DE3339899A1 - Verwendung von bindemitteln auf basis von haertbaren phenolharzen zur bindung von faserigen materialien fuer die herstellung von vliesen - Google Patents
Verwendung von bindemitteln auf basis von haertbaren phenolharzen zur bindung von faserigen materialien fuer die herstellung von vliesenInfo
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Description
HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT HOE 8*3/F**229** ** Dr.Klr/St
Verwendung von Bindemitteln auf Basis von härtbaren Phenolharzen zur Bindung von faserigen Materialien für die Herstellung
von Vliesen
Es sind Verfahren zur Bindung von faserigen Materialien, insbesondere von Textilfasern, zur Herstellung von Vliesen
und daraus gefertigten Isolier- oder Polstermatten sowie Formteilen bekannt, die darauf beruhen, daß härtbare
Phenolharze vom Novolaktyp mit Härtungsmitteln (worunter Methylolgruppen enthaltende oder Methylengruppen abgebende
Verbindungen, insbesondere Hexamethylentetramin, verstanden werden) in der Form von feinen Pulvern mit den
Fasern vermischt und dann durch Wärmeeinwirkung bei Temperaturen über 12O0C gehärtet werden. Die Bindemittel können
außer Harz und Härtungsmittel noch Pigmente und weitere übliche Zusatzstoffe wie Verarbeitungshilfsmittel, anorganische
Füllstoffe, Wachse, Metallsalze (z.B. Aluminiumstearat) enthalten. Zur Bindung der Staubanteile können
die Pulver mit geringen Mengen von Mineralölen eingesprüht sein. Wichtig ist vor allem, daß die Bindemittel nicht
nur so fein sind, daß sie gut in die Faserzwischenräume eindringen, sondern auch noch in den Verarbeitungsanlagen
gefördert werden können, gut dosierbar sind und im Faser-
20 material gut verteilt werden können.
Mit den heute für den genannten Anwendungszweck verwendeten
Bindemittelsystemen treten dadurch Schwierigkeiten auf, daß sie bei der Förderung in den Fabrikationsanlagen nicht
ausreichend fließfähig sind, sich dabei zu dicken Schichten aufbauen und sich somit nicht gleichmäßig in die Dosiervorrichtung
transportieren lassen. Ein weiteres Problem tritt in der Dosiervorrichtung auf, weil das' ungleichmäßige
Fließverhalten zu über- und Unterdosierung des Bindemittels auf dem Fasermaterial führt. Da vor allem die ünterdosierung,
die zu verringerter Festigkeit der Endprodukte führt,
vermieden werden muß, ist man zur überdosierung gezwungen,
was sich hinsichtlich Wirtschaftlichkeit ungünstig auswirkt. Daneben werden die Fördervorrichtungen im Laufe der
Produktion durch das Verbacken des Bindemittels und das Zusetzen der Aggregate unwirksam und müssen gereinigt werden,
so daß ein mehrstündiger Produktionsstillstand in häufigen (u.U. täglichen) Zeitintervallen eintritt.
Die durch diese Schwierigkeiten bedingte ungleichnäßige Beaufschlagung der Fasern mit dem Bindemittel bringt
Probleme bei der Herstellung der Vliese mit sich, da der Faser-Bindemittel-Strom
an den Wänden der Anlagen zum Stocken neigt und kein einwandfreies Wirrvlies entsteht. Bei der
nachfolgenden thermischen Aushärtung können negative Erscheinungen in der Weise auftreten, daß die bindemittelreichen
Faserzonen an den Fördereinrichtungen ankleben, während die bindemittelarmen keine ausreichende Festigkeit
im Endprodukt ergeben.
