DE3327561A1 - Oesophaguselektrodensonde - Google Patents
OesophaguselektrodensondeInfo
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Description
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- Ös ophapselektrodensonde
- Die Erfindung betrifft eine multipolare Ösophanguselektrodensonde zur temporären Elektrostimulation des Herzens, insbesondere in Notfallsituationen.
- Es ist bekannt, eine Elektrostimulation des Herzens über ösophageal plazierte Schrittmacherelektroden durchzuführen. Die Elektroden, die ringförmig auf einer Ösophagussonde angeordnet sind, werden dabei zur Stimulation in cine herznaho Lage gobracht (Roth, F. ; Salzmann, G. und Gärtner, H.-P. ; Elcktrische Stimulation über eine Ösophaguselektrode ; Schweiz. med. Wochenschrift 99, 1969, S. 1661).
- Um eine schnelle und sichere Positionierung der Stimulationselektroden zu ermöglichen, ist es ferner bekannt, am aboralen Ende cinen aufblasbaren Magenballon vorzusehen und entlang der Sonde mehrere ringförmige Elektroden in gleichmäßigen Abständen anzuordnen.
- Außerdem ist es bekannt, multipolare Ösopheguselcktrodensonden, insbesondere in Notfallsituationen, gleichzeitig zur EKG-Ableitung zu verwenden (DD-WP 133400).
- Alle bckannten Ösophaguselektrodensonden haben den nachteil, daß sic für cine R-Wellen inhibicrte Elcktrodenstimulation nicht cingesetzt werden können, da die über die Stimulationselektroden ableitbaren BKC- Signale eine Differenzierung zwischen P-Welle (Vorhofpotential) und R-Welle (Kammerpotential) gestatten.
- Eine Inhibierung der Schrittmacherimpulsabgabe durch P-Wellen (Vorhofpotentiale) ist jedoch unerwünscht und kann zu bedrohlichen Situationen führen, insbesondere dann, wenn im Falle einer atrioventrikulären Blockierung Vorhofpotentiale vom Herzschrittmacher getriggert vrerden. In dieser Situation erfolgt trotz Kammerstillstand keine herzschrittmacherimpulsabgabe, da das noch vorhandene Vorhofpotential die Stimulation inhibiert und daraus der lebensbedrohliche Zustand eines Herzstillstandes resultiert. Eine R-Wellen inhibierte Elektrostimulation des Herzens ist jedoch auch im Hotfall zur Unterdrückung der Herzschrittmacherimpulsabgabe bei Auftreten von Eigenreaktionen der Herzkammer zu fordern, um den Einfall eines elektrischen Stimulationsimpulses in die vulnerable Phase einer Herzaktion mit der Gefahr der Induktion von Karmlerflin;lern zu verhindern.
- Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, eine Ösophaguselektrodensonde zu entwickeln, mit der eine R-Wellen inhibierte Elektrostimulation des Herzens ohne P-Wellen-Inhibierung erreicht wird.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß auf der Usophagussonde zusätzlich zu den an sich bekannten, in Herznühe positionierten Stimultionselektroden zwei ringförmige Ableitelcktroden in cinem Abstand voneinander von mindestens 20 cm angeordnet sind, wobei die aborale Ableitelektrode näher als die orale Ablcitelektrode zur differenten Stimulationselektrode liegt. Eine besonders sichere R-Wellen-Inhibierung wird erreicht, wenn der Abstand der Ableitelektroden voneinander 28 cm und der Abstand der aboralen Ableitelektrode von der differenten Stimulationselektrode 10 cm beträgt.
- Zweckmäßig ist, daß zur schnellen und sicheren herznahen Positionierung der differenten Stimulationselektrode zwischen ihr und der aboralen Ableitelektrode ein aufbhlasbarer Magenballon vorgesehen ist.
- Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, daß die Stimulationselektroden eine vorhältnismäßig große Länge aufweisen, dmit garantiert wird, daß trotz anatomischer Unterschiede der Patienten mindestens ein Teil der differenten Stimulationselektrode in der optimalen Stimulationsporition liegt, in welcher eine minimale Stimulationsenergie orforderlich ist. Zur Vermeidung anodaler Stimultionen hat sich als günstig erwiesen, daß zur ausbildung des elektrischen Feldes die wirksame Pläche der differenten Stimulationselektrode kleiner ist als die der indifferenten Stimultionselektrode.
