DE3341738A1 - Verbundmaterial auf der basis von teilchen pflanzlichen ursprungs und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Verbundmaterial auf der basis von teilchen pflanzlichen ursprungs und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
3.-34473-8
Ceskoslovenskä akademie ved
Prag, CSSR
Verbundmaterial auf der Basis von Teilchen pflanzlichen Ursprungs und Verfahren
zu seiner Herstellung
Die Erfindung betrifft ein Verbundmaterial aus Teilchen pflanzlichen Ursprungs auf der Basis von Lignocellulose,
die durch ein Polymer miteinander verbunden sind, das vom ursprünglichen Polymer des Ausgangsmaterials durch
Aktivierung des ursprünglichen Polymers unter Überführung in ein aktives, reaktives Material und Vernetzung
abgeleitet ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung dieses Verbundmaterials. Verbundmaterialien
auf der Basis von pflanzlichen Rohstoffen, insbesondere Holzteilchen wie Fasern, Spänen, Hobelspänen,
Sägespänen usw, werden bisher so hergestellt, daß die getrockneten und hydrophobierten Teilchen mit verschiedenen,
überwiegend wärmehärtbaren Bindemitteln, zum Beispiel Harnstoff-Formaldehyd-Harzen, vermischt und
danach bei Temperaturen über 130 0C in die gewünschte
233-S10323/SF-lb
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Form, vorwiegend zu Platten, gepreßt werden. Diese Materialien werden in verschiedenen Arten hergestellt,
die sich voneinander durch die Art des Ausgangsmaterials und des verwendeten Bindemittels, den angewandten Pressdruck
und die Verarbeitungstemperatur unterscheiden. Allen bisherigen Verbundmaterialien haftet der wesentliche
Nachteil an, daß über lange Zeiten Spaltprodukte des Kunstharz-Bindemittels, insbesondere Formaldehyd
aus Harnstoff-Formaldehyd-Oligomeren beziehungsweise Phenol, abgegeben werden, die carcinogen sind oder
ungünstige Stoffwechselwirkungen auf den menschlichen Organismus ausüben. Dieser Nachteil ist besonders gravierend,
da diese Materialien, insbesondere Holzspanplatten, in der letzten Zeit in immer größeren Umfang
im Wohnungsbau verwendet werden, wobei bisher durch verschiedene Maßnahmen die Abgabe von Spaltprodukten in
Innenräume verhindert werden muß, wodurch wiederum die Baukosten erhöht werden.
Bisher wird das Verkleben von Partikeln aus Holz mit Hilfe verschiedener Klebstoffe vorgenommen, die auf die
Berührungsfläche der zu verklebenden Teilchen aufgetragen werden. Nach dem erforderlichen Auftrag der Klebstoffschicht
auf die Verbindungsflächen, der je nach Art des verwendeten Klebstoffs warm oder kalt-durchgeführt
wird, muß die Klebeverbindung geraume Zeit abgelüftet werden, um die Verdunstung von Wasser aus wässerigen
Klebstoffen bzw die Verdampfung der Lösungsmittel aus Lösungsmittelklebern oder gegebenenfalls eine Polymerisation
monomerer Klebstoffe, die manchmal bei erhöhter Temperatur und unter Druck vorgenommen wird, zu ermöglichen.
Einige Klebstoffe sind außerdem bei der Herstellung oder auch noch bei der Verwendung der verklebten
Produkte gesundheitsschädlich, besonders, wenn sie
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Formaldehyd enthalten, der carcinogen ist und ungünstige
Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Die Verklebung von Holz und Lignocellulosemassen ist deshalb
sehr zeitraubend und in vielen Fällen auch energieaufwendig, was insbesondere bei der Herstellung von zusammengesetzten
Elementen mit großer Berührungsfläche,
besonders bei Sperrholzplatten sowie etwa beim Aufkleben
von Furnierblättern auf Holzunterlagen oder auf Unterlagen aus Lignocellulosematerial von Bedeutung ist.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Verbundmaterialien ist die Kompliziertheit ihrer Herstellung einschließlich
der Herstellung der Vorkondensate und der aufwendigen genauen Einhaltung der Verfahrensparameter, was zur Erzielung
der geforderten Qualität der Verbundmaterialien unerläßlich ist. Dementsprechend kann bei diesen Materialien
durch Verkürzung des Produktionszyklus keine Erhöhung der Produktivität erzielt werden. Bei der Herstellung
derartiger Verbundmaterialien, insbesondere
beim Pressen, werden ferner aus dem gepreßten Material erhebliche Mengen gesundheitsschädlicher Reaktionsprodukte
freigesetzt, zumeist mit einem hohen Gehalt an Formaldehyd. Ein weiterer Nachteil der bekannten Verbundmaterialien
liegt ferner in den hohen Gestehungskosten, die insbesondere durch den relativ hohen Bindemittelanteil
bedingt sind, das zumeist in einer Menge von 10 bis 30 Gew.-? vorliegt.
Diese Nachteile werden durch das erfindungsgemäße Verbundmaterial
auf der Basis von Lignocellulose vermieden. Das Erfindungskonzept beruht darauf, daß die einzelnen
Teilchen durch ein Polymermaterial verbunden sind, das sich vom ursprünglichen polymeren Cellulosematerial
ableitet, das durch Überführung unter Akti-
vierung in aktive, reaktionsfähige Stoffe und anschließende Vernetzung zum resultierenden Polymer hergestellt
ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Verbundmaterialien
beruht auf der Verbindung von Teilchen pflanzlichen Ursprungs auf der Basis von Lignocellulose
zu einem kohäsiven Gebilde mit einem Bindemittel und ist dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der
Teilchen unter der Einwirkung eines abbauenden Aktivierungsmittels, dessen Wirkung durch einen Katalysator
verstärkt und/oder durch ein Desaktivierungsmittel desaktiviert werden kann, aktiviert wird, worauf, gegebenenfalls
nach Zusatz eines zusätzlichen Bindemittels, die Teilchen warmverpreßt werden und das entstehende Verbundmaterial
ausgehärtet wird.
