DE3238069C2 - Verfahren für das Kontrollieren von Schraubenverbindungen - Google Patents
Verfahren für das Kontrollieren von SchraubenverbindungenInfo
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Abstract
Verfahren zum rechnergesteuerten Kontrollieren von Schraubenverbindungen durch Messen des Drehmomenten- oder Drehwinkelverlaufs über der Zeit oder des Drehmomentenverlaufs über dem Drehwinkel über den Zeitpunkt des Aufbringens eines maximalen Anzugsdrehmoments hinaus und durch Ermitteln der Fläche, die unter dem entsprechenden Kurvenstück mit der Zeitachse oder Drehwinkelachse eingeschlossen ist. Die Größe dieser Fläche ist ein Maß für den ordnungsgemäßen Anzug einer Schraubenverbindung. Es ergeben sich große Werte, falls die Kopfschraubenauflagefläche und Werkstückoberfläche nicht kraftschlüssig verbunden sind, so daß sich infolge elastischer Torsion des Schraubenschafts ein daraus resultierendes rückstellendes Moment an der Schraubenspindel einstellt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren für das Kontrollieren von Schraubenverbindungen nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 2 bzw. des Anspruchs 3, wie es beispielsweise aus der DE-OS
09 871 als bekannt hervorgeht.
Sichere Verbindungen von Maschinenteilen sind dann gegeben, wenn bei Verschraubungen ohne zusätzliche
Sicherungsmaßnahmen eine auf Reibung beruhende kraftschlüssige Verbindung zwischen den Berührungsflächen
der zu verschraubenden Teile und einer Schraube bei allen vorkommenden Betriebszuständen gewährleistet
ist. Zu diesem Zweck werden möglichst hohe und genau einzuhaltende Vorspannkräfte vorgeschrieben,
die eine Schraube auch bis über ihre Streckgrenze hinaus dehnen. Dabei muß der Schraubenanzug natürlich
kontrolliert werden, um sicherzustellen, daß die vorgegebenen Vorspannkräfte auch tatsächlich eingehalten
werden.
Fs ist bekannt, zu diesem Zweck, falls das freie Ende der Schraube zugänglich ist. die Dehnung der Schraube
nach dem Anziehen zu messen. Diese Methode ist sehr aufwendig und nur in Einzelfällen anwendbar und zudem
bei Kopfschrauben, die in einem Gewindesackloch eingeschraubt sind, nur mit besonderen Vorrichtungen
und besonderem Aufwand möglich, was in jedem Fall die Überwachung einer Vielzahl derartiger Verschrau
bungen ausschließt.
Der meistverbreitete Weg, Schrauben mit einer bestimmten Vorspannkraft, so daß Reibkraftschluß zwischen
Schraube und Verbindung gewährleistet ist. anzuziehen, ist, ein bestimmtes Drehmoment aufzubringen.
Da das an einer Schraube mittels eines Drehmomentschlüssels aufgebrachte Drehmoment von der Geometrie
der Schraube sowie Reibung und Steifigkeit der Verbindung abhängt, werden im allgemeinen durch
ίο Vergleichsversuche geeignete Drehmomente ermittelt,
die einen bestimmten Zustand der Schraube darstellen. Aus der DE-PS 20 10 914 sind beispielsweise Drehmomentenschlüssel
bekannt, mit denen Drehmoment und auch Drehwinkel meßbar sind, also auch die Drehmomentenerhöhung
pro Winkelgrad und damit das Erreichen der Streckgrenze der Schraube registrierbar ist.
In der DE-Z »DK 2/79, Seite 32-33. Rubrik Messeneuheit:
»Computer läßt schrauben« sind mikroprozessorgesteuerte Schraubautomaten beschrieben, die es erlauben,
unterschiedliche Schraubenanzugsverfahren anzuwenden. Dabei werden Drehmoment und Dreh winkel
fortlaufend gemessen und zur Steuerung des Schraubenanzugs und Abschaltzeitpunkts des Schraubers ausgewertet.
