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DE3324479C2 - Beschichteter Bodenbelag aus Weich-PVC sowie Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents

Beschichteter Bodenbelag aus Weich-PVC sowie Verfahren zu dessen Herstellung

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DE3324479C2
DE3324479C2 DE19833324479 DE3324479A DE3324479C2 DE 3324479 C2 DE3324479 C2 DE 3324479C2 DE 19833324479 DE19833324479 DE 19833324479 DE 3324479 A DE3324479 A DE 3324479A DE 3324479 C2 DE3324479 C2 DE 3324479C2
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floor covering
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DE19833324479
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Siegfried 5201 Vinxel Karle
Manfred Dr. 5216 Niederkassel Simon
Karl-Heinz Ing.(grad.) 5303 Much-Schwellenbach Spieß
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Huels Troisdorf AG
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Dynamit Nobel AG
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Abstract

PVC-Bodenbeläge o. dgl. auf Basis von Weich-Polyvinylchlorid werden mit einer wieder entfernbaren Beschichtung auf Basis eines Acrylharzes oder ggf. eines Polyurethan-Harzes und ggf. mit Gehalten eines synthetischen oder natürlichen Wachses hergestellt. Die Beschichtung weist für praktische Zwecke gleichartige Eigenschaften wie der Bodenbelag selbst auf.

Description

  • Die Erfindung betrifft beschichtete Bodenbeläge aus Weich- PVC und ein Verfahren zu deren Herstellung.
  • Bodenbeläge in Bahnenform oder daraus geschnittene Platten auf Basis von Polyvinylchlorid mit Gehalten von Weichmachern und Füllstoffen sind für einen langen Zeitraum der Nutzung und für starke Beanspruchung vorgesehen. Auch bei starker Belastung über längere Zeit benötigt ein solcher Bodenbelag aus PVC daher keine Beschichtung, zumal bei der langen Nutzungszeit eine vergleichsweise dünne Beschichtung weniger haltbar ist, als der PVC-Bodenbelag selbst.
  • Während empfindlichere Bodenbeläge erst in der letzten Phase von Bauarbeiten verlegt werden, werden jedoch die widerstandsfähigen PVC-Bodenbeläge vielfach schon verlegt, während noch andere Handwerksarbeiten ausgeführt werden. Dadurch tritt häufig eine sehr starke Belastung und andersartige als die übliche Verschmutzung sowie Beschädigung auf, die nicht oder schwierig zu beseitigen ist.
  • Bekannte Maßnahmen bieten nicht ausreichenden Schutz gegen die typische Verschmutzung durch Bauarbeiten und keinen Schutz gegen Beschädigungen. Der übliche mit Hand aufgebrachte, entfernbare und erneuerbare Schutzfilm aus z. B. Emulsionen von Kali-Seife oder Wachsen schützt nicht vor mechanischen Beschädigungen und nicht genügend vor dem Angriff zahlreicher aggressiver Materialien bei der Durchführung von Bauarbeiten.
  • Bekannte Überzüge nach Vorschlag der DE-OS 31 12 704 können hingegen nicht wieder entfernt werden, bieten aber ihrerseits nicht genügend Schutz gegen die Verschmutzung durch Bauarbeiten und gegen mechanische Beschädigungen und bewirken zudem eine Veränderung der darunterliegenden Oberfläche des PVC. Diese Überzüge auf Basis von Acrylatpolymerisat sind durch Gehalte von vernetztem ungesättigtem Polyesterharz völlig unlöslich und durch Gehalte von Methylpyrrolidon, einem Quellmittel für PVC, unter Veränderung der ursprünglichen PVC-Oberfläche mit dieser verbunden. Der DE-OS 31 12 704 ist daher keine Maßnahme gegen Verschmutzung und Beschädigung von PVC-Bodenbelägen bei Bauarbeiten entnehmbar. Beschichtungen nach der US-PS 40 45 600 und der NL-OS 76 06 314 bestehen aus vernetzten Polyurethanen, die offensichtlich nicht wieder entfernt werden können und sollen. Es bestand daher die nicht gelöste Aufgabe, Beschädigungen sowie Verschmutzung durch zahlreiche Materialien in der Oberfläche von PVC-Bodenbelägen durch Bauarbeiten oder entsprechende außergewöhnliche Belastungen zu verhindern bzw. zu vermindern oder wieder zu beseitigen.
