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Die Erfindung bezieht sich auf einen Blindniet mit Niethülse
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und Nietdorn. Derartige Blindnieten hat man bereits so gestaltet,
daß nach ihrem Setzen der die Aufweitung der Niethülse bewirkende Nietdorn aus der
Niethülse herausfällt. Es liegt dann eine Nietung vor, die einem hohlen Nict entspricht.
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Eine derartige Nietung bietet die Möglichkeit, in der verbliebenen
Niethülse ein Innengewinde anzubringen, um zusätzlich an der vernieteten Niethülse
eine Schraubverbindung anzubringen. Hierzu ist bereits gemäß der GB-PS 585 932 vorgeschlagen
worden, die Niethülse mit einem Innengewinde zu versehen. Dabei entsteht jedoch,
wie in dieser Druckschrift ausgeführt, das Problem, daß sich beim späteren Setzen
des Blindniets eine Deformierung des Gewindes ergibt. Diese Deformierung entsteht
dadurch, daß der Kopf des Nietdorns bei seinem Einziehen in die Niethülse dies axial
etwas zusammen staucht, womit die Gewindegänge zusanslengedrückt werden. In der
genannten Druckschrift wird zwar in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß
dieser Effekt dazu ausgellutzt werden kann, eine später eingedrehte Schraube zu
sichern, da diese durch ein derartig verformtes Gewinde lltimlicil eingezwangt wird.
Es ist jedoch schwierig, einen solchen möglicherweise wünschenswerten Effekt mit
Sicherheit zu erzielen, da nmlich die Deformation eines solchen Gewindes nicht jeweils
exakt eingehalten werden kann. Auf jeden Fall besteht die ganz erhebliche Gefahr,
daß das Gewinn so stark deformiert wird, daß ein späteres Eindrehen einer Schraube
überhaupt nicht mehr möglich ist. Aus diesem Grunde sind derart mit Gewinde versehene
Blindnieten tatsächlich nicht zum Einsatz gekommen. Das nachträgliche Einschneiden
eines Gewindes in die gesetzte Niethülse scheidet praktisch aus, da eincrseits hierdurch
die gesetzte Niethülse wegen der dabei auf diese ausgeübten Kräfte gelockert werden
kann und andererscits bei einem derartigen Bauelement, dessen hervorragende Eigenschaft
die besonders schnelle Verarbeitung list, ein so aufwendiger und zeitraubender Arbeitsgang
wie das ichneiclell eines Gewindes sich verbietet, da hierdurch der wjsentllcht
Vorteil dieses
Bauelementes, nämlich seine schnelle Verarbeitbarkeit,
wieder verlorengehen würde.
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Die Erfindung zeigt nun einen Weg, wie die von Benutzern derartiger
Blindniete immer wieder gewünschte Möglichkeit der zusätzlichen Ausnutzung der gesetzten
Niethülse für die Befestigung eines weiteren Bauteils uf besonderes einfache Weise
geschaffen werden kann. Dies geschieht erfindungsgemäß durch einen Blindniet, in
dem zwei Merkmale miteinander kombiniert sind, nämlich a) Nietdorn und Niethülse
sind so ausgebildet, daß sich beim Setzen des Blindniets die Niethülse in mehrere
blütenförmige, zum anzunietenden Bauteil hin gewölbte Blätter aufteilt, b) die Niethülse
weist ein Innengewinde auf, das sich vom Flansch aus mindestens über einen Teil
der Länge der Niethülse erstreckt.
