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Einspritzsystem an einer Brennkraftmaschine
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Die Erfindung betrifft ein Einspritzsystem an einer Brennkraftmaschine,
bei der ein Einspritzventil über eine Zuleitung von einer Brennstoffversorgungseinrichtung
mit Brennstoff versorgbar ist und außerdem Mittel vorgesehen sind, die in Abhängigkeit
von sich ändernden Maschinenbetriebsfaktoren eine zeit- und mengenmäßige Beeinflußung
der Einspritzvorgänge ermöglichen.
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Aus der DE-PS 613 373 ist eine Brennstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen
bekannt, bei der sowohl eine den Einspitzbeginn festlegende Steuerkante als auch
eine das Einspritzende bestimmende Steuerkante zur Veränderung von Einspitzbeginnt
Einspritzende und einzuspritzender Brennstoffmenge gegeneinander oder miteinander
verdrehbar sind. Diese bekannte Einspritzpumpe ist auf Grund ihrer konstruktiven
Gegebenheiten jedoch nicht zur Förderung von Schweröl mit extrem hohen Drücken in
der Größenordnung von tausend und mehr bar verwendbar. Letzteres deshalb, weil der
Pumpenkolben eine Längsbohrung aufweist, in der der maximale Einspritzdruck von
innen nach außen wirksam wird und dadurch ein Aufweiten des Pumpenkolbens zumindest
nach einer gewissen Betriebszeit kaum vermeidbar ist, was in jedem Falle einen hohen
Verschleiß
hervorrufen würde oder schlimmstenfalls zu einem Fressen
des Pumpenkolbens im Pumpenzylinder führen kann. Ein weiterer Nachteil dieser bekannten
Einspritzpumpe ist darin zu sehen, daß die die untere, das Einspritzende bestimmende
Steuerkante tragende Steuerhülse während des Pumpenbetriebes nur äußerst schwer
verdrehbar wäre, weil an ihr der durch die von der Längsbohrung im Pumpenkolben
abzweigende Querbohrung von radial innen nach außen wirksame hohe Druck ansteht,
der auf Grund seiner einseitigen Wirkung ein Verkanten der Steuerhülse sowie ein
einseitiges Anpressen derselben an die sie umgebende Pumpengehäusewand hervorruft.
Außerdem wäre auch eine Aufweitung dieser Steuerhülse infolge der ständig auf sie
einwirkenden extrem hohen Drücke nicht vermeidbar, was wiederum zu einer überhöhten
Leckage und zu Druckverlusten führen würde. Besagte Leckagen könnten außerdem auch
dazu führen, daß ein Aufbau der erforderlich hohen Einspritzdrücke in der Einspritzpumpe
zumindest behindert wäre. Letzteres wiederum hätte zur Folge, daß die erforderlichen
Druckmaxima nicht zum gewüschten, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt erreichbar
wären. Im übrigen ist generell festzustellen, daß die vielen, bei dieser bekannten
Einspritzpumpe gegeneinander verdrehbaren Steuer- und Verstellhülsen relativ schwierig
zu fertigen und aneinander anzupassen sind, denn es sind exakte Koaxialitäten derselben
untereinander sowie sehr enge Passungstoleranzen erforderlich, um ein sicheres Arbeiten
der Pumpe über eine längere Standzeit zu ermöglichen. Darüber hinaus würde eine
solche Einspritzpumpenkonstruktion im Falle ihrer Verwendung zur Förderung von Brennstoff
mit extrem hohen Drücken in der Größenordnung von tausend und mehr bar Verstelleinrichtungen
erfordern, die extrem große Stell-
kräfte aufzubringen hätten,
um die Steuerkantenverstellung über die Hülsen und die daran angreifenden Steuerstangen
bewerkstelligen können.
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Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Einspritzsystem zu schaffen,
das eine Optimierung des Brennstoffverbrauches in allen Lastbereichen der Brennkraftmaschine
ermöglicht, außerdem billiger als vergleichbare Hochdruckeinspritzsysteme ist und
ein sicheres Arbeiten über lange Standzeiten gewährleistet.
