VERFAHREN UND VORRICHTUNG FÜR DIE SIMULATIONSÜBERPRÜFUNG EINES MEHRKONTAKTIGEN LEISTUNGSSCHALTERS
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Simulationsüberprüfen eines mehrkontaktigen
Leistungsschalters bei dem die Unterbrechereinheiten in einem Metallbehälter, gegenüber diesem isoliert, untergebracht
und gehaltert sind.
In den letzten Jahren sind die Spannungen und Kapazitäten von Leistungsübertragungsanlagen immer größer und
größer geworden, bis zu dem Punkt, daß Übertragungsleitungen 1100 KV angestrebt werden. Um damit Schritt zu
halte- wird auch die Unterbrechungs- oder Schaltkapazität
von Leistungsschaltern immer größer. Als Folge davon wird es immer schwieriger, die Funktionsfähigkeit
der Unterbrechung aller Unterbrechereinheiten zu überprüfen, und zwar infolge der ungenügenden Kapazität der
Testgeräte. Aus diesem Grund ist man dazu übergegangen, ein Testverfahren anzuwenden, bei welchem nur eine einzige
Unterbrechereinheit bezüglich der Funktionsfähigkeit der Unterbrechung überprüft wird, wobei die beim
Test verwendete Spannung mit einem konstanten Faktor multipliziert wird, der vom Spannungsanteil und von
der Zahl der Unterbrechereinheiten abhängt und wobei das Ergebnis als äquivalent zu dem Ergebnis der überprüfung
aller Unterbrechereinheiten angesehen wird.
Dieses Einzel-Testverfahren ist dann brauchbar, wenn
ein Leistungsschalter mit Porzellanverkleidung verwendet wird, der nicht das Problem der Erzeugung erhitzter
Gase infolge eines Uberschlagbogens in der Unterbrechereinheit aufweist, welche Gase die Isolierung zwischen
der Unterbrechereinheit und dem an Erdpotential liegenden Bauelement beeinträchtigen. Bei einem mehrkontaktigen
Leistungsschalter dagegen, bei welchem die Unterbrecher-
einheit in einem Metallbehälter untergebracht und von diesem isoliert gelagert ist rwird erhitztes Gas, welches
durch den Bogen hindurchgegangen ist und dabei seine Isolierfestigkeit
teilweise verloren hat, in den Zwischenraum zwischen Metallbehälter und dem einen Ende der Reihenschaltung
der Unterbrechereinheiten hineingeblasen. Wird nun zur überprüfung der Funktionsfähigkeit nur einer einzigen
Unterbrechereinheit gemäß dem Einzel-Testverfahren eine
wiederkehrende Stoßspannung angelegt, so kann damit zwar die Funktionsfähigkeit der Unterbrechereinheit in ausreichender
Weise überprüft werden, nicht jedoch die Isolierung zwischen dem Behälter und dem einen Ende der Reihenschaltung
unmittelbar nach Eintritt der Unterbrechung.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung für die Durchführung einer anderen üblichen Methode. Fig. 2 zeigt die Spannungen und
den Strom, wie sie an verschiedenen Teilen der Anordnung von Fig. 1 auftreten. Ein mehrkontaktiger Leistungsschalter
1, dessen Funktionsfähigkeit der Unterbrechung geprüft werden soll, weist beispielsweise vier in Reihe geschaltete
Unterbrechereinheiten 11 - 14 auf. Die Reihenschaltung
S der Unterbrechereinheiten 11-14 ist durch Porzellanisolatoren 2 gegenüber einem Behälter 3 isoliert.
