DE3347370C1 - Vorrichtung zum Erhitzen von zerkleinertem Altasphalt - Google Patents
Vorrichtung zum Erhitzen von zerkleinertem AltasphaltInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei einer bekannten Vorrichtung zum Mischen von granuliertem Asphalt (US-PS 41 36 964), die auch zum
Mischen von granuliertem Altasphalt geeignet ist, wird der Asphalt auf einen Steilförderer gegeben, welcher
perforierte Mitnahmebleche aufweist. Der Steilförderer führt durch eine Kammer hindurch, die oberhalb des
Förderers mehrere Brenner aufweist, durch deren Flammen der Asphalt während des Mischens erwärmt
wird. Die Wärme der Brennerflammen verteilt sich hierbei nach allen Richtungen, mit der Folge einer schlechten
Energieausnutzung. Ferner werden diejenigen Asphaltpartikel, die in die Nähe einer Brennerflamme
gelangen, wesentlich stärker erwärmt als die übrigen Partikel. Es besteht die Gefahr, daß der Asphalt mit den
offenen Flammen in Berührung kommt und die in ihm enthaltene Bitumenmasse verbrennt.
Eine thermische Vorbehandlung ist insbesondere bei der Verarbeitung von Altasphalt zweckmäßig, der aus
alten, zum Um- oder Ausbau anstehenden Straßenbelägen gewonnen und zusammen mit unbenutztem Bitumen
und/oder mit Mineralstoffen zu einer für neue Straße.nbeläge u. dgl. verwendeten Asphaltmasse gemischt
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgäbe zugrunde, die Vorrichtung
der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art dahingehend zu verbessern, daß eine
gleichmäßige und schonende Erwärmung des Altasphalts erfolgt.
Die Lösung dieser Aufgabe wird mit den im Patentan-Spruch
1 angegebenen Merkmalen erreicht.
Nach der Erfindung wird ein wesentlicher Teil der Wärme durch Wärmestrahlung aufgebracht. Dadurch,
daß der rieselfähige Altasphalt von der Förderschnecke ständig schonend umgewälzt und in Bewegung gehalten
ίο wird, wird verhindert, daß Teile oder einzelne Körner
einer zu starken örtlichen Wärmebestrahlung ausgesetzt werden. Die Wärme verteilt sich gleichmäßig und
schonend über das rieselfähige körnige Gut, das von der Förderschnecke transportiert und ständig neu durchmischt
wird. Während des Durchlaufs des vorzerkleinerten Altasphalts durch die Förderstrecke erhöht sich
die Temperatur kontinuierlich, jedoch bleibt das Material bis zum Verlassen der Förderschnecke rieselfähig,
so daß die Förderschnecke sich nicht zusetzt und der Prozeß des ständigen Umwälzens bis zum Verlassen der
Förderstrecke aufrechterhalten wird.
Infrarotstrahler haben den Vorteil eines hohen Wirkungsgrades. Ein hoher Anteil der den Infrarotstrahlern
zugeführten Energie wird gezielt auf den Altasphalt gerichtet, wobei durch das ständige Umwälzen eine gleichmäßige
Temperaturverteilung in dem Asphaltgranulat erreicht wird und örtliche Überhitzungen vermieden
werden. Aus diesem Grund führt das Zusammenwirken der Infrarotstrahler mit einer Förderschnecke, die Rühr-
und Fördervorgänge zugleich ausführt, zu besonders günstigen Ergebnissen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Infrarotstrahler in einem über der Förderschnecke
verlaufenden, nach unten zum Gehäuse im wesentlichen offenen Kanal angeordnet. Das Gehäuse
ist hierbei mit einer thermischen Isolierschicht versehen, um die Wärmeverluste gering zu halten. Durch die Infrarotstrahler
wird in erster Linie das Asphaltmaterial erwärmt und dieses erwärmt dann seinerseits die umgebende
Luft. Ein erheblicher Wärmeanteil wird dem Altasphalt also durch Wärmestrahlung zugeführt und nur
ein relativ geringer Anteil durch Konvektion. Dies trägt zu einer schonenden und gleichmäßigen Erwärmung mit
relativ geringem Energieaufwand bei.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind zwischen den Infrarotstrahlern Luftdurchlaßöffnungen
angeordnet und der Kanal ist mit einem Warmluftauslaß verbunden. Die mit dem Altasphalt in
Berührung kommende und sich erwärmende Luft wird durch die Luftdurchlaßöffnungen und den Warmluftauslaß
abgeführt. Die in dieser Weise enthaltene Energie kann dem System auf andere Weise wieder zugeführt
werden. Durch die Warmluftabfuhr wird verhindert, daß das System sich insgesamt auf eine zu hohe Temperatur
erwärmt, bei der der Altasphalt thermisch geschädigt wird, sich entmischt und bei der wichtige Bestandteile
verdampfen und/oder verbrennen. Außerdem werden Gasbestandteile, die aus der Asphaltmasse entweichen,
abgeführt. Der Warmluftauslaß ist vorzugsweise über dem auslaßseitigen Ende der Förderschnecke angeordnet,
weil sich dort die höchste Lufttemperatur einstellt.
