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BQschreibung
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Kernbrennstoffbündel für einen Siedewasserreaktor Die vorliegende
Erfindung bezieht sich allgemein auf Kernreaktoren und mehr im besonderen für eine
Brennstoffbündel-Anordnung für einen Siedewasserreaktor.
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In einem Kernbrennstoffreaktor absorbiert ein Atom eines spaltbaren
Kernbrennstoffes, wie U 35 ein Neutron in seinem Kern und erleidet eine Kernspaltung,
die im Durchschnitt zwei Spalt fragmente geringeren Atomgewichtes mit großer kinetischer
Energie und mehrere Neutronen. ebenfalls hoher Energie erzeugt.
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In einem typischen Siedewasserreaktor (Englisch abgekürzt BWP')liegt
der Kernbrennstoff in Form von Kernbrennstoffstäben vor, deren jeder eine Vielzahl
gesinterter Pellets enthält, die in einem langgestreckten Umhüllungsrohr eingeschlossen
sind. Gruppen solcher Brennstoffstäbe sind durch obere und untere Halteplatten abgestützt
und bilden separat ersetzbare Kernbrennstoffbündel.
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Eine ausreichende Zahl solcher Kernbrennstoffbündel ist in einer Matrix
angeordnet, die einem rechteckigen kreisförmigen Zylinder angenähert ist, um den
Kern des Kernreaktors zu bilden, der zu einer selbst aufrechterhaltenen Spaltreaktion
in der Lage ist.
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Die kinetische Energie der Spaltprodukte wird als Wärme in den Kernbrennstoffstäben
verteilt. Weiter wird Energie durch die Neutronen, Gammastrahlen und andere Strahlung,
die sich aus dem Spaltprozeß ergibt, in der Brennstoffstruktur und in dem Moderator
abgelagert. Der gesamte Kern ist in ein Kühlmittel eingetaucht, das z. B. Wasser
sein kann, und das die
Wärme entfernt, die dann zur Leistung brauchbarer
Arbeit extrahiert werden kann. Ist das Kühlmittel Wasser, dann wirkt es auch als
Neutronenmoderator, der die Neutronen verlangsamt, so daß sie eine weitere Spaltungsreaktion
in Gang setzen können.
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Der üblicherweise benutzte Kernbrennstoff für mit Wasser gekühlte
und moderierte Kernreaktoren umfaßt Urandioxid, von dem etwa 0,7 bis etwa 5 Gew.-%
spaltbares U235 ' gemischt mit brütbarem U238. Während des Reaktorbetriebes wird
ein Teil des brütbaren U238 in spaltbares Pu239 und Pu241 umgewandelt. Das U238
ist auch spaltbar, jedoch nur für Neutronen hoher Energie.
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Das Verhältnis an spaltbarem Material, das erzeugt wird, wie das genannte
Pu239 und Pu241, zum spaltbaren Material das durch die Spaltung zerstört wird, wie
U235, Pu239 und Pu241 ist als das Umwandlungsverhältnis definiert.
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Soll der Reaktor auf einem stetigen Leistungsniveau betrieben werden,
dann muß die Zahl der durch die Spaltung gebildeten Neutronen konstant bleiben.
Das heißt, jede Spaltreaktion-muß netto ein Neutron erzeugen, das eine nachfolgende
Spaltungsreaktion einleitet, so daß der Betrieb sich selbst aufrechterhält. Der
Betrieb ist charakterisiert durch einen effektiven Multiplikationsfaktor keff, der
für einen stetigen Betrieb eins sein muß. Es ist zu bemerken, daß der effektive
Multiplikationsfaktor keff der Neutronenreproduktionsfaktor des Kernreaktors als
Ganzes ist, und daß dieser zu unterscheiden ist von dem lokalen oder unendlichen
Multiplikationsfaktor kino, der eine Neutronenreproduktion eines unendlich großen
Systems definiert, das die gleiche Zusammensetzung und die gleichen Eigenschaften
hat, wie der lokale Bereich, des in Frage stehenden Reaktorkernes.
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Während des Betriebes veramrt der spaltbare Brennstoff und einige
der Spaltprodukte sind sogar Neutronenabsorber oder "Gifte".
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Um dies auszugleichen, ist der Reaktor normalerweise mit einem anfänglichen
Überschuß an Kernbrennstoff versehen, der zu einer anfänglichen Überschußreaktivität
führt. Diese anfängliche Überschußreaktivität
erfordert ein Steuersystem,
um den effektiven Multiplikationsfaktor während des Reaktorbetriebes bei eins zu
halten, und ihn unter eins zu vermindern, falls erforderlich ist, den Reaktor abzuschalten.
Das Steuersystem nutzt üblicherweise neutronenabsorbierendes Material, das die Neutronenerzeugung
durch Absorption von Neutronen steuert, die keine Spaltung zur Folge haben.
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Zumindest ein Teil des neutronenabsorbierenden Materials wird in eine
Vielzahl selektiv betätigbarer Steuerstäbe eingeführt, die vom Boden des Kernes
aus nach Bedarf axial eingeführt werden, um das Leistungsniveau und die -verteilung
einzustellen, oder den Kern abzuschalten. Abbrennbare Absorber können in einige
der Kernbrennstoffstäbe eingeführt werden, um die Menge an erforderlicher mechanischer
Steuerung möglichst gering zu halten. Ein abbrennbarer Absorber ist ein Neutronenabsorber,
der durch Neutronenabsorption in ein Material umgewandelt wird, das weniger fähig
ist, Neutronen zu absorbieren. Ein bekannter abbrennbarer Absorber ist Gadolinium,
üblicherweise in Form von Gadoliniumoxid. Die ungradzahligen Isotopen des Gadoliniums
(cd155 und Gd157) haben sehr große Einfangquerschnitte für thermische Neutronen.
