-
Kältemittelmotor
-
Die Erfindung betrifft einen Kolbenmotor mit wenigstens einem durch
Gasdruck oszillierend oder drehend angetriebenen, in einem Zylinder beweglich gelagerten
Kolben sowie mit die taktgesteuerte Gaszufuhr und den Gasauslaß steuernden Ein-
und Auslaßventilen.
-
Den bekannten Verbrennungsmotoren ist gemeinsam, daß sie meist umweltschädigende
Abgase erzeugen, daß die Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie
mit hohen Verlusten, insbesondere Wärmeverlusten verbunden ist, daß diese Verbrennungsmotoren
einen verhältnismäßig niedrigen Wirkungsgrad und deshalb einen hohen Betriebsmittelverbrauch
aufweisen und daß die Betriebsmittel, nämlich Benzin, Dieselöl oder Schweröl teuer
sind und nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Kolbenmotor
der
eingangs genannten Art zu schatten, der mit billigeren Betriebsmitteln auskommt,
einen höheren Wirkungsgrad aufweist, bei dem billigere, unbegrenzt zur Verfügung
stehende und ohne schädliche Abgasemission verbrennende Kraftstoffe verwendet werden
können, bei dem darüberhinaus die Umgebungstemperatur in gewissen Grenzen für den
Betrieb mitnutzbar gemacht werden kann und der geräuscharmer arbeitet.
-
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß als unrittelbar
antreibend auf den Kolben einwirkender Treibstoff ein Kältemittel verwendet wird,
welches sich in einem geschlossenen Kreislautsystem befindet, das außer dem Zyltnderhubraum
einen Verf lüssiger und eine extern beheizte Verdamptungseinrichtung sowie eine
Einspritzvörrichtung zum Einspritzen flüssigen Kältemittels in den Zylinderhubraum
oder in eine mit dem Zylinderhubraum verbundene Verdampferkammer aufweist.
-
Für die Verwendung als Treibstoff kommen grundsätzlich alle Arten
von nichtbrennbaren und nicht explosiven Kältemitteln in Frage, so z. B. organische
Stoffe wie Schwefeldioxyd S09, chlorid (CH2 Cm2), Monofluordichlormethan (CHFC12)
oder Trifluordichloräthan (C2 F3 C13). Verwendet man Kältemittel mit sehr niedriger
bzw. negativer
Siedetemperatur (unter null Grad C) so kann der wärmeren
Umgebungsluft Wärme entzogen und diese zum Betrieb des Motors nutzbar gemacht werden.
Als Lieferant von Wärmeenergie, d. h. als Betriebsmittel können beliebige brennbare
Stoffe verwendet werden. Zu bevorzugen sind in diesem Zusammenhang jedoch flüssige
oder gasförmige Brennstoffe, die leicht zu transportieren, gegebenenfalls in einem
Fahrzeug mitführbar oder selbst über Gasentwickler herstellbar sind. wie z. B. Acetylen,
die in großen Mengen zu niedrigen Preisen zur Verfügung stehen und die darüberhinaus
möglichst rückstandsfrei verbrennen und somit umweltfreundlich sind. Da das Wärmeenergie
in mechanische Energie umwandelnde Kältemittel sich in einem geschlossenen Kreislaufsystem
befindet, treten die bei dem Verbrennungsmotor auftretenden Explosions- bzw. Abgasaustrittsgeräusche
nicht auf, so daß insgesamt ein wesentlich leiseres und weicheres Arbeiten des Kolbenmotors
gewährleistet ist In analoger Weise zu den bekannten Verbrennungsmotoren kann ein
solcher Kältemittelmotor, in dem keine Verbrennung sondern lediglich das Wechselspiel
zwischen Verdampfen und Verflüssigen des Kältemittels durch Wärmezufuhr, Kompression,
Wärmeentzug und Expansion stattfindet, sowohl nach dem Zweitakter- als auch nach
dem Viertakterprinzip arbeiten.
-
Für einen nach dem Zweitakterprinzip arbeitenden Kolbenmotor nach
der Erfindung ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die extern
beheizte Verdampiungseinrichtung einen in der Verdampfungskammer angeordneten Brennraum
aufweist.
-
Dabei befindet sich die Verdampfungskammer vorzugsweise im Kopfteil
des Zylinders.