Das Gehäuse kann mit einer zweiten Heizvorrichtung aus Rohren, in denen ein Wärmeübertragungsmedium
strömt, beheizt sein. Diese Rohre bewirken eine Erwärmung der Gehäusewände, die ihrerseits die Wärme auf
den Altasphalt übertragen. Dieses relativ träge zweite Heizsystem kann als Grundheizung oder Vorheizung
benutzt werden. Da die Asphaltpartikel immer nur vor-
übergehend mit dem Gehäuse in Kontakt kommen und da andererseits die Temperatur des Gehäuses geringer
ist als die vorgesehene Endtemperatur, die der Altasphalt beim Verlassen des Gehäuses haben soll, können
durch die zweite Heizvorrichtung keine schädlichen thermischen Einwirkungen hervorgerufen werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird vorzugsweise dadurch betrieben, daß der Altasphalt in den Förderkanal
der Förderschnecke im rieselfähigen Zustand in einer Menge eingegeben wird, daß er den Förderkanal
nur im unteren Bereich des Kanalquerschnitts ausfüllt. Durch die nur teilweise Füllung des Förderkanals mit
Asphalt wird erreicht, daß die Infrarotstrahlung an eine große Fläche des Asphaltmaterials gelangt. Außerdem
wird sichergestellt, daß eine ständige Umordnung der einzelnen Asphaltpartikel erfolgt.
Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung einer Anlage zum Verarbeiten von Altasphalt und
F i g. 2 einen Längsschnitt der Vorrichtung zum Erwärmen des Altasphalts, hier jeweils dargestellt am Beispiel
einer stationären Anlage.
Gemäß F i g. 1 wird der Altasphalt von Förderfahrzeugen 10 in eine Aufgabevorrichtung 11 eingegeben,
von der ein Förderer 12 zu einer Zerkleinerungsvorrichtung 13 führt. In der Zerkleinerungsvorrichtung 13 wird
der Altasphalt zu einem körnigen Gut zerkleinert. Von der Zerkleinerungsvorrichtung 13 führt ein weiterer
Förderer 14 zu einer Wiege- und Dosiereinrichtung 15, die über dem Einlaß der Erwärmungsvorrichtung 16
angeordnet ist. In der Erwärmungsvorrichtung 16 wird der Altasphalt auf eine Temperatur von ca. 150°C erwärmt
und anschließend über eine weitere Wiege- und Dosiereinrichtung 17 einer Mischvorrichtung 18 zugeführt.
In die Mischvorrichtung 18 werden ferner aus verschiedenen Bunkern 19 frische Bitumenmasse und
Zuschlagstoffe in vorbestimmten Verhältnissen über eine weitere Wiege- und Dosiervorrichtung 20 eingegeben.
In der Mischvorrichtung 18, die beispielsweise als Misch- und Förderschnecke oder als Rührwerk ausgebildet
sein kann, werden alle zugegebenen Materialien miteinander vermischt, um eine möglichst homogene
Endmasse zu erzielen.
Die Erwärmungsvorrichtung 16, die in F i g. 2 dargestellt, weist ein langgestrecktes Gehäuse 21 auf, in dem
zwei Förderschnecken 22, von denen in F i g. 2 nur eine sichtbar ist, parallel zueinander angeordnet sind. Jede
Förderschnecke 22 verläuft in einem etwa halbzylindrisehen Förderkanal 23 und ist von einem aufgabeseitig
an dem Gehäuse 21 angebrachten Motor 24 angetrieben. Die Förderschnecken rotieren gegensinnig und ihre
Schneckengänge haben gegensinnigen Verlauf, so daß sie in dieselbe Richtung fördern.