Der Behälter 3 selbst ist durch isolierende Stützkörper 4 gegenüber Erde isoliert. Ein Ende Sg der Reihenschaltung
S liegt über eine Leitung 5an Erde. Das andere Ende Sn ist über eine andere Leitung 6 mit einer großen
Stromquelle 17 verbunden, die einen Kurzschlußgenerator
7 beinhaltet, der einen großen Kurzschluß strom i.. der
Reihenschaltung S über einen Hilfs-Leistungsschalter
8 zuführt, der durch einen Unterbrecher-Steuerkreis BC gesteuert wird. Von allen Unterbrechereinheiten ist nur
die Einheit 14 am nicht-geerdeten Ende Sn geöffnet {alternativ
kann auch eine Folge von Unterbrechereinheiten geöffnet sein), und zwar zu einem Zeitpunkt, der in Abhängigkeit
zur Phase des Stroms i.. steht, um so in der Unterbrechereinheit 14 einen Uberschlagbogen zu erzeugen. Zum Zeitpunkt t.. wenn der augenblickliche Wert des
Stroms I1 zu Null wird, legt eine erste Hochspannungsquelle
9, die von einem Spannungsquellen-Steuerkreis Vc gesteuert wird, eine wiederkehrende Stoßspannung v.
zum Prüfen der Unterbrechereinheit über die Zuleitung 6 und das Erdpotential. Im wesentlichen gleichzeitig
damit legt eine zweite Hochspannungsquelle 10, die ebenfalls
von dem Steuerkreis Vc gesteuert wird, eine Spannung V2 über den Behälter 3 und das Erdpotential,und zwar
mit einer Polarität umgekehrt derjenigen von V1. Die Größe
von v„ stellt eine Differenz zwischen der gesamten Nachzündspannung
ν , die an alle Unterbrechereinheiten 11-14
gelegt wird, und der von der ersten Hochspannungsquelle gelieferten wiederkehrenden Stoßspannung V1 dar.
Bei diesem Verfahren wird die gesamte wiederkehrende Stoßspannung v_ = \vΛ + lv„l über den Raum 15 zwischen erdseitigem
Ende der Reihenschaltung S und Behälter 3 gelegt, so daß die Isolierung des Spalts 15 und die Funktionsfähigkeit der Unterbrechereinheit 14 gleichzeitig überprüft
werden.
Wenn jedoch die Isolierfähigkeit des Spaltraums 15 zusammenbricht
liegt die von der zweiten Hochspannungsquelle 10 gelieferte Hochspannung v„ an der ersten Hochspannungsquelle
9, was die Gefahr mit sich bringt, daß in dieser befindliche Bauelemente zerstört werden. Diese Gefahr
ist größer, wenn eine geringere Anzahl der Unterbrechereinheiten geöffnet werden, wenn also V3Zv1 größer ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines
Verfahrens und einer Vorrichtung zum Simultationsprüfen
eines vielkontaktigen Leistungsschalters, wobei in der Hochspannungsquelle enthaltene Bauteile auch dann vor
Beschädigungen geschützt sein sollen, wenn zwischen einem Ende der Reihenschaltung der Unterbrechereinheiten und
dem Behälter ein Zusammenbruch der Isolierung auftritt.
Weiterhin ist Aufgabe der Erfindung die Schaffung eines
Verfahrens und einer Vorrichtung zum Simultationsprüfen
eines vielkontaktigen Leistungsschalters, das wirtschaftlich durchzuführen bzw. die wirtschaftlich herzustellen
ist.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Simulationsprüfen
eines vielkontaktigen Leistungsschalters mit einem Metallbehälter, der das Leistungsschaltergehäuse
darstellt und eine Reihenschaltung aus Unterbrechereinheiten umgibt, die, isoliert vom Behälter, von diesem getragen
werden,und mit ersten und zweiten Verbindungsleitungen, die mit dem ersten und zweiten Ende der Reihenschaltung
verbunden sind und gegenüber den Behälter isoliert sind, wobei dieses Verfahren durch folgende
Verfahrensschritte gekennzeichnet ist:
die erste und die zweite Verbindungsleitung werden an
die erste bzw. die zweite Ausgangsklemme einer ersten Spannungsquelle angeschlossen, die eine erste wiederkehrende
Stoßspannung liefert,
der Behälter und die zweite Verbindungsleitung werden mit der ersten bzw. der zweiten Ausgangsklemme einer