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Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein Einspritzsystem mit im
Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Lösung
sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
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Das erfindungsgemäße Einspritzsystem zeichnet sich durch einfache
und langlebige Brennstoffbereitstellungsmittel aus, deren einzige Aufgabe darin
besteht, für die Einspritzvorgänge Brennstoff hinreichend hohen Druckes an ein angeschlossenes
Einspritzventil zu liefern. Da den Brennstoffbereitstellungsmitteln keine andere
als die vorstehend genannte Aufgabe zukommt, können diese robust sowie konstruktiv
relativ einfach ausgebildet sein und deshalb auch mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand
hergestellt werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Einspritzsystems
ist darin begründet, daß das Steuerorgan, welches praktisch Beginn und Ende sowie
die einzuspritzende Menge eines Einspritzvorganges steuert, durch ein im Verhältnis
zu den druckerzeugenden Brennstoffbereitstellungsmitteln vergleichsweise kleines
Aggregat realisiert werden kann. Insbesondere dieses Merkmal ermöglicht eine ganz
erhebliche Kostenreduzierung gegenüber vergleichbaren Einspritzsystemen.
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Nachstehend sind weitere Vorteile der Erfindung sowie Einzelheiten
derselben an Hand mehrerer in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher
erläutert. In der Zeichnung zeigen: Figur 1: Ein erstes Ausführungsbeispiel eines
Einspritzsystemes nach der Erfindung, teilweise schematisiert dargestellt, Figur
2: ein zweites Ausführungsbeispiel eines Einspritzsystemes nach der Erfindung, ebenfalls
teilweise schematisiert dargestellt, Figur 3: ein drittes Ausführungsbeispiel eines
Einspritzsystemes nach der Erfindung, ebenfalls teilweise schematisiert dargestellt,
Figur 4: ein viertes Ausführungsbeispiel eines Einspritzsystemes nach der Erfindung,
ebenfalls teilweise schematisiert dargestellt, Figur 5: einen vergrößerten Ausschnitt
aus den Darstellungen der Figuren 1 und 3, Figur 6: einen vergrößerten Auschnitt
aus den Darstellungen der Figuren zwei und vier, Figur 7: eine schematische Darstellung
der Steuerkanten zur Erläuterung der Variabilität von Einspritzbeginn, Einspritzende
und einzuspritzender Brennstoffmenge,
Figur 8: ein Druck/Zeit-Diagramm
zur Erläuterung der Variabilität von Einspritzbeginn, Einspritzende und einzuspritzender
Brennstoffmenge.
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In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Teile mit
gleichen Bezugszeichen angezogen.
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In den Figuren 1 bis 4 ist jeweils ein an einer Brennkraftmaschine
einem Zylinder derselben zugeordnetes Einspritzsystem dargestellt, bei dem ein Einspritzventil
1 über eine Zuleitung 2 an eine Brenns toffversorgungseinrichtung angeschlossen
und von dieser mit Brennstoff versorgbar ist.
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Erfindungsgemaß umfaßt die Brennstoffversorgungseinrichtung Brennstoffbereitstellungsmittel,
die maschinensynchron gesteuert jeweils für einen Einspritzvorgang, jedoch über
einen Zeitraum länger als dessen maximal mögliche Dauer, Brennstoff mit wesentlich
über dem öffnungsdruck des Einspritzventiles 1 liegendem Druck in die zu letzterem
führende Zuleitung 2 abgeben.
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Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1 und 2 ist als Brennstoffbereitstellungsmittel
eine Blockpumpe 3 mit einem in ihr hin- und hergehend arbeitenden, steuerkantenlosen
Pumpenstempel 4 verwendet. Letzterer ist durch einen?ördernoken5 betätigbar, der
an einer, von der nicht dargestellten Kurbelwelle der Maschine aus angetriebenen,
ebenfalls nicht dargestellten Nockenwelle angeordnet ist. Der Pumpenstempel 4 arbeitet
in einem Pumpenzylinder 6, der in einem Pumpengehäuse 7 eingesetzt ist. An den Pumpenzylinder
6 schließen sich oben ein
Ventilträger 8 für ein in einen Auslaßkanal
9 eingeschaltetes Druckventil 10 sowie ein Druckventilhalter 11 an. Der Auslaßkanal
9 zweigt vom Pumpendruckraum ab und kommuniziert mit der zum Einspritzventil 1 führenden
Zuleitung 2, welch letztere am Druckventilhalter 11 in nicht dargestellter Weise
angeschlossen ist. Der Pumpendruckraum 12 ist innerhalb des Pumpenzylinders 6 nach
hinten durch die vordere Stirnfläche 13 des Pumpenstempels 4 begrenzt.
