DE3311564C2 - Haus-Bausystem mit Holzskelettkonstruktion und vorgefertigten Außenwand-Elementen - Google Patents
Haus-Bausystem mit Holzskelettkonstruktion und vorgefertigten Außenwand-ElementenInfo
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Abstract
Das Bausystem ist dadurch gekennzeichnet, daß Stützen (Nr. 1), Träger (Nr. 2), Deckenbalken (Nr. 3), Fußpfetten (Nr. 4), Firstpfetten (Nr. 5) und Sparren (Nr. 6) aus Vollholz bzw. brettschichtverleimten Holz die tragenden Funktionen (Tragwerk) übernehmen. Die Außenwände werden dadurch gebildet, daß jeweils zwischen den Stützen (Nr. 1) ein Außenwand-Element (Nr. 7) aus Vollholz bzw. brettschichtverleimten Holz in Gestalt eines rechteckigen Rahmens eingebracht und mit diesen, mittels Schrauben, verbunden wird. Der obere Teil des Rahmens hat die Funktion eines Trägers - er nimmt die Deckenlast auf. Der Einbau der Füllung (Nr. 8) des Außenwand-Elementes (Nr. 7) kann im Herstellungswerk oder - zum Vorteil des Selbstbauers - auf der Baustelle erfolgen. Als Füllung können verschiedene Baumaterialien zur Anwendung kommen, z. B. Mauerwerk, Holzständer, Holzbohlen, Glas etc. Bezeichnend für das Bausystem ist seine "Montagefreundlichkeit" - das Aneinanderreihen von Stützen und Außenwand-Elementen bis hin zum Aufrichten des Daches - selbst für den Selbstbauer ohne große Vorkenntnisse problemlos realisierbar. Gebäude unterschiedlichster Art und Nutzung können dabei erstellt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Haus-Bausystem mit Holzskelett-Konstruktion
und vorgefertigten Außenwand-Elementen aus Holz in Gestalt eines rechteckigen Rahmens.
Das Konstruktionsprinzip der Kolzskelettbauten besteht
darin, daß Stützen, Träger und Riegel das Tragwerk für die Lastaufnahme aus Decken, Wänden und
dem Dach bilden. Zusätzliche Elemente und/oder besonders ausgebildete Decken oder Wandteile steifen
das Gebäude gegen den Anfall von Windkräften aus. Als besonders vorteilhaft hat sich eine Kombination mit den
aus diesen Bauteilen gebildeten Vertikal- und Horizontalscheiben erwiesen (Vergleiche »Holzbau-Systeme«
Prof. Dipl.-Ing. Kraus Pracht, 1984, Seite 35).
Bei allen Vorteilen, die die bisher bekannten Holzskelett-Konstruktionen
bieten, bleibt festzustellen, daß deren Montage sehr zeitraubend ist, weil zum Teil aufwendige
Stahl-Verbindungsteile benötigt werden, deren Herstellung, Einbau und Verankerung auf der Baustelle
hohe Kosten verursachen. Es müssen z. B. alle Holzstützen an deren unteren Ende mit Stahiteilen (Stützenfüßen)
versehen werden, die einbetoniert in den Betonboden bzw. in das Fundament erst dann den »Halt« der
Stützen gewährleisten — bei der Vielzahl der Stützen eine kostspielige Angelegenheit. Außerdem müssen die
Holzstützen nach dem Aufrichten zunächst provisorisch abgestützt werden, um nach Einbau der endgültigen
Queraussteifungen in o. g. Art und Weise mit dem Untergrund verbunden zu werden. Dies jedoch setzt große
Fachkenntnisse der Monteure voraus.
Werden große Stützweiten verlangt, dann hat es zur Folge, daß die Träger und die Deckenbalken zusammen
eine große Konstruktionshöhe beanspruchen. Will man diesen Nachteil nicht hinnehmen, dann muß eine andere
Konstruktionsart gewählt werden, z. B. Stütze mit Riegel,
die es erlaubt, daß die Deckenbalken im Außenwandbereich aufgelegt werden können.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine HoIzskelett-Konstruktion
so auszubilden, daß keine Stahl-Verbindungsteile an den Holzstützen im Außenwandbereich,
keine aufwendigen Aussteifungskonstruktionen (gegen Anfall von Windkräften) und keine provisorischen
Abstützungen bei der Montage mehr nötig sind.
Außerdem sollen die Montagezeiten auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert bzw. diese Arbeiten sogar
von Nichtfachleuten ausgeführt werden. Auch eine möglichst kleine Höhe der Deckenkonstruktion bei großen
Stützweiten (zwischen den Außenstützen) wie auch die Gestaltung der einzelnen Außenwand-Bauteile, um
eine rahmenlose Festverglasung zu ermöglichen, sind Aufgabe dieser Erfindung.