Über den Förderschnecken 22 weist das Gehäuse 21 einen längslaufenden Kanal 25 auf, in dem zahlreiche
Infrarotstrahler 26 in Längsrichtung hintereinander mit gegenseitigen Abständen angeordnet sind. Die Infrarotstrahler
26 können beispielsweise mit elektrischem Strom, mit Gas oder auch mit Heizöl gespeist sein. Vorzugsweise
wird man gasbetriebene Infrarotstrahler verwenden. Die Infrarotstrahler 26 haben nach unten gerichtete
Strahlungsflächen, so daß die von ihnen abgegebene Wärmestrahlung auf die in den Förderkanälen
23 befindliche Asphaltmasse gerichtet ist. Die Wiege- und Dosiervorrichtung 15 steuert den Förderer 14 so,
daß dieser den vorzerkleinerten Altasphalt nur in solcher Menge in die Förderkanäle 23 einfüllt, daß die
Förderkanäle nur zum Teil gefüllt werden. Dadurch werden Verrdichtungen des rieselfähigen Altasphalts in
den Gängen der Förderschnecken 22 vermieden, und das Asphaltmaterial bleibt bis zum Verlassen der Förderkanäle
23 locker und rieselfähig. Die Temperatur ist so gesteuert bzw. geregelt, daß der die Förderkanäle 23
am Ende der Förderstrecke durch den Auslaß 27 verlassende Asphalt eine Temperatur von etwa 150° C hat.
Die in dem Gehäuse 21 befindliche Luft, die sich erwärmt, steigt zusammen mit den entwichenen Gasen
durch die Luftdurchlaßöffnungen 28 zwischen den Infrarotstrahlern 26 auf und wird durch den Kanal 25 abgeführt.
Am abwurfseitigen Ende des Kanals 25 befindet sich ein Warmluftauslaß 29, an den ein Sauggebläse angeschlossen
sein kann, um die Warmluft abzusaugen. Ein Teil der das Gehäuse verlassenden Warmluft kann
über (nicht dargestellte) Rückführkanäle wieder in das Gehäuse zurückgeführt werden. Es ist auch möglich, die
abgeführte Warmluft, die anderweitige Gase enthalten kann, in einem Wärmeaustauscher abzukühlen und die
Wärme dem Gehäuse 21 anderweitig wieder zuzuführen.
Das Gehäuse 21 ist von einem Rohrmantel umgeben, . der von Thermoöl oder von einem anderen Heizmedium
durchflossen ist. Der Rohrmantel, der an der wärmeleitenden Gehäuseinnenwand anliegt, ist, ebenso wie
das gesamte Gehäuse 21, von einem wärmeisolierenden Mantel 31 umgeben.
Jeder Infrarotstrahler 26 ist an seinem dem Warmluftauslaß 29 zugewandten Ende mit einem Leitblech 30
versehen, das die durch die Luftdurchlaßöffnung 28 aufsteigende Warmluft in Richtung auf den Warmluftauslaß
29 leitet.
Bei dem obigen Ausführungsbeispiel ist die Verarbeitungsvorrichtung
für den Altasphalt stationär. Die Vorrichtung kann auch mobil ausgebildet sein, und mit entsprechenden
Rädern versehen werden. Ferner sind semimobile Vorrichtungen möglich, die an einem anderen
Einsatzort eingesetzt werden können.
Der Vorrichtung muß nicht ausschließlich Altasphalt zur Verarbeitung zugeführt werden, sondern sie kann
zusätzlich unter Zugabe unbenutzter Ergänzungs-Baustoffe wie Mineralstoffe, Bindemittel, Additive o. dgl.
verwendet werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
- Leerseite -
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Erhitzen von zerkleinertem Altasphalt, mit mindestens einer in einem Gehäuse
rotierenden Mischvorrichtung und mindestens einer an dem Gehäuse vorgesehenen Heizvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mischvorrichtung aus einer Förderschnecke (22) besteht
und die Heizvorrichtung aus mehreren Infrarotstrahlern (26), die auf das von der Förderschnecke
umgewälzte Asphaltmaterial gerichtet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Infrarotstrahler (26) in einem über
der Förderschnecke verlaufenden, nach unten zum Gehäuse (21) im wesentlichen offenen Kanal (25)
angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Infrarotstrahlern (26)
Luftdurchlaßöffnungen (28) angeordnet sind und daß der Kanal (25) mit einem Warmluftauslaß (29)
verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Warmluftauslaß (29) über dem aus-Iaßseitigen
Ende der Förderschnecke (22) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (21) mit
einer zweiten Heizvorrichtung aus Rohren, in denen ein Wärmeübertragungsmedium strömt, beheizt ist.
6. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Altasphalt in den Förderkanal (23) der Förderschnecke (22) im rieselfähigen Zustand in einer
Menge eingegeben wird, daß er den Förderkanal nur im unteren Bereich des Kanalquerschnitts ausfüllt.
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