Diese Schwierigkeiten werden durch die Erfindung behoben, die zur Bindung von faserigen Materialien die Verwendung
von Bindemitteln vorsieht, die außer den bisher üblichen Bestandteilen wie härtbaren Phenolharzen, Härtungsmitteln
- und gegebenenfalls anderen üblichen Zusatzstoffen als . weitere Komponenten Ruß und/oder Metallpulver und/oder Grapliit
in. einer Mange von höc±istens\-;4Q .Gew.%, bezogen auf die Gesamfckanposition,
enthalten. Der Gewichtsanteil dieser Komponenten kann z.B. 0,3 bis 30 Gew.-I, vorzugsweise 0,5 bis 25 Gew.-%, insbesondere 1 bis 20 Gew.--%, bezogen auf die Gesamtkomposition,
betragen. Die dieser Zusammensetzung entsprechenden Bindemittel bleiben selbst in dünner Schicht nicht an den Behältnissen
hängen, vermindern die Staubentwicklung ganz erheblich, lassen sich gut auf Transportbändern fördern, ohne
daß es zum Anbacken kommt, verteilen sich gut und gleichmäßig zwischen den zu bindenden Fasern und haben eine kaum
merkbare Tendenz, die Dosiervorrichtungen zuzusetzen.
Geeignete Novolak-Harze sind z.B. solche, die aus Phenol,
mehrwertigen Ein- oder Mehrkernphenolen wie Resorcin, Bisphenolen, z.B. DiphenyIo!propan und/oder Diphenylolmethan,
oder mit einer Kohlenwasserstoffgruppe substituierten
ein- oder mehrwertigen Phenolen wie Alkyl- oder Aralkylphenolen mit z.B. 1 bis 20, vorzugsweise 4 bis 18
C-Atomen im Substituenten wie tert.-Butylphenol, Octylphenol,
Nonylphenol, Nierenbaum-(Cashew-)Nußschalenöl aufgebaut sind. Als Härtungsmittel werden übliche methylolgruppenhaltige
oder Methylengruppen abgebende Verbindungen eingesetzt, wobei Paraformaldehyd und insbesondere Hexamethylentetramin
in der Praxis am gebräuchlichsten sind. Die zur Härtung erforderlichen optimalen Mengen Härtungsmittel
müssen im Prinzip in Vorversuchen ermittelt werden und liegen im allgemeinen zwischen 2 und 20, vorzugsweise
von 5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf Novolak.
Als Zusätze sind z.B. die auf dem Markt befindlichen Rußsorten sowie feinpulverisierten Metalle bzw. Legierungen
wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Messing, Bronze u.a. geeignet. Als Graphit kann das aus natürlichem Vorkommen
oder durch synthetische Verfahren gewonnene Material verwendet werden. Die Teilchengröße sollte hierbei nicht zu
groß sein und der Prozentsatz des Anteils mit einer Teil-
25 chengröße unter 0,2 mm 80 % nicht unterschreiten.
Das Bindemittelsystem kann je .nach den praktischen Erfordernissen
durch weitere Komponenten modifiziert werden, wodurch sich verschiedene Eigenschaften bei der Verarbei tang
und beim Endprodukt verbessern lassen. Hierzu können . z.B. Natur- und Kunstharze z.B. für die Anpassung des
Schmelzverhaltens dienen. Als Naturharz kann z.B. Kolophonium der verschiedensten Qualitäten, Tallharz-, Balsamharz,
Dammarharz und Kopal_harz eingesetzt v/erden, während als Kunstharze mit Phenolharz modifizierte Kolophoniumharze,
Terpenphenolharze, Polyterpenharze, Kohlenwasserstoff
harze, mit Maleinsäure und/oder Acrylsäure modifi-
zierte Kolophoniumharze und Epoxidharze oder Kombinationen
davon geeignet sind. Harze mit ausreichend hohen Säurezahlen (über 70) wie Kolophonium oder darauf basierende
Kunstharze können auch für eine katalytische Beschleunigung
der Härtung herangezogen werden, ferner auch Mono- und/oder Polycarbonsäuren wie Benzoesäure, Maleinsäure,
Fumarsäure und/oder Adipinsäxire.
