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Vorrichtung, um die Zufuhr eines Gases, wie Chlor, zu einer strömenden
Flüssigkeit, wie Wasser, in einem bestimmten Verhältnis zu regeln. Die Erfindung
bezieht sich auf die Behandlung von Flüssigkeiten mit Gasen, insbesondere auf die
Reinigung von Wasser, Abwasser o. dgl., und auf Vörrichtungen, die dabei benutzt
werden. Die Vorrichtung, die den Gegenstand der Erfindung bildet, gehört zu der
Gattung, die insbesondere für die Anwendung von Chlor als keimtötendes Mittel geeignet,
wenn auch nicht hierauf beschränkt ist. Die Anwendung von Chlor zum Abtöten von
Bakterien in Wasser oder Abwasser ist wohl bekannt, und es sind verschiedene Verfahren
erdacht worden, um die Zuleitung des Gases zu der behandelten Flüssigkeit zu regeln.
Diese Vorrichtungen sind indessen verbesserungsbedürftig, und der Zweck der vorliegenden
Erfindung ist, diesem Bedürfnis abzuhelfen. Das Hauptmerkmal der Erfindung ist,
daß eine selbsttätige Vorrichtung zum Regeln des Gasstromes im Verhältnis zu dem
behandelten Flüssigkeitsstrom und auch zum Regeln des Gasstromes in der Weise geschaffen
wird, daß, den Flüssigkeitsstrom als konstant vorausgesetzt, die Gaszufuhr konstant
gehalten werden kann trotz der Schwankungen des Druckes und der Temperatur, unter
denen es zugeführt oder gebraucht wird. Diese beiden Arten der Regelung, die beide
durch Druckunterschiede bewirkt werden, die auf biegsame, ein Ventil beeinflussende
Scheidewände einwirken, werden so miteinander verbunden, daß die Gaszufuhr derart
geregelt wird, daß jede mögliche Änderung der Verhältnisse berücksichtigt wird.
Die Erfindung schließt auch die Vereinigung von Vorrichtungen ein, die eine geeignete
Einrichtung zum Behandeln einer Flüssigkeit, wie Wasser oder Abwasser, mit einem
Gase, wie Chlor, ausmachen, wie weiter unten beschrieben werden wird.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, beim Behandeln von Wasser mit
Chlor in die Leitung des unter Druck zugeführten Gases zwischen der Gasquelle und
der Absorptionsstelle eine Drosselvorrichtung und vor diese einen Druckregler einzuschalten,
die durch den Druckunterschied an zwei verschiedenen Punkten des Flüssigkeitsstromes
beeinflußt wird und den Zuführungsdruck des Gases selbsttätig regelt, um ein bestimmtes
Verhältnis zwischen der zugeführten Gasmenge und der durchgeflossenen Flüssigkeitsmenge
aufrechtzuerhalten. Ferner ist es bekannt, diesen Druckunterschied durch eine in
die Flüssigkeitsleitung eingeschaltete Venturiröhre hervorzubringen. Von dieser
Vorrichtung unterscheidet sich die vorliegende dadurch, daß die Differentialdruckvorrichtung
sowohl durch den Druck des der Flüssigkeit zugeführten Gases wie durch den der Flüssigkeit
geregelt wird in der Weise, daß das Verhältnis
zwischen zugeführtem
Gas und Flüssigkeit immer gleichförmig bleibt, selbst wenn der Druck und die Temperatur,
bei welchen das Gas zugeführt wird, sich ändern.
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Die Erfindung soll nun an der Hand der Zeichnungen beschrieben werden,
von denen Fig. z eine Vorderansicht der Vorrichtung zum Gebrauch mit einem Venturirohr
in einer Wasserleitung darstellt. Fig. 2 ist ein vergrößerter Querschnitt der bevorzugten
Differentialdruckvorrichtung: Fig. 3 ist ein vergrößerter Einzelschnitt eines Teiles
der Differentialdruckvorrichtung und zeigt die bevorzugte Form der Stopfbüchse.