Durch Vergleich von Soll- und Istwerten von Drehmoment und Drehwinkel kann bei einer der dort
gezeigten Möglichkeiten die Qualität einer Verschraubung geprüft werden. Bei einer ordnungsgemäßen Verschraubung
muß beispielsweise der Endpunkt der Drehmoment-Drehwinkel-Kurve innerhalb eines bestimmten
Bereichs liegen. Während des Schraubenanzugs kann der Drehmomentenanstieg geprüft werden, der
innerhalb vorgegebener Toleranzgrenzen liegen muß. Späne, hohlliegende Werkstücke oder fehlerhafte Gewinde
und Schraubenlängen würden Steifigkeitsänderungen im Drehmoment-Drehwinkel-Verlauf bewirken
und wären dadurch erkennbar.
In der eingangs erwähnten, gattungsbildenden DE-OS 30 09 871 ist ein Schraubwerkzeug mit einer Einrichtung
zum Aufzeichnen und Auswerten von damit erzeugten und gemessenen Drehmomenten dargestellt.
An einer schon zu einem früheren Zeitpunkt fertiggestellten Schraubverbindung wird zum Kontrollieren des
ordnungsgemäßen Schraubenanzugs erneut ein Drehmoment aufgebracht und der Drehmomentenverlauf
ausgewertet. Bis zu einem maximalen Wert, dem Drehmomentenabriß, findet keine Schraubbewegung statt.
Vermutlich aufgrund unterschiedlicher Reibungsverhältnisse bei stillstehendem und bewegtem Schraubengewinde
erfolgt daran anschließend ein Drehmomentenabfall bei bewegtem Schraubengewinde bis auf ein
Minimum. Im Anschluß daran wiederum nimmt das Drehmoment zu, bis das Drehmoment am Drehmomentenerzeuger
mehr oder weniger plötzlich zurückgenommen wird. Maßgeblich für die Beurteilung des An/ugsdrehmomentes
sind die aufgezeigten maximalen und minimalen Drehmomentwerte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein anderes
Verfahren zur Überprüfung des ordnungsgemäßen Anzugs von Schraubenverbindungen aufzuzeigen.
Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren
entweder durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 oder die des Anspruchs 2 oder die des
Anspruchs 3 gelöst. Danach wird der Drehmomentenoder Drehwinkelabfall über der Zeit bzw. der Drelimo-
h5 mcntcnabfall über dem Drehwinkeidann aufgenommen
und ausgewertet, wenn das durch einen Schrauber an der Schraube aufgebrachte Drehmoment /unukge
nommen wird, also beispielsweise ab dem Zeitpunkt, /u
dem der Schraubenanzug beendet ist und der Schrauber plötzlich abgestellt wurde. Die Größe der Arbeit oder
Arbeitsleistung, die aufgrund elastischer Rückfederung von der Schraube am Schraubwerkzeug geleistet und
gemessen wird, ist ein Maß für die Güte des Schraubenunzugs.
Die Erfindung wird mit Hilfe der nachfolgenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine unsachgemäße Verschraubung infolge einer
zu langen in ein Sacklochgewinde eingedrehten Kopfschraube.
F i g. 2 den qualitativen Drehmomentenverlauf über der Zeit einer sachgemäß ausgeführten Verschraubung,
F i g. 3 den qualitativen Drehmomentenverlauf über der Zeit einer unsachgemäß ausgeführten Verschraubung.
F ■ g. 4 den qualitativen Drehwinkelverlauf über der Zeit und
F i g. 5 den qualitativen Momentenverlauf über dem Drehwinkel.
F i g. 1 zeigt eine Verschraubung 1 von einem Bauteil 2 mit einer durchgehenden Bohrung 3, deren Durchmesser
größer als der Durchmesser der Schraube 4 ist, die hindurchgesteckt ist und mittels eines Gewindes 5 am
Schraubenschaft 6 mit einem im Bauteil 7, das ein Sackloch 8 mit Gewinde 9 aufweist, verschraubt ist, wobei
die zu lange Schraube 4 im Gewindegrund aufsitzt und deshalb der Schraubenkopf 10 mit seiner Anlagefläche
11 nicht zur Auflage auf der Bauteiloberfläche 13 kommt und der Schraubenschaft 6 über einer Länge \2
nicht eingespannt ist.
