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Verfahren und Vorrichtung zum
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Entleeren von- Tabak-Kartons Beschreibung Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Entleerung von Tabak-Kartons der im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Gattung, sowie eine Vorrichtung zur Entleerung von Tabak-Kartons der
im Oberbegriff des Anspruchs 5 angegebenen Gattung.
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Aus dem Prospekt für die unter der Bezeichnung "Depacomat" vertriebene
Anlage zum automatischen Auspacken von Tabakgebinden der Firma A. Heinen, 2930 Varel
1, sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entleeren von Tabak-Kartons bekannt,
bei dem bzw. der die üblichen, aus einem Top-Karton und einem Bod-Karton bestehenden
Tabak-Kartons auf folgende Weise entleert werden: In einer ersten Schwenkstation
wird der Top-Karton abgezogen und der Body-Karton mit dem Tabak auf eine zweite
Schwenkstation übergeben, die zuvor mit einer Palette ausgerüstet worden ist. Anschließend
wird der Body-Karton von Kdemmbacken erfaßt und von diesen nach oben abgezogen,
so daß der Tabak-Preßling nun frei auf der Palette steht und der weiteren Verarbeitung
zugeführt werden kann.
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Nachteilig ist bei einer solchen Anlage, daß sie relativ viel Raum
und Zeit benötigt,weil der Body-Karton mit dem Tabak-Preßling aus der ersten Schwenkstation
in einer Kippbewegung in die zweite Schwenkstation überführt werden muß, d.h., es
sind zwei nebeneinander angeordnete Schwenkstationen erforderlich, wobei der Abstand
zwischen diesen beiden Schwenkstationen für die erwähnte Kippbewegung ausreichen
muß.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Entleerung von Tabak-Kartons der angegebenen Gattungen zu schaffen,
bei dem bzw.
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der die oben erwähnten Nachteile nicht auftreten.
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Insbesondere sollen ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung vorgeschlagen
werden, bei dem bzw. der kein zusätzlicher Raum für die Kippbewegung des Tabak-Kartons
benötigt wird.
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Dies wird erfindungsgemäß durch die in den kennzeichnenden Teilen
der Ansprüche 1 bzw. 5 angegebenen Merkmale erreicht.
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Zweckmäßige Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen zusammengestellt.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen auf der Ausnutzung
der Eigenschaft des Tabak-Preßlings, auch bei auf dem Kopf gestellten, also nach
unten offenen Tabak-Karton nicht von selbst aus dem Karton herauszurutschen, sondern
aufgrund seiner Konsistenz an den Innenwänden des Kartons zu haften. Durch eine
Rüttelbewegung des Kartons, die durch schnelle Auf- und Abbewegungen der Klemmbacken
hervorgerufen wird, kann jedoch die Haftung des Tabak-Preßlings an den Innenwänden
des Kartons überwunden werden, so daß der Tabak-Preßling frei nach unten aus dem
Karton herausfallen kann.
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Die bei der bekannten Anlage erforderlichen Maßnahmen, also das Wenden
des Kartons und seine Kippbewegung von der ersten Schwenkstation in die zweite Schwenkstation
verbunden mit der entsprechenden seitlichen Verschiebung der Klemmbacken, sind nicht
mehr erforderlich, sondern es reicht ein einziger, stationärer Manipulator aus,
der die Schwenkbewegung des Kartons um eine horizontale Achse sowie die erforderlichen
Rüttelbewegungen ausführt.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Karton, Fig. 2 eine Seitenansicht durch eine
Anlage zum Entleeren von Tabak-Kartons, Fig. 3 eine Draufsicht auf die Anlage nach
Fig. 2, und Fig. 4 eine perspektivische Ansicht der Lagerung der beiden Klemmbacken.
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Wie man in Fig. 1 erkennt, besteht ein allgemein durch das Bezugszeichen
10 angedeuteter Tabak-Karton aus einem Top-Karton 12 und einem Body-Karton 14, die
ineinandergesetzt werden. Der Boden 16 und der Deckel 17 dieses Kartons 10 sind
jeweils mit einer Papiereinlage 18, im allgemeinen einem ölpapier, versehen.
