DE3300767C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Hohlraumresonator zum Erzeugen
magnetischer Dipolübergänge in einem gewünschten Frequenzbereich
in einer Probe, der aus einer elektrisch leitenden Mantelfläche
und an den Enden der Mantelfläche angeordneten Deckflächen
besteht, wobei die Probe sich in einem Resonatorbereich mit
hoher Dichte magnetischer Feldlinien befindet und der Hohlraumresonator
mit einem Schwingungstyp mit geschlossenen elektrischen
Feldlinien angeregt wird.
Ein solcher Hohlraumsresonator, in dem eine HO₁₁-Welle angeregt
werden kann, ist beispielsweise aus der DE-PS 30 22 481 bekannt.
In der analytischen Meßtechnik sind eine Reihe von Verfahren
bekannt, mit denen Werkstoffeigenschaften dadurch
untersucht werden, daß magnetische Dipolübergänge in
Proben dieser Werkstoffe angeregt werden. Die bekanntesten
Verfahren dieser Art sind die kernmagnetische Resonanz
(NMR) sowie die Elektronenspinresonanz (ESR).
Zum Erzeugen eines dieser Resonanzphänomene ist es erforderlich,
die zu untersuchende Probe gleichzeitig einem
Hochfrequenzfeld und einem dazu senkrecht gerichteten
Konstantmagnetfeld auszusetzen. Die Probe wird dabei in
ein resonanzfähiges Gebilde eingebracht und dort an einer
Stelle positioniert, an der sich magnetische Feldlinien
(H) mit hoher Dichte bzw. Intensität ausbreiten.
Als resonanzfähige Gebilde sind dabei aus der Literatur
die verschiedenartigsten Konfigurationen bekannt, wie
sie für unterschiedliche Frequenzbereiche verwendet werden.
Bekanntlich können resonanzfähige Gebilde aus einer
Zusammenschaltung einzelner diskreter Bauelemente bestehen,
wobei das bekannteste Gebilde der Reihen- bzw.
Parallelschwingkreis ist, der aus je einem Kondensator
und einer Spule besteht. Dabei ist in Bezug auf das Bauelement
eine klare Vorstellung der kapazitiven bzw. induktiven
Bestandteile des resonanzfähigen Gebildes möglich.
Bei etwas höheren Frequenzen, etwa im Meterwellenbereich,
ist es bekannt, Resonanzanordnungen zu verwenden,
die beispielsweise als Leitungsresonatoren, Bandleitungen
oder dgl. bezeichnet werden. Auch bei diesen
resonanzfähigen Gebilden ist eine Zuordnung von kapazitiven
und induktiven Anteilen in der Weise möglich, daß bestimmte
geometrische Bereiche der Anordnung die kapazitive bzw. induktive
Eigenschaft des resonanzfähigen Gebildes aufweisen, wobei
diese Bereiche jedoch für verschiedene Frequenzen eindeutig
festliegen und geometrisch bestimmbar sind.
Ein derartiger einfacher LC-Schwingungskreis, bei dem die Spule
auf einen zylindrisch gebogenen Leiterabschnitt und der Kondensator
auf den Spalt zwischen den Enden des Leiterabschnittes
reduziert ist, ist z. B. aus "Review of Scientific Instruments",
Band 52, Nr. 2, Seiten 213 bis 216 bekannt. Die Abmessungen dieser
bekannten Anordnung sind jedoch bewußt derart gewählt, daß
sich im Bereich der Resonanzfrequenzen des Schwingkreises keine
Hohlleiter-Wellen ausbilden können, wie dies bei dem eingangs
erwähnten, gattungsbildenden Hohlraumresonator der Fall ist.
Schließlich ist es für höchste Frequenzen - etwa im Mikrowellenbereich
- z. B. aus der eingangs zitierten DE-PS 30 22 481
bekannt, Hohlraumresonatoren als resonanzfähige Gebilde einzusetzen.
Bei diesen Hohlraumresonatoren besteht im Gegensatz zu
den vorstehend genannten beiden Strukturen der Unterschied
darin, daß eine feste, ganzzahlige Beziehung zwischen den Abmessungen
des Resonators und der verwendeten Wellenlänge besteht.
