DE3408161A1 - Schutzverglasung fuer bleiversprosste glasscheiben - Google Patents
Schutzverglasung fuer bleiversprosste glasscheibenInfo
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Description
- Schutzverglasung für bleiversproßte Glasscheiben
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Schutzverglasung für bleiversproßte Glasscheiben nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- vor Außenluft schäden Zum Schutz von bleiversproßten Glasscheiben etwa bleigefaßten Glasmalereifenstern im Sakralbau, und aus Gründen einer verbesserten Schall-und insbesondere Wärmedämmung ist es bekannt, auf der Außenseite der bleiversproßten Glasscheibe eine normale Isolierglasscheibe anzubringen und den Luftzwischenraum zwischen Isolierglasscheibe und Glasscheibe mit den Bleisprossen über Luftkanäle mit der Rauminnenluft in Verbindung zu bringen (DE-PS 26 50 740), oder aber die bleiversproßte Scheibe als Verbundelement zwischen zwei Klarglasscheiben anzuordnen und die gesamte Dreischeiben-Verglasung als Isolierglas mit abgedichteten Luftzwischenräumen herzustellen (DE-PS 27 17 270). Diese bekannten Dreifachverglasungen erfordern einen hohen Bauaufwand und können sowohl von der Dicke als auch vom Gewicht her nur in neuen, dafür extra angefertigten Fensterrahmenprofilen eingebaut werden.
- Als nachträgliche Schutzverglasung für bereits vorhandene, bleiversproßte Glasscheiben z.B. von alten Kirchenfenstern sind sie ungeeignet.
- Einbau-und gewichtsmäßig wesentlich günstiger sind die bekannten Schutzverglasungen der eingangs erwähnten Art in Form einer Zweischeiben-Isolierverglasung mit der bleiversproßten Glasscheibe als innenliegendes und einer Klarglasscheibe als äußeres Scheibenelement. Bei einer solchen Zweischeibendas Isolierverglasung ergibt sich Jedoch schwerwiegende Problem, daß im Luft zwischenraum bereits nach kurzer Zeit eine Schwitzwasserabscheidung an der äußeren, kühleren Klarglasscheibe auftritt, selbst wenn eine ausreichende Trocknungsmittelmenge in die Randbereiche des Scheibenzwischenraums eingefüllt ist.
- Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Schutzverglasung der beanspruchten Art so auszubilden, daß die erwähnte Schwitzwasserbildung im Luft zwischenraum wirksam unterbunden und dennoch ein hochgradiger Schutz der innenliegenden, bleiversproßten Glasscheibe unter Beibehalt der fertigungs-und einbaugünstigen Bauweise und der guten Wärme-und Schalldämmung einer Zweischeiben-Isolierverglasung garantiert wird.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Isolierverglasung gelöst. Besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 8 gekennzeichnet.
- Bei der erfindungsgemäßen Schutzverglasung wird durch die besondere Anordnung und vor allem Dimensionierung der Dampfaustauschverbindung derart, daß ihr Dampfdiffusionswiderstand größenordnungsmäßig gleich dem der bleiversproßten Scheibe bemessen ist, erreicht, daß der über die bleiversproßte Scheibe in den Luft Zwischenraum eindringende Wasserdampf nach außen weiterdiffundieren kann und sich somit nicht als Schwitzwasser im Luft zwischenraum niederschlägt und dennoch ein hervorragender Schutz der bleiversproßten und oft sehr wertvollen Innenscheibe vor schädigenden Außenlufteinwirkungen gewährleistet wird, ohne daß durch die Dampftaustauschverbindung die Gefahr des Eii ringens meteorischer Wässer gegeben ist oder die für eine Zweischeiben-Isolierverglasung erzielbaren S#ll-#d Wärmedämmwerte merklich beeinträchtigt werden. Die relativ geringe Dinke und das unproblematische Einsetzen in praktisch jeden vorhandenen alten Glasfalz, sei er nun aus Metall oder Stein, macht die erfindungsgemäße Schutsverglasung besonders auch für denmmalpflegerische Belange geeignet.
- Um die unvermeidbare Undichtigkeit der bleiversproßten Scheibe auf baulich einfache Weise durch eine gezielte, entsprechend große Dampfdurchlässigkeit des Luftzwischenraums zur Außenluft auszugleichen, besteht die Dampfaustauschverbindung gemäß Anspruch 2 vorzugsweise aus einem oder mehreren Luftkanälen, deren Diffusionswiderstand, also die Größe der wirksamen Kanalquerschnittsfläche, entsprechend dem -je nach Scheibengröße und-art stark unterschiedlichen- Diffusionswiderstand der bleiversproßten Scheibe zu wählen ist, wobei der gemäß Anspruch 3 bevorzugte Querschnittsbereich fllr Glasscheiben mit üblicher Bleiversprossung Anwendung findet.
