DE3333387A1 - Kuenstliche wursthuelle - Google Patents
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Description
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 3
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf eine künstliche Wursthülle aus Faser-Flächenmaterial, gegebenenfalls mit Kollagen-Imprägnierung.
Künstliche Wursthüllenaus Faser-Flächenmaterial beschleunigen
im Vergleich mit natürlichem Darmmaterial den mit der Reifung der Wurst verbundenen Wasserverlust. Diese Erscheinung ist
häufig erwünscht, weil sie die Wirtschaftlichkeit der Wurstproduktion erhöht. Jedoch gibt es, vornehmlich im höheren
Qualitätsbereich, Wurstsorten, die eine langsamere Reifung verlangen oder bei denen ein höherer Endfeuchtegehalt erwünscht
ist. Für diese Wurstsorten bevorzugt man daher bislang Naturdarm. - Ferner ist es bislang bei künstlichen Wursthüllen
nicht möglich, deren Einfluß auf die Reifungsgeschwindigkeit je nach Wurstsorte oder Wunsch des Herstellers gezielt
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 4
.Ψ.
einzustellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine künstliche Wursthülle zu schaffen, deren Einfluß auf die Reifungsgeschwindigkeit
der Wurst gezielt einstellbar ist und auch eine langsame Reifung zuläßt.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß die Wursthülle eine Fett- oder Wachsirrorägnierung und einen innenseitigen Flor aufweist.
Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, daß durch Fetteinlagerung in die Wursthülle Strömungs- und Diffusionwege geschlossen
werden, die sonst für den Feuchtigkeitsaustausch zur Verfügung stehen. Durch geeignete Wahl der Imprägnierungstärke läßt
sich dabei bestimmen, bis zu welchem Grade der Feuchtigkeitsaustausch reduziert wird. Die Reifungsgeschwindigkeit der
Wurst läßt sich dadurch gezielt beeinflussen.
Jedoch hat sich gezeigt, daß die Fettimprägnierung allein im
allgemeinen noch nicht zu einem brauchbaren Ergebnis führt, weil sie die Haftung der Wursthülle am Wurstmaterial herabsetzt,
wodurch es bei der mit der Reifung verbundenen Durchmesserveringerung
des Wurstmaterials stellenweise zur Ablösung der Hülle und zu Lufteinschlüssen kommen kann, die
das Produkt nicht nur wegen seines schlechteren, fleckigen Aussehens unverkäuflich machen sondern auch seine Haltbarkeit
entscheidend beeinträchtigen. Zur Vermeidung dieses Nachteils tritt daher zu dem Gedanken der Fettimprägnierung der ergänzende
Erfindungsgedanke hinzu, die Wursthülle innenseitig so rauh zu gestalten, daß die durch die Fettimprägnierung
reduzierte Adhäsion ausgeglichen wird durch einen innigeren Formverbund.
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 5
Als Mittel zur Ausbildung der Rauhigkeit verwendet die Erfindung unter Ausnutzung der Möglichkeiten, die das in der
Hülle enthaltene Faser-Flächenmaterial bildet, einen innenseitigen Flor also eine Vielzahl von nach innen ragenden,
von Fasern gebildeten Vorsprüngen. Die bessere Haftung der Hülle am Wurstmaterial beruht einerseits auf der durch den
Flor bewirkten Oberflächenvergrößerung der Hülle und zum anderen auf Formschluß, da einzelne Faservorsprünge von
dem sie umschließenden Wurstmaterial nur unter Verformung desselben gelöst werden können.
Die durch den Flor bewirkte Haftungsverbesserung ist um so größer, je dichter und je höher der Flor ist. Daher läßt
sich durch geeignete Bemessung dieser Parameter je nach den Erfordernissen die Haftung der Hülle am Wurstmaterial leicht
bestimmen, und zwar gegebenenfalls in Abhängigkeit von der Stärke der Fettimprägnierung. Je stärker die Imprägnierung
ist und je mehr demzufolge die Adhäsion reduziert ist, um so dichter und höher wählt man den Flor. Auch Eigenschaften
des verwendeten Faser- oder Fadenmaterials können eine Rolle spielen, da bei manchen Faserarten die Adhäsion größer ist
als bei anderen.
Zweckmäßigerweise wird als Faser-Flächenmaterial ein Gewebe oder Gewirk verwendet, wobei dieses zur Bildung des Flors
ein Polgewebe oder Polgewirk ist. Der Flor wird dann von den aus der Gewebefläche nach innen vorstehenden Fäden gebildet.
Vorteilhafterweise handelt es sich dabei um einen Schlaufenflor.
Gemäß der Erfindung kann zumindest der Flor, zweckmäßigerweise aber das gesamte Faser-Flächenmaterial, maßgeblich von saugfähiger
Naturfaser gebildet sein. Dadurch wird einerseits die
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 6
Aufnahme der Fettimprägnierung bei Aufrechterhaltung der reifungsfreundlichen Eigenschaften der Naturfaser verbessert
und andererseits die Adhäsion am Wurstmaterial verstärkt.
Der Fettgehalt macht zweckmäßigerweise das 0,5- bis 3-fache
Gewicht des unimprägnierten Faser-Flächenmaterials aus. Bewährt hat sich eine Imprägnierungsmenge von 80 bis 400 g/m2,
insbesondere von 200 bis 300 g/m2.