Fig. 4 ist ein wagerechter Teilschnitt, genommen nach der in Fig. 2 mit 4 bezeichneten
Linie und zeigt als Einzelheit das Ventil der Differentialdruckvorrichtung.
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Fig. 5 ist eine Vorderansicht der Vorrichtung in einer Form, bei der
ein Schwimmer in der Flüssigkeit zum Überwachen der Gaszufuhr dient. Fig. 6 ist
ein vergrößerter Schnitt durch eine Diaphra-gmenvorrichtung, die in Fig. 5 in Verbindung
mit dem .Schwimmer benutzt wird. Fig. 7 zeigt eine andere Ausführungsform, bei der
ein Schwimmer in Verbindung mit einem Wehr benutzt wird. Fig. 8 ist eine Seitenansicht
einer Ausführungsform von Teilen der Vorrichtung und zeigt einen Satz Pumpen, die
mit einem. Wasser- oder Abwasserbehälter verbunden sind, und .ein Venturirohr zum
Erzeugen eines Druckunterschiedes in Verbindung mit einem zweiten kleineren Pumpensatz.
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Betrachten wir zunächst Fig. r. Es sei angenommen, daß das zu reinigende
Wasser durch eine Hauptleitung geht, in der ein Venturizohr liegt, das mit einer
Trommel 25 und einer Einschnürung 26 versehen ist, und daß das Nasser nach dem Durchgang
durch dies Venturirohr durch eine Kammer 250 fließt, in der ihm, wie später
beschrieben, durch einen Verteiler 158
Chlorgas zugeführt wird. Zum Zuführen
des Chlors dienen Stahlflaschen 27, 28, die mit flüssigem Chlor gefüllt sind. Diese
Flaschen sind mit Auslaßventilen 29, 2go bekannter Bauart versehen, die durch biegsame
Rohre 30, 300 mit dem Gaszuführungssystem verbunden sind.
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Wenn, wie gezeigt, zwei Flaschen benutzt i werden, so wird am besten
ein Dreiweghahn 31 angewendet, um das Gas aus den Flaschen aufzunehmen, und in diesem
Fall sind Mittel vorgesehen, um den Hahn selbsttätig zu stellen, so ' daß er eine
volle Flasche anschließt, wenn die andere geleert ist. Bei der gezeigten Anordnung
ist angenommen, daß das Ventil 31 einen Arm 4o besitzt, der durch eine Klinke
in der einen Stellung gehalten wird, so daß er eine der Flaschen 27, 28 mit dem
Rohr 32 verbindet. Die Klinke kann durch einen Elektromagneten 48 gelöst werden,
und wenn sie gelöst ist, legt eine Feder 5o den Arm um und stellt den Hahn so, daß
er die andere Flasche anschließt. Von dein Elektromagneten wird angenommen, daß
sein Stromkreis durch- die Nadel eines Druckmessers 44 geschlossen wird, der mit
01 gefüllt sein kann, und der durch eine Diaphragmenkammer 42 und ein Rohr 4= mit
dem Gaszuführungsrohr verbunden ist.
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Wenn der Druck des Gases fällt, ein Zeichen, daß der Vorrat einer
Flasche erschöpft ist, so schließt die zurückgehende Nadel auf der Skala des Druckmessers
den Kontakt des Elektromagneten 48, und der Hahn 31 wird durch die auf seinen Arm
40 wirkende Feder 50 umgestellt. Die Schließung des Kontaktes durch die Nadel
des Druckmessers 44 kann auch eine Alarmglocke in Gang setzen und einen Wärter i
aufmerksam machen, der dann die leere Flasche durch eine volle ersetzen und die
Feder 50 umlegen kann, so daß sie den Arm 4o anzieht und ' den Hahn bei der
nächsten Gelegenheit umstellt. Diese Vorrichtung wird nur beispiels-I weise erwähnt,
da sie von bekannter Art ist f so daß sie eine weitere Beschreibung hier nicht erfordert.
