Die Erfindung betrifft eine Harzzusammensetzung mit einem
Gehalt an oberflächenbehandeltem Bariumsulfat.
Allgemein wird Bariumsulfat durch Reaktion eines Bariumsalzes
wie des Sulfids, Chlorids oder Nitrats mit Schwefelsäure
oder einem Salz hiervon wie Natriumsulfat in einer
wäßrigen Lösung hergestellt. Diese Reaktion liefert
im allgemeinen sphärisches Bariumsulfat, das üblicherweise
eine primäre Teilchengröße von 0,3 bis 2 µm besitzt. Das
auf diese Weise hergestellte Bariumsulfat wird abfiltriert,
mit Wasser gewaschen, getrocknet und für verschiedene Anwendungszwecke
pulverisiert. Es ist an sich bekannt, daß
Bariumsulfatteilchen zu größeren Sekundärteilchen von
mehreren µm bis zu mehreren zig µm im Verlauf des Trocknens
und Pulverisierens aggregieren, und daß wegen der
großen Kohäsionskraft zwischen den Teilchen bei um so
kleinerer Primärteilchengröße die Sekundärteilchengröße
um so größer wird. Insbesondere bilden Primärteilchen mit
einer Teilchengröße von nicht mehr als 0,1 µm einen harten,
getrockneten Kuchen nach dem Abfiltrieren und Trocknen,
und der Kuchen ergibt große Sekundärteilchen mit
mehreren zig bis zu mehreren hundert µm Teilchengröße,
wenn er in einer üblichen Pulverisiereinrichtung, z. B.
einer Hammermühle, pulverisiert wird. Solchen großen
Bariumsulfatteilchen fehlt jedoch die Dispergierfähigkeit
in Harzen und organischen Trägern. Wenn sie daher
in Harzpreßmassen verwendet werden, erscheinen die Teilchen
dem bloßen Auge als Aggregate, und wenn sie in Überzugsmassen
oder Beschichtungsmassen verwendet werden, bewirken
die Teilchen eine Trübung des erhaltenen Überzugs
bzw. der erhaltenen Beschichtung. Die Primärteilchen von
etwa 0,05 µm oder geringerer Teilchengröße bilden noch
einen viel härteren Kuchen, und die Sekundärteilchen hieraus
sind zu groß, um als Streckpigment verwendet zu werden.
Selbst die Pulverisierung des Kuchens in einer kräftigen
Strahlmühle unter Anwendung von Hochdruckluft oder Hochdruckdampf
ergibt lediglich ein stärkeres Zusammenhalten
der Sekundärteilchen.
Die Verwendung von Bariumsulfat als Streckmittel oder Füllstoff
beruht auf dessen chemischer und physikalischer
Stabilität, wodurch seine Oberfläche inaktiv wird. Eine
weitere Schwierigkeit bei der Verwendung von Bariumsulfat
als Streckmittel liegt darin, daß Bariumsulfat von
Natur aus in Harzen und organischen Trägern nicht gut
dispergierbar ist.
Zur Behebung dieser Nachteile ist aus der US-PS 22 96 637
bereits ein Verfahren zur Herstellung von oberflächenbehandeltem
Bariumsulfat bekannt, bei dem zunächst ein
Überzug aus gelähnlichem Siliziumdioxid direkt auf der
Oberfläche des Bariumsulfates durch Ansäuerung von wasserlöslichem
Alkalisilikat ohne überschüssige Bariumionen in
der Aufschlämmung des Bariumsulfates gebildet wird, wobei
das wasserhaltige Siliziumdioxid nur in einer einzigen
Stufe, d. h. direkt, ausgebildet wird. Das so hergestellte,
oberflächenbehandelte Bariumsulfat befriedigt jedoch hinsichtlich
seiner Dispergierfähigkeit in Harzformkörpern
nicht. Das nach dem bekannten Verfahren hergestellte,
oberflächenbehandelte Bariumsulfat besitzt nämlich eine
hohe Oberflächendeckkraft nur bei flachen Anstrichfilmen,
wie bei Papierstreichmassen, bei denen das Bindemittel
nicht ausreicht, alle Leerräume zwischen den Pigment- und
Streckmittelteilchen auszufüllen, wodurch zahlreiche Leerräume
und/oder Grenzflächenstreckmittel/Luft gebildet werden,
so daß ein solches oberflächenbehandeltes Streckmittel
als Verdünnungsmittel für weiße Pigmente wie Titandioxid
brauchbar ist. Bei Emailfilmen kann das Bindemittel jedoch
alle Leerräume zwischen den Pigment- und den Streckmittelteilchen
ausfüllen, das Streckmittel ist im wesentlichen
in das Bindemittel eingetaucht, so daß ein solches oberflächenbehandeltes
Streckmittel nur eine gering verbesserte
Oberflächendeckkraft besitzt.
Ferner ist es bekannt, Bariumsulfat, das als Pigment oder
als Füllstoff, insbesondere als Füllstoff für Kunststoffgegenstände,
Verwendung findet, zur Verbesserung der
Oberflächeneigenschaften mit einem Silankupplungsmittel
zu behandeln (DE-AS 11 53 479, DE-AS 25 24 863). Die
meisten der bekannten Silankupplungsmittel besitzen die
allgemeine Formel
X-Si(OR)₃ ,
worin X eine organische Gruppe bedeutet, die z. B. einen
Alkyl-, Vinyl-, Acryloxy-, Methacryloxy-, Amino-, Epoxy-,
Mercapto- oder Halogenrest enthält, und R einen Alkylrest
darstellt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
einer verbesserten Harzzusammensetzung, welche ein besonderes
oberflächenbehandeltes Bariumsulfat mit einer
kleinen Teilchengröße und verbesserter Dispergierfähigkeit
enthält.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die erfindungsgemäßen
Harzzusammensetzungen oder Harzmassen, welche ein oberflächenbehandeltes
Bariumsulfat gemäß dem Kennzeichen des
Anspruches 1 enthalten.