Darüber hinaus ist keine eindeutige Zuordnung von induktiven
und kapazitiven Bereichen der resonanzfähigen Struktur
mehr möglich, da eine Struktur in verschiedenen Schwingungstypen
angeregt werden kann, wobei verschiedene Schwingungstypen erster
Ordnung im gleichen Hohlraumresonator möglich sind. In einem
zylindrischen Hohlraumresonator können beispielsweise voneinander
unabhängig eine H₀₁₁- oder eine H₁₁₁-Schwingung angeregt
werden, wobei jeder dieser Schwingungstypen noch in entsprechend
höheren Ordnungen schwingen kann. Je nach Schwingungstyp, Ordnung
und verwendeter Frequenz ändern sich jedoch die jeweils
kapazitiv bzw. induktiv wirksamen Bereiche.
Ein gemeinsames Problem bei Untersuchungen
mit Hilfe der magnetischen Resonanz ist, den verwendeten
Meßapparaturen eine möglichst hohe Empfindlichkeit zu
verleihen. Die erzielbare Empfindlichkeit ist dabei proportional
dem Produkt der Güte des verwendeten resonanzfähigen
Systems und des Füllfaktors, d. h. des Anteiles
an dem vom resonanzfähigen Gebildet eingeschlossenen
Volumen, der von der zu untersuchenden Probe eingenommen
wird. Die in einem resonanzfähigen Gebilde befindliche
Probe kann dabei zur Erhöhung des Füllfaktors jedoch
nicht beliebig groß gemacht werden, da sie dann in
die Bereiche elektrischer Feldlinien (E) gelangt, was
wiederum zu Verlusten und damit zu einer Verschlechterung
der Güte führt.
Aus einem Zeitschriftenartikel im "Journal of Magnetic
Resonance", Band 47, Seiten 515 bis 521 (1982) von Froncisz
und Hyde mit dem Titel "The Loop-Gap Resonator: A New
Microwave Lumped Circuit ESR Sample Structure" ist eine
resonanzfähige Struktur zum Durchführen von Elektronenspinresonanz-
Experimenten bekannt, die auf dem oben geschilderten
Mechanismus einer Bandleitung beruht. Bei
dieser bekannten Anordnung werden nämlich zwei zylindermantelförmige
Halbschalen verwendet, die durch zwei enge
Schlitze voneinander getrennt sind. Der induktive Anteil
dieser Struktur wird dabei durch die Halbschalen und der
kapazitive Anteil durch die Schlitze gebildet. Diese bekannte
Struktur hat jedoch den Nachteil, daß die Geometrie
der Halbschalen und der Schlitze die Resonanzfrequenz
des Gebildes bestimmen, so daß an die Fertigung
dieser Struktur allerhöchste Ansprüche zu stellen sind.
Die dabei verwendeten Schlitzbreiten sind wesentlich
kleiner als 1 mm, so daß nicht nur die genaue Positionierung
der Halbschalen schwierig ist, sondern es darüberhinaus
erhebliche Probleme bereitet, diese Anordnung in
der Oberflächenbehandlung definiert auszugestalten, beispielsweise
durch Galvanisieren. Da derartige Bauelemente
nämlich üblicherweise im nahezu komplett montierten Zustand
galvanisiert werden, um möglichst reproduzierbare
Zustände zu bekommen, ist es praktisch nicht möglich,
Zwischenräume zwischen zwei Halbschalen mit einem Abstand
von wesentlich weniger als 1 mm sauber zu galvanisieren.
Die Geometrie des Schlitzes ist jedoch in Bezug
auf die sich einstellende Resonanzfrequenz außerordentlich
kritisch.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde,
einen Hohlraumresonator gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
zu schaffen, der einen hohen Füllfaktor aufweist und dabei
gleichzeitig mit üblichen Verfahren reproduzierbar herstellbar
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
in dem verwendeten Hohlraumresonator elektrisch leitfähige
Mittel, die im gewünschten Frequenzbereich nicht resonanzfähig
sind, derart angeordnet sind, daß elektrische Feldlinien
(E) auf wenigstens einem Teil ihrer Länge kurzgeschlossen
werden.
