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Die Erfindung betrifft einen Hufbeschlag zum Schutz
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der Hufe, insbesondere von Reit- und Arbeitspferden, der der Form
des jeweiligen Hufes entspricht, mit dem äußeren Tragrand den Hornrand des Hufes
stützend über Nägel mit diesem lösbar verbunden und mehrteilig ausgebildet, vorzugsweise
als Kern in einen verschleißfesten, elastischen Werkstoff eingebettet ist nach Patent
(Patentanmeldung P 32 19 o91.3).
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Ein derartiger Hufbeschlag, in der Regel als Hufeisen bezeichnet,
wird dem Huf von Arbeitstieren, wozu auch die Reitpferde zählen, zugeordnet, um
deren übermäßige Abnutzung auf härterem Boden zu verhüten bzw. den sicheren Eingriff
in den Boden zu sichern. Das Beschlagen der Hufe mit Eisen soll darüberhinaus fehlerhafte
Hufstellung ausgleichen und kranke Hufe, so weit möglich, heilen helfen Neben dem
einfachen Hufeisen, dem sogenannten glatten Beschlag, sind viele Spezial hufeisen
beispielsweise für Rennpferde im Einsatz. Diese Hufeisen werden in der Regel mit
Hilfe von sechs bis acht Hufnägeln, hauptsächlich an der Zehe befestigt, wobei der
Hornrand des Hufes auf dem Tragrand des Hufeisens aufliegt. Zur Erhöhung des Eingriffes
des Hufes erhalten derartige Eisen sogenannte Griffe, d. h. einen hochstehenden
Rand auf der Vorderkante sowie Stollen, die über das Hufeisen verteilt einneschraubt
oder Teil, insbesondere des hinteren Hufeisens sind. Es ist auch schon versucht
worden, Gummi- oder Korkeinlagen zu verwenden, um das Rutschen der Pferde auf glattem
Boden zu verhindern.
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Nachteilig bei den bekannten Hufeisen ist die aufwendige Aufbringung
und Anbringung, d.h. das Beschlagen der Tiere.
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Dabei ist es notwendig, den Huf vor dem Beschlagen durch Beschneiden
der Hornteile vorzubereiten. Darüberhinaus wird das Hufeisen glühend aufgebracht,
um so letzte Unebenheiten
auszugleichen und ein genaues flächiges
Aufliegen des Hufes auf dem Hufeisen zu gewährleisten. Die Nägel werden dann schräg
in den Zeh eingeschlagen und in der Regel außen umgebogen, was nicht selten zu einer
schmerzhaften Beeinflussung des Hufes führt. Besonders nachteilig ist aber, daß
derartige Hufeisen, insbesondere bei hochbeanspruchten Reitpferden allenfalls vier
bis fünf Wochen getragen werden können. Danach ist es erforderlich, die Hufeisen
abzunehmen und neu zu richten oder gar durch ganz neue Hufeisen zu ersetzen. Grund
hierfür ist insbesondere das schnelle Wachstum des Hornrandes des Hufes.Werdendie
Hufeisen nicht rechtzeitig geändert bzw. gewechselt, würde dies zum Lahmen des Pferdes
und letztlich zu Hufkrankheiten führen.
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Weiter können die Hufeisen zu Verletzungen führen, was insbesondere
bei Trabern auftritt, die bei dem erzwungenen schnellen Traben mit den Vorderhufen
gegen die Hinterbeine schlagen. Ausfälle bei Trabern sind daher verhältnismäßig
häufig zu verzeichnen.
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Bekannt sind Hufbeschläge, bei denen der eigentliche Beschlag aus
mehreren Teilstücken besteht, die beispielsweise in einen verschleißfesten, elastischen
Werkstoff eingebettet sind. Dabei bilden die zwischen den einzelnen Teilstücken
gebildeten nur aus dem elastischen Werkstoff bestehenden Bereiche eine Art Gelenk,
die es dem Hufbeschlag ermöglichen, auch bei schnellem Wachstum des Hornrandes "mitzuwachsen",
d.h. sich also entsprechend zu verformen.