Die erfindungsgemäße Harzzusammensetzung weist eine sehr
feine Zerteilung des Bariumsulfates auf. Der Grund hierfür
ist die Primärteilchengröße des oberflächenbehandelten
Bariumsulfates und die Nichtausbildung von Aggregaten,
ferner seine große Affinität zu Harzen und organischen
Trägern als Folge des erfindungsgemäßen Überzuges aus
wasserhaltigem Siliziumdioxid, so daß eine bessere Dispergierfähigkeit
in Harzen und organischen Trägern gegeben
ist. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Harzzusammensetzung
liegt darin, daß hiermit hergestellte Harzplatten
überlegenere Eigenschaften hinsichtlich der Transparenz
besitzen.
Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Harzmassen sind in den Ansprüchen 2 bis 10 näher beschrieben
und weitere Merkmale der Erfindung ergeben
sich aus nachstehender Beschreibung.
Zunächst wird die Herstellung des in den erfindungsgemäßen
Harzzusammensetzungen bzw. Harzmassen enthaltenen
oberflächenbehandelten Bariumsulfates näher erläutert.
Die wäßrige Ausgangsaufschlämmung des Bariumsulfates,
welche Bariumionen im Überschuß enthält, kann vorzugsweise
durch Reaktion von Bariumsulfid mit Schwefelsäure
oder deren wasserlöslichen Salzen wie Natriumsulfat in
einer wäßrigen Lösung in Anwesenheit einer Überschußmenge
von Bariumionen hergestellt werden. Diese Reaktion
in wäßriger Lösung kann daher in Anwesenheit von
überschüssigen Mengen an Bariumsulfid, bezogen auf die
Schwefelsäure oder deren Salz, durchgeführt werden. Die
Überschußmengen an Bariumsulfid können durch andere wasserlösliche
Bariumsalze wie Bariumchlorid oder -nitrat
ersetzt werden. Obwohl dies nicht kritisch ist, liegen
Bariumionen in der Reaktionslösung üblicherweise in einem
Überschuß von 0,1-20 Mol-%, bezogen auf die stöchiometrische
Menge, und vorzugsweise in einem Überschuß von
1-10 Mol-% vor. Wie offensichtlich ist, bleiben die überschüssigen
Bariumionen nach der Reaktion zurück, wobei
eine wäßrige Ausgangsaufschlämmung des Bariumsulfates
erhalten wird, welche Bariumionen im Überschuß enthält.
Wenn dagegen die Reaktion in wäßriger Lösung stöchiometrisch
oder nahe bei stöchiometrischen Verhältnissen
oder unter sauren Bedingungen in Anwesenheit von Überschußmengen
an Schwefelsäure durchgeführt wird, werden
wasserlösliche Bariumverbindungen, wie Bariumsulfid oder
Bariumnitrat, in der erhaltenen Aufschlämmung des Bariumsulfates
nach Durchführung der Reaktion aufgelöst, so daß
eine Ausgangsaufschlämmung hergestellt wird, welche Bariumionen
im Überschuß enthält.
Die Reaktion in wäßriger Lösung wird üblicherweise bei
Temperaturen nicht niedriger als 40°C und vorzugsweise
zwischen 60°C und 90°C durchgeführt. Die wäßrige Ausgangsaufschlämmung
wird im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens vorzugsweise so hergestellt, daß sie Bariumsulfat
in Mengen von 70 bis 150 g/l enthält, obwohl dies
nicht kritisch ist.
Falls erforderlich, kann eine Ausgangsaufschlämmung durch
Suspendieren von pulverisiertem Bariumsulfat in Wasser und
anschließende Zugabe einer wasserlöslichen Bariumverbindung,
wie sie zuvor genannt wurde, hergestellt werden.
Wie im folgenden noch ausführlich beschrieben wird, werden
bei dem Herstellungsverfahren die Überschuß-Bariumionen
in der Ausgangsaufschlämmung mit einem Alkalisilikat
unter Bildung von Bariumsilikat auf der Oberfläche des
Bariumsulfates in der Aufschlämmung umgesetzt. Wenn daher
die Aufschlämmung Bariumionen in nur einem geringen
Überschuß enthält, schlägt sich keine ausreichende Bariumsilikatmenge
auf der Oberfläche des Bariumsulfates nieder,
während bei einem zu großen Überschuß an Bariumionen in
der Aufschlämmung eine große Menge von Bariumsulfat bei
der Zersetzungsreaktion von Bariumsilikat durch Schwefelsäure
zu wasserhaltigem oder hydratisiertem Siliziumdioxid
gebildet wird, wie im folgenden noch ausführlich
beschrieben wird, und das auf diese Weise erhaltene Bariumsulfat
besitzt insgesamt eine geringe Dispergierfähigkeit.
Daher wird es bevorzugt, daß die Ausgangsaufschlämmung
Bariumionen in Mengen von 0,1-20 Mol-% und besonders
bevorzugt von 1-10 Mol-% enthält, bezogen auf das Bariumsulfat
in der Aufschlämmung.
Bei der Herstellung wird eine wäßrige Lösung eines Alkalisilikates,
vorzugsweise von Natriumsilikat oder Kaliumsilikat,
zu der wäßrigen Ausgangsaufschlämmung von Bariumsulfat
zugesetzt, um Bariumsilikat auf der Oberfläche des
Bariumsulfates in der Aufschlämmung niederzuschlagen bzw.
abzulagern. Das Alkalisilikat wird in Mengen von 0,1-30 Gew.-%
und vorzugsweise von 1-20 Gew.-%, ausgedrückt als Siliziumdioxid,
SiO₂, und bezogen auf das Gewicht des Bariumsulfates
in der Aufschlämmung, eingesetzt, so daß die überschüssigen
Bariumionen in der Aufschlämmung mit dem Alkalisilikat
unter Bildung eines gleichförmigen Überzuges von
Bariumsilikat auf den Oberflächen des Bariumsulfates in der
Aufschlämmung reagieren.
Wenn eine zu geringe Menge an Alkalisilikat in bezug auf
das Bariumsulfat in der Aufschlämmung verwendet wird, wird
eine gleichförmige Beschichtung des Bariumsulfates mit
Bariumsilikat nicht erreicht, während bei Einsatz einer
zu großen Menge eine Überschußmenge an wasserhaltigem bzw.
hydratisiertem Siliziumdioxid gebildet wird, wenn das
Bariumsilikat durch eine zu der Aufschlämmung nach dem
Niederschlagen des Bariumsilikates auf dem Bariumsulfat
zugesetzte Mineralsäure zersetzt wird, und das überschüssige
wasserhaltige bzw. hydratisierte Siliziumdioxid kann
die Aggregation von Bariumsulfatteilchen zu nicht erwünschten
größeren Teilchen bewirken.