Im Gegensatz zu der geschilderten bekannten Anordnung
ist damit bei dem erfindungsgemäßen Hohlraumresonator
das die Grundfrequenz bestimmende Element ein üblicher,
beispielsweise zylindrischer Hohlraumresonator, dessen
Eigenfrequenz durch "Verkürzen" der elektrischen Feldlinien
vermindert wird. Diese Verkürzung der elektrischen
Feldlinien, bzw. die Verminderung der Eigenfrequenz des
Hohlraumresonators führen jedoch zu einem erheblich erhöhten
Füllfaktor, da die bei tiefen Frequenzen ansonsten
benötigten großvolumigen Resonatoren nunmehr wesentlich
kleiner in den Abmessungen sein können, so daß sich bei
gleichem Probenvolumen ein erheblich höherer Füllfaktor
einstellt. Dies ist von besonderem Vorteil dann, wenn
nur geringe Mengen der zu untersuchenden Substanz zur
Verfügung stehen, so daß bei Einbringen derartiger geringer
Mengen in einem großvolumigen Resonator außerordentlich
ungünstige Füllfaktoren auftreten.
Da die zum Verkürzen der elektrischen Feldlinien verwendeten
leitfähigen Mittel nur eine relative Änderung
der Eigenfrequenz des Resonators bewirken, ist die
Positionierung dieser leitenden Mittel nicht so kritisch,
wie dies bei der bekannten Anordnung der Fall ist, bei
der die verwendeten Bandleitungen die Grundfrequenz
selbst bestimmen.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird
ein zylindrischer Hohlraumresonator vom Schwingungstyp
H01n verwendet, wobei n eine ganze Zahl ist. Bei diesem
bekannten Schwingungstyp bildet sich in der Zylinderachse
ein Maximum der H-Linien und ein Minimum der E-
Linien aus. Diese Resonatoranordnung ist damit besonders
geeignet, um eine Vielzahl von Experimenten durchzuführen,
beispielsweise bei gleichzeitiger Temperierung der
Probe oder Bestrahlung mit Strahlen der verschiedensten
Art.
Eine besonders gute Wirkung wird dabei dadurch erzielt,
daß die Verkürzung der elektrischen Feldlinien durch
eine torusförmige Struktur bewirkt wird, in der sich
elektrisch leitfähige und nicht leitfähige Bereiche abwechseln.
Durch den prozentualen Anteil der leitfähigen
Bereiche am Gesamtumfang des Torus läßt sich dabei eine
beliebige Verkürzung der E-Feldlinien und damit eine
Verminderung der Eigenfrequenz des Resonators in einem
weiten Bereich einstellen.
Besonders vorteilhaft ist dabei, die elektrisch nicht
leitfähigen Sektoren des Torus mit kleinen dielektrischen
Verlusten, z. B. aus Quarz auszubilden, da es sich hierbei
um ein Material mit besonders geringen elektrischen Verlusten
handelt, so daß dessen Anwesenheit in einem Bereich
mit hoher Dichte an E-Linien unkritisch ist.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung wird
der Torus teilweise durch zylindermantelförmige Leitfolien
gebildet, die durch Schlitze voneinander getrennt
sind. Die Schlitze bilden dabei den Bereich der verbleibenden
E-Linien, da über die Leitfolien lediglich
Ströme fließen. Durch entsprechende Einstellung der
Schlitzbreiten kann dabei die Änderung der Eigenfrequenz
des Resonators eingestellt werden.
Eine besonders vorteilhafte Wirkung kann dabei dadurch
erzielt werden, daß die vorstehend geschilderten Schlitze
von weiteren zylindermantelförmigen Leitfolien überdeckt
werden, weil dann die Verminderung der Eigenfrequenz des
Hohlraumresonators nicht mehr allein von der Schlitzbreite
abhängt, in der sich nichthomogene elektrische Felder
ausbilden, sondern vielmehr zwischen den Leitfolien Bereiche
entstehen, in denen sich die E-Linien homogen ausbilden,
so daß sich durch die Breite der sich überlappenden
Bereiche der Leitfolien besonders gut reproduzierbare
Veränderungen der Eigenfrequenz einstellen lassen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
statt durchgehender zylindermantelförmiger elektrischer
Leitfolien mehrere in axialer Richtung des Hohlraumresonators
angeordnete Abschnitte zu verwenden, wobei
die die genannten Schlitze überdeckenden weiteren Leitfolien
vorzugsweise einstückig ausgebildet sind. Auf
diese Weise fließen die Ströme in den Leitfolien einmal
in kreisförmiger Richtung, nämlich in den nebeneinanderliegenden
Bereichen, zum anderen jedoch auch in axialer
Richtung, nämlich über die weiteren, vorzugsweise einstückigen
Leitfolien. Durch diese räumliche Verteilung
der in den Leitfolien fließenden Ströme ist ein weiteres
Mittel gegeben, um die Frequenzvariation reproduzierbar
einzustellen.
