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Titel der Erfindung
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Vorrichtung an Drahtwindungslegern zum qualitätsgerechten Ablegen
der Drahtwindungen Anwendungsgebiet der Erfindung Die Erfindung Üetrifft eine Vorrichtung
an Drahtwindungslegern zum qualitätsgerechten Ablegen der Drahtwindungen auf einen
Windungstransporteur in Drahtwalzwerken.
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Charakteristik der bekannten technischen Lösungen Windungsleger, die
mit Legeglocke oder Zentralrohr arbeiten, sind im Bereich des Drahtaustritts am
Legerohr mit einem ortsfesten Schutzmantel versehen, der am Gehäuse des Windungslegers
befestigt ist. Der Schutzmantel dient zum kurzzeitigen Fangen und zur Abstützung
der Draht spitze als auch der nachfolgenden Windungen, ehe sie - bei horizontal
oder leicht geneigten Windungslegern - auf den Windungstransporteur fallen Entsprechend
der unterschiedlichen Drahtdurchmesser der zu formenden Windungen, von 5,5 mm bis
beispielsweise 13 mm, sind auf Grund der unterschiedlichen Walzendgeschwindigkeiten
auch. die Flugbahnen der austretenden Windungen unterschiedlich, d. h., um noch
den Abstützeffekt zu erfüllen, müßte der Schutzmantel einmal näher bzw. weiter vom
Legerohraustrittsende entfernt' sein. Dies würde bedeuten, daß je nach Walzprogramm
ein Schutzmantel mit unterschiedlichen Abmessungen an dem Windungsleger anzubringen
wäre. Da dies aus ökonomischen Gründen nicht sinnvoll ist, hat der Schutzmantel
einen mittleren Abstand.
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In der Praxis zeigt sich jedoch, daß ein derartiger Schutzmantel diesen
Anforderungen eines qualitätsgerechten Ablew gens auf den Windungstransporteur nicht
voll gerecht wird*t So treten bei dickem Material und kleineren Walzgeschwindigkeiten
Bremseffekte durch das Auftreffen der Windungen am Schutzmantel auf. Dies bedeutet,
daß die Windungen abwechselnd gedrängt und auseinandergezogen auf dem Windungstransporteur
zu liegen kommen. Bei zu starker Bremsung können die Windungen vom weiterdrehenden
Legerohr erfaßt werden. Das führt zu einer Havarie. Da auf dem Windungstransporteur
die weitere gezielte Abkühlung des Walzgutes erfolgt, ergibt sich durch starke Materialanhäufungen
über den gesamten Aderverlauf eine ungleichmäßige Gefügestruktur, die bei der Weiterverarbeitung
des Drahtes unerwünscht ist. Bei Drahtstärken von 5,5 mm Durchmesser, insbesondere
bei wenig oder ungekühltem Material, ist die Flugbahn der austretenden Drahtwindungen
entsprechend länger, wodurch der Abstütz- und Abkippeffekb vom Schutzmantel nicht
mehr gegeben ist. Die Folge ist, daß die direkt auf dem Transporteur auftreffenden
Drahtwindungen deformiert werden. Dies führt wiederum zu Schwierigkeiten im Sammelschacht
und auf den Dornpaletben.
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Um Materialverdichtungen auf dem Windungstransporteur zu verhindern,
ist in der DE-OS 16 02 354 offenbart, den Schutzmantel mit seitlichen Klappen zu
versehen, um so die Windungen seitlich zu verteilen und damit Häufungsstellen am
Rand für die nachfolgende Luft kühlung zu vermeiden.
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Mit dieser Lösung ist es aber nicht möglich, Räufungsstellen zu verhindern,
die in der Mitte des Windungstransportes auftreten bzw. Windungsdeformationen infolge
einer zu langen Flugbahn der austretenden Drahtwindungen. Ungenaues Windungslegen
bedingt oftmals ein manuelles Eingreifen des Bebreiberpersonals der Anlage, da insbesondere
Aderanfang und -ende vom Windungstransporteur herunterhängen und Nebenherschleifen
und erhöhte Unfallgefahr bedeutet.
