DE3319353C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen der
Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit in Tintenschreibeinrich
tungen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, so
wie eine Schaltungsanordnung zur Durchführung dieses Ver
fahrens.
Aus der DE-AS 25 48 691 ist eine Anordnung für eine Tin
tenschreibeinrichtung bekannt, bei der ein Ausstoß von
Tintentröpfchen dadurch bewirkt wird, daß zur Einleitung
eines Ausstoßvorganges ein einen Tintenkanal umfassender
Piezowandler durch Anlegen einer der Polarisationsrich
tung des Piezowandlers entgegen gerichteten Spannung zu
erst erweitert und dann durch Polarisationswechsel der
den erweiterten Zustand hervorrufenden Spannung in einem
verengten Zustand übergeführt wird.
Zum Ausstoß von Tintentröpfchen weist gemäß der
DE-OS 32 17 248 der Tintenkanal an seinem, der
Austrittsöffnung abgewandten Ende eine Querschnittser
weiterung auf, in deren Nähe der Piezowandler angeord
net ist. Die Länge des Wandlers, dessen Abstand zur
Querschnittserweiterung, sowie die Dauer eines Ansteuer
impulses, sind nach diesem Vorschlag derart aufeinander
abgestimmt, daß ein Tröpfchenausstoß durch eine Zusammen
wirkung der durch Ansteuerung des Piezowandlers ausgelö
sten Druckwelle mit der an der Querschnittserweiterung
reflektierten Druckwelle stattfindet.
In einer derartig betriebenen Tintenschreibeinrichtung
beruht der Ausstoß von Tintentröpfchen also auf der bei
der elektromechanischen Verformung des Piezowandlers
entstehenden Druckwelle, die im Inneren des Tintenkanals,
ausgehend vom Bereich des Piezowandlers, in beide Rich
tungen wandert, sowie auf den Reflexionen dieser Druck
welle. Dabei spielen eine Reihe von zum Teil sehr kom
plexen Vorgängen eine Rolle. Einflüsse, die für einen
Tröpfchenausstoß mitbestimmend sind, sind beispielsweise
die Eigenschaft des den Tintenkanal bildenden Materials,
die Eigenschaften der Tinte, wie z. B. die Tintentempera
tur, die geometrischen Abmessungen des Piezowandlers und
des Tintenkanals, sowie die Form und die Größe der An
steuerimpulse. Bereits geringfügige Veränderungen die
ser Einflußgrößen führen zu einer Änderung der Größe
und der Form der auszustoßenden Tröpfchen und beeinflus
sen darüber hinaus auch die Ausstoßgeschwindigkeit. In
einem Schreibkopf, der mehrere Schreibdüsen aufweist,
können sich diese Einflüsse in einer Weise auswirken,
die das rasterförmig, d. h. das aus einer Reihe von durch
einzelne Tintentröpfchen aufgebaute Schriftbild in star
kem Maße beeinflussen. Es ist aus diesem Grunde erfor
derlich, für jede einzelne Düse einer Tintenschreibein
richtung, einen Abgleich vorzunehmen. Ein solcher Ab
gleich wird in der Regel durch eine individuelle Ein
stellung der Steuerimpule bei der Montage des Schreib
kopfes durchgeführt. Praktisch erfolgt ein derartiger
Abgleich in der Weise, daß die Fluggeschwindigkeit der
ausgestoßenen Tintentröpfchen mit Hilfe eines Mikroskops
oder einer Videokamera unter stroposkopischer Betrachtung
gemessen und die Spannung der Steuerimpulse dementspre
chend eingestellt werden. Dieser Weg ist aufwendig und
von der konzentrierten Beobachtung durch das menschliche
Auge abhängig ist. Ermüdungserscheinungen und damit eine
abnehmende Konzentration der den Abgleich durchführenden
Bedienungsperson müssen in Betracht gezogen werden. Wei
terhin findet ein solcher Abgleich jeweils nur bei der Her
stellung des Schreibkopfes statt. Spätere, z. B. im Betrieb
auftretende Änderungen bleiben unberücksichtigt.