Werden die nicht leitfähigen Bereiche in der oder den
torusförmigen Anordnungen aus Quarzglas ausgebildet, kann
in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung wenigstens
einer dieser Quarzsektoren verlängert ausgebildet werden,
so daß eine Halterung der Torusanordnung an einer Deckfläche
des Resonators möglich ist.
Alternativ dazu ist es natürlich auch möglich, die Sektoren
des Torus gemeinsam auf einem Quarzrohr anzuordnen,
das bis zu einer Deckfläche des Hohlraumresonators reicht.
Will man Messungen an Proben unter gleichzeitiger Temperierung
der Probe vornehmen, wird eine besonders gute
Wirkung dadurch erzielt, die genannten Leitfolien auf
einer der Innen- bzw. Außenflächen eines mehrwandig ausgebildeten
Dewars anzuordnen, das an sich zur Durchführung
von Messungen mittels magnetischer Resonanz unter Variation
der Umgebungstemperatur bekannt ist.
Weitere Vorteile der Erfindung sind der Beschreibung sowie
der beigefügten Zeichnung zu entnehmen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden der nachfolgenden Beschreibung
im einzelnen erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines zylindrischen
Hohlraumresonators im H011-Mode,
zur Veranschaulichung des der Erfindung
zugrundeliegenden Wirkungsmechanismus.
Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Hohlraumresonators mit
einer Torusstruktur, bei der abwechselnd
leitfähige und nicht leitfähige Bereiche
verwendet werden.
Fig. 3a und b ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Hohlraumresonators mit
zwei zylindermantelförmigen Leitfolien
sowie eine vergrößerte Ansicht zur Erläuterung
des Wirkungsmechanismus,
Fig. 4 ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Hohlraumresonators mit
zwei koaxial angeordneten zylindermantelförmigen
Leitfolien,
Fig. 5a und b ein viertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Hohlraumresonators, ebenfalls
mit zwei koaxial angeordneten Paaren
von Leitfolien, jedoch unterschiedlicher
Ausdehnung sowie eine vergrößerte Teilansicht
zur Erläuterung der Wirkungsweise,
Fig. 6 ein fünftes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Hohlraumresonators, bei
dem die leitfähigen Mittel auf einem
Dewar aufgebracht sind.
In Fig. 1 ist 10 ein zylindrischer Hohlraumresonator mit
einer Öffnung 11 für eine Probe 12. Die Öffnung 11 befindet
sich in einer Deckfläche 13 des Resonators 10.
Die Mantelfläche des Resonators 10 ist mit 14 bezeichnet.
Der in Fig. 1 dargestellte zylindrische Hohlraumresonator
schwingt im H011-Mode (Schwingungstyp). d. h., daß
die magnetischen Feldlinien (H) in der Zylinderachse Z
sowie an der Mantelfläche 14 in axialer Richtung verlaufen,
während sie sich im Bereich der Deckflächen 13
in radialer Richtung schließen. Demgegenüber verlaufen
die elektrischen Feldlinien (E) kreisförmig um die Achse
Z des Resonators 10. Die Dichte der E-Feldlinien verläuft
dabei über der Achse Z in etwa sinusförmig, d. h. die
elektrische Feldstärke ist im Bereich der Deckflächen 13 gleich
null, während sie in halber Resonatorhöhe maximal ist.
Die Probe 12 befindet sich daher in einem Maximum der
H-Feldlinien und in einem Bereich kleiner elektrischer
Feldstärken.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel
wird in den Resonator 10 eine torusförmige Anordnung
mit hohlzylinderförmiger Gestalt eingebracht.
Die Anordnung ist dabei in leitfähige Sektoren 20 sowie
in nicht leitfähige Sektoren, beispielsweise Quarzsektoren
21 unterteilt. Bei dem in Fig. 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel sind je 4 gleich breite leitfähige
Sektoren 20 sowie Quarzsektoren 21 vorgesehen. Einer
der Quarzsektoren 21 ist dabei mit einer Verlängerung 22
versehen, die zu einer Deckfläche 13 des Resonators 10
führt und damit den Torus haltert. Dabei versteht sich,
daß diese Art der Befestigung nur beispielhaft zu verstehen
ist, entsprechend können auch mehrere Verlängerungen
oder ein gemeinsames Quarzrohr Verwendung finden.