Der selbsttätige elektromagnetische Schalter ist für die Ausführung der Erfindung
durchaus nicht wesentlich, und er ist entbehrlich, wenn der Wärter das Zifferblatt
des Druckmessers im Auge behält, so daß er sieht, wann der Chlorvorrat zur Neige
geht und wann eine neue Flasche notwendig ist.
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Das durch das Rohr 32 zugeführte Gas geht zu der Differentialdruckvorrichtung
33, die im einzelnen in Fig. 2, 3 und 4 dargestellt ist. Der Zweck dieser Vorrichtung
ist, einen Gasstrom zu unterhalten, der unter allen Umständen dem des zu behandelnden
Wassers proportional ist. Bei der Bauart nach Fig. 2 werdendreiDiaphragmen benutzt,
wobei sechs Kammern geschaffen werden. Dies ist aber nur zu einem besonderen, weiter
unten erklärten Zweck, und die Wirkung ist dieselbe in mechanischer Beziehung, als
wenn nur zwei Diaphragmen mit vier Kammern benutzt würden. Die sechs Kammern sind
bezeichnet mit 83, 830, 84, 840, 85, 850. Wie gezeigt, sind die Kammern
in vier Gußteilen oder Platten 87, 88, 89 und 9o gebildet, die passend zusammengeschlossen
sind. Die Scheidewände in jedem Paar von Kammern bestehen aus biegsamen Diaphragmen,
die zwischen den Kammern 83, 83o aus dem Diaphragma gz, die zwischen den Kammern
84, 84o aus dem Diaphragma g2 und die zwischen den Kammern 85,
85o aus dem
Diaphragma 93. Diese Diaphrag= men können sehr dünn und empfindlich sein,
wenn eine Verstärkung wie die an den Diaphragmen 92 und 93 gezeigte
angewendet wird.
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Mit der Trommel 25 und der Einschnürung 26 des Venturirohres, durch
welches das Wasser, das behandelt werden soll, fließt, sind die Rohre 94 und
95 für hohen und niedrigen Druck verbunden (Fig. _). Diese Rohre können mit
Ventilen 94o, 950 versehen sein und in dieser Reihenfolge
zu
den Diaphragmenkammern 84 und 840 führen, so daß die erstere eine Hochdruck- und
die letztere eineNiederdruckkammer ist. In dem Gehäuseteil go des Differentialdruckkastens
ist ein Verbindungsstück 96 eingeschraubt. Dieses ist mit einem kurzen Rohrstutzen
32o versehen, mit dem das von dem Dreiweghahn kommende Rohr 32 verbunden ist. Auf
der andern Seite des Verbindungsstückes ist eine Rohrverbindung 66o (Fig. 2)., in
welche das Rohr 66 eingeschraubt ist, das zu dem Regelventil 67 führt, durch welches
das Gas mit einem bestimmten Druckverlust fließt. Ein Zweigrohr 97 führt
von einem Punkt unterhalb des Sitzes des Regel-, ventiles 67 nach der Diaphragmenkammer
830,
so daß der verminderte Druck des Gases nach dem Durchgang durch das genannte
Regelventil der genannten Diaphragmenkammer übermit-_ telt wird.
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Aus Gründen, die später erklärt werden, sind die Diaphragmenkammern
83, 85o zusammen durch einen Kanal 98 verbunden, der sich durch die Teile
88, 89 erstreckt, und diese Kammern sind mit einer passenden Flüssigkeit
gefüllt, die darin dicht abgeschlossen ist. Es ist ersichtlich, daß die Diaphragmen
gi und 93 für alle praktischen Zwecke wie ein einzelnes wirken.