Wenn eine Säure als Aktivierungsmittel verwendet wird,
kann als Desaktivierungsmittel ein Neutralisationsmittel eingesetzt werden.
Als weitere, gegebenenfalls eingesetzte Bindemittel eignen sich Furylalkohol, Furylaceton, Furylaldehyd,
Phenol und deren Vorkondensationsprodukte sowie thermoplastische Kunststoffe.
Der grundlegende Vorteil des erfindungsgemäßen Verbundmaterials
beruht darauf, daß das zur Verbindung aneinandergrenzender Teilchen erforderliche Bindemittel direkt
aus dem Material der Teilchen selbst durch die Einwirkung des Aktivierungsmittels, das auf die Oberfläche der Teilchen
aufgebracht wird, erzeugt wird.
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Als Aktivierungsmittel ist insbesondere Schwefelsäure verwendbar.
Aus dem erfindungsgemäßen Verbundmaterial hergestellte
Formkörper wie etwa Fertigteile enthalten ausschließlich das Ausgangsmaterial neben einer kleinen Menge
inaktivierter Reagenzien und sind demzufolge aus gesundheitlicher Sicht vollkommen unschädlich. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß die erfindungsgemäßen Verbundmaterialien im Vergleich zu bisher bekannten
Verbundmaterialien erheblich billiger sind, da die relativ teuren Bindemittel entfallen. Die Verarbeitung
des Verbundmaterials vor dem Verpressen ist ferner einstufig und besteht im Aufbringen des Aktivierungsmittels
auf die Oberfläche der eingesetzten Teilchen, was ebenfalls insbesondere im Hinblick auf die großtechnische
Herstellung vorteilhaft ist.
Weiterhin ist vorteilhaft, daß beim erfindungsgemäßen
Verfahren auch Abfallmaterialien wie etwa Baumrinde eingesetzt werden können. Günstig ist hierbei, daß die
Feuchtigkeit der eingesetzten Teilchen im Gegensatz zu bisherigen Verfahren nicht verringert werden muß, so
daß der ansonsten mit der Trocknung des Ausgangsmaterials verbundene Energieverbrauch entfällt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden die Teilchen
des Ausgangsmaterials pflanzlichen Ursprungs, die
Lignocellulosematerial enthalten, zunächst der Einwirkung des Aktivierungsmittels ausgesetzt, um ihre
zunächst hochmolekulare Matrix zu Oligomeren bzw Monomeren abzubauen, wonach, gegebenenfalls nach Desaktivierung
bzw Neutralisation überschüssigen Aktivierungsmittels,.die Teilchen, die wenigstens teilweise auf
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ihrer Oberfläche mit einer Oligomer- bzw Monomerschicht bedeckt sind, unter Einwirkung von Wärme verpreßt werden,
um die repolymerisierbaren Oligomeren bzw Monomeren zu einem als Bindemittel dienenden Polymer zu polymerisieren,
das die einzelnen Teilchen miteinander verbindet.
Es ist möglich, das Aktivierungsmittel nur zu einem Teil des Ausgangsmaterials zuzugeben, das dann mit dem
restlichen Teil des Ausgangsmaterials vermischt wird. Auch in diesem Fall werden aus derartigen Gemischen zusammenhängende,
kompakte Formkörper gewonnen.
Als Ausgangsmaterialien für die erfindungsgemäßen Verbundmaterialien
dienen Lignocellulose enthaltende Teilchen pflanzlicher Herkunft, die Polysaccharide, Lignin,
Gerbstoffe, ätherische Öle usw enthalten, beispielsweise Holzstücke, Holzspäne, Sägespäne, Hobelspäne, Maiskolben
und trockene Pflanzenstengel in Form von entsprechendem
Häckselgut, Stroh, verschiedenen Fasern udgl. Die erhaltenen Endprodukte stellen zusammenhängende, kohäsive
Formkörper dar und liegen insbesondere in Form von Platten und Blöcken vor.
Die Festigkeit und die übrigen mechanischen Eigenschaften der erfindungsgemäß erhältlichen Verbundmaterialien
hängen wesentlich vom eingesetzten Ausgangsmaterial und den Herstellungsbedingungen ab.
Die Endprodukte, die gepreßte Formkörper, besonders in Form von Platten oder Blöcken, darstellen, eignen
sich insbesondere für Bauzwecke jeglicher Art, insbesondere als Baumaterialien für Gebäude sowie zum Innenausbau,
zur Möbelherstellung, für Isolierzwecke udgl.
« ν -τ ι / \J
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird die hydrolytische Wirkung von Aktivierungsmitteln, insbesondere Säuren,
zur Freisetzung von Furylaldehyd und seinen Derivaten und zur Aktivierung des Lignocellulosematerials ausgenützt.
Die unter Einwirkung des Aktivierungsmittels freigesetzten oligomeren bzw monomeren Substanzen werden
dann, insbesondere in saurem Medium, unter Anwendung erhöhter Temperatur sowie unter Druck wieder in vernetzte
polymere Massen überführt, deren Struktur der Struktur des ursprünglichen pflanzlichen Materials ähnelt.
