-
-
Abisolierzange
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Abisolierzange der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 definierten Art.
-
Solche Abisolierzangen sind als Handgeräte für manuelle Betätigung
bekannt und werden ganz allgemein bei der Installation elektrischer Systeme eingesetzt,
und zwar sowohl bei der Montage als auch bei der Serienfertigung oder bei sonstigen
Einzelarbeiten. Sie dienen dazu, auf saubere und einfache Weise die Isolierumhüllungen
an Leiterenden zu entfernen, ohne daß dabei der Leiter selbst be,-schädigt wird,
z.B. gequetscht oder eingeschnitten wird. Beim bestimmungsgemäßen Gebrauch werden
die Leitungen durch die zwei Klemmbacken der Abisolierzange festgehalten. Die Entfernung
der Isolierung erfolgt durch die besonderen Schneid- und Abstreifbacken in einer
weiteren Handhabungsstufe, nämlich beim weiteren Zusammendrücken der Handgriffe.
Läßt man diese los, ist dieser Abstreifvorgang beendet. Der Leiter wird dann von
den Klemmbacken selbsttätig freigegeben. Herkömmliche Abisolierzangen dieser Art
gestatten also eine selbsttätige Abisolierung in beschriebener Weise. Die Klemmbacken
haben in üblicher Weise eine grundsätzlich von Zangen her bekannte wesentliche Erstreckung,
damit man auch bei beengten Platzverhältnissen die abzuisolierenden Leiterenden
noch erfassen kann.
-
Bei bekannten automatischen Abisolierzangen gattungsgemäßer Art sind
die-beiden Handgriffe' als jeweils selbstständige , vom Anlenkungspunkt abstrebende
Griffschenkel gestaltet, die - wie man es von Handzangen her kennt -etwa V-förmig
oder etwa U-förmig voneinander abstreben.
-
Dies führt jenseits dieser Griffschenkel und im Bereich der Klemmbacken
zu sehr aufwendigen Gestaltungen mit komplizierten Getriebemitteln, z.B. um das
Betätigungsglied für die Schneid- und Abstreifbacken darzustellen, ferner um beim
Einandernähern der Çriffschenkel diese Bewegung in eine Schließbewegung der Klemmbacken
umzusetzen. Daher sind bekannte Abisolierzangen gattungsgemäßer Art hinsichtlich
der Getriebemittel kompliziert-, aufwendig und teuer gestaltet. Ferner führt dies
zu erheblichem Gewicht der Zangen, die schon deswegen in der Regel relativ schwer
und daher unhandlich sind, abgesehen vom recht hohen Preis. Ein weiterer wesentlicher
Nachteil.
-
liegt in. der beschriebenen Gestaltung der V-förmig oder U-förmig
abstrebenden Griffschenkel. Dadurch ergibt sich bei entspannter Zange mit geöffneten
Klemmbacken eine weite Spreizung beider Griffschenkel. Da dies der normale unbelastete
Zustand der Abisolierzange ist, hat sie in diesem Zustand einen großen Platzbedarf.
Dies macht sich ungünstig nicht nur beim Hantieren mit der Zange und Unterbringen
in Schubladen, Schränken od. dgl., bemerkbar, sondern auch beim Verpacken seitens
des Herstellers, beim Versenden und beim Zurschaustellen zum Zwecke des Verkaufs.
-
Vor allem aber hat diese Gestaltung der Handgriffe erhebliche anwendungstechnische
Nachteile. Die Umschlingung beider einzelner Griffschenkel im geöffneten Zustand
der Abisolierzange ist mitunter mit einer Hand nur schwer zu bewerkstelligen. Dann
nämlich lagert der eine Griffschenkel in Bereich der Daumenwurzel und Hand, während
der andere, weit abklaffende Griffschenkel nur von den Fingerkuppen von meist nur
vier der übrigen Finger ergriffen werden kann.