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Die verfügbaren abbrennbaren Absorber weisen eine unerwünschte Neutronenabsorption
gegen Ende des Brennstoffzyklus auf, da sie sich in neutronenabsorbierende Isotope
umwandeln, die geringe Neutronenabsorptionsquerschnitte aufweisen. So verarmt Gadolinium,
wenn es als abbrennbarer Absorber benutzt wird, zwar rasch an den einen hohen Einfangquerschnitt
aufweisenden Isotopen Gd155und Gd157, doch es bleibt eine Restabsorption durch die
geradzahligen Gadoliniumisotope Gd154, Gd156 und Gd158.
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Wie bekannt, arbeiten abbrennbare Absorber, wie Gadolinium, in einer
selbstabgeschirmten Weise, wenn sie in ausreichender Konzentration vorhanden sind.
Das bedeutet, daß wenn man sie dem Neutronenfluß aussetzt, die Neutronenabsorption
im wesentlichen
an der äußeren Oberfläche des Absorbers stattfindet,
so daß das Absorbervolumen radial mit einer Geschwindigkeit schrumpft die von der
Konzentration des Absorbers abhängt. Es ist so möglich, durch eine geeignete Auswahl
der Zahl der Absorber enthaltenden Bereiche und der Absorberkonzentrationen darin
eine erwünschte Variation des Absorptionswertes über ein oder mehrere Betriebszyklen
des Reaktors zu schaffen.
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Während des Reaktorbetriebes nimmt der Prozentgehalt von Dampfblasen
gegen den oberen Teil des'Kernes hin zu. Dies führt zu einer verminderten Moderation
in diesen oberen Bereichen des Kernes und somit zu einer Leistungsverteilung, die
gegen die unteren Bereiche des Kernes hin zunimmt. Es ist bekannt, dies dadurch
zu kompensieren, daß man den abbrennbaren Absorber axial inhomogen verteilt. Es
wird eine Anzahl von Kernbrennstoffstäben mit abbrennbarem Absorber bereitgestellt,
dessen Verteilung derart ist, daß er in Richtung auf den axialen Bereich mit dem
Reaktivitätsmaximum im heißen Betriebszustand konzentriert ist. Eine typische Konfiguration
hierfür ist in der US-PS 3 799 839 beschrieben.
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Für den kalten abgeschalteten Zustand ist die Situation jedoch völlig
anders. Im kalten Zustand ist der obere Teil eines bestrahlten Kernes eines Siedewasserreaktors
reaktiver als der Bodenteil wegen der größeren Plutoniumerzeugung und der geringeren
V235-Zerstörung, während des Betriebes im oberen Teil (größeres Umwandlungsverhältnis
und geringerer Abbrand im oberen Teil des Kernes). Im kalten abgeschalteten Zustand
sind die Dampfblasen im oberen Teil des Kernes beseitigt und machen so den oberen
Teil des Kernes reaktiver als den Bodenteil.
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Typische Standards erfordern einen Reaktivitäts-Abschaltspielraum
von 0,38 % (keff kleiner als 0,9962), wobei irgendein Steuerstab sich außerhalb
des Kernes befindet. Um einen Spielraum für Vorhersageunsicherheiten zu haben, wird
üblicherweise ein vorhergesagter Abschaltspielraum von 1 % <keff weniger als
0,99), der durch die Steuerstäbe und die abbrennbaren Absorber zu liefern ist, als
Grundlage für den Entwurf des Reaktorkernes benutzt.
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Während das axiale Leistungsprofil durch Bereitstellung größerer Mengen
von abbrennbarem Absorber in den unteren Abschnitt des Reaktorkernes in gewünschter
Weise eingestellt werden kann, führt die optimale Absorberverteilung für ein optimiertes
axiales Leistungsprofil doch nicht zu einem angemessenen Spielraum für den kalten
abgeschalteten Zustand. Um die Anforderungen für den kalten abgeschalteten Zustand
zu erfüllen, ist es üblicherweise erforderlich, mit einem Überschuß an abbrennbaen
Wbsorberresten zu entwerfen, der die Anforderungen an die anfängliche Anreicherung
und das Uranerz erschwert und die Kosten für den Brennstoffzyklus des Reaktors erhöht.
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Ein weiteres Problem besteht darin, daß Gadoliniumoxid die thermische
Leitfähigkeit der Brennstoffstäbe vermindert und die Abgabe von Spaltgas erhöht.
Die Gadoliumoxid enthaltenden Stäbe sind daher häufig die am meisten beschränkenden
Stäbe in dem Kernbrennstoffbündel und müssen daher in einem Bereich des Reaktors
angeordnet sein, der ein geringeres Leistungsniveau hat, was sich nachteilig auf
die örtliche Leistungsverteilung auswirkt. Der Anteil der Leistungsverminderung,
der erforderlich ist, hängt von der Gadpliniumoxidkonzentration ab, wird jedoch
ein ernstes Problem in Brennstoffbündeln für ausgedehnten Abbrand und/oder für Zyklen
hoher Energie, bei denen erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentrationen erforderlich sind,
um einen angemessenen Spielraum für den kalten abgeschalteten Zustand zu schaffen.
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Die für den heißen Betriebs zustand und den kalten abgeschalteten
Zustand erforderlichen Spielräume erfordern somit im Wettbewerb stehende Einschränkungen
bei dem Entwurf des Reaktorkernes und haben daher das Erreichen einer optimalen
Kernkonfiguration verhindert.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Konfiguration eines
Kernbrennstoffbündels, die es gestattet, den Spielraum für den kalten abgeschalteten
Zustand zu erfüllen, wobei nur minimale Nachteile für die Betriebswirksamkeit in
Kauf zu nehmen
sind. Die erfindungsgemäße Konfiguration minimalisiert
die am Ende des Zyklus in den abbrennbaren Absorbern noch vorhandene Reaktivität,
sie minimalisiert die Anforderungen an die anfängliche Anreicherung, ermöglicht
den Einsatz größerer Konzentrationen abbrennbarer Absorber und nutzt diese optimal
und maximalisiert die Flexibilität hinsichtlich der Verteilung des abbrennbaren
Absorbers zur Steuerung des axialen Leistungsprofils.