Es ist zwar bereits bekannt (DE-OS 26 15 095), Luftein
schlüsse im Tintenkanal des Schreibkopfes einer Tintenschreib
einrichtung durch Erfassung der im Tintenkanal auftretenden
Schwingungen über das Wandlerelement zu erkennen. Ein indi
vidueller Abgleich einzelner Wandlerelemente ist dabei aber
nicht vorgesehen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, mit
dem nicht nur bei der Herstellung eines Schreibkopfes vor
dessen Einbau in die Schreibeinrichtung und vor Inbetrieb
nahme der Schreibeinrichtung, sondern auch nach Einbau
während dessen Betriebes in Schreibpausen die für einen kon
stanten und gleichmäßigen Tröpfchenausstoß erforderlichen
Steuerimpulse ohne den Einsatz zusätzlicher, vor allem ohne
den Einsatz optischer Hilfsmittel, für jede Schreibdüse je
weils individuell durch Amplitudenanpassung optimal einge
stellt werden können.
Diese Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Teil des Pa
tentanspruches 1 gelöst.
Das Kriterium zur Einstellung der Steuerimpulsspannung
für eine konstante Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit kann
dabei durch den bewertenden Vergleich zweier Restschwin
gungen erzeugt werden. Für diesen Vergleich können die
Restschwingungen betrachtet werden, die durch den, eine
erste Tröpfchenablösung bewirkenden Steuerimpuls, und durch
den, diesem Steuerimpuls vorhergehenden, um einen Betrag
Δ U verringerten Steuerimpuls ausgelöst werden (Anspruch 2).
Es können aber auch die, durch den einer ersten Tröpfchen
ablösung unmittelbar vorhergehenden Steuerimpulse ausge
lösten Restschwingungen dem Vergleich zugrundeliegen
(Anspruch 3 und 4).
Ein wesentlicher, damit verbundener Vorteil besteht darin,
daß sich der Abgleich der einzelnen Schreibdüsen automati
sieren läßt. Dadurch wird nicht nur der Aufwand für zusätz
liche Prüf- und Meßapparaturen reduziert,
sondern es entfällt auch der zur Durchführung des Ab
gleichs bisher erforderliche intensive Bedienungsaufwand.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung (An
spruch 5) kann der Abgleich auch im eingebauten Zustand
des Schreibkopfes jeweils in den Schreibpausen durchge
führt werden.
Eine vorteilhafte Anordnung zur Durchführung des Verfah
rens ist im Anspruch 6 gekennzeichnet.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen
erläutert. Dort zeigt
Fig. 1 einen Mehrdüsenschreibkopf einer Tintenschreibein
richtung,
Fig. 2 eine einzelne Schreibdüse eines solchen Schreib
kopfes,
Fig. 3 ein Beispiel für den Verlauf der Restschwingun
gen, die durch einen Ansteuerimpuls in einem Tintenka
nal erzeugt werden,
Fig. 4 eine Schaltungsanordnung zur Messung der Druckver
hältnisse im Inneren eines Tintenkanals,
Fig. 5 und Fig. 6 den Verlauf der Restschwingungen in
einem Tintenkanal zur Ermittlung der, die Ausstoßge
schwindigkeit eines Tröpfchens bestimmenden Einflüsse.
Der in Fig. 1 im Schnitt dargestellte Schreibkopf weist
die, beispielsweise in einem Kunststoffkörper 1 verlau
fenden Tintenkanäle 2 auf, die an ihrem einen Ende an
einer, Austrittsöffnungen 4 aufweisenden Düsenplatte 3
enden, und die an ihrem anderen Ende in eine sogenannte
Tintenverteilkammer 5 münden. Die Tintenverteilkammer 5
ist über einen Tintenzuführkanal 6 mit einem hier nicht
dargestellten Tintenreservoir verbunden. Der dargestellte
Schreibkopf arbeitet nach dem sogenannten Unterdruckver
fahren, d. h. daß das Tintenreservoir ein tieferes Niveau
aufweist, als die unterste Schreibdüse. Jedem Tintenkanal
2 ist ein Piezowandler 7 als Antriebselement zugeord
net. Die Piezowandler 7 umfassen die Tintenkanäle 2 in
einem Bereich in der Nähe der Einmündung in die Tinten
verteilkammer 5. Die Piezowandler 7 weisen eine Innen- und
eine Außenelektrode auf, über die die Steuerimpulse
(Steuerspannung U) von einer hier nicht dargestellten
Steuerschaltung aus zugeführt werden. Diese kann z. B.
vom Zeichengenerator eines Druckers gesteuert werden.
Fig. 2 zeigt am Beispiel eines einzelnen Tintenkanals 2,
die bei Ansteuerung des Piezowandlers 7 durch einen
Steuerimpuls U erzeugte Druckwelle w, die sich ausgehend
von den Austrittsquerschnitten des Piezowandlers 7 in
beiden Richtungen hin ausbreitet. Die Ausbreitung erfolgt
mit Schallgeschwindigkeit, die durch die Eigenschaften
der, den Tintenkanal bildenden Materialien und den
Eigenschaften der, den Tintenkanal ausfüllenden Flüssig
keit bestimmt ist.
