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Die Erfindung betrifft das Gebiet der chemischen Plattie-
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rung und insbesondere eine verbesserte Badzusammensetzung sowie ein
Verfahren zum elektrochemischen Plattieren von Zinn über mit Zink oder Zinklegierungen
beschichtetem Stahl.
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Insbesondere betrifft die Erfindung Verbesserungen beim Eintauchzinnplattieren
oder galvanischen Zinnplattieren, wodurch es möglich ist, Zinn auf mit Zink oder
Zinklegierungen beschichteten Stahlstreifen in kontinuierlicher Weise bei hohen
Durchlaufgeschwindigkeiten, z.B. bis zu 152,4 m/sec (500 feet per minute) und höher,
zu plattieren.
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Eine Eintauchplattierung oder eine galvanische Plattierung umfaßt
im allgemeinen eine elektrochemische Reaktion, bei welcher das Substrat-Metall ein
weniger aktives Metallion aus der Lösung verdrängt. Im Fall des elektrochemischen
Plattierens von Zinn auf Zink, wird die Zinkbeschichtung auf einem Stahlband partiell
aufgelöst, um die Zinn(II)-ionen aus einer sauren Badlösung eines Zinnsalzes zu
verdrängen. Die Zinn(II)-ionen plattieren auf dem Substrat in Form einer dünnen
Beschichtung auf.
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Größtenteils wurden die vorbekannten elektrochemischen Zinnplattierungsbäder
nicht für das Hochgeschwindigkeitsbeschichten einer kontinuierlichen Bahn durch
Walzenbeschichtungstechniken angewandt, bei welchen ein dünner Film des Plattierungsbades
auf die Substratoberfläche aufgebracht wird.
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Ein Grund hierfür ist, daß viele konventionelle Bäder so formuliert
sind, daß das Zinn zu langsam aus der Lösung heraustritt, um einen kontinuierlichen
Walzenbeschichtungsauf trag zu ermöglichen. Es wurden Versuche angestellt, saure
Plattierungsbäder mit hohen Konzentrationen an Zinnionen zu verwenden, um die Plattierungsgeschwindigkeit
zu erhöhen. Im allgemeinen ergaben diese Versuche jedoch Abscheidungen, welche porös
und nur schlecht haftend waren.
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Zusätzlich ist es schwierig, die Dicke und die Gleichförmigkeit der
Abscheidung zu steuern.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein verbessertes Zinnelektroplattierungsbad,
welches das kontinuierliche Plattieren von Zinn über mit Zink oder Zinklegierungen
beschichtetem Stahl durch Walzenbeschichtungsauftrag ermöglicht.
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Zur Lösung dieser Aufgabe dient das erfindungsgemäße Bad und das hiermit
durchgeführte Verfahren unter Anwendung des Walzenbeschichtungsauftrages, wobei
diese dadurch gekennzeichnet sind, daß ein aus Nonylphenoxy-poly(ethylenoxy)-ethanol
bestehender grenzflächenaktiver Stoff und ein Körper gebendes bzw. die Viskosität
einstellendes Mittel, das aus einem Guarharz bzw. Guargum besteht, verwendet werden
Es wurde gefunden, daß die Zugabe eines Nonylphenoxy-poly-(ethylenoxy)-ethanols
mit einem Molekulargewicht von etwa 740 bis etwa 1600 und besonders bevorzugt von
etwa 1100 bis etwa 1540 die Möglichkeit gibt, die Geschwindigkeit zu steuern, mit
welcher die Zinn(II)-ionen auf das Substrat plattiert werden, so daß sich die Bildung
eines haftenden Filmüberzuges von gleichförmiger Dicke und minimaler Porosität ergibt.
Weiterhin wurde gefunden, daß die Zugabe des Guargums bzw. Guarharzes die Möglichkeit
gibt, die Viskosität des Bades so einzuregeln, daß ein Walzenbeschichtungsauftrag
des Bades auf das plattierte Stahlband möglich ist.
