DE32183C - Pferdegebifs mit Einrichtungen, um das Durchgehen, Rücken und Bäumen von Pferden zu verhindern - Google Patents
Pferdegebifs mit Einrichtungen, um das Durchgehen, Rücken und Bäumen von Pferden zu verhindernInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 66: Pferdegeschirr.
zu verhindern.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen
Apparat, um junge, feurige und deshalb schwer zu regierende Pferde zu bewältigen und an
einen ruhigen Gang zu gewöhnen, sowie ein Durchgehen und Bäumen überhaupt zu verhindern.
Es sind zu diesem Zweck bereits viele Gebisse construirt worden, die aber zum gröfsten
Theil den beabsichtigten Zweck nicht erreichten, oder, wenn sie es dennoch thaten, so wirkten
sie in so grausamer Weise auf das Thier, dafs das Maul verletzt wurde.
Unser Pferdegebifs besitzt diesen Uebelstand nicht; es ist so construirt, dafs die übliche Kinnkette
erübrigt wird und es durch den blofsen Zug am Zügel einen Druck auf Nase, Maul und Kinnbacken des Pferdes in solcher Weise
ausübt, dafs dasselbe in seinen Bewegungen leicht gehemmt werden kann, ohne irgend
welche Verletzung des Maules hervorzubringen.
Pferde, welche die Gewohnheit haben, beständig zu rucken, oder eine Neigung zum
Durchgehen haben, werden durch unser Gebifs dieser Neigungen vollständig entwöhnt,
ohne dafs ein Strafen oder Verletzen des Thier es eintritt.
Bei unserem Pferdegebifs sind die Balken oder Anzüge durch ein Paar Querstege von passendem
Material, vorzugsweise aus glattem, rundem Stahl, mit einander verbunden. Diese Querstege bilden das Mundstück; sie sind in
den Balken in Schlitzen verschiebbar angebracht. Die Anordnung der Theile ist derartig,
dafs sie eine grofse Beweglichkeit der Balken unter der Wirkung der Zügel beim Reiten sowohl wie beim Fahren gestattet und
ein weiches Aufliegen im Maul des Pferdes erlaubt.
Die Beweglichkeit der Balken wird noch dadurch vermehrt, dafs jeder derselben aus
zwei Theilen besteht, die durch einen Niet drehbar und ein wenig verschiebbar mit einander
verbunden sind.
Für unruhige, ruckende Pferde ist das Gebifs noch mit einem kleinen Netz versehen,
welches durch Lederriemchen oder Schnüre mit den Balken oder den Querstegen verbunden
ist. Das Netz liegt der Länge nach lose in dem Maul, drückt nicht die Zunge und erhöht
den Speichelflufs, ohne jedoch das Thier zu belästigen. Wird aber das Gebifs durch
die Zügel angezogen, so wird das Netz nach hinten in den Schlund gezogen, wodurch eine
Tendenz zum Erbrechen und dadurch eine Erschlaffung und Biegsamkeit der Kehl- und
Halsmuskeln erzeugt wird, welche das Pferd zur Ruhe bringen.
Um Beschädigungen der Mundwinkel zu vermeiden oder das Hartmäuligwerden durch
öfteres Anziehen der Zügel zu verhindern, . ist das Gebifs durch seitliche Riemen mit dem
verbreiterten Nasenriemen verbunden, welcher einen Theil des Druckes aufnimmt.
Für Pferde, welche sich häufig bäumen, können die vom Nasenriemen ausgehenden seitlichen
Riemen oder der Nasenriemen selbst
etwas tiefer angebracht werden, und ist in letzterem Falle der Nasenriemen durch weiche
elastische Riemchen mit dem Gebifs verbunden.
Wird dann durch die Züger am Gebifs gezogen, so drückt der Nasenriemen auf die
Nüstern und das Pferd wird ganz naturgemöfs den Kopf senken und bald von seiner Gewohnheit
lassen.