Eine gemäß der Erfindung konstruierte Holzskelett-Konstruktion,
beispielsweise ein Satteldach-Gebäude, besteht aus Stützen, Zungen, Deckenbalken, Fußpfetten,
Firstpfetten und Sparren aus Vollholz bzw. brettschichtverleimtem Holz. Jeweils zwischen den über alle Geschosse
durchlaufenden äuße-en Holzstützen wird ein Außenwand-Element in Gestalt eines rechteckigen
Rahmens aus Vollholz bzw. brettschichtverleimtem Holz eingebracht und mit diesen wie auch mit dem Untergrund
(Betonboden, Holzbalken-Boden etc.) mittels Schrauben verbunden. Der obere Teil des Außenwand-Elements
nimmt die Deckenbalken und damit die Dekkenlast auf — soweit sie nicht über die Zangen bzw.
über die inneren Holzstützen abgeführt wird — und leitet sie über die seitlichen (lotrechten) Teile auf das
Fundament ab. Die Dachlast jedoch (beim Sattel-, PuIt- und Walmdach) wird direkt über die Fußpfette auf die
äußeren Holzstützen und über die Firstpfette auf die inneren Holzstützen weiter auf das Fundament abgeleitet.
Die Montage der Holzskelett-Konstruktion mit vorgefertigten Außenwand-Elementen ist denkbar einfach
und schnell. Zum einen, bedingt durch das rechteckförmige Außenwand-Element, bekommt die zu montierende
Außenwand (Skelett) bereits bei der Montage Eigenstabilität, zum anderen ist das simple Aneinanderreihen
von Holzstützen und Außenwand-Elementen und das Befestigen dieser untereinander bzw. mit dem Untergrund
(Betonboden, Holzbalken-Boden etc.) nur mittels Schrauben selbst von Nichtfachleuten bzw. Selbstbauern
ohne große Vorkenntnisse zu bewerkstelligen. Es werden auch dadurch keine Stahl-Verbindungsteile
mehr benötigt.
Durch entsprechende Dimensionierung der Holzdikken des Außenwand-Elements und die zug- und druckfeste
Ausbildung der Holzverbindungen im Bereich der Ecken, z. B. durch Keilzinkung, werden alle aus der Lastaufnahme
entstehenden Kräfte aufgenommen und in die Fundamente abgeleitet. Durch zusätzliche Anordnung
von Streben und Pfosten sind Außenwand-Elemente zur Sicherung gegen den Anfall von Windkräften wirksam.
Da das Außenwand-Element einen in sich geschlossenen Rahmen darstellt und die nach den DIN-Normen
erforderlichen Güteeigenschaften für FenstSr aufweist, kann eine Festverglasung direkt am Außenwand-Element
erfolgen. Wenn man berücksichtigt, daß ein großer Anteil der Bauherren immer mehr die passive Nutzung
der Sonnenenergie durch den Einbau vieler und großer Fenster auf südlicher und westlicher Seite des
Hauses praktizieren, ist die Kostenersparnis auch hier sehr groß.
3
Bedingt durch möglichen Einsatz der Außenwand- schalung (11). Auf den äußeren Holzstützen (1) liegt die
Elemente bei großen Stützweiten (zwischen den Außen- Fußpfette (4), auf den inneren Holzstützen (1) die
stützen) entfallen die benötigten Horizontalträger bzw. Firstpfette (5) auf. Die Dachkonstruktion wird von den
Riegel, weil ihre Funktionen von den Außenwand-EIe- Sparren (6) gebildet die auf den Pfetten (4 und 5)aufliementen
übernommen werden. Außerdem wird dadurch 5 gea Außerdem werden die Außenwand-Elemente (7) in
die Konstruktionshöhe der Decken und damit auch die Ansicht dargestellt, eines davon mit zusätzlichen Stre-Geschoßhöhe
niedrig gehalten. ben (8) und Pfosten (9).
Ausfachung bzw. der Einbau der Füllung des Außen- F i g. 5 ist Längsschnitt des Gebäudes und zeigt eben-
wand-Elements kann wahlweise, je nach Materialaus- falls wie F i g. 4 den vertikalen Aufbau des Holzskeletts,
wahl, sowohl im Herstellungswerk wie auch auf der 10 Daraus zu ersehen ist die Lage der geschnittenen Dek-Baustelle
eiiolgen. Da sich hierbei ungeahnte Möglich- kenbalken (3) und Sparren (6). In Ansicht dargestellt
keiten für den Selbstbauer ergeben, wird der Material- sind die äußeren Holzstützen (1) und die dazwischen
einsatz auch von diesem Aspekt her mitbestimmt befindlichen Außenwand-Elemente (7), eines davon
Nach diesem Bausystem können im einzelnen folgen- ebenfalls mit zusätzlichen Streben (8) und Pfosten (9).
de Gebäude erstellt werden: Wohnhäuser, Ferienhäu- 15 F i g. 6 stellt die Ansicht der Zange (2) und deren Anser,
Garagen, Schwimmhallen, Verwaltungsgebäude, bindung an die Außenwand-Konstruktion dar. Unter
Kantinen, Werkhallen, Schulen, Kindergärten, Pavillons Zuhilfenahme von Z-förmigen Metallprofilen (12) wird
etc. Außerdem können Gebäude bis zu zwei Hauptge- die auf der Zange ruhende Deckenlast auf die Außenschossen
und einem zusätzlichen Dachgeschoß erstellt wand-Elemente (7) (durch bloßes Auflegen) weitergeleiwerden.