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Mittels dieser Stirnfläche 13 am Pumpenstempel 4 ist durch dessen
Arbeitsbewegung eine Saugbohrung 14 auf- und zusteuerbar, durch die Brennstoff von
einem den Pumpenzylinder 6 umgebenden Saugraum 15 zum Pumpendruckraum 12 gelangen
kann. Der innerhalb des Pumpengehäuses 7 ausgebildete Saugraum 15 ist über eine
Zuleitung 16 - in die erforderlichenfalls eineFörderpumpe eingeschaltet sein kann-mit
einem nicht dargestellten Brennstofftank verbunden. Der Pumpenstempel 4 ist mittels
eines Druckbolzens 17 an einem Halter 18 für eine Druckfeder 19 befestigt.
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Letztere ist zwischen einem radial vorspringenden Flansch 20 des topfförming
ausgebildeten Halters 18 und einer axial hiervon beabstandeten, im Pumpengehäuse
7 ausgebildeten Anlagefläche 21 eingespannnt.
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Dem Druckbolzen 17 obliegt neben seiner Funktion als Verbindungselement
zwischen Halter 18 und Pumpenstempel 4 auch noch jene Aufgabe, nämlich die Verbindung
zu einem Stößel 22 herzustellen, der im Pumpengehäuse und dort in einer entsprechend
vorgesehenen Bohrung 23 geführt ist sowie belastet durch die Druckfeder 19 über
eine an ihm gelagerte Rolle 24 den Fördernocken 5 abtastet.
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Diese Blockpumpe 3 fördert Brennstoff über die Zuleitung 2 zum Einspritzventil
1, dessen Effnungs-
druck niedriger als der maximal von der Blockpumpe
3 erzeugte Brennstoffdruck ist und im Falle eines Hochdruckeinspritzsystemes beispielsweise
bei etwa 700 bar liegt.
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Bei den in den Figuren 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispielen
der Erfindung ist als Teil der Brennstoffbereitstellungsmittel ein Hochdruckspeicher
25 vorgesehen, dem durch eine Förderpumpe 26 Brennstoff auf einem Tank 27 zuführbar
ist. Der Brennstoffinhalt des Hochdruckspeichers 25 wird durch ein Druckhalteventil
28, das durch eine Uberdruckleitung 29 mit dem Tank 27 verbunden ist, auf einem
bestimmten über dem öffnungsdruck des Einspritzventiles 1 liegenden Druckniveau
gehalten. Den vorstehend genannten Teilen 25 bis 29 ist als weiterer Teil der Brennstoffbereitstellungsmittel
ein Steuerventil 30 zugeordnet, das in die Zuleitung 2 eingeschaltet ist und diese
mittels eines elektromagnetisch oder elektrohydraulisch steuerbaren Absperrorganes
abzusperren bzw. freizugeben vermag. Dieses Steuerventil 30 ist mittels einer ihm
zugeordneten Steuervorrichtung 31 maschinensynchron derart steuerbar, daß für jeden
Einspritzvorgang, jedoch über einen Zeitraum länger als dessen maximal mögliche
Dauer Brennstoff vom Hochdruckspeicher 25 über die Zuleitung 2 am Einspritzventil
1 bereitgestellt wird.
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In die Zuleitung 2 zum Einspritzventil kann bei allen in den Figuren
1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen ein Rückschlagventil 32 eingeschaltet
sein, das unter anderem negative Auswirkungen - insbesondere Kavitationsschäden
-der im Leitungssystem auftretenden Druckwellen verhindern hilft. An die Zuleitung
2 ist - wenn ein Rückschlagventil 32 in dieser vorgesehen,
strömungsmäßig
nach diesem-als weiterer Bestandteil der Erfindung eine Steuerleitung 33 angeschlossen,
in die ein insgesamt mit 34 bezeichnetes Steuerorgan eingeschaltet ist. Die Steuerleitung
33 ist zu jenem Brennstoffreservoir rückgeführt 8 aus dem der Brennstoff durch die
Blockpumpe 3 bzw. Förderpumpe 26 entnehmbar ist.