-
Im Bereich der Daumenwurzel steht dann nur eine kleine Obertragungsfläche
zur Verfügung, um dort von der Hand aufgebrachten Druck auf diesen einen Griffschenkel
zu übertragen. Im Bereich der am anderen, weit abklaffenden Griffschenkel angreifenden
Fingerkuppen ergibt sich ebenfalls eine nur sehr kleine Berührungsfläche. Nachteilig
ist vor allem, daß auf diese Weise nicht, schon-gar nicht ermüdungsfrei, größere
Kräfte zum Schließen der Griffschenkel und damit zur Betätigung der Abisolierzange
aufgebracht werden können. Hinzu komnt dabei, daß bei dieser Griffschenkelgestaltung
die getrieblichen Mittel auch so gestaltet sind, daß sie einer möglichst verlustfreien
Kraftübertragung eher im Wege stehen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abisolierzange der
im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten Gattung zu schaffen, bei der die eingangs
aufgezeigten Nachteile beseitigt sind. Im einzelnen sollen hinsichtlich der Gestaltung
der Handgriffe ergonomische und anwendungstechnische Belange so berücksichtigt werden,
daß die Abisolierzange extrem gut, leicht, sicher, dabei auch abrutschsicher, in
der Hand liegt und im Einhandbetrieb über lange Zeit ermüdungsfrei gehandhabt werden
kann, und dies feinfühlig, vor allem mit sehr geringem Kraftaufwand und sehr geringer
Belastung der Bedienungsperson. Dabei wird auch angestrebt, auf die Handgriffe einwirkende
Kräfte zur Handhabung der Abisolierzange auf möglichst großer Fläche wirken zu lassen
und zu verteilen. Ferner soll die Abisolierzange einfach im Aufbau sein, wenig einzelne
Teile aufweisen, leicht und preiswert sein und selbst im entspannten, geöffneten
Zustand einen nur kleinen Platzbedarf mit daraus sich ergebenden Vorzügen haben.
-
Die Aufgabe ist bei einer Abisolierzange der im Oberbegriff des Anspruchs
1 definierten Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des
Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Gestaltungen ergeben sich aus
den Ansprüchen 2 bis 13 sowie den restlichen Ansprüchen 14 bis 40 und der speziellen
Beschreibtxig.
-
Die Abisolierzange hat nur wenige getriebliche Mittel und Einzelelemente,
um eine Schließbewegung der Handgriffe in eine solche der Klemmbacken umzusetzen
und zugleich noch den Abisolierhub für die Schneid- und Abstreifbacken zu erzeugen.
Die Obertragung erfolgt allein über den Obertragungshebel als einziges Element,
der zum einen wie ein Stößel auf die schwenkbewegliche zweite Klemmbacke in Abstand
von deren Schwenkachse drückt, wodurch die Schließ-und Klemmfunktion für die Klemmbacken
erfüllt wird, und der zum anderen zugleich, bei Uberwinden eines Druckpunktes, das
Betätigungsglied für den Abisolierhub antreibt. Durch diese einfachen getrieblichen
Mittel ist die Abisolierzange unkompliziert, einfach, leicht, billig.
-
Ferner wird dadurch eine platzsparende, gedrungene und kleine Bauweise
ermöglicht. Vorteilhaft ist ferner die Pistolenform mit den verhältnismäßig langen,
ineinander gesetzten und etwa parallel zueinander ausgerichteten Handgriffen, die
in dieser Einheit praktisch einen großflächigen Griff ergeben, von dem ein Flächenabschnitt
beweglich ist, nämlich der durch den schwenkbeweglichen zweiten Handgriff gebildete
Flächenbereich. Beide zueinander etwa parallel verlaufende Handgriffe ermöglichen
einen sehr kurzen Hebelweg, um die Abisolierzange von der geöffneten, entspannten
Lage in die geschlossene, gespannte Lage zu überführen. Dabei bietet der beschriebene
Griff sehr große Flächen, die großflächig von der Hand der Bedienungsperson umgriffen
werden können. Es ist dadurch möglich, daß die Abisolierzange zwischen dem Handteller
und der Handballenfläche einerseits sowie den gekrümmten Fingern andererseits
großflächig
erfaßt wird, im letztgenannten Fall von allen restlichen Fingern der Hand etwa U-förmig
und großflächig umgriffen werden kann. Dies hat den Vorteil, daß selbst bei Dauerbenutzung
der Abisolierzange, z.B. in der Serienfertigung, praktisch mit keinerlei Ermüdung
der Unterarmmuskulatur zu rechnen ist. Da die Abisolierzange außerdem kompakt und
vor allem leicht gestaltet ist, hat auch dies den Vorteil einer möglichst geringen
Belastung bei der Handhabung. Dabei erlauben die durch die Klemmbacken vorgegebene
Kopfform einerseits und abgewinkelte Gestaltung der beiden Handgriffe andererseits
eine optimale Handhabung beim Abisolieren, und dies auch in schwer zugänglichen,
platzbeengten Zonen,, z.B. in Schaltschränken od.
