DE3301317A1 - Bremszylinder - Google Patents
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Description
MICHELlN)
63040 Clermont-Ferrand Cedex
Bremszylinder
Die Erfindung betrifft verbesserte Bremszylinder für Trommel- und Scheibenbremsen zum Bremsen umlaufender Teile und insbesondere
von Fahrzeugrädern nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine Art von Trommelbremsen weist im wesentlichen eine mit dem umlaufenden Teil koaxiale und daran befestigte Bremstrommel, einen
zangenartigen Hebelmechanismus mit mindestens zwei radial innen bzw radial außen liegenden Bremsbelägen und mindestens einen Bremszylinder
auf, der den Hebelmechanismus betätigt, wie in der GB-PS 650 beschrieben ist.
Scheibenbremsen bestehen andererseits im wesentlichen aus einer zum umlaufenden Teil konzentrischen und daran befestigten
planen Bremsscheibe und einem Bremssattel mit Bremsbelägen und mindestens einem Bremszylinder, der die Bremsbeläge betätigt. Beim
Bremsen werden die gegenüber der umlaufenden Bremsscheibe in einem Hebelmechanismus bzw in einem Bremssattel festgelegten
Bremsbeläge gegen die Bremsauflageflächen auf beiden Seiten der Bremstrommel bzw Bremsscheibe angepreßt und bremsen diese
unter Reibung ab.
Die Erfindung bezieht sich auf verbesserte Bremszylinder, die sich für die beiden oben genannten Typen für Bremssystemen
verwenden lassen. Bei beiden Bremssystemen liegt die
558-cas 558-SF-Bk
-G-
Situation vor, daß die Bremsbeläge auch im Ruhezustand ohne Bremsen
unter einer gewissen Reibung an den Bremsauflageflächen anliegen. Durch dieses lose Schleifen wird einerseits unnötig Energie verbraucht
und andererseits eine lokale Abnutzung der Bremsauflageflächen hervorgerufen. Derartige Bremssysteme sind daher in ihrer
Funktion nicht voll zufriedenstellend.
Die.bisher übliche Lösung dieses Problems besteht darin, daß
zwischen den Bremsbelägen und den entsprechenden Bremsauflageflächen ein ausreichender Abstand bzw ein ausreichendes Spiel vorgesehen
wird, um jegliches Schleifen zu verhindern. Hierzu sind beispielsweise bei Scheibenbremsen am Kolben anliegende Gummidichtringe
vorgesehen, die sich bei der Vorwärtsbewegung des Kolbens verspannen und beim Nachlassen des Bremsdrucks aufgrund
ihrer Elastizität den Kolben wieder in eine Ruhestellung zurückziehen; ferner werden zur Erzielung eines ausreichenden Lüftspiels
zwischen Bremsbelägen und Bremsauflageflächen Rückholvorrichtungen verwendet, die im Inneren der entsprechenden Bremszylinder vorgesehen
sind. Beide Maßnahmen sind hinsichtlich Betriebssicherheit und Wirkung rieht befriedigend. Hinzu kommt, daß Rückholvorrichtungen
die Ansprechzeit von Bremsen verlängern können. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß in zahlreichen Fällen ein für
dauernde Wirksamkeit zu geringes Lüftspiel erzielt wird.
Der Erfindung liegt entsprechend die Aufgabe zugrunde, Bremszylinder
für Trommel- und Scheibenbremsen anzugeben, bei denen ein Schleifen der Bremsbeläge an den entsprechenden Bremsauflageflächen
verhindert ist, wobei zugleich eine gleichbleibend kurze Ansprechzeit gewährleistet ist, die von der Abnutzung der
Bremsbeläge unabhängig ist.