Durch die in Fig. 2 dargestellte Anordnung werden die
E-Linien in den Bereichen der leitfähigen Sektoren 20
kurzgeschlossen und können sich nur noch in den Quarzsektoren
21 in der in Fig. 1 angedeuteten Weise kreisförmig
ausbreiten. Hierdurch entsteht bei dem in Fig. 2
dargestellten Beispiel eine Verkürzung der E-Linien um
die Hälfte. Diese Verkürzung der E-Linien in einem Bereich
hoher Intensität führt zu einer Verminderung der
Eigenfrequenz des Hohlraumresonators 10. Dadurch kann
beispielsweise eine Verminderung der Abmessungen des
Resonators gegenüber einem üblichen Resonator ohne die
torusförmige Anordnung um einen Faktor 5 oder 10 eintreten,
so daß sich der Füllfaktor bei gleichem Volumen
der Probe 12 entsprechend vergrößert.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
der Durchmesser des Resonators 10 mit D und der Durchmesser
der torusförmigen Anordnung mit d bezeichnet. Die
Gesamtlänge des Hohlraumresonators 10 ist L, die des
Torus 1. In einem typischen Versuchsaufbau wurden etwa
die folgenden Abmessungen verwendet:
D = 20 bis 40 mm
d = 5 bis 15 mm
L = 20 bis 40 mm
l = 5 bis 10 mm
d = 5 bis 15 mm
L = 20 bis 40 mm
l = 5 bis 10 mm
Es versteht sich, daß diese Abmessungen nur beispielhaft
zu verstehen sind und sich nur auf bestimmte Frequenzbereiche
beziehen, sie sollen lediglich die in manchen Versuchsaufbauten
verwendeten Verhältnisse der Abmessungen
zueinander illustrieren. Für die Bedeutung der vorliegenden
Erfindung haben diese Abmessungen jedoch keinerlei
einschränkenden Charakter.
Beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3a und b wird
eine torusförmige Anordnung zum Verkürzen der E-Feldlinien
verwendet, die aus zwei Leitfolien 30, 31 besteht, die
durch Schlitze 32, 33 voneinander getrennt sind. Die Leitfolien
30, 31 haben dabei die Gestalt einer halben Mantelfläche
eines Zylinders. Die Breite der Schlitze 32, 33
ist mit δ bezeichnet, wobei im Verhältnis zu den oben
angegebenen beispielhaften Abmessungen δ = 1 mm betragen
kann.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 werden lediglich
zwei Leitfolien 30, 31 mit zwei Schlitzen 32, 33 verwendet,
es versteht sich, daß auch entsprechend mehr
Foliensektoren mit einer entsprechend höheren Anzahl von
Schlitzen verwendet werden können oder auch nur eine Folie,
die sich praktisch vollständig, bis auf einen einzigen
Schlitz schließt.
Fig. 3b veranschaulicht die in einem der Schlitze 32, 33
auftretenden E-Feldlinien. Durch die endliche Dicke der
Leitfolien 30, 31 und die erwähnte Breite δ bilden sich
die E-Feldlinien inhomogen, beispielsweise in der eingezeichneten
Form aus. Bei besonders hohen Anforderungen
an die Reproduzierbarkeit dieses Abschnittes können dabei
Probleme auftreten, da Änderungen in der Schlitzgeometrie
zu Änderungen des inhomogenen E-Feldes führen und
damit zu einer Variation der Frequenzverminderung, da
die Verkürzung der E-Linien nicht mehr eindeutig definiert
ist.
Beim dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 wird dieser,
bei extremen Anforderungen mögliche Nachteil dadurch behoben,
daß eine Struktur verwendet wird, bei der zwei
Paare von Leitfolien verwendet werden, die koaxial angeordnet
sind. Im Inneren sind zwei Leitfolien 40, 41, die
durch Zwischenräume 42, 43 voneinander getrennt sind, angebracht,
während sich um diese Folien 40, 41 ein weiteres
Paar Leitfolien 44, 45 schließt, das wiederum mit
Zwischenräumen 46, 47 voneinander getrennt ist. Wie man
aus Fig. 4 bereits sieht, sind die Zwischenräume 42, 43,
46, 47 wesentlich breiter als die Zwischenräume 32, 33
in Fig. 3, die Breite Δ der in Fig. 4 verwendeten Zwischenräume
beträgt beispielsweise Δ = 3 mm oder mehr.