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Das Steuerorgan 34 umfaßt einen verdrehbaren Steuerkolben 35, der
auf die Brennstoffbereitstellungszeiträume synchronisiert betätigbar ist und je
nach Axialstellung die Steuerleitung 33 absperrt oder freigibt sowie schräg zur
Kolbenachse angeordnete Steuerkanten aufweist, mit denen er je nach Verdrehstellung
entweder den Beginn und/oder das Ende und/oder die Einspritzmenge der Einspritzvorgänge
unterschiedlich zu beeinflußen zu vermag.
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Die Steuerleitung 33 weist vornehmlich zumindest im Bereich vor dem
Steuerorgan 34 einen wesentlich kleineren Querschnitt auf als die Zuleitung 2 zum
Einspritzventil 1; unter wesentlich kleiner ist hierunter etwa ein Viertel bis ein
Zehntel zu verstehen.
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Das Steuerorgan 34 ist in vorteilhafter Weise durch eine umfunktionierte
und geringfügig baulich veränderte Einspritzpvrpe gebildet, umf unkt 1 oniertdahin'
gehend, daß mit ihr in diesemAnwendungsfall eine gezielte Einflußnahme auf den Druckverlauf
des zum Einspritzventil durch andere Mittel geförderten Brennstoffes ermöglicht
ist.
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Die das Steuerorgan 34 bildende Einspritzpumpe ist bei er erfindungsgemäßen
Anwendung erheblich kleiner als beispielsweise die Blockpumpe 3 oder die den
Hochdruckspeicher
25 versorgende Förderpumpe 26.
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Die Zeichnung gibt diesbezüglich falsche Größenverhältnisse an. Bei
einer das Steuerorgan 34 bildenden Einspritzpumpe ist deren Druckraum für die erfindungsgemäße
Anwendung umfunktioniert in einen Druckentlastungsraum 36, die Saugbohrung ist umfunktioniert
in eine Entlastungsbohrung 37, während der Saugraum umfunktioniert ist in einen
Druckentspannungsraum 38. Von diesem Druckentspannungsraum 38 zweigt der zum Brennstoffreservdir
27 führende Teil der Steuerleitung 33 ab.
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Dem Steuerkolben 35 des Steuerorganes 34 ist zu seiner Betätigung
ein Steuernocken 39 zugeordnet, der maschinensynchron von der Kurbelwelle oder einer
Nockenwelle der Brennkraftmaschine aus angetrieben ist. Der Steuerkolben 35 könnte
jedoch auch durch andere Mittel, beispielsweise hydraulisch oder pneumatisch, betätigt
werden. Hinsichtlich der detaillierten Ausgestaltung des Steuerorganes 34 wird auf
die Figuren 5 und 6 verwiesen, wobei Figur 5 eine vergrößerte Darstellung des in
den Figuren 1 und 3 gezeigten Steuerorganes 34, Figur 6 dagegen eine vergrößerte
Darstellung des in den Figuren 2 und 4 gezeigten Steuerorganes 34 ist. Es bleibt
hierbei anzumerken, daß verschiedene Details der Steuerorgane 34 betreffende und
in den Figuren 5 und 6 aufgeführte Bezugszeichen der Ubersichtlichkeit wegen in
den Figuren 1 bis 4 weggelassen worden sind.
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Das in den Figuren 5 und 6 vergrößert dargestellte, nach Art einer
Einspritzpumpe ausgebildete Steuerorgan 34 umfaßt in beiden Ausführungsvarinaten
ein Gehäuse 40, in das ein Pumpenzylinder 41 eingesetzt ist;
letzterer
ist durch ein sich oben an ihm anschließendes, am Gehäuse 41 befestigtes Anschlußstück
42 in Einbaulage gehalten. An diesem Anschlußstück 42 ist der vor dem Steuerorgan
34 liegende Teil der Steuerleitung 33 angeschlossen.