Die Aufgabe wird anspruchsgemäß gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungskonzepts sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Der erfindungsgemäße Bremszylinder für Trommel- und Scheibenbremsen
umfaßt
- einen innen zylindrisch ausgebildeten Zylinderkörper, der einen Boden und einen Einlaß für Bremsflüssigkeit unter Druck aufweist,
- zwei Stempel, von denen mindestens einer in Axialrichtung beweglich ist,
- einen in Axialrichtung im Zylinderkörper (2) beweglichen Kolben und ist dadurch gekennzeichnet, daß
- der Kolben eine koaxiale zylindrische Verlängerung, deren Durchmesser
kleiner ist als der Innendurchmesser des Zylinderkörpers, und die axial unter Reibung in einer Führung gleitet, und mindestens
einen von der einen zur anderen Arbeitsfläche durchgehenden Durchlaß für die Bremsflüssigkeit aufweist,
- zwischen dem Kolben und dem beweglichen Stempel ein Hilfskolben
vorgesehen ist, der im Zylinderkörper unter Reibung aixal verschiebbar
ist,
- eine Absperrdichtung gegenüber den Durchlässen des Kolbens vorgesehen
ist, die diese in Bremsstellung des Bremszylinders absperrt und sie in Ruhestellung freigibt,
- der Hub des Kolbens zwischen Brems- und Ruhestellung dem erwünschten
Spiel zwischen den Bremsbelägen und der Bremstrommel oder Bremsscheibe entspricht,
- die axialen Höhen und die Hübe des Kolbens und des Hilfskolbens im Zylinderkörper so ausgelegt sind, daß über beiden Arbeitsflächen
des Kolbens jeweils eine Kammer für die Bremsflüssigkeit vorliegt,
- die Summe der auf die Querschnittsfläche der Verlängerung bezogenen
axialen Reibungskräfte des Kolbens gegenüber dem Zylinderkörper und der Verlängerung gegenüber ihrer Führung kleiner
ist als die auf die Differenz der Querschnittsflächen von Zylinderkörper
und Verlängerung bezogene Summe der axialen Reibungskräfte des Hilfskolbens gegenüber dem Zylinderkörper sowie der
Verlängerung.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert,
in der Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Bremszylinders schematisch dargestellt sind; es zeigen:
Fig. 1: einen Längsschnitt durch einen Bremszylinder in Ruhestellung
und bei neuen Bremsbelägen;
Fig. 2: den gleichen Bremszylinder wie in Fig. 1 in Ruhestellung, jedoch bei teilweise abgenutzten Bremsbelägen;
Fig. 3: den Bremszylinder der Fig. 1 und 2 in Bremsstellung und
Fig. 4a, 4b, 5a, 5b: zwei weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Bremszylinders, jeweils in Ruhestellung bzw in Bremsstellung.
Der in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Bremszylinder 1_ weist
einen Zylinderkörper "1_ auf, der innen zylindrisch ausgebildet
ist, wobei die Längsachse des entsprechenden Zylinders mit Z-Z' bezeichnet ist. Der Zylinderkörper :2 ist an einem Ende mit
einem Boden 3 verschlossen.
Das andere, offene Ende dient zur Führung eines beweglichen Stempels _4 in Axialrichtung im Zylinderkörper 2_. Innerhalb des
Zylinderkörpers 2 und in Anlage an seiner Innenfläche befinden sich ein Kolben G_ mit einer Verlängerung 1_ sowie der erfindungsgemäß
vorgesehene Hilfskolben 5_.
Der Boden ~5_ des Zylinderkörpers 2^ bildet im dargestellten
Beispiel den festen Stempel. Der Boden 2 sowie der bewegliche Stempel k_ sind in üblicher Weise mit einer Hebelzange oder einer
Brems gabel (nicht dargestellt) verbunden.
Der Einlaß 21 für die unter Druck stehende Bremsflüssigkeit zur Betätigung des Bremszylinders 1_ ist im Zylinderkörper 2_ in
der Nähe des Bodens 3_ in der Kammer 8^ zwischen dem Kolben G_ und
dem Boden _3 in der Weise vorgesehen, daß die unter Druck stehende
Bremsflüssigkeit auf die Arbeitsfläche 61_ des Kolbens 6_ einwirkt,
die dem Boden _3 des Zylinderkörpers 2^ zugewandt ist.
Der ringförmige Hilfskolben 5_ ist zwischen dem Kolben 6_
und dem beweglichen Stempel _4 vorgesehen. Der Kolben 6_ weist
auf der Arbeitsfläche ^0, die dem Hilfskolben 5. zugewandt ist,
eine koaxiale Verlängerung 1_ auf, deren Durchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des Zylinderkörpers 2,und die axial
im Hilfskolben j5 gleitet. Hierzu weist der Hilfskolben 5>
eine mit dem Kolben S_ und der Verlängerung 1_ koaxiale Bohrung 5G_
auf, die erfindungsgemäß die Führung der Verlängerung 1_ bildet.