In der Aktivierungsstufe wird die Menge der freigesetzten
Oligomeren bzw Monomeren geregelt, die dann neben dem angewandten Preßdruck in besonderem Maße die Eigenschaften
des Produkts bestimmt. Im Rahmen der Erfindung ist es jedoch auch möglich, die Produkteigenschaften durch Zugabe
geeigneter Zusätze, beispielsweise von Bindemitteln vom Furantyp, zu modifizieren.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann so vorgegangen werden, daß wenigstens zu einem Teil der Teilchen des Ausgangsmaterials als Aktivierungsmittel
eine starke Mineralsäure oder eine eine solche Säure freisetzende Verbindung, eine Lewissäure oder Gemische
solcher Verbindungen zugesetzt wird. Als Aktivierungsmittel können zu den Teilchen des Ausgangsmaterials zum
Beispiel konzentrierte Schwefelsäure, gasförmiger Chlorwasserstoff, Zinkchlorid, Ammoniumhydrogensulfat, Aminsulfate
oder Gemische dieser Verbindungen zugesetzt werden. Ein Überschuß des Aktivierungsmittels im Gemisch
mit den zu verarbeitenden Teilchen wird vor dem Verpressen durch Zugabe eines Desaktivierungsmittels beseitigt,
insbesondere durch Neutralisation unter Zugabe basischer Reagenzien, wofür sich besonders Harnstoff,
Harnstoff mit Ammoniumsulfat, alkalische Seifen oder
Lewisbasen sowie gegebenenfalls deren Gemische eignen.
Das Aktivierungsmittel wird in Form eines Gases, eines Aerosols oder einer Lösung, gegebenenfalls unter Verwendung
eines oder mehrerer inerten Lösungsmittels als Verdünnungsmittel, auf die Teilchen aufgebracht. Die
Teilchen behalten dabei ihre Ausgangsfeuchtigkeit. Sie werden erforderlichenfalls auf der Oberfläche mit einem
hydrophoben Überzug versehen. Vor dem Verpressen wird den Teilchen so viel Wärme zugeführt, daß ihre Temperatur
auf 80 bis 200 0C ansteigt; die Teilchen, die zumindest
auf einem Teil ihrer Oberfläche aktiviertes Monomer aufweisen, werden dann unter einem Schließdruck von 0,2
bis 10 MPa in einer Form verpreßt. Die Eigenschaften des resultierenden Verbundmaterials hängen von der Höhe
des Preßdrucks sowie von Art und Menge des Aktivierungsmittels ab.
Im Rahmen der Erfindung kann auch so verfahren werden., daß Teilchen mit wenigstens teilweise aktivierter
Oberfläche in Schichten aufgebracht werden, wobei mindestens zwei Schichten von Teilchen vorgesehen
werden, die mit verschiedenen Aktivierungsmitteln und/ oder unterschiedlichen Mengen von Aktivierungsmitteln
bzw Desaktivierungs- oder Neutralisationsmitteln vermischt sind.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können Klebverbindungm
von Holz bzw Lignocellulose enthaltende Materialien
ohne Verwendung zusätzlicher Klebstoffe hergestellt werden, da sich die notwendige Bindungsstruktur direkt
auf den Berührungsflächen der zu verklebenden Elemente
aus ihrem eigenen Material bildet.
Holz sowie Lignocellulosematerialien enthalten Polysaccharide,
Lignin, Gerbstoffe, ätherische C)Ie udgl. Durch die oberflächliche Hydrolyse mit sauren Reagenzien
und gegebenenfalls Enzymen werden auf der Oberfläche von Holz und vergleichbaren Stoffen Klebersubstanzen
auf der Basis des jeweils vorliegenden Materials gebildet, mit denen integrierte Verbundmaterialien
zugänglich sind, wobei sich beim bzw nach dem Verpressen aus diesen Klebermaterialien Makromoleküle des
neugebildeten Polymers bilden, die teilweise der neugebildeten Polymermatrix und teilweise der ursprünglichen,
vernetzten Struktur der miteinander verklebten Partikel angehören.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbundmaterialien
sind daher keine kostspieligen oder gesundheitsschädlichen Klebstoffe erforderlich, da die Verbindung der
Teilchen in der Regel ausschließlich durch Stoffe erfolgt, die im wesentlichen die gleiche Zusammensetzung
wie das Ausgangsmaterial besitzen. Besondere Vorteile liegen entsprechend in der Verfahrensvereinfachung, der
Verbilligung sowie der Beschleunigung des Fertigungsprozesses,
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können beispielsweise
Sperrholzplatten hergestellt, Furnierblätter auf verschiedene Unterlagen auf Lignocellulosebasis aufgeklebt
sowie etwa verschiedenste Fertigteile aus Schichtholz erzeugt werden. Besonders vorteilhaft ist ein Aufbau
des geschichteten Fertigteils, bei dem der Kern aus gepreßten Holzteilchen besteht, die erfindungsgemäß miteinander
verbunden sind, und der Kern beiderseitig mit Holzfurnier oder Holzsperrplatten beschichtet ist, die
ebenfalls auf erfindungsgemäßer Basis durch Aktivierung
und Repolymerisation gebunden sind.
Das Verpressen der Teilchen mit Bindemitteln vom Furantyp und andererseits auf der Basis aktivierter Teilchen
auf Lignocellulosebasis wird bei einer Teilchentemperatur von 120 bis 200 0C in Formen mit einem Schließdruck
von 1 bis 10 MPa vorgenommen.