Weiterhin können Paraffine oder Wachse auf natürlicher
Basis wie Karnaubawachs und Montanwachse oder solche auf synthetischer Basis wie Polyäthylenwachse und/oder Metallsalze
längerkettiger Fettsäuren wie Calcium- oder AIuminiumstearat
verwendet werden.
Als weitere Modifizierungsmittel können übliche anorganische
Zusätze wie Kaolin, Gesteinsmehle oder auch CaI-ciumborat zur Erzielung bestimmter gewünschter Eigenschaften
wie Verminderung der Entflammbarkeit oder Anhebung dar thermischen Beständigkeit dienen. Auch können geringe Zusätze
von natürliche^ mineralischen und/oder synthetischen ölen oder entsprechende Gemische zur Verminderung der
Staubentwicklung Verwendung finden.
Die Herstellung des Bindemittelsystems erfolgt in üblichen Mischaggregaten für die Herstellung von pulverförmigen
Gemischen, wobei die einzelnen Komponenten in der erforderlichen Teilchengröße in den Mischer dosiert werden.
| Zusammensetzung, Gäw.Teile | 1 | Bex 2 |
spa. 3 |
e 1 j 4 |
5 | Vergleich •ι |
Vergleich 2 |
88 | ι |
| Novolak A | 71 | 75 | 82 | 83 | - | 89 | - | 8 | |
| Novolak B | - | - | - | - | 84 | - | - | ||
| Hexamethylentetramin | 7,5 | 8 | 9 | 8 | 9 | 8 | 2 | ||
| Calciumborat | 15 | 10 | - | - | - | - | 2 | ||
| Hartparaffin | - | - | - | - | 2 | - | - | ||
| Aluminiumstearat | 3 | 1,5 | 1 | - | 2 | 1 | - | ||
| Karnaubawachs | - | 2,5 | 2 | 3 | - | 2 | - | ||
| Polyäthylen-Wachs | 1 | - | - | - | - | - | - | ||
| Aluminiumpulver | - | 3 | - | 1 . | - | - | |||
| Messingpulver | 2,5 | - | - | - | - | - | - | ||
| Ruß+ | - | - | 4 | - | 3 | - | 530 1090' 880 |
||
| Graphit, synthetisch | - | - | - | 5 , . | - | - | |||
| Anlagerung nach „ Verwirbelung in mg/dm auf Glas Aluminium Cr-Ni-Stahl |
15 40 20 |
80 20 10 |
30 0 10 |
20 10 10 |
15 0 10 |
510 870 650 |
+ ) Teilchengröße: Mehr als- 80 % unter 0,2 mm
co co co oo co co
Novolak A wurde durch Kondensation von Phenol und Formaldehyd im Molverhältnis 1:0,73 in Gegenwart von 0,02 Mol Oxalsäure
je Mol Phenol als Katalysator in üblicher Weise mittels '37%-iger wäßriger Formaldehydlösung und anschliessender
Abdestillatiori der flüchtigen Anteile erhalten. Schmelzpunkt 7 3 0C.
Anschliessend erfolgte eine Vermahlung derart, daß wenigstens
90% eine Teilchengröße r>unter δΟμίτι haben. ■
Novolak B wurde durch Kondensation von Phenol und Kresol einerseits und Formaldehyd im Molverhältnis 1:0,25:1 in
Gegenwart von 0,01 Mol H3PO4 (eingesetzt als 80%-ige Säure)
je Mol Phenol hergestellt/ wie es für Novolak A beschrieben
ist. Schmelzpunkt 810C.
Schmelzpunkt 810C.
Die Vermahlung erfolgte wie für Novolak A zur gleichen Teilchengrösse.
Diskussion der Ergebnisse:
Die Versuche zeigen, daß bei konventionellen Harz sy steinen im
dynamischen Feld eine starke Anlagerung an den mit dem Harz in Berührung kommenden Grenzflächen erfolgt, insbesondere an den
beim Maschinenbau üblichen Baumaterialien wie Metallen und Glasfenstern, aber auch Kunststoffen. Die mit den erfindungsgemäßen
Zusätzen ausgestatteten Systeme zeigen dagegen nicht nur eine drastische Verminderung des Anbackens sie vermögen
sogar anhaftende Schichten von konventionellen Harzsystemen
nachträglich "abzuspülen", sofern diese Schichten noch nicht angesintert oder anderweitig festgebacken sind.
