DE33405C - Neuerung an der Methode und den Apparaten zur Vornahme thermometrischer Bestimmungen - Google Patents
Neuerung an der Methode und den Apparaten zur Vornahme thermometrischer BestimmungenInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- G01K1/00—Details of thermometers not specially adapted for particular types of thermometer
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
GEORGE THOMAS BEILBY in MIDCALDER
(Grafsch. Midlothian, Nordbritannien).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. December 1884 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bilden Neuerungen an der Methode und den
Apparaten zur Vornahme thermometrischer Bestimmungen besonders oberhalb und unterhalb
der Wirkungsgrenzen der gewöhnlichen Quecksilberthermometer.
Das Verfahren besteht darin, dafs man ' ein
bei annähernd constanter Temperatur und constantem Druck aus einem mit trockener Luft
oder Gas gefüllten Gefäfs von gegebenem cubischen Inhalt unter der Wirkung der zu messenden
Temperatur ausgetriebenes Luft- bezw. Gasvolumen mifst, und dasselbe beruht darauf,
dafs sich unter gleichmäfsigem Druck befindliche Gase auch bei der Erwärmung gleichmäfsig
ausdehnen.
Der zur Ausführung der vorstehend gekennzeichneten Methode der Wärmemessung
dienende Apparat ist auf beiliegender Zeichnung in den Fig. 1 bis 4 in mehreren Varianten
dargestellt. Die gleichen Buchstaben zeigen in allen Figuren die gleichen Theile an.
Der Apparat besteht aus folgenden fünf Haupttheilen:
i. einem mit trockener Luft oder einem anderen zweckdienlichen Gase gefüllten und
der Einwirkung der zu. messenden Temperatur auszusetzenden' Gefäfs α (Expansionsgefäfs);_
■ 2. einer Mefsröhre b, in" welcher das Volumen
des durch Expansion aus α ausgetriebenen Luft - oder Gasquantums durch einen
Pfropfen c aus Quecksilber (oder anderem zweckentsprechenden Material) von der äufseren
Luft abgeschlossen wird;
3. einer Verbindungsröhre d zwischen dem Expansionsgefäfs α und der Mefsröhre b von
so enger Bohrung, dafs der cubische Inhalt derselben, verglichen mit dem ,des Gefäfses a
und der Mefsröhre b, verschwindend klein ist;
4. einem durch ein um b gelegtes Gehäuse f gebildeten Mantelraum e, in welchen Dampf
oder ein anderes geeignetes Medium von annähernd constantem Druck geleitet wird, so
dafs die Röhre b und ihr Inhalt constant auf einer bekannten Temperatur erhalten bleiben;
5. einem selbstthätigen Druckregulator, bei dessen in Fig. 2 dargestellter Form das freie
Ende der Mefsröhre b durch eine enge Röhre g von entsprechender Länge mit- einer vertical
gestellten, am oberen Ende luftdicht geschlossenen Röhre h (Barometerröhre genannt) verbunden
ist, in welcher sich eine Quecksilbersäule i von solcher Höhe befindet, dafs sie
den verlangten Druck auf das in der Mefsröhre b enthaltene Gas bezw. die Luft ausübt.
Das Rohr h ist ferner bedeutend länger als die darin eingeschlossene Quecksilbersäule, so dafs
diese unter der Wirkung der im Apparat eintretenden Volumenveränderungen ohne Aenderung
ihrer Höhe und damit des von ihr ausgeübten Druckes sich frei heben und senken kann. . . · .
Anstatt den Druck des in der Röhre b ent-
' haltenen Gases durch den barometrischen Apparat, Fig. 2, zu reguliren, kann man sich
auch der später mit Bezug auf Fig. 3 und 4 beschriebenen Anordnungen bedienen.
Die Arbeitsweise des Apparates ist folgende:
Sobald das Expansionsgefäfs α erwärmt wird,
wird ein Theil der darin enthaltenen Luft bezw. des Gases infolge der eintretenden Volumenvergröfserung
durch das Verbindungsrohr d in die Mefsröhre b gedrückt und treibt
in dieser den Quecksilberpfropfen c in die Höhe, so dafs durch die veränderte Stellung
des letzteren zur Gradtheilung von .b das Volumen der aus α nach b gedrückten Luft bestimmt
werden kann. Hierbei kann man das .in der Verbindungsröhre d enthaltene Gas, da
es von dem Temperaturwechsel unbeeinflufst bleibt, vernachlässigen, ohne die Genauigkeit
der Messung ernstlich zu gefährden. ■
Temperatur und Druck des in der Röhre b enthaltenen Gases bezw. der Luft sind bekannt
und constant, und die Ausdehnung des Stoffes, aus welchem das Gefäfs α besteht, kann berechnet
werden, und ist es daher möglich, die unter der Einwirkung irgend einer unbekannten
Temperatur in α stattfindende Ausdehnung der
Luft durch Messung des in die Röhre b gedrückten Theiles derselben mit grofser Genauigkeit
,zu bestimmen.