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Ziel der Erfindung Ziel der Erfindung ist es, durch ein qualitätsgerechtes,
havariefreies Windungslegen und die nachfolgende Luftabkühlung eine gleichmäßige
metallurgische Struktur über den gesamten Windungsstrang zu erzielen, bei gleichzeitiger
Produktivitätssteigerung des Drahtwalzwerkes.
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Darlegung des Wesens der Erfindung Die technische Aufgabe, die durch
die Erfindung gelöst wird, besteht darin, daß durch entsprechende Anordnung und
Gestaltung des Schtitzmantels je nach den Bedingungen des Walzprogrammes eine kurzzeitige
Abstützung und Bremsung der gerade gebildeten Drahtwindungen am Schutzmantel erfolgt
bzw. die Drahtwindungen, ohne den Schutzmantel zu berühren, direkt auf dem Windungstransporteur
abgelegt werden.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß innerhalb oder
außerhalb des Schutzmantels ein auf Lagerungen in Walzlinie verschiebbarer Schutzmantel
angeordnet ist.
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Am Schutzmantel sind mehrere, vorzugsweise vier, gleichmäßig über
den Umfang verteilte Lagerungen angeordnet, die durch paarweise gegenüberliegende
Bolzen mit Führungsrollen eine Führungsbahn bilden, in die auf dem Stützmantel angeordnete
Führungsrippen eingreifen. Der Stütz mantel ist drahtausgangsseitig auf der Mantelinnenfläche
mit einer in Walzrichtung abfallenden größeren Abrundung versehen, die entsprechend
der Flugbahn der mittleren Walzgeschwindigkeit der austretenden Drahtwindungen ausgebildet
ist.
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Es gehört mit zum Wesen der Erfindung, daß stirnseitig am Schutzmantel
ein Verstellmechanismus angeordnet t ist, der über eine Spindel mit dem verschiebbaren
Stützmantel beweglich verbunden ist. Sind mehrere Verstellmechanismen vorgesehen,
sind diese vorzugsweise über Kettenräder und Ketten zur synchronen Betätigung miteinander
verbunden.
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Ausführungsbeispiel Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung stellt die
Zeichnung dar. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht des Windungslegers im Schnitt
Fig. 2 eine Einzelheit A aus Fig. 1 Fig. 3 die Lagerung des verschiebbaren Stützmantels
Fig. 4 den Verstellmechanismus im Schnitt.' In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist um die begeglocke ein feststehender Schutzmantel 1 angeordnet, der am Gehäuse
des Windungslegers glockenseitig angeflanscht ist.
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An diesem feststehenden Schutzmantel 1 ist an der Innenwandung gleichmaßig
über den Umfang eine Lagerung 2 für einen verschiebbaren Stützmantel 3 angeordnet.
Vorzugsweise sind vier Lagerungen 2, also jeweils zwei gegenüberliegende, vorgesehen.
Jede der Lagerungen 2 gern. Fig. 3 besteht aus der Grundplatte 4, in der parallel
zur Rotationsachse der Begeglocke gegenüberliegend in Reihe angeordnete Bolzen 5
zur Aufnahme von Führungsrollen 6 angeordnet sind. Durch die Zwangsführung zwischen
den Führungsrollen 6 ist der verschiebbare Stützmantel 3 verstellbar gelagert. Windungsaustrittsseitig
ist der Stützmantel 3 zum besseren Abgleiten der Drahtwindungen mit einer größeren
Abrundung versehen, die entsprechend der Flugbahn der austretenden DrahtS windungen
ausgebildet sein soll. Die Anordnung eines verschiebbaren Stützmantels auch außerhalb,
also auf der Außenwand eines feststehenden Schutzmantels, ist möglich.
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Weiterhin ist auch eine Lagerung denkbar, indem der verschiebbare
Stützmantel mittels einer gewindeähnlichen Schraubenlagerung ortsverändernd aus
dem feststehenden Schutzmantel herausdrehbar ist. Das Verschieben des Stützmantels
3 erfolgt im Ausführungsbeispiel über einen stirnseitig am Schutzmantel angeflanschten
Verstellmechanismus 7.