  • Diese Aufgabe wird erschwert, dadurch, daß bei der Verarbeitung und Verlegung der Bodenbeläge sowie bei deren Benutzung ein ganz bestimmtes, seit langem bekanntes Verhalten und die typischen Eigenschaften der PVC-Bodenbeläge erwartet werden. Diese "produktidentischen" Eigenschaften dürfen daher nicht verändert werden. Besonders muß in gleicher Weise ein Schweißen von Fugen, die Ausbesserung von Schadstellen durch Kleben oder Schweißen, die mit üblichen Mitteln gewohnte Entfernung von Flecken, die Grundreinigung mit bestimmten üblichen Reinigungsmitteln und das genannte übliche Befilmen mit entfernbaren Mitteln durch das sogenannte Einpflegen bzw. durch ständige Pflege sowie die Säuberung der Oberfläche mit den gewohnten Reinigungsmitteln unverändert ausführbar sein.
  • Gegenstand der Erfindung ist daher der beschichtete Bodenbelag nach Anspruch 1 sowie das Verfahren zur Herstellung dieses beschichteten Bodenbelags nach den Ansprüchen 2 und 3.
  • Die Lösung der genannten Aufgabe erfolgt durch eine Beschichtung mit einer Dispersion oder Emulsion auf Basis von Polymerisaten, wobei die Beschichtung weitgehenden Schutz gegen Beschädigung und Belastung durch Bauarbeiten und Beständigkeit über lange Zeit bei üblicher Benutzung aufweist, jedoch bei Bedarf durch Reinigungsmittel, die für die Behandlung von PVC-Bodenbelägen üblich sind, entfernt werden kann. In bemerkenswerter Weise verändert die erfindungsgemäße Beschichtung, obgleich diese nicht aus PVC besteht, keine der "produktidentischen" Eigenschaften bei den genannten handwerklichen Tätigkeiten und bei Pflegearbeiten.
  • Die Beschichtung beträgt 1,5 bis 5 g, vorzugsweise 2 bis 4 g/m² des Bodenbelags.
  • Die Beschichtung enthält 90 bis 98 Gew.-% Polymere, sofern kein permanenter Weichmacher enthalten ist, bzw. einen entsprechend geringeren Anteil von Polymeren, sofern permanente Weichmacher, nämlich die üblichen Polymerweichmacher wie besonders Phthalatester oder gegebenenfalls Phosphatester in Mengen von 1 bis 25 Gew.-% der Beschichtung enthalten sind.
  • Im Regelfalle können weitere kleinere Anteile von beispielsweise disperser Kieselsäure, filmbildende Substanzen wie beispielsweise Kalium-Fluoralkylcarboxylat oder Tributoxyethylphosphat und Entschäumer wie beispielsweise Phosphorsäureester in der Beschichtung enthalten sein. Die Polymeren der Beschichtung bestehen aus
    • A) 30 bis 100 Gew.-% eines Acryl- oder Methacryl-Homo- oder Copolymer-Harzes und
    • B) 0 bis 70 Gew.-% eines synthetischen oder natürlichen Wachses.

  • Es ist stark bevorzugt, die genannten Wachse als zweiten polymeren Bestandteil zu verwenden.
  • Die genannten Wachse werden vorzugsweise in Mengen von 10 bis 25 Gew.-% der Polymeren verwendet.