Bei der Herstellung wird anschließend eine Mineralsäure
zu der Aufschlämmung zugesetzt, um das Bariumsilikat auf
der Oberfläche des Bariumsulfates unter Bildung eines
Überzuges von wasserhaltigem bzw. hydratisiertem Siliziumdioxid
zu hydrolysieren, wobei dieses wasserhaltige
bzw. hydratisierte Siliziumdioxid durch die Formel
SiO₂ · n H₂O
dargestellt werden kann. Als Mineralsäuren werden vorzugsweise
Salzsäure und Salpetersäure verwendet, da diese
Säuren keine wasserunlöslichen Bariumsalze in Anwesenheit
von Bariumionen in der Aufschlämmung bilden, jedoch kann
auch Schwefelsäure gegebenenfalls verwendet werden. Da
die Hydrolysereaktion von Bariumsilikat bei einem pH-Wert
von nicht größer als etwa 7 auftritt, wird die Aufschlämmung
üblicherweise auf einen pH-Wert von 2 bis 7 und vorzugsweise
von 5 bis 7 eingestellt, damit Bariumsulfatteilchen
gebildet werden, welche einen Pigment-pH-Wert von etwa
6-8 besitzen. Die Hydrolysereaktion kann bei Temperaturen
von etwa 40°C oder höher und vorzugsweise bei Temperaturen
von 60°C bis 90°C durchgeführt werden.
Die auf diese Weise oberflächenbehandelten Bariumsulfatteilchen
werden rasch abfiltriert, und ein Kuchen hieraus liefert
Sekundärteilchen von geringer Teilchengröße und ausgezeichnete
Dispergierfähigkeit in Harzen und organischen Trägern,
selbst wenn die bei der Reaktion in wäßriger Lösung
hergestellten Primärteilchen des Bariumsulfates eine Durchschnittsteilchengröße
von 0,5 µm oder weniger besitzen.
Das beim Herstellungsverfahren auf diese Weise oberflächenbehandelte
Bariumsulfat kann weiter mit wasserhaltigen bzw.
hydratisierten Metalloxiden wie hydratisiertem Aluminiumoxid
und hydratisiertem Titandioxid beschichtet werden, um
eine noch verbesserte Dispergierfähigkeit zu erreichen.
Diese Beschichtung des Bariumsulfates mit wasserhaltigen
bzw. hydratisierten Metalloxiden wird gemäß der Erfindung
dadurch erreicht, daß eine wäßrige Lösung einer wasserlöslichen
Metallverbindung zu der wäßrigen Aufschlämmung
des Bariumsulfates, welches einen Niederschlag bzw. eine
Beschichtung von hydratisiertem Siliziumdioxid hierauf besitzt,
zugesetzt wird, und dann die Metallverbindung mit
einer Alkaliverbindung oder einer Säure je nach Abhängigkeit
der eingesetzten Metallverbindung zur Bildung von
wasserunlöslichen, hydratisierten Metalloxiden neutralisiert
wird. Die wasserlösliche Metallverbindung wird in
Mengen von 0,1-30 Gew.-%, berechnet als wasserfreies Metalloxid
hierin und, bezogen auf das Gewicht des Bariumsulfates
in der Aufschlämmung, eingesetzt. Besonders bevorzugt ist
eine Menge von 1-20 Gew.-%, berechnet als wasserfreies Metalloxid
und bezogen auf Bariumsulfat.
Die Alkaliverbindung oder die Säure, welche zur Zersetzung
der wasserlöslichen Metallverbindung eingesetzt wird, wird
in Abhängigkeit von der verwendeten Metallverbindung ausgewählt
und ist nicht in spezifischer Weise beschränkt. Jedoch
werden Alkaliverbindungen wie Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid
und Ammoniak oder Säuren wie Salzsäure und Salpetersäure
bevorzugt verwendet, und zwar in ausreichenden
Mengen zur Zersetzung der wasserlöslichen Metallverbindung
unter Bildung eines wasserunlöslichen Überzuges von
hydratisiertem Metalloxid auf der Oberfläche des Bariumsulfates.
Ausgezeichnete Ergebnisse werden üblicherweise
erzielt, wenn die Alkaliverbindung oder die Säure zu der
Aufschlämmung zur Einstellung deren pH-Wertes auf 6-8 zugesetzt
wird. Die Zersetzungsreaktion kann ebenfalls bei
Temperaturen von 40°C oder höher und vorzugsweise bei
Temperaturen von 60°C bis 90°C durchgeführt werden, obwohl
dies nicht kritisch ist.
Die bei der Herstellung verwendeten wasserlöslichen Metallverbindungen
umfassen Verbindungen von Magnesium, Aluminium,
Zirkonium, Titan und Zink. Typische Beispiele sind Sulfate,
Chloride und Nitrate. Wasserlösliche, basische Salze wie
Titanylsulfat und Komplexsalze wie Natriumaluminat können
ebenfalls bevorzugt gemäß der Erfindung eingesetzt werden.
Da bei der Herstellung Bariumsulfat zuvor mit wasserhaltigem
bzw. hydratisiertem Siliziumdioxid beschichtet wurde,
wird ein gleichförmiger und dichter Überzug von hydratisierten
Metalloxiden möglicherweise durch die Reaktion von
hydratisiertem Siliziumdioxid mit den auf diese Weise gebildeten
Metalloxiden hergestellt, wodurch die Dispergierfähigkeit
des Bariumsulfates in Harzmassen und organischen
Trägerzusammensetzungen sowie die Filtrierbarkeit aus der
wäßrigen Aufschlämmung weiter verbessert wird. Jedoch besitzt
Bariumsulfat, welches keine Beschichtung von hydratisiertem
Siliziumdioxid aufweist, nur eine geringe Affinität
zu gebildeten, wasserhaltigen bzw. hydratisierten Metalloxiden,
so daß die Metalloxide für sich ausfällen,
ohne daß sie auf den Oberflächen des Bariumsulfates sich
niederschlagen, wodurch keine Verbesserung der Dispergierfähigkeit
hiervon erreicht wird.