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Der Verstellmechanismus 7 ist über eine Spindel 8 mit dem verschiebbaren
Stützmantel 3 beweglich verbunden. Die Spin del 8 ist über ein Gewinde mit einem
Kettenrad 9 gekoppelte
Das Kettenrad 9 ist mittels der Lagerbuchsen
10 im Gehäuseoberteil 11 und im Gehäuseunterteil der Verstellung drehbar gelagert.
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Um eine klemmungsfreie.Verstellung des verschiebbaren Stützmantels
3 zu gewährleisten, sind zusätzlich über den Umfang weitere nicht dargestellte Verstellungen
angeordnet, die mittels Kettenrädern 9 über die Ketten 13 miteinander gekoppelt
sind.
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Es liegt im Interesse der Erfindung, einen verschiebbaren Stützmantel
auch bei Windungslegern mit Zentralrohr, oder bei denen das Legerohr außenseitig
der Legeglocke befestigt ist, anzuordnen.
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Auch andere Verstellmechanismen, wie elektromotorische oder hydraulische,
die zusätzlich über einen Regelkreis eine Verstellung des verschiebbaren Stützmantels
3 in Abhangigkeit vom Fallverhalten der Drahtwindungen 15 vornehmen, sind möglich.
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Der funktionelle Ablauf ist folgender: Über das Handrad 14 des Verstellmechanismus
7 wird, nach Losen einer nicht dargestellten Klemmung, das Kettenrad 9 gedreht und
damit die Spindel 8 ortsveränderlich bewegt.
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Die gleiche Bewegung wird über die Ketten 13 auf die anderen, nicht
dargestellten Spindeln übertragen. Die Spindeln 8 sind mit dem verschiebbaren Stützmantel
3 verbunden und dieser bewegt sich somit, geführt in der Lagerung 2, in Achsrichtung
des feststehenden Schutzmantels 1. Die Stellung der Abrundung an der innenseitigen
Fläche des Stützmantels 3 im Verhältnis zum Legerohraustritt wird über den Verschiebemechanismus
7 so realisiert, daß bei einem zu weiten Herausschleudern der Drahtwindungen 15
der Abstand Legerohraustritt bis Kante Stützmantel 3 so vergrößert wird, daß nach
einem kurzen Auftreffen und Abbremsen der Drahtwindungen auf der Abrundung des Stiitzmantels
3 ein gleichmäßiges Windungslegen erfolgt. Werden die Drahtwindungen 15 zu stark
am Auftreffpunkt des Stütæmantels 3 abgebremst und es zu Häufchenbildung kommt,
wird der Abstand Legerohraustritt bis zur Abrundung verringert, bis ein störungsfreies
Ablegen gewährleistet ist. Somit ist es möglich, für Jeden Drahtdurchmesser und
für jede Walz-
geschwindigkeit durch eine spezifische Gestaltung
der Windungstransportverhältnisse und der Einstellbedingungen für das Begerohr optimale
Legeverhältnisse einzastellen. Die Positionierung des Stützmantels 3 kann auch während
des Walzbetriebes erfolgen. Durch das optimale Formen, auch der Aderenden, ist voller
Automatikbetrieb möglich.
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Es gehört mit zum Wesen der Erfindung, daß der verschiebbare Stützmantel
bei geneigt liegendem Windungsleger nicht unbedingt so angeordnet ist, daß die Verschieberichtung
in der Rotationsachse der Legeglocke liegt, sondern die Anordnung kann auch so erfolgen,
daß die Verschieberichtung in geringer senkrechter Winkelabweichung von der Rotationsachse
der Begeglocke sich befindet.
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Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen 1 - Schutzmantel 2 Lagerung
3 - Stützmantel 4 - Grundplatte 5 - Bolzen 6 » Führungsrollen 7 - Verstellmechanismus
8 - Spindel 9 - Kettenrad 10 - Lagerbuchsen 11 - Gehäuseoberteil des Verschiebemechanismus
12 - Gehäuseunterteil des Verschiebe mechanismus 13 - Kette 14 - Handrad 15 - Drahtwindung
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