Die Eigenschaften der Fertigprodukte hängen von der Höhe des Preßdrucks und der Menge des Bindemittels auf den
Berührungsflächen aufeinandergepreßter Teilchen ab; sie
können über die ganze Dicke des aus dem Verbundmaterial hergestellten Produkts gleich oder in verschiedenen
Schichten unterschiedlich sein. Aus dem erfindungsgemäßen
Verbundmaterial hergestellte Fertigteile, die zumeist in Form von Platten, Blöcken oder anderen verpreßten
Formkörpern vorliegen, können für die verschiedensten Bauelemente, Isolationselemente sowie andere
Verwendungsfälle im Hochbau, Tiefbau, Innenausbau oder etwa zur Möbelherstellung verwendet werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sind ferner auch
Formkörper erhältlich, die im wesentlichen aus Abfallmaterialien bestehen, wie sie beispielsweise bei der
Gewinnung von Furfurylaldehyd aus pflanzlichem Ausgangsmaterial anfallen. Nach der Hydrolyse der Holzpartikel
und Gewinnung des Furfurals kann das zurückbleibende Material mit den verbliebenen aktiven Bindungskomponenten
verpreßt und so weiterverwendet werden. Zur Erzielung besserer Eigenschaften kann das eingesetzte
Rückstandsmaterial noch mit einem Bindemittel auf Furanbasis sowie gegebenenfalls mit weiteren, nichtaktivierten
pflanzlichen Partikeln versetzt werden, um Endprodukte gewünschter Qualität zu erzielen. Aus
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dem gesamten Volumen jedes Teilchens wird bei dieser Verfahrensweise Furylaldehyd gewonnen, der dann teilweise
in Form des Bindemittels vom Furantyp, das auf die Oberfläche der eingesetzten Rückstandsteilchen
aufgebracht wird, wieder in das Verbundmaterial gelangt. Die Bindung des Bindemittels mit dem ursprünglichen Material
der nichtaufbereiteten Partikel erfolgt vorteilhaft durch Ausbildung von Bindungen zwischen aktiven
Gruppierungen der ursprünglichen Struktur und den sich bildenden Ketten des eingesetzten polymeren Bindemittels.
Unter Bindemitteln auf Furanbasis werden Bindemittel auf der Basis von Furylalkohol oder Furylaceton verstanden,
in denen zumindest in kleinen Mengen Furylaldehyd vorliegt. Diese Verfahrensweise ist im Hinblick auf die
Wiederverwendung von Holzabfällen, die bereits zur Gewinnung
von Furfurylaldehyd oder anderen Furanderivaten herangezogen wurden, besonders vorteilhaft.
dem
Die Bindungswirkung des aus/Lignocellulosematerial erzeugten
Bindemittels kann durch Zugabe eines Phenolderivats erhöht werden, wobei teilweise ein Furylaldehydresol
entsteht, das thermisch zum entsprechenden Resitharz ausgehärtet wird.
Das Verpressen der Teilchen zu entsprechenden Formkörpern wird so vorgenommen, daß die Teilchen unter
einem Preßdruck von 0,2 bis 10 MPa bei einer Temperatur von 80 bis 200 0C 5 bis 300 s/zusammengepreßt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in vorteilhafter
Weise auch so durchgeführt werden, daß vor dem Verpressen zur Beschleunigung der Hydrolyse des eingesetzten
Ausgangsmaterials ein Katalysator auf die Oberfläche der Partikel aufgebracht wird. Als Kataly-
satoren eignen sich beispielsweise Kaliumpermanganat,
Aluminium, Zink, Metallhydride udgl. Der Katalysator wird je nach dem eingesetzten Aktivierungsmittel ausgewählt.
Die folgenden Beispiele erläutern Zusammensetzung und Herstellung erfindungsgemäßer Verbundmaterialien.
Zur Herstellung von Formkörpern aus dem erfindungsgemäßen
Verbundmaterial wurden 100 Gew.-Teile Fichtenholzspäne in einen Trommelmischer eingetragen, auf die
dann mit Hilfe eines Zerstäubers mit Luft ein Nebel konzentrierter Schwefelsäure aufgebracht wurde. Die
Gesamtmenge der aufgebrachten Schwefelsäure betrug 3 Gew.-Teile. Anschließend wurden 6 Gew.-Teile pulverförmiger
Harnstoff in das System eingemischt, worauf eine entsprechende Preßmasse vorlag. Auf der Oberfläche
der Späne wurde die Polymermatrix aktiviert bzw durch die Einwirkung der Schwefelsäure in entsprechende Monomere
übergeführt. Die überschüssige Schwefelsäure wurde durch den zugesetzten pulverförmigen Harnstoff in der
anschließenden Stufe neutralisiert.
Die erhaltene Preßmasse wurde im Anschluß daran bei 180 ° C unter einem Schließdruck von 8,0 MPa 5 min
verpreßt. Der nach Ablauf der Preßdauer aus der Presse entnommene Preßling besaß bereits die Endeigenschaften,
dh eine Biegefestigkeit von 12,0 MPa und eine Dichte von 950 kg/m3.
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In einen Trommelmischer wurden zerkleinerte Reste von
trockenen Maisstengeln in einer Menge von 100 Gew.-Teilen eingetragen, zu denen 5 Gew.-Teile konzentrierte,
96 Hge Schwefelsäure so zugesetzt wurden, daß die Säure möglichst gleichmäßig über die Oberfläche des
Materials verteilt wurde. Danach wurden 7 Gew.-Teile pulverförmiger Harnstoff zugesetzt. Die so erhaltene
Preßmasse wurde bei 180 0C unter einem Preßdruck von
0,8 MPa verpreßt. Die geforderten Eigenschaften wurden nach 4 min Preßdauer erzielt.