In den Bereichen einer Querschnittsveränderung, treten
Reflexionen der Druckwelle w auf. Das findet im Beispiel
nach Fig. 2 im Bereich der Einmündung des Tintenkanals 2
in die Tintenverteilkammer 5 (Querschnittserweiterung)
und im Bereich des Überganges zur Austrittsöffnung 4
der Düsenplatte 3 (Querschnittsverengung) statt.
Fig. 3 zeigt in Abhängigkeit von der Zeit die Druckver
hältnisse, die nach einem Steuerimpuls U im Tintenkanal 2
im Bereich des Piezowandlers 7 auftreten. Der in Fig. 3
dargestellte Verlauf zeigt die den Druckimpulsen entspre
chenden Spannungswerte als Restschwingungen. Diese ent
stehen dadurch, daß für einen Tröpfchenausstoß nur ein
Teil der Druckenergie verbraucht wird. Ein nicht unbe
trächtlicher Teil dieser Energie wird in den Tintenkanal
zurückreflektiert und wandert solange zwischen den Re
flexionsstellen im Tintenkanal hin und her, bis er völlig
absorbiert ist. Der in Fig. 3 dargestellte Verlauf läßt
erkennen, daß die Restdruckwellen oder Restschwingungen
nach einem Steuerimpuls mit U = 80 V und einer Dauer von
etwa 10 µsec erst nach einigen 100 µsec abgeklungen sind.
Die Restschwingungen haben für die einzelnen Zustände
des gesamten Tintensystems jeweils einen typischen Ver
lauf. Durch Messung und Auswertung der Restschwingungen
lassen sich die Kriterien für die einzelnen Zustände
feststellen. Bedarfsweise können durch Bewertung dieser
Ergebnisse in einer Auswerteschaltung Gegenmaßnahmen ein
geleitet werden. Im besonderen gilt daß für die Beein
flussung der Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit, die die
Grundlage für einen Abgleich der Tintenkanäle bildet.
Eine Schaltungsanordnung, mit der die Restschwingungen
im Tintenkanal 2 erfaßt, d. h. gemessen und ausgewertet
werden, zeigt Fig. 4. Dazu wird kurzzeitig nach einem
an den Piezowandler 7 angelegten Steuerimpuls U der Pie
zowandler 7 als Sensor für Druckveränderungen im Tinten
kanal 2 geschaltet. Die Schaltungsanordnung nach Fig. 4
weist einen Impulsgeber 8 auf, über den, ausgelöst durch
einen Triggerimpuls T (Punkt 9) über einen elektroni
schen Schalter 10 ein Steuerimpuls U an den Piezowand
ler 7 gelangt. Der elektronische Schalter 10 ist ein
hochspannungsfester elektronischer Umschalter, der über
eine ebenfalls durch den Triggerimpuls T steuerbare
Schaltstufe 11, die beispielsweise eine zeitverzögert
einschaltbare monostabile Kippstufe sein kann, für die
Dauer einer Meßperiode umsteuerbar ist. Während der Meß
periode ist der nunmehr als Sensor arbeitende Piezo
wandler 7 über eine Verstärkerstufe 12 mit einer Aus
werteeinrichtung 13 verbunden. Die Abkopplung des Piezo
wandlers 7 vom Leistungsteil erfolgt hochohmig. Als Ver
stärkerstufe 12 kann ein Ladungsverstärker oder ein Im
pedanzwandler mit Eingangsschutzschaltung vorgesehen
sein.