- Vor allem bei einer nachträglichen Montage der Schutzverglasung empfiehlt es sich gemäß Anspruch4, die das Einfaßprofil durchsetzenden Luftkanäle im Bereich des Glasfalzes nach außen verlaufend anzuordnen, und gemäß einem weiteren, ganz wesentlichen Aspekt der Erfindung sind nach Anspruch 5 die seitlichen Ränder des Luftzwischenraums und -vor allem bei kleineren Scheibenflächen- nach Anspruch 6 vorzugsweise auch der untere Randbereich des Luftzwischenraumes von dei Luftkanälen freigehalten, so daß die den Dampfdruckausgleich bewirkenden Luftkanäle ausschließlich im oberen Abschnitt des Einfaßprofils ausgebildet sind und von dort über einen zwischen oberem Glasfalz und Klarglasscheibe freigehaltenen, nach unten abknickenden Luftspalt ins Freie führen. Eine solche Dampfdruckausgleichaverbindung nur an den oberen Einfaßprofil-und Glasfalzabschnitten hat den Vorteil, daß auf konstruktiv sehr einfache Weise ein Eindringen von Niederschlagwasser über die Luftkanäle in den Luft zwischenraum verhindert und zugleich trotz eines guten Dampfdruckausgleichs nur eine äußerst geringe Luftmenge zwischen Luft zwischenraum und Außenluft ausgetauscht wird. Dabei bildet sich auch in den unteren Penabzrbereichen kein Schwitzwasser, da Wasserdampf leichter als Luft ist und daher im Luftzwischenraum in Jedem Fall zu den Luftkanälen hochsteigt. Eine besonders einfache Möglichkeit, die Luftkanäle über Bohrungen im Einfaßprofil längs des Glasfalzes ins Freie zu führen, besteht nach den Ansprüchen 7 und 8 darin, zwischen Glasfalz und Klarglasscheibe bzw. Einfaßprofil eine in Querrichtung von Hohlkammern durchsetzte Anschlagleiste anzuordnen.
- Die Erfindung wird nunmehr anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert, die eine geschnittene, perspektivische Ansicht der Schutzverglasung von der Außenluftseite aus zeigt, und zwar einerseits einen Vertikalschnitt im Bereich der oberen Scheibenränder (oberer Teil der Zeichnung) und andererseits einen Horizontalschnitt im Bereich der seitlichen Scheibenränder (untere Hälfte der Zeichnung).
- Die Schutzverglasung enthält als Hauptbestandteile die zu schützende, bleiversproßte Scheibe 2 als inneres und eine gleich große Klarglasscheibe 4 als äußeres Scheibenelement, die nach Art einer Zweifach-Isolierglasscheibe durch ein umlaufendes Einfaßprofil 6, z.B. aus Blei, unter Freihaltung eines Luftzwischenraums 8 dichtend miteinander verbunden sind.
- Zu diesem Zweck ist die innere, bleiversproßte Scheibe 2 über ihre Randverbleiung 10 und ein Lötbett 12 und die äußere Klarglasscheibe 4 über ein Kittbett 14 am Einfaßprofil 6 feststehend verankert.
- Wie aus der unteren Zeichnungshälfte ersichtlich ist, ist das aus den Scheiben 2, 4 und dem Einfaßprofil 6 bestehende Verbundelement im Bereich der seitlichen Ränder und -zumindest bei üblicher Scheibenhöhe- auch am unteren Rand unter Zwischenlage eines das Einfaßprofil 6 umgreifenden Dichtungsbandes 16 in den Glasfalz 18 eingesetzt, der entweder -wie gezeigt- im Mauerwerk oder bei mehrfeldrigen Glasfenstern in den Fensterrahmen-Zwischenstreben ausgebildet ist, wobei zur Abdichtung nach außen eine Versiegelung 20 vorgesehen ist.
- Wie die obere, perspektivische Teilansicht zeigt, ist jedoch das Verbundelement 2, 4, 6 am oberen Glasfalz 18 durch mehrere, voneinander beabstandete Klötze 22 verkeilt und zwischen die Außenseite des Einfaßprofils 6 und die korrespondierende Innenfläche des oberen Glasfalzes 18 ist eine nach Art eines Hohlkamrnerprofils ausgebildete, nach oben und unten von Öffnungen durchsetzte Anschlagleiste 24 aus Kunststoff eingelegt, so daß zwischen dem Einfaßprofil 6 und dem Glasfalz 18 Luftkanäle 26 vorhanden sind, die im Bereich des oberen Scheibenrandes über nur dort im Einfaßprofil 6 ausgebildete Durchgangsbohrungen 28 vom Luft zwischenraum 8 aus ins Freie führen und eine Dampfdruck-Ausgleichsverbindung zwischen dem Luft zwischenraum 8 und der Außenluft bilden. Der Gesamtquersohnitt sämtlicher Luftkanäle 26 bzw. Bohrungen 28 ist so bemessen, daß ihr.