-
Ein weiteres wesentliches Erfindungsmerkmal besteht darin, daß der
Zylinderhubraum durch ein Auslaßventil und über einen Auslaßkanal mit dem Verflüssiger
verbunden ist.
-
Wichtig ist auch, daß die Einspritzung des flüssigen Kältemittels
in den Zylinderhubraum bzw. in die Verdampfungskammer jeweils am oder gegen Ende
der Kompressionsphase des Kolbens erfolgt. Damit zur Erreichung einer ausreichend
hohen Kompressionstemperatur genügend Kältemitteldamp: im Zylinder verbleibt, wenn
der Kolben bei der Zweitaktarbeitsweise seine Aufwärtsbewegung ausführt, ist wichtig,
daß das Auslaßventil nur während eines ersten Teils der Jeweils auf einen Arbeitshub
folgenden Aufwärtsbewegung geöffnet ist.
-
Um einerseits eine quasi kostenlose Stromquelle zu haben und andererseits
der jeweils aus dem Zylinder in den Verflüssiger zurückströmenden Kältemittelmenge
Energie zu entziehen ist weiter vorgesehen, daß sich im Auslaßkanal
ein
Turbogenerator befindet, der die elektrische Leistung für eine Glühstiftkerze und/oder
andere elektrische Verbraucher z. B. für den Motor einer Einspritzpumpe oder eines
Ventilators liefert.
-
Eine nach dem Viertakterprinzip arbeitende Variante des erfindungsgemäßen
Kolbenmotors ist dadurch gekennzeichnet, daß die Verdampfereinrichtung einen außerhalb
des Zylinders angeordneten und über ein Einlaßventil mit dem Zylinderhubraum verbundenen,
mit einer externen Heizeinrichtung versehenen Verdampfer aufweist, aus welchem das
verdampft Kältemittel in den Zylinderhubraum angesaugt wird, und daß in das im Zylinderhubraum
verdichtete gasförmige Kältemittel aus dem mit dem Auslaßventil verbundenen Vertltssiger
eine zusätzliche Menge flüssigen Kältemittels eingespritzt und verdampft wird.
-
Um durch die Einspritzung des flüssigen Kältemittels in das im Zylinder
bereits komprimierte gasförmige Kältemittel eine möglichst kraftvolle, d. h. schnelle
Expansion mit hohem Arbeitsdruck zu erzielen, ist in weiterer Ausgestaltung der
Erfindung für die Einspritzung der flüssigen Kältemittelmenge im Zylinder eine Vorkammer
mit einer z.B.
-
Glühstiftkerze vorgesehen, die#mit einer Temperatur von ca. 10000
C und einer Leistung von 120W arbeitet. Zum gleichen Zweck ist es von Vorteil, wenn
die progressiv
gestaltete Einspritzung des flüssigen Kältemittels
mit hohem Druck und in feiner Zerstäubung erfolgt. Dies gilt gleichermaßen für beide
Arbeitsprinzipien.
-
Um einen guten Wärmeaustausch zwischen dem verbrennenden Brennstoff
und dem zu verdampfenden Kältemittel zu erzielen, ist der Verdampfer mit einem Brennraum
zum Verbrennen des die Verdampfungswärme erzeugenden Brennstoffes .versehen.
-
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird das ilüssige Kältemittel
mittels einer Pumpe aus dem Verflüssiger in den Verdampfer eingespritzt.
-
Zur Erhöhung des Wirkungsgrades ist in weiterer Ausgestaltung der
Erfindung vorgesehen, daß der Verdampfer und der Verflüssiger räumlich nahe beieinander
angeordnet sind und daß zwischen ihnen mittels eines Ventilators ein äußerer Wärmeaustausch
stattfindet. So kann beispielsweise erreicht werden, daß die im Verf lüssiger durch
die Verflüssigung des Kältemittels frei werdende Wärme durch einen entsprechend
geführten Luftstrom an den Verdampfer geführt und dort zur Verdampfung des Kältemittels
mitgenutzt wird.
-
Je nach verwendetem Kältemittel, d. h. je nach Siedetemperatur des
verwendeten Kältemittels kann es zur
Stabilisierung der Betriebsverhältnisse
erforderlich bzw.