-
dgl.
-
Weitere Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung.
-
Der vollständige Wortlaut der Ansprüche ist vorstehend allein zur
Vermeidung unnötiger Wiederholungen nicht wiedergegeben, sondern statt dessen lediglich
durch Nennung der Anspruchsnummer darauf Bezug genommen, wodurch jedoch alle diese
Anspruchsmerkmale als an dieser Stelle ausdrücklich und erfindungswesentlich offenbart
zu gelten haben.
-
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen gezeigten
Ausführungsbeispieles einer Abisolierzange näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine
schematische perspektivische Seitenansicht der Abisolierzange, Fig. 2 eine Draufsicht
der Abisolierzange in Pfeilrichtung II in Fig. 1, Fig. 3 eine Unteransicht der Abisolierzange
in Pfeilrichtung III in Fig. 1, Fig. 4 eine perspektivische Explosionsdarstellung
der Abisolierzange im teilweise demontierten Zustand, Fig. 5 eine Seitenansicht
der Innenseite einer Halbschale der Abisolierzange, Fig, 6 einen schematischen Schnitt
des zweiten Handgriffs und der zweiten Klemmbacke der Abisolierzange entlang der
Linie VI-VI in Fig. 2, Fig. 7 eine Ansicht des Rückens des zweiten Handgriffs in
Pfeilrichtung VII in Fig. 6, Fig. 8 jeweils eine schematische, zum Teil aufge-und
9 brochene Seitenansicht der Abisolierzange im entspannten bzw. gespannten Zustand.
-
Die in den Zeichnungen gezeigte Abisolierzange 10 weist einen ersten
Handgriff 11, einen zweiten Handgriff 12 sowie zwei an die Leiterisolierung andrückbare,
in sich starre Klemmbacken 13 und 14 auf. Die erste Klemmbacke 13 ist einstückiger
Teil des ersten Handgriffs 11 und bildet zusammen mit diesem einen Gerätekörper.
Der zweite Handgriff 12 und auch die zweite Klemmbacke 14 sind in Bezug auf diesen
Gerätekörper beweglich. Der zweite Handgriff 14 ist mittels eines zweigeteilten
Lagerzapfens 15, 16 am ersten Handgriff 11 um die Achse 17 schwenkbar gehalten.
Der Lagerzapfen 15, 1.6 durchgreift zur Lagerung eine entsprechende Bohrung 18 bzw.
19 des zweiten Handgriffs 12.
-
Die bewegliche zweite Klemmbacke 14 ist mittels eines Schwenklagers
am Gerätekörper, gebildet aus erstem Handgriff 11 und erster Klemmbacke 13, um eine
Achse 20 schwenkbar gehalten, die in Abstand und in Fig. 5 - 9 oberhalb der Achse
17 parallel zu dieser und wie diese im wesentlichen rechtwinklig zur jeweiligen
Breitaußenfläche jedes Handgriffs 11, 12 verläuft. Das Schwenklager ist aus einem
zweigeteilten Lagerzapfen 21, 22 am ersten Handgriff 11 und aus zugeordneten Bohrungen
23 bzw. 24 in der zweiten Klemmbacke 14 gebildet, die vom jeweiligen Lagerzapfen
21 bzw. 22 durchsetzt sind.
-
Innerhalb der beiden Klemmbacken 53,--14 ist auswechselbar ein Paar
Schneid- und Abstreifbacken 25, 26 angeordnet, die innerhalb des Bereichs jeder
Klemmbacke 14 bzw. 13 plaziert sind und am freien, etwa rechtwinklig umgebogenen
Ende Schneiden zum Einschneiden und Abstreifen der Leiterisolierung tragen, wie
bei derartigen Abisolierzangen üblich ist. Die Schneid- und Abstreifbacken 25, 26
sind auf einer gemeinsamen Achse 27 zusammengehalten, auf der eine Schenkelfeder
28 sitzt, die beide Backen 25, 26 in Spreizstellung auseinanderhält (Fig. 6, 5).