Das neue Gebifs ist auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellt. Fig. ι und 2 zeigen
das Gebifs, mit dem Netz versehen, in Vorder- und Seitenansicht. Fig. 3 zeigt eine perspectivische
Ansicht des Gebisses, die Beweglichkeit des Mundstückes und der Balken verdeutlichend;
das Netz ist der Deutlichkeit halber fortgelassen. Fig. 4 ist die Seitenansicht eines Gebisses, bei welchem die Balken nur
aus einem einzigen Stück bestehen. Fig. 5 zeigt das Gebifs in Anwendung. A A1 sind
die Balken des Gebisses. B B1 ist das bewegliche
Mundstück und C das Netz, welches auch durch etwas Aehnliches ersetzt werden kann,
Für gewöhnlich sind die Balken A A1 aus zwei Theilen bestehend, wie in Fig. 1, 2, 3
und 5 dargestellt ist. Der obere Theil α bildet einen Ring oder eine Schleife, mit welcher
das Gebifs an den Backenriemen D, Fig. 5, befestigt ist. Der Theil α ist mit dem HaUpttheil
des Balkens durch einen Niet α1, welcher durch einen Schlitz des Haupttheiles hindurchgeht,
verbunden, so dafs das Stück α sich vertical verschieben kann und dadurch den
Druck des oberen Quersteges B des Mundstückes mildert. Die Enden des oberen Quersteges
B sind lose mit den Balken A A1 verbunden, so dafs sie sich in denselben drehen
können; sie werden durch abgesetzte Zapfen b und Köpfe b1 an ihrem Platze gehalten.
Der untere Quersteg B1 ist in derselben Weise mit den Balken A A1 verbunden, er
kann sich aber nicht nur drehen, sondern zugleich auch in Schlitzen E der Balken verschieben.
Auf diese Weise ist eine grofse Beweglichkeit der einzelnen Theile, Mundstück und
Balken, erreicht. Ueberdies kann das Pferd die Auflagerfläche des Mundstückes B B1 infolge
der Beweglichkeit derselben fortwährend ändern, weshalb das Pferd das Gebifs williger aufnimmt und . Speichelflufs hervorgerufen wird.
Letzterer wird noch durch das Netz C erhöht, welches der Länge nach lose im Maul Hegt
und das Thier nicht belästigt,* wofern es nicht ruckt oder durchgeht,
Sobald aber das Pferd zu rucken oder durchzugehen. beginnt, wird das Netz infolge
der eigentümlichen Construction der Balken und des Mundstückes nach hinten in den
Schlund gezogen, erzeugt eine Neigung zum Erbrechen und infolge dessen eine Erschlaffung
der Muskeln und eine Biegsamkeit des Halses. Das Pferd wird auf diese Weise wieder vollständig
in die Gewalt des Kutschers gebracht. Die Zweitheiligkeit der Balken A A1 bezweckt
hauptsächlich, dem Pferde das Tragen des Gebisses zu erleichtern und die freie Beweglichkeit
der Balken unter der Wirkung der Zügel zu erreichen. Letztere können entweder wie
in Fig. 5 in vollen oder in punktirten Linien an den Balken angeschnallt sein.
Für Pferde, welche mit mehr Kraft behandelt werden müssen, bilden die Theile a
mit den Balken A bezw. A1 ein Stück, wie in Fig. 4 dargestellt. Die Zügel werden hier ebenso,
wie in Fig. 4, entweder in der Mitte oder am unteren Ende der Balken befestigt.