Bei den mit Bezug auf Fig. 1 und 2 beschriebenen
Ausführungsweisen kann der Druck des Gases innerhalb des Apparates durch eine
specielle Form desselben regulirt werden oder man läfst denselben mit der Atmosphäre
variiren.
Durch die Anordnung Fig, 3 wird in dem Apparat während der Arbeitszeit ein annähernd
constanter Druck dadurch erhalten, dafs man das freie· Ende der Mefsröhre b sich in ein
luftdicht geschlossenes Gefäfs j von verhältnifsmäfsig grofsem Inhalt endigen läfst. Das Gefäfs
j ist gleich der Mefsröhre b von einem Gehäuse/ so umschlossen, dafs rundum ein
freier Raum e zum Einleiten von Dampf behufs Aufrechterhaltung einer constanten Temperatur:
gebildet ist. Wenn das Verhältnifs der cubischen Inhalte der Mefsröhre b und des
Gefäfses j bekannt ist, so kann die Correctur für die schwachen Druckvariationen innerhalb
des Apparates leicht an der Gradtheilung angebracht werden.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Instrument nimmt der Druckregulator die Form einer
Röhre k an, welche längs der Mefsröhre b nach unten geht und bei / damit communicirt.
e ist der aus den übrigen Varianten bekannte, mittelst des Gehäuses / gebildete Mantelraum
zur Aufnahme von Dampf behufs Erhaltung einer constanten Temperatur.
Die Dampf-Ein- und bezw. -Auslässe im Mantel f e sind mit m bezw. η bezeichnet.
Durch die Anwendung des Druckgefäfses oder Regulators j oder k wird das Instrument
zu einem geschlossenen Thermometer. Nachdem dieses einmal mit trockener Luft oder
Gas. gefüllt worden ist, so kann es nicht mehr durch Anlaufen der Innenseiten der Röhren
oder des Quecksilbers in Unordnung gebracht werden.
Die Anwendung eines selbstthätigen Druckregulators ,. wie er in verschiedenen Ausführungsformen
in obigem beschrieben ist, erspart die Vornahme besonderer barometrischer Bestimmungen, die beim Offenlassen des freien
Endes der Mefsröhre b immer unerläfslich sind. Wird jedoch ein solcher Druckregulator
nicht benutzt, so ist es angezeigt, die Gradtheilung beweglich zu machen, so dafs sich ihr
Nullpunkt je nach dem bei der Messung herrschenden atmosphärischen Druck . einstellen
läfst.
Bisher sind noch nie Thermometer in Gebrauch gekommen, welche Temperaturen oberhalb
des Siedepunktes des Quecksilbers genau anzuzeigen vermochten und die Bestimmung
der Temperatur durch blofses Ablesen der Stellung eines beweglichen Index gestatteten.
Mit Hülfe des beschriebenen verbesserten Thermometers können Temperaturen bis zum
Erweichungspunkt des Glases ebenso leicht wie niedrigere Temperaturen mittelst Quecksilbers
gemessen werden. ■
Die Graduirung eines dieser Erfindung gemäfs construirten Thermometers kann so hergestellt
werden, dafs man zunächst die cubischen Inhalte des Expansionsgefäfses α und der
Mefsröhre b feststellt und dann an letzterem das Volumen an Gas bezw. Luft markirt, welches jeder Temperatur entspricht,, indem man
bei der Berechnung Gebrauch von dem Ausdehnungscoefficienten des Gases für constanten
Druck macht. Die Ausdehung der Luft bezw. des Gases in α läfst mit wachsender Temperatur
ein bei höherem Temperaturgrad immer kleiner werdendes Volumen nach b gedrückt
werden, so dafs also die Grade gegen den oberen Endpunkt der Scala hin immer mehr
an Höhe abnehmen. Man kann 'auch gewisse feste Punkte der Scala, wie bei der Graduirung
der gewöhnlichen Quecksilberthermometer, auf experimentellem Wege fesstellen und alsdann
die übrige Theilung durch Inter- bezw. Extrapolation vervollständigen. Um die Graduirung ,
zu erleichtern, stellt man sich zweckmäfsig nach bekannter geometrischer Methode Scalen
oder Diagramme her, welche die Verhältnisse der verschiedenen Scalentheile darstellen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche: .ι. Zur Ausführung thermometrischer Messungen ein Apparat, bestehend aus der Combination des Expansionsgefäfses a, des kurzen Capillarröhrchens d und der von einemDampf kanal e umschlossenen, durch einen beweglichen Quecksilberpfropfen (Index) c luftdicht geschlossenen Mefsröhre b, Fig. ι, 2, 3 und 4.An Apparaten der unter 1. beschriebenen Art in Combination mit der Mefsröhre b die Vorrichtung zur Erhaltung eines annähernd constanten Druckes, bestehend entweder aus dem 'über dem Index c angebrachten Röhrensystem g h, Fig. 2, wel·^. dies mit trockener Luft oder Gas gefüllt und durch die den verlangten Druck ausübende Quecksilbersäule i geschlossen ist, oder aus dem ebenso wie b mit einem Dampfmantel umschlossenen Gasbehälter j, Fig. 3, bezw. der Röhre k, Fig. 4.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE33405C true DE33405C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE33405C (de) |
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