Im Bereich der Achse 27 sind beide Schneid- und Abstreifbacken 25,26 gelenkig mit
einem daran angreifenden Betätigungsglied 29 verbunden. Das Betätigungsglied 29
ist bei Betätigung
der Abisolierzange 10 durch den beweglichen
Handgriff 12 in der Lage, die Schneid- und Abstreifbacken 25, 26 von der in Fig.
4, 6 und 8 gezeigten, geöffneten und vorderen Stellung ausgehend in der Zeichnung
in Längsrichtung der Klemmbacken 13, 14 nach rechts zu verschieben, wobei beim Schließen
der Backen 25, 26 der Schneidvorgang und bei der Verschiebung in der Zeichnung nach
rechts der Abstreifvorgang der Leiterisolierung passiert.
-
Das Schwenklager der zweiten Klemmbacke 14 ist also gebildet aus der
Achse 20, den zweigeteilten Lagerzapfen 21 und 22 und der zugeordneten, klemmbackenseitigen
Bohrung 23, 24. Die zweite Klemmbacke 14 weist eine über'dieses Schwenklager hinausreichende
Verlängerung 30 auf, die geringfügig nach unten abgestuft ist und die im Gerätekörper,
gebildet aus dem ersten Hanbgriff 11 mit erster Klemmbacke 13, aufgenommen ist.
In der Verlängerung 30 sind als federnde Rückstellglieder zwei nebeneinander sitzende
zylindrische Schraubenfedern 31, 32 zentriert und mit einem Ende abgestützt, die
mit ihrem anderen Ende an einem Wandteil 33 bzw. 34 des ersten Handgriffs 11 abgestützt
sind. Die Kraft der Schraubenfedern 31, 32 erzeugt mit'dem entsprechenden Hebelarm
zur Achse 20 ein Moment, das unter der Federkraft eine Schwenkung der zweiten Klemmbacke
14 in Pfeilrichtung 35 in die Öffnungsstellung bewirkt. Die Schraubenfedern 31,
32 stellen also nach Schließen der Klemmbacken 13, 14 (Fig. 9) und nach Loslassen
des beweglichen, zweiten Handgriffs 12 die zweite Klemmbacke 14 sowie die daran
angekoppelten Teile wieder zurück in die entspannte Ausgangsstellung (Fig. 4, 6
und 8), in der ein neuer Abisoliervorgang erfolgen kann.
-
Die Schwenkbewegung der Klemmbacke 14 in Pfeilrichtung 35 kann durch
einen Anschlag 36 begrenzt sein, der dem Schwenklager 20 benachbart und im oberen
Teil des ersten Handgriffs 11 vorgesehen ist. Gegen den Anschlag 36 schlägt dann
die zweite Klemmbacke 14 mit einer rückseitigen Schrägfläche 37 unter Bewegungsbegrenzung
an. Stattdessen kann der Ofhungswinkel auch durch andere Anschlagmittel begrenzt
werden.
-
Am beweglichen, zweiten Handgriff 12 ist in Abstand von der Achse
17, und zwar bei den Zeichnungen seitlich rechts neben dieser, mittels eines Achsstiftes
38 ein Obertragungshebel 39 schwenkbeweglich angelenkt. Dieser führt mit einem nach
oben gerichteten Ende zur Verlängerung 30 der zweiten Klemmbacke 14. Dieses Ende
weist endseitige Nockenflächen 40 und 41 auf, die in der Zeichnung von unten her
gegen eine zugeordnete, innere Anschlagfläche 42 der Verlängerung 30 drücken, und
zwar gegen die Wirkung der beiden Schraubenfedern 31, 32. Wird also der Obertragungshebel
39 in Fig. 4, 6 und 8 im wesentlichen in Richtung seiner Längserstreckung bei Schwenkbetätigung
des zweiten Handgriffs 12 hochgeschoben, drücken die Nockenflächen 40, 41 gegen
die Anschlagfläche 42 und damit gegen die Schraubenfedern 31, 32, wodurch die zweite
Klemmbacke 14 gegensinnig zum Pfeil 35 um die Achse 20 geschwenkt und in Schließstellung
gebracht wird.