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Letztere ist innerhalb des Anschlußstückes 42 weitergeführt und teilt
sich dort in zwei Leitungswege auf, wobei der erste Leitungsweg durch eine im AnschlußstÜck
42 befindliche Bohrung 43, den Druckentlastungsraum 36 und die zum Druckentspannungsraum
38 führende Entlastungsbohrung 37 gebildet ist. Dieser Leitungsweg der Steuerleitung
33 ist durch die obere schräge Steuerkante 44 des im Pumpenzylinder 41 hin - und
hergehend arbeitenden Steuerkolbens 35 absperrbar oder freigebbar, wobei die den
Druckentlastungsraum 36 mit dem Druckentspannungsraum 38 verbindende Entlastungsbohrung
37 auf- und zugesteuert wird. Die untere, schräg zur Kolbenachse am Steuerkolben
35, axial versetzt zur oberen Steuerkante 44 angeordnete Steuerkante 45 dient zur
Absperrung bzw. Freigabe des zweiten steuerorganinternen Leitungsweges der Steuerleitung
33. Dieser zweite Leitungsweg ist in der Zeichnung insgesamt mit 46 bezeichnet;
er zweigt von der im Anschlußstück 42 verlaufenden Bohrung 43 ab und ist durch innerhalb
des Anschlußstückes 42 sowie des Pumpenzylinders 41 verlaufende Quer- und Längsbohrungen
461, 462, 463, 464 ferner eine Ringnut 465, außerdem eine am Steuerkolben 35 radial
umlaufende Nut 47 und eine Längsnut 466 gebildet. Die obere SeitenwarR der Mut 47
bzw. ein schräger Teil derselben bildet die untere Steuerkante 45.
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Die Querbohrung 464 zweigt von der die Pumpenzylinderbohrung umgebenden
Ringnut 465 ab und mündet in den Druckentspannungsraum 38 aus. Da die Ringnut 47
in Kommunikation mit der Längsnut 466
steht, ist die die untere
Steuerkante 45 aufweisende Nut 47 ständig mit Brennstoff gefüllt.
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Die Querbohrung 463 mündet um ein gewisses Maß axial beabstandet über
der Ringnut 465 in die Pumpenzylinderbohrung aus. Die Verbindung zwischen der Querbohrung
463 und der Nut 47 am Steuerkolben ist bei dessen Hubbewegung dann hergestellt,
wenn der Mündungsquerschnitt der Querbohrung 463 durch die untere Steuerkante 45
freigelegt ist. Der Druckentspannungsraum 38 bildet praktisch jenes Teil der Steuerleitung
33,in dem sich beide Leitungswege wieder vereinigen und von dem aus der druckentspannte
Brennstoff zum Brennstoffreservoir rückfließt.
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In bevorzugter Ausführung ist der Steuerkolben 35 derart ausgebildet,
daß die beiden Steuerkanten 44 und 45 gegeneinander verdrehbar sind. Außerdem ist
jeder der beiden Steuerkanten 44 und 45 ein eigener, weiter hinten noch näher beschriebener
Verdrehmechanismus mit Steuer- und Regelorganen zugeordnet, mit denen entweder eine
gemeinsame oder jeweils voneinander unabhängige Verdrehung der beiden Steuerkanten
44 und 45 durchführbar ist.
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Dies hat wiederum zur Folge, daß entweder der Beginn und/oder das
Ende der Einspritzvorgänge früher oder später legbar ist und/oder die einzuspritzende
Brennstoffmenge vergrößerbar bzw.