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Bei dem Blindniet gemäß dem vorsteh-end herausgestellten Merkmal a)
tritt der Effekt der Stauchung der Niethülse bei deren Setzen praktisch nichtein,
da sich beim Setzen des betreffenden Blindniets der in diesem Zusammenhang wesentliche
Effekt ergibt, daß sich die Niethülse in mehrere blütenförmige, zum anzunietenden
Bauteil hin gewölbte Butter aufteilt. Die Vernietung erfolgt also nicht durch eine
zwangsläufig mit dem oben erwähnten Stauchungsvorgang einheryehende Aufweitung der
Niethülse, sondern durch die erwähnte Aufteilung der Nietiiülse in mehrere Blätter,
wozu weniger axiale Kraft erforderlich ist als für das Aufweiten der Niethülse bei
deren Setzen. Ein Blindniet in einer Aus bildung gemäß dem oben herausgestellten
Merkmal a) bietet also die ideale Voraussetzung für die Anbringung eines Innengewindes
bei der Herstellung des betreffenden Blindniets, also vor dem Zusammensetzen von
Niethülse und Nietdorn, wie
dies im oben erwähnten Merkmal b) ierausgestelIt
ist. Ein derartiges Innengewinde wird beim Setzen nicht verformt, so daß nach dem
Setzen des betreffendtn Blindniets ein Innengewinde in der Niethülse zur Verfügung
steht, in claus zur Befestigung eines weiteren Bauelementes eine SchraulJe ohne
Schwierigkeit eingeschraubt werden kann. Durch den erfindungsgemäßen Blindniet wird
also ein seit langem bestehendes Bedürfnis ohne besonderen Aufwand befriedigt. Die
gemäß oben erwähnter Druckschrift als gefährlich anzusehende Deformation des Gewindes
in der Niethülse kann bei dem erfindungsgemäßen Blindniet darum nicht eintreten,
weil für die vorherige Anbringung des Gewindes ein Blndniet zugrundegelegt wird,
dessen Verformung, wie sich gezeigt hat, so verläuft, daß sich dabei praktisch keine
Stauchung der Niethülse er gibt. Obwohl ein Blindniet mit einer sich beim Setzen
in gewölbte Blätter aufteilenden Niethülse seit langem bekannt war, konnte offensichtlich-bisher
die Erkenntnis nicht gewonnen werden, daß wegen der bei einem derarti Blindniet
praktisch nicht eintretenden Stauchunj dieser dit geeignete Grundlage für die vorherige
Anbringung eines Innerlgewindes an der Niethülse ist.
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Ein Blindniet mit Niethülse und Nietdorn, die sici beim Setzen in
mehrere Blätter aufteilt, ist aus der DE-OS 29 29 476 bekannt. Bei diesem bekannten
Blindniet tritt die Aufteilung in mehrere Blätter durch eine pyramidenförmig ausgebildete
Unterseite des Kopfes des Nietdornes ein, dessen radial verlaufende Kanten die Niethülse
beim Ziehen des Nietdorns praktisch einschneiden und damit die Aufteilung in mehrere
Blätter herbeifiihren. Eine aidere Möglichkeit des Aufteilens der Niethülse in mehrere
Blätter besteht darin, die Unterseite des KopLes des Nietdorns mit schneidenartig
herausstehenden Kanten zu versehen. Ein deartiger Blindniet ist in der DE-O'; 1
303 407 offenbart.
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In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 den aus Niethülse und Nietdorn zusammengesetzten Blindniet mit
Innengewinde in der Niethiilse und einem Kopf des Nietdorns, dir an seiner Unterseite
pyramidenförmig verlcilft; Fig. 2 die Niethülst allein und Fig. 3 den gesetzten
Blindniet mit einem angeschraubten Winkel.
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Der in Fig. 1 dargestellte Blindniet 10 besteht aus der Niethülse
14 mit di Flansch 12 und dem Nietorn 16/18 mit dem Kopf 22/24.Die Nietirülse 14
ist mit dem Innengewinde 1 ersehen. Der Nietdorn 16/18 besteht aus dem an den Kopf
22/24 ansetzenden Teil 18, das von dem Teil 16 durch die eine Sollbruchstelle bildende
Kerbe 20 abgetrennt ist. Der Kopf 22/24 besteht aus der Abrundung 22 und der Erweiterung
24, an die sich in Richtung zum Teil 18 vier pyramidenförmig verlaufende Abschrägungen
26 anschheßer Durch diese Abschrägungen 26 wird beim Setzen des Blindniets 10, bei
dem der Nietdorn 16/18 in die Niethülse 14 hineingezogen wird, die Niethülse 14
in mehrere blütenförmige, gerölbte Blätter (Bezugszeichen 30, 31, 32 in Fig. 3)
aufgeteilt, wobei die Pyramidenkanten 29 die Niethülse 14 einkerben, so daß die
Niethülse 14 beim Einziehen des Kopfes 22/24 axial aufreißt und sich in die erwähnten
Blätter aufteilt.