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Die Verwendung von Guargum bzw. Guarharz als Körper gebender Mittel
bzw. Viskositätsregler ist kritisch, da es in dem Bad für beliebige Zeitspannen
wirksam bleibt. Es wurde gefunden, daß andere Körper gebende Mittel bzw. Viskositätsregler
nach Zeitspannen von z.B. 4 Stunden oder weniger unwirksam werden.
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Die Erfindung betrifft daher ein wässriges Plattierungsbad zum Plattieren
von Zinn auf zinkbeschichteten Stahl, wobei das Bad dadurch gekennzeichnet ist,
daß es umfaßt: a) Zinn(II)-ionen in einer Menge im Bereich von 50 bis 100 g/l Wasser;
b)
Schwefelsäure in einer Menge im Bereich von 20 bis 100 g/l Wasser; c) Nonylphenoxy-poly
(ethylenoxy) -ethanol in einer Menge im Bereich von 1,5 bis 3,0 g/l Wasser; und
d) Guargum in einer Menge im Bereich von 1,5 bis 11,5 g/l Wasser.
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Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum elektrochemischen
Plattieren von Zinn auf zinkbeschichtetes Stahlband in kontinuierlicher Weise durch
Walzenbeschichtungsauftrag, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß
es folgende Stufen umfaßt: a) kontinuierliches Durchführen des beschichteten Stahlbandes
durch ein Zinnplattierungsbad der folgenden Zusammensetzung: etwa 50 bis 100 g Zinn(II)-ionen/l
Wasser; etwa 20 bis 100 g Schwefelsäure/l Wasser; t) 1,5 bis 3,0 g Nonylphenoxy-poly(ethylenoxy)-ethanol/l
Wasser; und 6> 1,5 bis 11,5 g Guargum/l Wasser; b) Auftragen eines nassen Filmes
auf das Band in einer Dicke im Bereich von etwa 76,2 bis 101,6 g (3,0 bis 4,0 mils);
c) Kontaktieren des Streifens mit dem Bad für etwa 10 bis 20 Sekunden; und d) Betreiben
des Bades bei einer Temperatur im Bereich von 15,5 0c bis 43,30C.
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Der in der vorliegenden Beschreibung verwendete Ausdruck "Zink" bedeutet
sowohl Zink als auch Zinklegierungen.
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Um eine maximale Korrosionsbeständigkeit zu erreichen, ist es bei
der Durchführung der Erfindung wesentlich, die Porosität auf ein Minimum herabzusetzen
und eine glatte oder nicht-körnige Zinnabscheidung zu erreichen. Wenn die Konzentration
an Schwefelsäure weniger als etwa 20 g/l
und größer als etwa 100
g/l beträgt, neigt die Abscheidung dazu, körnig oder kristallin zu werden. Die bevorzugte
Konzentration an Schwefelsäure beträgt 40 bis 80 g/l Wasser.
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Eine Konzentration von Zinn(II)-ionen von weniger als etwa 50 g/l
ergibt eine poröse Abscheidung, ferner ergeben Konzentrationen größer als etwa 100
g/l körnige Abscheidungen. Die bevorzugte Konzentration an Zinn(II)-ionen beträgt
etwa 75 g/l Wasser.
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Es wurde gefunden, daß das Molekulargewicht des grenzflächenaktiven
Mittels in Form von Nonylphenoxy-poly(ethylenoxy)-ethanol die Struktur der Zinnabscheidung
beeinflußt, und daß die besten Abscheidungen erreicht werden, wenn das Molekulargewicht
im Bereich von etwa 740 bis 1600 und ganz besonders bevorzugt im Bereich von etwa
880 bis 1540 liegt, wobei der am stärksten bevorzugte Bereich1100 bis 1540 ist.