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Außerdem entfällt bei derartigen Hufbeschlägen in vorteilhafter Weise
das bisher notwendige Abbrennen des Hufes, weil evtl. noch vorhandene Unebenheiten
ohne weiteres durch den elastischen Werkstoff aufgefangen und unschädlich gemacht
werden. Es hat sich allerdings herausgestellt, daß insbesondere bei sehr hoch beanspruchten
Reitpferden die Nägel durch die unterschiedlich belasteten Teilstücke nach und nach
aus dem Horn herauswachsen,so daß sich der Huf
löst. Auch sind die
Kosten für den vorzugsweise aus Chloropren bestehenden verschleißfesten, elastischen
Werkstoff von Nachteil, da sie die Herstellungskosten belasten.
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Ansonsten haben die ersten Versuche aber gezeigt, daß derartige Hufbeschläge
von Tier und Reiter als angenehm und vorteilhaft empfunden werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Hufbeschlag so weiter
zu entwickeln, daß bei preisgünstiger Herstellung unabhängig von der Belastungsart
ein sicherer Sitz am Huf gewährleistet ist.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das vordere
Teilstück die seitlichen Teilstücke überlappend ausgebildet und jeweils über einen
Nagel an diesem ein horizontales Drehgelenk bildend gehalten ist.
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Dieses Drehgelenk bietet insbesondere dann ausreichende horizontale
Beweglichkeit, wenn ein runder Nagel und beispielsweise ein rechteckiges oder quadratisches
Loch bzw. eine Bohrung zum Einsatz kommen. Letztlich bringt aber dieses horizontale
Drehgelenk die Möglichkeit, den eingeschlagenen Nägeln einen so sicheren Sitz zu
geben, daß sie auch bei hoher Belastung nicht gelockert werden können.
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Vorteilhaft ist außerdem, daß durch den jetzt praktisch durchgehenden
Kern im verschleißfesten, elastischen Werkstoff auch eine gleichmäßigereBelastung
des Hufes eintritt, da Schwachstellen bzw. Biegestellen zwischen diesen Teilstücken
entfallen. Das horizontale Drehgelenk gibt dem Hufbeschlag ausreichende Anpassungsmöglichkeiten
an den sich aufgrund des schnellen Wachstums ändernden Hornrand des Hufes. Damit
ist nach wie vor eine lange Lebensdauer derartiger Hufbeschläge gewährleistet und
damit eine Reduzierung der Hufbeschlagskosten erreicht. Der Hufbeschlag eignet sich
darüberhinaus besonders vorteilhaft für den
Einsatz bei Traberpferden,
weil die Gefahr der Verletzung der Beine durch den verwendeten verschleißfesten,
elastischen Werkstoff praktisch entfällt.
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Eine weitere Möglichkeit der Verbindung der einzelnen Teilstücke
untereinander ist die, die Verbindungsstelle zwischen dem vorderen Teilstück und
den beiden seitlichen Teilstücken als Kugelgelenk auszubilden. Dabei kann beispielsweise
die Kugelpfanne im äußeren Teilstück und die kugelförmigen Erhebungen am vorderen
Teilstück ausgebildet sein. Hierdurch wird die Beweglichkeit vorteilhaft erhöht,
was beispielsweise bei Turnierpferden oder auf weichem Untergrund arbeitenden Pferden
von Vorteil sein wird.
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Um einen gesicherten Eingriff des Hufbeschlages in den Boden zu gewährleisten
und andererseits den vorzeitigen Verschleiß der Teilstücke zu verhindern, ist erfindungsgemäß
vorgesehen, daß der Griff im vorderen Teilstück ausgebildet ist. Dabei wird der
Griff dadurch erreicht, daß die Vorderkante verdickt und erhaben ausgebildet ist.
Hierdurch ist einmal wie erläutert ein sicherer Eingriff des Hufes in den Boden
gewährleistet, andererseits aber vor allem erreicht, daß die am meisten beanspruchte
Zone des Hufbeschlages zusätzlich gesichert ist. Die Pferde treten nämlich mit der
Hufspitze auf, ohne den Fuß abzurollen, so daß die Spitze besonders dem Verschleiß
unterworfen ist.