Die Auswerteeinrichtung 13 enthält mindestens einen Ana
log-Digital-Wandler 14, einen Zwischenspeicher 15, einen
Vergleicher 16 und einen Digital-Analog-Wandler 17. Es
ist vorteilhaft, die vom Verstärker 12 übernommenen
Meßwerte zunächst in einer Schaltung 18, umgekehrt
proportional der Impulsspannung auf eine einheitliche
Größe linear abzuschwächen, und damit zu normieren. Die
Restschwingungen werden im Analog-Digital-Wandler 14 um
gesetzt und im Zwischenspeicher 15 gespeichert. Der Zwi
schenspeicher kann durch zwei sogenannte RAM-Bausteine
realisiert sein, wobei unter der Einwirkung eines Zäh
lers 19 jeweils ein erster und ein zweiter Restschwin
gungsverlauf in einen ersten und in einen zweiten RAM ge
speichert wird. Gleichzeitig wird im Vergleicher 16 die
Information über den Verlauf der während einer vorherge
henden Meßperiode mit den während der aktuellen Meßperio
de einlaufenden Informationen der Restschwingung vergli
chen. Abhängig davon gibt der Vergleicher 16 die Kriterien S₁ oder S₂
ab. Die Übergabe dieser Kriterien, die Steuerung des Zäh
lers 19, die zeitgerechte Anschaltung der Triggerimpulse
T, sowie weitere, hier nicht angegebene Steuerungsfunktio
nen werden von einer zentralen Steuereinheit 20 übernom
men. Ein erstes Kriterium S 1 wird bei Übereinstimmung des
Restschwingungsverlaufs und damit bei Übereinstimmung der
Meßwerte zweier aufeinanderfolgender Meßperioden über
den Digital-Analog-Wandler 17 und über die Steuerleitung
21 an den Impulsgeber 8 gegeben und führt dort zur Erhö
hung der Steuerimpulsspannung um den Betrag Δ U.
Wird im Vergleicher eine Abweichung der Restschwingungs
verläufe in zwei aufeinanderfolgenden Meßperioden festge
stellt, so wird über den Digital-Analog-Wandler 17 und
über die Steuerleitung 21 ein zweites Kriterium S 2 an den
Impulsgeber 8 gesandt, das dort eine Einstellung der
Steuerimpulsspannung auf den für eine gewünschte Ausstoß
geschwindigkeit erforderlichen Wert auslöst.
Dadurch besteht die Möglichkeit, die Steuerimpulse für
die Ansteuerung des Piezowandlers eines bestimmten Tin
tenkanals auf einen optimalen, den Eigenschaften des Tin
tenkanals des Wandlers und der Düse, sowie den Eigen
schaften der Tinte und den äußeren Bedingungen angepaß
ten Wert einzustellen. Das kann auf Grund eines linearen
Zusammenhangs zwischen der eine erste Tröpfchenbildung
bewirkenden oder der einer ersten Tröpfchenablösung vor
hergehenden Steuerimpulsspannung und der für eine be
stimmte Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit erforderlichen
Steuerimpulsspannung dadurch geschehen, daß die im Im
pulsgeber 8 für die jeweils letzte Meßperiode einge
stellte Steuerimpulsspannung, die in der beschriebenen
Weise zur Abgabe des zweiten Kriteriums S 2 führte, um
einen bestimmten Faktor K erhöht wird. Der Faktor K be
stimmt sich durch die Betrachtung der für einen Tröpf
chenausstoß maßgebenden Energiebilanz, d. h. im wesentli
chen durch die für eine Erzeugung der Tröpfchenoberfläche
notwendige Energie und durch die für die Tröpfchenbewe
gung erforderlichen kinetischen Energie. Um Tröpfchen
einer vorgegebenen Größe jeweils mit einer Geschwindig
keit von 4 m/s auszustoßen, ergibt sich für den Faktor K
ein Wert von K = 1,4.
Weitere Einzelheiten der Wirkungsweise wer
den nun anhand der Fig. 5 und 6 erläutert, wobei zugleich
auch auf die Fig. 3 Bezug genommen wird. Ausgehend von
einem Mindestwert der Steuerimpulsspannung, bei dem mit
Sicherheit kein Tröpfchenausstoß erfolgen kann, wird die
Steuerspannung U gleichmäßig, in Stufen mit einem be
zogen auf diesen Ausgangswert der Steuerimpulsspannung U
kleinen Spannungswert Δ U, z. B. Δ U = 1 V, erhöht. Die dabei
über den nach jeder Ansteuerung als Sensor geschalteten
Piezowandler gemessenen Restschwingungen erhöhen sich
dann ebenfalls gleichmäßig monoton. Nach Überschreiten
des für einen Tröpfchenausstoß erforderlichen Wertes der
Steuerimpulsspannung U erhöhen sich die Restschwingungen
ebenfalls gleichmäßig monoton. Der Verlauf der Rest
schwingungen entspricht in beiden Fällen etwa dem in
Fig. 3 dargestellten Verlauf. An der Übergangsstelle zwi
schen diesen beiden Bereichen, also dort, wo gerade ein
Tröpfchen ausgestoßen wird, treten Unregelmäßigkeiten im
Verlauf der Restschwingungen auf. Diese sind meßbar und
auswertbar.