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Bei Verwendung eines grenzflächenaktiven Mittels mit einem Molekulargewicht
von 11 00 sollte die Konzentration des grenzflächenaktiven Mittels im Bereich von
1,5 bis 3 g/l liegen, wobei ein bevorzugter Bereich 2 bis 3 g/l Wasser ist.
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Die Konzentration des Guargums bzw. Guarharzes und die Temperatur
des Bades beeinflussen hauptsächlich den Auftrag der Beschichtung und nicht so sehr
ihre Struktur. Eine geringe Konzentration an Körper gebendem Mittel bzw. Viskositätsregler
ergibt ein geringes Zinnbeschichtungsgewicht, und eine hohe Konzentration des Guarharzes
führt dazu, daß das Bad immer mehr zu einem Gel wird, so daß eine Beschichtung unmöglich
wird. Das körpergebende Mittel bzw. der Viskositätsregler ist vorteilhafterweise
in einer Menge von 3,5 bis 9,5 g/l vorhanden, wobei die bevorzugte Menge etwa 7,5
g/l ist. Bei niedrigen Temperaturen geliert das Bad, und bei hohen Temperaturen
ist die Viskosität des Bades zu gering für einen Walzenbeschichtungsauftrag. Der
bevorzugte Temperaturbereich beträgt von 15,60C bis 43,30C (600F bis 1100F).
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Wie zuvor beschrieben, besteht ein wesentlicher Vorteil der Erfindung
darin, daß das Bad auf die plattierte Stahlbahn in kontinuierlicher Weise mittels
Walzen aufgeschichtet werden kann. Die Durchlaufgeschwindigkeiten können 61 bis
152,4 m/min (200 bis 500 feet per minute) oder höher betragen. Ein weiteres Merkmal
ist, daß die Bahn bzw. das Band auf einer oder auf beiden Seiten beschichtet werden
kann.
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Das Plattieren des Zinns aus dem auf die Bahn bzw. das Band aufgetragenen
Film ist in unerwarteter Weise wirksam, wobei 90 % oder mehr der Zinn(II)-ionen
aus der Lösung herausgeholt werden. Diese hohe Rate der Plattierungseffizienz vermeidet
die Verunreinigung des Bades durch die Zinkionen und macht es unnötig, das auf die
Bahn bzw. das Band aufgetragene Badmaterial zurückzugewinnen. Andere Vorteile umfassen
eine außergewöhnliche Steuerung der Stärke der Zinnabscheidung und der Fähigkeit
zur Ablagerung einer Zinnbeschichtung von extrem gleichförmiger Dicke.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden mehr ins einzelne
gehenden Beschreibung.
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Im folgenden wird die beste Ausführungsform zur Durchführung der Erfindung
beschrieben; Das Zinnelektroplattierungsbad und das Verfahren gemäß der Erfindung
zeichnet sich durch folgende Zusammensetzung und Betriebsparameter aus: Betriebs-
Bevorzugter bereich Bereich Optimal Schwefelsäure (g/l) 20 - 100 40 - 80 60 Zinn
(11) -ionen (g/l) 50 - 100 76 Grenzflächenakt.Mittel (Mol/Gew.) 740 -1600 880-1540
1100-1540 " (g/l) 1,5 - 3 1,5 Guargum (g/l) 1,5 -11 3,5 - 9,5 7,5 Betriebstemp.