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Allgemein werden die vorgenannten Vorteile durch Schaffung eines Kernbrennstoffbündels
erreicht, das eine Komponente aus spaltbarem Material umfaßt, die über ein beträchtliches
axiales Ausmaß des Kernbrennstoffbündels verteilt ist und außerdem eine Komponente
aus neutronenabsorbierendem Material mit einer axialen Verteilung, die charakterisiert
ist durch eine Konzentrierung in einer relativ kurzen axialen Zone, die als die
"Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand" bezeichnet wird und die mindestens
teilweise einem Abschnitt des axialen Bereiches entspricht, in dem die Reaktivität
im kalten abgeschalteten Zustand ein Maximum erreicht, d. h. in dem der Neutronenfluß
im kalten abgeschalteten Zustand einen Spitzenwert aufweist. Hierzu wird das Kernbrennstoffbündel
mit einer größeren Konzentration an abbrennbarem Absorber oder einer größeren Zahl
über den Querschnitt verteilter Bereiche mit abbrennbarem Absorber in dem Steuerbereich
für den kalten abgeschalteten Zustand versehen. Dieser Steuerbereich für den kalten
abgeschalteten Zustand gestattet die Verminderung des abbrennbaren Absorbers in
anderen Bereichen im oberen und mittleren Teil des Kernes. Dies gestattet eine Verminderung
des Gesamtgehaltes des Kernbrennstoffbündels an abbrennbarem Absorber und erleichtert
eine optimale Verteilung des abbrennbaren Absorbers.
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Die axiale Verteilung der Komponente aus neutronenabsorbierendem Material
schließt üblicherweise Abschnitte ein, die sich über den größten Teil oder die gesamte
axiale Ausdehnung des spaltbaren Materials erstrecken, um das erwünschte axiale
Leistungsprofil
zu ermöglichen, wobei diese axiale Verteilung durch eine zusätzliche Konzentrierung
in einer axialen Zone charakterisiert ist, die zumindest teilweise einem Abschnitt
der axialen Region entspricht, indem der Kern im heißen Betriebszustand eine maximale
Reaktivität erreicht. Diese letztgenannte Zone, die auch als "heiße Betriebssteuerzone"
bezeichnet ist, ist üblicherweise länger als die Steuerzone für den kalten abgeschalteten
Zustand, und sie befindet sich nahe dem Boden des Kernbrennstoffbündels.
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Die Komponente aus neutronenabsorbierendem Material ist geeigneterweise
in mindestens einige der Kernbrennstoffstäbe eingebracht. Die Konzentrierung in
der Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand kann zumindest teilweise dadurch
erreicht werden, daß ein oder mehrere Brennstoffstäbeden Absorber nur in dieser
Steuer zone für den kalten angeschalteten Zustand aufweisen. Wird Gadoliniumoxid
als neutronenabsorbierendes Material benutzt, dann kann die Konzentration an Gadoliniumoxid
in diesen Stäben höher sein als in den anderen Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäben,
da der Gesamtbeitrag dieser kurzen Segmente mit hoher Gadoliniumoxid-Konzentration
zum internen Gasdruck gering ist.
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Durch Konfigurieren des Kernbrennstoffbündels mit der höchsten Konzentration
und der größten Zahl von Bereichen mit abbrennbarem Absorber in der Steuer zone
für den kalten abgeschalteten Zustand, wird daher der Wert an brennbarem Absorber
für den kalten abgeschalteten Zustand maximiert. Gleichzeitig findet diese Absorberkonzentrierung
in dem Bereich verminderter Neutronenbedeutung des Kernes im heißen Betriebszustand
statt, so daß sie eine minimale Auswirkung auf die axiale Leistungsverteilung im
heißen Betriebszustand hat. Außerdem wirkt sich die Restabsorption durch das Gadoliniumoxid
in der kalten Reaktivitätszone minimal im heißen Betriebszustand, aber maximal im
kalten abgeschalteten Zustand aus. Dadurch werden die nachteiligen Brennstoffzyklus-Auswirkungen
minimalisiert.
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Die Kernbrennstoffstäbe, die nur das kurze Gadoliniumoxid-haltige
Segment in der Steuer zone für den kalten abgeschalteten Zustand aufweisen, können
in Gitterposi'ciznen angeordnet werden, die normalerweise für Gadciiniumoxid verboten
sind, wie diagonal benachbart den Eckstäben des Kernbrennstoffbündels, ohne daß
sie eine nachteilige Auswirkung auf die Interpretation der im Kern befindlichen
Instrumente haben und ohne daß sie eine Anreicherungsverminderung in diesen Brennstoffstäben
erfordern, um eine Anpassung an die durch das.Gadoliniumoxid verursachte Spaltgasabgabe
erreichen.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Konzentrierung
des neutronenabsorbierenden Materials in der Steuerzone für den kalten abgeschalteten
Zustand ergänzt werden durch eine verminderte Brennstoffanreicherung in dieser Steuerzone
für den kalten angeschalteten Zustand. Die verminderte Anreicherung kann auf die
Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäbe begrenzt werden, indem man dadurch die
Brennstoffherstellung vereinfacht. Die verminderte Anreicherung in der Steuerzone
für den kalten abgeschalteten Zustand macht einen wirksameren Gebrauch der-Neutronen
als die Erhöhung Gadoliniumoxidgehaltes in dieser Zone. Die Anforderungen an den
Bestand an spaltbarem Material zu Erzielung eines gegebenen Abbrandes werden vermindert.