- Die erfindungsgemäße Osophaguselektrodensonde stellt eine wirkungsvolle Lösung dar. Sie ist durch eine optimale Anordnung der Ableit- und Stimulationselektroden sowohl zueinander als auch untereinander gekennzeichnet und gestattet die für eine sichere nlektrostimulation des Herzens zu fordernde R-Wellen-Inhibierung des Herzschrittmachers. Die R-Wellen-Inhibierung verhindert bei Auftreten von Eigenaktionen des Herzens den Einfall eines elektrischen Stimulationsimpulses in die vulnerable PLhase einer Herzaktion mit der Gefahr der Auslüsung von Kammerflimmern als Komplikation der Herzschrittmachertherapic.
- Gleichzeitig wird die Inhibierung des Herzschrittmachers durch P-Wellen (Vorhofpotantiale) verhindert.
- Eine P-Wellen-enhibierung würde im Falle ciner totalen atrioventrikulären Blockierung zum herzstillstand infolge Kammerstillstand fähren. Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Ableitelektroden wird nur bei fehlendem Kammerpotential sofort eine Herzschrittmacherimpulsabgabe ausgolöst. Damit wird die Sicher- heit und Wirksamkeit der Elektrostimulation des Herzens mittels ösophageal plazicrtor Schrittmacherelektroden, insbesondere in Hotfällen, wesentlich erhöht.
- In der Zeichnung ist eine zweckmäßige Porm der Realisierung der Erfindung dargestellt.
- Für die crfindungsgemäße Ösophaguselektrodensonde wird eine aus isolierendem Material bestehende übliche Magensonde 1 verwendet, auf der ringförmige metallelektroden 3 bis 6 und zwar zur ERG-Ableitung eine aborale Ableitelektrode 3 und eine orale Ableitelektrode 4 sowie zur Elektrostimulation eine differente Stimulationselektrode 5 und eine indifferente Stimulationselektrode 6 angebracht sind. Im Inneren der Magensonde 1 werden Leitungen 8 der Ableit- und Stimulationselektroden 3 bis 6 sowie ein Luftschlauch 7 zum Aufblasen eines Magenballons 2 goführt. Die aborale Ableitelektrode 3 ist in einem Abstand von 10 cm von der differenten Stimulationselektrode 5, die als Kathode wirkt und sich nach binfüliren der Ösophaguselektrodensonde in Herznälie befinden muß, auf der magensonde 1 angeordnet. Der Abstand zwischen der aboralen Ableitelektrode 3 und oralen Ablcitelektrode 4 beträgt 28 cm entlang der Sonde 1. i)ie Lage der als Anode wirkenden indifferenten Stimulationselektrode 6 weist von der differenten Stimulationselcktrode 5 in bekannter Weise einen Abstand von 4 cm nuf. Der aufblasbare Magenballon 2 ist an der Magensonde 1 so angebracht, daß sich seine orale Seite direkt an der differenten Stimulationselektrode 5 befindet. Sein Durchmesser beträgt im aufgeblasenen Zustand ca. 7 cm. Die Breite der ringförmigen Ableitelektroden 3 und 4 beträgt 1 cm, die der differenten und indifferenten Stimulationselektrodon 5 und 6 joweils 4 cm. Die Ösophaguselektrodensond@ wird wie jeder Magenschlauch soweit eingeführt, daß sich der Magenballon 2 im magenraum befindet. Danach wird der Magenballon über den Luftschlauch 7 mit einer definierten Luftmenge aufgeblasen. Der Luftschlauch 7 wird verschlossen. Die osophaguselektrodensonde wird zurückgezogen, bis ein Widerstand sptirbar ist. Der Magenballon 2 legt sich dabei am Mageneingang an und fixiert somit die Sonde 1.
- Mittels der Leitungen 8 wird die Verbindung der Ableit- und Stimulationselektroden 3 bis 6 mit dem externen Herzschrittmacher hergestellt.
Claims (4)
- Patentansprüche 1. Ösophaguselektrodensonde mit mindestens 4 Elektroden zur temporären Elektrostimulation des Herzens und EKG-Ableitung, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu den an sich bekannten in Herznähe positionierten Stimulationselektroden (5, 6) zwei ringförmige Ableitelektroden (3, 4) in einem Abstand voneinander von mindestens 20 cm angeordnet sind, wobei die aborale Ableitelektrode (3) näher als die orale Ableitelektrode (4) zur differenten Stimulationselektrode (5) liegt.
- 2. Ösophaguselektrodensonde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Ableitelektroden (3, 4) voneinander 28 cm beträgt.
- 3. Ösophaguselektrodensonde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der aboralen Ableitelektrode (3) von der differenten Stimulationselektrode (5) 10 cm beträgt.
- 4. Ösophaguelektrodensonde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur herznahen Positionierung der differenten Stimulationselektrode (5) ein aufblasbarer Magenballon (2) vorgesehen ist.
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Also Published As
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