Der Hilfskolben 5_ besitzt eine axiale Höhe 50 (Fig. 2),
die kleiner ist als die axiale Höhe 7Ό der Verlängerung 1_. Die
Verlängerung 7_ des Kolbens G_ trägt den beweglichen Stempel 4-.
Hierzu weist der Stempel 4- eine Ausnehmung 42_ auf, in der das
freie Ende 71 der Verlängerung 1_ zu liegen kommt, während das
andere Ende 62 der Verlängerung 1_ fest mit dem Kolben 6_ verbunden
ist.
Die axialen Höhen 50, 80, 70 des Hilfskolbens 5_, des Kolbens 6_
bzw seiner Verlängerung 1_ sind so ausgewählt, daß unter Berücksichtigung
der axialen Höhe 20 des Zylinderkörpers 2_ des Bremszylinders
dann, wenn der Bund 43_ des Stempels 4_ mit der Fläche 540 des Hilfskolbens
5_ in Kontakt kommt, Kammern _8, _9 verbleiben, die die
unter Druck stehende Bremsflüssigkeit aufnehmen können, wobei die Kammer 8^ axial zwischen dem Boden 3_ des Zylinderkörpers 2_
und der entsprechenden Arbeitsfläche 61^ des Kolbens 6_ und die
andere Kammer 3_ axial zwischen dem Hilfskolben 5_ und der anderen
Arbeitsfläche 60_ des Kolbens §_ liegen.
Der Gleitweg der Verlängerung 1_ im Hilfskolben 5_, dh die Höhe
der Kammer 9_ zwischen dem Hilfskolben 5_, dem Kolben 6_ und dem Zylinderkörper
2^ ist durch das freie Ende des einen Anschlag bildenden
Bunds 43 der Ausnehmung 42 des beweglichen Stempels 4- begrenzt, in der die Verlängerung 1_ liegt.
In dem Teil des Zylinderkörpers 2_, in dem der Stempel k_ geführt
ist, und/oder im Stempel _4 ist eine Nut 23 vorgesehen, die die Zirkulation der zwischen dem Hilfskolben 5_ und dem Stempel _4
enthaltenen Luft ermöglicht, wenn der Hilfskolben 5_ und/oder der
Stempel 4- im Zylinderkörper 2^ gleiten. Der Kolben 6_ weist ferner
einen Dichtring 62_ auf, der auf dem Zylinderkörper 2_ des Bremszylinders
1_ unter Reibung abdichtet.
Um den Durchtritt der Bremsflüssigkeit von einer der Arbeitsflächen
60, 61_ auf die andere Arbeitsfläche zwischen der Kammer 8^,
die sich zwischen dem Kolben §_ und dem Boden ~b_ des Zylinderkörpers
2_ befindet, und der zweiten Kammer 9_ zwischen dem
Kolben 6_ und dem Hilfskolben 5_ sowie dem Zylinderkörper 2_
zu ermöglichen', weist der Kolben 6_ zwei Durchlässe 64, 65
auf, die axial von der einen Arbeitsfläche 60 zur anderen Arbeitsfläche 61_ hindurchgehen. Gegenüber den Durchlässen 64, 65_,
- li -
die von der Langsachse Z-Z! des Bremszylinders 1_ gleiche Abstände
besitzen, ist eine ringförmige Absperrdichtung 59 im Hilfskolben 5_
vorgesehen. Die Absperrdichtung 59_ dient zum Absperren der Durchlässe
64, 65^, wenn die plane Arbeitsfläche ^O des Kolbens §_ an
der entsprechenden Fläche 54 des Hilfskolbens 5_ zur Anlage kommt,
aufgrund des Gleitens der Verlängerung 1_ in der Bohrung 56_ des
Hilfskolbens 5_, wie oben erläutert.
Bei dem oben erläuterten erfindungsgemäßen Beispiel ist die Summe F, = F' + F," der (statischen) Reibungskräfte F ·'des
Kolbens 6_ gegenüber der Innenwand des Zylinderkörpers :2 und
der Reibungskräfte F1" der Verlängerung 7 gegenüber der Bohrung
des Hilfskolbens 5_, bezogen auf die Querschnitts fläche S, der Verlängerung _7j kleiner als die Summe F2= F2' + F2" der Reibungskräfte
F ' des Hilfskolbens 3_ gegenüber dem Zylinderkörper 2_ und
der Reibungskräfte F2" gegenüber der Verlängerung 1_, bezogen auf
die Querschnittsfläche S2 des Hilfskolbens 5_ bzw die Differenz
der Querschnittsflächen S-S, der Querschnittsfläche S des Innenquerschnitts des Zylinderkörpers 2^ und der Querschnittsfläche S,
der Verlängerung 1_. Die Federkraft R beim Öffnen der Hebelzange
bzw Bremsgabel (nicht dargestellt) auf Höhe des Bremszylinders \_
ist andererseits kleiner als die Summe F2 der Reibungskräfte des
Hilfskolbens 5_ gegenüber dem Zylinderkörper 2_ sowie gegenüber
der Verlängerung 1_.