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Das Verbindungsstück 96 ist mit einem Kanal 9g versehen, der
von dem Stutzen 32o ausgeht und eine mit der Mittelachse der Diaphragmenkammern
gleichachsige Erweiterung hat, die in einen Nippel ioo endigt, der den Sitz eines
Nadelventiles ioi bildet. Dieses liegt in einem Ventilgehäuse io2, vorzugsweise
einer hohlen Kappe,. die auf das Verbindungsstück 96 mittels einer ITberwurfmutter
2o2 befestigt ist. Die Kammer des genannten Ventilgehäuses führt mittels eines Kanals
io3 in dem. Verbindungsstück 96 zu dem Rohre 66 und dem Regelventil 67. Von
dem Kanal 103 zweigt ein anderer, 104,. ab und führt in eine kammerartige
Erweiterung los, die in dem Verbindungsstück 96 und dem Teil go gebildet
ist und mit der Diaphragmenkammer 85 in Verbindung steht. Be- ; festigt an dem mittleren
Teil des Diaphragmas 93 ist ein hohler Deckel io6 in dessen Hohl- i raum
oder Kammer io7 eine Stange io8 (Fig. 3) hineinragt, die durch den Teil
89 geführt ist, so daß ihr inneres Ende das Diaphragma. g2 berührt. Um das
angreifende Ende der Stange io8 ' richtig in den Deckel io6 zu lagern, ist das innere
Ende der Kammer io7 kegelförmig, wie in Fig.4 links zu sehen. Es ergibt sich, daß
jede Bewegung des Diaphragmas g2 nach rechts, d. h. gegen die Stange io8, den Deckel
io6 und damit das Diaphragrria 93 in derselben Richtung bewegen wird, das
an dem genannten Deckel befestigt ist.
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Das äußere Ende des Deckels io6 ist mit dem Ventil ioi durch ein Paar
paralleler- Stangen ;oder Stifte iög, iio (Fig. 4) verbunden. Diese Stifte tragen
an den äußeren Enden ein Querstück iii, das das Ventil ioi hält, so daß dessen Nadelspitze
nach der Ventilöffnung des Kanals 99 zu liegt. Der Deckel io6 und die beiden Stangen
log, iio halten das Ventil in Mittelstellung gegen seinen Sitz, indem die Stangen
geführt sind durch Löcher 112 in dem Verbindungsstück 96.
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Um das Durchlecken von Flüssigkeit aus Kammer 840 in Kammer 85o oder
umgekehrt rund um den Ventilschaft io8 zu verhindern, wird vorzugsweise die in Fig.
3 abgebildete Bauart verwendet. Wie man sieht, ist der Gehäuseteil 89 mit
einem Schraubstopfen 113 versehen, durch den die Stange io8 geführt ist, und dieser
Stopfen ist an dem einen Ende eines biegsamen Rohres 114, das am besten aus Gummi
besteht, befestigt, während das andere Ende dieses Rohres an einem Bund 115 auf
der Stange io8 befestigt ist. Die Wand des Gummirohres wird außen und innen durch
Schraubenfedern 1i6; 117 unterstützt. Die Feder 116 verhindert das Platzen des Rohres
114, während die. Feder 117 das Zusammenfallen des Rohres verhindert und das Gummi
von der Stange io8 fernhält. Wie man sieht, wird die Elastizität des Rohres
114
ein geringes Hin- und "Hergehen der Stange ohne merkliche Reibung gestatten.
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Das Regelventil 67 1(Fig. 2) kann von einer Bauart sein, bei der ein
Nadelventil benutzt wird, das in einer Buchse geführt ist, die durch eine Schraubenkappe
75 an Ort und Stelle gehalten wird, während ein eichelartiger Teil 77
eine
Dichtung um den Ventilschaft herumpreßt. Eine Hülse 8o mit Außengewinde, die mit
einem Handgriff oder Schlüssel an ihrem Vierkantende 78 gedreht werden kann, schraubt
sich in die Eichel 77, und der Schaft des Nadelventils ist mit einem Gewinde von
etwas anderer Steigung versehen und greift in ein Innengewinde in der Hülse 8o.
Die Folge ist, daß das Ventil sehr fein eingestellt werden kann, um den Chlorstrom
mit aller Schärfe einzustellen, da seine Bewegung abhängt von dem Steigungs- i unterschied
des Schraubengewindes auf der Außen- und Innenseite der Hülse 8o.