zweiten Spannungsquelle verbunden, die eine zweite wiederkehrende Stoßspannung liefert,
ein Kurzschlußstrom wird durch die Reihenschaltung
der Unterbrechereinheiten hindurchgeleitet,
der Leistungsschalter wird so betätigt, daß er den Strom unterbricht,
sobald der Strom durch die Reihenschaltung aus Unterbrechereinheiten
unterbrochen
Spannungsquelle eingeschaltet,
brechereinheiten unterbrochen ist wird die erste
der Leistungsschalter wird so bedient, daß die von der ersten Spannungsquelle zugeführte wiederkehrende
Stoßspannung über einer ersten, am zweiten Ende der Reihenschaltung liegenden Unterbrechereinheit oder
über einer Folge von Unterbrechereinheiten liegt, die nur einen Teil der Reihenschaltung aus Unterbrechereinheiten
darstellt und die erwähnte erste Unterbrechereinheit enthält,
gleichzeitig mit dem Einschalten der ersten Spannungsquelle wird die zweite Spannungsquelle eingeschaltet,
wodurch die von der zweiten Spannungsquelle gelieferte zweite wiederkehrende Stoßspannung zwischen Behälter
und zweite Verbindungsleitung gelegt wird,
der ersten wiederkehrenden Stoßspannung wird im wesentlichen eine Größe gegeben, die gleich ist einer wiederkehrenden
Teil-Stoßspannung, die über die Unterbrechereinheit bzw. die Unterbrechereinheiten gelegt
wird, deren Funktionsfähigkeit bezüglich eines Durchschlags geprüft werden soll,
der zweiten wiederkehrenden Stoßspannung wird im wesentlichen die gleiche Größe gegeben wie einer wiederkehrenden
Gesamt-Stoßspannung, die über alle Unterbrechereinheiten des Leistungsschalters gelegt wird,und
der ersten wiederkehrenden Stoßspannung an der ersten Ausgangsklemme wird bezüglich der zweiten Ausgangs-■
klemme der zweiten Spannungsquelle die gleiche Polarität
gegeben, wie der zweiten wiederkehrenden Stoßspannung an der ersten Ausgangsklemme bezüglich der
zweiten Ausgangsklemme der ersten Spannungsquelle.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung handelt es sich
um eine Vorrichtung zum Simulationsprüfen eines vielkontaktigen
Leistungsschalters mit einem das Gehäuse des Leistungsschalters bildenden Metallbehälter und
mit einer Reihenschaltung aus Unterbrechereinheiten, die vom Behälter, von diesem isoliert, gehaltert sind,
sowie mit einer ersten und einer zweiten Verbindungsleitung, die mit dem ersten bzw. zweiten Ende der
Reihenschaltung verbunden und gegenüber dem Behälter isoliert sind, wobei diese Vorrichtung gekennzeichnet
ist durch eine Stromquelle, deren Ausgangsklemmen mit der ersten und mit der zweiten Verbindungsleitung verbunden
sind und die einen Strom durch die Reihenschaltung des Leistungsschalters hindurchleitet, durch eine
erste Spannungsquelle, deren erste und zweite Ausgangsklemmen mit der ersten bzw. zweiten Verbindungsleitung
verbunden sind und die eine erste wiederkehrende Stoßspannung über die Unterbrechereinheit oder Unterbrechereinheiten
legt, deren Durchschlag-Funktionsfähigkeit geprüft werden soll, und durch eine zweite Spannungsquelle,
deren erste und zweite Ausgangsklemmen mit dem Behälter bzw. der zweiten Verbindungsleitung verbunden
sind und die eine zweite wiederkehrende Stoßspannung zuführt, wobei die zweite wiederkehrende Stoßspannung
im wesentlichen die gleiche Größe hat wie eine wiederkehrende Gesamt-Stoßspannung, die über alle Unterbrechereinheiten
des Leistungsschalters gelegt wird, und wobei die Polarität der Spannung an der ersten Ausgangsklemme
bezüglich der zweiten Ausgangsklemme der zweiten Spannungsquelle gleich der Polarität der Spannung an der
ersten Ausgangsklemme bezüglich der zweiten Ausgangsklemme der ersten Stromquelle ist.
