förderrate auf Grundlage der Gewichtssignale geregelt wird, wie sie von der dem aktuell fördernden Zuführer zugeordneten Waage oder der einzelnen Waage ausgegeben werden.
3. Zuführvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß sie eine einzige Waage aufweist, die nur einem Zu
führer zugeordnet ist, und daß die Steuereinrichtung so aus
gebildet ist,daß sie die Förderrate des Zuführers mit der
Waage auf einen vorgegebenen Wert auf Grundlage des Signals
von der Waage regelt und die Förderrate der anderen Förder
einrichtungen auf Grundlage des Signalwerts von der Waage
regelt, wie er am Ende der Periode vorliegt, zu dem die För
dereinrichtung mit der Waage von der Materialweiche getrennt
wird.
4. Zuführvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß jeder Zuführer (16, 18) eine Waage (24, 26) auf
weist.
5. Zuführvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuereinrichtung (54, 58) so ausgebildet ist, daß
sie dauernd das Gewichtssignal, das von der Waage zugeführt
wird, die das Gewicht des gerade von der Materialweiche ge
trennten Zuführers mißt, mit einem zeitlich veränderlichen
Vorgabewert vergleicht, um die Förderrate auf Grundlage des
Vergleichs dauernd im wesentlichen auf einem konstanten vor
gegeben Wert zu halten.
6. Zuführvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuereinrichtung (58) so ausgebildet ist, daß
sie ein Sägezahnsignal liefert.
7. Zuführvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuereinrichtung (54, 58) so ausgebildet ist, daß
sie dauernd ein von der dem gerade von der Materialweiche
getrennten Förderer zugeordneten Waage geliefertes differen
ziertes Gewichtssignal mit einem konstanten vorgegebenen
Wert vergleicht, um die Förderrate auf Grundlage des Ver
gleichs dauernd im wesentlichen auf dem konstanten vorgege
benen Wert zu halten.
8. Zuführvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführer (16, 18) im wesent
lichen dieselbe Förderkapazität aufweisen, die Steuerein
richtung (54, 58) so ausgebildet ist, daß sie die Fördereinrich
tung mit im wesentlichen derselben Geschwindigkeit antreibt
und die Materialweiche (30) in im wesentlichen konstanten
Zeitabständen umschaltet.
9. Zuführvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vorförderer (15) und die Zu
führer (16, 18) jeweils einen Motor (14, 22, 20) aufweisen.
10. Zuführvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuereinrichtung (54, 58) so ausgebildet ist, daß
sie die Motoren (14, 22, 20) über ein gemeinsames Regelsig
nal antreibt.
11. Zuführvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (54, 58)
so ausgebildet ist,daß sie alle Zuführer (16, 18)
dauernd antreibt und die Materialweiche (30) auf den gerade fördern
den Zuführer umschaltet, sobald dieser leer läuft.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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