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Insbesondere bei auf Pflaster oder Asphalt laufenden Pferden, beispielsweise
Polizeipferden, ist es von Vorteil, wenn der Griff bzw. die Vorderkante abgerundet
ist. Dabei kann auf eine gleich dicke Einbettung dieser Vorderkante bewußt verzichtet
werden, weil wie erläutert hier ein extrem hoher Verschleiß auftritt, den das verdickte
Eisen
bzw. der verdickte Kern besser aufzunehmen im Stande ist,
als der verschleißfeste, elastische Werkstoff.
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Es hat sich herausgestellt, daß für die am Huf verbleibenden Unebenheiten
eine recht dünne Schicht aus elastischem Werkstoff zum Ausgleich ausreichend ist,
so daß erfindungsgemäß vorgeschlagen wird, die dem Huf zugewandte Schicht der die
Teilstücke aufnehmenden Umhüllung aus Chloropren oder einem ähnlichen Kunststoff
dünner als die außenliegende Schicht ist. Auf diese Weise kann für die dem Verschleiß
unterliegende Beschichtung eine größere Schichtdicke zur Verfügung gestellt werden,
was die Lebensdauer derartiger Hufbeschläge erhöht.Zweckmäßigerweise weisen die
Teilstücke eine Stärke von 1,o bis 2,o, vorzugweise 1,5 mm, die dem Huf zugewandte
Schicht von 2mm und die äußere Schicht von lo bis 15 mm auf. Insgesamt ergibt sich
damit ein Hufbeschlag in einer Stärke von etwa 20 mm.
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Eine die Elastizität des gesamten Hufbeschlages gewährende Ausbildung
des Hufbeschlages ist die, bei der die den Kern des Elastorings bildenden Teilstücke
aus einem einvulkanisierten Drahgeflecht oder Drahtnetz gebildet oder zu einem solchen
zusammengefaßt sind. Bei einer solchen Ausbildung besteht zwar die Gefahr, daß die
Nägel nicht ausreichend durch das Drahtgeflecht oder Drahtnetz fixiert sind, doch
kann durch entsprechende Ausbildung dieser Einlage bzw. Armierung oder durch eine
mehrschichtige Armierung die Fixierung der Nägel verbessert werden. Vorteilhaft
ist bei dieser Ausbildung dafür, daß Bohrungen im Kern nicht vorbereitet werden
müssen. Der Abstand der Nägel kann damit so gewählt werden, wie es zur Befestigung
zweckmäßig oder aufgrund der Eigenschaften des Hufes vorteilhaft ist.
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Eine besonders zweckmäßige und preisgünstige Ausführungsform ist
die, bei der die die Teilstücke aufnehmende Umhüllung aus elastomerem SBR-Kautschuk
gefertigt ist. Dieser Kautschuk hat sehr ähnliche Eigenschaften wie das Chloropren,
hat aber niedrigere Einstandskosten und kann zumindest genauso gut mit dem Kern
verbunden werden, wie das Chloropren.
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Denkbar ist es, daß die Umhüllung der Teilstücke aus einer Mischung
von elastomerem SBR-Kautschuk und Chloropren oder Mischungen mit ähnlichen Eigenschaften
hergestellt ist.
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Erfindungsgemäß ist damit ein Hufbeschlag geschaffen, der preisgünstig
hergestellt werden kann, einen dauerhaft sicheren Sitz gewährleistet und zu einer
vorteil haften Schonung des Hufes führt. Abgesehen davon, daß er ohne großen Aufwand,
d.h. ohne viel Vorbereitungsarbeiten auf den Huf aufgebracht werden kann, ist die
dem Verschleiß besonders unterliegende Zone durch Verstärkung des verschleißfesten,
elastischen Werkstoffes und/oder des Kernstoffes verstärkt und gesichert. Ohne schmerzhafte
Beeinflussung des Tieres kann dieser Beschlag über längere Zeiträume am Huf verbleiben.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der bevorzugte
Ausführungsbeispiele mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt
sind. Es zeigen: Fig. 1 eine Unteransicht eines Hufbeschlages mit angedeutetem Kern,
Fig. 2 einen Schnitt im Bereich der überlappung der einzelnen Teilstücke, Fig. 3
einen Schnitt im Bereich des Griffes, Fig. 4 einen Längsschnitt mit verdünnter dem
Huf zugewandter Schicht,
Fig. 5 eine andere Ausbildung des Uberlappungsbereiches
der einzelnen Teilstücke und Fig. 6 eine perspektivische Darstellung des vorderen
Teilstückes mit Griff.