  • Als Acrylatharze A) kommen Homopolymerisate und Copolymerisate der Acrylsäureester oder Methacrylsäureester niederer Alkohole, insbesondere die Methyl- und Ethylester, oder die Acrylsäure oder Methacrylsäure in Frage, wobei weitere Acrylatkomponenten und mit Acrylaten copolymerisierbare ethylenisch ungesättigte Verbindungen, insbesondere Styrol, enthalten sein können.
  • Als Wachse kommen insbesondere Polyethylene mittleren Molekulargewichts im Bereich von 10 000 bis 30 000, vorzugsweise 15 000 bis 25 000 in Frage, sowie gegebenenfalls die sogenannten Montanwachse.
  • Alle Komponenten des Polymerbestandteils müssen in der Lage sein, eine etwa 30- bis 45gew.-%ige wäßrige Emulsion zu bilden, die wasserverdünnbar ist.
  • Erfindungsgemäß wird die Beschichtung auf der späteren Sichtseite der Bodenbeläge aufgebracht, wobei es insbesondere vorgesehen ist, direkt anschließend an die Herstellung der Bodenbeläge oder getrennt hiervon, die ungeschnittenen Bahnen der Bodenbeläge mit der Beschichtung zu versehen.
  • Bei Bedarf kann jedoch ein bereits verlegter Bodenbelag durch beispielsweise Besprühen mit einer Dispersion der genannten Art auf seiner gesamten oder einen Teil seiner Oberfläche beschichtet werden, wobei die Trocknung beispielsweise mit Infrarotstrahlen erfolgen kann.
  • Überraschenderweise ergibt sich eine festhaftende Beschichtung auf den Bodenbelägen, obgleich weder ein Anquellmittel für Polyvinylchlorid noch ein Vernetzungsmittel in der Art von ungesättigten Polyestern in der Beschichtungsdispersion enthalten ist.
  • Bedingt durch die Art der Polymeren der Komponente A) im Zusammenhang mit der verwendeten Trocknungstemperatur entsteht eine geringe Teilvernetzung der Polymeren, die überraschend ausreichend ist, um das sogenannte "Blocken", d. h. ein Kleben oder Verkleben von gerollten Bahnen oder übereinandergelagerten geschnittenen Platten vollständig zu verhindern.
  • Vielmehr sind die genannten Beschichtungen hart und kratzfest nach den Versuchen der Beispiele gegenüber reibenden Einflüssen scharfkantiger Materialien, so daß die Belastbarkeit gegenüber unbeschichtetem PVC ganz wesentlich verbessert ist.
  • Die Anschmutzbarkeit der beschichteten Bodenbeläge gegenüber unbeschichtetem PVC ist wesentlich geringer, und die Säuberung mit Wasser bzw. mit Wasser mit üblichem geringen Gehalt von Netzmitteln ist wesentlich verbessert. Insbesondere bleiben jedoch die produktidentischen Eigenschaften der Weich-PVC-Bodenbeläge der gewohnten Art im vollen Umfang erhalten.
  • Die beschichteten Bodenbeläge können daher wie unbeschichtetes PVC in gewohnter Weise verklebt werden ohne Verminderung der Haftung. Weiterhin tritt bei Wärmeeinwirkung keine Blasenbildung auf, wie dies bei Beschichtungen auf Wachs- oder Seifenbasis häufig beobachtet wird.
  • Das thermische Verschweißen der Bodenbeläge ist im gleichen Maße möglich, wobei in bemerkenswerter Weise Neigung zu Glanzrändern gegenüber gleichen unbeschichteten Bodenbelägen vermindert ist.
  • Die Beschichtung tritt gleichzeitig als Sperrschicht zur Verhinderung der Weichmacherwanderung an die Oberfläche der Bodenbeläge, so daß beim Dauergebrauch eine hierdurch bedingte Verschmutzung vermieden ist.
  • Besonders vorteilhaft wirkt sich die Beschichtung bei Bodenbelägen mit hohem Oberflächenmattierungsgrad, entsprechend größerer Rauhtiefe (Größe 5 µm, vorzugsweise 5 bis 15 µm) aus.