Die Verkürzung der elektrischen Feldlinien wird beim
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 im wesentlichen durch
die Folien 40, 41 vorgenommen, während die Folien 44, 45
im wesentlichen zur Abdeckung der Zwischenräume 42, 43
dienen, dies ist deshalb möglich, weil die Zwischenräume
46, 47 gegenüber den Zwischenräumen 42, 43 um 90° versetzt
sind. Hierdurch entsteht eine Überdeckung der Zwischenräume
42, 43 um einen Winkel ϕ₁ von nahezu 180°.
Demgegenüber wird beim vierten Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 5a und b eine zwar grundsätzlich entsprechende Struktur
mit inneren Folien 50, 51 samt Zwischenräumen 52, 53
sowie äußeren Folien 54, 55 verwendet, die Überdeckung
der Zwischenräume 52, 53 durch die Folien 54, 55 ist jedoch
kleiner als beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4
und beträgt nur einen Winkel ϕ₂.
Die Wirkungsweise der in Fig. 5a dargestellten Struktur
ist in Fig. 5b veranschaulicht. Wie man erkennt, entstehen
beim Überdecken des Zwischenraumes 52 durch die
Folie 55 Bereiche zwischen Folie 55 sowie den inneren
Folien 50, 51, in denen sich die E-Linien homogen ausbilden,
im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig.
3, wo eine inhomogene Ausbreitung der E-Feldlinien eintrat.
Durch Variation der Überdeckung der Zwischenräume
durch die äußeren Folien, entsprechend den Winkeln ϕ₁
und ϕ₂ in Fig. 4 und 5 kann man damit sehr gut reproduzierbar
die effektive Verkürzung der E-Feldlinien
einstellen. Toleranzen in dieser Überdeckung wirken
sich nämlich wesentlich weniger kritisch auf die Verminderung
der Eigenfrequenz des Hohlraumresonators 10
aus als Toleranzen bei der Schlitzbreite δ gemäß Fig. 3.
Beim fünften Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 wird einmal
veranschaulicht, wie die Leitfolien befestigt werden
können, zum anderen wird eine weitere Struktur dieser
Leitfolien veranschaulicht.
Der Hohlraumresonator 10 in Fig. 6 ist mit einem an sich
bekannten Dewar 60 versehen, das sich in Achsrichtung
durch den Hohlraumresonator 10 hindurch erstreckt. Das
Dewar 60 ist doppelwandig aufgebaut, wobei die Außenwand
mit 61 und die Innenwand mit 62 angedeutet ist. Zwischen
Außenwand 61 und Innenwand 62 strömt ein Temperiermittel,
beispielsweise gasförmiger Stickstoff, der über einen Zufluß
63 zu- und über einen Abfluß 64 abgeführt wird.
Außenwand 61 und Innenwand 62 sind dabei mit einer in
der Mantelfläche geschlossenen Öffnung 65 durchdrungen,
durch die die Probe 12 eingeführt werden kann. Auf der
Außenwand 61 des Dewars 60 befindet sich ein Paar Leitfolien
66, 67, dessen Form und Funktion den Leitfolien
54, 55 in Fig. 5 entspricht. Demgegenüber befinden sich
auf der Innenwand 62 im axialen Abstand voneinander zwei
Paare Leitfolien, nämlich einmal ein Paar 68, 69 sowie
im Abstand davon ein Paar 70, 71. Die Paare 68, 69 bzw.
70, 71 sind streifenförmig ausgebildet, entsprechen demnach
einem halben Mantel eines sehr flachen Zylinders.
Die Verkürzung der E-Feldlinien wird dabei durch diese
Paare 68, 69 bzw. 70, 71 in den jeweiligen Bereichen
vorgenommen. Die Besonderheit der Struktur gemäß Fig. 6
besteht dabei darin, daß die in den Folien fließenden
Ströme im Bereiche der Folien 68, 69 sowie 70, 71 kreisförmig
entlang diesen Folien fließen, von diesen jedoch
über die außen befindlichen Folien 66, 67 in axialer
Richtung fließen können, so daß sich eine Ausbreitung
dieser Ströme sowohl in Achsrichtung wie senkrecht hierzu
einstellt. Diese "Umleitung" der Ströme in den genannten
Folien führt zu einer weiteren Einstellmöglichkeit
für die Verminderung der Eigenfrequenz, da die
effektive Feldlinienverkürzung der E-Linien hierdurch
verändert wird.