-Durch diese Verfahrensweise wurde das aktivierte Monomermaterial
auf der Teilchenoberfläche zu einem polymeren Bindemittel vernetzt, das im wesentlichen strukturell
der Polymermatrix des Ausgangsmaterials entspricht. Es wurde eine Biegefestigkeit von mindestens 1,2 MPa
sowie eine Dichte von 700 kg/m erzielt.
In einen Trommelmischer wurde ein Gemisch von Sägespänen und Holzspänen im Verhältnis 1:3 in einem
Gesamtgewicht von 100 Gew.-Teilen eingetragen. Auf die Oberfläche der Partikel wurden 4 Gew.-Teile
Schwefelsäure als Aerosol gleichmäßig aufgebracht. Anschließend wurden 6 Gew.-Teile pulverförmiger Harnstoff
zugesetzt und gründlich eingemischt.
Die erhaltene Preßmasse wurde bei 170 0C unter einem
Preßdruck von 2,0 MPa 6 min verpreßt. Der erhaltene Preßling besaß eine Biegefestigkeit von mindestens
10 MPa und eine Dichte über 800 kg/m3.
In einem Mischer wurden 100 Gew.-Teile Birkenholzspäne mit 8 Gew.-Teilen pulverförmigem Harnstoff vermischt.
Anschließend wurden mit einem Zerstäuber 6 Gew.-Teile 80 !ige Phosphorsäure aufgebracht. Die so erhaltene
Preßmasse wurde bei 170 0C unter einem Preßdruck von
8 MPa 6,5 min verpreßt. Der erhaltene Formkörper besaß eine Biegefestigkeit von mindestens 1,5 MPa und eine
Dichte von 650 kg/m .
100 Gew.-Teile Tannenholzspäne wurden mit 6,25 Gew.-Teilen pulverförmigem Harnstoff vermischt. Anschließend
wurden 6,25 Gew.-Teile 65 sige Salpetersäure auf das Gemisch zerstäubt. Nach 7 min Verpressen der Preßmasse
bei 170 0C unter einem Preßdruck von 8 MPa wurde ein
Formkörper mit einer Biegefestigkeit von mindestens 1,5 MPa und einer Dichte von 650 kg/m erhalten.
100 Gew.-Teile Fichtenholzspäne wurden in einem Mischer mit 4 Gew.-Teilen pulverförmigem Harnstoff und 3 Gew.-Teilen
Kalxumpermanganat als Katalysator zur Beschleunigung der Aktivierung des Bindemittels gemischt.
Anschließend wurden 4 Gew.-Teile 96 aige Schwefelsäure in Form eines Sprühnebels aufgebracht. Das Gemisch
wurde dann bei 150 0C unter einem Preßdruck von 10 MPa
2 min verpreßt. Der erhaltene Preßling besaß eine Biegefestigkeit von 15 MPa und eine Dichte von 950 kg/m
Das gleiche Gemisch wie in Beispiel 1 wurde bei 80 0C
unter einem Preßdruck von 8,0 MPa 10 min verpreßt. Die
Eigenschaften des erhaltenen Produkts waren gleich wie
beim Produkt von Beispiel 1 .
Zur Herstellung von Sperrholzplatten wurde auf die Oberfläche der einzelnen Furnierblätter, die zur fertigen
Sperrholzplatte laminiert werden sollten, konzentrierte oder verdünnte Schwefelsäure aufgestrichen oder aufgespritzt,
um auf den Kontaktflächen der Furnierblätter eine oberflächliche Hydrolyse des Holzes hervorzurufen,
durch die das ursprüngliche polymere Matrixmaterial zu aktiven Monomeren abgebaut wurde. Nach Neutralisation
eines gegebenenfalls vorliegenden Überschusses an Schwefelsäure wurde auf die Kontaktflächen der Furnierblätter
pulverförmiger Harnstoff aufgestäubt.
Anschließend wurden die Furnierblätter aufeinandergelegt und in eine Presse eingelegt, in der sie bei 160 0C
unter einem Druck von 2,0 MPa 15 s verpreßt wurden. Durch die Einwirkung des Drucks und der Temperatur
wurde das aktive Monomermaterial in ein aus der Matrix des eingesetzten Cellulosematerials erzeugtes Polymermaterial übergeführt, dessen Makromoleküle gegenseitig
vernetzt und andererseits auch mit dem ursprünglichen Furniermaterial verbunden sind. Auf diese Weise wird
eine feste gegenseitige Verbindung auf den Kontaktflächen erzielt. Der Preßling ivar unmittelbar nach der
Entnahme aus der Presse bereits fertig und verwendungsfähig.
Zur Herstellung einer Klebeverbindung von zwei hölzernen und/oder Lignocelluloseelementen mit einer Dicke
von 5 bis 10 cm, beispielsweise zur Herstellung verzapfter Verbindungen, Nut- und Federverbindungen oder
gezapften Eckverbindungen wurde auf die Berührungsflächen der zu verbindenden Teile konzentrierte Schwefelsäure
aufgestrichen oder aufgespritzt, um auf den Berührungsflächen der zu verbindenden Teile durch saure
Hydrolyse aktives Monomermaterial aus dem Matrixmaterial der zu verbindenen Teile zu erzeugen. Anschließend wurden
die Kontaktflächen zusammengefügt und die entsprechenden
Elemente in eine Presse eingelegt, in der sie bei 180 0C unter einem Druck von 6,0 MPa 180 s
verpreßt wurden. Die Verbindungen waren nach der Entnahme aus der Presse bereits fertig und verwendungsfähig.
