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Die Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere Drehkran,
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vorzugsweise als Fahrzeugkran mit drehbarem Oberwagen, mit einem zu
schwenkenden Teleskopausleger sowie mit einem von einer Seiltrommel zum Kopf des
Auslegers geführten Hubseil.
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Der Teleskopausleger eines solchen häufig als Fahrzeugkran ausgebildeten
Gerätes besteht in der Regel aus mehreren, teleskopartig ein- und auszuschiebenden
Kastenprofilen. Bei einem Fahrzeugkran werden die Teleskopausleger mit ihrem Fuß
um eine horizontale Achse schwenkbar an einen Oberwagen angelenkt. Zum Verschwenken
selbst dient in aller Regel ein hydraulischer Differentialzylinder, der sogenannte
Wippzylinder, welcher meist am untersten Teleskopteil des Auslegers angreift.
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Der den Teleskopausleger tragende Oberwagen eines Fahrzeugkrans wird
als ganzes über eine Drehverbindung auf den zugehörigen, den Motorwagen bildenden
Unterwagen aufgesetzt. Zum Kompensieren des Kippmoments des bei Betrieb nach vorn
ausladenden Teleskopauslegers sowie der gegebenenfalls an ihr hängenden Last dient
ein Gegengewicht, das auf bzw. an einem nach hinten ausladenden Träger des Oberwagens
geladen bzw. aufgehängt werden kann. Das Gegengewicht hat auch die Aufgabe, in gewissem
Umfang die Drehverbindung zwischen Ober- und Unterwagen zu entlasten.
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Es darf aber bei einem Fahrzeugkran schon deshalb nicht beliebig schwer
sein, weil das Fahrzeug sonst für den Straßentransport nicht zugelassen würde. Das
maximal zulässige Gesamtgewicht bzw. die zulässige Einzelachslast begrenzen also
naturgemäß die höchstzulässige Traglast des Teleskopauslegers eines Fahrzeugkrans.
Darüber hinaus wird die maximale Traglast auch durch die Biege- und Knicklastfestigkeit
des Auslegers selbst bestimmt.
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Bei einem in der DE-OS 29 17 829 beschriebenen Fahrzeugkran eingangs
genannter Art wird das Tragvermögen durch eine auf dem Oberwagen des Mobilkrans
angeordnete Aufnahme- und Anhebeeinrichtung für ein Zusatzgegengewicht gesteigert.
Die Aufnahme- und Anhebeeinrichtung kann insbesondere mit dem Teleskopausleger direkt
verbunden werden und eine nach hinten ausladende Stütze aufweisen, die wie ein Spannbock
zweckmäßig schräg nach hinten und oben gerichtet sowie für die Aufnahme des Zusatzgegengewichts
abzusenken ist. Die Stütze soll mit dem Teleskopausleger oberhalb von dessen Schwenkachse,
d.h. dessen Anlenkung am Oberwagen, verbunden werden, um eine Biege- und Knickentlastung
des Auslegers zu bewirken. Beispielsweise können Stütze und Teleskopausleger mit
Hilfe eines Spannseils verbunden werden.
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Der Teleskopausleger des aus der DE-OS 29 17 829 bekannten Krans wird
bei Betrieb durch das eingehängte Zusatzgegengewicht ständig unter unveränderlicher
Vorspannung gehalten. Aus der Zeitschrift "Fördern und Heben", 1983, Nr. 7/8, Seite
554, ist ferner ein Fahrzeugdrehkran bekannt, bei dem mit Hilfe eines über einen
Spannbock oder dergleichen abgestützten Nackenseils bzw. Spannseils die Rückholkraft
(rückwärtige Verspannung) selbsttätig an die Größe der gehobenen Last angepaßt wird.
Die Rückholkraft kann hierbei aber nur bei einer entsprechenden Auslegerverbiegung
unter Last wirksam werden. Die Auslegerverbiegung wiederum hat eine ungewollte Auslegervergrößerung
zur Folge.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kran eingangs genannter
Art mit einer lastabhängigen Verspannung auszustatten, deren entlastende Kräfte
nur wirken, wenn eine Hublast einen Seilzug ausübt. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
gelöst durch einen durch das Hubseil sowie
je eine mit dem Oberwagen
und dem Teleskopausleger verbundene Unterflasche bzw. Oberflasche gebildeten Flaschenzug.