-
Am gleichen Ende, das die Nockenflächen 40, 41 trägt, ist am Obertragungshebel
39 außerdem das Betätigungsglied 29 mittels eines Achsstiftes 43 angelenkt, und
zwar mit dem Ende, das dem freien Ende der Klemmbacken 13, 14 abgewandt ist. Der
Obertragungshebel 39 betätigt damit zugleich das Betätigungsglied 29, nämlich dann,
wenn bei der zuvor beschriebenen Schließung der zweiten Klemmbacke 14 diese Widerstand
an der ersten Klemmbacke 13 erfährt.
-
Wird dieser Druckpunkt durch weiteres Hineinziehen des zweiten Handgriffes
12 überwunden, so schnappt der Obertragungshebel 39 von der in Fig. 4, 6 und 8 gezeigten
Position
durch Schwenkung um den Achsstift 38 in seine Schräglage gemäß Fig. 9, bei der die
Nockenflächen 40, 41 entlang der zugeordneten Anschlagfläche 42 der Verlängerung
30 in Fig. 9 weiter nach rechts gleiten. Die Anschlagfläche 42 ist damit zugleich
Führungs- und Gleitfläche für die Nockenflächen 40, 41. Bei dieser Bewegung wird
das Betätigungsglied 29 in Fig. 9 nach rechts gezogen und mit diesem auch das Paar
der Schneid- und Abstreifbacken 25, 26.
-
Ersichtlich hat die Abisolierzange 10 Pistolenform mit in Bezug auf
das Paar der Klemmbacken 13, 14 stumpf abgewinkeltem Paar der beiden Handgriffe
11, 12. Dabei liegt der stumpfe Winkel etwa zwischen 110° und 125° , wobei er vorzugsweise
1150 betragen kann. Die Länge der beiden Handgriffe 11, 12 beträgt zumindest etwa
das Doppelte der Länge der Klemmbacken 13, 14. Von besonderer Bedeutung ist, daß
beide Handgriffe 11, 12 zumindest im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind und verlaufen. Dabei ist der bewegliche zweite Handgriff 12 innerhalb des ersten
Handgriffs 11 aufgenommen und geführt. Es versteht sich, daß die Verhältnisse auch
kinematisch umgekehrt sein können.
-
Der erste Handgriff 11 ist als Hohlkörper ausgebildet und dabei aus
zwei Halbschalen 11a und 11b praktisch identischer Gestaltung zusammengesetzt. Diese
sind mit Paßteilen so versehen, daß sie paßgenau zur Bildung des Hohlkörpers zusammensetzbar
sind. Mittels angedeuteter Schrauben 44 (Fig. 4), die von einer Breitseite her eingeschraubt
werden, sind beide Halbschalen 11a, lib miteinander fest verbunden. Jede Halbschale
11a, lib trägt einen halben ersten Klemmbackenteil 13a, 13b. Der so gestaltete Hohlkörper
ist rückseitig, d.h. in Fig. 1, 4, 8 und 9 auf der rechten Längsseite, sowie oberseitig
und am gegenüberliegenden unteren Ende geschlossen, wobei nur die Teilungsfuge 45
zu sehen ist. Im Bereich seiner vorderen
Längsseite, die in Fig.
1, 4, 8 und 9 links verläuft, enthält der Hohlkörper zur Aufnahme des zweiten Handgriffs
12 eine von der ersten Klemmbacke 13 ausgehende und bis zum freien Ende des zweiten
Handgriffs 12 nach unten reichende, etwa schlitzförmige Öffnung 46, die zwischen
den zueinander parallelen Wandteilen der Halbschalen 11a und 11b gebildet ist. Im'zusammengebauten
Zustand beider Halbschalen 11a und 11b ist die Verlängerung 30 der zweiten Klemmbacke
14 völlig im Hohlkörper aufgenommen, ebenso wie der Obertragungshebel 39 und die
Lagerung des zweiten Handgriffs 12 sowie ein Teil dieses. Sämtliche getrieblichen.
Elemente sind also von außen nicht mehr sichtbar.
-
Die Abisolierzange 10 ist als Kunststofformteil ausgebildet, zumindest
teilweise und hinsichtlich der wesentlichen Teile. Dabei ist die Abisolierzange
10 in Leichtbauweise aus glasfaserverstärktem Polyamid gestaltet.
-
Das Betätigungsglied 29 ist innerhalb der Verlängerung 30 entlang
von Führungsflächen 47 bei der Verschiebebetätigung durch vom Obertragungshebel
39 ausgeübte Zugwirkung geführt. Diese Führungsflächen 47 befinden sich unterhalb
ggf.