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Der Druck des Gases im Rohr 68 unter dem Ventil 67 wird durch eine
Diaphragmenkammer 118 auf einen Druckmesser iig (Fig. i) über- i tragen, so daß
der Gasdruck an dieser Stelle abgelesen werden kann.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Differentialdruckeinrichtung und
ihres Ventils in Verbindung mit dem Regelventil 67 soll nun i beschrieben werden.
Bei der gezeigten Bauart können die beiden Kammern 83, 85o, welche die dicht abgeschlossene
Flüssigkeit enthalten, wie schon bemerkt, als eine einzige betrachtet werden, aber
praktisch genommen, sind es zwei, so i daß keine Möglichkeit eines Leckens des Gases
von der Gasseite der Vorrichtung (Kammern 83o
und 85) nach der Wasserseite
(Kammern 84 und 84o) oder umgekehrt besteht. Der Druckverlust des Gases beim Durchgang
durch das Regelventi167 wird steigen bei steigenden Gasströmen, und in derselben
Weise wird der Druckverlust des Wassers beim Durchgang durch den Venturihals 26
sich vergrößern mit zunehmendem Wasserstrom. Wenn das Regelventil 67 für einen bestimmten
Chlorstrom in bezug auf einen bestimmten Wasserstrom eingestellt ist, so wird ein
Gleichgewicht hergestellt werden zwischen den Druckverlusten beim Durchgang durch
das Regelventil und den Venturihals. Wenn der Wasserstrom stärker wird, was einen
vermehrten Druckunterschied zwischen der Trommel 25 und dem Hals 26 und deshalb
zwischen den ' Kammern 84 und 840 zur Folge hat, so wird dieses Gleichgewicht gestört,
und die Druckunterschiede in den Diaphragmenkammern 84, 84o werden das Diaphragma
g2 seitwärts biegen.
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'Dieses drückt auf die Stange 1o8, wodurch es das Nadelventil loi
betätigt und eine größere Öffnung für das Gas bei seiner Strömung von Rohr 32 nach
Rohr 66 schafft, so daß mehr Gas durch das Regelventil 67 fließen kann. Wenn das
Diaphragma 92 weit genug vorwärts gedrückt ist, um genügend Gas durch das Regelventil
67 fließen zu lasen, so daß in diesem Ventil ein Druckverlust entsprechend dem Druckverlust
in dem Venturihals geschaffen wird, so wird der Druckunterschied zwischen den Diaphragmenkammern.85
und 83o; der auf das Diaphragma 93 wirkt, dem Unterschiede des Wasserdrucks
in den Kammern 84, 840, der auf das-Diaphragma g2 wirkt, die Wage halten, und die
Ströme von Chlor und Wasser werden proportional sein. Wird der Wasserstrom geringer,
so wirkt die Vorrichtung entgegengesetzt; indem das Diaphragma 93 und damit
das Ventil lob und das Diaphragma g2 zurückgedrückt werden, bis wieder Gleichgewicht
hergestellt ist.