Die Reaktivitätsabnahme aufgrund der verminderten Anreicherung herrscht während
der Aufenthaltszeit des Kernbrennstoffbündel im Reaktorkern vor, während die abbrennbaren
Absorber die Reaktivität hauptsächlich während des ersten Zyklus bis zur Wiederauffüllung
mit Brennstoff vermindern. Für eine festgelegte Spitzenanreicherung vermindert die
geringere Anreicherung in der Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand den
Abbrand und erschwert das Auftreten von Spitzen im axialen Leistungsprofil stärker
als dies eine erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentration in dieser Zone täte . Daher ist
es vorteilhaft, eine Kombination aus verminderter Anreicherung und erhöhtem Gadoliniumoxidgehalt
zu benutzen.
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Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert. Im einzelnen zeigen: Figur 1 eine schematische Darstellung eines
wassergekühlten und -moderierten Kernreaktors, Figur 2 eine schematische Ansicht
des allgemeinen Layouts des Kernes eines Kernbrennstoffreaktors, Figur 3 eine vereinfachte
teilweise weggeschnittene isometrische Ansicht einer der Brennstoffzellen im Kern,
Figur 4 eine schematische Querschnittsansicht eines Kernbrennstoffbündels gemäß
der vorliegenden Erfindung, Figuren 5A - H die Zusammensetzungen auf der Längsachse
verschiedene Ausführungsformen der Kernbrennstoffbündel gemäß der vorliegenden Erfindung,
Figuren 6A - H die Zusammensetzungen auf der Längsachse der Gadoliniumoxid enthaltenden
Kernbrennstoffstäbe in den Kernbrennstoffbündeln der Figuren 5A - H, Figur 7A eine
graphische Darstellung der relativen Leistung eines Reaktors im heißen Bet~ 2bszustand
und Figur 7B eine graphische Darstellung der relativen Leistung eines Reaktors im
kalten abgeschalteten Zustand, in dem sich ein Kontrollstab außerhalb des Reaktorkernes
befindet.
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Figur 1 zeigt eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Wasser-gekühlten
und -moderierten Kernreaktorsystems 10 in schematischer Form von der Art des Siedewasserreaktors.
Dieses System schließt einen Druckkessel 11 ein, innerhalb dessen ein Reaktorkern
12 angeordnet ist, der in einen Kühlmittel-Moderator eingetaucht ist, wie leichtes
Wasser. Der Kern 12
umfaßt eine Vielzahl von Brennstoffzellen 13,
die von einer ringförmigen Umhüllung 14 umgeben sind. Jede Brennstoffzelle schließt
vier Brennstoffbündel 15 sowie einen Steuerstab 16 ein. Die Brennstoffzellen sind
durch ein oberes Kerngitter 18 und eine untere Kernplatte 19 im Abstand voneinander
gehalten und sie werden an ihren jeweiligen Bodenteilen durch geeignete Träger 20
abgestützt. Die Steuerstäbe können selektiv zwischen die Kernbrennstoffbündel einführbar
sein, um die Reaktivität des Kernes zu steuern. Mit jedem Steuerstab ist ein Steuerstab-Führungsrohr
21 verbunden, das den Steuerstab führt, wenn er nach unterhalb des Kernes herausgezogen
ist.
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Figur 2 zeigt eine schematische Draufsicht der Art und Weise, in der
die Brennstoffzellen 13 innerhalb des Kernes 12 angeordnet sind. Ein typischer Kern
würde in der Größenordnung von 300 bis 900 Kernbrennstoffbündel enthalten.
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Der Teil des Druckkessels 11 unterhalb des Kernes 12 bildet eine Zuführungskammer
22 für das Kühlmittel, während der Teil des Druckkessels 11 oberhalb des Kernes
eine Anordnung 25 zum Trennen und Trocknen des gebildeten Dampfes enthält.
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Im Betrieb setzt eine Kühlmittelzirkulationspumpe 27 das Kühlmittel
in der Kühlmittel-Zuführungskammer 22 unter Druck und drückt es so durch den Kern
12 nach oben. Das Kühlmittel absorbiert Wärme, die durch Spaltreaktion innerhalb
des Kernes erzeugt wird, und dabei wird ein Teil des Kühlmittels in Dampf umgewandelt,
der durch die Anordnung 25 zum Abtennen und Trocknen des Dampfes und zu einer Nutzungsvorrichtung,
wie einer Turbine 30 geführt wird. Ein Kühler 32, der in Reihe mit der Turbine angeordnet
ist, kondensiert den aus der Turbine austretenden Dampf und das Kondensat wird als
Zuführwasser mittels einer Kondensatrückführungspumpe 35 der Einlaßseite der Kühlmittelzirkulationspumpe
27 zugeführt.
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Figur 3 zeigt die Struktur einer der Brennstoffzellen 13.
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Der Steuerstab 16 hat ein kreuzförmiges Profil, das Steuerblätter
40 aufweist, von denen jedes zwischen zwei benachbarten Kernbrennstoffbündel angeordnet
ist. Jedes Kernbrennstoffbündel
15 umfaßt eine Vielzahl langer
Kernbrennstoffstäbe 42, die in oberen und unteren Halteplatten 45 und 46 gehalten
ist, wobei jedes Kernbrennstoffbündel 15 von einem rohrförmigen Strömungskanal 48
mit rechteckigem Querschnitt umgeben ist. Der untere Teil des Kernbrennstoffbündels
ist mit einer Nase 50 versehen, die öffnungen 52 aufweist, durch die das Kühlmittel-Wasser
eindringen kann, um innerhalb des Strömungskanales 48 entlang den Kernbrennstoffstäben
42 nach oben zu strömen. Die Nase 50 ist so ausgebildet, daß sie in entsprechend
ausgebildete,nicht dargestellte Ausnehmungen in den Trägern 20 für die Kernbrennstoffbündel
paßt.