-
auch oberhalb des Betätigungsgliedes 29 und dabei, in Verschieberichtung
betrachtet, links und rechts dieses. Das Betätigungsglied 29 trägt eine kopfseitige
Anschlagfläche 48, mit der es unter Begrenzung des Rückzughubes bei der Bewegung
in Fig. 9 nach rechts beim Abisolieren an der oberen Führungsfläche 47, die dann
als Anschlag wirkt, anschlägt. Diese Anschlagfläche 46 des Betätigungsgliedes 39
verläuft schräg und dabei stumpfwinklig zur Längserstreckung der zweiten Klemmbacke
14.
-
Es ist ersichtlich, daß der Obertragungshebel 39 auf der Seite in
Abstand des Schwenklagers 15 - 19 angeordnet ist, die dem freien, öffenbaren und
schließbaren Ende beider Klemmbacken 13, 14 abgewandt ist. Die Achse 17 dieses Schwenklagers
sowie die Achse 20 des Schwenklagers der zweiten Klemmbacke 14 liegen auf einer
Verbindungslinie, die quer, insbesondere etwa rechtwinklig, zur Längsrichtung der
beiden Klemmbacken 13, 14 verläuft. In der entspannten, geöffneten Stellung der
Abisolierzange 10 gemäß Fig. 8 verläuft der Obertragungshebel 39 etwa parallel zu
dieser genannten Verbindungslinie, und dabei auf der Seite, die dem freien Klemmbackenende
abgewandt ist, d.h.
-
in Fig. 8 auf der rechten Seite. Das Betätigungsglied 29 befindet
sich etwa auf Höhe der Achse 20 und dabei zwischen beiden Klemmbacken 13, 14, wobei
es dort im Bereich der Verlängerung 30 verläuft.
-
Der Übertragungshebel 39 weist einen etwa im Bereich des Achsstiftes
38 anschließenden abgewinkelten Abschnitt 49 auf und ist dadurch als Winkelhebel
oder Kniehebel gestaltet. An diesem Abschnitt 49 greift eine in ihre Zugkraft einstellbare
Zugfeder 50 an, die den Obertragungshebel 39 in seine zur genannten Verbindungslinie
zwischen den Achsen 17 und 20 etwa parallele Ausgangsstellung (Fig. 6, 8) zieht.
Der abgewinkelte Abschnitt 49 geht etwa vom Bereich des Achsstiftes 38 aus und erstreckt
sich von dort in Fig. 6, 8 und 9 nach links hin, also nach vorn zur Vorderkante
des zweiten Handgriffs 12 hin.
-
Der zweite Handgriff 12 enthält einen längs bis zum unteren Handgriffende
durchgehenden inneren Kanal 51, in dem die Zugfeder 50 und ein Gewindezapfen 52
angeordnet sind, der am unteren Ende der Zugfeder 50 angreift und durch eine Öffnung
53 des Handgriffs 12 hindurch nach außen vorsteht.
-
Auf das vorstehende Ende des Gewindezapfens 52 ist eine verstellbare
Mutter 54 aufgeschraubt. Diese ist etwa kugelförmig und in einer Vertiefung 55 am
unteren Ende des zweiten Handgriffs 12 aufgenommen und abgestützt. Die
Mutter
54 ist von unten her frei erreichbar und gleichwohl verdeckt. Durch Verstellen der
Mutter 54 kann die Kraft der Zugfeder 50 und dadurch der gewünschte Abisolierdruck
eingestellt werden, d.h. der Druck, der von den Schneiden der Schneid- und Abstreifbacken
25, 26 auf das abzuisolierende Kabel ausgeübt wird.
-
Wie insbesondere aus Fig. 4 und 7 ersichtlich ist, ist die Verlängerung
30 der zweiten Klemmbacke 14 im Duerschnitt etwa umgekehrt U-förmig gestaltet. Im
Inneren des U ist das Betätigungsglied 29 aufgenommen und längs sowie quer geführt.