Daraus folgen die beiden Ungleichungen
und R < F0,
wobei die Summen der Kräfte F und F2 sowie ihre Komponenten F ',
F.„, F2' und F2" jeweils in Axialrichtung orientiert sind.
Zur Erzielung der ersten, auf die Flächeneinheit bezogenen Reibungskraft
F,/S, können erfindungsgemäß verschiedene an sich bekannte Mittel einzeln oder in Kombination angewandt werden. So können beispielsweise
eine oder mehrere Ringdichtungen 52, 53_ zwischen der Außenwand 51_
des Hilfskolbens 5_ und dem Zylinderkörpers 2_ vorgesehen werden,
deren mit dem Zylinderkörper 2_ in Kontakt stehende Gesamtfläche
größer ist als die Gesamtfläche der Ringdichtung(en) 5^8,
die zwischen der Bohrung 56 des Hilfskolbens 5_ und der Verlängerung
7_ vorgesehen sind. Ferner können auch eine oder mehrere Ringdichtungen so eingesetzt werden, daß die Druckkraft der Ringdichtung
(en) 52_, ,53 zwischen dem Hilfskolben 5_ und dem Zylinderkörper 2_
größer ist als die Druckkraft der Ringdichtung(en) 513 zwischen der
Bohrung 5j5 des Hilfskolbens 5_ und der Verlängerung _7. Zwischen dem
Hilfskolben 5_ und dem Zylinderkörper 2_ können ferner auch sine oder
zwei Ringdichtungen 52_, 53 aus einem Material vorgesehen werden,
das einen höheren Reibungskoeffizienten als das Material der Ringdichtung (en) 5_8 zwischen der Bohrung 56_ des Hilfskolbens .5
und der Verlängerung 1_ aufweist.
Am Anfang eines Bremsvorgangs ist der Druck ρ der Bremsflüssigkeit
in der Kammer £ aufgrund der erfindungsgemäß im Kolben 6_
vorgesehenen Durchlässe 64, 65_ etwa gleich dem Druck in der
Kammer 8_. Der Druck ρ führt zu einer Axialkraft ρ-S, auf den
Kolben 6_ und seine Verlängerung 1_. Die resultierende Axialkraft
R, auf den Kolben 6_ und seine Verlängerung 1_ ist gleich der
Differenz zwischen der ausgeübten Axialkraft ρ-S, und der Summe
F, der Reibungskräfte des Kolbens 6_ und seiner Verlängerung 1_
R1 = P-S1 - F1.
Auf den Hilfskolben 5_ wirkt bei einem Druck ρ der Bremsflüssigkeit
eine Axialkraft p*S ; dementsprechend resultiert eine auf den Hilfskolben 5_ wirkende Axialkraft R^, die gleich
der Differenz R„ = ρ-S2 - F2 ist.
Im Verlauf eines Bremsvorgangs steigt der Druck ρ an. Die resultierende Axialkraft R,, die auf den Kolben 6_ wirkt, bewegt
diesen mit seiner Verlängerung 1_, die den Stempel 4- des Bremszylinders
betätigt, bis der Druck den Wert p1 = F,/S, erreicht.
Dementsprechend wird der Hilfskolben 5_ aufgrund der auf ihn wirkenden
Axialkraft R2 bewegt, bis der Druck den Wert p' = F^/S·?
erreicht. Erfindungsgemäß ist die auf die Flächeneinheit bezogene Reüxngskraft
F1ZS1 kleiner als die auf die Flächeneinheit bezogene ReibLngskraft FyS2, wobei die resultierende
Axialkraft R,, die auf den Kolben G_ wirkt, diesen mit seiner
Verlängerung J und dem Stempel _4 bewegt, bevor die auf den
Hilfskolben 5_ wirkende resultierende Axialkraft R2 diesen in Be^
wegung setzt.