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Die Verbindungsleitungen von Rohr 68, zu denen die Rohre 135, 142
(Fig. i) gehören, sind noch nicht in Betracht gezogen worden, Aer es ist klar, daß,
wenn ein größerer oder geringerer Rückwärtsdruck des Chlors in dieser Leitung oder
ein größerer oder geringerer Druck in den Chlorflaschen 27, 28 auftreten sollte,
das Ventil xoi von selbst folgendermaßen betätigt werden wird: Für stärkere Chlorströme
wird das Diaphragma 93 zurückgedrängt werden und das Ventil ioi zu schließen
suchen, da der Druckverlust in dem Regelventil 67 vergrößert ist. Diese Bewegung
wird anhalten, bis der Betrag des Chlors, das von dem Ventil bi durchgelassen wird
und so das Regelventil 67 erreicht, derart ist, daß der Druckverlust in Ventil 67,
der auf die zusammenwirkenden Diaphragmen 93, g= wirkt, wieder durch den
Wasserdruckunterschied in den Kammern 84, 840, der auf das Diaphragma 92 wirkt,
aufgewogen wird, G worauf wieder Gleichgewicht zwischen Wasser-und Gasstrom hergestellt
ist. Es ist klar, daß wenn das Rohr 97 mit der Kammer 85o Verbindung hätte,
während nur zwei Diaphragmen 92, 93 benutzt würden (also das Diaphragma g1
mitsamt seinen Kammern 83, 830 und dem Verbindungskanal 98 weggelassen
wäre), die Vorrichtung doch genau wie beschrieben arbeiten würde und, vorausgesetzt
daß kein Lecken von Wasser aus der Kammer 840 in das Gas in Kam-' mer 85o oder umgekehrt
vorkommt, würde gegen die -Anordnung mit zwei Diaphragmen nichts einzuwenden sein.
Feuchtes Chlor greift indessen die Metallteile der Vorrichtung an, während trockenes
Ch1Qr unschädlich ist, so daß man alle Vorsichtsmaßregeln ergreifen sollte, um die
Sicherheit zu haben, daß das Gas trocken und frei von jeder möglichen Verunreinigung
mit Feuchtigkeit gehalten wird. Dies ist i der Grund, weshalb die Anordnung mit
den drei Diaphragmen erdacht worden ist.
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In dem in Fig. i dargestellten Beispiel wird C das Gas nach dem Durchgang
durch die Differentialdruckvorrichtung 33 und das Regelventil 67 veranlaßt, einen
Stromanzeiger und -messer zu durchstreichen, ehe es durch einen in einer Kammer
25o der Wasserleitung gelegenen Verteiler 158 an das Wasser abgegeben wird. Das
Gas geht durch eine kleine Öffnung oder einen porösen Stöpsel in eine Kammer 121,
die an der Stirnseite durch eine durchsichtige Kappe z26 abgeschlossen ist, so daß
die Strömung beobachtet werden kann. Es ist eine Druckmeßvorrichtung 123, 131 mit
einer Skala S daran vorgesehen, uni. die Strömungsgeschwindigkeit des Gases an dem
-Druckunterschied zu -beiden Seiten des Mundstückes in der Kammer 121 ablesen zu
können.
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Das Gas geht von dem Strömungsmesser durch einen Nippel 12g und ein
Röhr 135 zu einem Ventil in einem Gehäuse 136, welches Ventil nur Gas oberhalb
eines bestimmten Druckes durchlassen und das Zurücktreten von Wasser verhindern
wird. In dem dargestellten Beispiel ist das Ventil ein durch eine Feder geregeltes
Diaphragmenventil, das - auf den beabsichtigten Grenzdruck durch eine Stellschraube
145 eingestellt wird. Das Gas geht von diesem Ventil nach unten durch ein silbernes
Rohr 142, durch den Deckel 251 der Kammer 25o in der Wasserleitung zu einem Verteiler
=58 in dieser Kammer, der etwas über dem Boden der Kammer 25o angeordnet ist, jedoch
so, daß die Hauptmenge des Wassers darüber wegfließt.