-
zweckmäßig sein, die Wärmezufuhr im Verdampfer in Abhängigkeit von
der Umgebungstemperatur und/oder leistungsabhängig zu steuern. Dabei kann der Verdampfer
mit einer elektrischen, in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur gesteuerten
Zusatzheizung versehen sein. Auch die Steuerung des Brenners erfolgt lastabhängig,
d. h. ieistungsbezogen.
-
Anhand der Zeichnung wird nun im folgenden die Erfindung näher erläutert.
Es zeigt: Fig. 1 eine vereinfachte schematische Schnittzeichnung eines nach.dem
Viertaktprinzip arbeitenden Kältemittelmotors Fig. 2 eine schematische Schnittzeichnungteiner
anderen Ausführungsform eines nach dem Viertaktprinzip arbeitenden Kältemittelmotors
Fig. 3 eine vereinfachte schematische Schnittzeichnung eines nach dem Zweitaktprinzip
arbeitenden Kältemittelmotors.
-
Bei beiden in den Fig. i und 2 dargestellten Hubkolbenmotoren ist
jeweils auf herkömmliche Weise in einem Zylinder 2 ein Hubkolben 1 angeordnet, der
über ein Pleuel 3 mit einer Kurbelwelle 4 in Verbindung steht. Der Zylinderkopf
5 weist ein Einlaßventil 6 und ein Auslaßventil 7 auf, die beide wie bei einem herkömmlichen
Verbrennungsmotor von einer nicht dargestellten
Nockenwelle über
Stößel 8 und Kipphebel 9 gesteuert werden.
-
Ein Ansaugrohr 10 steht mit einem Verdampfer 11 in Verbindung, während
ein Auslaßkanal 12 mit einem Verflüssiger 13 in Verbindung steht. Im unteren Bereich
des Vertlüssigers 13 befindet sich ein Sammelbehälter 14, der durch eine Rohrleitung
15 und eine Pumpe 16 mit dem Verdampfer 11 verbunden ist. Im Zylinderkopf 5 befindet
sich ausser den beiden Ventilen 6 un 7 eine Einspritzdüse 17, die über eine Leitung
18 und eine Einspritzpumpe 19 mit dem Sammelbehälter 14 des Verflüssigers 13 in
Verbindung steht. Der Verflüssiger 13, der Verdampfer 11 und der Zylinder 2 bilden
in Verbindung mit dem Ansaugrohr 10, dem Anslaßkanal 12 und der Rohrleitung 15 mit
der Pumpe 16 ein geschlossenes Kreislaufsystem, in dem sich ein Kältemittel, z.
B. Methylenchlorid (CH2 C12) befindet.
-
Der Verdampfer 11 ist mit einer Wärmequelle in Form einer Brennerdüse
20 versehen, die lastabhängig gesteuert wird und die beim Ausführungsbeispiel der
Fig. 2 in einer Brennerkammer 21 untergebracht ist und die an eine nicht dargestellte
Brennstoffquelle angeschlossen ist, aus welcher flüssiger oder gasförmiger Brennstoff
z. B. Alkohol, Acetylen, Flüssiggas, Äther, Wasserstoff oder dgl. zugeführt und
zur Verdampfung bzw. Erhitzung des Kältemittels im Verdampfer verbrannt wird. Dabei
ergibt sich folgende Funktionsweise des Kältemotors in einem Viertakt-Zyklus: Beim
Abwärtshub des Hubkolbens 1 und geöffnetem
Ansaugventil 6 wird
Kältemitteldampf aus dem Verdampfer lt in den Zylinder 2 angesaugt. Bei dem darauffolgenden
Auiwärtshub des Hubkolbens i und geschlossenen Ventilen 6 und 7 erfolgt eine Verdichtung
und damit auch eine starke Erhitzung bis ca. 1000°C und darüber des gasförmigen
Kältemittels im Zylinder. Etwa bei Erreichen des oberen Totpunktes wird bewirkt
durch die Einspritzpumpe 19 eine bestimmbare und regelbare, leistungsbezogene Menge
flüssigen Kältemittels in den Zylinder unter hohem Druck fein zerstäubt progressiv
eingespritzt, wobei es durch die hohe Temperatur des hochverdichteten Kältemitteldampfes
explosionsartig restlos verdampft wird. Dadurch entsteht eine erhebliche Gasvermehrung
und somit eine Drucksteigerung der eingeschlossenen Gasladung, welche den Arbeitshub
des Kolbens bewirkt. Etwa bei Erreichen des unteren Totpunktes wird das Auslassventil
7 geöffnet, so daß sich die Gasladung entspannen und durch die Auslassleitung 12
in den Verflüssiger 13 strömen kann wo es wieder verflüssigt wird.