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Jeder Kernbrennstoffstab weist ein zylindrisches Umhüllungsrohr auf,
das eine Vielzahl gesinterter Pellets aus angereichertem Uran- und/oder Plutoniumoxid-Brennstoff
enthält. Die Anreicherung variiert innerhalb eines Kernbrennstoffbündels von Stab
zu Stab üblicherweise über einen Bereich von etwa 0,7 bis 5 Gew.-% spaltbarem Material,
was einen Durchschnitt von etwa 1,5 bis 3,5 Gew.-E an spaltbarem Material ergibt.
Natürlich vorkommendes Uran enthält 0,7 Gew.-% spaltbares Material. Die Kernbrennstoffstäbe
können einen Durchmesser von etwa 1,3 cm haben, und sie sind etwa 3,60 - 4,50 m
lang.
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Figur 4 zeigt eine schematische Ansicht der horizontalen Verteilung
der Brennstoffstäbe in einan typischen Kernbrennstoffbündel gemäß der vorliegenden
Erfindung, das zum Wiederbeladen des Reaktors benutzt wird. Die Brennstoffstäbe
42 sind in einer 8 x 8 Matrix angeordnet, wobei zwei der zentralen Brennstoffstabstellen
von Wasserkanälen 55 eingenommen werden, die manchmal auch als Wasserstäbe" bezeichnet
werden. Zehn der Brennstoffstäbe, die mit der Bezugsziffer 57 bezeichnet sind1 enthalten
einen abbrennbaren-Absorber in Form von Gadoliniumoxid und sie sind mit einem dickeren
Kreis mit einer Codebezeichnung darin (G1, G2, G3 oder G4) veranschaulicht. Die
übrigen-52 Brennstoffstäbe weisen kein Gadoliniumoxid auf und sie sind durch einen
Kreis mit einer Zahl darin veranschaulicht,
die den Gewichtsprozentgehalt
an U 35 angibt, der im vorliegenden Falle im Bereich von 1,60 bis 3,95 Gew.-% liegt.
Die Variation der Anreicherung horizontal übor r das Kernbrennstoffbündel 15 und
die jeweiligen Stellen, an denen sich die Gadoliniumoxid enthaltenden Stäbe 57 befinden,
sind durch bekannte Betrachtungen diktiert, die nicht im einzelnen diskutiert werden,
da sie nicht Teil der vorliegenden Erfindung sind.
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Die besondere Konfiguration der G1-, G2-, G3- und G4-Stäbe bestimmt
das axiale Leistungsprofil sowie die Steuereigenschaften des Kernbrennstoffbündels
im kalten abgeschalteten Zustand.
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Es werden im folgenden verschiedene Ausführungsformen beschrieben.
Die Figuren 5A bis G veranschaulichen die axiale Zusammensetzung von sieben Ausführungsformen
von Kernbrennstoffbündeln, während die Figuren 6A - G die axiale Zusammensetzung
der Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäbe dieser sieben Ausführungsformen
zeigen.
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Man sollte sich daran erinnern, daß das Kernbrennstoffbündel mit einer
relativen Verstärkung des Gadoliniumoxides in einer gegebenen axialen Zone versehen
werden kann, indem man die Zahl der Gadoliniumoxid enthaltenden Stäbe innerhalb
dieser Zone erhöht oder indem die Konzentration des Gadoliniumoxids innerhalb einer
festgelegten Anzahl von Stäben in dieser Zone erhöht. In den in der vorliegenden
Erfindung benutzten Konzentrationen (2 - 5 Gew.-%) ist das gesamte Gadoliniumoxid
selbst abgeschirmt.
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Figur 5A gibt eine schematische Darstellung der Zusammensetzung in
der Längsachse einer ersten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der
vorliegenden Erfindung. Das Kernbrennstoffbündel hat eine axiale Abmessung von etwa
3,75 m, und es weist je etwa 15 cm dicke Abdeckungen 59 aus natürlichem Rohr an
im oberen und unteren Teil des Bündels auf sowie einen etwa 3,45 m langen angereicherten
Abschnitt 60. Die Abdeckungen
aus Natururan werden im folgenden
nicht weiter besprochen, wohl aber der angereicherte Abschnitt 60.
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Das Kernbrennstoffbündel weist eine Gadoliniumoxid-Komponente auf,
die durch die Gadoliniumoxid enthaltenden Stäbe geschaffen wird, wobei die Gadoli-
GaAoliniumoxid-Komponente zwei Zwecke er-Bilden des füllt, nämlich das axialenLeistungsprofilsim
heißen Betriebszustand und die Steuerung der Reaktivität im kalten abgeschalteten
Zustand. Deshalb hat das Kernbrennstoffbündel eine Gadoliniumoxid-Verstärkung in
einer beträchtlichen Zone 62, die als die "heiße Betriebssteuerzone" bezeichnet
ist, sowie in einer relativ kurzen Zone 65, die als die "Steuerzone für den kalten
abgeschalteten Zustand" bezeichnet ist. Die Zone 62 befindet sich am Boden des angereicherten
Abschnitts 60, während die Zone 65 nahe dem Oberteil des angereicherten Abschnittes
60 liegt. In dieser besonderen Ausführungsform haben die Zonen 62 und 65 Längen
von 135 bzw. 30 cm. Die Verstärkung des Gadoliniums in der Zone 62 erfolgte durch
eine erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentration, während die Verstärkung in der Zone 65
sowohl durch eine erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentration als auch eine größere Zahl
Gadoliniumoxid enthaltender Stäbe hervorgebracht ist.
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Die Figur 6A veranschaulicht die Zusammensetzung der Gadoliniumoxid
enthaltenden Brennstofft:ba In der Langsachse.