  • Der Glanzgrad der Beschichtung unterscheidet sich praktisch nicht von unbeschichtetem PVC.
  • Die Rutschfestigkeit, besonders im nassen Zustand, ist gleichgut wie bei unbeschichtetem PVC.
  • Der besondere Vorteil der so beschichteten Bodenbeläge besteht jedoch darin, daß bei Bedarf direkt nach der eingetretenen Verschmutzung, beispielsweise durch besondere Belastung bei Bauarbeiten oder aber nach einer in längerer Zeit entstandenen Verschmutzung oder Verkratzung oder bei sichtbaren Gangspuren die Beschichtung mit sogenannten Grundreinigungsmitteln auf der gesamten Fläche oder einem Teil der Fläche entfernt werden kann, wobei ein Aussehen praktisch gleich dem Aussehen der ursprünglichen Oberfläche hergestellt wird. Solche Grundreinigungsmittel sind im Haushalt und Gewerbe die üblichen Mittel zur Beseitigung starker Verschmutzung von PVC-Bodenbelägen.
  • Diese Grundreinigungsmittel sind basisch durch einen Gehalt von Ammoniak oder gegebenenfalls Alkalilauge und enthalten Anteile von Lösungsmitteln und synthetischen Reinigungsmitteln auf Basis verschiedenartiger Tenside. Im Beispiel 7 ist ein solcher Grundreiniger angegeben.
  • Das vorliegende Verfahren kann mit wäßrigen Dispersionen bzw. Emulsionen, die 7 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 25 Gew.-% Feststoffe und nicht wäßrige Bestandteile enthalten, ausgeführt werden. Die festen Bestandteile bestehen zu 90 bis 98 Gew.-% aus Polymeren, soweit keine permanenten Weichmacher enthalten sind. Permanente Weichmacher können in Anteilen von 1 bis 25 Gew.-% der Bestandteile der Beschichtung enthalten sein, wodurch der Anteil der Polymeren entsprechend herabgesetzt ist.
  • In kleineren Mengen können in der Dispersion bzw. Emulsion insbesondere sogenannte temporäre Weichmacher enthalten sein, die bei niedrigen Temperaturen die Filmbildung fördern und bei der Trocknung verdampfen. Geeignet sind hierzu z. B. Glykole wie Methyldiglykol, Ethylenglykol, Diethylenglykol.
  • Weiterhin sind zweckmäßig in der Dispersion in kleinen Mengen Filmbildner, Entschäumer und weitere Hilfsmittel enthalten.
  • Das Verfahren zur Herstellung der Beschichtung auf Bodenbelägen kann direkt anschließend an die Herstellung der Bahnen der Bodenbeläge oder auch gesondert, ausgehend von aufgerollten Bodenbelägen, ausgeführt werden.
  • Die Beschichtung kann verfahrensgemäß mit bekannten Auftragsaggregaten wie z. B. Walzenauftragsmaschinen über beispielsweise Rasterwalzen oder Gravurwalzen, nach dem Reversverfahren, weiterhin im Spritzverfahren und Siebdruckverfahren ausgeführt werden, die einen gleichmäßigen Auftrag der Beschichtung gestatten. Die Trocknung der aufgetragenen wäßrigen Dispersion bzw. Emulsion kann mit Warmluft, beispielsweise in einem Trockenkanal oder mit Infrarotstrahlern, erfolgen. Die Geschwindigkeit von Auftrag und Trocknung kann der Produktionsgeschwindigkeit der hergestellten Bodenbeläge von z. B. 5 bis 20 m/Min. angepaßt werden.