Claims (3)
1. Verwendung von Bindemitteln auf Basis von härtbaren
Phenolharzen, Härtungsmitteln, anorganischen Zusatzstoffen
und gegebenenfalls weiteren üblichen Zusatzstoffen zur
Bindung von faserigen Materialien für die Herstellung von Vliesen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindemittel als
■anorganische Zusatzstoffe Ruß und/oder Metallpulver und/ oder Graphit in einer Menge von 0,3 bis 40 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtkömposition, enthalten.
2. Ausführungsform gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Härtungsmittel in einer Menge von 2 bis 20, vorzugsweise 5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf Novolak, ver-
15 wendet wird.
3. Ausführungsform nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anteil an Ruß und/oder Metallpulver und/oder Graphit im Bindemittel 0,5 bis 25 Gew.-%, insbesondere
1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die Ge samtkompos it. ion,
beträgt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833339899 DE3339899A1 (de) | 1983-11-04 | 1983-11-04 | Verwendung von bindemitteln auf basis von haertbaren phenolharzen zur bindung von faserigen materialien fuer die herstellung von vliesen |
| EP19840113120 EP0144718A2 (de) | 1983-11-04 | 1984-10-31 | Verwendung von Bindemitteln auf Basis von härtbaren Phenolharzen zur Bindung von faserigen Materialien für die Herstellung von Vliesen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833339899 DE3339899A1 (de) | 1983-11-04 | 1983-11-04 | Verwendung von bindemitteln auf basis von haertbaren phenolharzen zur bindung von faserigen materialien fuer die herstellung von vliesen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3339899A1 true DE3339899A1 (de) | 1985-05-15 |
Family
ID=6213448
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19833339899 Withdrawn DE3339899A1 (de) | 1983-11-04 | 1983-11-04 | Verwendung von bindemitteln auf basis von haertbaren phenolharzen zur bindung von faserigen materialien fuer die herstellung von vliesen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP0144718A2 (de) |
| DE (1) | DE3339899A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4316015A1 (de) * | 1993-05-13 | 1994-11-17 | Akzo Nobel Nv | Verstreckter, verschweißbarer Streifen aus Kunststoff und daraus hergestellte Strukturen |
| DE19524373A1 (de) * | 1995-07-04 | 1997-01-09 | Schill & Seilacher | Verfahren zur flammhemmenden Ausrüstung von Fasermatten und nach diesem Verfahren ausgerüstete Fasermatte |
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|---|---|---|---|---|
| DE3435642A1 (de) * | 1984-09-28 | 1986-04-10 | Hoechst Ag, 6230 Frankfurt | Vliesstoff |
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| GB1248515A (en) * | 1968-09-23 | 1971-10-06 | Bakelite | Improvements in or relating to a process for the preparation of agglomerates |
| DE1635615B1 (de) * | 1964-06-11 | 1971-12-16 | Bernard Rudolff | Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von einschichtigen Wirrfaservliesen mit Fuellstoffen |
| DE2811966B2 (de) * | 1977-03-28 | 1979-10-11 | Skf Kugellagerfabriken Gmbh, 8720 Schweinfurt | Belagmaterial, insbesondere als Fußboden |
-
1983
- 1983-11-04 DE DE19833339899 patent/DE3339899A1/de not_active Withdrawn
-
1984
- 1984-10-31 EP EP19840113120 patent/EP0144718A2/de not_active Withdrawn
Patent Citations (3)
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Non-Patent Citations (2)
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| DE-Z: Hochmolekularberichte, Ref. Nr. H 3297/70 * |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| EP0144718A2 (de) | 1985-06-19 |
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