Dieses Betätigungsglied 29 ist als Gabelteil gestaltet, wie Fig. 6 erkennen lädt,
wobei die beiden-Gabelschenkel zu den Schneid- und Abstreifbacken 25, 26 hin vorspringen
und diese mit der Achse 27 und der Schenkelfeder 28 zwischen sich aufnehmen. Der
Ubertragungshebel 39 greift mit seinem nach oben führenden Ende ebenfalls in das
Innere des U der Verlängerung 30 ein. Dabei ist die innere Anschlagfläche 42 der
Verlängerung 30 der zweiten Klemmbacke 14, gegen die die endseitigen Nockenflächen
40, 41 des Obertragungehebele- 39 drücken, auf der zugekehrten Innenseite des U
gebildet, und zwar dortdurch das Querhaupt des U.
-
Auch der Ubertragungshebel 39 ist als Gabelteil ausgebildet und zwischen
zwei Seitenwangen 12a und 12b des zweiten Handgriffs 12 aufgenommen und geführt;
die die Bohrungen 18 bzw. 19 enthalten. Die Ausbildung als Gabelteil sieht man besonders
gut in Fig. 7, wobei zwischen den beiden Gabelschenkeln 56, 57, die vom Achsstift
43 durchsetzt sind, das in Fig. 4, 6, 8 und 9 rechte Ende des Betätigungsgliedes
29 aufgenommen ist.
-
Inneren des ersten Handgriffs 11 kann rückseitig des Obertragungshebels
39 ein Anschlagkörper 58 angeordnet sein, an dem der übertragungshebel 39 bei seiner
Kippbewegung in Fig. 9 nach rechts und dann anschlägt, wenn der Obertragungshebel
39 beim Rückzughub der Schneid-und Abstreifbacken 2,5, 26 über das Betätigungsglied
29 gegen die Wirkung der Zugfeder 50 in Fig. 9 nach rechts hin abkippt. Der Anschlagkörper
58 ist z.B. aus einem scheibenförmigen separaten Teil gebildet. Zusätzlich dazu
oder stattdessen kann im ersten Handgriff 11 auch ein Anschlag 59 vorgesehen sein,
der dem in Fig. 9 freien, rechten Ende der Verlängerung 30 zugeordnet ist und für
diese einen Formanschlag bildet.
-
Außerdem kann der zweite Handgriff 12 in Abstand von der Achse 17,
vorzugsweise nahe seines unteren, freien Endes, auf der Rückseite einen dämpfenden
Anschlagkörper 60 aus elastisch verformbaren Material, Gummi, Schaumstoff od.
-
dgl., tragen. Dieser schlägt dann an einem rückseitigen Wandteil 61
des ersten Handgriffs 11 an (Fig. 9).
-
Die Abisolierzange 10 ist außerdem mit einer integrierten, versenkt
angeordneten Kabelabschneidvorrichtung im Griffbereich versehen. Hierzu trägt der
zweite, bewegliche Handgriff 12 auf seiner Rückenseite ein mittels Stiften auswechselbar
fixiertes Schneidemesser 62, das sich etwa im Bereich der von der Teilungsfuge 45
vorgegebenen Ebene erstreckt. Dem Schneidemesser 62 zugeordnet ist eine quer durch
den ersten Handgriff 11 hindurchgehende Öffnung 63 im Bereich des Schneidemessers
62. Die Öffnung 63 ist durch entsprechende Öffnungen in der jeweiligen Halbschale
11a und 11b gebildet, wobei diese Öffnungen jeweils, ausgehend von der BreitauBenfläche,
eingetieft und dabei ebenso wie das Schneidemesser 62 etwa im Bereich der Teilungsebene
beider Halbschalen angeordnet sind. Die Öffnungen sind also versenkt, ebenso das
Schneidemesser 62, so daß die Kabelabschneidvorrichtung verletzungssicher in
das
Griffinnere integriert ist. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß beim Betätigen
der Abisolierzange 10 zum Abisolierzweck zugleich die Kabelabschneidvorrichtung
den Schneidvorgang durchführt. Dabei kann der Anschlagkörper 58 mit einer Schmalfläche
64, die dem Schneidemesser 62 zugewandt ist, in den Bereich der Öffnung 63 hineinragen
und mit dieser Schmalfläche 64 die Widerlagerfläche für die Schneide des Schneidemessers
62 bilden.
-
Im gespannten, geschlossenen Zustand der Abisolierzange gemäß Fig.
9 trifft dann die Schneide des Schneidemessers 62 auf die Schmalfläche 64 auf.