-
Da bei dem Verfldssigungsvorgang Wärme frei wird, die zur nachfolgenden
Verdampfung wieder Verwendung finden kann, sind der Verdampfer 11 und der Verflüssiger
13 räumlich nahe beieinander angeordnet, und es ist ein Ventilator 22 vorgesehen,
der, von der Kurbelwelle 4 angetrieben, einen äusseren Wärmeaustausch zwischen dem
Verflüssiger 13 und dem Verdampfer 11 bewirkt, d. h. die vom Verflüssiger 13 abgegebene
Wärme an den Verdampfer 11 führt.
-
In herkömmlicher Weise sind sowohl der Verdampfer 11 als auch der
Verflüssiger 13 mit Kühlrippen bzw. großen Wärmeaustauschflächen versehen, die in
der Zeichnung nicht näher dargestellt sind. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2
ist im Zylinderkopf 5 eine Vorkammer 23 mit einer Glühstiitkerze 24 vorgesehen,
die zu einer schnelleren Verdampfung des im flüssigen Zusand eingespritzten Kühlmittels
beiträgt. Desweiteren unterscheidet sich die Ausführungsform der Fig. 2 von derjenigen
der Fig. 1 dadurch, daß die in Verdampfer mündende Leitung 15 mit einer Sprühdüse
25 versehen ist, die ein schnelleres Verdampfen des Kältemittels im Verdampfer 11
bewirkt. Demselben Zweck dienen auch die im Verdampfer 11 vorgesehenen Prallbleche
26. Statt der Prallbleche oder zusätzlich dazu kann zur Verbesserung der Verdampiung
grobe Stahlwolle Anwendung finden. Eine zusätzliche elektrische Heizwicklung 27,
die in der Zeichnung nur schematisch angedeutet ist, kann zur temperaturabhängigen
Steuerung der Wärmezufuhr innerhalb des Verdampfers 11 benutzt werden. Dabei besteht
die Möglichkeit, diese elektrische Heizwicklung durch einen Abgasgenerator mit Strom
zu versorgen, um weitere Energie zu sparen.
-
Wird als Kältemittel beispielsweise Methylenchlorid (CH2 C12) verwendet,
dessen Siedepunkt bei 39,80 C liegt, dessen Molgewicht 84,94 gr. und dessen spezifisches
Gewicht 1,29 gr. pro cm3 Flüssigkeit beträgt, ergeben bei einer Verdichtungstemperatur
von 10000 C 2 gr. etwa 2,4 liter Gas, wns 1,5 cm3 Fliissigkeit pro Zylinder und
Arbeitshub an Finspritzmenge eriorderlich
macht. Somit ist der
Zylinder nach dem Ansaughub, dem Verdichtungshub und der Einspritzung der zusätzlichen
Kältemittelmenge, wenn man einen hubraum von 500 cm³ zugwrllndelegt, mit etwa 5
1 Gas gefüllt, das beim oberen Totpunkt z.n.
-
auf etwa 60 cm3 komprimiert ist und einen Anfangsdruck von ca. SO
kp/cm2 ergibt. Die Verdichtungstemperaturen betragen je nach Verdichtungsgrad ca.
800 - 1000°C und darüber in Verbindung mit der Glühstiftkerze, die den Mittelpunkt
der verdichteren Ladung darstellt. Eine Verkleinerung des Verdichtungsraumes ergibt
entsprechend höhere nrücke und/oder benötigt geringere Einspritzmengen.
-
Während bei Verwendung solcher Kältemittel, deren Siedetemperaturen
über den normalen Umgebungstemperaturen liegen, ein äusserer Wärmeaustausch zwischen
dem Verflüssiger 13 und dem Verdampfer 11 in der Weise stattfindet, daß die im Verflüssiger
entstehende Wärme zum Verdampfer transportiert wird, besteht bei der Verwendung
solcher Kältemittel, deren Siedetemperatur wesentlich tiefer, z. B.