Somit liegt zwischen Oberwagen bzw. einem darauf befestigten Spannbock und Auslegerkopf
ein spannender Flaschenzug (Spannflaschenzug).
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Durch die erfindungsgemäße Führung des Hubseils vom Auslegerkopf zum
Spannbock zwischengeschalteten, mit dem Ausleger einerseits und dem Oberwagen bzw.
Spannbock andererseits verbundenen Flaschenzug wird eine Entlastung des Auslegers
und damit eine Hublasterhöhung erreicht.
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Da das Hubseil mit Hilfe des Spannflaschenzugs die Abspannung besorgt,
kann auf ein Zusatzgegengewicht verzichtet werden; da ferner das Hubseil auch als
Spannseil dient, kann außerdem ein gesondertes Spannseil entfallen. Es genügt daher
auch eine einzige Seiltrommel, nämlich für das Hubseil.
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Die erfindungsgemäße Verbindung von Spannbock und Auslegerkopf mit
zwischengeschaltetem Flaschenzug kann auf vielfältige Weise ausgebildet werden.
Beispielsweise kann der Spannflaschenzug, insbesondere über vorzugsweise starre
Koppelstücke an der Spannunter- und/oder -oberflasche, unmittelbar zwischen Spannbockkopf
und Auslegerkopf, eingeschaltet werden. Es ist dabei auch vorteilhaft, wenn der
Spannflaschenzug, insbesondere über Koppelstücke an der Spannunter- und/oder -oberflasche,
mit dem oberen Ende eines der Teleskopteile, vorzugsweise mit dem zweitinnersten
Teleskopteil, verbunden wird. Der Spannbock kann auf dem Ausleger gelagert sein
oder aus einer mit dem Oberwagen fest verbundenen Traverse oder dergleichen bestehen.
Besonders vorteilhaft ist es, die Oberflaschc des Spannflaschenzugs fliegend, z.B.
über ein Koppelseil, mit ther Atlslegerspit.Je zu verbinden. In jeder dieser Allsführungen
wird
zum Aufbringen der jeweils richtig bemessenen Rückholkraft weder eine Vorspannung
durch ein Zusatzgegengewicht benötigt noch ist wie bei einem fest- und vorgespannten
Nackenseil eine Auslegerverbiegung und damit eine Ausladungsvergrößerung in Kauf
zu nehmen.
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Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht auch darin, daß die Rückholkraft
an die Auslegerneigung anzupassen ist, in dem die Einscherung des Spannflaschenzugs
geändert wird.
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Anhand der schematischen Darstellung von Ausführungsbeispielen werden
Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Teleskopauslegerkran
mit einem zwischen einer rückwärtigen Traverse des Oberwagens und dem Ausleger unter
Verwendung des Hubseils als Spannseil aufgespannten Spannflaschenzug; Fig. 2 einen
Teleskopauslegerkran ähnlich Fig. 1 jedoch mit einem nach hinten und oben gerichteten
auf die rückwärtige Traverse des Oberwagens aufgesetzten Spannbock zum Umlenken
des Hubseils; Fig. 3 einen Teleskopauslegerkran ähnlich Fig. 2 jedoch mit auf dem
Ausleger selbst angeordneten Spannbock; Fig. 4 verschiedene Variationen der Kopplung
und Anbis 6 ordnung des Spannflaschenzugs zwischen Seiltrommel und Auslegerkopf
entsprechend Fig. 1; Fig. 7 verschiedene Variationen der Kopplung und Anordbis 9
nung des Spannflaschenzugs zwischen Spannbock und Ausleger entsprechend Fig. 2;
und Fig. 10 verschiedene Variationen der Kopplung und Anordbis 12 nung des Spannflaschenzugs
zwischen Spannbock und Ausleger entsprechend Fig. 3.