Alternativ kann Bariumsulfat, das eine Beschichtung von
hydratisiertem Siliziumdioxid hierauf trägt, mit einem
Silankupplungsmittel behandelt werden, so daß eine verbesserte
Dispergierfähigkeit in Harzmassen und Beschichtungszusammensetzungen
erreicht wird. Vorzugsweise wird
das Silankupplungsmittel zu der wäßrigen Aufschlämmung
des Bariumsulfates sukzessiv nach der Zersetzung des Bariumsilikates
zu hydratisiertem bzw. wasserhaltigem Siliziumdioxid
aus Gründen der Verfahrensökonomie zugesetzt.
Jedoch können Pulver von Bariumsulfat direkt mit einem
Silankupplungsmittel behandelt werden. Das Silankupplungsmittel
wird in Mengen von 0,01-5 Gew.-% und vorzugsweise
von 0,05-2 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Bariumsulfates,
verwendet.
Silankupplungsmittel sind bekannt und die meisten dieser
Mittel besitzen die allgemeine Formel
X-Si(OR)₃ ,
worin X eine organische Gruppe bedeutet, die z. B. einen
Alkyl-, Vinyl-, Acryloxy-, Methacryloxy-, Amino-, Epoxy-,
Mercapto- oder Halogenrest enthält, und R einen Alkylrest
darstellt. Einige Beispiele von gemäß der Erfindung anwendbaren
Mittel sind Vinyltrimethoxysilan, γ-Anilinpropyltrimethoxysilan,
Methyltrimethoxysilan, γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan
und γ-Glycydoxytrimethoxysilan.
Da Bariumsulfat zuvor eine Beschichtung von wasserhaltigem
Siliziumdioxid hierauf erhielt, reagiert das Silankupplungsmittel
mit Hydroxylgruppen des Siliziumdioxids, so daß
ein gleichförmiger und dichter Überzug des Mittels hergestellt
wird. Durch eine solche Behandlung wird jedoch
Bariumsulfat, das keinen Überzug von hydratisiertem Siliziumdioxid
besitzt, hinsichtlich der Dispergierfähigkeit
durch eine solche Behandlung wenig verbessert, wahrscheinlich
wegen dem praktischen Ausbleiben von Bindungen zwischen
der inaktiven Bariumsulfatoberfläche und dem Silankupplungsmittel.
Bariumsulfat, das daher eine Beschichtung von hydratisiertem
Siliziumdioxid oder eines weiteren Überzuges entweder
aus hydratisierten Metalloxiden oder eines Silankupplungsmittels
besitzt, wird für die Verwendung abfiltriert, getrocknet
und pulverisiert. Bariumsulfatteilchen mit einer
Primärteilchengröße von 0,5 µm oder weniger und selbst
Teilchen von 0,1 µm oder weniger werden leicht filtriert,
bilden jedoch ebenfalls einen Kuchen, der zu fein zerteilten
Teilchen mittels üblicher Pulverisierungseinrichtungen
wie einer Strahlmühle pulverisierbar ist. Daher
besitzen die Teilchen eine verbesserte Dispergierbarkeit
in Harzen und organischen Trägern und Harzpreßmassen und
Überzugsmassen, welche diese Teilchen enthalten, besitzen
eine verbesserte Transparenz und einen verbesserten Glanz.
Ein feuchter Kuchen kann gegebenenfalls in dieser Form für
wäßrige Beschichtungszusammensetzungen verwendet werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wurde nun überraschenderweise
gefunden, daß Bariumsulfatteilchen in
Form von Plättchen nach einer solchen, zuvor beschriebenen
Oberflächenbehandlung die physikalischen Eigenschaften von
Harzmassen verbessern. So besitzt ein Harzpreßling aus einer
Harzmasse, welche das oberflächenbehandelte Bariumsulfat
in Plättchenform enthält, verbesserte mechanische Festigkeitswerte,
insbesondere bessere Biegefestigkeit. Eine Beschichtungsmasse
und eine Anstrichzusammensetzung, welche
solches Bariumsulfat enthalten, sind hinsichtlich der physikalischen
und chemischen Eigenschaften wie Abriebfestigkeit
der Beständigkeit gegenüber Abplatzen, der Haftung an Unterlagen
und der Beständigkeit gegenüber Rißbildung stark verbessert.
Diese Verbesserungen sind insbesondere erzielbar,
wenn das plättchenförmige Bariumsulfat einen Maximaldurchmesser
von etwa 0,2-20 µm, eine Breite von 0,2-20 µm und
eine Dicke von 0,05-2 µm und besonders bevorzugt einen
Maximaldurchmesser von etwa 2-10 µm, eine Breite von 2-10 µm
und eine Dicke von 0,1-1 µm besitzt, wobei der maximale
Durchmesser hier den längsten Durchmesser des Plättchens
und die Breite die Länge des Durchmessers im rechten Winkel
zum maximalen Durchmesser bedeuten. Die Verbesserungen
können die Folge der Schichtorientierung der Bariumsulfatplättchen
in den Harzmassen sein. Jedoch sind Teilchen mit
maximalem Durchmesser größer als 20 µm zur Verwendung als
Streckpigment nicht geeignet, da solche großen Teilchen
als Einzelteilchen in der Zusammensetzung erkennbar sind
und den Glanz erniedrigen, während Teilchen mit einem geringeren
maximalen Durchmesser als 0,2 µm nur eine geringere
Verbesserung der physikalischen Festigkeit in den Harzprodukten
ergeben.
Es ist bevorzugt, daß die erfindungsgemäßen Harzmassen das
plättchenförmige Bariumsulfat in Mengen von nicht mehr
als 50 Gew.-% des Harzes in der Masse enthalten. Die Zugabe
des Bariumsulfates in einer zu großen Menge kann im
Gegenteil eine Verschlechterung der erhaltenen Masse bewirken.
Verschiedene Harze können in den erfindungsgemäßen Harzmassen
verwendet werden. Wenn Harzformkörper hergestellt
werden sollen, sind geeignete Harze beispielsweise thermoplastische
Harze wie Polyvinylchlorid, Polyethylen, Polypropylen,
Polystyrol, Polycarbonat, ABS-Harze, Acrylharze
und Polyurethan, sowie hitzehärtbare Harze wie Epoxyharze,
Polyesterharze, Harnstoffharze, Melaminharze, Alkydharze
und Diallylphthalatharze. Wenn Beschichtungsmassen einschließlich
Anstrichmassen hergestellt werden sollen, werden
vorzugsweise z. B. hitzehärtende Acrylharze, Alkydharze,
Polyesterharze und Epoxyharze verwendet. Die Harzmasse kann
in Abhängigkeit von dem Harz noch Zusatzstoffe enthalten,
wie sie bislang in konventioneller Weise in Beschichtungsmassen
eingegeben wurden. Die Zusätze können beispielsweise
Weichmacher, Füllstoffe, Verstärkungsmittel, Aushärtmittel,
Katalysatoren, Farbstoffe, Antioxidantien,
Gleitmittel und Lösungsmittel sein.