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Eine andere Ausführungsform der Vorrichtung ist in denFig. 5 und 6
dargestellt, wo ein Schwimmer in einem Behälter benutzt wird, durch den das Wasser
fließt, um die Differentialdruckvorrichtung an Stelle der in Fig, i vorgesehenen
i Venturieinrichtung zu betätigen. Die Hilfsmittel zur Regelung der Zufuhr und Abgabe
des
Chlors können dieselben sein wie in Fig.'i und sind entsprechend bezeichnet; aber
die Differentialdruckkammer 33 braucht nur zwei Diaphragmen zu haben, da- in die
Kammer 84o kein Wasser gelangt. Das Wasser fließt durch einen Behälter 175, aus
dem es durch ein Mundstück 27s entweicht, so daß der Wasserstrom von der Wasserhöhe
in dem Behälter abhängt. In dem Wasser des Behälters ruht ein Schwimmer 176. Dieser
kann z. B. geführt sein durch einen Rahmen 177 und wirkt auf eine Stange 178, die
ihrerseits das Diaphragma =8o einer Druckkammer 179 angreift, die in Fig. 6 als
Einzelheit dargestellt ist. Die obere Kammer des Gliedes 179 enthält irgendeine
passende Flüssigkeit, die nicht Wasser zu sein braucht, und steht durch ein dicht
eingesetztes Rohr 181 mit der Druckkammer 84 auf der linken Seite des Diaphrägmas
92, des Differentialdruckkastens (Fig. 2) in Verbindung. Bei dieser Anordnung
tritt das Rohr 181 an die Stelle des in Fig. x und 2 gezeigten Rohres 94, während
die Kammer 84o auf der rechten Seite des Diaphragmas 92 unmittelbar nach der Luft
zu geöffnet ist und so unterAtmosphärendruck steht. Das Ventil x82 (Fig. 6), das
eine Öffnung 183 hat, dient dazu, die zwischen den Diaphragmen =8o und g2 eingeschlossene
Flüssigkeitsmenge endgültig genau einzustellen, wodurch die verhältnismäßige Lage
dieser Diaphragmen ganz genau eingestellt werden kann.
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Die hydraulische Formel für das Ausströmen einer Flüssigkeit durch
ein Mundstück bei wechselnder Höhe ist praktisch dieselbe wie für das Strömen einer
Flüssigkeit durch einen Venturihals wie in Fig. i. Mit Hilfe der beschriebenen Ausführungsform
kann die Änderung der Höhe über einem Mundstück wie 275 auf die Kammer 84 (Fig.
2) in der Differentialdruckvorrichtung übertragen werden, so daß ein gewünschtes
Verhältnis zwischen der Strömung des Chlorgases durch das Regelventil 67 und dem
Durchfiuß von Wasser durch das genannte Mundstück aufrechterhalten werden kann.
Da der Schwimmer 176 luftdicht verschlossen und von gleichbleibendem Querschnitt
ist, so überträgt er auf das Diaphragma =8o nach oben einen Druck, der von der Wasserhöhe
abhängt. Wenn nun die durch das Mundstück'275 fließende Wassermenge vergrößert wird,
so muß die Höhe vergrößert sein. Diese vergrößerte Höhe wird einen verstärkten Auftrieb
des Schwimmers 176 gegen das Diaphragma =8o zur Folge haben. Dieser Auftrieb wird
andererseits durch die Flüssigkeitssäule im Rohr 181 dem Diaphragma 92 (Fig. 2)
mitgeteilt, das den Ventilschaft nach außen drängt und das Ventil ioi öffnet, so
daß mehr Gas durch das Regelventil 67 fließen kann, bis der Druckverlust in diesem
Ventil, der auf das Diaphragma 93 wirkt und es zurückzudrän-gen sucht, proportional
dem vermehrten Auftrieb des Schwimmers geworden ist. Die beschriebene Vorrichtung
ist verbunden mit einem Gasableitungsrohr und einem Gasverteiler, mit dessen Hilfe
das durch das Mundstück 27s gegangene Wasser behandelt werden kann.
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Eine geringe Abänderung ist in Fig. 7 dargestellt, wo die selbsttätige
Vorrichtung durch einen Schwimmer 196 in Gang gesetzt wird, dessen Auftrieb durch
die Höhe des Wassers bestimmt wird, das über ein Wehr läuft, aber durch ein Mundstück
wie :197 eintritt. In diesem Fall muß der Schwimmer eine besondere Form haben, z.
B. die dargestellte, so daß er dem Diaphragma der Fig. 6 einen proportionalen Schub
erteilt, in Abhängigkeit von der Höhe und der Strömung des Wassers über das Wehr;
und so mittels der Differentialdruckeinrichtung einen Chlorstrom proportional dem
Strom des zu behandelnden Wassers unterhält.