Auf diese Weise dient die Bewegung des Stempels _4 zur Überwindung
der Spannung der (nicht dargestellten) Rückholfeder der Hebelzange bzw Bremsgabel der entsprechenden Bremse, dh zur Beseitigung
des zur Verhinderung des Schleifens der Bremsbeläge vorgesehenen Spiels, bis die Arbeitsfläche 6>0 des Kolbens 6_
an der ihr gegenüberliegenden Fläche 54_ des Hilfskolbens 5_ zur
Anlage kommt.
Die ringförmige Absperrdichtung _59, die in der planen Fläche
des Hilfskolbens 5_, die dem Kolben 6_ zugewandt ist, sowie gegenüber
den Durchlässen 64, 65 des Kolbens 6_ vorgesehen ist, liegt dann
auf den Öffnungen 640, 650 der Durchlässe 64, 65_, die in die zwischen
dem Kolben 6_ und dem Hilfskolben 5_ liegende Kammer 9_ münden.
Gleichzeitig mit dem Verschwinden der Kammer 9_ verschließt die
Absperrdichtung 59_ die Durchlässe 64 und 65_.
In diesem Zeitpunkt eines Bremsvorgangs ist die vom Stempel _4
ausgeübte Kraft F gleich der Differenz zwischen dem Produkt des Drucks ρ in der verbleibenden Kammer 8^ mit der um die Summe Q
der Querschnittsflächen 640, 650 der im Kolben 6_ vorgesehenen
Durchlässe 64, 65_ verminderten Querschnittsfläche S des Zylinder-
körpers und der Summe der Reibungskräfte F1 1 und F0 1 des Kolbens
IZ —
und des Hilfskolbens 5_ gegenüber dem Zylinderkörper 2^
F = ρ (S - Q) - (F1' + F2').
Ab diesem Zeitpunkt verhält sich der Bremszylinder wie ein üblicher Bremszylinder und gewährleistet das Anlegen der Bremsbeläge
an der Bremstrommel bzw Bremsscheibe und demzufolge die Bremsung. Ebenso führt jede zusätzliche Verschiebung des Kolbens 6_
im Kontakt mit dem Hilfskolben 5_ gleichzeitig zu dessen Verschiebung
und entsprechend zum Nachstellen und Ausgleich der Abnutzung der Bremsbeläge.
Die axiale Verschiebung J des Kolbens 6_ gegen den Hilfskolben 5,
dh die Beseitigung des Spiels J zwischen dem Kolben 6_ und dem
Hilfskolben .5» erfolgt erfindungsgemäß durch Einführung eines Flüssigkeitsvolumens S,-J in den Bremszylinder, das im Vergleich
zu dem Volumen S«J klein ist, das im Fall eines üblichen Bremszylinders
mit dem gleichen Innenquerschnitt HS erforderlich ist, da die Querschnittsfläche S, der Verlängerung 1_ deutlich kleiner
ist als die Querschnitts fläche F des Zylinderkörpers 2_. Daraus
folgt, daß die Zeitdauer zur Nachstellung des Spiels zur Verhinderung des Schleifens sehr kurz ist und dementsprechend zu
einer sehr zufriedenstellenden Bremsenfunktion führt.
Am Ende eines Bremsvorgangs stellt die (nicht dargestellte) Rückholfeder der Hebelzange oder Bremsgabel der jeweiligen Bremse
•das erforderliche Spiel der Bremsbeläge wieder her. Der Stempel _4
sowie der Kolben £ gehen dabei wieder in ihre Ausgangsstellungen zurück, wobei der in Fig. 1 dargestellte Zustand vorliegt,
wenn die Bremsbeläge neu sind, und bei abgenutzten Bremsbelägen der in Fig. 2 dargestellte Zustand vorliegt. Im Gegensatz dazu
verschiebt sich der Hilfskolben 5_ beim Öffnen-der Bremsbeläge
nicht und begrenzt die Rückstellposition des Stempels 4_, der
mit dem freien Ende 43 der die Verlängerung 7_ des Kolbens §_
tragenden Ausnehmung 2^ an der entsprechenden Fläche des Hilfskolbens 5_
zum Anschlag kommt, da erfindungsgemäß die Kraft R der Rückholfeder der Hebelzange bzw der Bremsgabel der entsprechenden Bremse auf
Höhe des Bremszylinders kleiner ist als die Summe F2 der Reibungskräfte
des Hilfskolbens 5_ gegenüber dem Zylinderkörper
und der Verlängerung T_.
