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Vorrichtung zur Bestimmung der von dem Lot einer Seemine abzurollenden
Seillänge. Die Erfindung bezieht sich auf Unterseeminen, bei welchen die Eintauchtiefe
der Mine nach dem Bedarf durch die Länge eines Seils bestimmt wird, dessen eines
Ende ein Bleilot trägt, während das andere Ende an einem Teil der Mine befestigt
ist, der, je nachdem das Seil gespannt oder schlaff ist, das Abrollen des den Schwimmer
und den Anker der Mine verbindenden Kabels gestattet oder verhindert.
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Bei solchen Minen ist es nötig, wenn man die Versenkung der Mine bis
zu einer ganz bestimmten Tiefe erreichen will, die Länge des Lotseils dementsprechend
zu.regeln.
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Die Seillänge, die der höchstmöglichen Versenkung der Mine entspricht,
ist auf dem Bleilot oder in diesem aufgewickelt und rollt sich vollkommen ab, wenn
die Mine in der größten Tiefe verankert werden soll. Wenn man jedoch die Mine in
einer geringeren Tiefe verankern will, ist es nötig, das Abrollen eines Teils des
Seils zu verhindern.
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Bisher wurde dieses Ergebnis im allgemeinen dadurch erreicht, daß
man entweder das Seil auf eine Hilfswinde aufrollte, dessen Abrollbewegung nach
einer gewissen Umlaufzahl durch Vorrichtungen verschiedener Art angehalten wurde;
diese Lösung ist aber sehr umständlich.' Eine andere Anordnung besteht darin, daß
eine gewisse Anzahl von Windungen des Seils durch eine Schleife oder einen Knoten
verbunden wurden, aber diese - Verbindung ist zum Gleiten geneigt, so daß hierdurch
die Tiefe der Versenkung fehlerhaft wird.
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Der Zweck der Erfindung ist#die Beschaffung eines einfachen, sicheren
und raschen Mittels, um die Seillänge zu regeln, die sich im Augenblick des Abwerfens
abrollen muß, und zwar ohne die Einführung einer besonderen mechanischen Vorrichtung
und ohne Knotenverbindungen an irgendwelchen Stellen der Seillänge. Zur Ausführung
dieser Erfindung werden in der Masse des Bleilots eine gewisse Anzahl Kanäle, vorzugsweise
in Richtung des Durchmessers angebracht; durch diese ist es möglich, die abzurollende
Länge einfach dadurch zu regeln, daß vor der Befestigung des Seils an dem Anker
die entsprechende Seillänge abgewickelt und das Ende des Seils durch denjenigen
Kanal gezogen wird, dessen Mündung dem abgemessenen Punkt des Seils zunächst liegt.
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Die Anordnung umfaßt vorzugsweise eine größere Anzahl Kanäle um eine
genauere Regelung der Abrollungslänge zu erreichen. Würde die Vorrichtung nur einen
einzigen Kanal enthalten, so könnte es vorkommen, daß die eingestellte Länge von
der praktisch erforderlichen um eine dem halben Umkreis der Aufrollnut entsprechende
Länge abweicht. Wenn dagegen mehrere Kanäle vorhanden sind, beträgt die größtmögliche
Abweichung von der erforderlichen Länge nur den Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden.
Kanalöffnungen. Die Verwendung einer größeren Anzahl von Kanälen vergrößert also
die Genauigkeit der Wirkung. Es ist aber nötig, daß die Kanäle, um das Aufrollen
zu gestatten, in den Rand der Aufrollnut einmünden: die Mündungen müssen also notwendigerweise
in zwei Ebenen angeordnet sein, die der Achse der Nut parallel sind.
Eine
Ausführungsform. der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt; es zeigen Fig.
x das Bleilot von der Seite, wobei die Seilwindungen zum Teil geschnitten sind;
Fig. 2 dieselbe Anordnung von oben; Fig. 3 in schematischer Darstellung in kleinem
Maßstabe den Vorgang wie das Seil beim Auswerfen des Lots bis zu einer vorbestimmten
Länge abgewickelt wird.
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Das Bleilot x trägt eine kreisförmige Rinne 2, in dieser ist ein Seil
3 aufgewickelt, das mit seinem Ende q. in einer Bohrung des Lots befestigt wird.
Das Lot wird von einer Anzahl von Kanälen 5 in Durchmesserrichtung durchdrungen.
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Auf der Zeichnung sind beispielsweise drei solcher Kanäle angezeigt,
die den oberen und unteren Rand der Kreisrinne 2 schneiden. An den beiden Rändern
der Rinne sind Knöpfe 6 von beliebiger Anzahl, z. B. sechs, paarweise sich gegenüberstehend
befestigt und in Aussparungen eingelassen. Zwischen den einzelnen Knöpfen jedes
Paares sind Kautschukbänder 7 gespannt; die das aufgewickelte Seil in der Rinne
halten und es daran verhindern, sich vor dem Auswerfen des Lots abzuwickeln. Eine
Öse 8, die am Lot befestigt ist, dient dazu, es an einem Haken der Mine aufzuhängen.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Angenommen, das Seil
sei vollkommen in der Rinne. aufgerollt, ohne durch irgendeinen der Kanäle 5 zu
laufen und das freie Ende noch nicht am Anker befestigt. Um die Eintauchtiefe der
Mine auf ein vorbestimmtes Maß regeln zu können, wickelt man eine dementsprechende
Länge des Seils ab, vermehrt um die Länge des Kanals 5. Man - merkt an dem Seil
diese Länge an, dann steckt man das freie Ende des Seils in denjenigen der Kanäle
5, dessen Mündung am nächsten dem gezeichneten Punkt des Seils liegt. Nachdem man
das Seil durch den Kanal gezogen hat, rollt man den abgewickelten Teil wieder in
der Rinne 2 auf und befestigt das Ganze durch die Gummibänder 7. Man befestigt hierauf
das freie Ende des Seils an dem Teil g der Mine, der dazu dient, die Abrollung des
den Schwimmer mit dem Anker verbindenden Kabels zu regeln. Schließlich wird das
Lot mit seinem Haken 8 an dem hierzu bestimmten Haken der Mine befestigt.
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Im Augenblick des Abwerfens hakt sich das Lot ab. Die Spannung des
Seils zerreißt die Kautschukbänder 7 und das Seil rollt sich aus der Rinne 2 ab,
bis zu der Stelle, da es durch den Kanal 5 durchgezogen ist (Fig. 3). Von diesem
Augenblick an ist die Abrollung des Seils gesperrt; die abgerollte Länge entspricht
der durch den Abstand a zwischen dem Ausgangspunkt des Seils aus dem Kanal 5 und
der -Befestigung an der Mine (Fig. 3) bestimmten.
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Man kann mittels dieser Anordnung das Festlegen der Mine in verschiedener
Wassertiefe bewirken, und zwar läßt sich die Veränderung der wirksamen Seillängen
um Stücke bewirken, die der Entfernung der einzelnen Mündungen der Kanäle 5 auf
dem Umfang des Lots entsprechen. Durch entsprechende Wahl der Anzahl der Kanäle,
z. B. drei oder vier bei Loten von üblichen Abmessungen, kann man die Seillänge
um so geringe Stücke verändern, daß die wirklich abgerollte Länge praktisch nicht
von der gewollten Länge abweicht und eine größere Genauigkeit erzielt wird als mit
den bisher bekannten Mitteln.