- Dampfdiffusionswiderstand größenordnungs##mäßig gleich, aber deutlich unter dem der bleiversproßten Scheibe 2 liegt, so daß die unvermeidbare, Je nach Bleiversprossung natürlich stark unterschiedliche Dampfdurchlässigkeit der Scheibe 2 durch eine gezielte, entsprechend große Dampfdiffusion aus dem Luftzwischenraum 8 über die die Klarsichtscheibe 4 überbrückenden Luftkanäle 26 zur Außenluft hin ausgeglichen wird.
- Anhand eines ausgewählten Beispieles sei die Wirkung der beschriebenen Schutzverglasung aufgezeigt: Wird die nach Art einer Isolierglasscheibe mit einem Scheibenabstand von 12 mm, Jedoch noch ohne die Luftkanäle 26 ausgebildete Schutzverglasung zwischen einem Innenraum von + 180 und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % und einem Außenraum mit O ° Außentemperatur und 70 96 relativer Luftfeuchtigkeit angeordnet, so tritt Je nach Ausführung der inneren Glasmalereischeibe 2, d.h. Je nach Anteil der Bleisprossen und deren Dichtigkeit, nach ein bis zwei Stunden an der Innenseite der äußeren Klarglasscheibe 4 Schwitzwasser auf, wobei zwischen 20 und 30 g Je qm und h ausfallen.
- Wird nun die Schutzverglasung in der beschriebenen Weise mit der aus den Luftkanälen 26 einschließlich der Bohrungen 28 bestehenden Dampfausgleichsverbindung versehen und dadurch der praktisch unendlich große Diffusionswiderstand der Außenscheibe 4 deutlich unter d# der bleiversproßten Innenscheibe 2 reduziert, so verschwindet die zuvor beobachtete Schwitzwasserbildung, wegen des vergleichsweise geringen Gesamtquerschnitts der Lüftungskanäle bleiben aber dennoch die Sehall-und Wärmedämmwerte und die Schutzwirkung gegen die Glasmalereischeibe 2 schädigende Außenlufteinflüsse nahezu unverändert erhalten.
- Im einzelnen wurden 37 Durchgangsbohrungen 28 im Einfaßprofil 6 mit einem Bohrungsdurchmesser von 7 mm Je qm bleiversproßte Scheibe 2 ausgebildet, d.h. das Verhältnis des engsten Kanalquerschnitts sämtlicher Luftkanäle 26 zur Gesamtfläche der bleiversproßten Scheibe 2 betrug etwa 1/700 und liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 1/500 und 1/2000.
Claims (8)
- Schutzverglasung fttr bleiversproßte Glasscheiben Patentansprüche 1. Schutzverglasung für bleiversproßte Glasscheiben, insbesondere Glasmalereischeiben, mit einer äußeren Klarglasscheibe, die nach Art einer Zweischeiben-Isolierverglasung mit der innenliegenden, bleiversproßten Glasscheibe über ein einen Luft zwischenraum zwischen den Scheiben begrenzendes Einfaßprofil verbunden ist, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß der Luftzwischenraum (8) eine nach Maßgabe des Dampfdiffusionswiderstands der bleiversproßten Glasscheibe (2) bemessene Dampfausgleichsverbindung (26, 28) zur Außenluft aufweist.
- 2. Schutzverglasung nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die DampfauBgleShsverbindung (26, 28) aus einem oder mehreren, über das Einfaßprofil (6) nach außen verlaufenden Luftkanälen (26) besteht.
- 3. Schutzverglasung nach Anspruch 2, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die #samtquerschnittsfläche der Luftkanäle (26) etwa zwischen 2 x 10 5 3 und 5 x 10 - 4 des Flächeninhalts der bleiversproßten Glasscheibe (2) beträgt.
- 4. Schutzverglasung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch g e k e nII z e i c h n e t , daß die Luftkanäle (26) stromabwärts des Einfaßprofils (6) im Bereich des die Schutzverglasung aufnehmenden Glasfalzes (18) nach außen verlaufen.
- 5. Schutzverglasung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die seitlichen Abschnitte des Einfaßprofils (6) und des Glasfalzes (18) frei von den Luftkanälen gehalten sind.
- 6. Schutzverglasung nach Anspruch 5, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß #usätzlich die unteren Einfaßprofil-und Falzabschnitte von den Luftkanälen freigehalten sind.
- 7. Schutzverglasung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, g e k e n n z e i c h n e t durch eine zwischen Klarglasscheibe (4) und oberen Glasfalzabschnitt eingelegte, von den LuftkanäLen (26) durchsetzte Ansohlagleiste (24).
- 8. Schutzverglasung nach Anspruch 7, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Anschlagleiste (24) nach Art eines Hohlkammerprofils aus Kunststoff ausgebildet ist.
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ID=6229685
Family Applications (1)
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| DE19843408161 Withdrawn DE3408161A1 (de) | 1984-03-06 | 1984-03-06 | Schutzverglasung fuer bleiversprosste glasscheiben |
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Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1984
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