Das Gebifs ist in der in Fig. 5 ersichtlichen Weise mit dem Zaumzeug verbunden. Die
Backenriemen D sind in den Ringen oder Schleifen α α der Balken A A1 befestigt. Der
Nasen- und Kinnriemen G G1 sind mit den Backenriemen D verbunden. Der Nasenriernen G
hat in der Mitte eine Verbreiterung g erhalten, von welcher zwei kleinere Nasenriemen g-]
nach den Balken A A1 hin gehen. Die Enden dieser kleinen Riemen g'1 sind entweder in
Schlitzen der Balken AA1 befestigt oder in einer am Zügel befindlichen Schleife, so dafs,
wenn die Zügel plötzlich angezogen werden, der Zug nicht auf die Mundwinkel des Pferdes,
sondern auf den Nasenriernen übertragen wird. Die Nasenriemen gl können vortheilhaft so
angeordnet werden, dafs sie beim Anziehen der Zügel ein wenig auf die Nüstern drücken.
Dieselbe Wirkung kann auch durch einen Streifen weichen, nachgiebigen Stoffes, wie
Seide oder' Tuch, erreicht werden, der, vom Nasenriemen ausgehend, durch Schnüre am
Gebifs befestigt ist. Die Nasenriemen g1 dienen aber aufser zum Drücken auf die Nüstern
noch dazu, die Balken A 4l in richtiger Lage
zu erhalten, und bilden, wenn sie genügend stark angezogen sind, bei den mit drehbarer
Schleife α versehenen Balken A A\ Fig. 3
und 5, einen soliden Drehpunkt für den Hauptkörper des Gebisses.
Das beschriebene Gebifs übt auch in gleicher Weise seine Wirkung aus, wenn der eine
Zügel mehr angezogen wird als der andere; das untere Ende des einen Balkens drückt
dann gegen den Unterkiefer auf der einen Seite und das obere Ende des anderen Balkens
gegen die Nüstern und den Oberkiefer auf der anderen Seite. Der Kopf des Pferdes wird
so in namrgemkfser Weise, und ohne Heftigkeit
gewendet.
Es sei bemerkt, vdafs dieses Gebifs for den
Kutscher keine Kraftvergröfserung beansprucht, wie dies bisher üblich war, indem man die
Zügel in gröfserer Entfernung vom Mundstück wirken liefs und dadurch die Hebelkraft der
Claims (4)
- Balken vergröfserte. Die Wirkung wird hier nur durch die beiden Querstäbe, von denen der eine verschiebbar ist, erzielt, indem die in schräger oder fast horizontaler Richtung liegenden Querstäbe, je nach dem Befestigungspunkt der Zügel, bei einem Zug derselben in eine solche Lage kommen, dafs sie über einander liegen.Der untere Querstab ΒΎ könnte auch nach Art der Trensen aus zwei Theilen bestehen, oder er könnte, der Gestalt des Maules entsprechend, in der Mitte leicht gebogen sein.Pat ε nt-A ν sp rüche:ι . Ein Mundstück, bestehend aus einem Paar glatter Stäbe aus Stahl oder anderem passenden Material BB1, welche in den Balken AA1 so gelagert sind, dafs sie sich parallel oder schief einander nähern und von einander entfernen, sowie auch sich drehen können.
- 2. Die Combination des Mundstückes (Anspruch ι.) mit einem netzartigen, aus biegsamem Stoff gefertigten Stück C1, welches der Länge nach im Maule liegt und nach hinten in den Schlund gezogen werden kann, wenn die Lage des Gebisses durch einen Zug der Zügel verändert wird.
- 3. Die Combination der metallenen Balken AA1 und der daran befestigten Zügel F mit einem biegsamen Nasenstück g und einem Paar Bänder g1, welche einerseits am Nasenstück g, andererseits an den Balken AA1 oder an dem Zügel F befestigt sind, um einen Druck auf die Nüstern auszuüben, wenn die Zügel angezogen werden.
- 4. Ein Pferdegebifs, bestehend aus dem Mundstück (Anspruch 1.), dessen metallene Balken A A1 mit drehbaren oberen Theilen a und Schleifen für die Befestigung von Riemen versehen sind, dem netzartigen, aus biegsamem Stoffe gefertigten Stücke c (Anspruch 2.) und dem Nasenstück g nebst Riemen g1 (Anspruch 3.).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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