Die Abnutzung der Bremsbeläge aufgrund von Bremsvorgängen wird so aufgrund des Erfindungskonzepts automatisch kompensiert,
wobei zugleich ein konstantes Spiel zur Verhinderung des Schleifens
der Bremsbeläge aufrechterhalten wird.
Der in Fig. 4A in Ruhestellung der Bremsbeläge und in Fig. 4B in Bremsstellung dargestellte Bremszylinder weist gegenüber der
in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform einen Kolben IjO
auf, dessen Durchlaß für die Bremsflüssigkeit zwischen den beiden Kammern Q_ und 9_ durch ein Radialspiel und dementsprechend einen
peripheren Ringraum ll_ zwischen dem Kolben JO und der Innenfläche
des Zylinderkörpers 2^ realisiert ist. Anders ausgedrückt ist der
Außendurchmesser des Kolbens JO kleiner als der Innendurchmesser
des Zylinderkörpers 2_, so daß ein Austausch von Bremsflüssigkeit zwischen den beiden Kammern 8^ und 3_ möglich ist, die erfindungsgemäß
auf beiden Seiten des Kolbens JO vorgesehen sind.
Bei dieser Ausführungsform kann die Ringdichtung, die den Ringraum JJ absperrt, beispielsweise eine scheibenförmige Flachdichtung
Υλ_ sein, deren Innenrand in einer Nut 121 zu liegen
kommt, die an der Stelle vorgesehen ist, wo die Verlängerung 1_
am Kolben JO ansetzt. Die Arbeitsfläche 6(3 des Kolbens JO, die
dem beweglichen Stempel 4· gegenüberliegt, kann zum Ende des
Kolbens J1(D hin einen konischen Teil 9l_ (rechts in Fig. 4A und 4B)
oder eine Umfangsrippe 92_ (links in Fig. 4A und 4B) aufweisen.
Wenn nach dem Gleiten der Verlängerung 1_ in den Hilfskolben 5_
zur Beseitigung des gegen das Schleifen der Bremsbeläge dienenden
Spiels J die Bremsflüssigkeit aus der Kammer S^. zwischen dem Kolben G_
und dem Hilfskolben 5_ herausgedrückt wird, kommt die Flachdichtung 12,
deren äußerer Rand 122 auf der Innenfläche des Zylinderkörpers _2
unter Reibung anliegt, auf der Arbeitsfläche (SQ des Kolbens 6_
zur Anlage und sperrt den Ringraum 11 ab (Fig. 4B).
Bei dieser Ausführungsform kann die geeignete Reibung zwischen der Außenfläche des Hilfskolbens 5_ und dem Zylinderkörper 2. erfindungsgemäß
durch ein elastisches, geschlitztes Metallsegment 5^
realisiert werden. Erfindungsgemäß ist der Hub J (Fig. 4A) der Verlängerung _7 im Hilfskolben 5_ gleich dem Hub J (Fig. 4B) zwischen
dem Hilfskolben 5_ und dem durch den Bund 43_ gegebenen
axialen Anschlag am Ende des beweglichen Kolbens 4^. Der axiale
Anschlag 72_ kann jedoch auch ein Stift, ein Bund oder ein Ring
am freien Ende der Verlängerung 1_ sein, das mit dem beweglichen
Stempel ^ in Kontakt steht (Fig. 4A).
Die in den Fig. 5A in Ruhestellung bei geöffneten Bremsbelägen und den Fig. 5B in Bremsstellung dargestellte erfindungsgemäße
Ausführungsform unterscheidet sich wesentlich von den oben erläuterten dadurch, daß zwei bewegliche Stempel vorgesehen sind,
ferner durch die Führung der Verlängerung des Kolbens JO sowie
die Verwendung der Verlängerung selbst als zweiten beweglichen Stempel. Daraus folgt ferner, daß der Hilfskolben 5_ keine zentrale
Bohrung aufweist, sondern direkt den ersten beweglichen Stempel trägt, die Kammer 8^ mit dem Einlaß 21_ für die Bremsflüssigkeit
zwischen den einander zugewandten Arbeitsflächen des Kolbens JJ3
und des Hilfskolbens 5_ vorgesehen ist, und die dem Spiel J gegen
Schleifen der Bremsbeläge entsprechende Kammer 9_ zwischen der
dem Boden 3_ des Zylinderkörpers 2^ zugewandten Arbeitsfläche des
Kolbens J^ und dem Boden 3. vorgesehen ist.