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Die Öffnung eines solchen Kartons 10, der einen Tabak-Preßling (nicht
dargestellt) enthält, kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen, nämlich entweder
durch Abheben des Top-Kartons 12 nach oben oder durch Auffalten
des
Deckels 17, wodurch ebenfalls das Innere des Tabak-Kartons 10 frei zugänglich wird.
Die Figuren 2 und 3 zeigen eine Ausführungsform einer Anlage zum Entleeren von Tabak-Kartons
10, bei der die Öffnung der Kartons 10 durch Auffalten der Deckel 17 erfolgt.
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Diese, allgemein durch das Bezugszeichen 20 angedeutete Anlage weist
einen Tragkettenförderer 24 auf, auf dem die zugeführten Tabak-Kartons an der Stelle,
die durch den Begriff "Aufgabe" gekennzeichnet ist, abgesetzt und dann in Richtung
des Pfeils, also gemäß der Darstellung in den Figuren 2 und 3 nach rechts, transportiert
werden.
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Die Tabak-Kartons 10 sind mit einer Umreifung 22, im allgemeinen aus
Kunststoff, versehen, um die mechanische Stabilität des Kartons 10 zu erhöhen.
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Durch einen Tastendruck ausgelöst wird der Tabak-Karton 10 von dem
Tragkettenförderer 24 zu einem Schneidportal 26 gefahren, wo die Umreifungen 22
aufgeschnitten werden und nach unten auf den Boden fallen.
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Beim weiteren Transport gelangen die Kartons 10 zu einem Portal 28
mit einer Auffaltvorrichtung, wo die Deckel 17 geöffnet, also gemäß der Darstellung
in Figur 1 nach oben gefaltet werden, wie durch die gestrichelten Linien angedeutet
ist. Der geöffnete Karton 10 gelangt dann zu einer Saugvorrichtung 30, welche die
obere Papiereinlage 18 abhebt und nach einer Schwenkbewegung neben dem Tragkettenförderer
24 ablegt, wie man in Fig. 3 erkennt.
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Der Tragkettenförderer 24 bringt dann den geöffneten Tabak-Karton
10 zu einem in den Figuren 2 und 3 schematisch angedeuteten Manipulator 32, der
im einzelnen in Fig. 4 dargestellt ist. In Transportrichtung -vor dem
Manipulator
32 ist eine Staustrecke vorgesehen, so daß der geöffnete Tabak-Karton 10 in dieser
Staustrecke in Warteposition gehalten werden kann, bis der Manipulator 32 frei ist.
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Zumindest der Bereich des Tragkettenförderers 24, der sich an dem
Manipulator 32 und dem Beginn der in Transportrichtung nachfolgenden Staustrecke
befindet, ist so ausgelegt, daß ein Transport der Paletten in beiden Richtungen
möglich ist, wie durch die entsprechenden Pfeile in Fig. 3 angedeutet wird.
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Wie man in Fig. 4 erkennt, weist der Manipulator 32 einen vertikalen,
stangenförmigen Ständer 36 auf, auf dem eine Fürung'38in vertikaler Richtung verschoben
sowie um den Ständer 36 gedreht werden kann. An der Vorderseite dieser Führung38ist
eine Scheibe 40 befestigt, die mit einer weiteren, parallelen Scheibe 42 verbunden
ist. An der Scheibe 42 ist eine Platte 44 angebracht, die über jeweils zwei Stangen
46 eine Klemmbacke 48 trägt.
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Wie bereits erwähnt wurde, kann sich die Muffe 38 an dem Ständer 36
nach oben und nach unten bewegen (siehe den Pfeil A), sowie um den Ständer 36 drehen
(siehe den Pfeil B). Außerdem kann sich die Scheibe 42 und damit auch die beiden
Klemmbacken 48 relativ zur Scheibe 40 um eine horizontale Achse drehen, die etwa
durch die Mitte der Scheibe 42 verläuft (siehe den Pfeil D). Und schließlich können
noch die beiden Klemmbacken 48 gemäß der Darstellung in Fig. 4 in horizontaler Richtung
nach außen bzw. nach innen verschoben werden, wie durch die Pfeile C angedeutet
wird.
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Der Ständer 36 sitzt in einer Buchse 50, die an einem Fußteil 52 befestigt
wird.