Wie zuvor beschrieben, kann die der Oberflächenbehandlung
zu unterziehende, wäßrige Ausgangsaufschlämmung des Bariumsulfates
nach einer beliebigen bekannten Methode hergestellt
werden. Die folgenden Angaben dienen daher nur der
Erläuterung. Die Primärteilchengröße des sphärischen Bariumsulfates,
das in der Reaktion in wäßriger Lösung gebildet
wird, kann üblicherweise durch die Menge an Bariumionen
oder Sulfationen, welche im Überschuß in der Reaktionslösung
enthalten sind, wie auch durch die Reaktionstemperaturen,
die Konzentrationen der Reaktionsteilnehmer, das
Rühren usw. geregelt werden. Beispielsweise kann ein
Bariumsulfat mit einer Durchschnittsteilchengröße von
0,1 µm oder darunter durch Reaktion in wäßriger Lösung
unter kräftigem Rühren hergestellt werden, wobei die Lösung
Bariumionen im Überschuß enthält, wie dies in der
japanischen Patentanmeldung Nr. 54-145 951 beschrieben ist.
Demgegenüber kann Bariumsulfat in Plättchenform beispielsweise
durch stöchiometrische Reaktion von Bariumsulfid und
Schwefelsäure bei einem pH-Wert von etwa 3-6 in wäßriger
Lösung hergestellt werden. Die Primärteilchengröße kann
ebenfalls durch die Reaktionsbedingungen wie die Temperaturen,
Konzentrationen der Reaktionsteilnehmer und die
Art und die Effizienz des Rührens während der Reaktion
gesteuert werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Beispiele näher
erläutert, ohne daß dies eine Beschränkung bedeutet.
Beispiel 1
(a) Herstellung von oberflächenbehandeltem Bariumsulfat
Eine wäßrige Lösung von Schwefelsäure (110 g/l, 20°C)
und eine wäßrige Lösung von Bariumsulfid (120 g/l,
50°C) wurden in einen mit einem Rührer versehenen
850 ml Reaktionsbehälter in einer Rate von 700 l/h
Schwefelsäurelösung eingespeist, so daß die erhaltene
Aufschlämmung unter kräftigem Rühren im Durchschnitt
hierin 0,17 Sekunden verweilte, und die Lösung
enthielt Bariumsulfid im Überschuß in Mengen von
etwa 6 g/l, so daß eine Aufschlämmung von sphärischem
Bariumsulfat mit 0,02-0,1 µm Primärteilchengröße und
etwa 0,05 µm Durchschnittsteilchengröße erhalten wurde.
Die Aufschlämmung wurde in zwei Hälften unterteilt,
eine Hälfte wurde auf einem Filter abgepreßt und gewaschen
und der erhaltene, feuchte Kuchen wurde erneut
in Wasser unter Bildung einer Aufschlämmung mit einem
Gehalt von 500 g/l Bariumsulfat suspendiert. Die Aufschlämmung
wurde dann sprühgetrocknet und in einer
Hammermühle behandelt, wobei Bariumsulfatteilchen als
Vergleichsprobe (A) erhalten wurden.
Die andere Hälfte der Aufschlämmung wurde auf 70°C erwärmt,
es wurde eine wäßrige 10%ige Natriumsilikatlösung
in Mengen von 20 Gew.-%, berechnet als Siliziumdioxid
(SiO₂) und, bezogen auf das Bariumsulfat in der
Aufschlämmung, hinzugegeben, um Bariumsilikat auf dem
Bariumsulfat niederzuschlagen. Dann wurde Salzsäure zu
der Aufschlämmung zugesetzt, um deren pH-Wert auf 2
einzustellen, um das Bariumsilikat zu wasserhaltigem
bzw. hydratisiertem Siliziumdioxid zu zersetzen, und
die Aufschlämmung wurde 30 Minuten für die Alterung
stehengelassen, anschließend erfolgte die Zugabe einer
wäßrigen 20%igen Lösung von Natriumhydroxid zur Einstellung
der Aufschlämmung auf einen pH-Wert von 7, und
die Aufschlämmung wurde 30 Minuten altern gelassen. Die
Aufschlämmung wurde dann auf einem Filter abgepreßt und
mit Wasser gewaschen, in einer elektrischen Heizeinrichtung
getrocknet und in einer Hammermühle behandelt, wobei
Teilchen (I), die in erfindungsgemäßen Harzmassen verwendet
werden, von etwa 10 µm Durchschnittsteilchengröße
erhalten wurden.
Für ein weiteres Vergleichsbeispiel wurde eine wäßrige
Bariumsulfidlösung mit einer Überschußmenge von Schwefelsäure
in der gleichen Weise wie zuvor behandelt, um
eine wäßrige Bariumsulfataufschlämmung mit einem pH-
Wert von 1 zu erhalten, welche keine Bariumionen enthielt.
Eine wäßrige Natriumhydroxidlösung wurde zu
der Aufschlämmung zur Einstellung ihres pH-Wertes auf
7 zugesetzt, dann wurde eine wäßrige 10%ige Lösung
von Natriumsilikat in Mengen von 20 Gew.-%, berechnet
als SiO2 und, bezogen auf das Bariumsulfat in der Aufschlämmung,
zugesetzt. Die erhaltene Aufschlämmung
wurde in der gleichen Weise wie zuvor aufgearbeitet,
wobei Vergleichsteilchen des Bariumsulfates (B) erhalten
wurden.
(b) Herstellung von Harzplatten und Bestimmung ihrer Eigenschaften
Es wurde eine Masse hergestellt, die aus 100 Gew.-Teilen
Polyvinylchloridharz, 45 Gew.-Teilen Dioctylphthalat,
5 Gew.-Teilen epoxidiertem Sojabohnenöl, 0,7 Gew.-Teilen
Cadmiumstearat und 0,3 Gew.-Teilen Bariumstearat bestand.