Ein für diesen Fall typischer Verlauf der Restschwingun
gen ist in Fig. 5 dargestellt. Diese Darstellung zeigt
den Verlauf der Restschwingungen für vier Fälle. Die
vier, diesen Fällen entsprechenden Kurven sind mit I, II
III und IV bezeichnet. Die unteren beiden Kurven I und II
stellen Meßergebnisse dar, die bei einer Steuerimpuls
spannung am Piezowandler entstehen, die unterhalb des
Wertes für einen Tröpfchenausstoß liegen, wobei die Kur
ve II bei einer Steuerimpulsspannung ermittelt wird, de
ren Wert um einen geringen Spannungshub Δ U, z. B. um
Δ U = 1 V höher ist als die Steuerimpulsspannung für die
Kurve I. Beide Kurven I und II haben nahezu den gleichen
Verlauf. Unregelmäßigkeiten treten nicht auf. Die beiden
oberen Kurven III und IV geben die Meßergebnisse wieder,
die bei einer Steuerimpulsspannung im Bereich des für
einen Tröpfchenausstoß vorgesehenen Wertes liegen. Wäh
rend ihrer Form nach die Kurve III aussieht, wie Kurve
I oder II, tritt nunmehr bei einer Erhöhung der Steuer
impulsspannung U um den Betrag Δ U eine sprungarti
ge Änderung im Restschwingungsverlauf auf. Die Kurve IV
zeigt das deutlich. Diese Abweichung des Restschwin
gungsverlaufes von normalen für sämtliche Verläufe mit
niedrigerer Steuerimpulsspannung jeweils gleichen Verläu
fen, tritt bei der Kurve IV im Zeitbereich Δ t auf. Diese
Unregelmäßigkeit ist darauf zurückzuführen, daß durch ein
ausgestoßenes Tintentröpfchen in der Düse ein Volumen-
und Energiedefizit entsteht. Durch den anschließenden
Nachfüllvorgang wird in diesem Fall eine Unterdruckwelle
erzeugt, die ohne Tröpfchenbildung nicht entstehen würde.
Diese im Verhältnis zu den ständig auftretenden Reflexio
nen, kleine Unterdruckwelle, äußert sich im Kurvenverlauf
der Restschwingung als ein kleiner Sprung (Zeitbereich Δ t
in Kurve IV in Fig. 5).
Die Feststellung und die Auswertung dieses Spannungs
sprungs kann mit einer Anordnung nach Fig. 4 erfolgen.
Dazu wird zunächst über den getriggerten Impulsgeber 8
ein Steuerimpuls (z. B. U, 10 µs) an den Piezowandler 7 ge
legt. Anschließend wird unter der Einwirkung der mit dem
gleichen Triggerimpuls gesteuerten Schaltstufe 11 der
elektronische Schalter 10 für die Dauer einer Meßperiode
umgesteuert, der Piezowandler 7 als Sensor geschaltet,
und die Restschwingung über den Ladeverstärker 12 der
Auswerteeinrichtung 13 übergeben. Dort wird sie in an
sich bekannter Weise im Speicher 15 zwischengespeichert.
Nach Ablauf der ersten Meßperiode, die im Beispiel durch
die Zeitbedingungen der monostabilen Kippstufe 11 be
stimmt ist, und einige 100 µs beträgt, wird über das vom
Vergleicher 16 abgegebene und über die Steuerleitung 21
an den Impulsgeber 8 gelangende erste Kriterium S 1 dort
die Steuerimpulsspannung U um einen kleinen Wert Δ U er
höht. Mit dem folgenden Triggerimpuls T werden wieder die
beschriebenen Vorgänge eingeleitet. Der während dieser
Meßperiode in den Zwischenspeicher 15 der Auswerteein
richtung 13 übernommene Restschwingungsverlauf wird nun
mit dem während der vorhergehenden Meßperiode ermittel
ten Restschwingungsverlauf verglichen. Stimmen die Rest
schwingungsverläufe überein, gibt der Vergleicher 16 wie
derum das erste Kriterium S 1 ab, und die Vorgänge wieder
holen sich, bis in der Auswerteeinrichtung 13 eine Abwei
chung im Restschwingungsverlauf von einem vorhergehenden
zwischengespeicherten Restschwingungsverlauf erkannt
wird. In der Darstellung nach Fig. 5 ist das bezogen auf
die Kurven III und IV im Zeitbereich Δ t der Fall, wobei
dem durch die Kurve IV repräsentierten Restschwingungs
verlauf eine Steuerimpulsspannung U zugrunde liegt, die
gerade zu einer ersten Tröpfchenablösung führt. Der Ver
gleicher 16 gibt in diesem Fall das zweite Kriterium S 2
ab, über das im Impulsgeber 8 die für eine gewünschte
Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit optimale Steuerimpuls
spannung eingestellt wird. Dabei findet Berücksichtigung,
daß zwischen der Steuerimpulsspannung der letzten Meßpe
riode und dem, für eine gewünschte Ausstoßgeschwin
digkeit von Tröpfchen bestimmter Größe erforderlichen
Steuerimpulsspannung, ein linearer Zusammenhang besteht.