-
Lediglich in Fig. 1, 4 und 6 ist angedeutet, daß im freien Bereich
zwischen den beiden Schneid- und Abstreifbacken 25, 26 ein Endanschlag 65 aus Kunststoff
angeordnet ist, der z.B. auf der unteren Schneid- und Abstreifbacke 26 für die Einstellung
der Abisolierlänge längsverschiebbar gehalten ist. Der Endanschlag 65 weist an seinen
beidseitigen äußeren Stirnflächen irgendwelche Handhaben, z.
-
6. Vorsprünge und/oder Vertiefungen auf, damit man ihn seitlich anfassen
und in Längsrichtung der Backe 26 wie gewünscht verschieben kann. Beim gezeigten
Ausführungsbeispiel ist als derartige Handhaben beidseitig jeweils eine schräg verlaufende,
eingetiefte Nut 66 vorgesehen, die zum Verschieben bereits ausreichenden Halt gibt
und eine äußerst leichte Verschiebung gewährleistet.
-
Die besonderen Vorzüge der Abisolierzange 10 liegen im folgenden.
Verglichen mit ebenfalls automatisch arbeitenden, bekannten Abisolierzangen ergibt
sich für die Betätigung ein sehr kurzer Hebelweg. Die aufzubringende Kraft kann
über eine sehr große Fläche, nämlich die gesamte Erstreckung beider Handgriffe 11
und 12,aufgebracht werden. Außerdem ist die Abisolierzange 10 mühelos mit einer
Hand zu bedienen. Dies alles garantiert zusammen mit dem sehr kurzen Hebelweg eine
äußerst geringe Beanspruchung der Bedienungsperson auch bei häufiger Benutzung und
gewährleistet geringste Ermüdung der
Unterarmmuskulatur. Dies ist
besonders bei häufiger Benutzung der Abisoiierzange 10, z.B. in der Serienfertigung,
wichtig. Die Abisolierzange ist geeignet zum Abisolieren von Rundkabeln oder auch
Flachkabeln verschiedener Durchmesser, z.B. im Durchmesserbereich zwischen 0,4 -
4,5 mm. Für Kabel kleinerer oder größerer Durchmesser, z.B. bis zu 10 mm, ist die
Abisolierzange bei entsprechender Berücksichtigung der Öffnungsweite und Klemmkraft
in verstärkter Ausbildung ebenfalls geeignet. Der Endanschlag 65, der von Hand leicht
erreichbar und leicht verschiebbar ist, ermöglicht eine schnelle, bequeme und äußerst
leichte Einstellung der jeweils gewünschten Abisolierlänge. Ebenso schnell und einfach
kann der gewünschte Abisolierdruck, wie erläutert, durch Verstellen der Mutter 54
am unteren Griffende den jeweiligen Wünschen entsprechend eingestellt werden. Von
Vorteil ist dabei, daß ein relativ großer Verstellweg gegeben ist.
-
Dabei ist diese Verstellvorrichtung unsichtbar im Griff integriert,
ohne störend zu wirken. Dennoch ist ein schneller und einfacher Zugriff zur Verstellung
von unten her möglich. Durch die Gestaltung der Abisolierzange in Leichtbauweise
und aus glasfaserverstärktem Polyamid ergibt sich ein sehr geringes Gewicht. Dies
macht die Abisolierzange noch handlicher und führt zu noch geringerer Belastung
der Bedienungsperson beim Arbeiten mit der Abisolierzange, insbesondere in der Serienfertigung.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt im verletzungssicher in das Griffinnere
integrierten Kabeischneider, der keine Verletzungsgefahr in sich birgt. Bei allem
ist die Abisolierzange konstruktiv einfach, billig und auch auf Dauer funktionssicher.
Sie hat nur wenige Teile, was zu sehr geringen Herstellungskosten führt und ebenfalls
dazu beiträgt, das Gewicht so niedrig wie möglich zu halten. Die Ausbildung des
ersten Handgriffs 11 als Hohlkörper und aus zwei Halbschalen führt ebenfalls zu
denkbar geringem Gewicht und guter Griffigkeit auf großer Länge. Insgesamt wird
die Abisolierzange 10 allen besonderen ergonomischen Anforderungen auf bestmögliche
Weise gerecht.
-
- Leerseite