Auch sämtliche Dachformen wie Flachdach, 20 tet Ein Verschrauben der Metallprofile mit den Außen-Walmdach,
vorzugsweise jedoch Satteldach und Pult- wand-Elementen (7) und der Zange (2) sichert die Kondach
können verwirklicht werden. struktion.
Unter Zugrundelegung mehrerer z.T. auch großer
Raster ist eine individuelle Grundriß- und Gestaltungs- Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
freiheit gewährleistet 25 ■"
Das Bausystem nach der Erfindung ist nachstehend anhand der Figuren erläutert die ein Ausführungsbeispiel
darstellen. Es zeigt
F i g. 1 die Ansicht eines Teils der erfindungsgemäßen Holzskelett-Konstruktion in einem größeren Maßstab,
F i g. 2 den Horizontalschnitt des o. g. Teils entleag
der Linie A— A,
F i g. 3 den Horizontalschnitt eines Teils des Geschosses — in diesem Fall das des Erdgeschosses eines Gebäudes
mit der erfindungsgemäßen Holzskelett-Konstruktion,
Fig.4 den Querschnitt entlang der Linie B—B (in
Fig.3) eines Gebäudes mit der erfindungsgemäßen
Holzskelett-KonFtruktion,
Fig.5 den Längsschn'tt entlang der Linie C-C(in
Fig.3) eines Gebäudes mit der erfindungsgemäßen Holzskelett-Konstruktion,
F i g. 6 die Ansicht der Zange (2), dargestellt in F i g. 3 und 4, und deren Anbindung an die Außenwand-Konstruktion,
F i g. 1 zeigt das Außenwand-Element (7), das zwischen zwei äußeren Holzstützen (1) eingebracht und mit
diesen wie auch mit dem Untergrund (in diesem Fall Betonboden) mittels Schrauben (10) verbunden ist. Auf
den oberen Teil des Außenwand-Elements (7) werden die Deckenbalken (3) und die Deckenschalung (11) aufgelegt
und befestigt.
F i g. 2 ist der Horizontalschnitt des o. g. Teils entlang der Linie A—A und zeigt die Anbindung des Außenwand-Elements
(7) an den Holzstützen (1).
Die Fig.3 stellt den Horizontalschnitt des Erdgeschosses
eines Gebäudes mit der erfindungsgemäßen Holzskelett-Konstruktion dar. Unter Zugrundelegung
eines Rasters werden die Holzstützen (1) im Außenwandbereich mit den Außenwand-Elementen (7) zusammengefügt.
Im Innern des Gebäudes befinden sich weitere innere Holzstützen (1), die zusammen mit den Zangen
(2) ebenfalls wie die Außenwand-Elemente (7) die Deckenbalken (3) aufnehmen.
F i g. 4 ist Querschnitt des Gebäudes und zeigt den vertikalen Aufbau des Holzskeletts, z. B. die Lage des
Außenwand-Elements (7), der inneren Holzstützen (1), der Zangen (2), der Deckenbalken (3) und der Decken-
Claims (3)
1. Haus-Bausystem mit Holzskelett-Konstruktion und vorgefertigten Außenwand-Elementen in Gestalt
eines rechteckigen Rahmens als Aussteifung, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzskelett-Konstruktion
der Außenwände dadurch gebildet wird, daß jeweils zwischen den zwei fiber alle
Geschosse durchlaufenden Holzstützen (1) ein Außenwand-Element (7) aus Holz eingebracht und mit
diesen wie auch mit dem Untergrund (Betonboden, Holzbalken-Boden etc.) mittels Schrauben (10) verbunden
ist, wobei der obere Teil des Außenwand-Elements (7) die Deckenlast aufnimmt — soweit sie
nicht über die inneren Holzstützen (1) abgeführt wird — und über die seitlichen (lotrechten) 1>ile auf
das Fundament ableitet; die Dachlast jedoch wird direkt über die Fußpfetten (4) auf die äußeren Holzstützen
(1) und über die Firstpfette (5) auf die inneren Holzstützen (1) weiter auf das Fundament abgeleitet
2. Haus-Bausystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenwand-Element (7)
durch zusätzliche Streben (8) und Pfosten (9) gegen den Anfall von Windkräften ausgesteift ist.
3. Haus-Bausystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenwand-Element
(7) so ausgebildet ist, daß eine Festverglasung direkt am Außenwand-Element (7) erfolgen kann.
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| DE (1) | DE3311564C2 (de) |
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