  • Sowohl glatte Bodenbeläge wie auch strukturierte, genarbte oder geprägte Bodenbeläge können so beschichtet werden. Die Trockentemperatur soll 50 bis 100°C betragen, kann jedoch je nach Rezeptur der Dispersion auch hiervon abweichen. Insbesondere ist bei nachträglichem Aufbringen der Dispersion auf bereits verlegte Bodenbeläge auch eine Trocknung unterhalb 50°C möglich, sofern hierzu genügend Zeit zur Verfügung steht, wobei im allgemeinen eine kurze Härtung der Filme mittels Infrarotstrahlern zweckmäßig ist. Die Viskosität der Dispersionen kann durch Zugabe von Alkalien wie insbesondere Ammoniak den Auftragsaggregaten und der gewollten Schichtdicke angepaßt werden. Hierzu werden zweckmäßig Dispersionen der bereits genannten Acrylharze, besonders solche mit 3 bis 15 Gew.-% Harzgehalt, welche 2 bis 10 Gew.-% 25gew.-%igen Ammoniak enthalten, in Anteilen von beispielsweise 2 bis 25% mit den bereits genannten Emulsionen gemischt.
  • Die Verwendung von Dispersionen aus Acrylharzen der genannten Art ohne oder bevorzugt mit Gehalten von synthetischen oder natürlichen Wachsen als wäßrige Dispersion ist von Bedeutung im Hinblick auf die Möglichkeit, bereits fertige aufgerollte Bodenbeläge oder sogar verlegte Bodenbeläge nachträglich ebenso zu beschichten, wie die verfahrensgemäße Beschichtung direkt anschließend an die Herstellung der Bodenbeläge oder die Beschichtung von zwischengelagerter Weich-Polyvinylchlorid-Bahnenware.
  • Beispiel 1
  • Auf einen bahnenförmigen PVC-Bodenbelag von 1,3 m Breite und 2 mm Dicke wird mit einem Revers-Gravur-Auftragswerk, das mit einer Haschuren-Rasterwalze ausgerüstet ist, bei einer Bahngeschwindigkeit von 6 m/Min. und einer Auftragswalzengeschwindigkeit von 9 m/Min. zum Zweck der Herstellung der Beschichtung einseitig 20 g/m² Naßauftrag einer Polymer-Dispersion folgender Zusammensetzung aufgetragen:
    • 30 Teile metallhaltige 40gew.-%ige wäßrige Copolymer- Dispersion auf Basis Styrol-Acryl (Polygen MV 160 (R), Hersteller BASF)
    • 8 Teile 40gew.-%ige wäßrige Dispersion eines Polyethylens Molekulargewicht 16 000-20 000 (Poligen PE (R), Hersteller BASF)
    • 2,5 Teile Methyldiglykol als temporärer Weichmacher
    • 1 Teil Ethylenglykol als temporärer Weichmacher
    • 2,5 Teile Tributoxyethylen (Etingal TP (R)) als Permanentweichmacher
    • 0,5 Teile 0,1% Kalium-Fluoralkylkarboxylat als Filmbildner
    • 0,1 Teile Phosphorsäureester (Etingal A (R)) als Entschäumer
    • 31 Teile Wasser.

  • Die Trocknung dieser ca. 20 Gew.-% Festkörper enthaltenden Beschichtung geschieht in einem 4 m langen Trockenkanal bei einer Lufttemperatur von 60°C und einem Umluftvolumen von 5000 m³/h. Das Abluftvolumen beträgt 1000 m³/h. Die trockene Beschichtung von 4 g/m² ist schwach glänzend.
  • Der so beschichtete PVC-Bodenbelag läßt sich ohne Beeinträchtigung thermisch verschweißen. Die Neigung zu Glanzrändern in der Schweißzone infolge Überhitzung ist deutlich geringer als bei dem gleichen unbeschichteten PVC- Bodenbelag.
  • Die Beschichtung beeinträchtigt nicht die Lichtbeständigkeit des Bodenbelages: Entsprechend einer 5jährigen Belichtung zeigt sich keine Vergilbung.