Die Verlängerung J3 des Kolbens J1-O ist in einer Bohrung
am Boden 3_ des Zylinderkörpers 2^ geführt. In dieser Bohrung 131
gleitet die Verlängerung 13 erfindungsgemäß axial mit einer Reibungskraft,
die kleiner ist als die Reibungskraft des Hilfskolbens 5_ im Zylinderkörper 2. Erfindungsgemäß weist die Verlängerung 13
beispielsweise außerhalb des Bodens 3. einen Anschlag 132 in Form eines
Stifts, eines Rings oder etwa eines Bunds auf, der den Gleitweg
J. im Boden ~5_ begrenzt, der dem jeweiligen Spiel zwischen den
Bremsbelägen und der Bremstrommel bzw Bremsscheibe entspricht, um ein Schleifen der Bremsbeläge im Ruhezustand zu vermeiden.
Der Hilfskolben _5_, der unter höherer Reibung im Zylinderkörper
:2 des Bremszylinders gleitet, verschiebt sich je nach
der Abnutzung der Bremsbeläge nach außerhalb des Bremszylinders, wobei er den ersten beweglichen Stempel _4 vor sich herschiebt.
Der Kolben JLO1, dessen Verlängerung radiales Spiel aufweist
und dem zweiten beweglichen Stempel L5 entspricht, wird bei
jedem Bremsvorgang (vgl Fig. 5B) in Richtung auf das andere Ende des Bremszylinders vorgeschoben, bis die Umfangsrippe 136,
die auf der dem Boden 3_ zugewandten Arbeitsfläche des Kolbens vorgesehen ist, auf der ringförmigen Flachdichtung 133 zur Anlage
kommt. Hierdurch schließt die Flachdichtung 133 den Durchtritt der Bremsflüssigkeit ab. Bei dieser Ausführungsform liegt
der Innenrand 134 der Flachdichtung 133 in einer Nut an der Stelle, wo die Verlängerung 13 am Kolben I1O ansetzt. Der
äußere Rand 135 der Flachdichtung 133 wird auf diese Weise zwischen dem Boden 2 und dem Zylinderkörper 2_ des Bremszylinders
gehalten.
Der Boden 3_ weist Belüftungsöffnungen 31_ auf, die ein Entweichen
der zwischen der Flachdichtung 133 und dem Boden 3. eingeschlossenen Luft beim Nachstellen des Spiels beim Bremsen dienen.
Claims (1)
- Ansprüche( 1.'Bremszylinder für Trommel- und Scheibenbremsen mit- einem innen zylindrisch ausgebildeten Zylinderkörper (2) mit einem Boden (3) und einem Einlaß (21) für Bremsflüssigkeit unter Druck,- zwei Stempeln, von denen mindestens einer (4) in Axialrichtung beweglich ist,und- einem in Axialrichtung im Zylinderkörper (2) beweglichen Kolben (6), dadurch gekennzeichnet, daß- der Kolben (6) eine' koaxiale zylindrische Verlängerung (7), deren Durchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des Zylinderkörpers (2) und die axial unter Reibung in einer Führung (56) gleitet, und mindestens einen von der einen zur anderen Arbeitsfläche (60, 61) durchgehenden Durchlaß (64, 65) für die Bremsflüssigkeit aufweist,- zwischen dem Kolben (6) und dem beweglichen Stempel (4) ein Hilfskolben (5) vorgesehen ist, der im Zylinderkörper (2) unter Reibung axial verschiebbar ist,und- eine Absperrdichtung (59) gegenüber den Durchlässen (64, 65) des Kolbens (6) vorgesehen ist, die diese in Bremsstellung des Bremszylinders absperrt und sie in Ruhestellung freigibt,558-cas558-SF-Bkwobei- der Hub des Kolbens (6) zwischen Brems- und Ruhestellung dem erwünschten Spiel zwischen den Bremsbelägen und der Bremstrommel oder Bremsscheibe entspricht,- die axialen Höhen und die Spiele des Kolbens (6) und des Hilfskolbens (5) im Zylinderkörper (2) so ausgelegt sind, daß über beiden Arbeitsflächen (60, 61) des Kolbens (6) jeweils eine Kammer (8, 9) für die Bremsflüssigkeit vorliegt,und- die Summe der auf die Querschnittsfläche der Verlängerung (7) bezogenen axialen Reibungskräfte des Kolbens (6) gegenüber dem Zylinderkörper (2) und der Verlängerung (7) gegenüber ihrer Führung (56) kleiner ist als die auf die Differenz der Querschnittsflächen von Zylinderkörper (2) und Verlängerung (7) bezogene Summe der axialen Reibungskräfte des Hilfskolbens (5) gegenüber dem Zylinderkörper (2) und der Verlängerung (7) (Fig. 1),2. Bremszylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß- die Verlängerung (7) auf der dem Hilfskolben (5) zugewandten Arbeitsfläche (60) des Kolbens (6) vorgesehen ist und den beweglichen Stempel (4) trägt,- der bewegliche Stempel (4) oder die Verlängerung (7) einen axialen Anschlag aufweisen, der den axialen Gleitweg der Verlängerung (7) des Kolbens (6) im Hilfskolben (5) begrenzt,- der axiale Gleitweg der Verlängerung (7) des Kolbens (6) im Hilfskolben (5) gleich dem dem Spiel zwischen den Bremsbelägen und der Bremstrommel bzw Bremsscheibe entsprechenden Hub des Kolbens (6) ist,- der andere Stempel gegenüber dem Zylinderkörper (2) festgelegt ·ist und durch seinen Boden (3) gebildet wird,- die Führung der Verlängerung (7) des Kolbens (6) aus einer Bohrung (5S) besteht, die im Hilfskolben (5) koaxial vorgesehen ist,- der Einlaß (21) der Bremsflüssigkeit zwischen dem Boden (3) des Zylinderkörpers (2) und dem Kolben (6) angeordnet ist (Fig. 1).Bremszylinder nach Anspruch 1, .
dadurch gekennzeichnet, daß- die Verlängerung (13) des Kolbens (10) auf der dem Boden (3) des Zylinderkörpers (2) zugewandten Arbeitsfläche (60) vorgesehen ist und den zweiten, beweglichen Stempel (13) des Bremszylinders bildet,- der Hilfskolben (5) den ersten, beweglichen Stempel (4) trägt,- die Führung der Verlängerung (7) des Kolbens (10) durch eine im Boden (3) des Zylinderkörpers (2) vorgesehene Bohrung (131) gebildet wird,- die Verlängerung (7) oder der Boden (3) einen axialen Anschlag (132) aufweisen, der den axialen Gleitweg (J) der Verlängerung (7) im Boden (3) begrenzt,- der axiale Gleitweg (J) der Verlängerung (7) des Kolbens (10) im Boden (3) gleich dem dem Spiel zwischen den Bremsbelägen und der Bremstrommel bzw Bremsscheibe entsprechenden Hub des Kolbens (10) ist.- der Einlaß für die Bremsflüssigkeit zwischen dem Kolben (10) und dem Hilfskolben (5) vorgesehen ist.i\. LinMiis/yliruJer nach Aruspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaß (21) für die Bremsflüssigkeit aus mindestens einer Leitung besteht, die axial von Arbeitsfläche zu Arbeitsfläche durch den Kolben (6) hindurchgeht.5. Bremszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaß für die Bremsflüssigkeit aus einem durch radiales Spiel gebildeten Ringraum besteht, der zwischen dem Kolben und dem Zylinderkörper (2) vorgesehen ist, und der Dichtring innerhalb auf der Verlängerung (7) des Kolbens (6) befestigt ist- und außerhalb am Zylinderkörper (2) zur Anlage kommen kann.6. Bremszylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Belüftungsöffnung zwischen dem Teil der Verlängerung des Kolbens vorgesehen ist, der zwischen dem Hilfskolben und der Außenatmosphäre liegt.7. Bremszylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaß für die Bremsflüssigkeit aus einem durch radiales Spiel gebildeten Ringraum zwischen dem Kolben und dem Zylinderkörper besteht, der Dichtring im Inneren auf der Verlängerung des Kolbens und außen zwischen dem Zylinderkörper und dem Boden befestigt ist und der Boden mindestens eine Belüftungsöffnung aufweist.8. Bremszylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung den axialen Anschlag für den Hilfskolben trägt.9. Bremszylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Stempel den axialen Anschlag für den Hilfskolben trägt.10. Bremszylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung den axialen Anschlag trägt.
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