-
wie von Monotluordichlormethan (CHFC12) bei 8,9°C oder von Schwefeldioxyd
(so2) bei - 1000 liegt, die Möglichkeit durch entsprechend andere Anordnung oder
Umkehrung der Strömungsrichtung des Ventilators die Wärme der Umgebungsluft besser
nutzbar zu machen. Dies kann in der Weise geschehen, daß durch den Ventilator die
gegenüber dem Kältemittel wärmere Umgebungsluft zunächst durch den Verdampfer 11
und anschließend im kälteren Zustand
dann durch den Verflüssiger
13 geblasen wird, in welchem der vom Motor zurückkehrende Kältemitteldampf wieder
verflüssigt wird. Bei dieser Ausführungsform kann unter Umständen auf eine zusätzliche
Beheizung des Verdampfers verzichtet werden, es sei denn man verwendet bei Bedarf
je nach Temperatur eine elektrische, mit Thermostat betriebene Zusatzheizung, die
aber relativ wenig Energie verbraucht und von einem Abgasgenerator gespeist wird.
-
Diese Ausführung eignet sich gut für stationären Betrieb Durch eine
zusätzliche Beheizung des Zylinderkopfes 5 ist es möglich die Einspritzmenge zu
vergrössern und dadurch die Leistung der Maschine zu erhöhen. Die durch den Verflüssiger
13 frei werdende Wärme kann dem Verdampfer wieder zugeführt werden oder zur Fahrzeugbeheizung
verwendet werden.
-
Um die Schwankungen der Aussentemperatur auszugleichen, kann mit dem
Peltiereifekt gearbeitet werden, der die Möglichkeit bietet, Je nach gewählter Stromrichtung
kühlende oder wärmende'Wirkung zu erzielen. Mit dieser Möglichkeit kann sowohl auf
den Verdampfer 11 als auch auf den Verflüssiger 13 Einfluß genommen werden um eine
entsprechende Stabilisierung der Betriebsverhältnisse zu erzielen.
-
Um den Startvorgang zu erleichtern und um eine effektivere Ausnützung
der in dem in den Verflüssiger zurückströmenden gasiörmigen Kältemittel enthaltenen
Wärmeenergie zu
erreichen, kann der Zylinderkopf zusätzlich elektrisch
erwärmt werden durch einen Strom, der von einem Generator gelieiert wird, den die
zurückströmenden dampfförmigen Kältemittelmengen antreiben. Dieser Generator kann
auch zur Stromversorgung der Glühkerze 24 benutzt werden. Diese Gldhkerze erleichtert
nicht nur den Startvorgang sondern iührt auch zu einer intensiveren und schnelleren
Verdampfung der eingespritzten zusätzlichen Kältemittelmenge. Andererseits bietet
dieser Vorteil auch die Möglichkeit eine geringere Verdichtung vorzusehen.
-
Bei richtiger Abstimmung der Maschine auf das verwendete Kältemittel
kann eine Zwangskühlung des Zylinders bzw.
-
des Motorblocks unterbleiben, da die Verdichtungswärme in Verdampfungswärme
übergeht und mit der verbrauchten Ladung abgeführt bzw. über den Verflüssiger 13
und den Verdampfer 11 wieder nutzbringendverwendet wird.
-
Da im Zylinder 2 keine Verbrennung stattfindet, kann das notwendige
Schmiermittel wesentlich länger im Motor verbleiben.
-
Wie aus der folgenden Beschreibung der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
hervorgeht ist es auch möglich das vorstehend im Viertaktverfahren beschriebene
Funktionsprinzip
im Zweitaktverfahren anzuwenden, womit eine Gewichtsersparnis
und eine bessere Auslastung des Triebwerkes erreicht wird. Auch für Kreiskolbenmotoren
(Wankel-Motor, Sarich-Motor) ist das Funktionsprinzip anwendbar.