Auf der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Skizze einer Anordnung, wie sie bei einem vorbekannten Prüfverfahren verwendet wird,
Fig. 2 ein Diagramm zum Darstellen der Spannungen und der Ströme, wie sie an verschiedenen Stellen der
Anordnung von Fig. 1 auftreten,
Fig. 3 eine Skizze einer Anordnung nach der Erfindung,
Fig. 4 ein Diagramm zur Erläuterung der Spannungen und der Ströme, wie sie an verschiedenen Stellen
in der Anordnung von Fig. 3 vorkommen,
Fig. 5 eine Skizze einer Anordnung nach einer anderen
Ausführungsform der Erfindung, Fig. 6 ein Diagramm zur Erläuterung der Spannungen und
der Ströme, wie sie an verschiedenen Stellen in
der Anordnung von Fig. 5 vorkommen, Fig. 7 ein Skizze einer Anordnung gemäß einer dritten
Ausführungsform der Erfindung und
Fig. 8 ein Diagramm zur Erläuterung der Spannungen und Ströme, wie sie an verschiedenen Stellen in der
Anordnung von Fig. 7 vorkommen.
Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung. Dabei bezeichnen die den Bezugszeichen von Fig. 1 gleichen Bezugszeichen gleiche oder
ähnliche Teile. Dabei zeigt der Vergleich, daß die Anordnung im wesentlichen gleich ist derjenigen von Fig. 1.
Ein Unterschied besteht jedoch darin, daß der Leistungsschalter 1 so geschaltet ist, daß dann, wenn die Spannung
V1 von der Hochspannungsquelle 9 zugeführt wird, im wesentlichen
die Gesamtheit von V1 über die Unterbrechereinheit
11 am erdpotentialseitigen Ende Sg der Reihenschaltung S gelegt wird, bzw. über eine Folge von Unterbrechereinheiten
einschließlich der Einheit 11. Beispielsweise ist nur die Einheit 11 geöffnet, wohingegen die Einheiten
12, 13 und 14 geschlossen gehalten werden, wie dies in Fig. 3 gezeigt ist. Außerdem liefert die zweite Spannungsquelle
10 eine Spannung v~ , welche die gleiche Polarität wie V1 aufweist und im wesentlichen die gleiche Größe
hat wie eine wiederkehrende Gesamt-Stoßspannung, die über alle Unterbrechereinheiten 11 - 14 gelegt wird.
Der Steuerkreis BC schließt den Hilfs-Leistungsschalter 8,
womit der Kurzschlußstrom i.. durch die Reihenschaltung S fließt und öffnet den Hilfs-Leistungsschalter 8, um die
Stromzuführung nach Betrieb des zu prüfenden Leistungsschalters zu beenden. Der Steuerkreis VC bewirkt, daß die
Spannungsquellen 9 und 10 nach vollständiger Beendigung der Stromunterbrechung durch die Reihenschaltung die Spannungen
zuführen.
■-•■κ -
Die beschriebene Anordnung ermöglicht eine gleichzeitige Prüfung der Durchschlagfestigkeit der Unterbrechereinheit
11 und des Spalts 16 zwischen Behälter 3 und dem nichtgeerdeten Ende Sn der Reihenschaltung S. Als Folge davon
wird das nicht-geerdete Ende Sn der Reihenschaltung S im wesentlichen auf demselben Potential gehalten wie einer
der Kontakte der Unterbrechereinheit 11, der mit der
Unterbrechereinheit 12 verbunden ist.
Das Potential der leitenden Teile vom nicht-geerdeten Ende Sn durch die Unterbrechereinheit 12 beträgt somit
V1. Damit beträgt die Spannung zwischen dem Behälter 3
und diesen leitenden Teilen v_ (Fig. 4) , wobei V3 die
Differenz zwischen V1 und v2 ist. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind vier Unterbrechereinheiten vorhanden, und V1 beträgt etwa ein Viertel von v„. Die Spannung
zwischen dem Behälter 3 und dem nicht-geerdeten Ende Sn beträgt deshalb etwa 3/4 von v„. Außerdem tritt ein
Uberschlagbogen nur an der Unterbrechereinheit 11 und
nicht an den Einheiten 12, 13 und 14 auf, weil sie geschlossen gehalten werden. Wenn somit ein Zusammenbruch
der Isolation zwischen Behälter und den Unterbrechereinheiten auftritt, so erfolgt er zwischen dem Behälter und
dem geerdeten Ende Sg. Somit wird die Spannung der zweiten Spannungsquelle 10 weder der ersten Spannungsquelle
9 noch der Stromquelle 7 zugeführt, so daß darin enthaltene Bauteile nicht der Hochspannung der zweiten Spannungsquelle
9 ausgesetzt werden,diese Bauteile also sicher vor Beschädigungen geschützt werden.