Zur Herstellung einer ummantelten Sperrholzplatte wurden zunächst 100 Gew.-Teile Fichtenholzspäne in einen Trommelmischer
eingetragen, worauf mit einem Zerstäuber 5 Gew.-Teile konzentrierte, 96 % ige Schwefelsäure auf
die Späne aufgetragen wurden. Zur Neutralisation überschüssiger, nichtumgesetzter Schwefelsäure wurden danach
7 Gew.-Teile pulverförmiger Harnstoff aufgestäubt. Die so erhaltene Preßmasse wurde dann in eine Form
gebracht, auf deren Boden vorher eine der Deckschichten eingelegt worden war, beispielsweise ein Holzfurnierblatt
oder eine Sperrholz- oder Holzfaserplatte, auf deren Kontaktfläche ebenfalls Schwefelsäure aufgetragen
worden war, um oberflächliche Hydrolyse hervorzurufen.
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Auf die Oberfläche der aktivierten Späne wurde dann in der Form die obere Deckschicht aufgelegt, beispielsweise
ebenfalls ein Holzfurnierblatt, eine Sperrholzplatte oder eine Holzfaserplatte, auf deren Kontaktfläche
ebenfalls eine Schwefelsäureschicht aufgebracht war. Nach Schließen der Form wurde ihr Inhalt bei
180 °C unter einem Schließdruck von 8,0 MPa 5 min verpreßt.
Auf diese Weise wurde nach Entnahme aus der Presse eine in einem einzigen Fertigungsschritt hergestellte Sandwichplatte
mit Holzspankern erhalten, die eine Biegefestigkeit von 12,0 MPa und eine Dichte von 950 kg/m
besaß.
In einem Trommelmischer wurden 300 g Holzspäne mit 10 g Phosphorpentoxid vermischt. Das Gemisch wurde dann bei
einer Temperatur von 180 0C unter einem Druck von 1 MPa
2 min verpreßt. Das erhaltene plattenförmige Material besaß eine Biegefestigkeit von 11,0 MPa.
In einem Trommelmischer wurden 300 g Holzspäne mit 30 g Ammoniumhydrogensulfat vermischt. Das Gemisch
wurde 7 min bei 180 0C verpreßt. Das erhaltene plattenförmige
Produkt besaß eine Biegefestigkeit von 18,0 MPa.
In einem Trommelmischer wurde auf 300 g Holzspäne eine
80 !ige wässrige Harnstoffsulfatlösung in Form eines Nebels in einer Menge von 38 g aufgebracht. Das Gemisch
wurde bei 180 0C 3 min verpreßt. Das erhaltene plattenförmige
Produkt besaß eine Biegefestigkeit von 18,6 MPa.
In einem Trommelmischer wurden 250 g Holzspäne, auf die ein saurer Katalysator aufgetragen worden war, mit einem
Gemisch von 150 g Holzspänen, 34 g Harnstoffnitrat, 20 g Furylalkohol und 10 g Furylaldehyd versetzt. Das
Gemisch wurde bei 80 0C unter einem Druck von 0,8 MPa
8 h verpreßt. Das erhaltene, kubusförmige Produkt besaß eine Druckfestigkeit von 44,5 MPa.
In einem Trommelmischer wurden 300 g Holzspäne mit 14 g Ammoniumhydrogensulfat vermischt. Auf dieses
Gemisch wurden 20 g Furylalkohol und 20 g Furylaldehyd aufgebracht. Die erhaltene Preßmasse wurde dann bei
80 0C unter einem Druck von 0,8 MPa 8 h verpreßt. Der
erhaltene kubusförmige Preßling besaß eine Druckfestigkeit von 23,8 MPa.
In einen Trommelmischer wurde ein Gemisch von Holzspänen eingebracht, auf das konzentrierte Schwefelsäure
als Aktivierungsmittel zur Aktivierung der Teilchenoberfläche durch Holzzersetzung bei erhöhter
Temperatur zu polymerisationsfähigen Stoffen aufgebracht
wurde. Ferner wurde ein Neutralisationsmittel als Desaktivierungsmittel zur Neutralisation überschüssiger
Schwefelsäure aufgebracht. Das so erhaltene Gemisch wurde mit einer Polyvinylchloridemulsion
in einer Menge von 5 Gew.-%, bezogen auf die Holzmasse, versetzt. Die erhaltene Preßmasse wurde dann
bei 180 0C unter einem Druck von 2,0 MPa 5 min verpreßt.
Das erhaltene plattenförmige Verbundmaterial besaß eine Biegezugfestigkeit von 21,96 MPa und war
ohne Volumänderung wasserbeständig.
In einem Trommelmischer wurde ein Holzspänegemisch vorgelegt, das ähnlich wie in Beispiel 16 mit dem
Aktivierungsmittel sowie einem Gemisch von Harnstoff und Ammoniumsulfat als Neutralisationsmittel versetzt
wurde. Zu diesem Gemisch wurde anschließend ein Agglomerat aus Polyvinylchlorid und chloriertem
Polyäthylen im Gewichtsverhältnis 1:1 zugesetzt. Die so erhaltene Preßmasse wurde bei 180 0C unter
einem Druck von 6 MPa 6 min verpreßt.
Das erhaltene Verbundmaterial in Form einer Platte besaß eine Biegezugfestigkeit von 19,6 MPa und wies
gute Beständigkeit gegenüber Wasser auf, das keine Volumänderung hervorrief.