-
Bei dem in Fig. 3 schematisch dargestellten Zweitakt-Hubkolbenmotor
ist in einem Zylinderkopf 5', der auf dem Zylinder 2 dicht aufgesetzt ist, eine
Einspritz-Vorkammer 23t vorgesehen, in welcher sich ausser einer Glühstiftkerze
24 eine Verdampiereinrichtung 11' befindet. Diese Verdampfereinrichtung 11' besteht
aus einer Brennerkammer 21' und einer Brennerdüse 20'. In der Brennerkammer 21'
wird zur Schaffung der erforderlichen Verdampfungstemperatur irgend ein Brennstoff
verbrannt. Die ebenfalls in der Einspritzvorkammer 23' unmittelbar unter der Einspritzdüse
17 angeordnete Glühstiftkerze 24 dient ebenfalls zur Erzeugung bzw. zur Erhöhung
der Verdampfungstemperatur bzw. zur schnelleren Verdampfung des durch die Einspritzdüse
17 eingespritzten flüssigen Kältemittels, das durch die Einspritzpumpe 19 über die
Rohrleitung 18 dem Sammelbehälter 14 des Verflüssigers 13 entnommen wird. Die Glühstiftkerze
24 steht über eine elektrische Leitung 31 mit einem elektrischen Generator 29 in
Verbindung, der von einem Turbinenrad 30 angetrieben wird, welches sich im Auslaßkanal
12 befindet, der den Zylinderhubraum mit dem
Verflüssiger 13 verbindet.
Bei dieser Ausführungsform ist lediglich ein Auslaßventil 7 vorhanden, das in bekannter
Weise von einem Stößel 8 über einen Kipphebel 9 gesteuert wird. Ein Einlaßventil
ist in diesem Falle nicht vorhanden Etwa kurz vor oder in der oberen Totpunktlage
des Hubkolbens 1 wird durch eine entsprechende Steuerung eine bestimmte Menge flüssigen
Kältemittels durch die Einspritzdüse 17 in die Einspritzvorkammer 23' unter hohem
Druck itt feiner Versprühung eingespritzt. Durch die glühende Glühstiitkerze 24
und die hochtemparierte Verdampfungseinrichtung 11' wird eine augenblickliche Verdampfung
der eingespritzten Kühlmittelmenge bewirkt und dadurch der Hubkolben i nach unten
gestoßen. Während der darauffolgenden Aufwärtsbewegung des Rubkolbens 1 wird das
Auslaßventil so lange geöffnet, daß eine gewisse Restmenge von Kältemittel im Zylinderhubraum
verbleibt und wieder verdichtet werden kann. Diesem in der oberen Hubkolbenstellung
verdichteten und erhitzten dampfförmigen Kältemittel wird nun wieder flüssiges Kältemittel
durch die Einspritzdüse 17 in der vorbeschriebenen Weise zugegeben um den nächstfolgenden
Arbeitshub zu bewirken.
-
Diese Ausführungsform ermöglicht eine erheblich vereinfachte Bauweise
sowie eine enorme Gewichtsersparnis. Durch den Generator 29, der von dem im Abgaskanal
12 angeordneten
Turbinenrad 30 angetrieben wird, wird nicht nur
eine einfache Möglichkeit der Stromversorgung für die Glühstiftkerze 24 geschaffen
sondern zugleich der Vorteil erreicht, daß dem heissen, dampfförmigen, durch den
Auslaßkanal 12 in den Verflüssiger 13 gelangenden Kältemittel zusätzlich Energie
entzogen und somit zur schnelleren Verflüssigung beigetragen wird. Die Anordnung
des Turbinengenerators 29 im Auslaßkanal 12 bringt insofern eine Energieeinsparung
mit sich, als die dem Kältemittel entzogene und in elektrische Energie umgewandelte
Wärme beim nachfolgenden Verflüssigungsvorgang nicht mehr verloren gehen kann. Auch
die nach der Auslaßphase im Zylinder 2 verbleibende heiße und wieder verdichtete
Kältemittelrestmenge enthält noch Wärmeenergie, die zur Verdampfung der eingespritzten
Kältemittel menge und somit zur Erreichung eines guten bzw. besseren WirkungsRrades
beiträgt.
-
Darüberhinaus besteht bei dieser Ausfiihrungsform die Möglichkeit,
mit niedrigeren Verdicbtungsdrücken und evtl. mit geringeren Einspritzmengen als
bei den vorbeschriebenen Viertakt-Kolbenmotoren zu arbeiten.