Gemäß der obigen Beschreibung werden die Unterbrechereinheiten 12, 13 und 14 geschlossen gehalten, die Unterbrechereinheit
11 dagegen wird geöffnet. Es ist aber auch möglich^die Unterbrechereinheiten 12-14 durch einen
nicht gezeichneten Kurzschlußleiter zu überbrücken.
Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform der Erfindung,
bei welcher der Kurzschlußgenerator 7 mit anderen Stromkreiselementen verbunden ist, einschließlich eines
Zusatz-Leistungsschalters 18, eines Einschalters 19, eines Widerstandes 20 für die Stromregelung und eines
Transformators 21, wobei alle diese Elemente zusammen mit dem Kurzschlußgenerator 7 und dem Hilfs-Leistungsschalter
8 eine große Stromquelle 17 bilden, die den notwendigen Kurzschlußstrom i. über den Hilfs-Leistungsschalter
8 der Reihenverbindung S des zu prüfenden Leistungsschalters 1 zuführt.
Eine erste Hochspannungsquelle 9 nach diesem Ausführungsbeispiel weist eine Reihenschaltung aus einem Kondensator
22, einem Spalt 23 und einer Spule 24 auf, die zwischen der Zuführung 6 und Erdpotential liegt. Der Kondensator
22 wird vorab von einem Ladekreis CH1 im Steuerkreis VC aufgeladen, und zwar mit der ersichtlichen Polarität.
Der Spalt 23 wird durch einen Trigger-Steuerkreis TR1 im Kontrollkreis VC gezündet, und zwar zu einem Zeitpunkt
t„ der geringfügig vor dem Zeitpunkt t_ liegt, an welchem
i. zu Null wird, so daß der Kondensator 22 entladen wird. Der einen Stromstoß darstellende Entladungsstrom
i„ ist im wesentlichen durch die Kapazität des Kondensators
22 vorgegeben und die Induktivität der Spule 24. Der Strom i„ wird teilweise dem Strom i aufgeprägt und
wird zum Zeitpunkt t. zu Null, also kurz nach dem Zeitpunkt t~.
Der Hilfs-Leistungsschalter 8 wird im wesentlichen gleichzeitig
mit dem Leistungsschalter 1 geöffnet und beendet die Unterbrechung des Stroms zum Zeitpunkt t_, um so
die große Stromquelle 17 von der ersten Hochspannungsquelle 9 zu trennen. Nach dem Zeitpunkt t-, kann nur der
Strom i„ durch die Reihenschaltung S des Leistungsschalters
1 fließen, und zum Zeitpunkt t., wenn also i„ zu
Null wird( ist dann die Unterbrechung des Stroms beendet.
Zum Zeitpunkt t, ist der Kondensator 22 mit einer zur ursprünglichen
Polarität umgekehrten Polarität geladen und bewirkt dann, daß ein gedämpfter oszillierender Storm
durch die Spule 24, einen Widerstand 25 und einen Kondensator 26 fließt. Während dieser gedämpften Schwingung
wird die über dem Widerstand 25 und dem Kondensator liegende Spannung zwischen die Zuführung 6 und das Erdpotential
gelegt, und zwar als wiederkehrende Stoßspannung V1, womit die Durchbruchsfestigkeit der Unterbrechereinheit
11 geprüft wird.
Eine zweite Hochspannungsquelle 10 nach diesem Ausführungsbeispiel
enthält eine Reihenschaltung aus einem Kondensator 27, einem Spalt 28 und einer Spule 29, wobei
diese Reihenschaltung zwischen dem Behälter und dem Erdpotential liegt. Der Kondensator 27 wird vorab durch
einen Ladekreis CH2 des Steuerkreises VC aufgeladen, und zwar mit der dargestellten Polarität.