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Das in den Fig. 1 bis 12 dargestellte Geräteteil kann beispielsweise
das Oberteil bzw. das eigentliche Kranteil eines Fahrzeugkrans mit auf einem drehbaren
Oberwagen 1 schwenkbar angelenkten Teleskopauslegers 2 mit Hubseil 3 bilden. Das
Wippen des insgesamt mit 2 bezeichneten Teleskopauslegers wird über einen schematisch
dargestellten Wippzylinder 4 bewirkt, der am Grundausleger 5 einerseits sowie am
Oberwagen 1 andererseits zu befestigen ist. Das Hubseil 3 läuft von einer auf dem
Oberwagen 1 bzw. einer rückwärtigen Traverse 6 des Oberwagens 1 gelagerten Seiltrommel
7 durch einen Spannflaschenzug 8 zu einem Rollensatz 9 am Auslegerkopf 10 bis zu
einer die Last aufnehmenden Flasche 11.
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Die einzelnen Ausführungsbeispiele nach Fig. 1 bis 12 unterscheiden
sich durch die Anordnung und Kopplung des in das Hubseil 3 eingeschalteten Spannflaschenzugs
8 im Bereich zwischen Seiltrommel 7 und Auslegerkopf 10. In den Ausführungsbeispielen
nach Fig. 1 bis 3 wird eine Spannoberflasche 12 des Flaschenzugs 8 über Koppelstücke
13 oder dergleichen mit dem oberen Ende 14 des zweitinnersten Teleskopteils 15 verbunden.
Zugleich wird eine Spannunterflasche 16 des Flaschenzugs 8 entweder im wesentlichen
unmittelbar, wie in Fig. 1, oder über einen Spannbock 17, wie in Fig. 2, auf der
rückwärtigen Traverse 6 des Oberwagens 1 oder über einen Spannbock 18, wie in Fig.
3, auf dem Ausleger 2 selbst abgestützt.
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Nach Fig. 4 kann bei Befestigung der Spannoberflasche 12 unmittelbar
am zweitinnersten Auslegerteil 15 die Anordnung von Koppelstücke 13 gemäß Fig. 1
wegfallen. Bei dem Kran nach Fig. 5 und 6 wird der Spannflaschenzug 8 abweichend
von Fig. 1 und 4 unmittelbar zwischen der rückwärtigen Traverse 6 des Oberwagens
1 und dem Auslegerkopf 10 aufgespannt. Dabei können Koppelstücke 13, in Form von
Seilen oder vorzugsweise starrer Stangen, zwischen
Spannoberflasche
12 und Rollensatz 9 am Auslegerkopf 10 nach Fig. 5 oder aber nach Fig. 6 zwischen
Spannunterflasche 16 und rückwärtiger Traverse 6 des Oberwagens 1 vorgesehen werden.
Ebenso wie die Ausführungsbeispiele nach Fig. 4 bis 6 aus Fig. 1 leiten sich die
Ausführungsbeispiele nach Fig. 7 bis 9 aus Fig. 2 und die Ausführungsbeispiele nach
Fig. 10 bis 12 aus Fig. 3 her. Für übereinstimmende Teile gelten daher die gleichen
Bezugsziffern. In den Ausführungsbeispielen nach Fig. 6, 9 und 12 befindet sich
die Spannoberflasche 12 am Auslegerkopf 10 und kann mit dem dort vorgesehenen Rollensatz
9 kombiniert werden.
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Das erfindungsgemäße Scherungssystem "Auslegerkopf (10)-Unterflasche
(11)" und "Auslegerkopf (10)-Spannbock (6, 17, 18)" hat selbst keinen Einfluß auf
die Neigung des Auslegers. Der Teleskopausleger kann daher in bekannter Weise durch
Betätigen des Wippzylinders angehoben und abgesenkt werden. Ferner kann durch frei
wählbare unterschiedliche Scherung der Ausleger in der Zeichenebene fast frei von
durch Biegemomente begründeten Spannungen gehalten werden. Die im jeweiligen Flaschenzug
zusätzlich angeordneten, als Spannseile wirkenden Teile des Hubseils erzeugen naturgemäß
im Ausleger erhöhte Längskräfte.
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Gleichzeitig wird die Knicklänge des Auslegers reduziert.
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Die Rechnung hierzu ergibt in Übereinstimmung mit praktischen Ergebnissen,
daß die Relation zwischen der Erhöhung der Längskraft und der Eulerschen Knicklast
besonders günstig in den Ausführungsbeispielen ist, in denen der Spannflaschenzug
8 über Koppelstücke 13 fliegend mit dem Auslegerkopf 10 verbunden ist (vgl. Fig.
5, 8 und 11).
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