Wie an sich bekannt, ist es auch im Zusammenhang der Erfindung zweckmäßig, die Wursthülle mit einer Imprägnierung aus Kollagen
oder ähnlichem Material zu versehen, um dadurch eine dichte Hautstruktur zu erzielen. Diese Imprägnierung soll nach der
Erfindung vornehmlich auf der Außenseite der Wursthülle vorhanden sein, um dort einen trockenen Griff zu geben, der
sonst durch die Fettimprägnierung unsympathisch beeinträchtigt werden könnte.
Damit die Kollagen-Imprägnierung nicht durch die Fettimprägnierung
behindert wird, wird die Fettimprägnierung zweckmäßigerweise nach der Kollagen-Imprägnierung aufgebracht. Für die Imprägnierung
verwendet man zweckmäßigerweise oxidationsunempfindliche, natürliche Fette. Statt dessen können auch andere Fette mit
lebensmittelrechtlich zulässigen Oxidationsinhibitoren verwendet werden. Zwar wird vorstehend im allgemeinen nur von
Fett gesprochen, jedoch sollen Wachse dabei gedanklich eingeschlossen sein. Das verwendete Fett oder Wachs soll so ausgewählt
sein, daß es einerseits hinreichende Formbeständigkeit oder Zähigkeit aufweist, um bei Räuchertemperatur an der vorgesehenen
Stelle in hinreichender Konzentration zu verbleiben, daß es aber andererseits bei der Verarbeitungstemperatur,
die beim Einweichen und Füllen auf 10° sinken oder diesen Wert auch unterschreiten kann, ausreichend flexibel ist.
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 7
Die Art des verwendbaren Flors unterliegt keinen Beschränkungen, Wenngleich eine Schlaufenstruktur oft zweckmäßig ist, kann
jedoch auch geschorener Flor (Plüsch) verwendet werden. Kurze Schlaufen sind im allgemeinen zweckmäßiger als weit
flottierende Fäden, obgleich auch diese nicht grundsätzlich ausgeschlossen sein sollen. Bei einem aus Fäden gebildeten
Grundmaterial (Gewebe, Gewirk) ist es im allgemeinen zweckmäßig, auch den Flor aus Fäden zu bilden. Jedoch ist dies
nicht unbedingt erforderlich; er kann auch beispielsweise durch Rauhen flanellartig erzeugt werden oder bei
geringeren Anforderungen an Dichte und Höhe ohne besonderen Rauhungsvorgang durch von den Fäden natürlich vorstehenden
Fasern gebildet sein. Es ist nicht erforderlich, daß das Material des Grundgewebes und das Flormaterial übereinstimmen.
Wenn beispielsweise als textiles Flächenmaterial ein Gewirk in Rechts/Links-Plüsch-Bindung verwendet wird, kann für den
Grundfaden ein monofiles Synthesegarn verwendet werden, während für den Plüschfaden eine Baumwolle verwendet wird.
Entsprechend kann bei Verwendung eines Gewirks in Rechts/ Links-Futter-Bindung für den Futterfaden ein wenig gedrehtes
Naturgarn eingesetzt werden. Der Futterfaden kann, muß aber nicht, anschließend gerauht werden.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß die geräucherte Ware eine angenehm hellbraune, nicht ganz gleichmäßige Färbung hat, wie
man sie von Fettdärmen kennt.
Ein Baumwoll-Rundgestrick in Rechts/Links-Plüsch-Bindung aus Baumwolle würde mit fünf Nadeln je Zentimeter und
achtzehn Reihen pro Zentimeter mit einem Metergewicht des auf das Kaliber 80 aufgespannten Strickschlauchs von 36 g
hergestellt. Das auf dieses Kaliber aufgeweitete Gestrick würde auf der Außenseite mit 10 g (trocken) Kollagen pro
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Meter beschichtet und nach dem Trocknen dieser Beschichtung innenseitig mit 60 g pro Meter Fett imprägniert. Die Hülle
ließ sich auf normalen Wurstfüllmaschinen leicht verarbeiten. Nach dem Räuchern nahm die Oberfläche eine gelblich-bräunliche
Färbung an. Auch nach der Reifung der Wurst haftete die Hülle vollflächig an der Oberfläche des Wurstmaterials, ließ sich
aber zum Gebrauch leicht abziehen.
Claims (9)
1. Künstliche Wursthülle aus Faser-Flächenmaterial, gegebenenfalls
mit Kollagen-Imprägnierung, gekennzeichnet durch eine Fett- oder Wachsimprägnierung und einen innenseitigen Flor.
2. Wursthülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Faser-Flächenmaterial ein Polgewebe oder -gewirk ist.
3. Wursthülle nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen Schlaufenflor.
4. Wursthülle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flor maßgeblich von saugfähiger Naturfaser gebildet ist.
5. Wursthülle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Fett- bzw. Wachsgehalt das 0,5- bis 3-fache Gewicht des unimprägnierten Faser-Flächenmaterials
auf v/eist.
6. Wursthülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5 gekennzeichnet durch einen Fett- bzw. Wachsgehalt von 80 bis 400 g/m2 .
Glawe, DeIfs, Moll & Partner - ρ 10951/83 - Seite 2
■I-
7. Wursthülle nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen
Fett- bzw. Wachsgehalt von 200 bis 300 g/m2.
Fett- bzw. Wachsgehalt von 200 bis 300 g/m2.
8. Wursthülle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kollagen-Imprägnierung vornehmlich an der Außenseite der Hülle angeordnet ist.
9. Verfahren zum Herstellen einer Wursthülle nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fettbzw. Wachsimprägnierung nach der Kollagen-Imprägnierung
aufgebracht wird.
aufgebracht wird.
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