Jeweils eine Probe der Bariumsulfatteilchen wurde in den
in der Tabelle 1 gezeigten Mengen auf 100 Gew.-Teile der
Harzmischung zugesetzt und im Kalander bei einer Temperatur
von 125°C während 7 Minuten behandelt und dann zu
einer Platte geformt. Die Platte wurde dann bei einer
Temperatur von 160°C während 10 Minuten gepreßt, um
eine Testplatte mit einer Dicke von 1 mm zu erhalten.
Die Transparenz der Testplatte wurde als Hunter-L-
Werte in einem Colormeter bestimmt, und die Dispergierfähigkeit
der Teilchen hierin wurde durch Auszählen
der vom nackten Auge wahrnehmbaren Aggregate
bestimmt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 1
zusammengestellt.
Beispiel 2
(a) Herstellung von oberflächenbehandeltem Bariumsulfat
Die gemäß Angaben des Beispiels 1 hergestellte wäßrige
Bariumsulfataufschlämmung mit einem Gehalt von 6 g/l
Bariumsulfid wurde auf eine Temperatur von 70°C erwärmt,
hierzu wurde eine wäßrige 10%ige Natriumsilikatlösung
in einer Menge von 5 Gew.-%, berechnet
als Siliziumdioxid und, bezogen auf das Gewicht des
Bariumsulfates in der Aufschlämmung, zugesetzt. Zu
dieser Aufschlämmung wurde Salzsäure zur Einstellung
der Aufschlämmung auf einen pH-Wert von etwa 4 zugegeben,
und die Aufschlämmung wurde 30 Minuten altern
gelassen. Danach wurde eine wäßrige 20%ige Natriumaluminatlösung
zu der Aufschlämmung in einer Menge
von 10 Gew.-%, berechnet als Aluminiumoxid (Al₂O₃)
und, bezogen auf das Gewicht des Bariumsulfates in der
Aufschlämmung, unter Halten der Aufschlämmung auf einem
pH-Wert von etwa 6 durch Zugabe von Salzsäure zugesetzt.
Zu der erhaltenen Aufschlämmung wurde eine
wäßrige 20%ige Natriumhydroxidlösung zur Einstellung
der Aufschlämmung auf einen pH-Wert von etwa 7
zugegeben, anschließend wurde 30 Minuten altern gelassen,
wobei hydratisiertes Aluminiumoxid auf der
Oberfläche des Bariumsulfates niedergeschlagen wurde.
Die Aufschlämmung wurde dann filtriert, mit Wasser
gewaschen, in einer elektrischen Heizeinrichtung getrocknet
und in einer Strahlmühle gemahlen, wobei
sphärische Bariumsulfatteilchen mit einer Durchschnittsteilchengröße
von 4 µm, die in erfindungsgemäßen Harzmassen
eingesetzt werden, erhalten wurden. Diese Teilchen wurden
mit (II) bezeichnet.
Zum Vergleich wurde die gleiche wäßrige Aufschlämmung
wie zuvor, welche Bariumsulfid in Überschuß enthielt,
angesäuert, und dann wurde dieselbe Natriumaluminatlösung,
wie sie zuvor verwendet wurde, zu der Aufschlämmung
in einer Menge von 10 Gew.-%, berechnet
als Aluminiumoxid und, bezogena auf das Gewicht des
Bariumsulfates in der Aufschlämmung, zugesetzt, während
der pH-Wert auf etwa 5 durch Zugabe von Salzsäure gehalten
wurde. Danach wurde eine wäßrige 20%ige Natriumhydroxidlösung
zu der Aufschlämmung zur Einstellung des
pH-Wertes hiervon auf etwa 7 zugesetzt, dann wurde die
erhaltene Aufschlämmung 30 Minuten für die Alterung
stehengelassen. Die Aufschlämmung wurde dann in der
gleichen Weise wie zuvor aufgearbeitet, wobei Vergleichsteilchen
von Bariumsulfat (C) mit einer Durchschnittsteilchengröße
von 13 µm erhalten wurden.
(b) Herstellung einer Beschichtungsmasse und deren Eigenschaften
Es wurde eine Harzlösung hergestellt, die aus 17,5
Gew.-Teilen Einbrennalkydharz, 8,9 Gew.-Teilen Melaminharz
und 4,9 Gew.-Teilen Xylol bestand. Zu der Harzlösung
wurden 15 Gew.-Teile einer Probe der Bariumsulfatteilchen
zugesetzt und hierin in einer Farbmühle
dispergiert, und es wurden die Größe der Teilchen in
der erhaltenen Dispersion alle 5 Minuten mittels einer
Feinheitmeßeinrichtung bestimmt. Die Ergebnisse sind in
der Tabelle 2 gezeigt. Hieraus ist ersichtlich, daß das
erfindungsgemäß in Harzzusammensetzungen verwendete Bariumsulfat
eine verbesserte Dispergierfähigkeit in dem Träger
besaß.
Nach einer 60minütigen Dispersion wurde die erhaltene
Beschichtungsmasse auf eine Glasplatte mittels einer
Auftragsvorrichtung unter Bildung eines Überzuges von
152 µm Dicke aufgebracht, bei Zimmertemperatur getrocknet
und dann bei 140°C während 20 Minuten eingebrannt.
Der 20°/20°-Glanz, und der Hunter-L-Transparenzwert des
eingebrannten Films wurden in einer Glanzmeßeinrichtung
bzw. einem Colormeter bestimmt. Die Ergebnisse sind in
der Tabelle 3 zusammengestellt.
Beispiel 3
(a) Herstellung von oberflächenbehandeltem Bariumsulfat
Eine wäßrige Schwefelsäurelösung (1,28 mol/l, 25°C)
und eine wäßrige Bariumsulfidlösung (0,74 mol/l, 48°C)
wurden kontinuierlich in einem mit einem Rührer versehenen
250-l-Reaktionsbehälter in Raten von 900 l/h
bzw. 1600-1800 l/h eingespeist, so daß das Reaktionsgemisch
im Durchschnitt 6 Minuten in dem Behälter bei
Temperaturen von etwa 52°C verblieb und Bariumionen
in einer Überschußmenge von 0,03 mol/l enthielt, wozu
die Einspeisrate der Bariumsulfidlösung gesteuert
wurde. Hierbei wurde eine wäßrige Aufschlämmung erhalten,
welche sphärische Teilchen von 0,2 µm Durchschnittsteilchengröße
enthielt.