Außenwand 61 und Innenwand 62 des Dewars 60 in Fig. 6
sind natürlich von endlicher Wanddicke, so daß die Leitfolien
66 bis 71 auch auf der Innen- bzw. Außenseite
einer dieser Wände angeordnet sein können.
Claims (11)
1. Hohlraumresonator zum Erzeugen magnetischer Dipolübergänge
in einem gewünschten Frequenzbereich in einer Probe (12),
der aus einer elektrisch leitenden Mantelfläche (14) und
an den Enden der Mantelfläche angeordneten Deckflächen
(13) besteht, wobei die Probe (12) sich in einem Resonatorbereich
mit hoher Dichte magnetischer Feldlinien (H)
befindet und der Hohlraumresonator (10) mit einem Schwingungstyp
(H₀₁₁) mit geschlossenen elektrischen Feldlinien
(E) angeregt wird, dadurch gekennzeichnet, daß im Hohlraumresonator
(10) elektrisch leitfähige Mittel, die im
gewünschten Frequenzbereich nicht resonanzfähig sind,
derart angeordnet sind, daß elektrische Feldlinien (E)
auf wenigstens einem Teil ihrer Länge kurzgeschlossen
werden.
2. Hohlraumresonator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß er zylindrische Gestalt hat und mit einem Schwingungstyp
H01n angeregt wird, wobei n eine ganze Zahl ist.
3. Hohlraumresonator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mittel als Sektoren eines Torus ausgebildet und
koaxial zur Resonatorachse (Z) angeordnet sind.
4. Hohlraumresonator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß koaxial zur Resonatorachse (Z) eine hohlzylindrische
Anordnung angeordnet ist, die in leitfähige (20) und nicht
leitfähige (21) Sektoren vorzugsweise aus nichtleitfähigem
Material mit kleinen dielektrischen Verlusten unterteilt
ist.
5. Hohlraumresonator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß koaxial zur Resonatorachse (Z) eine hohlzylindrische
Anordnung angeordnet ist, die aus wenigstens einer Leitfolie
(30, 31) mit wenigstens einem axialen Schlitz (32, 33)
besteht.
6. Hohlraumresonator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß koaxial zur Resonatorachse (Z) eine hohlzylindrische
Anordnung angeordnet ist, die aus wenigstens einer Leitfolie
(40; 41; 50, 51; 68, 69, 70, 71) mit wenigstens
einem axialen Zwischenraum (42, 43; 52, 53) besteht, welche
die Sektoren des Torus bildet, wobei der Zwischenraum
(42, 43; 52, 53) sowie ein angrenzender Bereich der Leitfolie
(40, 41; 50, 51; 68, 69, 70, 71) durch wenigstens
eine weitere Leitfolie (44, 45; 54, 55; 66, 67) überdeckt
wird.
7. Hohlraumresonator nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sektoren des Torus in mehrere, in
Richtung der Resonatorachse (Z) nebeneinander liegende
Teile (68, 69, 70, 71) unterteilt sind.
8. Hohlraumresonator nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens einer der Sektoren (21) bis zu einer Deckfläche
(13) des Resonators (10) verlängert ist.
9. Hohlraumresonator nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sektoren des Torus auf einem Rohr
aus nichtleitfähigem Material mit kleinen dielektrischen
Verlusten, vorzugsweise Quarzrohr angeordnet sind, das
bis zu einer Deckfläche (13) des Resonators (10) reicht.
10. Hohlraumresonator nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohr Teil eines Dewars (60) zum Temperieren der
Probe (12) ist.
11. Hohlraumresonator nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Leitfolien (68, 69, 70, 71) auf einer Innenwand
(62) und die weiteren Leitfolien (66, 67) auf einer
Außenwand (61) des Dewars (60) befinden.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3300767A DE3300767A1 (de) | 1983-01-12 | 1983-01-12 | Hohlraumresonator |
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|---|---|---|---|
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Publications (2)
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Family Applications (1)
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