(OC) 15,5 - 43,3 23,9 Kontaktzeit (sec) 10 - 20
+) NonyLphenoxy-poly
(ethylenoxy) -ethanol (Warenbezeichnung Igepal CO von GAF Corporation) Der Einfluß
der Betriebsparameter auf die Zinnabscheidung wurde unter Herstellung eines Standardbades
und anschliessendes Variieren jedes Parameters unter Konstanthalten der anderen
Parameter untersucht. Die Standardbadzusammensetzung und die Betriebsbedingungen
waren wie folgt: Schwefelsäure 60 g/l Zinn(II)-sulfat, berechnet als Zinn(II)-ionen
75 g/l grenzflächenaktives Mittel (Igepal CO 850) 1,5 g/l Guarharz, Viskositätsregler
7,5 g/l Betriebstemperatur 23,90C (750F) Dicke des Naßfilmes 76,2 -101,6 (3,0-4,0
mit) Badkontaktzeit 15 sec Die untersuchten Badzusammensetzungen und Betriebsparameter
waren wie folgt: Schwefelsäure 20 bis 100 g/l, wobei die Erhöhungen in Mengen von
20 g/l erfolgten Konzentration der Zinn (11)-ionen 25 bis 125 g/l, wobei die Erhöhungen
in Zungen von 25 g/l erfolgten grenzflächenaktives Mittel (Igepal CO 850) 0,5 bis
3,0 g/l,wobei die Erhöhungen in Mengen von 0,5 g/l erfolgten grenzflächenaktives
Mittel (Igepal CO) Molekulargewicht 484 (CO 530) bis 4620(C0 997) Guargum als körpergebendes
Mittel 1,5 bis 11,5 g/l, wobei die Erhöhungen in Mengen von 2,0 g/l erfolgten Temperatur
7,2 bis 51,70C, wobei die Erhöhung jeweils 8,30C betrug.
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Die Untersuchung des Molekulargewichtes des.grenzflächenaktiven Mittels
umfaßte den vollen Bereich der erhältlichen, handelsüblichen Produkte (Warenbezeichnung
Igepal CO), welche in Wasser löslich waren. Die Zunahme des Molekulargewichtes von
dem geringsten Molekulargewicht zu dem nächsten Molekulargewicht erfolgt nicht in
gleichförmiger Weise, mit Zunahme zu den höheren Werten werden die einzelnen Zunahmen
größer.
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Die Wirksamkeit der Abscheidung des Standardzinnbades wurde ebenfalls
untersucht. Bei dieser Untersuchung wurde der nasse Film auf das mit Zink elektroplattierte
Band bei einer Kontaktzeit von 15 Sekunden aufgebracht. Der nasse Film wurde dann
von den Platten abgespült, und die Abspülwässer wurden auf den Zinngehalt durch
Titration untersucht. Die Zinnabscheidung wurde von der Testplatte abgezogen und
analysiert. Die Wirksamkeit der Zinnabscheidung wurde mit folgender Gleichung berechnet:
abgeschiedenes Zinn (mg/Gesamtfläche in 6,45 cm²) x 100 Gesamtzinn in Abscheidung
und Spülflüssigkeiten (mg/6,45 cm²) Die zur Bestimmung der Zinnabscheidungen angewandten
Tests waren: 1. Zinnüberzugsgewicht 2. Ergebnisse des Porositätstests der Abscheidung
3. Abtastelektronenmikroskop (SEM) 4. durch Hitze induzierte Zinnentnetzung Diese
Tests wurden angewandt, um die Effekte der variierten Betriebsparameter oder der
variierten Badzusammensetzung auf die Effizienz der Abscheidung und die Produkteigenschaften
zu bestimmen. Das Gewicht der Zinnbeschichtung zeigt irgendwelche Veränderungen
in der Abscheidungsrate bei Variation der Betriebsparameter. Die Porosität zeigt
die Anzahl der Poren in dem Überzug und
ist eine Anzeige der Veränderungen
in der Uberzugsporosität bei Veränderung der Betriebsparameter. Weniger poröse Zinnüberzüge
werden als erwünscht angesehen. Die Überzugstruktur wurde bei einer Vergrößerung
2000X mittels Elektronenabtastmikroskop bestimmt, um die Veränderungen in der Abscheidung
bei Variation der Betriebsparameter festzustellen. Eine glatte, gut strukturierte
Abscheidung wurde als wünschenswerter als eine körnige Abscheidung angesehen.