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Wenn ein Tabak-Karton in den Arbeitsbereich des Manipulators 32 kommt,
und zwar entweder direkt von der Saugeinrichtung 30 oder nach einer Wartezeit auf
der Staustrecke, befinden sich die beiden Klemmbacken 48 in ihrer oberen Stellung,
so daß der Tabak-Karton 10 ohne Behinderung in den Raum über dem Fußteil 52 gebracht
werden kann.
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Sobald der Tabak-Karton 10 die Arbeitsstellung in dem Manipulator
32 erreicht hat, senken sich die Klemmbacken 48 nach unten, indem die Führung 38
durch eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung am Ständer 36 nach unten verschoben
wird. Sobald sich die Klemmbacken 48 auf den beiden Seiten des Tabak-Kartons 10
befinden, werden sie gemäß der Darstellung in Fig. 4 nach innen verschoben und erfassen
diesen Tabak-Karton 10.
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Der Tabak-Karton 10 wird dann von den beiden Klemmbacken 48 angehoben
und um 180° (siehe den Pfeil D) gedreht, so daß die Öffnung des Tabak-Kartons 10
nun nach unten gerichtet ist.
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In dieser Lage haftet der Tabak-Preßling aufgrund seiner Konsistenz
noch an den Innenwänden des Tabak-Kartons 10, so daß er nicht nach unten aus dem
Karton 10 herausfallen kann.
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Nun wird eine nicht näher dargestellte Leer-Palette aus dem Palettenmagazin
zugeführt und von dem Tragkettenförde-.
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rer 24 unter den angehobenen Tabak-Karton 10 gefahren.
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Die Klemmbacken 48 bewegen sich dann nach unten und setzen den Tabak-Karton
10 auf der Palette ab.
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Im nächsten Schritt ergreifen die beiden Klemmbacken 48 den Tabak-Karton
in seinem oberen Bereich und heben ihn etwas an. Gleichzeitig wird eine Rüttelbewegung
auf den
Tabak-Karton 10 ausgeübt, indem die Klemmbacken 48 schnelle
Auf- und Abbewegungen durchführen. Durch die dabei auftretenden Schwingungen wird
die Haftung zwischen dem Tabak-Preßling und der Innenwand des Tabak-Kartons aufgehoben'.,
so daß sich der Tabak-Preßling lockert und aus der öffnung des Kartons 10 heraus
nach unten auf die Palette fällt. Gleichzeitig wird der leere Tabak-Karton 10 durch
die nach oben fahrenden Klemmbacken 48 von dem nun freien Tabak-Preßling abgehoben.
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Die noch den Karton 10, jedoch ohne Tabak-Preßling, haltenden Klemmbacken
48 werden dann um eine senkrechte Achse, nämlich um den Ständer 36, geschwenkt und
bringen den Tabak-Karton 10 zu einer nicht näher dargestellten Faltvorrichtung,
über der sie den Karton 10 fallen lassen. Anschließend kehren die Klemmbacken 48
in ihre Ausgangslage zurück, also in ihre obere Arbeitslage, so daß der nächste
Tabak-Karton in den Arbeitsbereich des Manipulators 32 gebracht werden kann.
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Der leere Karton 10 wird in der Falteinrichtung gefaltet und der erneuten
Verwendung zugeführt.
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Der Tabak-Preßling auf der Palette wird von dem Tragkettenförderer
24 zu einer zweiten Saugeinrichtung 34 transportiert, die die zweite, jetzt oben
liegende Papiereinlage 18 abnimmt und in einer Schwenkbewegung neben dem Tragkettenförderer
24 ablegt, wie man in Fig. 3 erkennt.
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Anschließend wird die Palette mit dem Tabak-Preßling auf eine freie
Stelle der folgenden Staustrecke gefahren und schließlich abgenommen, wie in Fig.
3 angedeutet ist.
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Bisher wurde eine Ausführungsform einer Anlage beschrieben, bei der
das Öffnen der Tabak-Kartons 10 durch Auffalten
ihrer Deckel 17
erfolgt. Als Alternative hierzu ist es auch möglich, den Top-Karton 12 in der bisher
üblichen Weise nach oben abzuheben, wodurch ebenfalls das Innere des Kartons und
damit der Tabak-Preßling frei zugänglich wird/der durch eine Rüttelbewegung aus
dem Karton 10 herausgeschüttelt werden kann.