  • Der eigentliche Vorteil des so beschichteten PVC-Bodenbelages zeigt sich jedoch nach der Verlegung: Die Verschmutzung durch Straßenschmutz, Bauschmutz wie Beton- und Estrichabrieb oder Kalkstaub ist wesentlich geringer als bei dem gleichen PVC-Bodenbelag und läßt sich vollständig durch Kehren oder feuchtes Aufwischen entfernen. Der Bodenbelag kann wie üblich mit Wachsen oder ähnlichen Pflegemitteln gereinigt und gepflegt werden. Nach Abschluß der Bautätigkeit oder nach einer gewissen Nutzungsdauer kann die Beschichtung vollständig mit ammoniakalischen Grundreinigern entfernt werden.
  • Beispiel 2 Beschichtungsmittel
    • 80 Teile 40gew.-%ige wäßrige Copolymerdispersion auf Acryl-Styrol-Basis (wie Beispiel 1)
    • 8 Teile 40gew.-%ige Dispersion eines Polyethylens (wie Beispiel 1)
    • 6 Teile Ethylglykol
    • 0,5 Teile Phosphorsäureester
    • 2 Teile Tributoxyethylphosphat (Permanentweichmacher)
    • 2 Teile Nonylphenolethoxylat mit ca. 8 Mol Ethylenoxid
    • 97 Teile Wasser.
    Verdickungsmittel
    • 79 Teile Wasser
    • 5 Teile Ammoniak 25gew.-%ig
    • 16 Teile 40gew.-%ige wäßrige Dispersion eines Acrylester- Methacrylsäure-Copolymerisats
  • Je 100 Gew.-Teile des obengenannten Beschichtungsmittels werden mit 2 bis 20 Gew.-Teilen des Verdickungsmittels vermischt. Man erhält Dispersionen von gut reproduzierter erhöhter Viskosität entsprechend dem nachfolgenden Diagramm, die dem jeweils benutzten Beschichtungsaggregat angepaßt sind.
  • Das Verdickungsmittel bewirkt eine Mattierung der Beschichtung. Diagramm &udf53;vu10&udf54;&udf53;vz36&udf54;
  • Beispiel 3
  • Bahnenware eines PVC-Bodenbelages wird mittels Rotationssiebdruck mit 16 g/m² Naßfilm beschichtet. Das Beschichtungsmittel entspricht dem in Beispiel 2 mit 17 Gew.-% Zusatz des Verdickungsmittels, was eine Auslaufzeit DIN Becher Düse 4 von 45 Sekunden ergibt.
  • Das Rotationssiebdruckwerk war mit einer 80-Mesh-Schablone ausgestattet.
  • Nach dem Trocknen des Films erhält man eine matte Oberflächenbeschichtung, die gute Rutschfestigkeit mit den guten Eigenschaften aus Beispiel 1 vereinigt.
  • Beispiel 4
  • Beschichtete Bodenbeläge mit verschiedenen Auftragsmengen der Beschichtung entsprechend Beispiel 1 werden durch Einreiben einer Schmutzmischung verschmutzt und durch Reinigen mit einem feuchten Tuch auf die bleibende Verschmutzung geprüft.
    Schmutzmischung:
    10 Teile Kraftwerksasche
    10 Teile Kraftwerksschlacke gemahlen
    10 Teile gemahlener Sichtkreide mikrofein
    10 Teile Quarzmehl
  • Die Schmutzmischung wird feucht auf den Belag mit einem Egnergerät (Lederfuß) durch 5 Hin- und Herschiebungen eingerieben. Danach wird der Schmutz mit einem feuchten Tuch entfernt und die Beurteilung visuell vergleichend vorgenommen. °=c:120&udf54;&udf53;vu10&udf54;&udf53;vz11&udf54; &udf53;vu10&udf54;
  • Beschichtungen mit einer nassen Auftragsmenge der Dispersion von 10 bis 15 g/m² entsprechend etwa 2 bis 3 g/m² trockene Beschichtung ergeben demnach die geringste bleibende Verschmutzung.