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Fig. 2 zeigt eine Niethülse 14', die gegenüber der Niethülse 14 gemäß
Fig. 1 insofern anders gestaltet ist, als das bei der Niethülse 14' vorgesehene
Innengewinde 11' vom Flansch 12 her in die Niethülse 14' hineinragt, diese aber
nicht
gänzlich bis zu der dem Flansch 12 abgewandten Seite durchsetzt.
Dieses Gewinde 11' ist in die Bohrung 13 eingeschnitten oder eingerollt. Um das
spätere Einführen einer Schraube in das Innengewinde 11' zu erleichtern, besitzt
es an ssinem Eingang die Abschrägung 15.
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In der Fig. 3 ist ein gesetzter Blindniet, bestehend aus der Niethülse
14, dargestellt, mit der die beiden Platten 17 und 19 vernietet zusammengehalten
werden. Dieser Zusammenhalt erfolgt von der einen Seite her durch den Flansch 12
und von der anderen Seite her durch die blütenförmig zum Bauteil 17 hin gewölbten
Blätter 30, 31 und 32 (das vierte Blatt ist nicht sichtbar). Die Niethülse 14 besitzt
ferner das vom Flansch 12 her in die Niethülse 14 hineinreichende Innengewinde 11,
in das die Senkschraube 2.3 eingeschraubt ist, mit der an der Niethülse 14 der Winkel
21 angeschraubt ist. Die Niethülse 14 dient damit zur schraubbaren Befestigung eines
weiteren Usauteils.
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Bei dem Setzen des betreffenden Blindniets, bei dem die dargestellten
Blätter 30, 31 und 32 entstehen, wird kein solcher axialer Druck auf die Nicthtil;e
14 ausgeübt, daß sich das in ihr befindliche Innengewinde 11 verformen könnte.
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Infolgedessen kann die Senkschraube 23 ohne Schwiergkeiten in die
Niethülse 14 nachträcjiich eingeschraubt v,trden. fl>er in der Niethülse 14 nach
dem Setzen zanächst verblieben Teil des Nietdorns (Kopf 22/24 und T wil 18 gem.ií3
Fig. 1) kann zunächst ohne weiteres in der Niethülse ülse 14 verbleiben, er wird,
falls er bis an das betreffende Lande der Schraube 23 reicht, von dieser aus der
Niethül:;e 14 ohne weiteres herausgedrückt, falls er nicht schon vorher herauligefallen
ist. Auf jeden Fall hat bei der dargestellten Ausführungsform des Blindniets der
nach dem Setzen in d.r Niethülse 14 verbliebene Teil des Nietdorns sowieso die Tendenz,
aus der Niethülse 14 herauszufallen.
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Wie die Figuren 2 und 3 zeigen, reicht das Innengewinde 11' bzw. 11
vom Flansch 12 nur teilweise in die Niethülse 14, 14' hinein, auf jeden Fall so
weit, wie die später einzuschraubende Schraube reicht. Um dabei Schrauben jeweils
verschiedener Länge benutzen zu können, läßt man das Innengewinde 11 bzw. 11' zweckmäßigerweise
so weit reichen, daß es sich mindestens bis in den Bereich des inneren Beginns der
Blätter 30, 31, 23 erstreckt, so daß damit der unverformte Teil der Hülse 14 vollständig
ausnutzbar gemacht ist. Es ist aber auch möglich, das Gewinde über die gesamte Länge
der NiethVilse zu erstrecken, was ggfs. aus fabrikationstechnischen Gründen sinnvoll
sein kann. In diesem Falle würde natürlich der betreffende Teil des Gewindes, der
sich über die später her.lusgewölbten Blätter 30, '1 und 32 erstreckt, wirkungslos
bleiben. Es sei aber noch darauf hin wiesen, daß natürlich auch ein kürzeres Gewinde
möglich ist, insbesondere, wenn es sich um relativ lange Niethülsen handelt. Auf
jeden Fall ist es zweckmäßig, das Gewinde om Flansch her in die Niethülse zu erstrecken,
da in aller Regel von dieser Seite her eine Befestigung weiterer Bauteile erfolgen
dürfte.