Soll beispielsweise die Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit
4 m/s betragen, so ist die in der vorher beschriebenen
Weise ermittelte Steuerimpulsspannung um den Faktor
K = 1,4 zu erhöhen.
Der Bereich an der Übergangsstelle kann noch enger einge
grenzt werden, wenn man den Bereich der Steuerimpuls
spannung kurz vor diesem Umschlag, d. h. also, bevor ein
Tröpfchenaustritt erfolgt, genau ausgewertet. In diesem
Fall tritt kurz vor einem Tröpfchenausstoß, d. h. bei
einer Steuerimpulsspannung, die gerade noch nicht zu
einem Tröpfchenausstoß führt, eine Unregelmäßigkeit im
Restschwingungsverlauf auf, die mit steigender Steuer
impulsspannung sehr schnell durch den Zeitbereich wan
dert. Durch Lokalisierung dieser Schwankung in einem
Zeitbereich oder in einem Zeitfenster, kann dann eine
Feinabstimmung der Steuerimpulsspannung erfolgen. Ein
Beispiel für den Verlauf der Restschwingungen in diesem
Fall zeigt Fig. 6.
Dort sind wiederum in vier Kurven vier Restschwingungs
verläufe dargestellt, die mit einer Anordnung nach Fig. 4
ermittelt werden. Die Kurvenpaare I und II, sowie auch
III und IV stellen jeweils Restschwingungsverläufe dar,
wie sie kurz vor einer Tröpfchenablösung im Tintenkanal
auftreten.
Die durch den Vergleich der durch die Kurven I und II re
präsentierten Restschwingungen feststellbare Abweichung
im Teilzeitbereich Δ t₁ bzw. die durch Vergleich der
durch die Kurven III und IV repräsentierten Restschwin
gungen feststellbare Abweichung im Teilzeitbereich Δ t₂
ist jeweils darauf zurückzuführen, daß bedingt durch die
Steuerimpulsspannung am Piezowandler der Meniskus der
Tinte an der Austrittsöffnung eines Tintenkanals bereits
deutlich nach außen gewölbt ist, sich aber noch nicht ab
löst. Nach Beendigung des Steuerimpulses wird der Tinten
wulst sofort durch Oberflächenkräfte wieder in die Aus
trittsöffnung zurückgedrückt. Den üblichen Restschwingun
gen wird dadurch eine zusätzliche Schwankung überlagert.
Die Ausbildung des Meniskus und damit auch die auswertba
re Schwankung im Restschwingungsverlauf ändert sich be
reits durch sehr kleine Änderungen der Steuerimpulsspan
nung, da durch etwas größere Spannungen mehr Tinte vor
die Düse tritt, und es länger dauert, bis diese in umge
kehrter Richtung wieder in die Düse fließt.
Anhand der Kurven III und IV in Fig. 6 erkennt man, daß
bei einer Steuerimpulsspannung, die gegenüber der den
Kurven I und II zugrundeliegenden Steuerimpulsspannung
um etwa Δ U = 1 V erhöht ist, die beschriebene Abweichung im
Restschwingungsverlauf in zwei aufeinander folgenden Meß
perioden deutlich später auftritt. In einem z. B. auf die
Kurven I, II und III, IV, d. h. auf die entsprechende
Steuerimpulsspannung bezogenen Zeitbereich oder Zeitfen
ster Δ t kann bei Verfolgung dieses Verfahrens eine sehr
genaue Einstellung der optimalen Steuerimpulsspannung für
den Tröpfchenausstoß erfolgen. Praktisch führen bereits
Änderungen der Steuerimpulsspannung in aufeinander fol
genden Meßperioden in der Größenordnung von Δ U = 0,5 V zu
genau auswertbaren Ergebnissen.