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Die Effekte jeder Betriebsvariablen auf die Überzugseigenschaften
sind in den folgenden Tabellen I bis VI angegeben. Alle der untersuchten Variablen
mit Ausnahme der Temperatur besaßen einigen Einfluß auf die überzugseigenschaften.
Jedoch sind gute überzugseigenschaften in einem breiten Bereich aller Variablen
erzielbar.
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Der Einfluß der Schwefelsäurekonzentration auf die Zinnabscheidung
wurde untersucht. Diese in der Tabelle I gezeigten Ergebnisse zeigen, daß die Zinnüberzugsstruktur
bei einer Vergrößerung von 2000X beeinflußt wird, wenn die Säurekonzentration bei
den Extremwerten von 20 g/l bzw. 100 g/l liegt. Bei diesen Säurekonzentrationen
verändert sich die überzugsstruktur von einem glatten, matten Aussehen zu einer
körnigen, kristallinen Struktur.
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Keine anderen überzugseigenschaften werden durch die Konzentration
der Schwefelsäure im Bad herbeigeführt.
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Der Einfluß der Konzentration an Zinn(II)-ionen auf den Überzug ist
in der Tabelle II gezeigt. Die Ergebnisse zeigen, daß Konzentrationen an Zinn(II)-ionen
oberhalb von 100 g/l nicht beibehalten werden können. Bei hohen Konzentrationen
fallen die Zinn(II)-ionen aus der Lösung als Zinnoxyverbindungen und/oder Zinnhydroxid
aus. Bei der niedrigsten untersuchten Konzentration an Zinn(II)-ionen ist die Menge
an Zinn in dem aufgetragenen nassen Film von 76,2 bis 101,6 e (3 bis 4 mil) zu gering,
um eine kontinuierliche Abscheidung herbeizuführen. Diese dünneren Abscheidungen
aus einem Bad mit geringer
Zinn(II)-ionenkonzentration zeigen ebenfalls
eine stärkere Porosität des Überzuges. Bei dem Bad mit hoher Zinn(II)-ionenkonzentration
(100 g/l) wurde eine Abscheidung erhalten, die eine körnige, kristalline Struktur
bei der Beobachtung mit einer Vergrößerung von 2000X zeigt.
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Der Einfluß der Konzentration an grenzflächenaktivem Mittel (Warenbezeichnung
Igepal CO 850) im Bad ist in Tabelle III gezeigt. Die aus Bädern mit einem Gehalt
von 0,5 bis 1,0 g/l des grenzflächenaktiven Mittels (Igepal CO 850) waren körnig,
schlecht strukturiert und porös. Beim Erhöhen der Konzentration an grenzflächenaktivemMittel
auf 1,5 g/l oder mehr ergaben sich Abscheidungen, welche glatt, gut strukturiert,
weniger porös waren und weniger anfällig gegenüber einem durch Hitze induzierten
Entnetzen. Es sei darauf hingewiesen, daß diese Untersuchung der Variablen der einzige
Versuch war, wo eine durch Hitze induzierte Entnetzung des überzugs auftrat. Es
ist nicht ohne weiteres einzusehen, warum die Entnetzung nur bei dieser Reihe von
Versuchen auftrat. Ebenfalls trat die Entnetzung nicht bei porösen, körnigen über
zügen auf, die hergestellt wurden, wenn andere Badkomponenten hinsichtlich der Konzentration
geändert wurden. Andere Faktoren als die überzugsstruktur müssen zu der Erscheinung
der durch Hitze induzierten Entnetzung beitragen. Weiterhin wurde aus den Werten
festgestellt, daß bei einer Konzentration von 0,5 g/l grenzflächenaktivem Mittel
(Igepal CO 850) die Zinnabscheidung leichter als bei den anderen Ansätzen in den
Versuchsreihen war. Wahrscheinlich schloß die sehr geringe Konzentration an grenzflächenaktivem
Mittel im Bad ein angemessenes Benetzen der Zinkoberfläche aus. Als Folge hiervon
wird die Zinnabscheidung bei den nichtbenetzten Flächen nur sehr schwach oder sogar
nicht existent.