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Bei dem in Fig. 1 gezeigten Beschlag 1 ist der den Hornrand abstützende
Teil aus einem Elastoring 3 und den in ihn einvulkanisierten Teilstücken 5, 6 ,
7 gebildet. Diese Teilstücke 5, 6, 7 sind einander überlappend ausgebildet und in
diesem Bereich ein Drehgelenk bildend miteinander verbunden. Die Beweglichkeit des
Beschlages 1 in horizontaler Richtung ist dadurch gegeben. Der Beschlag kann sich
sowohl durch Erweitern des hinten offenen Elastorings 3 alsobedingt auch in senkrechter
Richtung dazu den Bewegungen des Hufes anpassen. Der Kernbereich 2 des Hufes bleibt
wie Fig. 1 verdeutlicht, von dem Elastoring 3 und den Teilstücken 5, 6,7 frei, so
daß es hier zu Beeinträchtigungen nicht kommen kann.
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Der Griff lo ist wie Fig. 1 verdeutlicht verdickt und verstärkt ausgebildet,
um so den hier insbesondere auftretenden Verschleiß möglichst weitgehend aufzufangen.
Fig. 6 verdeutlicht diese Ausbildung der Vorderkante 26, die abgerundet ausgebildet
ist, was insbesondere bei den Polizeipferden von Vorteil ist, die fast ausschließlich
auf Asphalt und Steinboden laufen müssen.
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Die einzelnen Teilstücke 5, 6,7 werden durch in Bohrungen 13 gehaltenen
Nägeln 14 mit dem Huf bzw. dem Hornrand des Hufes verbunden. Der Rand 17 der Teilstücke
5, 6,7 kann bei Bedarf etwas erhaben dargestellt werden, um so die Teilstücke 5,
6,7 in senkrechter Richtung etwas zu stabilisieren.
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Fig. 2 zeigt die Ausbildung einer Verbindungsstelle des Teilstückes
6 mit dem Teilstück 7. Dabei ist hier ein nut- und federartiges Eingreifen der beiden
Teilstücke 6,7 verwirktlicht, bei entsprechend geringer Stärke der Teilstücke ist
es aber auch möglich, diese einfach überlappend auszubilden, wobei die entstehenden
Kanten durch die Schichten 20, 21 im Bereich der Oberlappung 22 ohne weiteres ausgeglichen
werden. Die Schichten 20, 21 bestehen ja aus dem elastischen Material, das solche
Unebenheiten ausgleichen kann. Durch das Durchführen einer Schraube oder Nagel 14''
bzw. bei der Verbindung der Teilstücke 5 und 7 des Nagels -14' wird ein in horizontaler
Richtung wirkendes Drehgelenk 23 geschaffen. Fig. 4 verdeutlicht eine Art Kugelgelenk
24, wo die Beweglichkeit nicht nur in horizontaler, sondern gleichzeitig auch in
vertikaler Richtung gegeben ist, was beispielsweise bei Traberpferden von Vorteil
sein kann.
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Fig. 3 verdeutlicht die Ausbildung des Griffes im Zusammenhang mit
Fig. 6, während Fig. 4 andeutet, daß die äußere Schicht 20 wesentlich dicker ausgebildet
sein kann, als die innere Schicht 21, die am Huf anliegt.
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Der Beschlag 1 kann den jeweiligen Einsatzbedingungen entsprechend
ausgebildet sein. Es kann aber ohne weiteres auch auf genormte Teilstücke 5, 6,
7 zurückgegriffen werden, insbesondere dann, wenn eine weite Oberlappung 22 gewählt
wird, wobei diese aber jeweils nur mit Hilfe eines Nagels 14' bzw. 14' dargestellt
werden sollte. Die Bohrungen 13 sollten so gewählt sein, daß der Nagel darin ein
geringes Spiel hat, um so eine zusätzliche Beweglichkeit zu gewährleisten.
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Als Werkstoff werden wie erwähnt für den Elastoring, der auch zweiteilig
sein kann, Chloropren, SBR-Kautschuke, Mischungen oder ähnlich wirkende Werkstoffe
verwendet.
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