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Die G1-und G4-Stäbe schließen eine Komponente aus Gadoliniumoxid ein,
die über die Gesamtheit des angereicherten Abschnittes 60 verteilt ist, wobei die
G4-Stäbe eine erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentration in der heißen Betriebssteuerzone
62 aufweisen (4 Gew.-% gegenüber 2 Gew.-%). Die G4-Stäbe haben auch eine verstärkte
Gadoliniumoxid-Konzentration (4 Gew.-%) in der Steuerzone 65 für den kalten abgeschalteten
Zustand, wobei eine zusätzliche Gadoliniumoxid-Verstärkung in der Steuerzone für
den kalten abgeschalteten Zustand durch die G2- und G3-Brennstoffstäbe geliefert
wird, die eine relative hohe Konzentration Gadoliniumoxid (5 Gew.-8) nur in der
Zone 65 enthalten.
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Es sei erwähnt, daß die G2- und G3-Brennstoffstäbe durch eine etwas
verminderte Urananreicherung in der Steuer zone 65 für den kalten abgeschalteten
Zustand charakterisiert ind. Obwohl eine merklich reduzierte Anreicherung in dieser
Zone ein Charakteristikum einiger der weiter unten zu beschreibenden Ausführungsformen
ist, führt die verminderte Anreicherung in den G2- und G3-Brennstoffstäben allein
nur zu einer geringen durchschnittlichen Verminderung über das Kernbrennstoffbündel.
Die einzige Bedeutung für dieseAusführungsform ist die, daß es vorteilhaft ist,
Brennstoffpellets mit vorbestimmten Gadoliniumoxid- und U235-Konzentrationen herzustellen.
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Der größere Gadoliniumoxid-Gehalt in der Steuer zone 65 für den kalten
abgeschalteten Zustand gestattet eine Verminderung des Gadoliniumoxid-Gehaltes in
den Zonen außerhalb der Zonen 65 und 62, um das erwünschte axiale Leistungsprofil
zu erhalten.
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Der Stand der Technik ohne die Zone 65 hätte erfordert, den Gadoliniumoxidgehalt
in der Zone 62 zu erhöhen, um das erwünschte axiale Leistungsprofil zu erhalten.
Außerdem wäre nach dem Stand der Technik eine erhöhte Gadoliniumoxid-Konzentration
in allen axialen Zonen zum Aufrechterhalten des erwünschten axialen Leistungsprofiles
erforderlich gewesen, wenn man eine erweiterte Spanne für den kalten abgeschalteten
Zustand benötigt hätte.
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Die Figur 5B veranschaulicht schematisch die Zusammensetzung einer
zweiten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Längsachse. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform
der Figur 5A dadurch, daß die heiße Betriebssteuerzone mit etwa 120 cm etwas kürzer
und die Steuerzone 65 für den kalten abgeschalteten Zustand mit 75 cm deutlich länger
ist. Auch ist die Konzentration des Gadoliniumoxids in der Steuerzone 65 für den
kalten abgeschalteten Zustand nicht gleichmäßig, sondern abgestuft, wobei ein zentraler
Abschnitt 67 die maximale Gadoliumoxid-Konzentration aufweist.
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Die Figur 6B veranschaulicht die Zusammensetzung der dazugehörigen
Gadoliniumoxid enthaltenden Stäbe auf der Längsachse.
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Es ist ersichtlich, daß die Form der Gadoliniumoxid-Verteilung in
der Steuerzone 65 für den kalten abgeschalteten Zustand durch die G2- und G3-Stäbe
geliefert wird, die einen relativ kürzeren Abschnitt mit verstärkter Gadoliniumoxid-Konzentration
aufweisen als die G4-Stäbe.
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Die Figur 5C zeigt schematisch die longitudinale Zusammensetzung einer
dritten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der vorliegenden Erfindung.
Diese Ausführungsform unterscheidet sich von der der Figur 5B dadurch, daß die Steuerzone
für den kalten abgeschalteten Zustand, obwohl sie hinsichtlich der Gadoliniumoxid-Konzentration
auch abgestuft ist, einen größeren Abschnitt 68 mit der maximalen Gadoliniumoxid-Konzentration
aufweist.
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Der Figur 6C, die die longitudinalen Zusammensetzungen der Gadoliniumoxid
enthaltenden Brennstoffstäbe veranschaulicht, kann entnommen werden, daß das Segment
verstärkten Gadoliniumoxids/G2- und G3-Brennstoffstäbe länger ist als das der Ausführungsform
der Figuren 5B und 6B, so daß von daher der Unterschied der Länge des Abschnittes
68 kommt.
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Die Figur 5D veranschaulicht schematisch die longitudinale Zusammensetzung
einer vierten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der vorliegenden
Erfindung. Diese Ausführungsform ähnelt am stärksten der Ausführungsform nach Figur
5B, doch ist sie durch einen etwas kürzeren zentralen Abschnitt der Steuer zone
65 für den kalten abgeschalteten Zustand charakterisiert.
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Figur 6D gibt wieder eine schematische Darstellung der longitudinalen
Zusammensetzung der dazugehörigen Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäbe.
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Figur 5E ist eine schematische Veranschaulichung der longitudinalen
Zusammensetzung
einer fünften Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der vorliegenden
Erfindung. Diese Ausführungsform ähnelt am meisten der Ausführungsform nach Figur
5D, doch ist sie durch eine etwas andere Gadoliniumoxid-Verteilung außerhalb der
Steuerzonen 62 und 65 charakterisiert.
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Während die Ausführungsformen nach den Figuren 5A - D durch acht Gadoliniumoxid
enthaltende Stäbe außerhalb der Kontrollzone gekennzeichnet sind, von denen vier
eine Gadoliniumoxid-Konzentration von 4 Gew.-% und vier eine solche von 2 Gew.-%
haben, umfaßt die vorliegend besprochene fünfte Ausführungsform acht identische
Stäbe mit einer Gadoliniumoxid-Konzentration von jeweils 3 Gew.-%. Während daher
der absolute Gadoliniumoxid-Gehalt der gleiche ist, sind die Abbrenn- und Herstellungs-Eigenschaften
verschieden.