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In Fig. 8 ist noch eine weitere Ausführungsform abgebildet, bei welcher
die Anwendung eines Venturirohres o. dgl. für die ganze Wasserzufuhr vermieden ist,
indem ein doppeltes Pumpensystem, und ein Venturirohr nur in einem Wasserstromkreis
benutzt wird. Die selbsttätige Gasregelvorrichtung, wie sie vorher beschrieben ist,
steht bei diesem Beispiel in Verbindung mit einem kleinen Venturirohr =g3, das seinerseits
mit einer Anzahl Pumpen verbunden ist, so daß der Druckverlust in dem Venturirohr
ein Maß für die gepumpte Wassermenge bildet. In der Fig. 8 ist eine Reihe von drei
großen Pumpen 185, 186 und 187 gezeigt, die je mit kleineren Pumpen 28s,
286 und 287 gepaart sind. Wenn zwei oder mehr Pumpen gleichzeitig wirken, so muß
ein bestimmtes Verhältnis des Fassungsraumes der kleinen Pumpe zu dem der großen
vorhanden sein, so daß, wenn die großen Pumpen 185, 186, i87 stufenweise an Größe
abnehmen, wie in der Zeichnung, die kleinen Pumpen 285, 286, 287 ebenfalls anGröße
abnehmen. Die Saugrohre 188, die mit den Pumpen verbunden sind, reichen in einen
Wasserkörper in einem Behälter 189, der ein Mund- ; stück 289 besitzt, durch
das das Wasser eintritt. Die Rohre igo, igi und 192, die von den kleineren Pumpen
285, 286 und 287 wegführen, sind an das Venturirohr 193 angeschlossen, mit dessen
Trommel ein Rohr 194 und mit dessen Hals ein Rohr =g5 verbunden ist. Die größeren
Pumpen 185, 186, 187 entleeren ihr Wasser durch das Rohr 29o in die Wasserzuleitung.
Die genannten Rohre 194, 195 übermitteln die Druckunterschiede auf eine Differentialdruckcinrichtung,
wie die in Fig. 2 gezeigte. Das durch das Venturirohr strömende Wasser kann durch
eine in punktierten Linien angegebene Vorrichtung in den Behälter 189 zurückgeschickt
werden, wodurch ein geschlossener Wasserkreislauf geschaffen ist, so daß man das
Wasser immer wieder benutzen kann und dieses
Wasser ein besonderes
System bildet, das von dem tatsächlich mit Chlor behandelten Wasser getrennt bleibt.
Natürlich kann auch der Chlorverteiler 158 in den Wasserkörper 189 eingeführt
werden, wie in Fig. 8 in ausgezogenen Linien dargestellt, in welchem Fall die punktierte
Verbindung von dem Venturirohr zurück nach dem Behälter wegfällt.
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Es ist klar, daß bei vermehrter oder verminderter Geschwindigkeit
der großen Pumpen 185, 186, 187 die von den kleinen Pumpen gepumpte Wassermenge
proportional steigen oder fallen wird, deren Gesamtheit durch das Venturirohr 193
hindurch muß. Wird die Geschwindigkeit der großen Pumpen verdoppelt, so wird die
durch das Venturirohr gedrängte Wassermenge ebenfalls verdoppelt, und der Druckunterschied
wird proportional der gepumpten Wassermenge und da das Venturirohr an die Gasregelungsvorrichtung
angeschlossen ist, so wird diese Vorrichtung derart beeinflußt, daß sie einen proportionalen
Gasstrom zu der Hauptmenge des Wassers fließen läßt, die von den großen Pumpen 185,
186, 187 geliefert wird..
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Die Erfindung ist nicht auf die Anwendung zur Regelung der Zufuhr
von Chlorgas zu Wasser oder Abwasser beschränkt, sondern ist anwendbar auf die Regelung
der Zufuhr irgendeines Gases zu irgendeiner Flüssigkeit, die damit behandelt werden
soll.