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verkleinerbar ist. Diese Beeinflußung der Einspritzvorgänge- und Mengen
erfolgt praktisch durch eine gesteuerte Einflußnahme auf den Druckverlauf des in
der Zuleitung 2 dem Einspritzventil 1 zugeführten Brennstoffes, gesteuert durch
die Steuerorganinterene Auf- und Zusteuerung der Steuerleitung 33. Wie aus den Figuren
5 und 6 gut
ersichtlich, setzt sich der Steuerkolben 35 aus einem
Kolbengrundkörper 48, der die obere Steuerkante 44 und eine Verzahnung 49 trägt
sowie einem am Kolbengrundkörper 48 drehbar gelagerten, hülsenförmigen Kolbenmantelteil
50 zusammen. Letzteres weist die untere Steuerkante 45 sowie eine Verzahnung 51
auf. Der Kolbengrundkörper 48 besteht aus einem Kolbenkopf 52 mit kreiszylindrischem
Querschnitt, der an seiner Stirnseite die obere Steuerkante 44 trägt sowie mit seiner
zylindrischen Mantelfläche möglichst flüssigkeitsdicht, d.h. mit äußerst geringem
Spiel im Pumpenzylinder 41 geführt ist. An den unten durch eine plane Ringfläche
begrenzten Kolbenkopf 52 schließt sich ein ihm gegenüber durchmesserkleinerer zylindrischer
Lagerschaft 53 an, auf dem das Kolbenmantelteil 50 drehbar gelagert und mittelbar
daran gegen axiales Verschieben gesichert ist. Dabei ist das Kolbenmantelteil 50
am Kolbengrundkörper 48 vornehmlich über einen unten am Lagerschaft 53 mittels eines
Druckbolzens 54 befestigten Halters 55 axial gesichert.
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Der topfförmig ausgebildete Halter 55 dient zur Festlegung einer Druckfeder
56, die sich andernends an einer Konterfläche im Pumpengehäuse 40 abstützt. Der
Halter 55 und der Steuerkolben 35 bilden durch die Verbindung mit dem Druckbolzen
54 eine in Achsrichtung gesehen starre Einheit, die durch die Druckfeder 56 belastet
an einen Stößel 57 angekoppelt ist, der mit seiner Rolle 58 den Steuernocken 39
abtastet, oder an andere Betätigungsmittel angelenkt ist.
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Beim Steuerorgan 34 gemäß den Figuren 1, 3 und 5 ist die Verzahnung
49, die zur Verstellung des Kolbengrundkörpers 48 und damit der oberen Steuerkante
44
dient, im Lagerschaft 53 eingearbeitet. Beim Steuerorgan 34
gemäß den Figuren 2, 4 und 6 dagegen ist die Verzahnung 51 außen an einer Stellhülse
59 angeformt, die unterhalb des Kolbenmantelteiles 50, sich an dieses anschließend,
gegen Verdrehung gesichert am Lagerschaft 53 befestigt ist. Die Verdrehsicherung
zwischen Stellhülse 59 und dem von ihr überdeckten Teil des Lagerschaftes 53 kann
beispielsweise durch einen Formschluß der beiden Teile realisiert sein, dergestalt,
daß der Lagerschaft 53 einen vom Kreisrunden abweichenden, beispielsweise rechteckigen
oder quadratischen oder außenverzahnten Querschnitt aufweist, an den die Durchgangsbohrung
der Stellhülse 59 angepaßt ist.
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Beim Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1, 3 und 5 sind die Verzahnungen
49 und 51 etwa in gleicher Höhe angeordnet. Die am Lagerschaft 53 angeformte Verzahnung
49 ist dabei durch einen im Kolbenmantelteil 50 eingeformten, fensterartigen Ausschnitt
60 von außen her zugänglich.
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Das Kolbenmantelteil 50 weist in jedem der dargestellten Ausführungsbeispiele
einen an den Kolbenkopf 52 angrenzenden, zylindrischen Teilbereich 61 auf, dessen
Durchmesser gleich groß oder minimal kleiner als jener des Kolbenkopfes 52 ist.
Innerhalb dieses Teilbereiches 61, an den sich unten die Verzahnung 51 anschließt,
ist die untereSteuerkante 55 und die sie bildende Nut 47 angeordnet.
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Der oberhalb der Nut 37 liegende Abschnitt 62 des Teilbereiches 61
bildet ein Sperrglied, mit dem der zweite Steuerleitungsweg durch Uberdeckung der
Austrittsöffnung des Kanalteiles 463 unterbrechbar ist.