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Figur 6E ist eine schematische Darstellung der longitudinalen Zusammensetzung
der dazugehörigen Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäbe. Figur 5F zeigt eine
schematische Darstellung der Zusammensetzung einer sechsten Ausführungsform eines
Kernbrennstoffbündels gemäß der vorliegenden Erfindung in der Längsachse. Diese
Ausführungsform hat die gleichen Zonengrößen und die gleiche Gadoliniumoxid-Verteilung
wie die Ausführungsform nach Figur 5B. Diese Ausführungsform unterscheidet sich
jedoch dadurch, daß die Anreicherung in der Steuerzone 65 für den kalten abgeschalteten
Zustand relativ zur Anreicherung außerhalb dieser Steuerzone beträchtlich vermindert
ist.
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Die Figur 6, die die Längszusammensetzung der Gadoliniumoxid enthaltenden
Brennstoffstäbe zeigt, läßt erkennen, daß diese Anreicherungsverminderung durch
Anordnung von natürlichem Uran in den an Gadoliniumoxid angereicherten Abschnitten
der G1-, G2-, G3- und G4-Brennstoffstäbe geschaffen werden kann. Die Verminderung
der Anreicherung ist nicht gleichmäßig/sondern in einer Weise abgestuft, in der
die Gadoliniumoxid-Konzentration abgestuft ist.
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Die Figur 5G gibt eine schematische Darstellung der Longitudinalzusammensetzung
einer siebten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels
gemäß
der vorliegenden Erfindung wieder. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von
der Ausführungsform nach der Figur 5F nur darin, daß die Länge der heißen Betriebssteuerzone
62 etwa größer ist. Dieser Unterschied wird durch entsprechende Rekonfiguration
der G-4 Stäbe erreicht, wie in der Figur 6G ersichtlich ist.
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Während die oben beschriebenen Ausführungsformen charakterisiert sind
durch eine Gadoliniumoxid-Verteilung mit einer erhöhten Konzentration in der heißen
Betriebssteuerzone 62, um ein erwünschtes axiales Leistungsprofil zu erhalten, ist
es doch nicht notwendig, daß die durch die vorliegende Erfindung geschaffene Steuerung
im kalten abgeschalteten Zustand mit dem Bilden des axialen Leistungsprofils gekoppelt
ist.
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Die Figur 5H zeigt eine schematische Darstellung der longitudinalen
Zusammensetzung einer achten Ausführungsform eines Kernbrennstoffbündels gemäß der
vorliegenden Erfindung. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den vorbeschriebenen
sieben Ausführungsformen dadurch, daß die Gadoliniumoxid-Verteilung mit Ausnahme
einer erhöhten Konzentration in der Steuerzone 65 für den kalten abgeschalteten
Zustand gleichmäßig ist.
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Der Figur 6H, die die longitudinale Zusammensetzung der Gadoliniumoxid
enthaltenden Kernbrennstoiftäbe zeigt, kann entnommen werden, daß die Gl- und G4-Brennstoffstäbe
eine gleichmäßige Gadoliniumoxid-Verteilung aufweisen, während die verstärkte Gadoliniumoxid-Konzentration
in der Zone 65 durch die G2- und G3-Brennstoffstäbe geliefert wird.
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Diese achte Ausführungsform unterscheidet sich von den Ausführungsformen
der Figuren 5C und 6C nur in der Weise, in der die G4-Brennstoffstäbe konfiguriert
sind.
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Es ist ersichtlich, daß die Auswirkung der verstärkten Gadoliniumoxid-Konzentration
in der Zone 65 sich für die verschiedenen Ausführungsformen unterscheidet und daß
sich diese Auswirkung auch in Abhängigkeit von der Betriebsgeschichte des
Reaktors
unterscheidet.
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Figur 7A zeigt im Rahmen einer graphischen Darstellung eine Kurve
85 der relativen Leistung als Funktion der axialen Position für einen Reaktor mit
einem Kern, der Kernbrennstoffbündel der in den Figuren 5A und 6A gezeigten Art
aufweist und der zu Beginn des Zyklus (im Englischen abgekürzt "BOC") mit allen
Steuerstäben außerhalb des Kernes betrieben wird. Die Kurve ist auf die durchschnittliche
Einheitsleistung normalisiert.
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Zu Vergleichszwecken enthält die Figur 7A auch eine entsprechende
Kurve 86, die gestrichelt gezeigt ist und die die axiale Leistungsverteilung für
einen Kern wiedergibt, der durch eine gleichförmige Gadoliniumoxid-Verteilung gekennzeichnet
ist.
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Es ist ersichtlich, daß die Konzentrierung des Gadoliniumoxids in
der heißen Betriebssteuerzone die Wirkung hat, die axiale Leistungsverteilung etwas
gleichmäßiger zu machen, während die Konzentrierung des Gadoliniumoxids in der Steuerzone
für den kalten abgeschalteten Zustand zu einer geringen Verminderung der axialen
Leistung in dieser Zone führt.
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Die Figur 7B zeigt im Rahmen einer graphischen Darstellung eine Kurve
88 der relativen Leistung als Funktion der axialen Position für einen Reaktorkern
im kalten abgeschalteten Zustand beim Beginn des Zyklus des Kernes, wobei alle Steuerstäbe
bis auf einen sich im Kern befinden. Auch diese Kurve 88 ist für eine mittlere Einheitsleistung
normalisiert. Die Figur 7B zeigt außerdem eine entsprechende Kurve 89, die gestrichelt
gezeichnet ist und die die Leistungsverteilung für einen Kern mit einem axial gleichmäßig
verteilten Gadoliniumoxid wiedergibt.