Fig. 2 zeigt den qualitativen Verlauf des Drehmoments
über der Zeit für eine sachgemäße Verschraubung bis zu einem maximalen vorgegebenen Drehmoment
im Zeitpunkt 20, zu dem auch das Eindrehen einer Schraube beendet ist. Daran anschließend fällt der
Drehmomentenverlauf während einer Zeitspanne 21 auf den Wert Null im Zeitpunkt 22 ab. In der Zeitspanne
21 wird ein unter dem entsprechenden Kurvenstück des Drehmomentenverlaufs mit der Zeitachse eingeschlossenes
Flächenstück 23 beschrieben.
F i g. 3 zeigt ein analoges Diagramm für eine unsachgemäße Verschraubung mit dem Drehmomentenmaximum
zum Zeitpunkt 30 und der Zeitspanne 31, während der das Drehmoment auf den Wert Null zum Zeitpunkt
32 abnimmt. Während der Zeitspanne 31 schließt die Drehmomentenkurve mit der Zeitachse das Flächenstück
33 ein.
Fig. 4 zeigt den zum Drehmomentenverlauf analogen Dreh winkelverlauf über der Zeit.
tig. 5 zeigt denselben Verlauf wie Fig. 3 für den
Drehmomentenverlauf, allerdings über dem Drehwinkel.
F i g. 1 zeigt am Beispiel einer in ein Sackloch 8 eingedrehten Schraube 4 mit einem zu langen Schraubenschaft
6. daß der Schraubenkopf 10 mit seiner Auflagefläche 11 nicht auf der Oberfläche 13 des Bauteils 2 zum
Aufliegen kommt und damit eine auf Reibung beruhende kraftschlüssige Sicherung der Schraube 4 nicht herbeigeführt
werden kann.
Dasselbe gilt für Schrauben mit korrekter Schaftlänge,
die sich nicht vollständig eindrehen lassen, weil das Gewinde 8 von Sehraube 4 oder Gewindeloch zu kurz
oder beschädigt ist und die Schraube klemmt oder aufgrund von Spänen oder Graten oder ähnlichem, die sich
im Sackloch 8 befinden, aufsitzt.
Von dem Augenblick an. in dem die Schraube 4 aufgrund \on Mangeln festsitzt oder klemmt, geht die weitere
Erhöhung des vom Schrauber eingeleiteten Drehmoments zum größten Teil als elastische Verdreharbeit
des Schraubenschaftes 6 über der Länge 12 ein, soweit er ausreichend dimensioniert ist Die Größe des sich
daraus ergebenden rückstellenden Moments hängt ab von der Geometrie sowie der frei verdrehbaren Länge
12 des Schraubenschafts 6 und der Größe des Drehmoments, das als elastische Verdreharbeit eingeleitet wird.
Bei einer sachgemäßen Verschraubung nach F i g. 2, bei
to der die Auflagefläche 11 des Schraubenkopfes 10 infolge Reibung kraftschlüssig auf dem Bauteil 2 aufliegt,
ergibt sich über der Zeit nach Erreichen des maximalen Drehmoments im Zeitpunkt 20 ein steiler Abfall des
Drehmoments auf Null im Zeitpunkt 22, da nur eine sehr geringe elastische Rückfederung auftritt. Bei einer unsachgemäßen
Verschraubung nach F i g. 3, bei der der Schraubenschaft 6 elastisch todiert wurde, fällt das rückstellende
Moment während der Zeitspanne 33 wesentlich sanfter ab. Die Aufzeichnung der Meßwerte von
Drehmoment oder auch Drehwinkel über der Zeit oder von Drehmoment über dem Drehwinkel, und die Auswertung
der unter den Kurven während des Abfalls des Drehmoments vom Maximum bis auf den Wert ungefähr
Null mit der Zeit- oder Drehwinkelachse eingeschlossenen Flächen mittels eines Mikroprozessorbausteins,
der in eine bestehende Anlage zur Messung von Drehmoment und Drehwinkel eingefügt sein kann, erlaubt
das Erkennen von fehlerhaften Verschraubungen, wobei die Größe der Flächen das Maß darstellt. Die
Ermittlung der Flächen kann im Anschluß an eine bisher bei Erreichen des maximalen vorgegebenen Drehmoments
abgebrochene Messung integriert sein oder als selbständiger Meßabschnitt ausgeführt werden. Mit Erkennen
einer fehlerhaften Verschraubung 1 aufgrund einer über einem gewissen Schwellwert liegenden Fläche
kann eine akustische oder optische Fehleranzeige erfolgen und zur Kontrolle eventuell eine direkt anschließende
automatische Prüfwiederholung erfolgen, indem das maximale Drehmoment erneut aufgebaut
wird und die besagte Fläche im Momentabfall wiederholt ermittelt wird. Erneut das Drehmoment aufbauen,
entspricht gleichzeitig einem automatischen Nachknikken, bei dem eine eventuell klemmende Schraube noch
angezogen werden kann.