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Sowohl dem Kolbenmantelteil 50 als auch dem Kolben-
grundkörper
48 ist zur Ermöglichung seiner Verdrehung als Verstellmittel jeweils eine qeradverzahnte
Steuerstange 63 bzw. 64 zugeordnet, wobei die Steuerstange 63 mit ihrer Verzahnung
in jene (49) am Kolbengrundkörper 48 und die Steuerstange 64 mit ihrer Verzahnung
in jene (51) am Kolbenmantelteil 50 eingreift. Beide Steuerstangen 63 und 64 sind
im Pumpengehäuse 40 in entsprechend vorgesehenen Bohrungen axial verschiebbar gelagert
und an außerhalb des Pumpengehäuses befindlichen Verstell-bzw. Regel- und Steuermechanismen
65 und 66 angekoppelt. Letztere sind in der Zeichnung für sich gesehen sowie in
ihrer Anbindung an die jeweilige Steuerstange 63 bzw. 64 jeweils nur schematisch
dargestellt.
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Als Verstellmechanismen können hydraulisch betätigte Ubertragungsglieder
oder elektrische Stellmotoren verwendet sein. Beide Verstell-bzw. Regel- und Steuermechanismen
65, 66 bestehen vorzugsweise jeweils aus einem elektrischem Schrittschaltmotor,
der seine Stellimpulse von einem Mikroprozessor erhält, der die optimale Winkelstellung
der Steuerkanten 44 bzw. 45 in Abhängigkeit von inneren und äußeren sich ändernden
Betriebsfaktoren der Maschine ausrechnet.
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In Figur 7 sind die Steuerkanten 44 und 45 schematisch in ihren wesentlichen
Teilen und in ihrer Zuordnung zueinander sowie zur Entlastungsbohrung 37 und dem
Steuerleitungsteil 463, deren Austrittsquerschnitte auf- und zuzusteuern sind,qezeigt.
Figur 8 gibt schematisch in einem Druck/Zeit-Diagramm die durch die erfindungsgemäßen
Mittel erzielbaren Druck- und Zeitverhältnisse bei einem Einspritzvorgang sowie
deren Variationsmöglichkeiten wieder.
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In Figur 8 markiert der Punkt E den Förderbeginn der Blockpumpe 3
bzw. die Freigabe von Brennstoff durch das Steuerventil 30 aus dem Hochdruckspeicher
25. Der Punkt F dagegen markiert das Ende der Förderung durch die Blockpumpe 3 oder
das Ende eines Brennstoffauslaßes aus dem Hochdruckspeicher 25. Dieser zwischen
den Punkten E und F liegende Zeitraum ist länger als die maximal mögliche Dauer
eines Einspritzvorganges. Mit PF ist auf der Abszisse jener Druck bezeichnet, mit
dem der Brennstoff über die Zuleitung 2 in Richtung Einspritzventil 1 geleitet wird
und der-wie bereits dargelegt - erheblich über dem in Figur 8 mitP bezeichneten
Öffnungsdruck des Einspritzventiles 1 liegt.
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In den Figuren 7 und 8 markiert der Punkt A den frühestmöglichen Einspritzbeginn,
der Punkt B dagegen den spätestmöglichen Einspritzbeginn. Der Punkt C markiert das
frühestmögliche Einspritzende, während der Punkt D dem spätest möglichen Einspritzende
zugeordnet ist. Durch eine alleinige Verdrehung der Steuerkante 44 - entsprechend
einer Verschiebung derselben in der Zeichenebene nach links - ist eine Späterlegung
des Einspritzbeginnes von Punkt A nach Punkt B möglich. Durch eine alleinige Verdrehung
der Steuerkante 45 - entsprechend einer Verschiebung in der Zeichenebene nach rechtsist
eine Späterlegung des Einspritzendes von Punkt C nach Punkt D möglich. Durch eine
gleichzeitige Verdrehung der oberen Steuerkante 44 und der unteren Steuerkante 45
ist mithin neben einer Früher- oder Späterlegung des Einspritzbeginnes zwischen
den Punkten A und B sowie einer Früher- oder Späterlegung des Einspritzendes zwischen
den Punkten C und
D auch noch eine Beeinflußung der einzuspritzenden
Brennstoffmenge gewährleistet.
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Mit dem erfindungsgemäßen Einspritzsystem ist es deshalb möglich,
die Brennstoffeinspritzung für jeden Lastbereich der Brennkraftmaschine hinsichtlich
des Brennstoffverbrauches zu optimieren.
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L e e r s e i t e