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Der Effekt des Molekulargewichtes der grenzflächenaktiven Mittel (Reihe
der Igepal CO-Produkte) im Bad auf die Zinnabscheidung ist in Tabelle IV gezeigt.
Diese Reihe von nichtionischen
grenzflächenaktiven Mitteln reichen
im Molekulargewicht von 484 bis 6420, und sie stellen die im Handel von diesem Produkt
erhältlichen wasserlöslichen Molekulargewichte hinsichtlich des niedrigsten und
des höchsten Wertes dar. Diese Untersuchungen zeigen, daß die Produkte mit niedrigeren
(484 bis 616) und höheren (1980 bis 4620) Molekulargewichten poröse Überzüge bilden.
Weiterhin bilden die grenzflächenaktiven Mittel mit geringerem Molekulargewicht
körnige, schlecht strukturierte Abscheidungen im Vergleich zu Abscheidungen aus
Bädern, welche Netzmittel mit mittlerem oder hohem Molekulargewicht enthalten.
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Der Einfluß der Veränderung der Konzentration des körpergebenden Mittels
bzw. Viskositätsreglers in Form des Guargums bzw. Guarharzes im Bad auf die Zinnabscheidung
ist in Tabelle V gezeigt. Die Ergebnisse zeigen, daß die geringste Konzentration
an Viskositätsregler ein geringes Zinnüberzugsgewicht ergibt. Eine geringe Konzentration
an Guargum erteilt dem Bad keine ausreichende Viskosität, um den Auftrag einer Naßfilmdicke
bei den Testplatten von 76,2 bis 101,6 µm zu erreichen. Umgekehrt ergibt die höchste
Guargum-Konzentration im Bad eine Gelierung des Bades und verhindert den Auftrag
eines gleichförmigen Naßfilmes auf der Platte. Keine anderen Einflüsse können der
Konzentration an Viskositätsregler im Bad zugeschrieben werden, da alle Zinnüberzüge
bei diesem Experiment eine gute Struktur und gute Eigenschaften zeigten.
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Der Einfluß der Badtemperatur auf die Zinnabscheidung ist in Tabelle
VI gezeigt. Die Ergebnisse zeigen, daß Änderungen von 8,3°C in der Temperatur von
15,6°C bis 43,3°C (60 bis 1100F) die Zinnabscheidung nicht beeinflussen. Bei 7,20C
(450F) geliert der Guargum-Viskositätsregler, und das Bad kann nicht durch Abziehenlassen
aufgetragen werden. Bei Temperaturen oberhalb von 43,30C (1100F) nimmt die Viskosität
des Viskositätsreglers für das Bad rasch ab, und ein Naßfilm von 76,2 bis 101,6
µm (3 bis 4 mil)
des Bades kann auf die Testplatten nicht aufgebracht
werden. Kein anderer Einfluß der Temperatur wurde bei dieser untersuchung festgestellt.
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TABELLE I EINFLUSS DER SCHWEFELSÄUREKONZENTRATION Zinnüberzug Ergebnisse
Struktur der Zinn-H2SO4-Konzentration des Porosi- beschichtung bei Gewicht in Dicke
in µm im Bad (g/l) tätstests 2000X im SEM mg/6,45 cm² 20 10,9 0,762 mäßig körnig
(kristallin) 40 12,9 0,889 " glatt 60+ 12,5 0,864 " glatt 80 12,5 0,838 " glatt
100 11,6 0,813 " körnig (kristallin) + 60 g/l = Standardbadkonzentration
TABELLE
II EINFLUSS DER ZINNKONZENTRATION Konzentration an Zinn(II)-ionen im Zinnüberzug
Ergebnisse Struktur der Zinn-Bad (g/l) des Porosi-Gewicht in Dicke in µm beschichtung
bei tätstests mg/6,45 cm² 2000X im SEM 25 5,3 0,356 stark glatt 50 9,2 0,635 stark
glatt 75+ 11,6 0,813 mäßig glatt 100 15,8 1,092 mäßig körnig 125 Aus dem Bad fiel
Zinn als Folge der hohen Konzentration aus. Das Bad wurde wegen der starken Ausfällung
und der Erschöpfung an Zinn(II)-ionen nicht benutzt.