  • Beispiel 5
  • Auf einer dreifachen Polieranlage, ausgerüstet in Laufrichtung mit folgenden Walzentypen:
    • 1. Nylonfaservlies mit eingelagertem Schleifkorn aus Aluminiumoxid (medium ≙ ca. Körnung 80)
    • 2. Nylonfaservlies mit eingelagertem Schleifkorn aus Aluminiumoxid (very fine ≙ ca. 280er Körnung)
    • 3. Polierringe aus gefalteten Baumwollgewebe-Schräg- Streifen, bei denen Kette- und Schußfäden im Winkel 45° nach außen stehen.
    • (Walzen 1 und 2 Umfangsgeschwindigkeit 10 m/sec und Walze 3 6 m/sec).

  • Wird ein bahnenförmiger PVC-Bodenbelag entsprechend Beispiel 1 mit einer Vorschubgeschwindigkeit von 5 m/Min. unter Verwendung der in Beispiel 1 genannten Polymerdispersion als Polierflüssigkeit mit einem Naßauftrag von 10 g/m² beschichtet.
  • Der so polierte und beschichtete Bodenbelag wird nach Verlassen der Polieranlage in einem Trockenkanal bei 100°C getempert und getrocknet.
  • Durch das Aufbringen der Polymerdispersion mittels Polierwalzen erhält man bei geringerem Polymerauftrag ein noch geringeres Anschmutzverhalten.
  • Beispiel 6
  • Grundreinigungsmittel mit Ammoniakgehalt:
    5 Teile Dodecylbenzolsulfonat-Aminsalz
    2 Teile Fettalkoholethoxyliat mit Ethylenoxid und Propylenoxid
    8 Teile Monoethanolamin
    15 Teile Butylglykol
    2 Teile Ammoniak 25gew.-%ig
    67 Teile Wasser
  • Grundreinigungsmittel dieser Art ermöglichen ein problemloses Ablösen des aufgebrachten Polymerfilms und dienen gleichzeitig der Reinigung der Bodenbeläge.

Claims (3)

1. Beschichteter Bodenbelag in Form von Bahnen oder Platten, bestehend aus
A) einer Basis aus Weich-Polyvinylchlorid mit einem Gehalt an Weichmachern und Füllstoffen und
B) einer darauf in einer Menge von 1,5 bis 5 g/m² aufgebrachten, durch übliche Grundreinigungsmittel wieder entfernbare Beschichtung, mit einem Gehalt von 90 bis 98 Gew.-% Polymeren, falls kein permanenter Weichmacher vorhanden ist, oder mit einem entsprechend geringeren Anteil an Polymeren bei einem weiteren Gehalt an Permanentweichmachern in einer Menge von 1 bis 25 Gew.-% der Beschichtung, wobei die Polymeren sich zusammensetzen aus
a) 30 bis 100 Gew.-% eines Acryl- oder Methacryl- Homo- oder Copolymer-Harzes und
b) 0 bis 70 Gew.-% eines synthetischen oder natürlichen Wachses, und wobei alle Komponenten des Polymerbestandteils in der Lage sind, eine wasserverdünnbare, 30 bis 45 gew.-%ige wäßrige Emulsion zu bilden.

2. Verfahren zur Herstellung des beschichteten Bodenbelags nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine wäßrige, 7 bis 35gew.-%ige Dispersion, mit einem Gehalt von 90 bis 98 Gew.-% Polymeren der in Anspruch 1 angegebenen Zusammensetzung im Feststoffanteil, falls kein permanenter Weichmacher vorhanden ist, oder mit einem entsprechend geringeren Anteil an Polymeren bei einem weiteren Gehalt an Permanentweichmachern in einer Menge von 1 bis 25 Gew.-%, bezogen auf die beschichtungsbildenden Bestandteile sowie ggf. einem Gehalt an einem temporären Weichmacher in einer Menge von 2 bis 5 Teilen der Dispersion, mit üblichen Auftragsaggregaten auf die Basis aufgebracht und bei 50 bis 100°C getrocknet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dispersion verwendet wird, deren Viskosität mit einer wäßrigen Ammoniaklösung eingestellt worden ist.
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