Die Aufschlämmung wurde in vier Teile unterteilt. Der
erste Teil der Aufschlämmung wurde filtriert, mit Wasser
gewaschen, getrocknet und in einer Strahlmühle behandelt,
um eine Vergleichsprobe der Bariumsulfatteilchen
(D) zu erhalten.
Der zweite Teil der Aufschlämmung wurde auf eine
Temperatur von 70°C erwärmt, hierzu wurde eine wäßrige
30%ige Natriumhydroxidlösung zur Einstellung des pH-
Wertes auf etwa 10 zugesetzt. Danach wurde eine wäßrige
Natriumsilikatlösung mit einer Konzentration von 100 g/l,
berechnet als Siliziumdioxid, zu der Aufschlämmung in
Mengen von 1,0 Gew.-%, berechnet als Siliziumdioxid
und, bezogen auf das Gewicht des Bariumsulfates in der
Aufschlämmung, zugesetzt, und die Aufschlämmung wurde
10 Minuten gerührt. Dann wurde wäßrige 10%ige Salzsäure
zu der Aufschlämmung zur Einstellung des pH-
Wertes auf etwa 6 zugesetzt, anschließend wurde
30 Minuten altern gelassen, um wasserhaltiges bzw.
hydratisiertes Siliziumdioxid auf den Bariumsulfatoberflächen
niederzuschlagen. Die Aufschlämmung wurde
in der gleichen Weise wie zuvor aufgearbeitet, wobei
Bariumsulfatteilchen (III) erhalten wurden.
Der dritte Teil der Aufschlämmung wurde in der gleichen
Weise wie bei der Herstellung der Teilchen (III) einschließlich
der Stufe des Alterns verarbeitet. Danach
wurde eine wäßrige 30%ige Natriumhydroxidlösung zu
der Aufschlämmung zur Einstellung des pH-Wertes auf etwa
7 zugesetzt, und es wurde γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan
in Mengen von 0,5 Gew.-%, bezogen auf das
Bariumsulfatgewicht, zugesetzt, anschließend wurde
30 Minuten altern gelassen. Die erhaltene Aufschlämmung
wurde in der gleichen Weise wie zuvor unter Filtrieren,
Trocknen und Pulverisieren aufgearbeitet,
wobei Bariumsulfatteilchen (IV) erhalten wurden.
Der vierte Teil der Aufschlämmung wurde in der gleichen
Weise wie bei der Herstellung der Teilchen (III) behandelt,
um eine Bariumsulfataufschlämmung mit einem
Überzug von wasserhaltigem Siliziumdioxid hierauf bei
einem pH-Wert von etwa 6 zu erhalten. Dann wurde eine
wäßrige Natriumaluminatlösung zu der Aufschlämmung
in Mengen von 2,0 Gew.-%, berechnet als Aluminiumoxid
und, bezogen auf das Bariumsulfatgewicht in der Aufschlämmung,
zugesetzt, anschließend wurde 10%ige
Salzsäure zur Einstellung der Aufschlämmung auf einen
pH-Wert von etwa 7 zur Niederschlagung von wasserhaltigem
bzw. hydratisiertem Aluminiumoxid auf der Bariumsulfatoberfläche
zugegeben. Die Aufschlämmung wurde
in der gleichen Weise wie zuvor aufgearbeitet, um
Bariumsulfatteilchen (V) zu erhalten.
(b) Herstellung von Beschichtungszusammensetzungen und deren Eigenschaften
Ein Mischlösungsmittel, bestehend aus Lacklösungsmittel
(Solvesso 150), n-Butanol und Glykolbutyläther
(Butylcellosolve) in einem Gewichtsverhältnis
von 70/20/10 wurde zu einer Lösung eines Mischharzes
aus Polyesterharz und Melaminharz in einem
Gewichtsverhältnis von 85/15 zur Herstellung einer
Harzlösung mit einem Harzgehalt von 50 Gew.-% zugesetzt.
Jede der zuvor hergestellten Bariumsulfatsorten
sowie handelsübliches Titandioxid mit einem
Siliziumdioxid-Aluminiumoxid-Überzug hierauf und einer
Durchschnittsteilchengröße von 0,3 µm wurden zu der
Harzlösung in den in der Tabelle 4 gezeigten Mengen
zusammen mit Ruß unter Bildung einer Überzugsmasse
zugesetzt. Jede Überzugsmasse wurde auf eine geeignete
Viskosität eingestellt und auf eine mit Zinkphosphat
behandelte Stahlplatte durch Sprühen unter Bildung eines
Überzugs mit einer Dicke von 30 µm aufgebracht.
Der Überzug wurde dann bei einer Temperatur von 160°C
während 30 Minuten unter Bildung eines Filmes eingebrannt.
Die mechanische Festigkeit des Films als Erichsen-
Wert (JIS Z 2247 Methode A) und die Schlagfestigkeit
(JIS K 5400-6.13), die Bleistifthärte (JIS K 5400-6.14)
und der Glanz bei der Reflexion 20°/20° wurden bestimmt,
die Ergebnisse sind in der Tabelle 4 zusammengestellt.
Wie ersichtlich, ist der erfindungsgemäße Film aus der
Überzugsmasse vergleichbar oder besser als der Film
aus der Titandioxid enthaltenden Zusammensetzung hinsichtlich
des Glanzes, der Festigkeit und der Härte,
während der Film aus den Zusammensetzungen, welche die
Vergleichs-Bariumsulfatteilchen enthalten, schlechter
als die zuvor genannten Filme hinsichtlich dieser Eigenschaften
sind.
Beispiel 4
(a) Herstellung von oberflächenbehandeltem Bariumsulfat
Eine wäßrige Schwefelsäurelösung (125 g/l, 20°C)
wurde in einen mit einem Rührer versehenen 250-l-
Reaktionsbehälter mit einer Rate von 200 l/h zusammen
mit einer wäßrigen Bariumsulfidlösung (125 g/l,
50°C) eingespeist, so daß das Reaktionsgemisch im Behälter
einen pH-Wert von etwa 4 besaß,
wobei die Einspeisrate der Bariumsulfidlösung so gesteuert
wurde, daß eine wäßrige Aufschlämmung von
Bariumsulfat in Form von Plättchen von 5 µm Länge,
5 µm Breite und 0,5 µm Dicke im Durchschnitt erhalten
wurde.