Wenn die erste und die zweite Hochspannungsquelle dadurch gebildet werden, daß in der gleichen Weise die gleichen
Stromkreiskomponenten miteinander verbunden werden, dann ist es einfach, Spannungen V1 und v0 gleicher Wellenform
(nicht gleicher Größe) zu erhalten. Das bedeutet, daß der Spule 29 der zweiten Hochspannungsquelle 10 eine größere
Induktivität gegeben wird als der Spule 24 der ersten Hochspannungsquelle und daß dem Kondensator der zweiten
Hochspannungsquelle 10 eine größere Kapazität gegeben wird als dem Kondensator 22 der ersten Hochspannungsquelle
9.
Es ist nicht erforderlich, daß der Kondensator 27 der
zweiten Hochspannungsquelle 10 einen vergleichsweise großen Strom liefert, also einen so großen Strom etwa
wie er von der ersten Hochspannungsquelle 9 der Reihenschaltung S der Unterbrechereinheiten zugeführt wird.
Demgemäß kann der Kondensator 27 eine geringe Kapazität aufweisen, so daß die Kosten zur Herstellung der den
Kondensator 27 darstellenden Kondensatorbatterie ver-
gleichsweise gering sind.
Bei der Beschreibung der Ausführungsform nach Fig. 5 ist
erläutert worden, daß der Kondensator 22 zunächst in der gezeichneten Polarität aufgeladen und dann entladen wird,
um der Reihenschaltung S der Unterbrechereinheiten einen Strom i_ zuzuführen. Alternativ kann die Anordnung aber
auch so vorgenommen werden, daß der Kondensator 22 durch den Ladekreis CH1 in einer Polarität entgegengesetzt der
gezeichneten Polarität aufgeladen und daß der Spalt 23 zum Entladen des Kondensators 22 zum Zeitpunkt t_, wenn
also i zu Null wird, gezündet wird. Demgemäß liefert die erste Hochspannungsquelle 9 keinen Stromstoß und
die sich ergebenden Quellenformen sind ähnlich denjenigen von Fig. 4. Um dabei eine Verzögerung in der Zuführung
einer wiederkehrenden Stoßspannung infolge einer möglichen Verzögerung beim Zünden des Spalts 23 zu verhindern,
kann der Hilfs-Leistungsschalter 8 durch ein
Widerstandselement überbrückt werden das nicht gezeichnet ist, um so das Anlegen einer Spannung durch die große
Stromquelle 17 zu ermöglichen. Bei einer solchen Anordnung kann der Kondensator 22 auch eine kleine Kapazität
besitzen, so daß er aus einer Kondensatorbatterie geringer Herstellungskosten hergestellt werden kann.
Fig. 7 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung. Dabei sind Ausbildung und Betriebsweise der großen !'Stromquelle
17 und der ersten Hochspannungsquelle 9 im wesentlichen gleich der Stromquelle 17 und der Spannungsquelle
9 des Ausführungsbeispiels von Fig. 5.
Die zweite Hochspannungsquelle 10 weist jedoch bei diesem Ausführungsbeispiel einen Transformator 32 auf, dessen
Primärwicklung parallel zur Primärwicklung des Transformators 21 geschaltet ist. Die Sekundärwicklung des Transformators
32 ist, und zwar anstelle des Kondensators 27 und des Trigger-Spalts 28 von Fig. 5, in Reihe zu der
Spule 29 gelegt.
Wenn alle Unterbrechereinheiten 11 - 14 geschlossen sind
ist die Spannung über die Primärwicklung des Transformators 21 niedrig, so daß im wesentlichen keine Spannung
an der Sekundärwicklung des Transformators 32 liegt.
Wenn der Strom i. durch die Betätigung des Leistungsschalters
1 unterbrochen wird ergibt sich an der Sekundärwicklung des Transformators 32 eine hohe Spannung7 und es fließt
ein Strom durch die Spule 29, die Spule 30 und den Kondensator 31. Die Spannung über die Spule 30 und den Kondensator
31 wird zwischen den Behälter 3 und das Erdpötential gelegt, und zwar als wiederkehrende Stoßspannung v„. Wenn
die zweite Hochspannungsquelle 10 von Fig. 7 verwendet wirdj ist für den Spalt 28 kein Triggerkreis erforderlich.