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+ 75 g/l = Standardbadkonzentration
TABELLE III EINFLUSS
DER KONZENTRATION AN GRENZFLÄCHENAKTIVEM MITTEL Konzentration IM Bad (g/l) Zinnüberzug
Porositäts- Struktur der Zinn-(Igepal CO 850) Gewicht in Dicke in µm testergeb-
beschichtung bei mg/6,45 cm² nisse 2000X im SEM 0,5 5,4 0,356 stark körnig 1,0 7,7
0,533 stark körnig 1,5+ 7,2 0,508 stark glatt 2,0 9,0 0,635 mäßig glatt 2,5 8,6
0,584 mäßig glatt 3,0 9,6 0,660 mäßig glatt + 1,5 g/l = Standardbadkonzentration
TABELLE
IV EINFLUSS DER MOLEKULARGEWICHTS DES NETZMITTELS Netzmittel++ Zinnüberzug Porositäts-
Struktur der Zinntestergeb- beschichtung bei Bezeichnung Molekular- Gewicht in Dicke
in µm nisse 2000X im SEM gewicht mg/6,45 cm² 530 484 9,2 0,635 stark körnig 610
572 10,2 0,711 stark körnig 630 616 10,7 0,737 mäßig körnig 720 748 8,5 0,584 mäßig
schwach körnig 730 880 6,4 0,432 stark glatt 850+ 1100 7,2 0,483 mäßig glatt 887
1540 6,3 0,432 mäßig glatt 897 1980 5,3 0,356 stark glatt 997 2420 6,8 0,457 stark
glatt 997 4620 6,7 0,457 stark glatt ++ Igepal CO-Produkte + 850 = Molekulargewicht
für Standardbad
TABELLE V EINFLUSS DER KONZENTRATION AN VISKOSITÄTSREGLER
(GUARHARZ) Konzentration Zinnüberzug Porositäts- Struktur der Zinnan Guargum im
testergeb- beschichtung bei Bad (g/l) Gewicht in Dicke in µm nisse 2000X im SEM
mg/6,45 cm² 1,5 5,9 0,406 mäßig glatt 3,5 8,4 0,584 mäßig glatt 5,5 9,3 0,635 mäßig
glatt 7,5 9,2 0,635 mäßig glatt 9,5 8,9 0,610 mäßig glatt 11,5 10,2 0,711 mäßig
glatt + 7,5 g/l = Standardbadkonzentration
TABELLE VI EINFLUSS
DER TEMPERATUR Zinnüberzug Temperatur der auf- Porositäts- Struktur der Zinngetragenen
Naßfilms Gewicht in Dicke in µm testergeb- beschichtung bei mg/6,45 cm² nisse 2000X
im SEM (°C/°F) 7,2 / 45 Die Badlösung erstarrte - ein Auftrag durch Abziehen war
möglich.
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15,6 / 60 13,6 0,940 mäßig glatt 23,9 / 75+ 11,3 0,787 mäßig glatt
32,2 / 90 10,9 0,762 mäßig glatt 43,3 / 110 10,9 0,762 mäßig glatt 51,7 / 125 Die
Badviskosität fiel ab - ein Auftrag durch Herabziehen eines Naßfilmes von 76,2 bis
101,6 µm war nicht möglich.
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+ 23,9°C = Standardbadtemperatur