Die so hergestellte Aufschlämmung wurde in 5 Teile
unterteilt. Der erste Teil der Aufschlämmung wurde
auf einer Filterpresse zu einem feuchten Kuchen abgepreßt,
und der Kuchen wurde nach dem Trocknen in
einer Hammermühle behandelt, wobei eine Vergleichsprobe
von Bariumsulfatteilchen (E) erhalten wurde.
In dem zweiten Teil der Aufschlämmung wurde Bariumsulfid
in Mengen von 0,5 Mol-%, bezogen auf das Bariumsulfat
in der Aufschlämmung, aufgelöst, und die
erhaltene Aufschlämmung wurde auf eine Temperatur von
70°C erwärmt. Danach wurde eine wäßrige 10%ige Natriumsilikatlösung
zu der Aufschlämmung in Mengen von
1,0 Gew.-%, berechnet als Siliziumdioxid und, bezogen
auf das Bariumsulfatgewicht in der Aufschlämmung, zugesetzt,
um Bariumsilikat auf dem Bariumsulfat niederzuschlagen.
Dann wurde Salzsäure zu der Aufschlämmung
zur Einstellung der Aufschlämmung auf einen pH-Wert
von etwa 2 unter Zersetzung des Bariumsilikates auf dem
Bariumsulfat zu wasserhaltigem bzw. hydratisiertem Siliziumdioxid
zugegeben. Nach einer Alterung von 30 Minuten
wurde eine wäßrige 30%ige Natriumhydroxidlösung zu der
Aufschlämmung zugesetzt, um diese auf einen pH-Wert von
etwa 7 einzustellen.
Dann wurde die Aufschlämmung filtriert, gewaschen,
getrocknet und pulverisiert, um Bariumsulfatteilchen
(VI) zu erhalten.
Der dritte Teil der Aufschlämmung wurde in der gleichen
Weise wie bei der Herstellung der Teilchen (VI) unter
Bildung eines Überzuges aus wasserhaltigem Siliziumdioxid
auf dem Bariumsulfat behandelt. Zu der erhaltenen Aufschlämmung
wurde bei einem pH-Wert von etwa 7
γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan in Mengen von
0,3 Gew.-%, bezogen auf das Bariumsulfatgewicht in
der Aufschlämmung, zugegeben. Nach einer Alterung von
30 Minuten wurde die Aufschlämmung in der gleichen Weise
wie zuvor aufgearbeitet, wobei Bariumsulfatteilchen (VII)
erhalten wurden.
Der vierte Teil der Aufschlämmung wurde in der gleichen
Weise wie zuvor zur Bildung einer Bariumsulfataufschlämmung
mit einem Überzug aus wasserhaltigem Siliziumdioxid
behandelt. Dann wurde eine wäßrige 30%ige
Natriumhydroxidlösung zu der Aufschlämmung zur Einstellung
der Aufschlämmung auf einen pH-Wert von etwa
6 zugesetzt, hierzu wurde eine wäßrige Natriumaluminatlösung
in Mengen von 1,0 Gew.-%, berechnet
als Aluminiumoxid und, bezogen auf das Bariumsulfatgewicht
in der Aufschlämmung, zugesetzt, anschließend
wurde Salzsäure zur Einstellung der Aufschlämmung auf
einen pH-Wert von etwa 7 zur Niederschlagung von Aluminiumoxid
auf den Bariumsulfatoberflächen zugesetzt.
Die Aufschlämmung wurde dann in der gleichen Weise wie
zuvor aufgearbeitet, wobei Bariumsulfatteilchen (VIII)
erhalten wurden.
Zur Herstellung einer weiteren Vergleichsprobe von
Bariumsulfatteilchen wurde eine wäßrige Natriumhydroxidlösung
zu dem fünften Teil der Aufschlämmung zur Einstellung
der Aufschlämmung auf einen pH-Wert von etwa 7
zugesetzt, hierzu wurde dasselbe Silankupplungsmittel,
wie es zuvor verwendet wurde, in der gleichen Menge zugegeben,
anschließend wurde 30 Minuten altern gelassen.
Dann wurde die Aufschlämmung in der gleichen Weise wie
zuvor aufgearbeitet, wobei eine Vergleichsprobe von Teilchen
(F) erhalten wurde.
(b) Herstellung von Harzpreßmassen, Harzpreßlingen und deren Eigenschaften
20 Gew.-Teile jeder Sorte der zuvor hergestellten Bariumsulfatteilchen
und 80 Gew.-Teile isotaktisches
Polypropylen wurden in einem Henschel-Mischer vermischt,
granuliert und zu einem Testformkörper spritzgegossen.
Die mechanische Festigkeit des Formlings
(bestimmt nach der japanischen Industrienorm JIS K 6758)
ist in der Tabelle 5 angegeben. Wie hieraus ersichtlich
ist, besitzen erfindungsgemäße Preßlinge größere Biegemoduli
und Werte der Izod-Schlagzähigkeit als Preßlinge,
welche die Vergleichsbariumsulfatteilchen enthalten.
(c) Herstellung von Überzugszusammensetzungen und deren Eigenschaften
Zu 100 Teilen der gleichen Harzlösung, wie sie in Beispiel
3 (b) verwendet wurde, wurden 10 Gew.-Teile jeder
Bariumsulfatsorte, 0,7 Gew.-Teile Ruß und 40 Gew.-Teile
Titandioxid zugesetzt und hierin unter Bildung einer
Überzugszusammensetzung dispergiert. Die Zusammensetzung
wurde nach Einstellung der Viskosität auf
zinkphosphatierte Stahlplatten aufgebracht und dann
eingebrannt, um einen Film in der gleichen Weise wie
in Beispiel 3 (b) herzustellen. Die Erichsen-Werte und
die Schlagfestigkeit (JIS K 5400-6.13) wurden bestimmt,
die Werte sind in Tabelle 5 zusammengestellt.
Wie hieraus ersichtlich ist, weisen die erfindungsgemäßen
Filme aus Überzugszusammensetzungen verbesserte
mechanische Festigkeit auf.