In einem Trommelmischer wurde ein Gemisch von Holzspänen mit feinem Holzpulver vermischt; dieses Ausgangsmaterial
wurde mit einem Aktivierungsmittel
wie in Beispiel 16 sowie einem Neutralisationsmittel versetzt. In einer weiteren Stufe wurde pulverförmiges
Polypropylen zugesetzt. Das resultierende Gemisch wurde bei 180 0C unter einem Druck von 1,8 MPa 7 min
verpreßt. Das erhaltene Verbundmaterial in Form einer Platte besaß eine Biegezugfestigkeit von 18,1 MPa und
gute Wasserbeständigkeit.
In einem Trommelmischer wurde zunächst ein Gemisch von Holzspänen mit einem Neutralisationsmittel aus
einem Gemisch von Harnstoff und Ammoniumsulfat hergestellt. Anschließend wurde auf das Gemisch konzentrierte
Schwefelsäure in Form eines Sprühnebels aufgebracht .
Zu Vergleichszwecken wurde das erhaltene Gemisch in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil wurde im Trommelmischer
mit 0,5 Gew.-S pulverförmiger?!" Aluminium versetzt. Der zweite Teil wurde ohne weitere Zusätze
verpreßt. Der Aluminium enthaltende erste Teil des Gemischs wurde bei 180 0C unter einem Druck von
1,9 MPa 5 min verpreßt. Das erhaltene Verbundmaterial besaß eine Biegezugfestigkeit von 22,3 MPa, während
das aus dem zweiten Teil des Gemischs, das kein Aluminiumpulver enthielt, unter gleichen Preßbedingungen
erhaltene Verbundmaterial nur eine Biegezugfestigkeit von 13,6 MPa aufwies.
Die Erhöhung der Festigkeit des Aluminiumpulver enthaltenden Verbundmaterials wurde durch die Hydrierung
des in der Holzmasse anwesenden Furylaldehyds zu Furylalkohol durch die Einwirkung von Wasserstoff
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erzielt, der bei der Reaktion des pulverförmigen Aluminiums mit Schwefelsäure entstand.
Anstelle von Aluminium kann zu diesem Zweck auch Zink eingesetzt werden.
Als Aktivierungsmittel zur Aktivierung von Holzmassen oder anderen pflanzlichen Materialien eignen sich konzentrierte
Säuren, insbesondere Schwefelsäure, Lewissäuren, Ammoniumhydrogensulfat, Zinkchlorid, gasförmiger
Chlorwasserstoff, Gemische dieser Verbindungen sowie Verbindungen bzw Gemische, die diese Substanzen
freisetzen.
Erfindungsgemäß geeignete Desaktivierungs- bzw Neutralisationsmittel
sind insbesondere Harnstoff mit Ammoniumsulfat sowie weitere Substanzen wie Lewisbasen,
basische Seifen udgl. Zur Verstärkung der Zersetzung des eingesetzten pflanzlichen Materials können
ferner auf die Teilchenoberfläche noch vor dem Aufbringen
des Aktivierungsmittels Katalysatoren aufgebracht werden. Ein besonders geeigneter Katalysator
ist Kaliumpermanganat.
Claims (10)
- Patentansprüche.■) Verbundmaterial aus Teilen oder Teilchen pflanzlichen Ursprungs auf der Basis von Lignocellulose, bei dem die einzelnen Teile oder Teilchen durch ein Polymermaterial miteinander verbunden sind,dadurch gekennzeichnet,daß das Polymer, das die Teile bzw Teilchen miteinander verbindet, vom ursprünglichen polymeren Matrixmaterial des eingesetzten Ausgangsmaterials abgeleitet und durch Aktivierung des Ausgangsmaterials unter Überführung in aktive, reaktionsfähige Substanzen, insbesondere Monomere, und anschließende Vernetzung erzeugt ist.
- 2. Verbundmaterial nach Anspruch 1, erhältlich durch- zumindest teilweise Aktivierung der Teile oder Teilchen des eingesetzten Ausgangsmaterials durch Einwirkung eines Aktivierungsmittels unter Frei-233-S10323/SF-lbSetzung oligomerer und/oder monomerer, polymerisierbarer Verbindungen an der Oberfläche- Warmverpressen des Materials und Aushärten.
- 3. Verbundmaterial nach Anspruch 1 oder 2, erhältlich unter Verwendung eines Katalysators, der die Wirkung des Aktivierungsmittels erhöht.
- 4. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, erhältlich unter Verwendung eines Desaktivierungsmittels, das das Aktivierungsmittel desaktiviert.
- 5. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, erhältlich unter Verwendung einer Säure als Aktivierung smittel.
- 6. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, erhältlich unter Verwendung eines Neutralisationsmittels als Desaktivierungsmittel.
- 7. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, erhältlich durch Zugabe eines zusätzlichen Bindemittels nach der Aktivierung bzw Desaktivierung.
- 8. Verbundmaterial nach Anspruch 7, erhältlich unter Verwendung eines Bindemittels vom Furantyp als zusätzliches Bindemittel.