Statt im Anschluß an den bisher üblichen Schraubvorgang im Momentenabfall zu messen, kann das Drehmoment
auch im Anschluß an den Momentenabfall bis zum Maximalwert erneut aufgebaut werden und die Fläche
unter der Kurve des Drehmomenten- oder Drehwinkelanstiegs zur Auswertung herangezogen werden, da sie
gleich groß ist wie die entsprechende Fläche im Momentenabfall.
Als weiteres Prüfverfahren in bekannte Anlagen integriert, ist es sicherlich günstiger, den Drehmomentenverlauf
über dem Drehwinkel nach Fig. 5 zur Ermittlung
der Fläche heranzuziehen, da die Messung von Drehmoment und Drehwinkel üblich ist. Bei fehlerhaften
Verschraubungen der dargestellten Art ließe sich dann in einem aufgezeichneten Diagramm ein Rückfedem
des Schraubenkopfes erkennen. Grundsätzlich könnte auch die Größe des Winkels, um die der Schraubenkopf
zurückfedert, als Beurteilungskriterium für die Güte ^:ner Verschraubung dienen, dann aber könnten
auch nichtlineare Rückfedereffekte das Meßergebnis
b5 verfälschen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren für das Kontrollieren von Schraubenverbindungen, bei dem die Schraubenverbindung
mit einem Drehmoment beaufschlagt wird und die Drehmomente im Drehmomentenabfall über der
Zeit gemessen werden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehmomentenabfall fortlaufend in einem Zeitintervall aufgenommen wird, in
dem das Schraubengewinde stillsteht, und daß die Momentenfläche unter dem entsprechenden Kurvenstück
ermittelt und mit einem Sollwert verglichen wird, und bei Überschreiten des Sollwertes ein
Ausschußsignal ausgelöst wird.
2. Verfahren für das Kontrollieren von Schraubenverbindungen, bei dem die Schraubenverbindung
mit einem Drehmoment beaufschlagt wird und die Drehmomente im Drehmomentenabfall gemessen
werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehmomentenabfall fortlaufend abhängig vom Drehwinkel
in einem Bereich aufgenommen wird, in dem das Schraubengewinde stillsteht und daß die Momentenfläche
unter dem entsprechenden Kurvenstück ermittelt und mit einem Sollwert verglichen wird,
und bei Überschreiten des Sollwertes ein Ausschußsignal ausgelöst wird.
3. Verfahren für das Kontrollieren von Schraubenverbindungen, bei dem die Schraubenverbindung
mit einem Drehmoment beaufschlagt wird und Reaktionen der Schraubverbindung im Drehmomentenabfall
gemessen werden, dadurch gekennzeichnet, daß im Drehmomentenabfall fortlaufend die
Drehwinkel über der Zeit in einem Zeitintervall aufgenommen werden, in dem das Schraubengewinde
stillsteht, und daß die Momentenfläche unter dem Drehwinkelverlauf ermittelt und mit einem Sollwert
verglichen wird, und bei Überschreiten des Sollwertes ein Ausschußsignal ausgelöst wird.
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