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Es ist darauf hinzuweisen, daß der absolute Neutronenfluß für die
Figur 7B allgemein sieben Größenordnungen geringer ist als für die Figur 7A (und
zwar im kalten abgeschalteten Zustand 106 Neutronen/cm2 sec. gegenüber 1013 Neutronen/cm2.sec.
im Neutronen/cm2 sec. im heißen Betriebszustand).
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Die Wirkung der Gadoliniumoxid-Konzentrierung in der Steuerzone für
den kalten abgeschalteten Zustand manifestiert sich selbst als dramatische Abnahme
des Neutronenflusses und der Leistung in der Zone 65.
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Die Auswahl der jeweiligen Ausführungsform des Kernbrennstoffbündels
hängt von den jeweiligen Erfordernissen ab, die den Betrieb der Kernreaktoranlage
bestimmen, da die Betriebsarten die Anforderungen für den kalten abgeschalteten
Zustand stark beeinflussen. Einige Betriebszustände von Kernreaktoren benötigen
einen hohen Kapazitätsfaktor und müssen gleichzeitig eine starre Zeittafel einhalten,
die ein frühes Abschalten mit Überschußreaktivität erfordern. Solche Zeitbeschränkungen
können z. B. durch Vorschriften erzwungen sein, die bestimmte Inspektionsintervalle
vorschreiben oder durch saisonmäßige Verfügbarkeit anderer Leistungsquellen, wie
hydroelektrischer Quellen. In einem solchen Falle, in dem die am meisten begrenzende
Situation die gegen Beginn des Zyklus ist, wird eine ausreichende Steuerung zum
Erreichen des kalten abgeschalteten Zustandes dadurch bereitgestellt, daß man eine
längere Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand schafft oder indem man
eine größere Zahl Gadoliniumoxid enthaltender Brennstoffstäbe bereitstellt. Eine
Verminderung der Urananreicherung in der Steuer zone für den kalten abgeschalteten
Zustand ist unter diesen Umständen eine angemessene Technik. Es ist zu bemerken,
daß eine Verminderung der Anreicherung eine allgemein gleichmäßige Wirkung während
des ganzen Zyklus hat, während der Gadoliniumoxid-Wert während des Zyklus variiert.
Andererseits wirken sich manche Einsatzzwecke über einen langen Zyklus hinweg aus.
Diese Betriebsweise kann in einer Situation diktiert sein, bei der die Kosten einer
alternativen Leistung immer hoch sind, so daß die Ersatzleistungskosten die Brennstoffzykluskosten
dominieren. In einem solchen Fall ist es geeignet, die Konzentration des Gadoliniumoxids
in der Steuer zone für den kalten abgeschalteten Zustand zu erhöhen, um einen ausreichenden
Gadoliniumoxid-Wert im mittleren Teil und gegen Ende des Zyklus aufrechtzuerhalten.
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Zusammenfassend ist auszuführen, daß die vorliegende Erfindung eine
Konfiguration eines Kernbrennstoffbündels schafft, die durch einen erweiterten Spielraum
für den kalten abgeschalteten Zustand und die Fähigkeit charakterisiert ist, den
Spielraum für den kalten abgeschalteten Zustand einzustellen, während sie nur eine
geringe Wirkung auf die durch den abbrennbaren Absorber verursachte Beeinträchtigung
der Restreaktivität und auf das axiale Leistungsprofil hat. Die Anforderungen an
den kalten abgeschalteten Zustand und das axiale Leistungsprofil werden beide in
einer gekoppelten optimalen Weise erfüllt durch die durch die vorliegende Erfindung
ermöglichten Ausführungsformen.
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Eine Betrachtung der oben beschriebenen Ausführungsformen zeigt rasch
die Flexibilität der vorliegenden Erfindung, derzufolge Kernbrennstoffbündel, die
für eine weite Vielfalt von Betriebszuständen geeignet sind, erhalten werden können,
indem man nur die Gadolinium enthaltenden Brennstoffstäbe rekonfiguriert, wobei
nicht mal alle diese Brennstoffstäbe rekonfiguriert werden müssen.
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Im Rahmen der oben beschriebenen Ausführungsformen können änderungen
vorgenommen werden, ohne daß der Rahmen der vorliegenden Erfindung verlassen wird.
So zeigen die Ausführungsformen mit erhöhter Gadoliniumoxid-Konzentration und verminderter
Urananreicherung in der Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand die erhöhte
Konzentration und die Anreicherungsverminderung als koextensiv, obwohl dies nicht
unbedingt erforderlich ist. So könnte sich die Gadoliniumoxid-Anreicherung über
einen ersten Teil der Zone erstrecken und die verminderte Urananreicherung über
einen zweiten Teil, der den ersten Teil möglicherweise überlappen könnte. Außerdem
ist die gezeigte Querverteilung der Gadoliniumoxid enthaltenden Brennstoffstäbe
für ein Kernbrennstoffbündel geeignet, das zum Nachladen vorgesehen ist. Für anfänglich
in den Kern eingebrachte ernbrennstoffbündel wäre diese Verteilung eine andere.
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Während es zweckmäßig ist, die Zahl der speziellen Stäbe, die durch
einen bestimmten Gadoliniumoxid-Gehalt und eine reduzierte Urananreicherung charakterisiert
sindRmöglichst gering zu halten, indem man diese Eigenschaften auf eine geringe
Untergruppe von Stäben beschränkt, gibt es auch hierfür keine absolute Notwendigkeit.
Es ist daher möglich, eine erste Untergruppe von Stäben zu haben, deren Gadoliniumoxid-Anreicherung
in der Steuerzone für den kalten abgeschalteten Zustand liegt, sowie eine zweite
Untergruppe von Stäben, bei der die verminderte Urananreicherung in der Steuerzone
für den kalten angeschalteten Zustand liegt.