- 9. Verbundmaterial nach Anspruch 7 oder 8, erhältlich unter Verwendung von Furylalkohol, Furylaceton,OBlGlNAL334Ί738Furylaldehyd, Phenolen und/oder deren Vorkondensationsprodukten und/oder thermoplastischen Bindemitteln als zusätzliche Bindemittel..10. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 9,dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Gemischaktivierter, polymergebundener Teilchen und nichtaktivierter Teilchen besteht.11. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es aus mindestens zwei unterschiedlichen Schichten besteht, die aus verschiedenen Teilchen des Ausgangsmaterials hergestellt sind.12. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Gemisch aktivierter und nichtaktivierter Teilchen und einem einpolymerisierten Bindemittel besteht, das seinerseits aus dem aus der Polymermatrix des Ausgangsmaterials durch Aktivierung erzeugten Bindemittel und einem zusätzlichen Bindemittel auf Furanbasis zusammengesetzt ist.13. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 12, erhältlich unter Verwendung mindestens eines Phenolderivats als zusätzliches Bindemittel.14. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 13, erhältlich unter Einsatz von Harnstoff.yJ H I /OO15. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 14, erhältlich unter Verwendung mindestens eines thermoplastischen Kunstharzes als zusätzliches Bindemittel.16. Verfahren zur Herstellung des Verbundmaterials nach einem der Ansprüche 1 bis 15durch Verbindung von Teilen bzw Teilchen pflanzlichen Ursprungs auf der Basis von Lignocellulose mit einem Bindemittel, Verpressen und Aushärten,gekennzeichnet durch- mindestens teilweise Aktivierung der Teile oder Teilchen durch Einwirkung eines abbauenden Aktivierungsmittels unter Freisetzung oligomerer und/oder monomerer, polymerisierbarer Verbindungen und/oder reaktiver Gruppen an der Oberfläche des eingesetzten Ausgangsmaterialsund- Warmverpressen des Materials und Aushärten.17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Aktivierung ein Katalysator zugesetzt wird, der die Wirkung des Aktivierungsmittels verstärkt.18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß ein Desaktivierungsmittel zugesetzt wird, das das Aktivierungsmittel desaktiviert.BAD ORIGINAL19. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 18, gekennzeichnet durch Verwendung einer Säure als Aktivierungsmittel.20. Verfahren nach Anspruch 19, gekennzeichnet durch Verwendung eines Neutralisationsmittels als Desaktivierungsmittel.21. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Aktivierung bzw gegebenenfalls Desaktivierung ein zusätzliches Bindemittel zugegeben wird.22. Verfahren nach Anspruch 21, gekennzeichnet durch Zugabe eines Bindemittels vom Furantyp.23. Verfahren nach Anspruch 22, gekennzeichnet durch Zugabe von Furylalkohol, Furylaceton, Furylaldehyd, Phenolen und deren Vorkondensationsprodukten und/ oder thermoplastischen Kunstharzen als zusätzliches Bindemittel.24. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile bzw Teilchen zunächst mit einem Gemisch eines Neutralisationsmittels und mindestens eines Katalysators versetzt werden und anschließend die Aktivierung sowie das Warmverpressen und Aushärten vorgenommen werden.25. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Aktivierungsmittel zu einem Teil des Ausgangsmaterials zugegeben wird, das hierdurch aktivierte Ausgangsmaterial mit nichtaktiviertem Ausgangsmaterial vermischt wird und das-T I / JUerhaltene Gemisch, gegebenenfalls nach Zusatz eines Neutralisationsmittels zur Neutralisation überschüssigen Aktivierungsmittels, warmverpreßt und ausgehärtet wird.26. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von Klebeverbindungen die zu verbindenden Teile mindestens teilweise mit dem Aktivierungsmittel oberflächlich aktiviert und anschließend, gegebenenfalls nach Zusatz eines Desaktivierungs- bzw Neutralisationsmittels, miteinander in Kontakt gebracht und warmverpreßt und ausgehärtet werden.27. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Aktivierungsmittel auf die Oberfläche von Lignocelluloseteilchen, insbesondere Holzspänen, aufgetragen wird, aus denen dann eine Schicht erzeugt wird, die dann mindestens auf einer Seite mit einer zusammenhängenden Schicht aus einem Lignocellulosematerial belegt wird, deren Kontaktfläche ebenfalls mit Aktivierungsmittel aktiviert ist, worauf die Schichten warmverpreßt und ausgehärtet werden.28. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliches Bindemittel mindestens ein Phenolderivat zugesetzt wird.29. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß als pflanzliches Ausgangsmaterial auf der Basis von Lignocellu-BAD ORIGINAL~ ι —lose Holzspäne, Holzfasern, Heu, Stroh, Maiskolben, Schrot und/oder gehäckseltes Stroh eingesetzt werden.30. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterialien auf der Basis von Lignocellulose Furnierblätter und/oder Sperrholzplatten eingesetzt werden.31. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß als Aktivierungsmittel mindestens eine unter den starken Mineralsäuren, Verbindungen, die derartige Säuren freisetzen, und Lewissäuren ausgewählte Verbindung eingesetzt wird.32. Verfahren nach Anspruch 31, gekennzeichnet durch Verwendung von konzentrierter Schwefelsäure als Aktivierungsmittel.33. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 32, gekennzeichnet durch Verwendung mindestens einer Lewisbase und/oder einer Metallseife als Desaktivierungsmittel bzw Neutralisationsmittel.34. Verfahren nach Anspruch 33, gekennzeichnet durch Verwendung von Harnstoff als Neutralisationsmittel.35. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 34, gekennzeichnet durch Verwendung von Kaliumpermanganat als Katalysator.ι / öö
* * * - 36. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 35, gekennzeichnet durch Warmverpressen unter einem Preßdruck von 0,2 bis - 10 MPa.37. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6 bis 36, gekennzeichnet durch Warmverpressen bei einer Temperatur von 80 bis 200 0C.38. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 37, gekennzeichnet durch Verwendung von Polyvinylchlorid als zusätzliches thermoplastisches Bindemittel.39. Verwendung der Verbundmaterialien nach einem der Ansprüche 1 bis 15 zur Herstellung von Formkörpern für Bauzwecke und zur Möbelherstellung.BAD ORIGINAL
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