Die Messung der Restschwingungsverläufe, deren Bewertung,
sowie die Bildung der ersten und zweiten Kriterien S 1und
S 2, geschieht in der anhand von Fig. 5 beschriebenen Wei
se, wobei lediglich der Faktor K in diesem Fall einen et
was höheren Wert hat. Beispielsweise beträgt für eine
konstante Ausstoßgeschwindigkeit von 4 m/s der Tinten
tröpfchen einer bestimmten Größe der Wert K = 1,45. Dieser
etwas höhere Wert ist darauf zurückzuführen, daß in die
sem Fall der Bildung des Kriteriums S 2 eine Steuerimpuls
spannung zugrundeliegt, die noch nicht zu einem Tröpf
chenausstoß führt.
Gegenüber der anhand von Fig. 5 beschriebenen Möglichkeit
für die Einstellung der Steuerimpulsspannung, weist die
Möglichkeit nach Fig. 6 zwei Vorteile auf. Zum einen er
gibt sich eine feinere, d. h. genauere Einstellung der
Steuerimpulsspannung; zum anderen setzt diese Möglichkeit
nicht voraus, daß ein Tröpfchen ausgestoßen wird, d. h.
daß weder der Schreibkopf noch ein Aufzeichnungsträger
beschmutzt werden. Diese Möglichkeit eignet sich deshalb
für einen Einsatz in bereits installierten, im Betrieb
befindlichen Schreibeinrichtungen. Dabei ist es besonders
vorteilhaft, daß die zur Feststellung und Bewertung der
Restschwingungsverläufe vorgesehene Schaltung Bestandteil
der für die einzelnen Tintenkanäle eines Schreibkopfes
vorhandenen Ansteuerschaltung sein kann (Anspruch 8).
Das ermöglicht es, die beschriebenen Abgleichvorgänge
auch in Schreibpausen durchzuführen.
Bei Verfolgung des angegebenen Verfahrens lassen sich die
Steuerimpulsspannungen derart exakt abgleichen, daß die
Ausstoßgeschwindigkeit der Tintentröpfchen mit einem Feh
ler von weniger als +/-3% gewährleistet ist.
Die Auswertung der nach dem angegebenen Verfahren gebil
deten Kriterien S 1 und S 2 bietet die Möglichkeit, z. B.
auch den Ausfall einer Düse zu erkennen. In diesem Fall
wird das Ausbleiben des zweiten Kriteriums S 2 nach einem
oder nach mehreren Durchläufen einer Anzahl von Meßperio
den bewertet, die unter normalen Umständen zu einer
Veränderung des Restschwingungsverlaufes führen. Ein sol
ches Fehlerkriterium S 3 kann, wie in Fig. 4 gezeigt ist,
in der Auswerteeinrichtung 13 gebildet, und z. B. in
einer, mit dem Schreibkopf verbundenen Druckeinrichtung
zur Erzeugung ein optisches und/oder ein akustisches
Signal bzw. ein Abschaltesignal erzeugen.
Claims (6)
1. Verfahren zum Einstellen der Tröpfchenausstoßgeschwindig
keit in einer Tintenschreibeinrichtung, in der die Tinten
kanäle an einem Ende jeweils an einer Austrittsöffnung enden,
die einen gegenüber dem Durchmesser der Tintenkanäle kleine
ren Durchmesser aufweist, und an ihrem anderen Ende unmittel
bar in eine Tintenverteilkammer münden, und in der als An
triebselemente für den Tröpfchenausstoß über Steuerimpulse
ansteuerbare Piezowandler vorgesehen sind, die jeweils einen
Tintenkanal in der Nähe des der Tintenverteilkammer zuge
wandten Endes über einen Teil seiner Länge umfassen, wobei
der Piezowandler als elektromechanischer Wandler betrieben
wird, über den durch Anlegen eines Steuerimpulses im Tinten
kanal Stoß- oder Druckwellen erzeugt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Impulsamplitude der Steuerimpulsspannung (U) zunächst so
festgelegt wird, daß mit Sicherheit kein Tintenausstoß
stattfindet, daß der Piezowandler (7) jeweils am Ende eines
Steuerimpulses (U) für die Dauer einer Meßperiode als
mechanisch elektrischer Wandler (Sensor) betrieben wird, der
die im Tintenkanal (2) auftretende, durch die Stoß- oder
Druckwellen (w) ausgelösten Restschwingungen mißt, daß die
Meßwerte in einer Auswerteeinrichtung (13) zwischengespei
chert und mit Meßwerten einer vorhergehenden Restschwingung
verglichen werden, daß jeweils bei einer Übereinstimmung der
Meßwerte zweier aufeinanderfolgender Restschwingungsverläufe
ein erstes Kriterium (S 1) erzeugt wird, durch das die Steuer
impulsspannung (U) für eine nach Ablauf der Meßperiode
folgende Ansteuerung des Piezowandlers (7) jeweils um eine
Stufe (Δ U) erhöht wird, daß bei Abweichung eines Restschwin