Weil die Belastung des Kurzschlußgenerators 7 den Widerstand des Bogens des Leistungsschalters 1 und die Spule
20 beinhaltet, wird die wiederkehrende Stoßspannung v~ der
zweiten Hochspannungsquelle 10 von Fig. 7 nicht unmittelbar
nach dem Zeitpunkt, in welchem x. zu Null wird, ansteigen.
Diese Verzögerung ist dann nachteilig, wenn es erforderlich ist, daß eine wiederkehrende Stoßspannung
unmittelbar nach dem Nullwerden des Stroms i.. angelegt werden muß. Wenn jedoch die erste Hochspannungsquelle 9
einen Stromstoß i» erzeugt, der kurz nach dem Nullwerden
von I1 ebenfalls Null wird und die Aufprägung der wiederkehrenden
Stoßspannung verzögert wird, bis i„ zu Null wird, wie dies anhand der Fig. 6 beschrieben worden ist,
dann wird der Zeitpunkt, wenn v~ ansteigt, mit dem Zeitpunkt
zusammenfallen, an dem i2 zu Null wird (und wenn
ν ansteigt), wie dies in Fig. 8 gezeigt ist. Es werden somit genügend äquivalente Effekte erhalten. Außerdem
kann der Zeitpunkt, an welchem V1 ansteigt, so gelegt
werden, daß er mit dem Anstieg von v_ zusammenfällt, und zwar durch entsprechende Einstellung der Schwingungsfrequenz von i„ und des Zündzeitpunkts des Spalts 23.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 können verschiedene
Modifikationen vorgenommen werden. Anstatt den Transformator
32 mit dem Kurzschlußgenerator 7 zu verbinden, kann der Transformator 32 auch mit einem nicht gezeichneten
anderen Generator verbunden werden.
Anstelle der Reihenschaltung aus Kondensator 22 und Triggerspalt 23 kann eine Sekundärwicklung eines Transformators
angeschaltet werden. Die Primärwicklung dieses Trans-
kann
formators/mit der Primärwicklung des Transformators 21 geschaltet
oder mit einem besonderen Generator, der nicht gezeichnet ist, verbunden werden.
Gemäß der obigen Beschreibung tritt ein überschlagbogen nur im Unterbrecher 11 am geerdeten Ende Sg der Reihenschaltung
S auf. Dies wird, wie erläutert, dadurch erreicht, daß entweder nur die Unterbrechereinheit 11 geöffnet
wird oder aber daß die anderen Unterbrechereinheiten 12-14 durch Kurzschlußleiter überbrückt werden, wobei
im letzteren Fall dann alle Unterbrechereinheiten 11 - 14 geöffnet sind. Auch ist es möglich, einen überschlagbogen
in einer Folge von zwei Unterbrechereinheiten (11 und 12) oder einer Folge von drei Unterbrechereinheiten
(11, 12, 13) zu erzeugen. Die Anzahl an Unterbrechereinheiten, in denen ein überschlagbogen erzeugt wird, kann
in Abhängigkeit von der Prüfkapazität der ersten Hochspannungsquelle
9 gewählt werden ι in anderen Worten, in Abhängigkeit von der maximalen Spannung, welche die
Spannungsquelle 9 zu erzeugen in der Lage ist.
Weiterhin ist es möglich, parallel zu jeder Unterbrechereinheit einen Kondensator zu legen, wobei dann die Kondensatoren
parallel zu den zu prüfenden Unterbrechereinheiten eine geringere Kapazität aufweisen als diejenigen
Kondensatoren, die parallel zu den nicht zu prüfenden Unterbrechereinheiten liegen, so daß in allen Unterbrechereinheiten
ein überschlagbogen auftritt, die Gesamtheit der wiederkehrenden Stoßspannung der ersten
Hochspannungsquelle 9 jedoch im wesentlichen über den zu prüfenden Unterbrechereinheiten liegt.