gungsverlaufes ein zweites Kriterium (S 2) erzeugt wird,
durch das die für die jeweils letzte Meßperiode eingestellte
Steuerimpulsspannung (U) um einen Faktor (K) erhöht wird
für eine konstante Ausstoßgeschwindigkeit von Tröpfchen
konstanter Größe und daß die Einstellung der optimalen
Steuerimpulsspannung (U) für die Piezowandler (7) jeweils
einzeln vor Inbetriebnahme der Tintenschreibeinrichtung
und/oder jeweils in Schreibpausen durchgeführt und jede aus
Piezowandler (7), Tintenkanal (2) und Austrittsöffnung (4)
bestehende Schreibdüse individuell abgeglichen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das zweite Kriterium (S 2) zur Einstellung der Steuer
impulsspannung für eine konstante Tröpfchenausstoßge
schwindigkeit durch Bewertung der bei einer ersten Tröpf
chenablösung im Restschwingungsverlauf auftretenden Druck
impulsänderung erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kriterium zur Einstellung der Steuerimpulsspannung
für eine konstante Tröpfchenausstoßgeschwindigkeit durch
Bewertung des in einem einer ersten Tröpfchenablösung un
mittelbar vorausgehenden Restschwingungsverlaufes auftre
tenden Druckimpulsänderung erzeugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die im Restschwingungsverlauf auftretende Druckim
pulsänderung in einem auf den, den Piezowandler (7) an
steuernden Steuerimpuls bezogenen Zeitbereich (Δ t) ge
messen wird.
5. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens
nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Piezowandler (7) über einen Schalter (10) an einen die
Steuerimpulsspannung (U) abgebenden Impulsgeber (8) und an
eine Auswerteeinrichtung (13) anschaltbar ist, daß der Schal
ter (10) über eine Schaltstufe (11) jeweils nach Beendigung
eines Steuerimpulses für die Dauer einer Meßperiode umschalt
bar ist und die Pizeowandler (7) als Sensor für Druckim
pulse an eine Auswerteeinrichtung (13) anschaltet,
daß die Auswerteeinrichtung (13) Einrichtungen (15) zur
Zwischenspeicherung der vom Piezowandler (7) abgegebenen und
Restschwingungsverläufe der Druckimpulse entsprechenden Meß
werte mit den Meßwerten des Restschwingungsverlaufes einer
vorhergehenden Meßperiode enthält
und daß die Vergleichseinrichtung (16) bei Übereinstimmung
der Meßwerte des Restschwingungsverlaufs in zwei aufeinan
derfolgenden Meßperioden ein erstes Steuerkriterium (S 1)
zur stufenweisen Erhöhung (Δ U) der Steuerimpulsspannung
an den Impulsgeber (8) abgibt, und bei Abweichung der Meß
werte des Restschwingungsverlaufes in zwei aufeinanderfol
genden Meßperioden ein zweites Kriterium (S 2) zur Einstellung
der Steuerimpulsspannung (U) für eine konstante Ausstoßge
schwindigkeit der Tröpfchen an den Impulsgeber (8) abgibt.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Impulsgeber (8), der Schalter (10), die Schaltstufe
(11), die Verstärkerstufe (12) und die Auswerteeinrichtung
(13) Bestandteil der jeder Schreibdüse (2, 4, 7) eines Schreib
kopfes zugeordneten Ansteuerschaltung ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833319353 DE3319353A1 (de) | 1983-05-27 | 1983-05-27 | Verfahren und schaltungsanordnung zum einstellen der troepfchenausstossgeschwindigkeit in tintenschreibeinrichtungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833319353 DE3319353A1 (de) | 1983-05-27 | 1983-05-27 | Verfahren und schaltungsanordnung zum einstellen der troepfchenausstossgeschwindigkeit in tintenschreibeinrichtungen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3319353A1 DE3319353A1 (de) | 1984-11-29 |
| DE3319353C2 true DE3319353C2 (de) | 1989-11-30 |
Family
ID=6200084
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19833319353 Granted DE3319353A1 (de) | 1983-05-27 | 1983-05-27 | Verfahren und schaltungsanordnung zum einstellen der troepfchenausstossgeschwindigkeit in tintenschreibeinrichtungen |
Country Status (1)
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|---|---|
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1983
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Also Published As
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